Switzerland v. Czechoslovakia: Interpellation on Political Detention and Psychiatric Commitment
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThis case concerns an interpellation regarding the detention of an individual for political reasons in Czechoslovakia. The individual, who had authored political and religious writings and initiated a petition for religious freedom, was reportedly imprisoned and forcibly committed to a psychiatric clinic. Swiss authorities had intervened twice with Czechoslovakian officials, requesting the release and reiterating their disapproval of the measures taken. The government stated that the case was under review and the individual was being re-examined by doctors, noting that previous interventions had allowed the individual to spend Christmas with family. The government affirmed its intent to continue intervening in such human rights violation cases, both bilaterally and through international mechanisms.
Legislator-Regeste
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17. März 1989 N 627 Interpellation Zwygart
Präsident: Die Interpellantin ist von der Antwort des Bun- Mitunterzeichner-Cosignataires: Bäumlin Ursula, Biel, Bir-
desrates befriedigt. cher, Bonny, Bürgi, Büttiker, David, Diener, Dietrich, Dormann, Dünki, Fankhauser, Fischer-Sursee, Früh, Grendelmeier, Günter, Hänggi, Mari, Hess Peter, Jaeger, Keller, Loeb, Longet, Maeder, Meier-Glattfelden, Müller-Aargau, Müller-Meilen, Nabholz, Neuenschwander, Oester, Ott, Pac- #ST# 88.879 colat, Portmann, Sager, Schmid, Schnider, Seiler Hanspeter, Seiler Rolf, Steffen, Stucky, Thür, Ulrich, Wanner, Weder- Interpellation Zwygart Basel, Wellauer, Widmer, Wiederkehr, Wyss Paul, Zbinden Menschenrechte in der Tschechoslowakei. Hans, Zölch, Züger, Zwingli (52) Fall Navratil Schriftliche Begründung - Développement par écrit Droits de l'homme en Tchécoslovaquie. Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht Affaire Navratil eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 13. Februar 1989 Rapport écrit du Conseil fédéral du 13 février 1989
1. Dem Departement für auswärtige Angelegenheiten ist der Wortlaut der Interpellation vom 15. Dezember 1988 Fall Navratil bekannt, und es hat zu seinen Gunsten bereits Nach wie vor sind in der Tschechoslowakei Bürger aus zweimal bei den tschechoslowakischen Behörden intervepolitischen Gründen eingekerkert oder in psychiatrischen niert.
Kliniken zwangseingewiesen. Eines dieser Opfer des Miss- Die erste Demarche wurde am 4. November 1988 durch den brauchs der Psychiatrie aus politischen Gründen ist Chef der schweizerischen Delegation am KSZE-Folgetreffen Augustin Navratil. in Wien unternommen; im Aide-Mémoire, welches dem Chef Der Eisenbahnangestellte Navratil hatte zusammen mit der tschechoslowakischen Delegation übergeben wurde,
ändern politische und religiöse Schriften verfasst. Er haben die Schweizer Behörden ersucht, die ergriffene Mass-
gehörte mit zu den Initianten einer Petition für Religionsfreinahme ohne Verzug rückgängig zu machen, da sie die
heit in der Tschechoslowakei, die von gegen 600 000 Perso- Internierung als ungerechtfertigt und gegen den Buchstanen unterzeichnet wurde. Er wurde schon mehrfach verurben und Geist der humanitären Bestimmungen der KSZE
teilt und in Kliniken eingewiesen, so auch in diesem Jahr. betrachteten. Im weiteren sei erwähnt, dass eine Petition
Navratil hatte um eine Untersuchung einer internationalen zugunsten von Herrn Navratil, die von 42 Schweizer Parla- Aerztedelegation über seinen Gesundheitszustand gebeten. mentariern unterzeichnet worden war, am S.Januar 1989 In einem Gutachten vertraten zwei Schweizer Aerzte die durch den Chef der obenerwähnten Delegation seinem Meinung, dass bei Augustin Navratil «keine Zeichen einer tschechoslowakischen Kollegen übergeben wurde.
psychischen Krankheit» vorhanden seien. In einer zweiten Demarche beim Ministerium für auswärtige Die Gutachter waren zum Prozess zugelassen und bezeich- Angelegenheiten hat unser Botschafter in Prag am 12.
neten diesen als Farce. Januar 1989 erneut die Missbilligung der Schweizer Behör- Ich bitte den Bundesrat um Auskunft über die folgenden den zu diesem Fall geäussert. Die tschechoslowakischen Fragen: Behörden gaben bekannt, dass sich der Fall in Revision
List dem Bundesrat der Fall Augustin Navratil bekannt? befände und Herr Navratil durch weitere Aerzte erneut unter-
Was wurde von den Schweizer Behörden in diesem Fall sucht werde. Es sei auch erwähnt, dass aufgrund verschieunternommen, und was gedenken sie weiter zu unterdener Demarchen, einschliesslich jener der Schweiz, Herr nehmen? Navratil die Weihnachtstage bei seiner Familie verbringen
2. Was kann der Bundesrat veranlassen, um die Menschenkonnte.
rechtsverletzungen in der Tschechoslowakei zu vermin- Der Bundesrat behält sich vor, erneut zugunsten von Herrn dern? Navratil zu intervenieren, falls die Angelegenheit keinen befriedigenden Ausgang nimmt. Texte de l'interpellation du 15 décembre 1988 2. Gleiches wird er auch in anderen Individualfällen von En Tchécoslovaquie, et pour des raisons politiques, des schweren Menschenrechtsverletzungen tun können, sei es citoyens sont encore emprisonnés ou hospitalisés de force auf rein bilateraler Ebene oder im Rahmen der durch das en clinique psychiatrique. Augustin Navratil est l'une des KSZE-Schlussdokument von Wien festgelegten Mechanis-
victimes de l'utilisation abusive de la psychiatrie à des fins men zur Kontrolle der Einhaltung der durch die Staaten
politiques. eingegangenen Verpflichtungen im humanitären Bereich. Cet employé de chemins de fer est coauteur d'écrits politi-
ques et religieux, ainsi que d'une pétition demandant la Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes-
liberté de religion signée par près de 600 000 personnes. Il a rates befriedigt. été jugé et enfermé en clinique à plusieurs reprises, dont la dernière fois cette année. Il avait demandé que son état de santé soit examiné par une délégation médicale internationale et dans leur rapport d'expertise, deux médecins suisses ont conclu à «l'absence de symptômes d'une maladie psychique» chez Augustin Navratil. Les experts ont été autorisés à assister au procès qu'ils ont qualifié de farce. Le 29 octobre 1988, Navratil a été hospitalisé de force à la clinique psychiatrique de Kromeriz. Je prie le Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes:
1. A-t-il connaissance du cas d'Augustin Navratil? Qu'ont entrepris les autorités suisses à ce propos, et qu'envisagentelles d'entreprendre encore?
2. Que peut entreprendre le Conseil fédéral en vue d'obtenir, une réduction du nombre de violations des droits de l'homme en Tchécoslovaquie? Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Zwygart Menschenrechte in der Tschechoslowakei. Fall Navratil
Interpellation Zwygart Droits de l'homme en Tchécoslovaquie. Affaire Navratil
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Jahr 1989 Année Anno
Band II Volume Volume
Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile
Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 17 Séance Seduta
Geschäftsnummer 88.879 Numéro d'objet Numero dell'oggetto
Datum 17.03.1989 - 08:00 Date Data
Seite 627-627 Page Pagina
Ref. No 20 017 309
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