Asylum Policy Enforcement and Refugee Definition Discrepancy
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThis interpellation raises concerns about the current asylum policy, arguing that its application deviates from the law, particularly regarding the definition of a refugee and the principle of non-refoulement, leading to a discrepancy between legal provisions and actual practice. The government acknowledges issues with enforcing asylum decisions and the potential for the asylum system to be exploited for economic migration, undermining broader foreign worker policies. It states that while not a "cold revision" of the law, administrative and international cooperation measures are being considered to ensure faster processing and better enforcement of asylum decisions within existing legal frameworks.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 3 Absatz, Art. 3 est, Art. 3 sagt, Art. 45 est, Art. 3 EMRK, Art. 9 Abs. 3 Bst; Asylum Policy Enforcement and Refugee Definition Discrepancy: The government acknowledges issues with enforcing asylum decisions and the potential for the asylum system to be exploited for economic migration, undermining broader foreign worker policies. It states that while not a "cold revision" of the law, administrative and international cooperation measures are being considered to ensure faster processing and better enforcement of asylum decisions within existing legal frameworks.
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KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertThe court discusses the principle of non-refoulement in relation to border control and asylum procedures.
The court discusses the definition of a refugee as per Article 3 in the context of asylum applications.
Volltext
Interpellation Bonny 1208 N 23 juin 1989
desrat hat allerdings keinen Anlass anzunehmen, die zustän- verordnung praktisch wertlos gemacht (insbesondere durch
digen kantonalen Behörden und Rechtspflegeorgane wären die weit überhöhte Zahl der Grenztore und die erst auf Voll-
nicht bereit, die entsprechenden Vorschriften durchzusetzen. zugsebene eingeführten Empfangsstellen, die zu einer sehr
Ebenso bestehen keine Erkenntnisse, wonach anerkannte widersprüchlichen Doppelspurigkeit geführt haben). Die Re-
Hilfswerke als Partnerorganisationen des Bundes im Asylbe- gelung an der Grenze ist zudem nur mit einer konsequenten
reich geltendes Recht brechen würden. Anwendung von Artikel 45 sinnvoll.
Mittel- und längerfristig enthält der Bericht zur Strategie für Durch diese auf die Dauer unhaltbare Situation in unserer
eine Flüchtlings- und Asylpolitik der neunziger Jahre eine Asylpolitik wird auch unsere Fremdarbeiterpolitik, in der es
grosse Zahl möglicher gesetzgeberischer Massnahmen, über dem Bundesrat durch eine jahrelange unablässige Arbeit ge-
die der Bundesrat nach Abschluss des Vernehmlassungsver- lang, das Vertrauen weiter Kreise der Bevölkerung wieder zu
fahrens entscheiden wird. erringen, in Frage gestellt. Heute wird der Ausländer, welcher
korrekt ein Gesuch für eine Fremdarbeiterbewilligung stellt,
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- gegenüber dem Wirtschaftsflüchtling, der vorgibt, Asylant zu
rates nicht befriedigt. Er beantragt Diskussion. sein, in völlig unzulässiger Weise benachteiligt. Das führt
dazu, dass die vom Schweizervolk mehrfach sanktionierte Sta-
Abstimmung - Vote bilisierungspolitik unterwandert wird. Die Problematik der heu-
tigen Situation erhellen folgende, dem Bericht der Helsinki-
Für den Antrag auf Diskussion 30 Stimmen Vereinigung entnommenen Zahlen für das Jahr 1988: Aus-
Dagegen 34 Stimmen schaffungen 19; bewilligte Asylgesuche 680; Aufnahme ohne
Asyl 2712.
Ich frage den Bundesrat an:
- Wie gedenkt er, rasch und durchgreifend die Asylpolitik wie-
der auf die gesetzliche Grundlage zurückzuführen?
#ST# 89.415 - Wie gedenkt er, die Durchsetzbarkeit des geltenden Rechts
und der getroffenen Entscheide zu gewährleisten, so, wie das
Interpellation Bonny in einem Rechtsstaat selbstverständlich ist?
- Wie gedenkt er zu verhindern, dass die vom Schweizervolk
Asylpolitik. Kalte Gesetzesrevision mehrfach sanktionierte Zielsetzung unserer Fremdarbeiterpo-
Loi sur l'asile. Difficultés litik durch die Praxis im Asylbereich unterwandert wird?
d'application
Texte de l'interpellation du 16 mars 1989
L'état d'esprit et l'attitude de larges couches de la population à
l'égard de notre politique d'asile se sont encore nettement
détériorés ces temps derniers. Dans les médias, il est surtout
Wortlaut der Interpellation vom 16. März 1989 question des milieux liés aux Eglises et aux oeuvres d'entraide
Die Stimmung und Haltung breiter Schichten der Bevölkerung ainsi que de ceux qui soutiennent la gauche, milieux qui cher-
gegenüber unserer Asylpolitik hat sich in letzter Zeit nochmals chent par tous les moyens à affaiblir notre politique d'asile.
deutlich verschlechtert. In den Medien stehen vor allem die Mais à côté de cela, de larges cercles de la population ont de
Stimmen von Kirchenkreisen und Hilfswerken sowie von Ex- plus en plus l'impression que la politique d'asile au niveau de
ponenten der politischen Linken im Vordergrund, welche kon- l'exécution n'est dans une large mesure plus conforme à la
tinuierlich auf eine Aufweichung unserer Asylpolitik drängen. législation en vigueur. En matière de politique d'asile, il y a au-
Demgegenüber wächst aber in weiten Kreisen des Volkes der jourd'hui un clivage entre le «pays légal» et le «pays réel». Ce
Eindruck, dass die Asylpolitik auf der Vollzugsebene in wichti- clivage est la conséquence de problèmes qui sont apparus
gen Teilen nicht mehr dem geltenden Asylgesetz entspricht. sur deux plans: d'une part l'exécution à proprement parler
Es besteht heute im Bereich der Asylpolitik eine Kluft zwischen s'écarte de la loi sur des points importants; d'autre part de gra-
dem «pays légal» und dem «pays réel». Diese Kluft hat sich ves problèmes se font jour en ce qui concerne l'applicabilité
durch Probleme auf zwei verschiedenen Ebenen ergeben: Ei- de décisions prises en vertu de la législation.
nerseits weicht der eigentliche Vollzug in wichtigen Punkten On peut donner les exemples suivants de cette «révision à
vom Gesetz ab, anderseits gibt es auch schwerwiegende Pro- froid» de la législation:
bleme bei der Durchsetzbarkeit legal getroffener Entscheide. -Article 3,1er alinéa (définition du terme «réfugié»): cette défi-
Als Beispiele dieser kalten Gesetzesrevision seien genannt: nition devient de plus en plus illusoire, non pas pour ce qui est
- Artikel 3 Absatz 1 (Der Begriff des Flüchtlings): Er wird weni- de l'applicabilité de la loi mais faute de possibilité de l'appli-
ger durch die Gesetzesanwendung als durch die mangelnde quer en raison d'une agitation permanente. L'article 3 est clair
Durchsetzbarkeit wegen einer permanenten Agitation allmäh- et net et indique que l'on peut considérer comme réfugiés les
lich illusorisch. Artikel 3 sagt klipp und klar, dass nur eine Auf- requérants qui sont poursuivis dans leur pays «en raison de
nahme als Flüchtling in Betracht kommt, wenn der Gesuch- leur race, de leur religion, de leur nationalité, de leur apparte-
stellende «wegen seiner Rasse, Religion, Nationalität, Zuge- nance à un groupe social déterminé ou de leurs opinions poli-
hörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen tiques». C'est intentionnellement que le législateur n'a pas pris
seiner politischen Anschauung» verfolgt wird. Wirtschaftliche en considération les facteurs économiques.
Faktoren sind vom Gesetzgeber bewusst nicht berücksichtigt - Article 45 (principe du non-refoulement): il est en soi incon-
worden. testable qu'aucune personne ne peut être refoulée dans un
-Artikel 45 (Grundsatz der Nicht-Rückschiebung): Dass nie- pays où «savie, son intégrité corporelle ou sa liberté serait me-
mand zur Ausreise in ein Land gezwungen werden kann, in nacée pour l'un des motifs mentionnés à l'article 3,1er alinéa,
dem «sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem ou encore d'où elle risquerait d'être astreinte à se rendre dans
Grund nach Artikel 3 Absatz 1 gefährdet ist oder in dem eine un tel pays». Mais il n'y a absolument aucune raison pour ap-
Gefahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land ge- pliquer ce principe à tous ceux qui, venant d'un pays voisin,
zwungen wird», ist an sich unbestritten. Es besteht aber über- passent illégalement la frontière pour entrer en Suisse. Nous
haupt kein Anlass, für all jene, die aus unseren Nachbarstaa- allons aujourd'hui beaucoup plus loin dans l'interprétation du
ten illegal über die Grenze in die Schweiz gelangen, dieses principe du non-refoulement que ce qui est prévu à l'article 45
Prinzip anzuwenden. Wir gehen heute in der Auslegung des ou encore ce qu'indiqué la convention de 1951 (relative au sta-
Prinzips des Non-refoulement viel weiter, als es Artikel 45 und tut des réfugiés) que nous avons ratifiée à juste titre.
auch die von uns richtigerweise ratifizierte Flüchtlingskonven- - De plus, la réglementation à la frontière, prévue par la loi, a
tion von 1951 verlangen. été pratiquement vidée de sa substance par les règles contra-
- Auch die vom Gesetz vorgesehene Regelung an der Grenze dictoires énoncées dans l'ordonnance d'exécution (en parti-
wurde durch die widersprüchliche Regelung in der Vollzugs- culier par un nombre bien plus élevé que prévu dans la loi, de
23. Juni 1989 N 1209 Interpellation Bonny
postes frontière habilités à recevoir les demandes d'asile et Ueberlegungen in die Entscheidfindung der Bundesbehör-
par la création, prévue seulement au niveau des dispositions den miteinzubeziehen, was beispielsweise als Forderung aus
d'exécution, de centres d'enregistrement, création dont il den erwähnten Ratsberichten eindeutig hervorgeht. Vor die-
résulte des chevauchements tout à fait contradictoires). La sem Hintergrund sind die Fragen des Interpellanten wie folgt
réglementation à la frontière ne garde d'ailleurs tout son sens zu beantworten:
que si l'article 45 est appliqué correctement. 1 ./2. Die Einhaltung des Grundsatzes der Nichtrückschiebung
Du fait de cette situation, intenable à la longue, en matière de ist angesichts der heutigen Menschenrechtssituation in den
politique d'asile, notre politique à l'égard des travailleurs umliegenden Ländern deutlich zu unterscheiden von der
étrangers se trouve remise en question alors que le Conseil Frage der Wegweisung eines illegal eingereisten Asylbewer-
fédéral avait réussi, par des années de travail sans relâche, à bers. Wie der Bundesrat bereits anlässlich der zweiten Asylge-
regagner la confiance de la population à cet égard. Ajourd'hui, setzrevision zum Ausdruck gebracht hat, muss die Flucht ei-
l'étranger qui agit de façon correcte en demandant un permis nes Ausländers spätestens in dem Zeitpunkt als beendet an-
de travail se trouve désavantagé de façon tout à fait inadmissi- gesehen werden, in dem er ein Nachbarland erreicht hat.
ble par rapport au réfugié économique qui se prétend réfugié Wenn er in der Schweiz ein Asylgesuch stellen möchte, ist ihm
politique. Cela revient à vider de sa substance la politique de deshalb ohne weiteres zuzumuten, sich entsprechend den ge-
stabilisation de la population étrangère, sanctionnée pourtant setzlichen Vorschriften an einem bezeichneten Grenzüber-
à plusieurs reprises par le peuple suisse. Quelques chiffres gang zu melden. Diese Konzeption entspricht dem Willen des
tirés du rapport de la «Helsinki-Vereinigung» pour l'année Gesetzgebers, welcher in der Referendumsabstimmung eine
1988 éclairent la situation actuelle: refoulements 19; deman- breite Mehrheit fand. Wer sich nicht an die gesetzlichen Vor-
des d'asile acceptées 680; accueils sans octroi de l'asile 2712. schriften über die Asylgesuchseinreichung hält, soll deshalb
Je prie le Conseil fédéral de bien vouloir répondre aux ques- grundsätzlich schon während des Verfahrens in den Drittstaat,
tions suivantes: in dem ihm keine Verfolgung droht, weggewiesen werden.
- Comment pense-t-il intervenir pour remettre rapidement et Der Bundesrat hält dieses in der Asylverordnung festgehal-
efficacement la politique d'asile dans le cadre légal? tene Vorgehen nach wie vor für richtig. Auch in der Praxis wird
- Que pense-t-il faire pour garantir l'applicabilité du droit en vi- dem gesetzgeberischen Willen nachgelebt. Kann demzufolge
gueur et des décisions prises, ainsi qu'il sied dans un Etat im Einzelfall erstellt werden, aus welchem Nachbarstaat ein
fondé sur le droit? Ausländer unter Umgehung der Grenzkontrollen eingereist
- Comment pense-t-il empêcher que les objectifs de la politi- ist, so wird er dorthin zurückgewiesen. Dies gelingt indes in
que de stabilisation de la population étrangère, approuvés à der Regel nur im Falle einer Anhaltung des Ausländers im
plusieurs reprises par le peuple, ne soient réduits à néant par grenznahen Raum nach der Grenzüberquerung. In einem
la pratique en matière d'asile? späteren Zeitpunkt scheitert jedoch die Rückübergabe zu-
meist am Umstand, dass dem umliegenden Drittstaat nicht
Mitunterzeichner-Cosignataires: Aliesch, Allenspach.-Bremi, konkret nachgewiesen werden kann, wann und unter welchen
Burckhardt, Daepp, Fischer-Seengen, Frey Claude, Frey Wal- Umständen ein Ausländer unter Umgehung der Grenzkontrol-
ter, Giger, Gysin, Jeanneret, Kohler, Kühne, Loretan, Massy, len eingereist ist. Dieser Nachweis gelingt deshalb selten, weil
Mauch Rolf, Mühlemann, Müller-Meilen, Neuenschwander, die Asylsuchenden aus naheliegenden Gründen sachdien-
Perey, Rychen, Schmidhalter, Schnider, Schule, Spoerry, Stei- liche Angaben verschweigen und die gesetzliche Grundlage
negger, Stucky, Wanner, WeberTSchwyz, Wyss Paul, Zwingli für einen multilateralen Informationsaustausch von Personen-
(31) daten bislang fehlt. Das vom Interpellanten festgestellte Defizit
ergibt sich deshalb aus einer fehlenden internationalen Ver-
Schriftliche Begründung - Développement par écrit einbarung und nicht aus einer zu weiten Auslegung des Prin-
Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht zips des Non-refoulement.
eine schriftliche Antwort. Auch der konsequenten Durchsetzbarkeit rechtskräftiger
Wegweisungsentscheide durch die Bundesbehörden sind ge-
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates wisse Grenzen gesetzt. Gestützt auf die Praxis des Bundes-
vom 12. Juni 1989 gerichts muss den abgewiesenen Asylbewerbern eine zurei-
Rapport écrit du Conseil fédéral du 12 juin 1989 chende Frist für die freiwillige Ausreise eingeräumt werden. Ei-
Seit einigen Jahren sieht sich die Schweiz, wie auch andere gentliche Ausschaffungen sind in aller Regel erst nach Ablauf
europäische Aufnahmeländer, zunehmend vor das Problem dieser Frist möglich. Ueberdies ist der Vollzug rechtskräftiger
der unkontrollierten Wanderungsbewegung von Personen ge- Wegweisungsentscheide Sache der Kantone. In vielen Fällen
stellt, die in dem ihnen zusagenden Staat ein Asylgesuch ein- ist es den zuständigen kantonalen Behörden nicht möglich
reichen. Beunruhigend ist dabei vor allem, dass auf diesem festzustellen, ob ein abgelehnter Asylbewerber die Schweiz
Wege die ausländerpolitischen Zielsetzungen und deren wirklich verlassen hat oder ob er sich immer noch in unserem
Umsetzung in der Einwanderungsgesetzgebung unterlaufen Land, -allenfalls in einem anderen Kanton, aufhält. Noch im
werden. Gemessen an der jährlichen Zahl bewilligter Ein- Juni dieses Jahres trifft sich die bundesrätliche Asyldelegation
wanderungen machen heute Asylsuchende allein rund einen mit einer Delegation des gemeinsamen Ausschusses der kan-
Viertel aus. tonalen Justiz- und Polizeidirektoren und der Fürsorgedirekto-
Im zeitraubenden, arbeits- und personalintensiven Asylverfah- ren, um die dringenden Probleme im Asylbereich zu bespre-
ren können dabei nur wenige die behauptete Flüchtlingsei- chen. Gegenstand der Beratungen ist auch die Durchsetzung
genschaft glaubhaft machen oder wenigstens eine besondere der rechtskräftigen Entscheide.
Schutzbedürftigkeit nachweisen. In vielen Fällen muss 3. Die vorstehenden Ueberlegungen zeigen auf, dass von ei-
schliesslich aus humanitärten Gründen auf den Vollzug einer ner «kalten» Gesetzesrevision, insbesondere auf Verord-
Entfernungsmassnahme verzichtet werden. Auf diese Um- nungsstufe oder in der Gesetzesanwendung, nicht gespro-
stände haben sowohl die GPK in ihrem Bericht an die Bundes- chen werden kann. Praxis und Politik der Bundesbehörden
versammlung im Juni 1987 als auch die Petitions- und Ge- orientieren sich am gesetzgeberischen Willen und den inter-
währleistungskommission im Bericht vom 13. Januar 1989 nationalen Verpflichtungen der Schweiz. Dies verhindert je-
hingewiesen, in denen sie eine klare Differenzierung zwischen doch nicht, dass das Asylgesetz zunehmend zu Einwande-
Asyl- und Wegweisungsverfahren fordern. In der Tat bedeutet rungszwecken in Anspruch genommen wird. Die daraus ent-
ein negativer Asylentscheid nicht stets eine mangelnde Flücht- stehenden Vollzugsschwierigkeiten führen zu Kritik an Teilen
lingseigenschaft und auch nicht, dass eine angeordnete Weg- der Asylpolitik und zu kontroversen Meinungsäusserungen
weisung in jedem Fall vollziehbar wäre. Zwar ist dem Interpel- über deren künftige Ausgestaltung. In dieser Situation hat der
lanten durchaus zuzustimmen, wenn er darauf hinweist, dass Bundesrat das Eidgenössische Justiz- und Polizeideparte-
sich nur aus Artikel 33 der Genfer Flüchtlingskonvention und ment beauftragt, zum kürzlich vorgelegten Bericht einer inter-
Artikel 3 EMRK völkerrechtliche Verpflichtungen für die departementalen Arbeitsgruppe über die Flüchtlings- und
Schweiz ergeben. Darüber hinaus sind weitere humanitäre Asylpolitik der neunziger Jahre ein breit abgestütztes Ver-
Interpellation Carobbio 1210 N 23 juin 1989
nehmlassungsverfahren durchzuführen. Dessen Ergebnis gesetzt worden sind, als der Hypothekarzins gesenkt wurde,
wird massgeblich zum Entscheid über die in Zukunft zu tref- und zudem in den letzten Jahren bereits mehrere Male erhöht
fenden Massnahmen im Asylbereich beitragen. Im heutigen worden sind.
Zeitpunkt steht lediglich fest, dass auf jeden Fall Vorkehren in- 4. Was gedenkt der Bundesrat zu unternehmen, um zu verhin-
nerhalb der geltenden gesetzlichen Ordnung zur schnelleren dern, dass der Hypothekarzinssatz im Herbst ein weiteres Mal
Behandlung der anstehenden Gesuche und zur Durchset- erhöht wird?
zung der gefällten Entscheide getroffen werden müssen. Auf
internationaler Ebene sind insbesondere die Harmonisie- Testo dell'interpellanza del 31 gennaio 1989
rungsbestrebungen zwischen den europäischen Aufnahme- La decisione dell'Unione di Banche Svizzere, seguita poi da al-
ländern zu unterstützen und entsprechende Vereinbarungen tre banche, di aumentare il tasso ipotecario dello 0,5 per cento
in Kraft zu setzen. - subito per le nuove ipoteche, dal primo maggio per le vec-
chie - risolleva il problema delle conseguenze di tali decisioni
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- prese dalle banche al di fuori di qualsiasi possibilità di con-
rates nicht befriedigt. Er beantragt Diskussion. trollo pubblico. Stupisce l'importanza dell'aumento e la sua ra-
pidità, nonché l'ammissione che l'aumento annunciato po-
Abstimmung - Vote trebbe essere seguito in autunno da un altro. Meraviglia inoltre
il fatto che, a differenza di quanto awenuto in passato, anziché
Für den Antrag auf Diskussion 22 Stimmen da una banca cantonale specialmente attiva nel settore delle
Dagegen 41 Stimmen ipoteche, l'iniziativa di aumentare il tasso ipotecario venga da
una delle grandi banche.
Ma a parte questo, preoccupano le possibili conseguenze
della decisione sugli affitti e sull'indice del costo della vita. In
particolare la decisione potrebbe provocare nuovi aumenti di
#ST# 89.308 affitto, fino al 7 per cento in base alle disposizioni in vigore del-
l'Ordinanza sulle misure contro gli abusi nel settore locativo.
Interpellation Carobbio I sottoscritti, preso atto della dichiarazione del Consiglio fede-
Hypothekarzinssatz. Erneute Erhöhung rale secondo la quale l'aumento del tasso ipotecario sarebbe
Interpellanza Carobbio ingiustificato e dell'invito alle banche alla moderazione, chie-
dono:
Tasso ipotecario. Nuovi aumenti
I.Come giudica il Consiglio federale il fatto che sia una
Interpellation Carobbio grande banca come l'UBS a prendere l'iniziativa di aumentare
Nouvelle hausse des taux hypothécaires per prima il tasso ipotecario dello 0,5 per cento?
2. Come, concretamente, ritiene di intervenire, direttamente o
indirettamente, per ottenere che l'annunciato aumento del
tasso ipotecario non si ripercuota sugli affitti?
3. Se non pensa a questo scopo, ad esempio, di esaminare la
Wortlaut der Interpellation vom 31. Januar 1989 possibilità di sospendere le disposizioni dell'ordinanza che
Die Schweizerische Bankgesellschaft hat beschlossen, den permettono per ogni quarto di aumento del tasso ipotecario di
Hypothekarzinssatz für neue Hypotheken sofort und für alte aumentare del 3,5 per cento gli affitti (art. 9, cpv. 3, lett. b del-
auf den 1. Mai um ein halbes Prozent zu erhöhen; andere Ban- l'Ordinanza del 10.7.1972). Questo in considerazione del fatto
ken sind diesem Beschluss gefolgt. Diese Erhöhung wirft ein- che gli affitti non sono diminuiti quando il tasso ipotecario è di-
mal mehr das Problem der Auswirkungen solcher Entscheide minuito e del fatto che in questi anni le pigioni hanno già subito
auf. Diese werden von den Banken gefällt, ohne dass eine diversi rialzi.
Möglichkeit der öffentlichen Kontrolle bestünde. DasAusmass 4. Cosa intende fare per evitare in autunno altri aumenti del
der Erhöhung und die Schnelligkeit, mit welcher der Be- tasso ipotecario?
schluss gefasst wurde, befremden; desgleichen das Einge-
ständnis, der angekündigten Erhöhung könnte im Herbst eine Texte de l'interpellation du 31 janvier 1989
zweite folgen. Es erstaunt auch die Tatsache, dass die Initia- La décision de l'Union de Banques Suisses, imitée ensuite par
tive zur Erhöhung des Hypothekarzinssatzes nicht wie früher d'autres établissements, de majorer de 0,5 pour cent les taux
von einer im Hypothekengeschäft besonders aktiven Kanto- hypothécaires - avec effet immédiat pour les nouvelles hy-
nalbank ausgegangen ist, sondern von einer Grossbank. pothèques, à partir du premier mai pour les anciennes -
Abgesehen davon geben die Auswirkungen, die dieser Be- soulève à nouveau le problème des conséquences qu'entraî-
schluss auf die Mieten und den Lebenskostenindex haben nent de telles décisions, prises par les banques sans aucune
kann, zu Besorgnis Anlass. Insbesondere könnte der Be- possibilité de contrôle pour les pouvoirs publics. On s'étonne
schluss erneute Mietzinserhöhungen verursachen, die nach de l'importance de l'augmentation et de la rapidité avec la-
den Bestimmungen der Verordnung über Massnahmen ge- quelle elle a été décidée, et l'on craint que la majoration an-
gen Missbräuche im Mietwesen bis zu 7 Prozent betragen noncée ne soit suivie d'une autre en automne. Il est d'autre
können. part curieux de constater qu'à la différence de ce qui s'est
Die Unterzeichneten haben von der Erklärung des Bundes- passé précédemment, l'initiative en question vient non pas
rates, wonach die Erhöhung des Hypothekarzinssatzes nicht d'une banque cantonale particulièrement active dans ce sec-
gerechtfertigt ist, und von seiner Einladung an die Banken, teur, mais de l'une des grandes banques.
Mass zu halten, Kenntnis genommen. Sie fragen den Bundes- De plus, les effets possibles de la décision sur les loyers et l'in-
rat: dice du coût de la vie sont une source de préoccupations. Cela
1. Was meint er zum Umstand, dass eine Grossbank wie die pourrait se traduire par de nouvelles augmentations de loyer,
SBG die Initiative ergriff und als erste Bank den Hypothekar- jusqu'à 7 pour cent selon les dispositions en vigueur de l'or-
zinssatz um ein halbes Prozent erhöhte? donnance concernant des mesures contre les abus dans le
2. Wie gedenkt er, direkt oder indirekt zu intervenieren, um zu secteur locatif.
verhindern, dass die angekündigte Erhöhung des Hypothe- Ayant pris acte de la déclaration du Conseil fédéral selon la-
karzinssatzes auf die Mietpreise überwälzt wird? quelle l'augmentation des taux hypothécaires serait injustifiée
3. Will er zu diesem Zweck nicht beispielsweise prüfen, ob die et de l'invitation à la modération adressée aux banques, les
Bestimmungen der Verordnung vom 10. Juli 1972 aufgeho- soussignés posent les questions suivantes:
ben werden könnten, wonach jedes Viertelprozent, um das 1. Que pense le Conseil fédéral du fait que ce soit une grande
der Hypothekarzinssatz erhöht wird, zu einer Mietzinserhö- banque comme l'UBS qui ait pris l'initiative d'augmenter la
hung von 3,5 Prozent berechtigt (Art. 9 Abs. 3 Bst. b)? Es gilt première les taux hypothécaires de 0,5 pour cent?
nämlich zu berücksichtigen, dass die Mietzinse nicht herab- 2. Comment a-t-il l'intention d'intervenir, directement ou indi-
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Bonny Asylpolitik. Kalte Gesetzesrevision
Interpellation Bonny Loi sur l'asile. Difficultés d'application
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
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Jahr 1989
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Anno
Band III
Volume
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Session Sommersession
Session Session d'été
Sessione Sessione estiva
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 89.415
Numéro d'objet
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Datum 23.06.1989 - 08:00
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