Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 88-781 KI-generiert

Forest Road Construction and Environmental Protection Motion Rejected

Geschäftsnummer VPB 88-781
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The National Council debated a motion concerning the construction of forest roads and the need to balance their development with environmental protection, including nature, heritage, and landscape conservation, as well as land-use planning. The primary concerns were to ensure decisions on road development, exploitation, and methods align with forest functions and protection goals, and that no forest development projects proceed without proper construction permits. While acknowledging the existing regulations and efforts to address these issues, the debate centered on whether the motion offered new insights or merely reiterated existing practices. Ultimately, the motion was rejected because the committee determined that its concerns were already adequately addressed by current legislation and federal administration practices, rendering the proposed measures redundant.

Legislator-Regeste

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Art. 25 diese, Art. 25 unse, Art. 22 RPG, Art. 24 RPG; Forest Road Construction and Environmental Protection Motion Rejected: The primary concerns were to ensure decisions on road development, exploitation, and methods align with forest functions and protection goals, and that no forest development projects proceed without proper construction permits. While acknowledging the existing regulations and efforts to address these issues, the debate centered on whether the motion offered new insights or merely reiterated existing practices. Ultimately, the motion was rejected because the committee determined that its concerns were already adequately addressed by current legislation and federal administration practices, rendering the proposed measures redundant.

Schlagwörter

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Strassenbau umweltrechtliche Bedenken naturschutzrechtliche Bewilligung Grundstücksnutzung Groberschliessung Fällung von Bäumen
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 22 RPG

Cited in the dispositive as a basis for requiring building permits for forestry development projects.

Art. 24 RPG

Cited in the dispositive as a basis for requiring building permits for forestry development projects.

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Volltext

Motion du Conseil national (Loretan) 836 14 décembre 1989

on s'aperçoit que, sur les six points qu'elle comporte, quatre #ST# 86.175

sont en tout cas à l'étude actuellement par l'Administration

fédérale - soit les points 2 à 5.

En ce qui concerne le point 1, prévoir des moyens financiers

Motion des Nationalrates (Hess Peter)

suffisants pour soutenir les travaux de recherche en la matière, Waldschäden

il me semble que c'est avant tout une affaire qui relève de l'éco- Motion du Conseil national (Hess Peter)

nomie privée et en particulier de la chimie bâloise, éventuelle- Dégâts aux forêts

ment des cantons intéressés, ce n'est guère une affaire

fédérale; quant au point 6, remplacer la responsabilité subjec-

tive par la responsabilité causale, la commission n'en veut ab-

solument pas, cela ressort clairement des discussions qu'elle

a eues. C'est pourquoi votre commisson vous propose de re-

fuser cette initiative ou de ne pas lui donner suite. Wortlaut der Motion vom 7. Oktober 1988

Je sais bien que M. Rhinow se contenterait d'un postulat qui, Der Bundesrat wird beauftragt, sofort die erforderlichen Mass-

nous le savons, n'est pas un instrument extrêmement énergi- nahmen für eine weitere, nachhaltige Senkung der Schadstoff-

que. Je voudrais cependant vous recommander de ne pas sui- emissionen in der Luft zu treffen, insbesondere die verstärkte

vre M. Rhinow mais la majorité de votre commission qui s'est Förderung alternativer, einheimischer und erneuerbarer Ener-

prononcée, par 9 voix contre une, pour ne pas donner suite à gien.

l'initiative du canton de Baie-Campagne, et ce pour les raisons

exposées également dans le rapport écrit. Texte cte la motion du 7 octobre 1988

Le Conseil fédéral est chargé de prendre immédiatement les

Miville: So wie dieser Meinungsaustausch verläuft, sehe ich mesures nécessaires pour que les émissions polluant l'atmo-

mich nun doch veranlasst, etwas dazu zu sagen und Sie ange- sphère soient réduites davantage encore et de façon durable,

legentlichst zu bitten, dem Antrag Rhinow stattzugeben. notamment en renforçant la promotion du recours à des éner-

Man muss da verschiedenes ins Auge fassen, wenn man die- gies de remplacement renouvelables provenant du pays.

sem Vorstoss aus dem Kanton Baselland gerecht werden will.

Erstens einmal ist es ja kein Zufall, dass er aus dem Kanton M. Gautier, rapporteur: La motion du Conseil national est une

Baselland kommt, dem Kanton, der das «Schweizerhalle- motion de M. Peter Hess qui proposait huit mesures pour lutter

Erlebnis» hinter sich hat, dem Kanton, der diese ganz ausser- contre les dégâts aux forêts; elle date du 16 décembre 1986.

gewöhnliche Katastrophe und ihre Folgen hinzunehmen Le Conseil national, sur la demande du Conseil fédéral, avait

hatte. transmis sous forme de postulat sept des huit points de la mo-

Wenn man nun sieht, was der Landrat des Kantons Baselland, tion et comme motion seulement, le point 7 qui demande de

gestützt auf umfangreiche Vorarbeiten, uns hier als Standesin- protéger les forêts: «en renforçant la promotion du recours à

itiative unterbreitet, wenn man das genau prüft, so ist man von des énergies de remplacement renouvelables, provenant du

der seriösen Arbeit, die hier geleistet worden ist, ganz einfach pays».

beeindruckt. Ohne jegliche Uebertreibung: Es ist eine sachli- Depuis la date de l'acceptation de cette motion, des mesures

che Darstellung des Gefahrenpotentials, das mit einer Indu- ont été prises de la part de l'Administration fédérale, aussi la

strie wie der Chemie nun einmal verbunden ist, und der Mass- Commission de la santé publique et de l'environnement vous

nahmen, die der Kanton Baselland auf diesem Gebiet für an- propose-t-elle d'accepter la motion mais de la classer comme

gezeigt erachtet. étant déjà réalisée.

Ich appelliere an die Mitglieder dieses Rates - die doch im all-

gemeinen für Anliegen des Föderalismus Verständnis aufbrin- Präsident: Wird dem Antrag der Kommission widersprochen?

gen - auch unter diesem Titel: Lassen Sie es nicht zu, dass Das ist nicht der Fall. Damit ist die Motion zwar entgegenge-

eine so sorgfältig ausgearbeitete und begründete Standesin- nommen, aber als erfüllt abgeschrieben.

itiative eines Kantons einfach mit sechs oder sieben Zeilen, die

uns von einer Kommission zugeleitet werden, vom Tisch ge- Abgeschrieben - Classé

wischt wird. Lassen Sie das nicht zu !

Was steht denn in den Verlautbarungen der Kommission? Ein

grosser Teil der Forderungen werde zurzeit von der Bundes-

anwaltschaft geprüft. Damit ist bereits gesagt, dass nicht die #ST# 88.781

Gesamtheit der Fragen im Bund als Aufgabe ansteht. So oder

so: Wir erleben es hier in diesem Rat immer und immer wieder, Motion des Nationalrates (Loretan)

dass ein Bundesrat zwar sagt, er halte die Forderungen einer

Motion oder eines Postulates für nicht gerade leicht machbar

Forststrassenbau. Rücksichtnahme

oder für zum grossen Teil schon in Bearbeitung, aber am auf die Landschaft

Schluss sagt er, er sei bereit, das Postulat zu übernehmen. Er Motion du Conseil national (Loretan)

sagt das, um die Arbeit des Parlamentariers anzuerkennen, Routes forestières. Respect de

um ihn nicht zu entmutigen. l'environnement

Um wieviel mehr müsste nun diese grosszügige Einstellung,

die uns als Motionären oder Postulanten immer wieder entge-

gengebracht wird, einem Kanton zugute kommen, der uns auf

so überzeugende Art und Weise mit seinen Anliegen vertraut

machen will!

Wortlaut der Motion vom 17. März 1989

Abstimmung - Vote Die schwierige Lage des Schweizer Waldes hat zu Massnah-

men des Bundes geführt, die unter anderem auch die bessere

Für den Antrag der Kommission 18 Stimmen Pflege und Nutzung der Waldungen bewirken sollen. Nach of-

Fürden Antrag Rhinow 11 Stimmen fizieller Leseart bedeutet dies auch die verstärkte Erschlies-

sung mittels Strassen. Ich fordere in diesem Zusammenhang

den Bundesrat auf, das gesamte forstliche Projektwesen, ins-

besondere im Rahmen der Subventionierung, besser auf die

Erfordernisse des Natur-, Heimat- und Landschaftsschutzes

sowie der Raumplanung abzustimmen, in der Weise, dass

l.die Entscheide über Erschliessung oder Nichterschlies-

sung, Nutzung oder Nichtnutzung, Wahl der Erschliessungs-

14. Dezember 1989 837 Motion des Nationalrates (Loretan)

art und der Nutzungsmethoden der Waldfunktion sowie den ser Punkt wurde vom Nationalrat abgelehnt, ist hier also nicht

Schutzzielen angepasst werden; zu behandeln.

2. durch entsprechende Anweisungen des Bundesrates bzw. Es bleiben somit nur noch die Punkte 3 und 5 (in der Fas-

des zuständigen Departementes des Innern dafür gesorgt sung, wie die Motion dem Ständerat vorliegt, Punkt 1 und 2),

wird, dass keine forstlichen Erschliessungsprojekteohne Bau- die vom Nationalrat überwiesen worden sind, nachdem der

bewilligung im Sinne der Artikel 22 und 24 des Raumpla- Bundesrat bereit war, sie als Motion entgegenzunehmen.

nungsgesetzes ausgeführt werden. In Punkt 1 (3) verlangt der Motionär, der Bundesrat habe die

Entscheide über Erschliessung oder Nichterschliessung, Nut-

Texte de la motion du 17 mars 1989 zung oder Nichtnutzung, Wahl der Erschliessungsart und der

La situation difficile que traverse la forêt suisse a conduit la Nutzungsmethoden der Waldfunktion sowie den Schutzzielen

Confédération à prendre des mesures visant à mieux entrete- anzupassen.

nir et exploiter les forêts. Selon la version officielle, il s'agirait Gestützt auf die geltende Forstpolizeiverordnung sowie die

également d'améliorer la desserte des forêts par la création de Verordnung über die Investitionskredite für die Forstwirtschaft

routes. Je charge le Conseil fédéral d'aligner, particulièrement im Berggebiet hat das EDI am 21. Februar 1978 Vorschriften

en ce qui concerne le subventionnement, l'ensemble des pro- für forstliche Projekte und ihre Unterstützung durch den Bund

jets relatifs à la forêt sur les exigences de la protection de la na- erlassen. Solche Vorschriften bestanden bereits vorher.

ture, du patrimoine et du paysage ainsi que de l'aména- An forstliche Arbeiten gewährt der Bund nur Beiträge, wenn -

gement du territoire neben vielen anderen - auch die Vorschriften des Bundes-

1. en tenant compte de la vocation des forêts et des objectifs gesetzes über Natur- und Heimatschutz und der dazugehöri-

de protection forestière dans les décisions relatives à la des- gen Vollziehungsverordnung eingehalten werden.

serte, à l'exploitation, au choix du type de desserte et des Gestützt auf die von National- und Ständerat überwiesene

méthodes d'exploitation; Motion Lauber vom 5. Juni 1984 sind diese Vorschriften er-

2. en veillant, par des directives du Conseil fédéral ou des gänzt worden. Sie gelten für Waldnutzungen und Walder-

départements de l'intérieur concernés, à ce qu'aucun projet schliessungen. Zudem besteht eine klare Wegleitung aus dem

de desserte forestière ne soit réalisé sans autorisation de Jahre 1987 über Natur- und Heimatschutz beim forstlichen

construire au sens des articles 22 et 24 de la loi fédérale sur Projektwesen. Diese Vorschriften gelten heute noch und wer-

l'aménagement du territoire. den auch angewendet. Mit ihnen sind die Begehren des Mo-

tionärs unter Punkt 1 (3) voll abgedeckt. Die Motion ist des-

halb nicht zu überweisen.

Antrag der Kommission Mit Punkt 2 (5) der Motion wird verlangt, es sei dafür zu sor-

Die Motion sei abzulehnen gen, dass keine forstlichen Erschliessungsprojekte ohne Bau-

Proposition de la commission bewilligung im Sinne von Artikel 22 und 24 des Raumpla-

Rejeter la motion nungsgesetzes ausgeführt werden.

Zweifellos bestreitet heute niemand, dass Planungen im Forst-

Ziegler, Berichterstatter: Bei der zu beurteilenden Motion han- wesen integral erfolgen müssen, dass auch Baubewilligungen

delt es sich um Teile der Motion Loretan, die am 7. Oktober erforderlich sind. Dem Begehren der Motion wird bereits seit

1988 im Nationalrat eingereicht worden ist. Der Motionär ver- langem nachgelebt. Der Bundesrat ist bereit - was er aus-

langte, das gesamte forstliche Projektwesen, insbesondere im drücklich erklärt hat -, dafür zu sorgen, dass die Pflicht zur

Rahmen der Subventionierung, sei besser auf die Erforder- Koordination der verschiedenen Interessen von forstlichen

nisse des Natur-, Heimat- und Landschaftsschutzes abzustim- Erschliessungsprojekten, an die der Bund Subventionen lei-

men. stet, beachtet wird und dass die Verfügungen über die Geneh-

Das Büro des Ständerates hat die Motion zur Bearbeitung und migung genereller Erschliessungsprojekte den Beschwerde-

Antragstellung der für das Bundesgesetz betreffend Walder- berechtigten zur Kenntnis gebracht werden. Das Weisungs-

haltung und Schutz vor Naturereignissen (Waldgesetz) zu- recht besteht bereits und genügt. Die Motion ist erfüllt, sie ist

ständigen Kommission zugewiesen. Die Kommission, die die- nicht zu überweisen.

ses Geschäft am 5. Oktober 1989 behandelt hat, beantragt Ih- Die Ablehnung der Motion bedeutet nicht, dass die Wald-

nen mit 7 zu 2 Stimmen, bei einer Enthaltung, die Motion ab- gesetz-Kommission sich nicht für den Wald -für den nach wie

zulehnen. vor kranken Wald, wie der neueste Bericht zeigt - und die

Sollte es tatsächlich so sein, Herr Kollege Rhinow, dass Vor- Anliegen des Natur- und Heimatschutzes einsetzt. Wer daran

stösse aus den eigenen Reihen diskussionslos überwiesen, zweifelt, möge die Beratungen über das Waldgesetz konsultie-

werden, wenn sie der Bundesrat entgegennimmt, müsste eine ren. Den Interessen des Waldes sowie den Interessen des

solche Praxis sofort unterbunden werden. Sonst müssten wir Natur- und Heimatschutzes bringt die Motion überhaupt

das Geschäftsverkehrsgesetz ändern und auch unser Regle- nichts Neues.

ment, denn es hätte keinen Sinn, solche Bestimmungen im Uebrigens muss abschliessend klar festgehalten werden:

Reglement und im Geschäftsverkehrsgesetz zu behalten, Wenn man zum Schluss gelangen sollte, die übriggebliebe-

wenn wir die Vorstösse einfach diskussionslos überweisen nen Begehren Loretan seien als Motion zu überweisen,

wollten. müsste geprüft werden, ob im Sinne unseres Réglementes

Es muss meines Erachtens auch der möglichen Unsitte - Artikel 25 diese Begehren überhaupt als Motion betrachtet

wenn ich es so sagen darf - Gegensteuer gegeben werden, werden können.

dass man Motionen nicht der Sache wegen, sondern der Me- Die Kommission beantragt Ihnen auf jeden Fall, die Motion

dien wegen oder aus einem ähnlichen Grund einreicht, wobei nicht zu überweisen.

ich damit nicht über die vorliegende Motion urteile.

Die am 7. Oktober 1988 eingereichte Motion bestand aus fünf Affolter: Ich konnte nicht an der letzten Sitzung der Wald-

Punkten. gesetz-Kommission teilnehmen; aber ich glaubte, man würde

1. Punkt: Erstellung von Inventaren im Interesse des Natur- sich der sehr nuancierten und differenzierten Betrachtungs-

und Landschaftsschutzes durch den Bund. Dieser Punkt weise und Stellungnahme des Bundesrates in dieser Sache

wurde vom Nationalrat abgelehnt, ist somit hier nicht zu be- anschliessen und zwischen den einzelnen Punkten unter-

handeln. scheiden: in zwei Punkten Ablehnung der Motion, einen Punkt

2. Punkt: Abstimmung der Waldwirtschaftspläne und Wald- als Postulat entgegennehmen - das geht uns nichts an - und

funktionspläne sowie Erschliessungsprojekte und Erschlies- zwei weitere Punkte in Motionsform annehmen. Diese Be-

sungsanlagen auf diese Inventare. Dieser Punkt der Motion trachtungsweise des Bundesrates anerkennt durchaus die

wurde lediglich als Postulat überwiesen, weshalb er im Stän- schwierige Lage des Schweizer Waldes und die Notwendig-

derat auch nicht behandelt werden muss. keit einer besseren Pflege und Nutzung der Waldungen.

4. Punkt: Erstellen eines sachgerechten waldbaulichen Rie- Ich habe sehr wohl Verständnis für einen verstärkten Einsatz

geplanes für jedes forstliche Erschliessungsprojekt. Auch die- von Bundesmitteln zur Riege unserer Gebirgswaldungen und

Motion du Conseil national (Loretan) 838 14 décembre 1989

Schutzwälder. Der Herr Kommissionspräsident hat die Motion nämlich deutlich, dass die Wälder sehr oft nur deshalb nicht

Lauber erwähnt, die ich vollumfänglich unterstützt habe. gepflegt werden, weil sie nicht zugänglich sind. Wenn keine

Ich habe aber weniger Verständnis für die erbarmungslosen Strassen vorhanden sind, auf denen das Holz abtransportiert

Schneisen, die sich unter dem Vorwand besserer Walder- werden kann, sind die Kosten für die Riege des Waldes viel zu

schliessung durch unsere Mittellandforste ziehen. Es gäbe hoch.

heute auch mildere und billigere Massnahmen als die Ver- Ich bitte Sie aus all diesen Gründen, der Kommission zuzu-

strassung unserer Wälder: Helikoptereinsatz, Seilkrananlagen stimmen.

usw.

Ich möchte hier einfach feststellen: Es ist teilweise erschüt- Schoch: Ich konzediere, ich war Mitglied dieser Kommission

ternd, was in unseren Wäldern mit dieser gewaltigen Erweite- und habe an der Kommissionssitzung vom 5. Oktober teilge-

rung des Forststrassenbaus angerichtet wird. Ich könnte Ih- nommen. Ich habe mich damals der Stimme enthalten, weil

nen aus eigener Anschauung und eigenem Erleben in meiner ich - das muss ich heute zugestehen - ein bisschen überrum-

Umgebung - aber auch in derjenigen Ihrer Wohnorte - den pelt war. Die Kommission hat nämlich während ganzen 15 Mi-

Beweis antreten, dass unseren Wäldern tatsächlich eine ei- nuten getagt, und sie hat die Sache im Gefolge von Ausführun-

gentliche Verstrassung droht, zum guten Teil sogar mit lastwa- gen, die Herr Schönenberger vorgetragen hat und sich mit

gengängigen Strassennetzen und entsprechenden Radien. dem deckten, was er heute zu Protokoll gegeben hat, ein biss-

Es werden da vielfach ganze Waldparzellen einem perfektio- chen rasch als erledigt abgeschrieben. Sie ist ein bisschen

nierten Strassenbau geopfert - eine neue Art von Waldster- rasch zur Auffassung gelangt, man müsse die Motion bzw. die

ben, ich möchte sogar sagen: Waldmorden. Punkte 3 und 5, die noch pendent sind, nicht überweisen.

Dazu kommt noch, dass solche bestens ausgebaute, häufig Ich habe mich in der Zwischenzeit mit der ganzen Problematik

auch asphaltierte Alp- und Waldstrassen sehr bald den motori- etwas eingehender auseinandergesetzt und bin dabei zur Auf-

sierten Tourismus und den Wochenendausflugsverkehr an- fassung gelangt, dass es doch wohl sinnvoller ist, die beiden

ziehen, womit dann die Autolawinen praktisch in unsere Wäl- Positionen, die noch zur Diskussion stehen, zu überweisen:

der hineingezogen werden. Ich frage mich schon, wie sich gerade aus den Gründen, die Herr Affolter geltend gemacht

dies alles mit dem immer wieder hervorgestrichenen Erwa- hat und die nach wie vor aktuell sind.

chen des Umweltbewusstseins verträgt! Es ist durchaus nicht so, dass in der Praxis den Anliegen, die

Deshalb hatte ich von Anfang an volle Sympathie für diesen Gegenstand der beiden noch pendenten Motionspunkte sind,

Vorstoss im Nationalrat und habe volles Verständnis, dass der in vollem Umfange Rechnung getragen würde. Ich wäre daher

Bundesrat hier nun tatsächlich sehr nuanciert argumentierte. der Auffassung und möchte das in aller Form zu Protokoll ge-

Es geht wirklich nur noch um die Punkte 3 und 5, die ganz si- ben, dass es richtig ist, die Motion zu überweisen, wenn es

cher Berücksichtigung verdienen. auch nur wegen der deklamatorischen Wirkung im Zusam-

Da möchte ich dem Herrn Kommissionspräsidenten wider- menhang mit unseren Anliegen wäre.

sprechen. Durch die Motion Lauber, die vor allem die Schutz-

wälder im Auge hatte, sind die Waldgebiete im Mittelland eben Ziegler, Berichterstatter: Ich glaube, es geht nicht darum, zu

zuwenig abgedeckt. klären, ob der Ständerat für die Probleme des Waldes an-

Es geht in Punkt 3 um Anpassungen der Entscheide über Er- sprechbar ist oder nicht. Das müssen wir nicht klären, das ist

schliessung oder Nichterschliessung an Schutzziele, die wir er zweifellos. Es geht um die zwei Punkte der Motion Loretan,

auch im Waldgesetz sehr klar umschrieben haben. In diesem und diese bringen, Herr Kollege Affolter, dem Wald überhaupt

Punkt besteht eine Lücke und damit auch die Rechtfertigung nichts. Wenn ich gesagt habe, wir könnten nicht Motionen aus

für die Gutheissung der Motion. unseren Reihen, auch aus den Reihen des Nationalrates, ein-

In Punkt 5 werden die forstlichen Erschliessungsprojekte an- fach überweisen, dann muss ich auch festhalten, dass ich

visiert, für die zu Recht Koordinationspflicht zu übergeordne- nicht für deklamatorische Erklärungen in diesem Zusammen-

ten raumplanerischen Interessen verlangt wird und die mithin hang bin. Wenn wir das nötig haben, um zu zeigen, dass wir für

den Vorschriften des Raumplanungsgesetzes unterstellt wer- den Wald einstehen, ist die Motion meines Erachtens die fal-

den sollen. Hier befindet man sich mit der Stellungnahme des sche Lösung.

Bundesrates ebenfalls auf guten Wegen. Noch ganz kurz zu den beiden Punkten: Auch ich bin gegen

Ich möchte Sie bitten, mit der Ueberweisung mindestens die- die Waldschneisen, auch ich bin gegen die Verstrassung des

ser beiden Punkte ein Zeichen zu setzen: Unsere Wälder sol- Waldes, wobei man noch einen Unterschied zwischen dem

len nicht einem übersteigerten Wirtschaftsdenken geopfert Gebirge und dem Flachland machen muss.

werden, sondern angesichts der Hetze unserer Zeit ihre drin- Zu Punkt 3: Der Bundesrat hat in seiner schriftlichen Antwort

gend notwendige Erholungsfunktion bewahren können. dem Nationalrat zu Punkt 3 erklärt: «Da die Voraussetzungen

Wenn Sie dem Bundesrat folgen, setzen Sie dieses Zeichen. für die vom Motionär geforderte Anpassung der Entscheide

Ich bitte Sie um Ueberweisung der Punkte 3 und 5 als Motion. über Erschliessung oder Nichterschliessung bereits gegeben

sind, ist der Bundesrat bereit, die Motion in diesem Punkt an-

Schönenberger: Ich ersuche Sie, den Kommissionsantrag zu zunehmen.»

unterstützen und die Motion abzulehnen. Die Kommission - ich muss das sagen - hat nicht begriffen,

Es geht noch um zwei Punkte; zwei Punkte, die bereits erfüllt warum der Bundesrat die Motion trotzdem angenommen hat.

sind, wie Ihnen der Herr Kommissionspräsident ausführlich Wenn er sie als Postulat im Nationalrat annehmen will, ist das

dargelegt hat. seine Sache. Aber wenn der Ständerat darüber entscheiden

Es wäre grundfalsch, die Ablehnung dieser Motion als Unver- muss, ob eine Motion überwiesen werden soll, muss er prüfen,

ständnis für die Probleme des Waldes zu deuten. Insbeson- ob es eine Motion ist, d. h. auch prüfen, ob sie Artikel 25 unse-

dere der Waldkommission geht es um die Gesundheit der Wäl- res Réglementes überhaupt standhalten würde.

der; aber es ist einfach widersinnig, Motionen zu überweisen, Die Baubewilligung ist im Raumplanungsgesetz geregelt. Wir

die längst in Ausführung begriffen sind und die nichts Neues brauchen dafür keine Motion. Ich bitte Sie erneut, diese Mo-

bringen. tion abzulehen.

Herr Affolter sieht die Probleme - ich glaube, ich darf mir diese Präsident: Die Kommission beantragt, die Motion abzuleh-

Bemerkung gestatten - ein wenig mit den Augen des Jägers. nen. Herr Affolter beantragt, die Punkte 3 und 5 der Motion

Auch ich zähle mich diesem hehren Stande zu, und ich weiss, seien zu überweisen; sie bilden jetzt die Punkte 1 und 2 ge-

dass die Jäger nicht sehr erfreut sind über Waldstrassen, weil mäss unserem Verzeichnis. Die anderen Punkte wurden

jede Strasse für das Wild eine gewisse Störung bedeutet. schon im Nationalrat nicht überwiesen.

Ich wiederhole: Die Probleme, die mit dieser Motion aufgewor-

fen werden, sind nicht neu, sondern sie sind längst erkannt, Abstimmung - Vote

und ihre Lösung ist in Ausführung begriffen. Ich mache aber

auch darauf aufmerksam, dass die Riege der Wälder eine Für den Antrag Affolter /Stimmen

gute Bestrassung des Waldes verlangt. Die Erfahrung zeigt Für den Antrag der Kommission 19 Stimmen

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Motion des Nationalrates (Loretan) Forststrassenbau. Rücksichtnahme auf die Landschaft

Motion du Conseil national (Loretan) Routes forestières. Respect de l'environnement

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1989

Année

Anno

Band V

Volume

Volume

Session Wintersession

Session Session d'hiver

Sessione Sessione invernale

Rat Ständerat

Conseil Conseil des Etats

Consiglio Consiglio degli Stati

Sitzung 11

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 88.781

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 14.12.1989 - 08:00

Date

Data

Seite 836-838

Page

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Ref. No 20 018 261

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