Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 89-563 KI-generiert

Parliament Questions Government on Army's Alleged Referendum Campaigning

Geschäftsnummer VPB 89-563
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The parliament questioned the government about the army's use of a slideshow to indirectly campaign against an upcoming referendum, despite assurances of neutrality. The government responded that the slideshow, presented as part of a broader information campaign on trust in the army, was objective, did not mention the referendum, and was only 19 minutes long. The government further stated that allowing opposing viewpoints through controversial events was contrary to the principle of not engaging the troops in political debates and that the official referendum explanation brochure adequately presented the proponents' arguments.

Legislator-Regeste

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Parliament Questions Government on Army's Alleged Referendum Campaigning: Die Simulationstechnik wird vor allem für das Fahr-, einander. Dies geschieht nach dem Schema «Zugegeben:....

Schlagwörter

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Abstimmungskampf parlamentarische Beratungen E-Government Vertrauen in die Regierung Verteidigung und militärische Belange politische Propaganda
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Volltext

6. Oktober 1989 N 1759 Interpellation Haller

3. La Suisse collabore-t-elle dans ce domaine avec l'étranger? lich, dass auch ihre Befolgung die nachfolgenden Missstände

4. Une application plus intensive de ces techniques de simula- nicht verhindert. Tatsache ist nämlich, dass in zahlreichen

tion serait-elle pensable en Suisse? Truppenkursen dieses Jahres im Rahmen befohlener Veran-

staltungen direkt und indirekt Abstimmungspropaganda

Mitunterzeichner- Cosignataires: Aguet, Ammann, Béguelin, durch die Armee betrieben wird.

Bodenmann, Borei, Carobbio, Eggenberg-Thun, Euler, Haller, Hauptinstrument der indirekten Abstimmungswerbung ist

Jeanprêtre, Leuenberger-Solothurn, Leuenberger Moritz, eine Tonbildschau des Armeefilmdienstes, welche der «Trup-

Mauch Ursula, Morf, Ort, Pitteloud, Stappung, Uchtenhagen, pen-Informations-Dienst (TID)» im Rahmen seines diesjähri-

Zbinden Hans, Ziegler (20) gen Schwerpunktthemas «Vertrauen» (in unsere Armee) den

Kommandanten zur Verfügung stellt. Das rund vierzigminütige

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates Werk vermeidet zwar tunlichst jede ausdrückliche Erwähnung

vom 23. August 1989 der kommenden Abstimmung. Faktisch setzt es sich aber im

Rapport écrit du Conseil fédéral du 23 août 1989 einzelnen mit den geläufigen Argumenten pro Initiative aus-

1. Die Simulationstechnik wird vor allem für das Fahr-, einander. Dies geschieht nach dem Schema «Zugegeben:....

Schiess- und Flugtraining eingesetzt. Ueber Simulatoren ver- Argument pro Initiative....; aber:.... Argumente pro Armee....»

fügen heute praktisch alle Truppengattungen der Armee. Die Tonbildschau wird auch von armeefreundlichen Betrach-

2. Die Schweizer Armee nimmt in der Ausbildung mit Simula- terinnen und Betrachtern spontan als klarste einseitige Ab-

toren im europäischen Raum eine führende Stellung ein. Ver- stimmungspropaganda empfunden. Dazu stellen sich die fol-

schiedene ausländische Armeen sind im Begriff, Simulatoren genden Fragen an den Bundesrat:

nach schweizerischem Vorbild einzuführen. 1. Ist er auch der Meinung, dass die Position der die Initiative

3. Die Ausbildungsbedürfnisse ausländischer Heere und Luft- ablehnenden Behörden im «Bundesbüechli» vor der Abstim-

waffen unterscheiden sich grundsätzlich von den unsrigen. mung ausreichend wird dargestellt werden können, so dass

Zwischen der Schweiz und ausländischen Armeen besteht dies keinesfalls Sache der (direktbetroffenen) Armee ist?

deshalb - abgesehen von gelegentlichem Gedankenaus- 2. Ist er bereit, die vom Chef des EMD zwar versprochene, aber

tausch - keine konkrete Zusammenarbeit auf dem Gebiet der nicht durchgesetzte Neutralität der Armee im Abstimmungs-

Simulationstechnik. kampf zu gewährleisten?

4. Neue Waffensysteme erfordern den Einsatz von Simulato- 3. Ist er zu diesem Zweck bereit, das EMD anzuweisen, das

ren, die die Ausbildungseffizienz steigern, Material schonen, Vorführen der erwähnten Tonbildschau im Vorfeld der Abstim-

Munition und Treibstoff sparen und damit die Umwelt wirksam mung zu untersagen?

entlasten helfen. Simulatoren vermögen allerdings die Wirk- 4. Ist er auch der Meinung, dass im Fall fortgesetzter direkter

lichkeit immer nur annähernd darzustellen. Zum Erreichen oder indirekter Abstimmungspropaganda durch Vorgesetzte

des Kriegsgenügens kann deshalb auf Uebungen im scharfen in Truppenkursen den Befürworterinnen und Befürwortern der

Schuss, im Gelände und im Verband auch in Zukunft nicht ver- Initiative Gelegenheit zur Mitwirkung zu geben ist (z. B. durch

zichtet werden. das Vorführen eines geeigneten Films oder die Teilnahme an

Angestrebt wird eine noch intensivere Anwendung der Simula- kontradiktorischen Veranstaltungen)?

tionstechnik für die Ausbildung im Kampf mit Infanteriewaffen 5. Hält der Bundesrat die erwähnten Aktivitäten der Armee

auf Gegenseitigkeit, für die taktische Schulung der Stäbe so- nicht für eine verfassungswidrige Beeinflussung einer Volks-

wie für das Training der Feuerleitung. abstimmung?

Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- Texte de l'interpellation du 23 juin 1989

rates teilweise befriedigt. En juin 1988, le conseiller fédéral Koller, alors à latele du DMF,

envoyait aux commandants et aux instructeurs militaires une

lettre les informant que l'armée n'avait pas à intervenir dans la

campagne précédant la votation. Il leur rappelait par la même

occasion leur devoir de donner des renseignements sur

#ST# 89.563 l'armée et de répondre aux arguments adverses, mais unique-

ment dans le cadre de l'instruction et des entretiens. Pas ques-

Interpellation Haller tion de participer à des réunions politiques, de commenter

Volksabstimmung l'initiative même, de distribuer du matériel de propagande ou

vom 26. November 1989. de donner des consignes de vote. Le 17 juin dernier, l'actuel

chef du DMF, le conseiller fédéral Villiger, soulignait devant le

Propaganda der Armee PRD du canton de Saint-Gall, à Wil, que la campagne n'était

Votation du 26 novembre 1989. pas l'affaire de l'armée mais celle des partis et des citoyens.

Campagne de propagande de l'armée De deux choses l'une: soit les instructions du chef du DMF ne

sont pas suivies, soit elles sont si imprécises et contradictoires

que leur application n'a pas empêché l'armée de faire de la

propagande directe ou indirecte lors de nombreuses manifes-

tations obligatoires organisées l'année passée dans le cadre

Wortlaut der Interpellation vom 23. Juni 1989 de cours de troupe.

Im Juni 1988 orientierte der damalige Chef des EMD, Bundes- Le principal instrument de la propagande indirecte est un dia-

rat Koller, Kommandanten und Instruktoren der Armee brief- porama réalisé par le service cinématographique de l'armée,

lich, dass die Armee den Abstimmungskampf nicht führt. que le Service d'information de la troupe met à la disposition

Gleichzeitig erinnerte er an die Pflicht, über die Armee zu infor- des commandants, le thème traité cette année étant «la con-

mieren und gegenüber gegenteiligen Auffassungen zu argu- fiance» (dans l'armée). Les auteurs de cette présentation de

mentieren. Dies habe allerdings im Rahmen von Theorien quarante minutes se sont efforcés de ne pas mentionner ex-

oder Aussprachen zu geschehen. Nicht zulässig seien eigent- pressément la votation à venir mais ils n'en répondent pas

lich politische Veranstaltungen zum Thema, die Initiative als ei- moins de manière détaillée aux objections généralement sou-

genständiges Thema sowie das Verteilen von Propagandama- levées par les défenseurs de l'initiative, procédant selon le

terial oder eine Abstimmungsempfehlung. Am 17. Juni 1989 schéma «S'il est vrai que.... (argument en faveur de l'initiative),

bekräftigte der heutige Chef des EMD, Bundesrat Villiger, vor il faut toutefois reconnaître que .... (argument en faveur de

der FDP des Kantons St.Gallen in Wil, dass der Abstimmungs- l'armée). Même les défenseurs de l'armée ont spontanément

kampf nicht Sache der Armee, sondern von Parteien und perçu ce diaporama comme de la propagande unilatérale à

Stimmberechtigten sei. rencontre de l'initiative.

Entweder wird die Verhaltensanweisung des EMD-Chefs in A ce propos, je demande au Conseil fédéral de répondre aux

der Praxis nicht befolgt, oder sie ist so vage und widersprüch- questions suivantes:

Interpellation Sager 1760 N 6 octobre 1989

1. N'est-il pas d'avis que la brochure contenant les explica- #ST# 89.336

tions du Conseil fédéral et dans laquelle les autorités qui s'op-

posent à l'initiative peuvent exposer leur point de vue est une

information suffisante, de sorte qu'il n'appartient en aucun cas

Interpellation Sager

à l'armée (directement touchée) d'intervenir? Produktion von chemischen Waffen

2. Est-il disposé à garantir, dans le cadre de la propagande, le in Libyen.

principe de la neutralité de l'armée, principe que le chef du Beteiligung von Schweizer Firmen

DMF avait promis de faire respecter, mais qui n'est pas ap-

pliqué? Fabrication d'armes chimiques

3. Est-il disposé à donner l'ordre au DMF d'interdire la projec- en Libye.

tion de ce diaporama avant la votation? Participation d'entreprises suisses

4. Ne pense-t-il pas que dans le cas où la propagande directe

ou indirecte lors des cours de troupe continuerait, il convien-

drait de donner la parole aux défenseurs de l'initiative (présen-

tation d'un film exposant leur point de vue, participation à des

débats contradictoires)? Wortlaut der Interpellation vom 28. Februar 1989

5. N'est-il pas d'avis que les activités de l'armée susmention- Vor einigen Wochen wurde bekannt, dass Libyen in Rabta eine

nées influencent le résultat d'une votation populaire et sont Fabrik für chemische Waffen errichtet hat und bei deren Bau

donc contraires à la constitution? auch westliche Firmen mitbeteiligt waren. Neben westdeut-

schen war dabei auch die Rede von solchen in der Schweiz.

Mitunterzeichner- Cosignataire: Keine - Aucun So sollen in diesem Zusammenhang auch die Büroräume der

Firma IBI AG in Zug und Zürich, offenbar zur IBI-Engineering

Schriftliche Begründung - Développement par écrit des Irakers Ischan Barbuti in Frankfurt gehörend, durchsucht

Die Urheberin verzichtet auf eine Begründung und wünscht worden sein.

eine schriftliche Antwort. In diesem Zusammenhang frage ich den Bundesrat an:

1. Trifft es zu, dass in der Schweiz Firmen an Bau oder Aus-

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates rüstung einer Chemiewaffenfabrik in Libyen beteiligt waren?

vom 23. August 1989 2. Falls die Behauptungen zutreffen, ist der Bundesrat nicht

Rapport écrit du Conseil fédéral du 23 août 1989 auch der Ansicht, dass die Beteiligung von schweizerischen

EMD und Armee werden bekanntlich nicht in den Abstim- Firmen am Bau von Waffenfabriken im Ausland allenfalls ge-

mungskampf für eine Schweiz ohne Armee eingreifen. Wei- gen das Verbot der Ausfuhr von Kriegsmaterial in Krisenge-

sungen sind erlassen worden, wonach im Truppenbereich we- biete verstösst?

der Abstimmungsempfehlungen gegeben noch politische 3. Teilt der Bundesrat die Ansicht, dass Libyen zu denjenigen

Auseinandersetzungen geduldet werden. Staaten gehört, die aktiv den internationalen Terrorismus un-

Seit jeher fordert das Dienstreglement die Kommandanten terstützen, und dass es politisch nicht zu verantworten ist,

aber auf, ihre Untergebenen während Ausbildungsdiensten dazu beizutragen, dass einem solchen Staat ermöglicht wird,

über Notwendigkeit, Zweck und Eigenart der militärischen international verpönte Waffen herzustellen?

Landesverteidigung zu informieren. Zur Erfüllung dieses Infor-

mationsauftrages steht der Truppeninformationsdienst zur Texte de l'interpellation du 28 février 1989

Verfügung. Gemäss Verordnung vom 15. Dezember 1977 ob- On apprenait il y a quelques semaines que la Libye avait érigé

liegt ihm «die Bearbeitung und Bereitstellung von Unterlagen une usine d'armes chimiques à Rabta avec la participation de

für die Information über militärische und sicherheitspolitische firmes occidentales, notamment allemandes. On a également

Fragen». Diesem Ziel dient auch die der Truppe im Rahmen évoqué à ce propos le nom de sociétés en Suisse. Ainsi on au-

des vorgegebenen Jahresthemas 1989/1990 «Vertrauen in un- rait perquisitionné dans les bureaux de IBI SA à Zoug et Zu-

sere Milizarmee» zur Verfügung gestellte Tonbildschau. Diese rich, qui appartiennent manifestement à l'entreprise IBI Engi-

informiert in allgemeiner und objektiver Weise über die nach neering de l'Irakien Ischan Barbuti, à Francfort.

wie vor gültige Sicherheitspolitik unseres Landes. Sie dauert Ceci m'amène à poser au Conseil fédéral les questions sui-

übrigens 19 und nicht 40 Minuten und nimmt keinen Bezug auf vantes:

die Initiative. Von einer verfassungswidrigen Beeinflussung ei- 1. Est-il exact que des firmes en Suisse ont participé à la cons-

ner Volksabstimmung kann keine Rede sein. truction ou à l'équipement d'une fabrique d'armes chimiques

Gerade weil in der Truppe keine politische Auseinanderset- en Libye?

zung für oder gegen die Initiative stattfinden soll, fallen die vor- 2. Si oui, le Conseil fédéral ne juge-t-il pas qu'une telle partici-

geschlagenen kontradiktorischen Veranstaltungen mit Befür- pation pourrait violer l'interdiction d'exporter du matériel de

wortern der Initiative ausser Betracht. Dagegen wird in den Ab- guerre dans des zones en crise?

stimmungserläuterungen der befürwortende Standpunkt der 3. Le gouvernement partage-t-il l'avis selon lequel la Lybie fait

Initianten übernommen. partie des pays soutenant activement le terrorisme internatio-

nal et qu'il est politiquement irresponsable d'aider un tel pays

Präsident: Die Interpellantin ist von der Antwort des Bundes- à fabriquer des armes que réprouve la communauté internatio-

rates nicht befriedigt. nale?

Mitunterzeichner- Cosignataires: Allenspach, Aubry, Dietrich,

Fischer-Sursee, Hänggi, Hari, Neuenschwander, Portmann,

Seiler Hanspeter, Zölch (10)

Schriftliche Begründung - Développement par écrit

Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht

eine schriftliche Antwort.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates

vom 18. September 1989

Rapport écrit du Conseil fédéral du 18 septembre 1989

1. Das von der Bundesanwaltschaft im Zusammenhang mit

der Errichtung einer Chemiefabrik in Libyen wegen des Ver-

dachts der unerlaubten Ausfuhr von zur Herstellung chemi-

scher Kampfstoffe geeigneten chemischen Substanzen

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Interpellation Haller Volksabstimmung vom 26. November 1989. Propaganda der Armee

Interpellation Haller Votation du 26 novembre 1989. Campagne de propagande de l'armée

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1989

Année

Anno

Band IV

Volume

Volume

Session Herbstsession

Session Session d'automne

Sessione Sessione autunnale

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 16

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 89.563

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 06.10.1989 - 08:00

Date

Data

Seite 1759-1760

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Ref. No 20 017 841

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