Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 88-768 KI-generiert

Nitrogen Pollution: Environmental and Economic Impacts and Mitigation Strategies

Geschäftsnummer VPB 88-768
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

This case concerns the environmental and economic impacts of nitrogen pollution, primarily from agriculture. The court acknowledged the significant ecological consequences of nitrogen emissions, including soil acidification, groundwater contamination with nitrates, damage to forests, and contributions to the greenhouse effect and ozone depletion. Economically, the costs associated with cleaning drinking water and potential impacts on crop yields were noted. The court's reasoning focused on the government's existing and planned measures to reduce nitrogen emissions, emphasizing the polluter-pays principle and the commitment to further investigation and implementation of feasible reduction strategies across all sectors, including agriculture, to mitigate these environmental and economic harms.

Legislator-Regeste

KI-generiert

Art. 11 Klärschlammverordnung, Art. 4.5 Stoffverordnung, Art. 93 BGG; Nitrogen Pollution: Environmental and Economic Impacts and Mitigation Strategies: The court acknowledged the significant ecological consequences of nitrogen emissions, including soil acidification, groundwater contamination with nitrates, damage to forests, and contributions to the greenhouse effect and ozone depletion. Economically, the costs associated with cleaning drinking water and potential impacts on crop yields were noted. The court's reasoning focused on the government's existing and planned measures to reduce nitrogen emissions, emphasizing the polluter-pays principle and the commitment to further investigation and implementation of feasible reduction strategies across all sectors, including agriculture, to mitigate these environmental and economic harms.

Schlagwörter

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Umweltwirtschaft Wasserverschmutzung Treibhauseffekt Wirtschaftssektor naturbasierte Lösung Umweltverträglichkeitsprüfung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Art. 11 Klärschlammverordnung Art. 4.5 Stoffverordnung Art. 93 BGG
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
Art. 11 Klärschlammverordnung

Cited as a measure already taken to reduce nitrogen gas volatilization.

Art. 4.5 Stoffverordnung

Cited as a measure already taken, requiring consideration of plant needs and soil/weather conditions when applying fertilizers.

Art. 93 BGG

Used to declare the appeal inadmissible because it was against an interlocutory decision.

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Volltext

Interpellation Zwygart 1768 N 6 octobre 1989

Versammlungen und in Fachzeitschriften die Imkerschaft über 2. Die ökologischen und volkswirtschaftlichen Folgen durch

Wesen und Bekämpfung der Varroatose. Eine Informations- den hohen Stickstoffeinsatz in der Landwirtschaft, durch die

lücke besteht nicht. Verflüchtigung problematischer Stickstoffgase in die Atmo-

Die Sektion Bienen setzt sich für eine integrierte biologische sphäre und den steigenden und unkontrollierten Eintrag von

Bekämpfung der Varroatose ein. Die Forschungsarbeiten in Stickstoffverbindungen aus der Luft in Vegetation, Böden und

diesem Bereich sollen in den kommenden zwei Jahren zu ei- Oekosysteme zeigen sich immer deutlicher. NaO ist am Abbau

ner Optimierung der Bekämpfung führen. Zwei Wissenschaf- der schützenden Ozonschicht und am Treibhauseffekt mit-

terwerden ausschliesslich mit dieser Aufgabe beschäftigt. beteiligt. NOx und NHa und ihre Folgeprodukte beschleunigen

4. Die Mittel für eine intensive Forschung im Bereich der Var- die Bodenversauerung. Trinkwasser enthält zuviel Nitrat. Wäl-

roatose-Bekämpfung sind im Budget 1989 enthalten. Zudem der werden mit Stickstoff überdüngt, durch das so erzeugte

haben die schweizerischen Bienenzüchtervereine der For- Ungleichgewicht im Nährstoffangebot geschwächt und anfäl-

schungsanstaltfür Milchwirtschaft einen Forschungsbeitrag in liger auf Schädlinge. Die Artenvielfalt von natürlichen Oekosy-

Aussicht gestellt. stemen verarmt. Während man beim Düngemitteleinsatz in

5. Gesetzliche Grundlagen für die Ausrichtung von Entschädi- der Landwirtschaft vor allem in bezug auf den Kunstdünger

gungen fehlen. Die Schäden, welche die Varroatose für Imker gezielt vorgehen kann und in absehbarer Zeit eine Wirkung er-

und Landwirtschaft anrichtet, dürfen nicht überbewertet wer- zielt, ist es gemäss Luftreinhaltekonzept mittelfristig nicht

den. Ein Betrag von 24 Millionen Franken, wie er in der Presse möglich, die Emissionen von NOx im notwendigen Mass zu re-

genannt wurde, muss als überhöht bezeichnet werden. Imker, duzieren. Gemäss der Nitratkommission von 1985 sowie

die im Rahmen des integrierten Bekämpfungsprogramms neueren in- und ausländischen Stickstoffbilanzen wird aus der

jährlich 30 bis 50 Prozent ihrer Völker durch eigene Aufzucht Luft mehr Stickstoff eingetragen, als in Form von Nitrat aus-

erneuern, erleiden kaum Völkerverluste. In der Landwirtschaft gewaschen wird.

sind dank der sehr hohen Bienendichte in der Schweiz kaum Ich bitte den Bundesrat, die folgenden Fragen zu beantwor-

Ertragseinbussen durch mangelnde Bestäubung zu befürch- ten:

ten. Es ist nicht zu erwarten, dass die Varroatose in nächster - Wie beurteilt der Bundesrat die ökologischen Auswirkungen

Zeit getilgt werden kann. Die Imker müssen sich damit abfin- der Verflüchtigung von Stickstoffverbindungen?

den, dass die Bienen von einem Parasiten befallen werden. -Wie werden die sich daraus ergebenden volkswirtschaftli-

Die konsequente Durchführung biologischer Bekämpfungs- chen Folgen beurteilt?

massnahmen, nötigenfalls ergänzt durch gezielten Einsatz - In welcher Art gedenkt er dem Verursacherprinzip Rechnung

chemischer Mittel, erlaubt aber eine Reduktion der Schäden zu tragen?

auf ein wirtschaftlich tragbares Minimum. - Ist der Bundesrat bereit, bei auftretenden Kostenfolgen, die

durch übermässige Stickstoffeinträge verursacht werden (z.B.

Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- für die Sanierung von Trinkwasseranlagen), Verursacherbei-

rates teilweise befriedigt. träge von den bekannten Hauptschädigern ins Auge zu fas-

sen?

Texte de l'/nterpellation du 6 octobre 1988

#ST# 88.768 1. Depuis les années cinquante, les émissions d'azote ne font

qu'augmenter; elles prennent soit la forme d'oxydes d'azote

Interpellation Zwygart (NOx) lorsqu'elles résultent de processus de combustion (tra-

Stickstoffbelastung von fic motorisé, industrie, etc.), soit celle de l'ammoniac (NHs)

lorsqu'elles sont produites par l'agriculture. Or si l'on connaît

Luft, Boden und Wasser relativement bien les valeurs en NOx grâce aux travaux de l'Of-

Pollutions dues à l'azote fice fédéral de la protection de l'environnement, on dispose de

connaissances insuffisantes quant aux émissions de substan-

ces telles que le NH3 et le gaz hilarant (NsO) produites par

l'agriculture.

C'est la raison pour laquelle j'invite le Conseil fédéral à répon-

Wortlaut der Interpellation vom 6. Oktober 1988 dre aux questions suivantes:

1. Seit den fünfziger Jahren nehmen die Stickstoffemissionen - Quelle est à son avis l'étendue de la pollution atmosphérique

in Form von Stickoxyden (NOx aus Verbrennungsprozessen due aux composés azotés utilisés en agriculture?

(Verkehr, Industrie usw.) und von Ammoniak (NHa) aus der - Les connaissances acquises permettent-elles de prendre

Landwirtschaft laufend zu. Währenddem dank den Arbeiten des mesures et d'émettre des recommandations afin de limiter

des Bundesamtes für Umweltschutz die Werte für NOx recht les émissions imputables à l'agriculture, ou faudrait-il recueillir

gut bekannt sind, scheinen die Kenntnisse über die Emissio- des informations supplémentaires?

nen von Stoffen wie NHs und Lachgas (NgO) aus der Landwirt- - Le Conseil fédéral est-il disposé à faire réaliser les études

schaft noch wesentlich ungeklärt. nécessaires pour répondre aux questions en suspens et qui

Deshalb bitte ich den Bundesrat um Stellungnahme zu den fol- s'en chargera?

genden Fragen: - De quelles possibilités dispose-t-on pratiquement, à son

- Wie beurteilt der Bundesrat das Ausmass der von der Land- avis, au vu du 6e Rapport sur l'agriculture qui place la protec-

wirtschaft ausgehenden Luftbelastung durch Stickstoffverbin- tion de l'environnement dans ses priorités en matière de politi-

dungen? que agricole, lorsqu'il s'agit de réduire la volatilisation de gaz

- Genügen die vorhandenen Kenntnisse, um Massnahmen azotés polluants provenant de l'engraissage des terres et de

und Empfehlungen zur Begrenzung der Emissionen in der l'élevage du bétail?

Landwirtschaft einzuleiten, oder bedürfte es noch weiterer Ab- 2. On constate de plus en plus clairement les conséquences

klärungen? écologiques et économiques de la forte quantité d'azote uti-

- Ist der Bundesrat bereit, die Beantwortung von offenen Fra- lisé en agriculture, de la volatilisation de gaz azotés difficile-

gen mit entsprechenden Untersuchungen an die Hand zu ment dégradables dans l'atmosphère, ainsi que de l'appari-

nehmen, und wer wird dafür vorgesehen? tion croissante et incontrôlée de composés azotés provenant

-Wie beurteilt der Bundesrat die praktischen Möglichkeiten de l'air, dans la végétation, les sols et les écosystèmes. Or le

im Blick auf den 6. Landwirtschaftsbericht, in welchem der NaO nuit à la couche d'ozone et contribue à l'effet de serre, tan-

Umweltschutz als eines der agrarpolitischen Oberziele formu- dis que le NOx, le NH3 et leurs dérivés accélèrent l'acidification

liert ist, die praktischen Möglichkeiten zur Verminderung der des sols. L'eau potable contient trop de nitrates; les forêts,

umweltbelastenden Verflüchtigung von Stickstoffgasen im Be- quant à elles, souffrent du déversement excessif d'azote, et le

reich der Nutztierhaltung und der Düngung? déséquilibre qui en résulte réduit la production de nutriments

6. Oktober 1989 N 1769 Interpellation Zwygart

et les expose à l'invasion des parasites. La diversité des éco- 1950 um rund 30 Prozent zugenommen, von rund 35000

systèmes naturels en est appauvrie d'autant. Tonnen Stickstoff (N) im Jahre 1950 auf rund 46 000 Tonnen

Alors que dans le cas des engrais utilisés en agriculture, on N im Jahre 1985. Ausserdem nahmen infolge steigender

peut procéder à des améliorations déterminées, surtout en ce Stickstoffdüngung in Form von Hofdüngern und minerali-

qui concerne les engrais chimiques, et arriver à un résultat schen Düngern die Emissionen von N2O zu; 1985 betrugen

dans des délais raisonnables, le rapport sur la stratégie de die landwirtschaftlichen und nichtlandwirtschaftlichen NaO-

lutte contre la pollution de l'air a conclu qu'une réduction suffi- Emissionen rund 30 000 Tonnen Stickstoff. Nach Schätzung

sante des émissions de NO* n'était pas possible à moyen der Forschungsanstaltfür Agrikulturchemie und Umwelthygi-

terme. De plus, si l'on se réfère à la Commission des nitrates ene (FAC), Liebefeld-Bern, stammen in der Schweiz rund

de 1985 ainsi qu'aux bilans de la pollution due à l'azote qui ont 90 Prozent des emittierten Ammoniaks und 75 Prozent des

été établis récemment tant en Suisse qu'à l'étranger, on sait Lachgases aus der Landwirtschaft, insbesondere aus der

que l'air introduit davantage d'azote dans l'environnement Nutztierhaltung und dem damit verbundenen Hofdüngeran-

que ce qui peut être évacué sous forme de nitrate. fall. An der Emission der Stickoxide ist die Landwirtschaft

J'invite donc le Conseil fédéral à répondre aux questions sui- hingegen lediglich zu 2 bis 3 Prozent beteiligt. Aufgrund der

vantes: Nutztierzahlen, des Stickstoffhandelsdüngerverbrauchs und

- Quels sont à ses yeux les conséquences écologiques de la der Futtermittelimporte muss davon ausgegangen werden,

volatilisation de gaz azotés dans l'atmosphère, ainsi que de dass die Ammoniak- und Lachgasemissionen von 1950 bis

l'introduction non contrôlée de composés azotés? 1987 zwischen 20 bis 30 Prozent zugenommen haben.

- Que pense-t-il des incidences de ce phénomène sur l'éco- 12. An einer Tagung «Stickstoff in Landwirtschaft, Luft und

nomie nationale? Umwelt» vom vergangenen Oktober hat die FAC die land-

- De quelle manière compte-t-il appliquer le principe de cau- wirtschaftlichen Fachstellen in Beratung, Forschung und

salité? Verwaltung über die Problematik der gasförmigen Stickstoff-

- Le Conseil fédéral est-il disposé à envisager que les princi- verluste informiert und erste provisorische Massnahmen und

paux responsables d'une pollution participent aux frais en- Empfehlungen zur Begrenzung der Emissionen aus der

traînés par le recours immodéré à l'azote, par exemple au mo- Landwirtschaft bekanntgegeben. Weitere Forschungsan-

ment d'assainir une installation d'eau potable? strengungen sind jedoch notwendig, um gezieltere Empfeh-

lungen an Beratung und Praxis abgeben zu können.

Mitunterzeichner - Cosignataires: Diener, Dünki, Grendel- 13. Der Bundesrat ist bereit, die Beantwortung offener Fra-

meier, Leuenberger-Solothurn, Maeder, Müller-Aargau, Nab- gen durch entsprechende Untersuchungen zu veranlassen

holz, Oester, Ulrich, Weder-Basel, Wiederkehr, Wyss William und im Rahmen des Möglichen die dazu notwendigen perso-

(12) nellen und materiellen Mittel zur Verfügung zu stellen. Die

FAC steht für derartige interdisziplinäre Untersuchungen als

Schriftliche Begründung - Développement par écrit federführende Forschungsinstitution im Vordergrund.

Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht 14. Der Bundesrat hat bereits Massnahmen ergriffen, die

eine schriftliche Antwort. dazu beitragen, die Verflüchtigung von Stickstoffgasen im

Bereich der Nutztierhaltung und Düngung zu verringern:

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates Frachtbeschränkung für Klärschlamm (Art. 11 Klärschlamm-

vom 6. September 1989 verordnung); Vorschriften der Stoffverordnung, nach welchen

Rapport écrit du Conseil fédéral du 6 septembre 1989 gemäss Anhang 4.5 beim Ausbringen der Dünger u. a. die

Die Umweltpolitik misst den Stickoxidemissionen eine grosse Bedürfnisse der Pflanzen sowie die Boden- und Witterungs-

Bedeutung zu, da sie u. a. an der Bildung saurer Sekundär- verhältnisse zu berücksichtigen sind. Auch wird im Rahmen

schadstoffe (Salpetersäure), hoher Ozon-Immissionen und der Revision des Gewässerschutzgesetzes eine Beschrän-

der Nährstoffbelastung von Vegetation, Böden und Gewäs- kung des Nutztierbestandes auf 3 Düngergrossvieheinheiten

sern beteiligt sind. pro Hektare vorgeschlagen. Weitere Massnahmen im Rah-

Die durch die moderne Industriegesellschaft verursachte men der Luftreinhalte- und Agrarpolitik werden zurzeit geprüft.

übermässige Belastung durch Stickstoffverbindungen stellt in Stellungnahme zu den Fragen unter Punkt 2:

mehrfacher Hinsicht ein Umweltproblem dar: Es ist nicht möglich, die genannten abträglichen Folgen für

- Hohe Belastungen durch Stickstoffdioxid zeitigen Auswir- die Umwelt quantitativ detailliert den Verursachern einzeln

kungen auf den Pflanzenstoffwechsel und die Atmungsor- zuzuordnen. In erster Linie geht es darum, alle zweckdien-

gane des Menschen. lichen Massnahmen in allen genannten Bereichen auf die

- Stickoxide und Kohlenwasserstoffe führen bei Sonnenlicht Verminderung der umweltbelastenden Stickstoffemissionen

zur Bildung von Ozon, welches Schädigungen an Pflanzen auszurichten. Somit ist - gestützt auf das Umweltschutz-

und menschlichen Atmungsorganen bewirkt. gesetz bzw. die entsprechenden Verordnungen über Luftrein-

- Saure Aerosole und Säuren in den Niederschlägen (Nitrate, haltung und umweltgefährdende Stoffe-in jedem Emissions-

Salpetersäure) tragen zur Versauerung der Gewässer und Bö- sektor das Machbare zu tun. Selbstverständlich wird sich

den bei. der Bundesrat, wo immer dies möglich ist, mit den verfüg-

- Schliesslich verursachen hohe Stickstoffeinträge in terrestri- baren finanziellen Mitteln für umfassendere Abklärungen ein-

sche Oekosysteme Veränderungen in der Zusammensetzung setzen.

und Vielfalt der Vegetation. Pflanzen können überdies ein er- Die einzelnen Fragen lassen sich wie folgt beantworten:

höhtes Stickstoffangebot nicht vollständig verarbeiten, was zu 21. Stickstoffverbindungen, die in die Atmosphäre abgege-

Auswaschprozessen und Belastungen der Gewässer mit Ni- ben werden, können im Boden, an Pflanzen und in Gewäs-

traten führt. sern oder generell in den Oekosystemen schädliche Wirkun-

- Der steigende Stickstoffeinsatz in der Landwirtschaft verur- gen erzeugen, weil sie letztlich aus der Atmosphäre wieder

sacht in zunehmendem Masse Emissionen von Lachgas in der Biosphäre abgelagert werden. Je nach Menge und

(NaO) und Ammoniak. Lachgas trägt-neben anderen Spuren- Form der Stickstoffverbindungen werden Böden und Vegeta-

gasen -zum Abbau der schützenden Ozonschicht in der Stra- tion mit Stickstoff überdüngt. Böden können dabei beschleu-

tosphäre bei und gehört zu den klimawirksamen Spurenga- nigt versauern. Dadurch verändert sich die Zusammenset-

sen, welche den Treibhauseffekt verursachen. zung der naturnahen Pflanzengesellschaften in Richtung ei-

Der Bundesrat hat die Bedeutung der Stickstoffverbindungen ner Verarmung.

bezüglich ihrer ökologischen Auswirkungen seit längerem er- Im Wald werden Schäden in der Wurzelzone (Wurzelpilze),

kannt und in mehreren Bereichen Massnahmen zur Reduktion erhöhter Schädlingsbefall, ein Ungleichgewicht im Nährstoff-

der übermässigen anthropogenen Emissionen eingeleitet. haushalt der Bäume, Schädigung der Blattorgane durch die

Stellungnahme zu den Fragen unter Punkt 1 ; Säurebildung im Nebel und im Niederschlag und schliess-

11. Die Emissionen von Ammoniak (NHa) und Stickoxiden lich eine Verminderung der Frostresistenz mit dem Stickstoff-

(NOx) aus der Landwirtschaft allein haben in der Schweiz seit eintrag in Verbindung gebracht. Die strengen Vorschriften

Interpellation Pitteloud 1770 N 6 octobre 1989

der Stoffverordnung zum Schütze des Waldes, denen der sprechen, liegt der Akzent auf der Koordination und der Be-

Waldbesitzer unterstellt ist, werden auf diesem Wege unterlau- herrschung eines einzelnen Versicherungszweiges.

fen. Bis Ende 1988 haben 118 Personen den SVS-Fachausweis

Als weitere Folge kann sich der Nitratgehalt im Grundwasser und 42 Personen das Diplom erworben. Die Anforderungen

erhöhen. Hier spielen der Einfluss des atmosphärischen Ein- sind von Beginn an sehr hoch angesetzt, da man sich zum Ziel

trags, die landwirtschaftliche Düngung und Bodennutzung gesetzt hat, Fachleute auszubilden, die fähig sind, verantwor-

eine Rolle. Der Stickstoffeintrag (exkl. biologische Na-Bin- tungsvolle Aufgaben zu übernehmen: Dienstchefoder Kader-

dung) aus der Luft in den Boden (inkl. unproduktives Areal und funktion in einer Sozialversicherung, Direktor oder Vizedirek-

Gewässer) wird von der FAC aufgrund der NO*- und tor eines Krankenhauses, eines sozialen oder sozial-medizini-

NHa-Emissionen im gesamtschweizerischen Durchschnitt auf schen Dienstes, Personalchef eines Privatunternehmens, Ver-

etwa 25 Kilo pro Hektare und Jahr geschätzt, währenddem die bandssekretär, Handlungsbevollmächtigter in einer Versiche-

Auswaschung aus dem Boden ins Grundwasser (inkl. Söm- rungsgesellschaft usw. Das BIGA, das regelmässig Vertreter

merungsweiden und unproduktives Areal) auf nur 7 Kilo veran- an die Prüfungen des SVS entsandte, hat übrigens bestätigt,

schlagt wird. Studien aus Deutschland zeigen, dass Quell- dass die Anforderungen denjenigen der Berufsprüfung bezie-

wasser in einem Naturschutzgebiet ohne direkten Düngerein- hungsweise der höheren Fachprüfung entsprechen.

trag einen steigenden Nitratgehalt aufweist. Angesichts des Umfangs, der Komplexität sowie der Bedeu-

22. Die volkswirtschaftlichen Kosten in den erkannten Scha- tung der Sozialversicherungen im wirtschaftlichen und sozia-

densbereichen lassen sich gesamthaft nicht beziffern. Immer- len Leben unseres Landes und angesichts der rasch steigen-

hin ist beispielsweise die Entfernung des Nitrats aus dem den Anforderungen an Fachwissen und Kompetenz für das

Trinkwasser oder der Ersatz durch nitratarmes Wasser sehr Beherrschen des Sachgebiets erstaunt der Gegensatz zwi-

kostspielig. Die Versauerung des Bodens kann zur Freiset- schen den enormen Geldmengen, die von der Sozialversiche-

zung von im Boden fixierten Schadstoffen führen und so die rung gebunden werden, und der fehlenden offiziellen Ausbil-

Qualität der Ernteprodukte beeinträchtigen. Sehr schwer ab- dung der Erlangung einer Gesamtübersicht. Dem SVS - einer

zuschätzen sind die Folgen des erhöhten Stickstoffeintrags in Organisation, die sich ausschliesslich mit den Beiträgen ihrer

die Wälder. Die Auswirkungen im Schweizer Wald und seinen Mitglieder und den Einschreibegebühren für ihre Kurse finan-

Böden sind kaum erfasst. Da es sich hier um Prozesse han- ziert - kommt also das Verdienst zu, dank der Begeisterung

delt, die nicht nachträglich, z. B. durch Massnahmen im Wald, und dem Einsatz freiwilliger Mitarbeiter eine unbegreifliche

korrigiert werden können, erachtet es der Bundesrat als not- und schwerwiegende Lücke im Ausbildungsangebot ge-

wendig, die Anstrengungen zur Verminderung der anthropo- schlossen zu haben.

genen Emissionen der Stickstoffverbindungen einerseits und Dies kann heute jedoch nicht mehr genügen. Die Ausbil-

zur Ueberwachung der Entwicklung und zum Erkennen mögli- dungstätigkeit des SVS muss auf einer breiteren Basis weiter-

cher Folgen anderseits zu verstärken. geführt werden: Es geht um die fachliche Qualifikation von

23. In erster Linie ist dem Verursacherprinzip über die erwähn- Personen, die direkt oder indirekt im Sozialversicherungswe-

ten Massnahmen, für deren Kosten der Verursacher aufzu- sen tätig sind. In Zukunft muss das Netz der Weiterbildungs-

kommen hat, Rechnung zu tragen. Im weiteren ist der Einsatz kurse ausgebaut, die Zahl der fachkundigen Personen durch

von Benzinzollgeldern zur Sanierung geschädigter Wälder die Bereitstellung der nötigen Mittel erhöht, die zur Koordina-

aufgrund des Sachverhaltes weiterhin möglich. tion der verschiedenen Sozialversicherungszweige notwendi-

24. Mit Massnahmen gegen die übermässigen Stickstoffein- gen Kenntnisse vertieft und Brücken zwischen verwandten Be-

träge in die Umwelt muss verhindert werden, dass beispiels- reichen geschlagen werden.

weise das Trinkwasser zu stark mit Nitraten belastet wird. Falls Die Anerkennung eines eidgenössischen Sozialversiche-

das nicht gelingen sollte und das Trinkwasser aufbereitet oder rungsdiploms ist Voraussetzung für den Ausbau der berufli-

nach Ersatz gesucht werden müsste, wäre eine möglichst ver- chen Weiterbildung, die allein eine effiziente, kohärente und

ursachergerechte Finanzierung dieser Massnahme ins Auge auf den Menschen ausgerichtete Erfüllung der Aufgaben im

zu fassen. Der Bundesrat ist bereit, in konkreten Fällen die Dienste der Versicherten unsers Landes, der gesamten Bevöl-

Möglichkeiten im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen zu kerung und insbesondere jedes einzelnen Versicherten zu ge-

prüfen. währleisten vermag.

Der SVS hat im Januar 1989 diesbezüglich ein Gesuch an das

Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- Eidgenössische Volkwirtschaftsdepartement zuhanden des

rates befriedigt. BIGA gerichtet.

Ist der der Bundesrat bereit:

- ein eidgenössisches Sozialversicherungsdiplom zu schaf-

fen?

- das entsprechende Prüfungsreglement zu genehmigen und

#ST# 89.525 in Zukunft die Mittel, die für die Ausbildung und die Durchfüh-

rung der Prüfungen benötigt werden, zur Verfügung zu stel-

Interpellation Pitteloud len?

Eidgenössisches Sozialversicherungs- - die vom SVS ausgestellten Diplome, die den Anforderungen

diplom. Anerkennung durch das Biga einer höheren Fachprüfung entsprechen, rückwirkend anzu-

erkennen?

Reconnaissance par l'OFIAMT d'un

diplôme fédéral en assurances sociales Texte de l'interpellation du 21 juin 1989

Former, informer, coordonner, telles sont les tâches que s'est

donnée-la Fédération suisse des employés d'assurances so-

ciales (FEAS) fondée en 1975. Son objectif en plus du perfec-

tionnement est de former des personnes en vue de passer des

examens de brevet requérant une vue d'ensemble des assu-

Wortlaut der Interpellation vom 21. Juni 1989 rances sociales, et de diplôme, mettant l'accent sur la coordi-

Ausbildung, Information, Koordination: dies sind die Aufga- nation et la maîtrise d'une branche spécifique sur la base d'exi-

ben, die sich der 1975 gegründete Schweizerische Verband gences conformes à celles d'un examen professionnel su-

der Sozialversicherungsangestellten (SVS) gestellt hat. Ziel périeur.

dieses Verbandes ist es, neben der Weiterbildung Interessen- Afin 1988,118 personnes ont obtenu le brevet FEAS, 42 le di-

ten auf die Fachprüfung oder die Diplomprüfung vorzuberei- plôme, sur la base d'exigences placées à un haut niveau dès

ten. Für die Fachprüfung wird ein Gesamtüberblick über die le départ, le but consistant à former des experts capables de

Sozialversicherungen verlangt. Bei der Diplomprüfung, deren prendre de hautes responsabilités: chef de service ou cadre

Anforderungen denjenigen einer höheren Fachprüfung ent- au sein d'assurances sociales, directeur ou adjoint d'établis-

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Interpellation Zwygart Stickstoffbelastung von Luft, Boden und Wasser

Interpellation Zwygart Pollutions dues à l'azote

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1989

Année

Anno

Band IV

Volume

Volume

Session Herbstsession

Session Session d'automne

Sessione Sessione autunnale

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 16

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 88.768

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 06.10.1989 - 08:00

Date

Data

Seite 1768-1770

Page

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Ref. No 20 017 849

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