Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 88-720 KI-generiert

Genocide Prevention and Study Postulate

Geschäftsnummer VPB 88-720
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)
Kostenauflage keine Kosten erhoben

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

This case concerns a postulate requesting a report on the various aspects of genocide, its consequences for a small state, and how diplomacy and international cooperation can prevent its recurrence, in addition to exploring the possibility of in-depth study of genocide-related issues through a national research fund. The court, in accepting the postulate, implicitly acknowledged the gravity of genocide and the need for a comprehensive understanding and proactive measures to combat it, recognizing that such atrocities, often involving displacement, economic hardship, and persecution, affect not only the targeted groups but also indirectly impact nations through issues like asylum claims.

Legislator-Regeste

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Genocide Prevention and Study Postulate: geants. On entend par génocide non seulement l'annihila- Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.

Schlagwörter

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wirtschaftliche Härte Verfolgung Wirtschaftsforschung Internationale Zusammenarbeit Forschungsförderung Vorsorgeprinzip
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Volltext

Postulat Braunschweig 1922 N 16 décembre 1988

#ST# 88.720 1.à décrire, dans un rapport, les différents aspects que

présente le génocide, notamment ses conséquences pour

Postulat Braunschweig un petit Etat comme le nôtre, et, à l'instar de ce qui a été fait

dans le rapport du 2 juin 1982 sur la politique de la Suisse en

Bericht und Forschung faveur des droits de l'homme, indiquer les possibilités que la

zum Völkermord (Genozid) diplomatie et la coopération internationale dans les

Rapport et recherche domaines de l'économie, de l'instruction, de la culture, etc.,

offrente un tel Etat, surtout à longue échéance, pour empê-

sur les génocides cher la répétition de ce crime,

2. à examiner s'il serait opportun et possible d'étudier de

façon approfondie certaines questions relatives au géno-

cide, dans le cadre des activités du Fonds national suisse de

Wortlaut des Postulates vom 28. September 1988 la recherche scientifique.

Seit Jahren sind wir Zeugen des Völkermordes an den

Kurden, begangen in der Türkei, im Iran und zurzeit be- Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann, Bär, Bäumlin

sonders aktuell im Irak. Aus Geschichte und Gegenwart Richard, Bäumlin Ursula, Bircher, Bodenmann, Borel, Brüg-

können wir ebensogut Armenier, Juden, Jenische, verschie- ger, Bundi, Carobbio, Danuser, Diener, Eggenberg-Thun,

dene Indianer-Stämme, Palästinenser, Tamilen, Sikhs, Euler, Fankhauser, Fehr, Fetz, Grendelmeier, Günter, Hafner

Aborigènes, Stämme der Hutu und Tutsi in Burundi oder- Ursula, Haller, Herczog, Hubacher, Lanz, Ledsrgerber,

weniger bekannt und aktuell - Pygmäen, Turkmenen, Assy- Leuenberger-Solothurn, Leuenberger Moritz, Leutenegger

rer, Lappen, Samen erwähnen. Oberholzer, Maeder, Matthey, Mauch Ursula, Meier-Glattfel-

Völker, Volksgruppen oder Stämme, die keinen eigenen den, Neukomm, Ott, Pitteloud, Rechsteiner, Reimann Fritz,

Staat und keine unbestrittene Heimat haben, sind den jewei- Ruffy, Seiler Rolf, Stamm, Stappung, Stocker, Ulrich, Weder-

ligen Machthabern auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Als Basel, Zbinden Hans, Ziegler, Züger (47)

Völkermord gilt nicht nur die physische Ausrottung von

nationalen, ethischen, rassischen, religiösen oder sozialen Schriftliche Begründung - Développement par écrit

Gruppen, sondern auch Massnahmen, die Existenz und Der Völkermord spielt sich häufig in ähnlicher Form ab:

Eigenständigkeit von Gruppen in Frage stellen, zum Beispiel Heimat bestritten oder aus ihr vertrieben, Verschlechterung

kultureller Völkermord. der wirtschaftlichen und sozialen Lage, Benachteiligung auf

Mehr als bisher ist uns in jüngster Zeit bewusst geworden, allen Gebieten, Arbeitslosigkeit, hohe Kindersterblichkeit,

wie direkt wir selber von irgendeinem Völkermord in der Verfolgung der Andersdenkenden oder Anderste hlenden,

Welt betroffen sind, indem der Druck von Asylbewerbern auf der Intellektuellen und opinion-leaders, der Auffälligen,

unser Land zunimmt, als ob diese uns sagen wollten: «Wenn Umsiedlung und Vertreibung in bestimmte Regionen, in

Ihr nicht mithelft, den Völkermord an uns zu verhindern, Lager, «strategische Dörfer», Ghettos, Konzentrationslager,

kommen wir als Zeugen der Not und der Unmenschlichkeit Verbannung, Verfolgung, Progrome, Folter und Vernich-

und überschwemmen Euch!» tung.

Wir laden den Bundesrat ein, Es scheint, als ob der Völkermord auch heute noch aus

1. in einem Bericht die Aspekte des Völkermordes darzustel- unserem Bewusstsein verdrängt wird, wie früher der Krieg

len, vergleichbar mit dem Bericht über die schweizerische oder wie bis zum Zweiten Weltkrieg die Kriegsverbrechen

Menschenrechtspolitik vom 2. Juni 1982, unter Berücksich- oder wie bis zur Nachkriegszeit Hunger und Elend der

tigung der Folgen für den Kleinstaat und seiner vor allem Dritten Welt oder wie bis vor wenigen Jahren die Verletzung

langfristigen Möglichkeiten der Verhinderung im Bereich der Menschenrechte.

der Diplomatie, der internationalen Zusammenarbeit, der Völkerrecht, Nachbarstaaten, internationale Organisationen

Wirtschaft, der Bildung, der Kultur, und bieten den verfolgten Volksgruppen keinen gerügenden

2. zu prüfen, ob einzelne Themen im Rahmen des Schweize- Schutz, denn in der Regel sind nur die Staaten Subjekte des

rischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftli- Völkerrechts, und als Folge ist das Verbot, sich in die inne-

chen Forschung vertieft werden könnten und müssten. ren Angelegenheiten eines Staats einzumischen, nur schwer

überwindbar.

Texte du postulat du 28 septembre 1988 Viele Zeitgenossen wollen indessen nicht mehr zum Zuse-

Nous assistons depuis des années aux massacres perpétrés hen, zur Macht- und Hilflosigkeit, zu verbalen Protosten und

contre les Kurdes en Turquie, en Iran et, en ce moment, en im nachhinein zum Trauern verurteilt sein. Welchen rechtli-

Irak surtout. On pourrait aussi bien citer le cas des Armé- chen und konkreten Beitrag könnte gerade unser Land mit

niens, des Juifs, des «Jenisch», de bien des tribus d'Indiens, seiner Tradition des humanitären Völkerrechts leisten, auto-

des Palestiniens, des Tamouls, des Sikhs, des aborigènes nom oder in Zusammenarbeit mit Staaten Europas oder der

d'Australie, des Hutus et des Tutsis au Burundi ou, bien Dritten Welt oder im Rahmen der internationalen Rotkreuz-

qu'ils soient moins connus ou moins actuels, celui des konventionen?

Pygmées, des Turkmènes, des Assyriens, des Lapons.

Beaucoup de peuples, de groupes ethniques et de tribus qui Schriftliche Erklärung des Bundesrates

n'ont pas leur propre Etat, ni une terre qui leur soit incontes- vom 14. November 1988

tablement reconnue, dépendent du bon plaisir des diri- Déclaration écrite du Conseil fédéral du 14 novembre 1988

geants. On entend par génocide non seulement l'annihila- Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.

tion physique de groupes qui se distinguent par leur appar-

tenance nationale, ethnique, raciale, religieuse ou sociale Ueberwiesen - Transmis

du reste de la population d'un Etat, mais aussi toutes les

mesures, d'ordre culturel par exemple, qui mettent en dan-

ger l'existence ou l'identité de tels groupes.

Nous nous rendons désormais mieux compte qu'auparavant

que tout massacre commis dans une quelconque partie du

monde nous touche directement, du fait que l'afflux de

requérants d'asile augmente dans notre pays, comme si les

réfugiés voulaient nous dire: «Si vous ne participez pas aux

efforts qui sont entrepris pour empêcher les massacres dont

nous sommes victimes, nous, qui avons été témoins de la

misère et de la cruauté des hommes, vous submergerons!»

Le Conseil fédéral est invité

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Postulat Braunschweig Bericht und Forschung zum Völkermord (Genozid)

Postulat Braunschweig Rapport et recherche sur les génocides

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1988

Année

Anno

Band IV

Volume

Volume

Session Wintersession

Session Session d'hiver

Sessione Sessione invernale

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 15

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 88.720

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 16.12.1988 - 08:00

Date

Data

Seite 1922-1922

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Ref. No 20 016 960

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