Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 89-336 KI-generiert

Swiss Companies and Chemical Weapons Factory Construction

Geschäftsnummer VPB 89-336
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The court considered whether Swiss companies' involvement in building a chemical weapons factory in Libya violated export laws and principles of international responsibility. The court found that while some Swiss companies supplied chemicals not classified as war material, and their involvement in constructing the facility was confirmed, no violation of the War Material Act occurred. The court acknowledged the danger of chemical weapons proliferation and affirmed Switzerland's commitment to international efforts to curb it, noting that regulations were already in place for exporting certain dual-use chemicals.

Legislator-Regeste

KI-generiert

Swiss Companies and Chemical Weapons Factory Construction: informiert in allgemeiner und objektiver Weise über die nach neering de l'Irakien Ischan Barbuti, à Francfort.

Schlagwörter

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C-Waffen Bauunternehmen Waffengesetz völkerrechtliche Verantwortlichkeit Chemikalien und chemische Erzeugnisse Herstellen von Betäubungsmitteln
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Volltext

Interpellation Sager 1760 N 6 octobre 1989

1. N'est-il pas d'avis que la brochure contenant les explica- #ST# 89.336

tions du Conseil fédéral et dans laquelle les autorités qui s'op-

posent à l'initiative peuvent exposer leur point de vue est une

information suffisante, de sorte qu'il n'appartient en aucun cas

Interpellation Sager

à l'armée (directement touchée) d'intervenir? Produktion von chemischen Waffen

2. Est-il disposé à garantir, dans le cadre de la propagande, le in Libyen.

principe de la neutralité de l'armée, principe que le chef du Beteiligung von Schweizer Firmen

DMF avait promis de faire respecter, mais qui n'est pas ap-

pliqué? Fabrication d'armes chimiques

3. Est-il disposé à donner l'ordre au DMF d'interdire la projec- en Libye.

tion de ce diaporama avant la votation? Participation d'entreprises suisses

4. Ne pense-t-il pas que dans le cas où la propagande directe

ou indirecte lors des cours de troupe continuerait, il convien-

drait de donner la parole aux défenseurs de l'initiative (présen-

tation d'un film exposant leur point de vue, participation à des

débats contradictoires)? Wortlaut der Interpellation vom 28. Februar 1989

5. N'est-il pas d'avis que les activités de l'armée susmention- Vor einigen Wochen wurde bekannt, dass Libyen in Rabta eine

nées influencent le résultat d'une votation populaire et sont Fabrik für chemische Waffen errichtet hat und bei deren Bau

donc contraires à la constitution? auch westliche Firmen mitbeteiligt waren. Neben westdeut-

schen war dabei auch die Rede von solchen in der Schweiz.

Mitunterzeichner- Cosignataire: Keine - Aucun So sollen in diesem Zusammenhang auch die Büroräume der

Firma IBI AG in Zug und Zürich, offenbar zur IBI-Engineering

Schriftliche Begründung - Développement par écrit des Irakers Ischan Barbuti in Frankfurt gehörend, durchsucht

Die Urheberin verzichtet auf eine Begründung und wünscht worden sein.

eine schriftliche Antwort. In diesem Zusammenhang frage ich den Bundesrat an:

1. Trifft es zu, dass in der Schweiz Firmen an Bau oder Aus-

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates rüstung einer Chemiewaffenfabrik in Libyen beteiligt waren?

vom 23. August 1989 2. Falls die Behauptungen zutreffen, ist der Bundesrat nicht

Rapport écrit du Conseil fédéral du 23 août 1989 auch der Ansicht, dass die Beteiligung von schweizerischen

EMD und Armee werden bekanntlich nicht in den Abstim- Firmen am Bau von Waffenfabriken im Ausland allenfalls ge-

mungskampf für eine Schweiz ohne Armee eingreifen. Wei- gen das Verbot der Ausfuhr von Kriegsmaterial in Krisenge-

sungen sind erlassen worden, wonach im Truppenbereich we- biete verstösst?

der Abstimmungsempfehlungen gegeben noch politische 3. Teilt der Bundesrat die Ansicht, dass Libyen zu denjenigen

Auseinandersetzungen geduldet werden. Staaten gehört, die aktiv den internationalen Terrorismus un-

Seit jeher fordert das Dienstreglement die Kommandanten terstützen, und dass es politisch nicht zu verantworten ist,

aber auf, ihre Untergebenen während Ausbildungsdiensten dazu beizutragen, dass einem solchen Staat ermöglicht wird,

über Notwendigkeit, Zweck und Eigenart der militärischen international verpönte Waffen herzustellen?

Landesverteidigung zu informieren. Zur Erfüllung dieses Infor-

mationsauftrages steht der Truppeninformationsdienst zur Texte de l'interpellation du 28 février 1989

Verfügung. Gemäss Verordnung vom 15. Dezember 1977 ob- On apprenait il y a quelques semaines que la Libye avait érigé

liegt ihm «die Bearbeitung und Bereitstellung von Unterlagen une usine d'armes chimiques à Rabta avec la participation de

für die Information über militärische und sicherheitspolitische firmes occidentales, notamment allemandes. On a également

Fragen». Diesem Ziel dient auch die der Truppe im Rahmen évoqué à ce propos le nom de sociétés en Suisse. Ainsi on au-

des vorgegebenen Jahresthemas 1989/1990 «Vertrauen in un- rait perquisitionné dans les bureaux de IBI SA à Zoug et Zu-

sere Milizarmee» zur Verfügung gestellte Tonbildschau. Diese rich, qui appartiennent manifestement à l'entreprise IBI Engi-

informiert in allgemeiner und objektiver Weise über die nach neering de l'Irakien Ischan Barbuti, à Francfort.

wie vor gültige Sicherheitspolitik unseres Landes. Sie dauert Ceci m'amène à poser au Conseil fédéral les questions sui-

übrigens 19 und nicht 40 Minuten und nimmt keinen Bezug auf vantes:

die Initiative. Von einer verfassungswidrigen Beeinflussung ei- 1. Est-il exact que des firmes en Suisse ont participé à la cons-

ner Volksabstimmung kann keine Rede sein. truction ou à l'équipement d'une fabrique d'armes chimiques

Gerade weil in der Truppe keine politische Auseinanderset- en Libye?

zung für oder gegen die Initiative stattfinden soll, fallen die vor- 2. Si oui, le Conseil fédéral ne juge-t-il pas qu'une telle partici-

geschlagenen kontradiktorischen Veranstaltungen mit Befür- pation pourrait violer l'interdiction d'exporter du matériel de

wortern der Initiative ausser Betracht. Dagegen wird in den Ab- guerre dans des zones en crise?

stimmungserläuterungen der befürwortende Standpunkt der 3. Le gouvernement partage-t-il l'avis selon lequel la Lybie fait

Initianten übernommen. partie des pays soutenant activement le terrorisme internatio-

nal et qu'il est politiquement irresponsable d'aider un tel pays

Präsident: Die Interpellantin ist von der Antwort des Bundes- à fabriquer des armes que réprouve la communauté internatio-

rates nicht befriedigt. nale?

Mitunterzeichner- Cosignataires: Allenspach, Aubry, Dietrich,

Fischer-Sursee, Hänggi, Hari, Neuenschwander, Portmann,

Seiler Hanspeter, Zölch (10)

Schriftliche Begründung - Développement par écrit

Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht

eine schriftliche Antwort.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates

vom 18. September 1989

Rapport écrit du Conseil fédéral du 18 septembre 1989

1. Das von der Bundesanwaltschaft im Zusammenhang mit

der Errichtung einer Chemiefabrik in Libyen wegen des Ver-

dachts der unerlaubten Ausfuhr von zur Herstellung chemi-

scher Kampfstoffe geeigneten chemischen Substanzen

6. Oktober 1989 1761 Interpellation Nabholz

durchgeführte gerichtspolizeiliche Ermittlungsverfahren er- ziationspflicht verbunden sind, namentlich wenn es um Magi-

gab keinen Verstoss gegen das Kriegsmaterialgesetz durch in stratspersonen geht?

der Schweiz niedergelassene Firmen.

An der Organisation der Beschaffung von Ausrüstungsgegen- Texfe de l'interpellation du 14 mars 1989

ständen und an der Finanzierung der Chemiefabrik waren ver- Dans le résumé, publié le 6 mars 1989, du rapport de l'ancien

schiedene Firmen in der Schweiz beteiligt. président du Tribunal fédéral A. Haefliger relatif à l'enquête ad-

Zudem wurde festgestellt, dass eine nicht der Bewilligung zur ministrative au DFJP, on voit apparaître le concept d'un soi-

Ausfuhr unterliegende, aus der Schweiz gelieferte Chemikalie disant devoir de dénonciation imposé aux fonctionnaires.

in einem Fall durch eine ausländische Firma nach Libyen wei- Outre son caractère fort problématique, en ce qu'il évoque des

tergeleitet worden ist. régimes totalitaires, ce concept entraîne une insécurité dans et

2. Aufgrund der heute geltenden Gesetzgebung werden die hors de l'administration. De plus, un tel devoir de dénonciation

Anlagen, die für die Produktion von chemischen Waffen ver- n'est pas ancré explicitement dans la législation concernant

wendet werden können, nicht als Kriegsmaterial betrachtet. Es les fonctionnaires et ne s'appuie manifestement sur aucune

ist ausserdem zweifelhaft, ob sich solche Anlagen von Einrich- règle particulière ou pratique établie. Enfin, la mention d'une

tungen unterscheiden lassen, die für die Fabrikation von zivi- telle obligation pourrait se heurter à d'autres devoirs des fonc-

len chemischen Produkten bestimmt sind. Der Bundesrat hat tionnaires, notamment la loyauté et le secret.

indes eine interdépartementale Arbeitsgruppe beauftragt zu J'invite dès lors le Conseil fédéral à répondre aux questions

prüfen, ob es technisch und rechtlich notwendig und möglich suivantes:

ist, die Ausfuhr solcher Anlagen einer Kontrolle zu unterstel- a. Quelle est sa position de principe vis-à-vis d'un soi-disant

len. devoir de dénonciation?

3. Der Bundesrat ist sich der Gefahren einer Verbreitung von b. Sur quels principes juridiques ce devoir repose-t-il?

chemischen Waffen bewusst, wer auch immer sie besitzt. Er c. Comment est-il conciliable avec les autres devoirs des fonc-

hat die Absicht, sich eng an die internationalen Bemühungen tionnaires selon les articles 21 ss. du Statut des fonctionnai-

zu ihrer Eindämmung anzuschliessen. In diesem Sinne be- res, notamment les obligations de loyauté et de secret?

fand sich die Schweiz unter den ersten Ländern, die eine Be- d. Des directives administratives internes existent-elles, ou

willigungspflicht für die Ausfuhr von gewissen chemischen chaque fonctionnaire apprécie-t-il librement les circonstances

Substanzen einführten, welche gewöhnlich für die Fabrikation qui pourraient lui imposer un devoir de dénonciation?

von Insektiziden, Farbstoffen und Plastik verwendet werden, e. Quel est l'avis du Conseil fédéral sur les problèmes de politi-

aber auch der Herstellung von Kampfstoffen dienen können. que générale que poserait une confirmation du devoir de

dénonciation - et les conséquences qu'elle entraînerait -, no-

Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- tamment en ce qui concerne les magistrats.

rates befriedigt.

Mitunterzeichner - Cosignataires: Allenspach, Auer, Büttiker,

Cavadini, Couchepin, EppenbergerSusi, Früh, Loretan, Müh-

lemann, Müller-Meilen, Scheidegger, Schule, Spalti, Stucky,

Wanner (15)

#ST# 89.384

Schriftliche Begründung - Développement par écrit

Interpellation Nabholz Die Urheberin verzichtet auf eine Begründung und wünscht

Denunziationspflicht von Beamten eine schriftliche Antwort.

Statut des fonctionnaires. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates

Devoir de dénonciation vom 19. Juni 1989

Rapport écrit du Conseil fédéral du 19 juin 1989

Der Bundesrat teilt die Skepsis gegen eine «sogenannte De-

nunziationspflicht», die aus der Fragestellung von Frau Nab-

holz hervorgeht. Es handelt sich in der Tat um einen Begriff,

Wortlaut der Interpellation vom 14. März 1989 der von alt Bundesgerichtspräsident Haefliger als prägnante

In der veröffentlichten Zusammenfassung des Berichtes von Kurzform verwendet wird, der aber schon mit dem Zusatz «so-

alt Bundesgerichtspräsident Prof. Dr. A. Haefliger vom 6. März genannt» deutlich macht, dass nicht die abwertende An-

1989 betreffend Administrativuntersuchung im EJPD taucht schwärzung oder Bespitzelung gemeint ist. Professor Eichen-

der Begriff einer sogenannten Denunziationspflicht der Beam- berger spricht denn auch genauer von der «Pflicht zur Mittei-

ten auf. Abgesehen davon, dass der Begriff an sich schon lung an eine vorgesetzte Behörde».

höchst problematisch ist, weil er Assoziationen zu totalitären a. Grundsätzlich ist der Bundesrat der Auffassung, dass es

Regimes weckt, ist er auch geeignet, Verunsicherung inner- eine allgemeine Pflicht der Verwaltung ist, Mängel und Miss-

halb und ausserhalb der Verwaltung aufkommen zu lassen. stände im eigenen Arbeitsbereich zu verhindern oder zu behe-

Kommt hinzu, dass eine sogenannte Denunziationspflicht im ben. Stellt ein Beamter fest, dass er wegen Fehlern in der Or-

Beamtenrecht nicht explizit verankert ist und dazu offenbar ganisation oder anderer Personen seine Aufgaben nicht rich-

weder besondere Regeln noch eine feststehende Praxis exi- tig und effizient erledigen kann, muss er dies seinen Vorge-

stieren. Die Stipulierung einer solchen Pflicht könnte ausser- setzten zur Kenntnis bringen. Handelt es sich um Fehler aus-

dem mit ändern Beamtenpflichten, namentlich der Loyalitäts- serhalb seiner eigenen Aufgaben, kann er dies den zuständi-

pflicht und der Pflicht zur Verschwiegenheit, kollidieren. gen Vorgesetzten anzeigen, wenn er es im Interesse des be-

Ich frage den Bundesrat deshalb an: rührten Rechtsgutes als notwendig erachtet; eine Rechts-

a. Wie stellt er sich grundsätzlich zur Frage der sogenannten pflicht besteht nur, wenn sie gesetzlich vorgesehen ist.

Denunziationspflicht? In den meisten Fällen wird der Angesprochene das Notwen-

b. Auf welchen gesetzlichen Grundlagen lässt sich diese dige unternehmen, um die Mängel zu beheben. Unterbleibt

rechtlich abstützen? die Korrektur, kann der Beamte an die nächsthöhere Stelle ge-

c. Wie lässt sie sich milden übrigen Beamten pflichten gemäss langen. Dies muss auch dann erlaubt sein, wenn die Bean-

Artikel 21 ff. Beamtengesetz, namentlich der Loyalitätspflicht standung den eigenen Vorgesetzten betrifft. Denn bei der Er-

und der Pflicht zur Amtsverschwiegenheit, vereinbaren? füllung seiner Dienstpflicht und seiner Treuepflicht ist der Be-

d. Bestehen verwaltungsinterne Richtlinien, oder wird die Be- amte primär dem Bund verantwortlich, erst in zweiter Linie

urteilung, wann eine Denunziationspflicht gegeben ist, dem dem direkten Vorgesetzten. Die Mängelmeldung ist vorerst

Ermessen des einzelnen Beamten überlassen? ausschliesslich innerhalb des Exekutivbereichs zu erstatten.

e. Wie beurteilt der Bundesrat die staatspolitischen Probleme Wird sie nicht entgegengenommen, könnte sich der Beamte

respektive Konsequenzen, die mit der Bejahung einer Denun- nach Ablehnung der Meldung durch den Departementsvor-

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Interpellation Sager Produktion von chemischen Waffen in Libyen. Beteiligung von

Schweizer Firmen

Interpellation Sager Fabrication d'armes chimiques en Libye. Participation d'entreprises

suisses

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1989

Année

Anno

Band IV

Volume

Volume

Session Herbstsession

Session Session d'automne

Sessione Sessione autunnale

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 16

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 89.336

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 06.10.1989 - 08:00

Date

Data

Seite 1760-1761

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