Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 88-882 KI-generiert

Medication Consumption in Switzerland

Geschäftsnummer VPB 88-882
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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This interpellation addressed concerns about high medication consumption in Switzerland, noting it was the third highest in Europe. The Federal Council responded that while cantons are primarily responsible for non-narcotic medications, the federal government can regulate goods that endanger health. Regarding specific questions, the council stated precise consumption data was unavailable, differentiating between use and misuse, and noted that existing research through a national program had been conducted. They acknowledged the need for further studies on medication misuse and highlighted ongoing efforts to curb misuse through strict prescription practices, international guidelines on drug information, and upcoming regulations on alcoholic specialties.

Legislator-Regeste

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Art. 31 BV; Medication Consumption in Switzerland: The Federal Council responded that while cantons are primarily responsible for non-narcotic medications, the federal government can regulate goods that endanger health. Regarding specific questions, the council stated precise consumption data was unavailable, differentiating between use and misuse, and noted that existing research through a national program had been conducted. They acknowledged the need for further studies on medication misuse and highlighted ongoing efforts to curb misuse through strict prescription practices, international guidelines on drug information, and upcoming regulations on alcoholic specialties.

Schlagwörter

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Verjährung Betäubungsmittelkonsum Überarztung Pharmarecht Gesundheitszustand Wirtschaftlichkeit von Arzneimitteln

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 31 BV

Cited as the basis for the Confederation's comprehensive competence to enact trade policy regulations, including those for the traffic of medicines.

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Volltext

Interpellation Zölch. Usage de médicaments 1402 N 21 septembre 1989

Zwingli: Es hat den Anschein, dass auch in die Drogenpolitik Für die Heilmittel sind, sofern diese nicht unter das eidgenös-

der Schweiz Bewegung komme. Intern stehen die Drogensi- sische Betäubungsmittelgesetzfallen, die Kantone zuständig,

tuation, namentlich in unseren grösseren Städten - Stichwort doch ist der Bund befugt, gesetzliche Bestimmungen zu erlas-

Platzspitz Zürich -, und der neue Drogenbericht zur Diskus- sen über den Verkehr von Gebrauchsgegenständen, soweit

sion. Auch die politische Diskussion um mögliche Problemlö- solche das Leben oder die Gesundheit gefährden können.

sungen ist angelaufen. Es ist heute sicher nicht der richtige Der Bund ist also legitimiert, alarmierende Signale über Aus-

Zeitpunkt, den Drogenbericht zu diskutieren. mass und Ursache des schweizerischen Medikamentenkon-

Auf den ersten Blick beurteilt laufen wir in der Schweiz Gefahr, sumszu überprüfen; erhärtete Daten darüber liegen nicht vor.

hinterher mit Experimenten über die Entkriminalisierung des Ich bitte den Bundesrat, zu folgenden Fragen Stellung zu neh-

Drogenkonsums zu beginnen, und das in einem Zeitpunkt, in men:

dem ähnliche Versuche in anderen Ländern abgebrochen 1. Kann der Bundesrat genaue Angaben machen über den

werden. Im Gegensatz zu uns schlägt man in anderen Län- Konsum von rezeptpflichtigen und nicht-rezeptpflichtigen (frei

dern eine härtere Gangart gegen den Drogenhandel ein. Um verkäuflichen) Medikamenten?

so dringender sind eine gute internationale Zusammenarbeit 2. Kann der Bundesrat die Ursachen für den hohen Medika-

und eine gegenseitige Unterstützung. Ich begrüsse deshalb mentengebrauch und -missbrauch erklären?

die Absicht des Bundesrates, ein mehreres für die Verstärkung 3. Ist der Bundesrat bereit, eine Untersuchung über Ausmass,

der internationalen Zusammenarbeit zu tun. Aber diese ver- Beschaffenheit und Ursachen des Medikamentenmiss-

stärkte internationale Zusammenarbeit bedarf unbedingt der brauchs zu veranlassen? (Nationales Forschungspro-

Ergänzung durch ein klares nationales Drogenkonzept. gramm?)

Dieses Konzept müsste für die folgenden Probleme Lösungen 4. Sieht der Bundesrat eine Möglichkeit, den Medikamenten-

anbieten: missbrauch einzudämmen (z. B. Unterstützung der Informati-

1. Bessere Hilfe an Eltern, Lehrer und Ausbildner aller Stufen onspolitik der Kantone)?

und selbstverständlich auch an unsere Jugendlichen gegen

Einstieg und Abhängigkeit in Drogen. Texte de l'interpellation du 15 décembre 1988

2. Ausbau einer wirksamen Betreuung von abhängigen Dro- Selon une opinion répandue, les Suisses font ample usage de

genkonsumenten. médicaments. Notre pays se situe à cet égard au troisième

3. Eine wesentliche Verschärfung des Kampfes gegen Einfuhr rang européen.

und Transit von Drogen und alle möglichen Formen des Han- Chaque habitant a dépensé en moyenne quelque 375 francs

dels. en 1987 pour l'achat de médicaments, ce qui représente une

4. Die Verstärkung der internationalen Zusammenarbeit zur croissance de 28 pour cent par rapport à 1986.

Bekämpfung des Drogenhandels. Les cantons sont compétents en la matière, du moins pour les

Ich hoffe, noch in dieser Diskussion von ersten Umrissen eines substances qui ne sont pas soumises à la loi fédérale sur les

neuen schweizerischen Drogenbekämpfungskonzeptes zu stupéfiants. La Confédération est néanmoins habilitée à régler

hören. le commerce des articles d'usage courant lorsqu'ils peuvent

mettre en péril la vie ou la santé. Il serait donc opportun que

l'autorité fédérale examine la consommation de médicaments

dans notre pays, vu les indices alarmants relatifs à l'ampleur et

#ST# 88.886 aux causes de cette consommation, et vu l'absence de don-

nées sûres en ce domaine.

Le Conseil fédéral est donc prié de répondre aux questions

Interpellation Büttiker suivantes:

Lebensmittelbestrahlung 1. Peut-il fournir des données précises sur la consommation

in der Schweiz de médicaments en Suisse, qu'ils soient soumis à ordon-

nance médicale ou en vente libre?

Irradiation des denrées alimentaires 2. Peut-il déterminer les causes de l'usage intensif, voire ex-

Siehe Seite 641 hievor- Voir page 641 ci-devant

cessif, des médicaments?

3. Est-il prêt à ordonner une enquête sur l'ampleur, les formes

et les causes de l'abus des médicaments (par exemple sous

forme d'un programme national de recherche)?

4. Juge-t-il possible de freiner l'abus des médicaments (par

Diskussion - Discussion exemple en soutenant des campagnes d'information cantona-

les)?

Präsident: Herr Büttiker hat mir mitgeteilt, dass er auf die Dis-

kussion verzichtet. Mitunterzeicher - Cosignataires: Basler, Daepp, Hari, Reich-

ling, Rychen, Schwab, Seiler Hanspeter (7)

Schriftliche Begründung - Développement par écrit

Die Interpellantin verzichtet auf eine Begründung und wünscht

#ST# 88.882 eine schriftliche Antwort.

Interpellation Zölch Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates

Arzneimittelkonsum vom 17. Mail989

Rapport écrit du Conseil fédéral du 17 mai 1989

Usage de médicaments Wie der Bundesrat in seinen Antworten auf 87.348, Motion

Humbel, vom 17. März 1987 über ein eidgenössisches Arz-

neimittelgesetz, und auf 88.573, Motion Miville, vom 19. Sep-

tember 1988, festhält, gibt bereits Artikel 31 bis der Bundesver-

fassung dem Bund eine umfassende Kompetenz zum Erlass

Wortlaut der Interpellation vom 15. Dezember 1988 gewerbepolizeilicher Vorschriften, die ihn nach heute herr-

Nach weitverbreiteter Auffassung ist der Arzneimittelkonsum schender Lehre auch ermächtigt, eine entsprechende Rege-

in der Schweiz sehr hoch. Im europäischen Vergleich steht un- lung für den Heilmittelverkehr zu erlassen.

ser Land diesbezüglich an dritter Stelle. Die Pro-Kopf-Aus- 1. Ueber den Konsum von rezeptpflichtigen und nicht-rezept-

gaben für Medikamente im Jahr 1987 werden mit gegen 375 pflichtigen Medikamenten lassen sich keine genauen Anga-

Franken beziffert, was gegenüber 1986 einer Zunahme von 28 ben machen. Die Interkantonale Kontrollstelle für Heilmittel

Prozent entspricht. (IKS) schätzt den Anteil der beiden Kategorien ungefähr im

21. September 1989 N 1403 Interpellation Zölch. Arzneimittelkonsum

Verhältnis 1:2. Der Anteil der rezeptpflichtigen Heilmittel am Präsident: Frau Zölch erklärt sich von der Antwort des Bun-

Registrierungsbestand der IKS betrug im Jahre 1987 rund 49 desrates teilweise befriedigt.

Prozent.

2. Die Begriffe des Medikamentengebrauchs und des Medika-

mentenmissbrauchs müssen klar auseinandergehalten wer- Schluss der Sitzung um 12.10 Uhr

den. La séance est levée à 12 h 10

Die Pro-Kopf-Ausgaben für Medikamente von rund 357 Fran-

ken für 1987 sind im Rahmen generell hoher Gesundheitsko-

sten zu sehen. Ein direkter internationaler Vergleich derartiger

Zahlen ist für sich allein wenig aussagekräftig. Die schweizeri-

sche Gesetzgebung weist im Vergleich zum Ausland einen in

wesentlichen Bereichen umfassenderen Heilmittelbegriff auf.

Zudem bestehen erhebliche Unterschiede im Sozialversiche-

rungssystem und in der guten Gesundheitsversorgung. Die

Frage der Aerztedichte bzw. der Qualität der medizinischen

Versorgung ganz allgemein ist in den Vergleich einzubezie-

hen, ebenso die Altersstruktur der Bevölkerung. Die Lebenser-

wartung nimmt jährlich zu, ebenso die Aerztedichte.

Es ist auch festzuhalten, dass Medikamente mit einem Ab-

hängigkeitspotential nicht an erster Stelle der benützten Medi-

kamentengruppen stehen. Dies sind vielmehr Bluthochdruck-

und Herzmittel sowie Antibiotika und Antidiabetika. Im übrigen

geht die Interpellantin von falschen Zahlen aus, lagen doch

1986 die Pro-Kopf-Angaben für Medikamente bei 414 Fran-

ken, also 9,5 Prozent höher und nicht 28 Prozent tiefer als

1987.1985 lagen die Ausgaben fast wie 1987 bei 375 Franken.

3. Eine derartige Untersuchung ist im Rahmen des Nationalen

Forschungsprogramms Nr. 8 bereits durchgeführt worden.

Ferner werden - im Auftrag der schweizerischen Sanitätsdirek-

torenkonferenz-seit 1968 die Häufigkeit des Medikamenten-

und Drogenmissbrauchs bei Patienten in psychiatrischen Kli-

niken regelmässig erhoben. In Anbetracht der Tatsache, dass

auf dem Gebiete des Medikamentenmissbrauchs noch wei-

tere Daten nützlich wären, anerkennt der Bundesrat die Not-

wendigkeit weiterer Untersuchungen, wobei darauf zu achten

wäre, dass methodisch zuverlässige Daten ausgearbeitet wer-

den.

4. Die IKS hat wiederholt Massnahmen getroffen, die zum Ziel

hatten, den Medikamentenmissbrauch einzudämmen. Ins-

besondere wird auf die seit jeher strikte Handhabung der Re-

zeptpflicht Wert gelegt. Daher lässt die IKS ebenfalls Fragen

des Arzneimittelmissbrauchs bei der Festlegung von Ver-

kaufsabgrenzungen einfliessen. Vor kurzem hat die IKS zu-

dem international wegweisende Richtlinien über die Arzneimit-

telinformation in Kraft gesetzt, welche die Erarbeitung einer all-

gemein verständlichen Patienteninformation unter Verzicht

auf Werbeaussagen und Fremdwörter zwingend vorschreibt.

Weiter beabsichtigt sie in nächster Zeit, Vorschriften über alko-

holhaltige Spezialitäten in Kraft zu setzen, die wesentlich über

die Gesetzgebungen anderer Industrieländer hinausgehen.

Eine Zusammenarbeit zwischen den kantonalen Behörden

und dem Bund besteht schon auf dem Gebiete der Kontrolle

der dem Bundesgesetz über die Betäubungsmittel unterstell-

ten Medikamente. Sie hat sich dort bestens bewährt.

Präsident: Frau Zölch hat das Wort für eine kurze persönliche

Erklärung.

Frau Zölch: Ich danke dem Bundesrat für seine Antworten auf

meine Fragen. Ich erkläre mich teilweise befriedigt.

Bezüglich der Entwicklung der Pro-Kopf-Ausgaben für Medi-

kamente liegen offensichtlich von den verschiedenen Seiten

auch verschiedene Angaben vor. Ich bin froh darüber, Herr

Bundesrat, dass Sie in Ihrer Antwort auch feststellen, auf dem

Gebiete des Medikamentenmissbrauchs seien weitere Daten

nützlich. Sie anerkennen die Notwendigkeit weiterer Untersu-

chungen, und ich bitte Sie, diese Untersuchungen zu veran-

lassen. - Im übrigen verlange ich keine weitere Diskussion.

Bundesrat Cotti: Zusätzlich zu unserer Antwort, Frau Zölch,

kann ich Ihnen bestätigen, dass das Nationale Forschungs-

programm Nr. 26, wie Sie wahrscheinlich wissen, zum Teil

auch die Frage des Arzneimittelgebrauches behandeln wird,

auch in einer statistischen Untersuchung.

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Interpellation Zölch Arzneimittelkonsum

Interpellation Zölch Usage de médicaments

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1989

Année

Anno

Band IV

Volume

Volume

Session Herbstsession

Session Session d'automne

Sessione Sessione autunnale

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 05

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 88.882

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 21.09.1989 - 08:00

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Data

Seite 1402-1403

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Ref. No 20 017 722

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