Parliamentary Request Regarding Fessenheim Nuclear Power Plant Closure
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe parliamentarian requested the government to urge French authorities to close the Fessenheim nuclear power plant due to safety concerns and to encourage Swiss companies involved with the plant to cease business relations. The government's reasoning for rejecting the request was that the responsibility for safety lies with the operator and host country's authorities, and they had no grounds to doubt the diligence of French authorities or the safety standards of the plant, especially since any accident would primarily affect French territory.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 66 al. 1 LTF; Parliamentary Request Regarding Fessenheim Nuclear Power Plant Closure: The government's reasoning for rejecting the request was that the responsibility for safety lies with the operator and host country's authorities, and they had no grounds to doubt the diligence of French authorities or the safety standards of the plant, especially since any accident would primarily affect French territory.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited in the dispositive for the allocation of costs.
Volltext
Politique de l'énergie. Interventions personnelles 1194 N 26 septembre 1988
jenen Mitgliedern ab, die aus der Bundesverwaltung selbst #ST# 88.560
stammen - gerade noch von fünf externen Experten getra-
gen, deren Spezialgebiet teilweise bisher gar nicht im Postulat Leutenegger Oberholzer
Energiesektor angesiedelt war.
Betrachtet man die heute vorliegenden Materialien der Stillegung des Atomkraftwerkes Fessenheim
Eges, kommt man um den Eindruck nicht herum, dass Arrêt de la centrale nucléaire
wesentliche Fragen von der Kommission nicht oder nur de Fessenheim
ungenügend behandelt worden sind. Unbefriedigend sind
auch verschiedene Vorgänge bei der Erarbeitung der Unter-
lagen. Der Eges-Bericht allein genügt deshalb für die Festle-
gung der energiepolitischen Marschrichtung nicht.
1. Der Bundesrat hat sich mit dem Einbezug des BEW in die
Eges die Möglichkeit genommen, die Arbeiten der Eges Wortlaut des Postulates vom 23. Juni 1988
verwaltungsintern durch kompetente Fachleute überprüfen Der Bundesrat wird eingeladen,
und allenfalls eigene Szenarien entwickeln zu lassen. In der - sich wegen der Gefährlichkeit der beiden Reaktoren und
gegenwärtigen Situation würde diese Ueberprüfung durch der übrigen Anlagen des Atomkraftwerkes Fessenheim bei
die gleichen Leute erfolgen, welche auch den Eges-Bericht den französischen Behörden für eine raschestmögliche Stil-
mitgeprägt und in wesentlichen Teilen gar selbst verfasst legung der gesamten Anlage einzusetzen;
haben. - bei Schweizer Firmen, die am Atomkraftwerk Fessenheim
2. Zur Ueberprüfung des Eges-Berichts käme beispielsweise beteiligt sind oder dort elektrische Energie beziehen, auf
eine Gruppe von ETH- respektive Universitätsprofessoren in Auflösung geschäftlicher Beziehungen im Zusammenhang
Frage, die allerdings mit der bisherigen Erarbeitung der mit dem AKW Fessenheim hinzuwirken.
Unterlagen nichts zu tun haben dürften. Denkbar wäre auch
der Beizug ausländischer Experten. Ganz besondere Bedeu- Texte du postulat du 23 juin 1988
tung bei dieser Ueberpüfung kommt der Frage zu, ob die Le Conseil fédéral est prié
volkswirtschaftlichen Kosten von Energie- respektive Elek- - d'intervenir auprès des autorités françaises et de faire tout
trizitätssparmassnahmen richtig berechnet und berücksich- ce qui est en son pouvoir pour obtenir la fermeture de toute
tigt wurden. Diesem Umstand wäre bei der Auswahl der l'installation dans les plus brefs délais. On sait en effet que
Experten Rechnung zu tragen. les deux réacteurs ainsi que les autres équipements de la
3. Nach den vorliegenden Informationen muss die Art und centrale nucléaire de Fessenheim sont dangereux;
Weise, wie Wirtschaftskreise in die Erarbeitung der Unterla- - d'intervenir auprès des entreprises suisses qui détiennent
gen einbezogen waren, als Alibi-Uebung bezeichnet wer- des parts de la centrale nucléaire de Fessenheim ou qui s'y
den. Eine Verknappung und Verteuerung der Elektrizität als procurent de l'électricité pour les convaincre de cesser
Produktionsfaktor hätte in verschiedenen Branchen äus- toute relation d'affaires avec la direction de la centrale.
serst negative Auswirkungen, die nicht bagatellisiert werden
dürfen. Mitunterzeichner - Cosignataires: Fankhauser, Fetz, Herc-
4. Vertiefter behandelt werden sollten internationale Fragen, zog.Thur, Weder-Basel (5)
insbesondere auch im Hinblick auf die marktpolitischen
Veränderungen im EG-Raum ab 1992. Eine wesentliche Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Frage in diesem Zusammenhang ist beispielsweise, ob die Seit der Inbetriebnahme des Atomkraftwerks Fessenheim
Schweiz allein «aussteigt» oder ob man gewissermassen reissen die Pannen und Notabschaltungen nicht ab. Zwar
eine zumindest europäische Signalwirkung erwartet und mit versichern die französischen Behörden, dass sie den beste-
den entsprechenden Beschlüssen in anderen Ländern rech- henden Problemen ihre volle Aufmerksamkeit schenken.
net. Ungenügend bearbeitet wurden auch Fragen im Zusam- Damit sind die Lecks und Risse im Kühlsystem sowie die
menhang mit der wirtschaftlichen Landesvorsorge und der Bruchstellengefährdung bei Reaktorstutzen nicht beseitigt.
militärischen Landesverteidigung. Bis heute ist es nicht gelungen, die beiden Reaktorblöcke in
5. Schon das Referenzszenarium geht von zwei neuen Ver- Fessenheim so zu sanieren, dass sie wenigstens den Rah-
fassungsbestimmungen aus: Energieartikel und Grundlage men der für Fessenheim vorgesehenen Betriebssicherheit
für eine Energiesteuer. Ausserdem sind gesetzliche Erlasse erfüllen würden. Allerdings entsprechen die Sicherheitsan-
vorgesehen, die zumindest teilweise referendumsträchtig forderungen, die Frankreich an Fessenheim stellt, in keiner
sind. Das Moratorium und die verschiedenen Ausstiegssze- Weise mehr dem europäischen oder amerikanischen Stan-
narien erfordern noch sehr viel stärkere gesetzgeberische dard.
Eingriffe, die ein Referendum kaum überstehen würden. Ein Nun hat die Electricité de France (EDF) angekündigt, dass
klares Konzept für den Fall des Scheiterns dieses staatlichen sie Fessenheim weit über die vorgesehene Laufzeit hinaus
Dirigismus muss deshalb vorbereitet und zur Diskussion betreiben und überdies zwei weitere Blöcke erstellen will.
gestellt werden. Ein wichtiger Grund für den Widerstand der Region Nord-
westschweiz/Elsass/Baden gegen das geplante AKW Kaiser-
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates augst ist die einmalige Ballung von Atomkraftwerken am
vom September 1988 Oberrhein. Dieser Grund hat seine Gültigkeit m gleicher
Rapport écrit du Conseil fédéral de septembre 1988 Weise für das geplante Atomkraftwerk in Wyhl wie für Fes-
Wir verweisen auf Teil II, Ziffer 5.1. senheim.
Der Bundesrat hat Verhandlungen mit Frankreich angekün-
digt, damit Informationsmängel beseitigt werden können.
Das hat seine Bedeutung. Auf die Atomanlage Fessenheim
bezogen, kann aber auch eine optimale Information die
Problematik der Sicherheit nicht verbessern.
Eine Region mit über einer Million Einwohnerinnen und
Einwohnern kann nicht evakuiert werden. Die Atomanlage
Fessenehim liegt derart nahe bei den bevölkerungsdichten
Gebieten des Oberrheins, dass nur schon ein grösserer
Unfall verheerende Folgen hätte.
Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl hat über Tausende
von Kilometern Auswirkungen gehabt. Daraus nüssen die
Lehren in der Praxis gezogen werden. Für Fessenheim kann
dies nur die vollständige Stillegung bedeuten.
26. September 1988 N 1195 Energiepolitik. Persönliche Vorstösse
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates Mitunterzeichner - Cosignataires:
vom September 1988 Bär, Fetz, Fierz, Günter, Hafner Rudolf, Herczog, Meier-
Rapport écrit du Conseil fédéral de septembre 1988 Glattfelden, Rebeaud, Schmid, Spielmann, Stocker, Thür,
Wir verweisen auf Teil II, Ziffer 5.3. Weder-Basel, Wiederkehr (14)
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Déclaration écrite du Conseil fédéral Die Postulantin verzichtet auf eine Begründung und
Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen. wünscht eine schriftliche Antwort.
Antrag Leutenegger Oberholzer Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
Ueberweisung als Postulat vom September 1988
Rapport écrit du Conseil fédéral de septembre 1988
Proposition Leutenegger Oberholzer Die Verantwortung für die Sicherheit einer Kernanlage
Adopter sous forme de postulat obliegt deren Betreiber und den Behörden des Staats, in
welchem sich die Anlage befindet. Für den Bund bestehen
keine Zweifel an der Sorgfalt und der Gewissenhaftigkeit der
zuständigen französischen Stellen und somit keine Gründe,
eine Stillegung zu verlangen. Es ist offensichtlich, dass ein
schwerer Unfall in erster Linie französisches Territorium
#ST# 87.948 betreffen würde. Die französischen Behörden haben selber
alles Notwendige für den Schutz ihrer eigenen Bevölkerung
Postulat Leutenegger Oberholzer vorzukehren.
Schneller Brüter von Creys-Malville. Ueber die Sicherheit von Superphénix hat das Bundesamt
für Energiewirtschaft im Herbst 1986 einen Bericht veröf-
Stillegung
fentlicht. Darin wurde insbesondere festgestellt, dass kein
Mise hors service du surgénérateur Grund zur Annahme bestehe, ' dass der Superphénix ein
de Creys-Malville grösseres Risiko bilde als moderne Leichtwasserreaktoren
und dass für das Gebiet der Schweiz auf Notfallmassnah-
men, welche weiter gehen als die für Zone 3 der Kernkraft-
werke (diese Zone umfasst das mehr als 20 krn von Kern-
kraftwerken entfernte Gebiet) zu treffenden Vorkehrungen,
Wortlaut des Postulates'vom 10. Dezember 1987 verzichtet werden könne. Demgemäss geht vom Superphé-
Der französische Brutreaktor Superphénix von Creys-Mal- nix keine unzumutbare Gefährdung des schweizerischen
ville bedeutet eine ausserordentliche Gefahr, nicht nur für Territoriums aus. Der Bundesrat hat keinen Grund, diese
die unmittelbare Umgebung, sondern für weite Teile Euro- Aussagen zu bezweifeln.
pas. Im Falle eines grossen Unfalles des Superphénix müs- Auch der Zwischenfall mit dem Natrium-Leck im doppelwan-
ste mit der radioaktiven Verseuchung von riesigen Landstri- digen Lagerbehälter für Brennelemente hat die nukleare
chen gerechnet werden. Sicherheit nicht beeinträchtigt. Der lange Stillstand der
Infolge eines Lecks des Natriumtanks musste die Anlage Anlage dient der genaueren Untersuchung des Lagerbehäl-
stillgelegt werden. Auf Ende 1988 ist - Pressemeldungen ters. Eine Wiederinbetriebnahme der Anlage wird zurzeit
zufolge - eine Wiederaufnahme des Betriebes vorgesehen. geprüft und hängt von der Erfüllung gewisser Bedingungen
Die Bevölkerung der Region Genf fühlt sich durch den respektive den Ergebnissen technischer Prüfungen ab.
schnellen Brüter besonders bedroht. Die Genfer Behörden Der Bundesrat ist sich indessen auch der vor allem aus der
haben sich gegen die Wiederinbetriebnahme der Anlage Region Genf vorgebrachten Bedenken bewusst und setzt
ausgesprochen. sich für eine Erweiterung und Systematisierung der grenz-
Der Bundesrat wird gebeten, sich bei den französischen überschreitenden Information ein. Wie bereits in der Ant-
Behörden dafür einzusetzen, dass der schnelle Brüter von wort auf die Interpellation Petitpierre vom 18. Juni 1987
Creys-Malville nicht mehr in Betrieb genommen wird. Abge- (87.485) ausgeführt wurde, war die französische Information
klärt werden sollte insbesondere auch, ob auf international- Im Zusammenhang mit dem Natrium-Leck im Frühjahr 1987
rechtlicher Ebene Schritte eingeleitet werden können, mit korrekt. Auch über die geforderten Prüfungen vor einer
denen eine Wiederinbetriebnahme verhindert und die defini- allfälligen Wiederinbetriebnahme wurde die Schweiz früh-
tive Stillegung des Superphénix erreicht werden kann. zeitig und korrekt informiert. Frankreich ist im übrigen
bereit mit der Schweiz über eine Regelung des Informa-
Texte du postulat du 10 décembre 1987 tionsaustausches betreffend grenznahe Kernanlagen zu ver-
Le surgénérateur français «Superphénix» de Creys-Malville handeln. Wir können darum erwarten, künftig systematisch
représente un danger énorme non seulement pour les envi- und noch ausführlicher als bisher informiert zu werden.
rons immédiats, mais également pour de vastes régions
d'Europe. En cas d'accident grave à «Superphénix», il fau- Schriftliche Erklärung des Bundesrates
drait s'attendre à ce que la contamination radioactive Déclaration écrite du Conseil fédéral
s'étende à des territoires immenses. Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.
En raison d'une fuite dans le réservoir de sodium, il a fallu
arrêter l'installation. Selon des articles parus dans la presse, Antrag Leutenegger Oberholzer
il est prévu de reprendre l'exploitation à la fin de l'année Ueberweisung als Postulat
1988.
La population genevoise se sent particulièrement menacée Proposition Leutenegger Oberholzer
par la présence du surgénérateur. Les autorités genevoises Adopter sous forme de postulat
se sont prononcées contre la remise en marche de l'installa-
tion.
Le Conseil fédéral est par conséquent invité à intervenir
auprès des autorités françaises afin que le surgénérateurde
Creys-Malville ne soit plus remis en marche. Il faudrait
notamment examiner s'il est possible d'entreprendre des
démarches sur le plan international afin d'empêcher que
«Superphénix» ne soit remis en marche et que cette installa-
tion soit définitivement désaffectée.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Leutenegger Oberholzer Stillegung des Atomkraftwerkes Fessenheim
Postulat Leutenegger Arrêt de la centrale nucléaire de Fessenheim
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1988
Année
Anno
Band III
Volume
Volume
Session Herbstsession
Session Session d'automne
Sessione Sessione autunnale
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 06
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 88.560
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 26.09.1988 - 14:30
Date
Data
Seite 1194-1195
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Pagina
Ref. No 20 016 679
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