Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 89-067 KI-generiert

Parliamentary Debate on Human Reproduction and Genetic Manipulation Initiative

Geschäftsnummer VPB 89-067
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang struck_off

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

This parliamentary debate concerns a popular initiative against abuses in human reproduction and genetic manipulation. The discussion highlights differing views on the necessity and scope of constitutional regulations for these technologies. Some speakers advocate for strict prohibitions, emphasizing the dignity of life and potential unforeseen consequences, while others argue for carefully regulated progress, focusing on the benefits for infertile couples and the potential to combat diseases. Key points of contention include *in vitro* fertilization, embryo research, and the broader implications of genetic manipulation on human life and societal values.

Legislator-Regeste

KI-generiert

Art. 24octies, Art. 64 LTF, Art. 66 al. 1 LTF; Parliamentary Debate on Human Reproduction and Genetic Manipulation Initiative: The discussion highlights differing views on the necessity and scope of constitutional regulations for these technologies. Some speakers advocate for strict prohibitions, emphasizing the dignity of life and potential unforeseen consequences, while others argue for carefully regulated progress, focusing on the benefits for infertile couples and the potential to combat diseases. Key points of contention include *in vitro* fertilization, embryo research, and the broader implications of genetic manipulation on human life and societal values.

Schlagwörter

KI-generiert
parlamentarische Initiative Würde des Menschen Genom In-vitro-Befruchtung Vervielfältigungsrecht indizierte Abtreibung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert
Art. 24octies
Cited in relation to the regulation of reproductive and genetic technology.
Art. 64 LTF
Cited for legal aid provisions.
Art. 66 al. 1 LTF
Cited for cost provisions.
KI-generiert

Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
Art. 24octies

Cited in relation to the regulation of reproductive and genetic technology.

Art. 64 LTF

Cited for legal aid provisions.

Art. 66 al. 1 LTF

Cited for cost provisions.

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Volltext

Manipulation génétique. Initiative populaire 588 N 19 mars 1991

M. Cavadini, rapporteur: Après les indications supplémentai- sächlich wurde in unserer Bundesverfassung 1973 ein richtig

res de M. Stich, et en accord avec Mme Segmüller qui avait veraltet fortschrittsgläubiger Artikel 27sexies aufgenommen,

présenté ce postulat en commission, le président nous com- der den Bund verpflichtet, die Forschung an sich und unbese-

munique que ledit postulat retourne à la commission qui devra hen zu fördern, zu koordinieren und zu bezahlen, ohne jede

l'examiner à nouveau, en fonction des dernières informations Einschränkung. In diesem Forschungsselbstbedienungsla-

reçues. den sind nun Pflanzen, Tiere und Menschen mit ihrem Wesen

und ihrer spezifischen Eigenart der Gentechnologie ausgelie-

Zurückgezogen - Retiré fert. Gentechnologische Forschung ist immer und ausnahms-

los angewandte Forschung, research by processus. Diese

Forschung ist gewaltig kostspielig und darauf angewiesen,

Präsident: Ich habe Ihnen eine Mitteilung zu machen: Alle die dafür eingesetzten Gelder wieder einzufahren, Förderung

Fraktionssprecher der Kommission Datenschutz haben mir durch den Bund hin oder her. Das ist bekanntermassen am

mitgeteilt, dass sie das Datenschutzgesetz in die Kommission einfachsten durch die Patentierung «genmanipulierter Erfin-

zurücknehmen und das Geschäft erst nach weiteren Kommis- dungen» zu bewerkstelligen. Das will die Kommissionsmin-

sionssitzungen im Juni hier behandeln lassen möchten. Nach- derheit mit einem eigenen Verfassungsartikel zum extrahuma-

dem die Kommission dieses Geschäft nochmals überarbeiten nen Bereich verhindern.

will, beantrage ich Ihnen, dieses Geschäft von der jetzigen Auch der Antrag von Herrn William Wyss geht mindestens in

Sessionsliste zu streichen. - Sie sind damit einverstanden. diese Richtung; ich habe vorhin festgestellt, dass noch weitere

Anträge in diesem Sinne aufgetaucht sind. Alles andere sind

meiner Meinung nach nichts als fromme Wünsche, besonders

solange nur vage Missbräuche entlang Undefinierter ethischer

Leitplanken geahndet werden sollen.

#ST# 89.067 Haben Sie sich schon einmal überlegt, was die Würde der

Tiere und die Würde der Menschen in unserer heutigen Gesell-

Gegen Missbräuche schaft eigentlich noch wert sind? Beim Tierschutzgesetz ha-

der Fortpflanzungs- und Gentechnologie ben wir es übrigens vor kurzem gerade erlebt, dass solche

beim Menschen. Volksinitiative ethische Leitplanken schon in den Räten keine Chance erhiel-

ten und jegliche Kontrollmechanismen, zum Beispiel durch

Contre l'application abusive die Verbandsbeschwerde, schlicht Fata Morgana geblieben

des techniques de reproduction sind.

et de manipulation génétique Wenn also schon kein Grundsatz zu den Grenzen der gewinn-

à l'espèce humaine. Initiative populaire trächtigen Gentechnik in die Verfassung zu schreiben möglich

ist, so braucht es auch für den extrahumanen Bereich nähere

Fortsetzung - Suite und ganz konzise Bestimmungen. Wir werden bei der Detail-

beratung darauf zurückkommmen.

Siehe Seite 556 hiervor - Voir page 556 ci-devant

Weder-Basel: Im Hinblick auf die eidgenössische Volksab-

stimmung zur «Beobachter-Initiative und den von uns zu ge-

staltenden Gegenvorschlag sollten die Erfahrungen aus den

Frau Bäumlin: Eintreten oder nicht? Das ist hier nicht die Kantonen, die sich mit diesem Thema schon eingehend aus-

Frage. Die Frage ist vielmehr, wie und wo wir in dieser schwie- einandergesetzt haben, klugerweise mitberücksichti'gt wer-

rigen Problematik und Gesetzgebung die Schwerpunkte set- den.

zen. Weil wir als Gesetzgeber in Sachen Fortpflanzungs- und Als Basler darf und muss ich Ihnen zwar nicht mehr die überra-

Gentechnologie eine so grosse Verantwortung tragen, habe schend hohe Annahme - 30 000 Ja zu 18 000 Nein - des ein-

ich in der Kommission einen alternativen Vorschlag für den schränkenden Reprogesetzes bekanntgeben, das wir Ihnen ja

Absatz 1 des neuen Verfassungsartikels eingebracht. Er lau- auf den Tisch des Hauses gelegt haben. Dieses Gesetz wurde

tete: «Das Erb- und Keimgut der Lebewesen ist unantastbar.» also von den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern mit

Damit wäre der Grundsatz auf Verfassungsstufe formuliert ge- 62,5 Prozent Jastimmen gutgeheissen.

wesen. Wo sich die Bevölkerung zu diesen Fragen in einem sauberen,

Aber Bundesrat, Ständerat und unsere Kommission schreiben demokratischen Meinungsbildungsprozess auseinanderset-

nur einen Schutz vor Missbrauch dieser Spitzentechniken fest. zen kann, wird sie je länger, je mehr einer euphorischen Ent-

Das ist sehr wahrscheinlich der «Beobachter-Initiative nach- wicklung auf diesem Gebiet Halt gebieten.

empfunden. Ich bedaure das sehr. Dass dieser Schutz näm- «Bewahrung der Schöpfung», ein Hauptanliegen der europäi-

lich nicht genügt, ersehen Sie aus dem Vorschlag für den Ab- schen Kirchenversammlung vom Mai 1989, ist kein hohles

satz 2, den die Kommission auf die Fahne geschrieben hat Schlagwort geblieben, sondern von breiten Kreisen des Vol-

und in welchem für den Humanbereich noch klare Grenzmar- kes als Aufgabe und Auftrag an die Politiker delegiert worden,

ken nachgeliefert werden mussten. Diese Marken hätten in in der Meinung, dass durch einschränkende Gesetze dem

meinem Vorschlag eine Konkretisierung bedeutet, die auch Wildwuchs einer uferlosen Experimentier- und Forschersucht

auf Gesetzesstufe regelbar gewesen wäre. Ich stelle meinen Schranken zu setzen sind. Anders kann das Ergebnis der Bas-

Antrag jetzt nicht mehr, er ist ohnehin chancenlos. Aber meine ler Abstimmung nicht interpretiert werden.

Meinung zu dieser Art von Missbrauchsgesetzgebung erspare Zwar hatten die Gegner des Basler Gesetzes mit harten Vor-

ich Ihnen nicht. Sie sollen wissen, was Sie damit anstellen. würfen an die Befürworter nicht gespart: Der Abstimmungsslo-

Ein Misstrauensverfassungsartikel macht es nämlich leicht, gan «Schutz vor Manipulation» sei irreführend. Das Plakat mit

selbst massive und irreversible Eingriffe in die Bausätze der einem Bild eines Fötus im Glas treffe nicht den Kern des Geset-

Lebewesen, die sich in Jahrmillionen entwickelt haben, zu zes usw. Aber die Stimmbürger hatten sehr wohl zu differen-

rechtfertigen. Es genügen dazu schöne Versprechungen, zieren verstanden und die Wichtigkeit des Urnenganges er-

etwa dass Krankheiten gentechnisch ausgemerzt werden kannt. Anders wäre die für Basler Verhältnisse hohe Stimmbe-

könnten oder die inzwischen verwelkte grüne Revolution aus teiligung nicht zu erklären.

dem Labor auferstehen und den Welthunger endgültig besie- Die Gegner haben allerdings den Stimmbürgerinnen und

gen könnte. Lieber die unerwünschten und unvorhergesehe- Stimmbürgern vorgeworfen, sie hätten die Materie nicht ver-

nen Nebeneffekte, zum Beispiel den Genmüll, schweigt man standen und sich verführen lassen, was einerseits der Mündig-

sich dabei aus wie bei der Atomtechnologie. keit ein schlechtes Zeugnis ausstellt, andererseits auch die

Mein Vorschlag sei mit der Freiheit der Forschung nicht verein- Ueberheblichkeit der sogenannten Wissenschafter manife-

bar, hat Bundesrat Koller mir in der Kommission erklärt. Tat- stiert.

19. März 1991 N 589 Gentechnologie. Volksinitiative

Ich bin überzeugt, dass eine grosse Mehrheit des Volkes jetzt soluzione ultima ed eccezionale, così, come lo propone la mi-

eine Pause in der hektischen Entwicklung auf diesem Gebiet noranza II alla lettera e.

verlangt und die besserwisserischen Eingriffe in die natürli- Con queste considerazioni, vi invito quindi ad entrare in mate-

chen Abläufe der Natur stoppen will. ria e a sostenere il progetto della commissione, integrato dalle

Ehrfurcht vor dem Leben und nicht Korrektur der sogenannten proposizioni delle minoranze II e Ulrich.

unvollkommenen, fehlerhaften Naturabläufe sichert den kom-

menden Generationen den Erhalt der wunderbaren Schöp- Maeder: Als ich vor vielen Jahren erstmals hörte, dass Stu-

fung. Deshalb ist alles zu unternehmen, dass auch kommen- denten der St. Galler Hochschule sich ihr Taschengeld auf-

den Generationen eine natürliche Um- und Mitwelt erhalten bessern, indem sie ihren Samen der gynäkologischen Abtei-

bleiben. lung des Kantonsspitals verkaufen, war ich konsterniert und

Noch ein Wort zur Würde der Kreatur. Meine Vorrednerin, Frau empört.

Ursula Bäumlin, hat schon darauf hingewiesen. Immer mehr Was der deutsche Dichter Erich Kästner in seinen ironischen

Wissenschafter anerkennen, dass die Reduktion von Lebewe- Versen von Professor Bumkes Menschenfabrik visionär vor-

sen auf beliebig verfügbare und manipulierbare Materie ein Irr- aussah, war Wirklichkeit geworden.

weg ist. Der Begriff der Kreatürlichkeit als Lebensfähigkeit, Professor Hallers Menschenfabrik am Kantonsspital St. Gal-

auch in der natürlichen Umgebung, wird der Vision des Bio- len wurde zum erfolgreichen und gut rentierenden Unterneh-

reaktors gegenübergestellt. Also das Tier mit seiner eigenen men, bis der Grosse Rat mit seiner kantonalen Gesetzgebung

geschöpflichen Würde, seiner Individualität, sei dem dahinve- eingriff und den Betrieb so lange zum Erliegen brachte, bis

getierenden Zellhaufen gegenübergestellt, der beliebig ein- das Bundesgericht die sanktgallischen Gesetze für ungültig

und ausgeschaltet werden kann, um Lebensmittel oder Medi- erklärte.

kamente für den Menschen zu produzieren. Die Würde der Hetero-lnsemination, In-vitro-Fertilisation sind die Stichworte

Kreatur ist wie jene des Menschen schützenswert. der modernen Reproduktionstechnologie. Unterschiedliche

Die sogenannte Freiheit der Forschung darf nicht zur Flucht kantonale gesetzliche Regelungen führen bereits heute zu ei-

aus der ethischen und moralischen Verantwortung werden. nem Reproduktionstourismus zwischen den Kantonen. Eine

Ich bitte Sie daher namens unserer Fraktion, die Anträge der schweizerische Regelung, wie sie hier vorgesehen ist, drängt

Minderheit zu unterstützen und ganz besonders die Verbote sich gebieterisch auf.

der In-vitro-Fertilisation und der Fremdkeimzellenspende zu Wenn ich die Botschaft lese und mir den Gesetzesentwurf an-

befürworten. schaue, beschleicht mich das ungute Gefühlt, dass da einige

ganz grundsätzliche Ueberlegungen nie gemacht worden

On. Carobbio: Al di là delle disposizioni formali che alla fine di sind.

questo dibattito adotteremo, il centro della problematica in Obwohl die Gentechnologie vielleicht eine Schlüsseltechnolo-

discussione investe il rapporto tra l'uomo e la procreazione da gie der nächsten Jahrhunderte sein wird, ist ganz klar, dass

un lato e dall'altro il rapporto tra l'uomo e il progresso scienti- die reproduktionstechnologischen Verfahren am Menschen

fico. Due rapporti questi particolarmente delicati per i valori sozial und kulturell tiefgreifender sind.

che mettono in discussione: quelli della vita, dei limiti della ri- Ich hatte gestern Einblick in einen noch unveröffentlichten Be-

cerca e della tecnica e per i possibili e discutibili sviluppi che si richt des St. Galler Soziologen Peter Gross, der die Problema-

possano intrawedere nell'ambito umano, animale, vegetale. tik so treffend darstellt, dass ich Ihnen einige Kernsätze nicht

Tutti aspetti che domandano trasparenza, chiarezza e pru- vorenthalten kann. Gross schreibt u. a.: «Diese Verfahren» -

denza e che non possono - a mio parere - essere ridotti a una gemeint sind Hetero-lnsemination, In-vitro-Fertilisation-«stel-

semplice contrapposizione fra scelta liberale in nome della ri- len eine die Menschen in ihrer ganzen bisherigen Geschichte

cerca scientifica o scelta restrittiva in nome di principi morali. In begleitende zwischenmenschliche Selbstverständlichkeit zur

realtà, se si parte dal presupposto che i metodi di riproduzione Disposition, nämlich dass Frau und Mann nur zusammen Kin-

e la tecnologia genetica concernono tutti e per le lore implica- der haben können. Diesen Aspekt sieht man nicht, oder man

zioni politiche coinvolgono l'intera collettività, allora pare will ihn nicht sehen. Wissenschafter nehmen dazu nicht Stel-

chiaro che è nostro dovere politico definire in un testo legale li- lung. Das evolutionäre Ziel der neuen Techniken ist letztlich

miti e condizioni dello sviluppo di queste tecniche che inve- die Aufhebung der schicksalhaften Arbeitsteilung bei Zeu-

stono l'origine stessa della vita e le norme per un controllo de- gung, Austragung und Geburt des Kindes. Bei den von der

mocratico del loro uso. I fatti in discussione non sono solo Mehrheit akzeptierten Artikeln im Gesetzesentwurf ist die Auf-

delle questioni di ordine giuridico, ma d'equilibrio naturale. lösung der Familie als Lebensgemeinschaft vorprogram-

In questa ottica, una semplice norma di competenza, come al- miert.»

cuni propugnano, non è per niente sufficiente. Occorre - a mio Gross schreibt an einer weiteren Stelle: «Bei den Reprodukti-

parere -fissare, già in sede di articolo costituzionale, principi e onstechniken, in denen anonyme Keimzellen verwendet wer-

norme che dovranno essere alla base dellafutura legislazione, den - gleich ob es sich um Insémination oder In-vitro-Fertilisa-

come tutti sembrano essere d'accordo che occorre adottare. tion handelt-, verschwindet nicht nur die Zeugung, sondern

L'articolo costituzionale, elaborato dalla commissione, soprat- der biologische Vater oder die biologische Mutter im Nebel der

tutto se è integrato dalla proposta della minoranza II all'artico- Anonymität. Damit wird das zweite Band, die Blutsverwandt-

lo 24octìes e dalla proposta di minoranza Ulrich articolo 24no- schaft, nicht nur gelockert, sondern gelöst, zerschnitten. Der

vies, mi sembra - tutto sommato - una soluzione valida ed Familie - so, wie wir sie heute verstehen und kennen - bebt

equilibrata, comunque una soluzione sulla base della quale si der Boden unter den Füssen. Eine der letztverbleibenden Ge-

può costruire una proposta che tenga si conto delle esigenze wissheiten in der Moderne, die Eltern-Kind-Dyade, wird tech-

tecniche e scientifiche, ma soprattutto delle esigenze di difesa nisch torpediert. Das ist der Zusammenhang, von dem wenig

dei valori fondamentali della vita. oder gar nicht die Rede ist.»

Personalmente, mi sembra importante che alcuni principi Ein letztes Zitat: «Viel wichtiger ist es, über die Detailberatung

siano ribaditi precisamente. Il materiale genetico umano non der In-vitro-Fertilisation, Embryonenforschung, Genomana-

deve servire in nessun caso a esperimenti. Vanno assoluta- lyse hinaus in dieser Volksinitiative wirklich das zu diskutieren,

mente esclusi - e quindi prese misure adeguate- rischi e peri- was das Volk betrifft, und das ist die Zukunft der Familie und

coli di manipolazioni genetiche. nicht die Zukunft der Wissenschaft.»

Lo sviluppo delle tecniche di riproduzione non deve portare a Schliessen Sie die Tür für solch fatale Entwicklungen zu!

più controlli e costrizioni nel campo della procreazione. I diritti Stimmen Sie den Minderheitsanträgen zu!

della donna devano essere assolutamente garantiti e rispet-

tati. La produzione vegetale va protetta dai pericoli dell'indu- Baerlocher: Der Nationalrat hat heute die Möglichkeit, mit

strializzazione chimica. konsequenten Beschlüssen einen immens wichtigen Ent-

Quanto alla questione della fecondazione «in vitro», oggetto scheid für die Zukunft zu fällen. Um mit Hans Jonas zu spre-

oggi del principale punto di confronto, sono per una sua deli- chen, «sollte die Gesellschaft die Risiken einer so umwälzen-

mitazione legale, limitando le possibilità di ammetterla come den Technologie, wie es die Gentechnologie ist, entschieden

Manipulation génétique. Initiative populaire 590 N 19 mars 1991

höher bewerten als ihre Chancen». Ich als Basler Vertreter, nos valeurs ne s'accommodent pas de n'importe quel choix

auch als Mitglied der grössrätlichen Kommission, die das in technologique. On peut même dire que l'écart entre science et

der Volksabstimmung vom 2. März angenommene Gesetz conscience est un des grands facteurs de déséquilibre de no-

ausgearbeitet hat, muss die Hoffnung ausdrücken, dass die tre époque. Nous constatons que l'humanité est bien plus

Minderheit der Kommission zur Mehrheit wird. apte à dominer la création que ses propres créatures. Or, la

Die Basler Abstimmung hat eines deutlich gemacht: Trotz ei- technologie - il faut le rappeler - ne doit pas devenir autonome

ner beispiellos emotionalen Kampagne, dem dargelegten par rapport à notre volonté. Elle est le fruit des efforts des hom-

Leid der elternlosen Ehepaare, der Drohung des Bundesge- mes et elle doit, en tout temps, rester maîtrisable, contrôlable

richts hat die Basler Bevölkerung mit deutlicher Mehrheit für par les hommes, autrement dit, placer des garde-fous, orien-

ein Verbot der reproduktionsmedizinischen Techniken ge- ter, affirmer des finalités, c'est ce qui doit être fait face au foi-

stimmt. Ein Fingerzeig - so meine ich - über die Stimmungs- sonnement technologique.

lage in der Bevölkerung. Ce que nous faisons aujourd'hui et ferons demain en légifé-

Ich möchte Ihnen daher zu bedenken geben: Betrachten Sie rant, c'est véritablement au coeur de la fonction normative

diesen Entscheid auch als politisches Signal für Ihren bevor- d'un Parlement. J'ajouterai que, sur le fond, c'est aussi en

stehenden Entscheid! Die Skepsis, die Angst der Bevölkerung plein accord avec les recommandations du Conseil de l'Eu-

gegenüber den Möglichkeiten von Wissenschaft, Technik und rope que nous agissons, de ce Conseil de l'Europe qui a ac-

Medizin sind gross, wie das Nationale Forschungspro- compli un travail de pionnier sur les thèmes de la fécondation

gramm 21 offengelegt hat. Es sei hier auch an die wachsende artificielle et de la biotechnologie, travail trop méconnu et qui

Kritik aus bäuerlichen Kreisen erinnert. mérite d'être souligné.

Ich möchte noch auf einige Punkte eingehen, die für mich in Toutefois, notre législation resterait lacunaire sans le vote

der Diskussion über Fortpflanzungs- und Gentechnologie ent- d'amendements comme ceux de Mme et MM. Ulrich, Zwingli

scheidend sind. Ich begrüsse, dass zuerst der Ständerat und et Nussbaumer, car les risques de dérapages sont bien réels

jetzt auch die Nationalratskommission schon auf Verfassungs- et nous serions de toute manière bien en deçà du vote du peu-

stufe konkreter zu regeln versuchen. In Anbetracht der weit ple bâlois évoqué précédemment. La proposition de

fortgeschrittenen Möglichkeiten der Gentechnologie sollte be- Mme Ulrich vise à réglementer de manière bien plus précise

reits auf Verfassungsstufe nicht nur die Kompetenz zur Rege- que ne le fait celle de la commission les technologies biologi-

lung geschaffen werden. Diese Kompetenz besteht ja be- ques appliquées aux animaux et aux végétaux, soit la manipu-

kanntlich bereits in gewissen Regelungsbereichen. lation des structures intimes de la vie, la prise de commande à

Ein Leitplanken-Verfassungsartikel jedoch ist für mich unge- l'intérieur des cellules, car c'est de cela qu'il s'agit. La leçon

nügend. Die neuen Technologien der Reproduktionsmedizin que nous devonstirer de nos déboires avec la technologie nu-

bergen Gefahren und Risiken, die nicht abzuschätzen sind. cléaire - le nucléaire, c'est en effet la prise de commande sur la

Das Risiko eines Missbrauchs und einer unkontrollierten Ent- matière - c'est qu'il vaut mieux être trop strict que pas assez

wicklung entsteht im Zusammenhang mit der rasanten Ent- lorsqu'on s'attaque à ce type de choses. Cette proposition me

wicklung im Bereich der Gentechnologie immer dadurch, paraît donc un complément indispensable pour que notre légi-

dass keimfähige Eizellen ausserhalb des Körpers der Frau ge- slation soit à la hauteur du défi.

halten und bei der IVF-Methode befruchtet werden können. J'apprécierai les propositions concernant la fécondation in vi-

Der Embryo wird zwangsläufig zum Untersuchungs- und For- tro en fonction aussi de critères d'ordre médical. Je rappellerai

schungsobjekt. Die Technik der künstlichen Befruchtung mit- qu'à entendre les experts la fécondation in vitro connaît un

tels Zeugung und Aufzucht im Reagenzglas ist die Vorausset- taux de succès très bas, 10 à 15 pour cent environ. Nous de-

zung für Eingriffe in die menschliche Erbsubstanz. vons l'évaluer en fonction de l'ensemble des besoins médi-

Seit Jahrzehnten diskutieren Humangenetiker immer wieder caux. Je ne peux m'empêcher de penser que c'est en quelque

die Frage, wie das Erbgut der Menschen verbessert werden sorte une médecine de pays riches par rapport à l'ensemble

kann. Mit der Gentechnologie, die im Bereich der Pflanzen- des problèmes que la médecine devrait aider à résoudre, et je

und Tierwelt bereits in Anwendung ist, stehen der Wissen- vois les priorités dans la lutte contre le sida ou le cancer, ou

schaft die Techniken bereit, um diesen Wunsch realisieren zu dans la prise en charge du vieillissement de la population, plu-

können. Gentechnologische Eingriffe am Menschen, seien tôt que dans l'acharnement à résoudre un problème qui ne

diese diagnostischer oder therapeutischer Art, ergeben Fra- pourra pas l'être pour la majorité des gens concernés.

gen der Abgrenzung zur Eugenik. Neben der pränatalen Dia- Je voterai en tout cas la proposition de M. Zwingli. Quant à

gnostik sind mit gentechnologischen Methoden auch Neuge- celle de M. Seiler, je la suis largement sur le fond, mais il me

borenen-Screening, Diagnosen zu jedem Zeitpunkt des Kin- semble que l'introduire dans la constitution, c'est aller bien

der- und Erwachsenenlebens, beispielsweise das Arbeitneh- loin.

mer-Screening, möglich. Ce ne sont ainsi ni l'euphorie ni le pessimisme qui devraient

Im Zusammenspiel mit der IVF wird die Präimplantationsdia- nous guider, mais la lucidité devant les innovations, soit une

gnostik möglich. Mit diesen Methoden wird auf der einen Seite attitude que je qualifierai de scientifique, mais qui ne serait ni

die Eliminierung unerwünschter Lebensformen, auf der ande- de foi ni de rejet devant la science. C'est la seule attitude qui

ren Seite die Züchtung erwünschter Eigenschaften möglich.. me semble appropriée. Pour ma part, elle me conduit à la plus

Mit anderen Worten: Mit der IVF wird gentechnologischen Ma- grande prudence à l'égard de technologies qui modifient la

nipulationen am Menschen Tür und Tor geöffnet. définition même de la vie.

Daher muss gelten: Kein Griff zur Eizelle, und das heisst: Ver- En conclusion, j'aimerais dire - et j'en arrive à la proposition

bot von IVF und GIFT. Es ist meines Erachtens ein MUSS, dass Nussbaumer-que si nous observons l'origine de ces débats,

auch der extrahumane Bereich geregelt wird. Ueber die Ge- nous constatons que les débats essentiels sur les limites de la

fahren der Gentechnologie bei Tier und Pflanzen bestehen viel technologie et de la science ne viennent pas des institutions,

zuwenig wissenschaftliche Erkenntnisse. Der wirtschaftliche mais de la base, des citoyens. Le débat sur le nucléaire est

Nutzen neuer Technologien und die Eroberung neuer Märkte venu des citoyens, le débat sur la biotechnologie est venu

stehen im Vordergrund. d'une initiative et une des leçons de ce débat, c'est qu'il y a

Aus Verantwortung für die kommenden Generationen, für die pour le moins une lacune dans nos institutions. J'aimerais

schwächsten Mitglieder einer Gesellschaft, für die Unversehrt- beaucoup que l'on puisse créer un lieu où science et société

heit von Tier und Pflanzen bin ich für Eintreten und unterstütze puissent se rencontrer, où les évaluations et les débats néces-

die Minderheitsanträge Seiler und Ulrich. saires puissent se faire, et où une sorte d'observatoire des in-

novations puisse naître. A ce titre, la proposition de M. Nuss-

M. Longet: Si nous voulons que le progrès soit un vrai pro- baumer est non seulement pertinente pour ce débat, mais elle

grès, nous devons postuler qu'il ne soit pas défini uniquement vise aussi la maîtrise des innovations de manière générale.

sur le plan de la technologie ou de la science, mais aussi sur le

plan du progrès humain, moral et social. A partir de cela, nous M. Guinand: Lorsque le Conseil des Etats a délibéré de l'initia-

disons que toute innovation n'est pas bonne à prendre et que tive du canton de St-Gall demandant à la Confédération de lé-

19. März 1991 N 591 Gentechnologie. Volksinitiative

giférer dans le domaine de la procréation médicalement assis- bientôt obsolescents. Au lieu de sacrifier à des anathèmes,

tée, M. Jean-François Aubert, ancien conseiller aux Etats, a comme on le fait en matière d'avortement, je m'en tiendrai aux

déclaré: «J'ai des doutes sur l'opportunité d'une solution légi- faits, en particulier à ce qui se passe au CHUV, à l'Hôpital can-

slative. En tout cas, je souhaite que ceux qui prépareront la loi tonal universitaire de Lausanne.

aient un juste sentiment de leurs limites. Les sanctions seront Les professeurs nous apprennent que vingt pour cent des

nécessairement dérisoires - précisait-il. On ne tuera pas les couples, donc un couple sur cinq, est confronté à différents

enfants illégaux et il faudra se contenter d'infliger quelques problèmes de stérilité. Le traitement de cette maladie a été par-

amendes à ceux qui les auront fait naître.» Et M. Aubert d'ajou- ticulièrement développé à Lausanne pour diverses raisons. Et

ter, toujours en s'adressant à ceux qui devraient légiférer: ce ne sont pas moins de 120 bébés qui y sont nés depuis cinq

«Surtout, ils n'oublieront pas qu'ils touchent ici à un domaine ans, après une insémination artificielle. On y compte en outre

très privé, qui relève de l'idée même qu'on peut avoir de la jus- une cinquantaine de grossesses en cours. 120 bébés conçus

tice. Ils prendront garde qu'en adoptant des dispositions trop dans une éprouvette, par la fécondation des gamètes de leurs

restrictives ils ne fassent qu'imposer les vues morales de la parents mariés, avec réintroduction de l'ovule fécondé dans le

majorité à une minorité qui ne les acceptera pas.» ventre de la mère. 120 bébés donc, nés d'une insémination

Je crains que nous ne soyons aujourd'hui assez éloignés de homologue résultant du traitement d'un type de stérilité de

ces sages conseils et qu'une partie d'entre vous ne s'apprê- leurs parents.

tent à voter des interdits péremptoires en les inscrivant dans Mais d'autres couples ne peuvent être traités par cette fé-

notre charte fondamentale. C'est sans doute une manière de condation in vitro. Il est donc nécessaire, dans ces cas-là, de

se donner bonne conscience mais c'est faire fi de nos limites recourir à un autre type d'insémination artificielle, réclamant le

et c'est oublier le sens des proportions. Car en réalité, de qui sperme d'un donneur, provenant d'une banque de sperme.

et de quoi parlons-nous? En Suisse, de quelques centaines de De telles inséminations hétérologues ont donné naissance, à

couples qui, désespérés de ne pas pouvoir avoir d'enfants, se Lausanne, à 150 autres bébés, 150 enfants qui ne pourraient

réjouissent des progrès de la médecine et consentent à en pas naître à Baie si l'on appliquait les nouvelles règles bâloi-

profiter, parfois, il est vrai, au prix de gros sacrifices, en partie ses!

financiers mais surtout d'ordre personnel. Or, ces 270 bébés ne sont pas moins vrais que ceux que leurs

Certes, il peut paraître paradoxal que notre société occiden- parents ont conçus naturellement. Au nom de quel a priori

tale s'occupe de ceux qui ne peuvent pas avoir d'enfants, alors idéologique aurait-on interdit ces naissances? Au nom de

que le plus grand danger que court actuellement notre planète quelle peur s'opposerait-on à cette transmission de la vie?

est celui de la démographie des pays du sud qu 'on ne parvient Certes, pour rendre possibles ces progrès techniques, on a in-

pas à maîtriser. Mais la motivation du couple ou de la femme vesti, dans le canton de Vaud, des moyens considérables

qui souhaite ardemment avoir des enfants est-elle moins res- dans le traitement de la stérilité. Certes, on est proche d'une

pectable que celle du couple ou de la femme qui ne souhaite médecine de désir qui dispute aux soins aux malades les

pas mener à terme une grossesse non désirée? Je me garde- moyens financiers qui sont par définition limités. Certes, il faut

rai bien d'en juger, mais je m'étonne de constater que certains recourir à des arbitrages entre les différentes demandes, et

de nos collègues réclament aussi bien l'interdiction de la fé- tout ce qui est possible n'est pas forcément souhaitable.

condation in vitro que la libre interruption de la grossesse dans Mais notre rôle de législateur n'est pas de condamner un pro-

ses trois premiers mois. grès scientifique. Il nous faut en revanche poser des règles

J'ai étudié les questions dont nous débattons, essentiellement éthiques avec modestie, justifiant le recours à de tels traite-

sous l'angle juridique, dans des publications, avec mes étu- ments. Ce n'est quand même pas parce qu'une vierge an-

diants et en participant à de nombreux colloques sur ce thème glaise - si l'on en croit les journaux de la semaine dernière -

en Suisse et à l'étranger. J'ai eu aussi le privilège d'appartenir veut se faire un enfant sans homme qu'on doit rejeter une aide

pendant trois ans à la Commission centrale d'éthique de l'Aca- à la nature, permettant à des parents de créer un enfant.

démie suisse des sciences médicales et de prendre une part Plutôt que de céder à la peur, en condamnant les techniques,

active à la préparation des récentes directives adoptées par je préfère fixer des cadres précis permettant le recours à de

cette institution dans le domaine de la procréation assistée. Je tels traitements médicaux. Dire par exemple que la féconda-

puis ici témoigner du soin avec lequel ces réflexions ont été tion in vitro, rendue possible par les moyens de l'Etat, est ou-

menées et souligner le sens de la responsabilité des méde- verte aux parents qui manifestent en se mariant leur volonté de

cins concernés. Mais il ne faut pas pour autant cacher les in- créer et d'élever un enfant. Admettre aussi que des banques

quiétudes de ces médecins face aux débordements et aux de sperme permettent à des parents mariés de transmettre la

abus possibles. Loin de considérer que les directives d'éthi- vie à leurs descendants. A la peur, je substitue la confiance

que ont force juridique - il s'agit bien de directives, et de direc- dans les moyens de la médecine et la nécessité d'une ré-

tives d'éthique - les médecins souhaitent eux-mêmes qu'un flexion éthique. On ne peut pas éviter de déterminer ce qui est

certain nombre de questions soient réglées par la loi. Je pense moralement admissible, car, comme l'a déjà écrit Rabelais

aussi qu'il est de notre devoir de nous préoccuper d'une ques- dans Pantagruel: «science sans conscience n'est que ruine de

tion qui peut remettre fondamentalement en cause notre per- l'âme».

ception de la vie, mais je souhaite, comme nous y invitait

Jean-François Aubert, que nous sachions le faire avec la mo- Frau Dormann: In den dreieinhalb Jahren meiner Tätigkeit als

destie qui s'impose. Nationalrätin hat mich selten eine Vorlage so stark beschäftigt

L'initiative du Beobachter mérite donc qu'on lui oppose un und herausgefordert wie die Frage zur Gentechnologie und

contre-projet. J'expliquerai cependant plus tard pourquoi j'es- Fortpflanzungsmedizin. Es geht dabei im besonderen um die

time que nous devrions suivre la sagesse première du Conseil künstliche Befruchtung und die Gentechnik beim Menschen.

fédéral. Wir Politiker und Politikerinnen haben uns heute mit Fragen

der menschlichen Existenz, des persönlichen Schicksals ein-

M. Pidoux: Dans un domaine qui relève des droits de la per- zelner Betroffener und im besonderen mit der Frage: Gibt es

sonne et des limites éthiques de la science, l'initiative du Beo- ein Recht auf ein Kind? zu befassen. Wir diskutieren und ent-

bachter, la décision des citoyens de Baie-Ville et les proposi- scheiden heute über das Haben und Sein eines Menschen.

tions de la commission expriment la peur. Elles veulent exorci- Ich versuche, mir aufgrund meiner langjährigen Erfahrung als

ser l'avenir par des normes étatiques, elles sont donc inadé- Sozialarbeiterin zu den offenen Fragen eine Meinung zu bil-

quates. den. Mit dem unerfüllten Kinderwunsch wurde ich in den letz-

Mais puisqu'il nous faut choisir entre les différents textes, j'op- ten Jahren zunehmend hautnah konfrontiert. Es gab Tage, an

terai pour la position du Conseil fédéral et je tiendrai un dis- denen ich mich mit Problemen zu befassen hatte, die sich ge-

cours semblable à celui de M. Guinand. Cette proposition me genseitig ausschlössen und die, miteinander verglichen, ge-

paraît la meilleure, en posant une norme constitutionnelle, plu- genseitig im Widerspruch standen.

tôt que de forger des carcans, larges ou étroits, comme le sug- Ich möchte Ihnen einige solcher Probleme und Beispiele nen-

gère la commission, et que l'évolution de la science rendra nen: Zum Beispiel das Ehepaar, das seit Jahren unter seiner

Manipulation génétique. Initiative populaire 592 N 19 mars 1991

Kinderlosigkeit leidet und sich nun nach vielen ergebnislosen gen. Sie hat mir deshalb «Ausgang» gegeben, wie die LdU-

Bemühungen, Beratungen und ärztlichen Eingriffen entschie- Fraktion seinerzeit Sigmund Widmer. Ich darf hier meinen

den hat, sich für ein Adoptivkind anzumelden. Oder zum Bei- Standpunkt vertreten.

spiel die Frau, die unter einer unerwarteten Schwangerschaft Ich rede zunächst nur zum Eintreten. Aus biologischer und na-

leidet, weil sie zu jung und unerfahren ist und für sich und das turkundlicher Sicht sind -wie Frau Ulrich schon gesagt hat-

Kind keine Zukunft sieht. Oder zum Beispiel die Frau, die unter die Probleme der Fortpflanzungstechnik am Menschen ei-

dem Erwartungsdruck ihres Mannes leidet, weil sie diesem un- gentlich eher eine Nebensache, wenn wir den ganzen Bereich

bedingt einen Stammhalter gebären muss, im Schoss aber der Gentechnologie ansehen. Eingriffe in die Genmaterie des

eine Stammhalterin trägt. Oder zum Beispiel die Frau, die frü- Menschen stehen ausser Diskussion, sie sollen ausgeschlos-

her aus Verzweiflung und Ratlosigkeit eine Abtreibung vorge- sen sein. Ueber die übrigen Fragen werden wir in der Detail-

nommen hat und später durch die Geburt eines Kindes diesen diskussion noch sprechen können.

früheren Entscheid plötzlich nicht mehr akzeptieren und ver- Bei der extrahumanen Gentechnologie ist die Knacknuss ei-

antworten kann. Oder zum Beispiel die Frau, die in relativ ho- gentlich die Regelung der gentechnischen Anwendungen an

hem Alter ihr erstes Kind erwartet und vom Arzt zur pränatalen Tieren, Pflanzen und anderen Lebewesen, also an der weltweit

Diagnostik gedrängt wird, mit der Angst vor der Konsequenz vorhandenen Erbsubstanz, die auf uns überkommen ist. Frau

dieser Diagnose, da sie sich eigentlich immer ein Kind ge- Bäumlin hat gesagt, die Erbmaterie müsse unantastbar sein,

wünscht hat. Oder zum Beispiel das Ehepaar, das sich mit der und HerrWeder-Basel hat gesagt, die wunderbare Schöpfung

heterologen Insémination auseinandersetzt, weil die Wahr- müsse erhalten werden, deshalb müsse man gegen die Gen-

scheinlichkeit gross ist, wegen der eigenen erbgenetisch un- technologie sein. Nur: Das ist Wunschdenken. An der weltweit

günstigen Konstellation ein behindertes Kind zur Welt zu brin- vorhandenen Erbsubstanz nimmt die'Menschheit seit Jahr-

gen. Oder zum Beispiel jene Frau, die ein behindertes Kind ge- zehnten einen riesigen Eingriff vor, wie er in der ganzen Ent-

boren hat und noch Mühe hat, es zu akzeptieren. wicklungsgeschichte der Erde noch nie vorgekommen ist.

Lösungen für all diese Probleme habe ich auch nicht. Ich er- Dieser Eingriff ist bisher nicht erwähnt worden, nämlich die

klärte mich aber immer bereit, mit den betroffenen Menschen grossangelegte Ausrottung von Tieren, Pflanzen, Insekten

nach Lösungen zu suchen. Nach vielen Jahren beruflicher Er- usw., die im weitesten Sinne auch einen gentechnischen Ein-

fahrung wage ich zu behaupten, dass es das Recht auf ein griff darstellt. Wo sind die Schmetterlinge und die Blumen ge-

leibliches Kind, das Recht auf ein gesundes Kind, das Recht blieben, die wir noch als Kinder an den Wegrändern bewun-

auf ein Kind im richtigen Zeitpunkt, das Rechtauf ein Kind mit dern konnten? Was geschieht mit den Igeln, mit den Feldha-

bestimmter Geschlechtszugehörigkeit wohl deshalb nicht sen, die uns der Vater noch gezeigt hat? Den Fledermäusen,

gibt, weil die Erfüllung dieses Rechts nicht immer, nur teil- den Fischottern, den Laufkäfern? Diese und viele andere Arten

weise oder nur vorübergehend zum Glück des Berechtigten werden hier und weltweit still und leise ausgerottet, durch

beiträgt. Strassenbau, Dachausbauten, Gewässerkorrekturen, inten-

Viele dieser vom Schicksal getroffenen Menschen haben ge- sive Landwirtschaft, Abholzen der Tropenwälder, Chemiever-

rade in der Nichtrealisierung ihres Wunsches, ihrer Vorstel- pestung usw. Ein Viertel der heute lebenden Arten ist weltweit

lung und Planung die Erfüllung und Verwirklichung gefunden. ersatzlos am Verschwinden: ein gigantischer, kalter Holo-

Deshalb frage ich mich, ob wir in unserer Gesellschaft genü- caust, die Umweltkatastrophe Nr. 1 und der grösste je be-

gend unternehmen, das Vorurteil gegenüber kinderlosen El- kannte gentechnische Eingriff.

tern zu revidieren, sie als vollwertige Partner und Ehegemein- Und doch: Niemand hat Angst. Niemand macht eine Initiative,

schaften zu akzeptieren. Ich frage mich auch, ob die wissen- niemand spricht darüber, weder die Medien noch wir. Das hat

schaftlichen Forschungen, die nach dem Grund der zuneh- mich immer gewundert, vor dem habe ich Angst. Es wäre

menden Kinderlosigkeit suchen, genügend gefördert werden. höchste Zeit, aus unserer sich selber zerstörenden Titanic eine

Wir leben im industrialisierten Teil der Welt, wo man versucht, bewahrende Arche Noah zu machen.

selbst Unmögliches möglich zu machen. Vieles gelingt uns, Zum vorliegenden Papier: Es handelt sich nicht um einen Ge-

die Wissenschaft und die Technik sind grossartig. Können wir setzesentwurf, es handelt sich um einen Verfassungsentwurf.

uns aber tatsächlich das Machbare wünschen und es in An- Der Entwurf der Kommission packt aber in die Verfassung ein

spruch nehmen, während für Völker der Dritten Welt das Gesetz, teilweise sogar Verordnungsgegenstände. Man muss

Wünschbare nicht annähernd machbar ist? MUSS also in der sich schon fragen, ob nicht ein indirekter Gegenvorschlag auf

Fortpflanzungsmedizin und Gentechnologie das Wünschbare Gesetzesebene das Richtigere gewesen wäre. Für die Verfas-

machbar werden, so dass für jeden das Machbare wünschbar sungsebene scheint mir der Vorschlag des Bundesrates die

ist? adäquateste Sache. Ich werde deshalb den Antrag Guinand

Letzte Woche haben wir in diesem Saal diskutiert, ob wir die unterstützen. Auch mit dem Vorschlag der Kommissionsmehr-

Jubiläumsspende zur Entschuldung der Drittweltvölker ab- heit kann man durchaus leben.

hängig machen wollen von einer griffigen Geburtenregelung Eine allgemeine Bemerkung zu den Minderheitsanträgen: Sie

in den Entwicklungsländern. Gleichzeitig darf bei uns, dank ei- scheinen mir allzu restriktiv. Mit der Einschränkung der Fort-

ner hohen Medizin, keine noch so behinderte Frühgeburt ster- pflanzungstechniken erzeugen wir ein Abwandern dieser

ben, weil unsere ärztliche Kunst und der hohe Stand von Tech- Techniken ins Ausland, einen Fortpflanzungstourismus oder

nik und Wissenschaft der Natur zuvorkommen und über Sein ein Abtauchen in den Untergrund mit einer unsauberen Hinter-

oder Nichtsein entscheiden. Gleichzeitig meinen wir Völker in treppenmedizin.

der hochindustrialisierten Welt, über den Wert oder Unwert Wenn wir die Gentechnik in der Forschung und in den Anwen-

des alternden Menschen mit der Sterbehilfe entscheiden zu dungen verbieten, lagern wir die Universitäten Zürich, Basel

können. Auch mit der Verbreitung der pränatalen Diagnostik und Genf aus nach Konstanz, Mülhausen und Lyon. An-

setzen wir auf Qualität und stehen in Gefahr, unsere Behinder- schluss an die EG sozusagen durch Auslagerung aus der

ten zu disqualifizieren. Schweiz? Das scheint mir kaum der richtige Weg zu sein.

Weil wir die Grenzen des Machbaren nicht dort ziehen können,

wo sie für jeden Menschen gleich viel Wünschbares bringen, Iten: Vom Homunkulus, dem kleinen Menschlein im Reagenz-

und weil wir nicht wissen, welche Probleme wir mit dem Mach- glas in Goethes Faust, führt eine gerade Linie in unsere Zeit.

baren neu schaffen, halte ich mich bei all den Fragen der Re- Diese Linie ist gekennzeichnet vom ewigen Traum des Men-

produktionsmedizin und Gentechnologie an das wünschbare schen, Herr über Leben und Tod sein zu können. Eine Linie

Mass der Vernunft. also vom abschreckenden Irrwitz eines vom Teufel gerittenen

Alchimisten bis hin zum ernstgenommenen und ernst zu neh-

Fierz: Ich bin fünf Jahre in diesem Rat, und gestern und heute menden Biotechniker. Oder anders ausgedrückt: vom irrealen

fand für mich persönlich die spannendste Debatte statt. Ein- Traum zum realen Albtraum. Eine Biotechnikerin oder ein

fach weil ich aus meiner Berufs-, Vorstellungs- und Arbeitswelt Genmanipulant kann beides sein, Doktor Faustus oder Mephi-

hier sehr angesprochen bin. Ich kann teilweise auch deshalb, sto, je nachdem, was ihn antreibt, Humanität und Wissbe-

weil ich darin so verwurzelt bin, der Fraktion nicht überall fol- gierde oder Geldgier und Lust am Machtmissbrauch.

19. März 1991 N 593 Gentechnologie. Volksinitiative

Mit dieser Sicht der Dinge meine ich auch, dass das, was von nicht so, dass wir alle lieber ein schöneres Leben hätten, ein

uns heute und morgen als Verfassungstext verabschiedet unbeschwertes, ein bequemes Leben?

wird, zwar wichtig ist, im Grunde genommen aber nichts Defi- Irgendwo wird in einem Reagenzglas etwas gezeugt. Man

nitives, nichts Abschliessendes sein kann. Ebenso wichtig ist, spricht auch von Retortenbabies. Wir haben schon ähnliche

dass die Initianten uns zwingen, über all diese heiklen Fragen Bilder erlebt, wir erinnern uns, dass wir in der Kindheit oder Ju-

in der Oeffentlichkeit nachzudenken, und dass sie dieses gend vielleicht ein Märchen gelesen haben, in dem der be-

Thema aus den Regalen der Experten auf den Tisch des Ge- rühmte Geist aus der Flasche gestiegen ist. Nun, der Geist hat

setzgebers gebracht haben. Allerdings ist dabei das Gefühl sich häufig zum Helfer entwickelt, aber häufig war er auch be-

beklemmend. Wir haben uns einem Entscheid zu nähern, bei drohlich, war er übermächtig. Denken wir daran: Wenn diese

dem wir spüren, dass die Menschheit seit Darwin nie mehr so Helfer Wünsche erfüllt haben, dann hat - in den Märchen we-

intensiv und folgenschwer über das Prinzip Leben nachden- nigstens - der Mensch eine Entwicklung durchgemacht und

ken musste. moralische Qualitäten gezeigt. Dann war der Geist wieder ein-

Es gibt Leute, die sogar von einem Quantensprung sprechen. verstanden zu dienen. Schlussendlich - das ist auch der Un-

Wie schwer aber ist es, an der Schwelle eines Quanten- terschied zum Reagenzglas im Labor- konnte man bei diesen

sprungs zu stehen und gleichzeitig erkennen zu müssen, dass Geistern jeweils den Zapfen wieder auf die Flasche setzen,

jenseits dieser Schwelle mehr Finsternis als Klarheit herrscht - aber im Labor bleibt die Flasche offen, und die Entwicklung

ein Sprung von Darwins natürlicher Auslese zur Genmanipula- schreitet weiter.

tion und ihrer unnatürlichen Auslese! Mein Vorredner, Sepp Iten, hat auch das Beispiel aus dem

Eine solche Ausgangslage erzeugt in der Politik in der Regel «Faust» angeführt. Die meisten von Ihnen werden wohl aner-

nur eine Reaktion, indem man sagt: Es gibt nicht, was nicht kennen, dass Goethe ein ausserordentlicher Dichter war. Man

sein darf. Also wird das Thema verdrängt, die Lösung bleibt of- kann auch annehmen, dass er Visionen hatte. Was Sepp Iten

fen, das Problem wird an die Ethiker und an die Moralisten wei- nicht genauer dargelegt hat, ist die Szene im Labor, in der die-

tergereicht. Dabei wird einmal mehr augenfällig, dass in le- ses Glas gebraucht wird. Dort pröbelt der Wagner etwas. Es ist

benswichtigen Fragen der Politik Politik und Ethik keine Ge- sinnigerweise nicht Faust selber, der eine - vor allem morali-

gensätze, sondern Zwillinge sind. Genmanipulation ist nicht sche - Entwicklung durchmacht, so dass er schliesslich erhört

eine politische Frage, bei der wir mit unserem angestammten wird. Der Wagner ist es, der als Gehilfe etwas bastelt und sel-

Denkmuster auskommen. ber sagt, er möchte immer mehr wissen, als er schon weiss,

John Naisbitt und Patricia Aburdene schreiben in ihrem 1990 aber ohne dass er dafür die Verantwortung trägt. Bei dieser

erschienenen Buch «Megatrends 2000»: «Wir werden in den Szene kommt Mephisto dazu und lenkt im Hintergrund die

neunziger Jahren vielleicht Zeugen einer Machtprobe der Gei- Sache.

steswissenschaft mit der Naturwissenschaft werden. Ganz ge- Goethe hat eine klare Vision gehabt, wie es mit dem Homunku-

wiss aber wird dieses Jahrzehnt das Jahrzehnt einer heftigen lus ausgehen könnte. Es ist offensichtlich so, dass zu jener

Debatte um die Dinge werden, die Wissenschaftler tun und die Zeit niemand verstanden hat, was mit diesem komischen Ho-

sie tun dürfen.» Für uns heisst das doch, dass wir auf die mora- munkulus, mit diesem Menschlein in einem Glas, passiert.

lischen Konflikte dieses Themas vorbereitet sein müssten. Die- Erst ein paar Jahrhunderte später sind wir in der Lage, zu füh-

ses Thema wird uns nie mehr loslassen. Der Weg der Biotech- len, dass da etwas Unberechenbares geschieht. Aber der Ho-

nik in die Zukunft wird auch unser Weg in die Zukunft sein. Auf munkulus im «Faust» hat eigentlich nicht unbedingt ein langes

diesem Weg wird es immer mehr Fragen als Antworten geben. Leben, sondern diese Glaskugel zerschellt am Thron der Gala-

In diesem Spannungsfeld zwischen Faust und Mephisto, die tea. Ein Ende, das nicht glorios ist; Das Menschlein in der

durchaus nicht immer zwei Personen sein müssen, in diesem Glaskugel verschwindet sang- und klanglos.

Dualismus zwischen Gut und Böse, zwischen Hoffnung und Man kann sich auch fragen, wieweit diese Technik unfehlbar

Angst, zwischen Aufbruch in eine neue Zukunft und Sehn- ist. Herr Auer hat leider noch nicht gesprochen. Ich war auch

sucht nach Vergangenheit, in diesem Spannungsfeld zwi- eine kurze Zeit bei der Ciba-Geigy. Dort hat ein Professor für

schen Ethik, Wissenschaft und langfristiger Strategie mensch- die Entwicklung des DDT den Nobelpreis erhalten. Heute ist

lichen Ueberlebens gibt es für mich nach jetzigem Wissens- man froh, dass das DDT langsam verschwindet, aber Sie kön-

stand nur eine Formel, nämlich: nen bis zur Antarktis in sämtlichen Lebewesen DDT nachwei-

1. Die Gesetzgebung hat sich daran zu orientieren, welche sen.

Ziele die Technik verfolgt. Geht es darum, Gene zu lokalisie- Denken Sie an den jüngsten Flop der Maul- und Klauenseu-

ren, zu untersuchen, um den Prozess des Lebens besser zu che-Impfung. Jahrzehntelang hat man den Bauern gepredigt,

verstehen, oder geht es darum, dieses Wissen zu missbrau- dass man diese Impfung obligatorisch durchführen müsse.

chen, um Leben und damit Menschen, Tiere und Pflanzen zu Und nach Jahrzehnten hat der gleiche Bundesrat jetzt diese

manipulieren? Impfung verboten. Die Vertreter der Landwirtschaft haben

2. Das Experimentieren an und mit menschlichen Genen ist noch nicht die Frage gestellt, wie es möglich ist, dass man

ebenso abzulehnen wie die künstliche Herstellung von Em- jahrzehntelang etwas predigt und es dann plötzlich nicht mehr

bryonen. gilt. Man sollte sich doch Gedanken darüber machen, was mit

3. Die Manipulation an pflanzlichen Genen ist unter gewissen diesen Techniken los ist.

Voraussetzungen und Kontrollen möglich, vor allem dann, Ich empfehle Ihnen, im Interesse einer vorsichtigen Haltung

wenn sie darauf ausgerichtet ist, Krankheiten zu verhindern den Minderheiten zu folgen. Ich glaube, dass das für die Natur

oder zu heilen und sofern sie auch dazu dient, den Hunger auf und die Menschheit in Zukunft besser sein wird, als wenn man

der Welt zu stillen. nun einfach in Euphorie einer Technik freien Lauf lässt und die

4. Die Beurteilung, was bei den Tieren gelten soll, liegt wahr- Moral nachher kommt.

scheinlich irgendwo dazwischen. Ich denke beispielsweise

daran, dass auf diesem Weg gefährdete Tierarten vor dem Frau Haller: Ich möchte zuerst festhalten, dass ich die Mei-

Aussterben bewahrt werden könnten. nung jedes Mitgliedes dieses Rates respektiere. Was ich jetzt

Diese Sicht der Dinge, diese Formel, erkenne ich am ehesten sage, ist einfach ein Beitrag zur Diskussion.

im Wortlaut des Antrages der Minderheit l. Ich werde deshalb Ich habe in verschiedenen Diskussionen gehört, die Morali-

diesem Antrag zustimmen. sten in diesem Saal möchten nun die individuelle Freiheit ein-

schränken. Nur zu diesem Thema möchte ich jetzt in der Ein-

Hafner Rudolf: Die Gentechnologie ist zweifellos eine der ein- tretensdebatte etwas sagen. Meine Meinung ist die, dass es im

greifendsten Techniken, die die Menschheit je entwickelt hat Zusammenhang mit der Fortpflanzungstechnologie die Frage

und in Zukunft entwickeln wird. Es geht um einen direkten Zu- der individuellen Freiheit grundsätzlich gar nicht mehr gibt. Ich

griff zum Leben. Die Frage stellt sich: Wissen wir genau, was möchte das begründen und beginne mit einem Vergleich.

wir da tun? Beim Betrieb eines Atomkraftwerks entsteht als Nebenprodukt

Wir können uns fragen, ob in uns Bilder auftauchen, die an Plutonium. Aus diesem Plutonium kann man Atombomben

ähnliche Erlebnisse erinnern. Wir können uns fragen: Ist es herstellen. Bei der In-vitro-Fertilisation, der Befruchtung

Manipulation génétique. Initiative populaire 594 N 19 mars 1991

menschlicher Eizellen ausserhalb des Mutterleibes, entsteht In der Gentechnologie stehen wir am Anfang dieser 30 Jahre.

ebenfalls notwendigerweise ein Nebenprodukt. Es sind über- Bitte berücksichtigen Sie dies, wenn Sie von individueller Frei-

zählige menschliche Embryonen, an denen weitergeforscht heit sprechen!

werden kann. Und sagen Sie mir bitte nicht, man könne die

Wissenschaft zur Vernichtung von überzähligen Embryonen Müller-Wiliberg: Mit den wissenschaftlichen Errungenschaf-

zwingen. Wenn die In-vitro-Fertilisation einmal zu einer breit ten der letzten Jahre werden Fragen aufgeworfen, die offen

angewendeten Methode geworden ist, dann wird an überzäh- diskutiert und in ethischer Verantwortung entschieden werden

ligen Embryonen weitergeforscht, ob wir das hier nun verbo- müssen. Ehrliche Diskussion möge uns Entscheidungsgrund-

ten haben oder nicht. Wichtig ist an diesem Vergleich nun aber lage sein, was an der Fortpflanzungs- und Gentechnologie Se-

vor allem, dass das Nebenprodukt der In-vitro-Fertilisation gen und was unverantwortliches Tun ist. Wir Menschen sollen

mindestens gleich gefährlich ist wie das Nebenprodukt der von den Errungenschaften der Wissenschaft und Forschung

Atomkraftwerke. profitieren. Wir müssen aber auch bereit sein, bewusst

Was kann bei Versuchen mit den überzähligen Embryonen Schranken zu setzen und sie zu akzeptieren.

herauskommen? Zunächst kann das Forschungsresultat Die moderne Technik hat Auswüchse wie die Leihmutter-

ganz manierlich aussehen. Vielleicht kann ihm sogar der Man- schaft, den Embryonenhandel und beinahe schon das Retor-

tel der Menschenfreundlichkeit umgehängt werden. Wenn tenbaby ermöglicht. Die Grenzen des ethischen Verständnis-

zum Beispiel Arbeitskräfte an gefährlichen Arbeitsplätzen ses breiter Kreise der Bevölkerung sind dabei längst über-

plötzlich vor Berufskrankheiten geschützt werden können, schritten. Es ist deshalb dringend an der Zeit, in der Verfas-

weil sie via Genmanipulation für die Risiken nicht mehr anfällig sung Eckpfeiler zu setzen, die dafür sorgen, dass in diesem

sind, so wird dies vielleicht erst noch als menschenfreundlich heiklen Rechtsetzungsbereich die Würde des Menschen und

gepriesen. Wenn die Bewohner dieses Planeten durch gen- die Sicherheit der Kreatur respektiert werden. Die Sache ist so

technologische Manipulationen so verändert werden können, wichtig, dass Lösungen gefunden werden müssen, die in un-

dass sie auch völlig verschmutzte Luft atmen können, so serem Land eine breite Zustimmung finden.

würde dies einigen wohl immer noch als glückliche Wendung Persönlich halte ich dafür, dass in all diesen Entscheiden beim

erscheinen. Menschen schärfere Kriterien als bei Tieren und Pflanzen gel-

Wer aber garantiert uns, dass diese Technologie nicht in die ten müssen. Mit einer Minderheit unserer Fraktion werde ich

Hände noch verantwortungsloserer Leute gerät? Leute, die deshalb bei Artikel 2 (bzw. Artikel 24octies) dem Minderheits-

auf die Idee kommen könnten, zum Beispiel den perfekten antrag Seiler Rolf zustimmen. Die Würde des Menschen soll

Krieger zu züchten, der kein menschliches Mitgefühl mehr über derjenigen der anderen Kreaturen stehen. Andererseits

kennt? Hat uns der Golfkrieg nicht deutlich genug gezeigt, ist für mich - zumindest gegenwärtig - eine Erfinderpatentie-

dass Technologien, wenn sie einmal auf breiter Basis ange- rung von neuen Lebewesen nicht sinnvoll. Ich bitte Sie des-

wendet werden, eben nie auf die Hände von verantwortungs- halb, bei Absatz 3 der Mehrheit der Kommission zu folgen und

bewussten Menschen beschränkt bleiben? wenn möglich dem Antrag Wyss William zuzustimmen.

Es gibt nun einmal Dinge, die der Mensch nicht tun soll. Die Ich bin mir bewusst, dass diese Fragen von der gleichen

Gründe, die ihm das nahelegen, können verschiedener Art Kommission auf Gesetzesstufe bei der Revision des Patent-

sein. Ob sie religiös sind oder ethisch oder ob sie einfach auf rechts diskutiert werden müssen und meine Ueberlegungen

menschlicher Vernunft beruhen, spielt gar keine Rolle. Es dort und nicht in der Verfassung berücksichtigt werden könn-

kann auch ein Lernen aus der Geschichte sein, das uns zu die- ten.

ser notwendigen Einsicht bringen kann. Die Atomtechnologie Wir alle wissen, dass durch Züchtung in der Vergangenheit

habe ich schon erwähnt, die uns die Notwendigkeit der Selbst- bereits sehr viel zum Nutzen der Menschen erreicht wurde.

beschränkung seit Hiroshima nun wirklich bewiesen haben Die Gentechnologie eröffnet neue Möglichkeiten, vor allem in

sollte. einem raschen und sauberen Verfahren Tiere zu züchten, die

Aber dieses Jahrhundert hat uns eine weitere Lektion erteilt, unseren Bedürfnissen entgegenkommen. Grosse Hoffnun-

nämlich die des Nationalsozialismus. Die schrecklichen Ver- gen werden auch in die Pflanzenwelt gesetzt. Wird man neue

brechen, die die Nationalsozialisten unter dem Titel «Euthana- Pflanzen schaffen können, die in der Wüste wachsen? Auch

sie» begangen haben, basieren einzig und allein auf der unge- solche, die gegen Hitze oder Nässe résistent sind?

heuerlichen Anmassung einiger Menschen, entscheiden zu Unter aller Achtung der Kreatur möchte ich doch zu bedenken

wollen, welche Art menschlichen Lebens lebenswert sei und geben, dass die schweizerische Landwirtschaft wie die ande-

sich weitervermehren soll und welche Art menschlichen Le- ren Berufe auch in Zukunft von der Forschung und Entwick-

bens auszumerzen sei. Soweit die Gentechnologie die Verän- lung profitieren muss, wenn sie ein starkes Glied unserer

derung des menschlichen Erbgutes anstrebt, soweit beruht Volksgemeinschaft bleiben soll. Ein mit verfassungsrechtli-

sie auf der genau gleichen ungeheuerlichen Anmassung des chen Schranken erzwungener Alleingang der Schweiz im Tier-

Menschen wie seinerzeit die in grossem Stil praktizierte Eutha- und Pflanzenbereich wäre ein weiterer Sargnagel für die

nasie. schweizerische Landwirtschaft. Es kann doch nicht der Wille

Insofern - das muss offen ausgesprochen sein -tragen Gen- des Gesetzgebers sein, auch solche Benachteiligungen über

und Fortpflanzungstechnologie zumindest faschistoide Züge. Direktzahlungen auszugleichen.

Damit es ganz klar ist: Wenn gentechnologische Medika- Ich hoffe deshalb, dass eine Mehrheit dieses Rates bereit ist,

mente hergestellt werden, um Krankheiten zu bekämpfen, so diese Fragen in einem Gesetz mit internationaler Angleichung

ist dies nicht der Fall. Da würde ich mich auch gar nicht dage- zu regeln. Den Bundesrat bitte ich, diesbezüglich seine

gen wenden; aber dazu braucht es auch keine Forschung an Dienste einzusetzen.

überzähligen Embryonen. Ich spreche hier nur von der In-

vitro-Fertilisation und ihren höchst gefährlichen Nebener-

scheinungen. Auer: Ich möchte - was Herr Hafner angetönt hat - meine In-

Zum Schluss möchte ich Sie fragen: Können wir angesichts teressen offenlegen: Ich arbeite in einer Firma, die sich mit

solcher Dimensionen überhaupt noch von individueller Frei- Gentechnologie beschäftigt, die vor allem auf diesem Gebiet

heit reden? Nein! Wir können es nicht; wir dürfen es nicht! An- forscht. Es besteht aber insofern kein Interessenkonflikt, als

gesichts der immensen gesamtgesellschaftlichen Verantwor- die Basler Chemieunternehmen - alles multinationale Firmen

tung tritt die individuelle Freiheit in den Hintergrund. - ihre Forschung und Entwicklung sowie die gentechnologi-

Auch hier abschliessend ein Vergleich: Vor 30 Jahren wurde sche Produktion auch ins Ausland verlegen können.

das Autofahren ausschliesslich unter dem Aspekt der individu- Zugestandenermassen vertrete ich jedoch die Interessen der

ellen Freiheit abgehandelt. Heute tun das nur noch ein paar Region Basel: Deren Wohlergehen hängt unter anderem von

Unverbesserliche. Die Fragestellung der individuellen Freiheit der Erhaltung der Arbeitsplätze in der Chemie ab, das heisst

ist der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung für die Erhal- von der Erschliessung neuer Techniken und ihrer Wettbe-

tung unserer Umwelt gewichen, hat ihr aus Vernunft weichen werbsfähigkeit gegenüber starker ausländischer Konkurrenz.

müssen. Ausweichmöglichkeiten ins Ausland gelten jedoch nicht für

19. März 1991 595 Gentechnologie. Volksinitiative

kleinere schweizerische Firmen und nicht für Hochschulinsti- Frau Segmüller: Es war uns noch nie vergönnt, einen so tiefen

tute, die sich ebenfalls mit Gentechnologie befassen. Es sei Einblick in alle Vorgänge des Lebens zu haben, wie wir das

auf die heute hier verteilte Information des Nationalfonds ver- heute können - in das Leben, in die Baupläne des Menschen.

wiesen. Die Erkenntnisse erfüllen uns mit Dankbarkeit, aber vor allem

Wenn Verbote, Moratorien oder zu rigorose Einschränkungen mit Ehrfurcht vor dem Geheimnis Leben.

durchgesetzt werden, wird die Entwicklung dieser Schlüssel- Wie gehen wir um mit diesen neuen Erkenntnissen? Alles

industrie keineswegs behindert. Sie wird einzig in unserem hängt davon ab, ob es gelingt, in Verantwortung diese neuen

Land verunmöglicht, das heisst: Eine der wenigen Branchen Erkenntnisse zu nutzen. Viele haben Gefühle wie Goethes

der High Technology wird untersagt, bei der die Schweiz noch Zauberlehrling: «Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht

eine Spitzenstellung einnimmt, untersagt auch an unseren los.» Kein Wunder, dass viele sich diesen Apfel lieber wieder

Universitäten, derweil an ausländischen Hochschulen intensiv an den Baum der Erkenntnis zurückwünschen. Nur: Das geht

gearbeitet wird. Ueberdies finanziert dort der Staat gentechno- nicht. Mit der Erkenntnis ist uns die Verantwortung für den re-

logische Forschungsprojekte in erheblichem Masse. spektvollen Umgang mit ihr ein für allemal aufgebürdet. Das ist

Wir würden also in Zukunft keine neuen, gentechnisch ent- der Preis der Erkenntnis. Wir können uns dieser Verantwor-

wickelten Medikamente exportieren können, jedoch für un- tung nicht entziehen, wir können nicht die Türe zumachen vor

sere Kranken importieren müssen -wie heute Deutschland für dem Verstand.

seine 400 000 Zuckerkranken Insulin aus Amerika einführt, Die «Beobachter-Initiative hat das Problem in der ganzen

weil dort zurzeit Insulin gentechnologisch nicht hergestellt Breite aufgeworfen. Der Gegenvorschlag des Ständerates mit

werden darf. Die Leidenden fragen nicht nach der Produk- den Ergänzungen der Kommission des Nationalrates bringt

tionstechnik der Medikamente, sondern hoffen auf ihre Wirk- eine angemessene, restriktive Regelung sowohl der menschli-

samkeit - Menschen, die zum Beispiel an Aids, Rheuma oder chen Fortpflanzung wie auch der Gentechnologie im Ausser-

an der Alzheimer-Krankeit leiden. human-Bereich. Im Humanbereich bringt sie Verbote, wo Kon-

Was Forschungsprojekte betrifft, richten sich die schweizeri- sens herrscht, nämlich: keine Leihmutterverhältnisse, keine

schen Firmen und Universitäten schon lange nach den inter- Forschung an Embryonen, keine Eingriffe an der menschli-

national anerkannten Empfehlungen der OECD und den chen Keimbahn.

Richtlinien des amerikanischen Gesundheitsamtes. Alle Es besteht ein Konsens in Wissenschaft und Forschung; nie-

diese Versuche sind überdies bei der «Schweizerischen mand will Eingriffe an der menschlichen Keimbahn. Im Gen-

Kommission für biologische Sicherheit» angemeldet und re- technologiebereich bringt die Vorlage die Kompetenz an den

gistriert. Bundesrat - mit ethischen Leitplanken. In diesem Geiste der

Ich muss in aller Form betonen: Die schweizerischen Firmen Verantwortung stehen wir vor der Aufgabe auf der Verfas-

und Universitäten befassen sich nicht mit Versuchen, die ge- sungsebene. Ich betone: Die Grundsätze sind auf der Verfas-

netische Aenderungen des Erbguts menschlicher Keimbahn- sungsebene zu regeln.

zellen oder menschlicher Embryonen zum Ziele hätten. Auch Einzelheiten und Methoden gehören auf die Gesetzesebene.

die Reproduktionsmedizin ist kein Arbeitsgebiet der Pharma- Und was den Schutz der Familie anbelangt, so sind gerade die

industrie. Menschenwürde, die Familie, die Persönlichkeitsrechte ja in

Zu sehr ist hier teils nur das Negative betont, sind die mögli- Absatz 2 des Verfassungstextes festgehalten.

chen Missbräuche dargelegt worden. Doch jede Technik kann Die Verfassung lässt aber die Möglichkeit offen, mit den neuen

missbraucht werden. Sehen wir aber doch auch den Segen Techniken unter bestimmten Bedingungen ein Kind zu zeugen:

neuer Entwicklungen, ihre Chancen - Chancen für Prävention, also kein Totalverbot der In-vitro-Technik auf der Verfassungse-

Diagnose und Therapie bei Krankheiten, denen wir heute hilf- bene. Mit einem solchen Verbot wären wir allein in Europa. Ich

los gegenüberstehen, vor allem was ihre Ursachen betrifft, frage mich, wie sich ein solches Verbot auf der Verfassungse-

Chancen für besseres Saatgut oder gentechnologische Mög- bene verträgt mit der so oft zitierten Europaverträglichkeit.

lichkeiten für energiesparende oder umweltfreundlichere Pro- Ich betone: Die Mehrheit steckt klare Jalons auf der Verfas-

duktionsverfahren. sungsebene und befürwortet eine Regelung, die dann auch

Es waren übrigens just die Gentechniker selbst, die, längst be- auf Gesetzesebene sehr restriktiv ist. Sie sehen, ich plädiere

vor wir hier eine öffentliche Diskussion darüber führten, nach für Zustimmung zur Mehrheit, mit Bundesrat und Ständerat.

einer Kontrolle der neuen Technologie riefen. Weil die Gefahr Ich möchte in Erinnerung rufen: Der Ständerat hat diesen Ge-

des Missbrauchs besteht, haben sie sich selbst Beschränkun- genvorschlag eigentlich geschaffen und ihm voll zugestimmt.

gen auferlegt, erstmals an einer internationalen Konferenz Mit der Zustimmung zur Mehrheit verbinde ich aber Erwartun-

1975, an der weltweit führende Molekularbiologen teilgenom- gen an das künftige Gesetz. Dort sehe ich ganz sicher eine Be-

men haben. Gerade das Ethische stand und steht im Vorder- schränkung auf Ehepaare und auch auf die homologe In-

grund, und die heute geforderten Schranken sind bereits da. vitro-Fertilisation, so Sie dieser überhaupt zustimmen.

Erfreulicherweise haben sich die damals geäusserten Be- Recht ist Ordnung, nicht Moral. Es gibt viele Uebel in dieser

fürchtungen nicht bestätigt. Die Selbstkontrolle hat sich be- Welt, doch alle Uebel, die gegenwärtigen und die zukünftigen,

währt. pauschal der Reproduktionsmedizin oder der Gentechnolo-

Die chemische Industrie der Schweiz anerkennt das öffentli- gie anzulasten, verkennt, dass viele Uebel -wie es auch schon

che Interesse der Offenlegung und Kontrolle. Sie unterstützt zitiert wurde - aufgrund der bisherigen Techniken zustande

daher auch eine Bundesregelung des Umgangs mit Erb- und kamen. Sei es die Artenverarmung, seien es die Probleme der

Keimgut und damit auch den Gegenvorschlag zur «Beobach- Dritten Welt: Alles ohne Gentechnologie und ohne Reproduk-

ter-Initiative. Es liegt nämlich auch in ihrem Interesse, wenn tionsmedizin!

sie sich auf gentechnologische Rahmenbedingungen verlas- Wer die neuen Möglichkeiten pauschal verdammt, verkennt

sen kann. auch die positiven Resultate der neuen Erkenntnisse, u. a. die

Eine letzte Bemerkung zu Herrn Hafner: Tatsächlich hat Herr Erfüllung des Kinderwunsches für immerhin zahlreiche Ehe-

Dr. Paul Müller von der Geigy wegen seinen Verdiensten um paare, und die Erwartungen, die wir an die Gentechnologie

die Erfindung des DDT den Nobelpreis bekommen. DDT wird haben. Ich denke an bisher unheilbare Krankheiten wie Aids,

jedoch in der Schweiz schon längst nicht mehr produziert, Krebs und andere mehr, die so viel Leid über so viele Men-

auch im Konzern der Ciba-Geigy nicht. Aber es wird nach wie schen bringen, und an alle anderen Probleme, vor denen die

vor in grossen Mengen verlangt und von ausländischen Fir- Menschheit steht: sei es die Nahrungsmittelproduktion oder

men produziert, weil es verschiedene Entwicklungsländer der Umweltbereich, wo die Gentechnologie ebenfalls substan-

gibt, die DDT anwenden, weil sie die Vorteile immer noch als tielle Beiträge - vielleicht nicht die Lösung, aber doch substan-

erheblich grösser denn die Nachteile erachten. Es gab bis tielle Beiträge - leisten könnte.

heute keine Toten wegen der Anwendung von DDT; aber es Ich bitte Sie daher, diese neuen Techniken nicht pauschal zu

gibt Millionen von Menschen - vor allem nach dem Zweiten verurteilen, sondern restriktiv und in ethischer Verantwortung

Weltkrieg -, die dank DDT vor Krankheiten, die durch Insekten Regelungen zu treffen, die auch in Zukunft Bestand haben

übertragen werden, geschützt werden konnten. können.

Manipulation génétique. Initiative populaire 596 N 19 mars 1991

Hier wird die Beratung dieses Geschäftes unterbrochen

Le débat sur cet objet est interrompu

Schluss der Sitzung um 13.05 Uhr

La séance est levée à 13 h 05

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Gegen Missbräuche der Fortpflanzungs- und Gentechnologie beim Menschen.

Volksinitiative

Contre l'application abusive des techniques de reproduction et de manipulation génétique à

l'espèce humaine. Initiative populaire

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1991

Année

Anno

Band II

Volume

Volume

Session Frühjahrssession

Session Session de printemps

Sessione Sessione primaverile

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 12

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 89.067

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 19.03.1991 - 08:00

Date

Data

Seite 588-596

Page

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Ref. No 20 019 701

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