Restrictions on Refugee Publications Concerning Zairean State and Representatives
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThis case concerns restrictions placed on refugees from Zaire by the Swiss federal police, prohibiting them from publishing or distributing writings that could insult the Zairean state or its representatives, and preventing comments that could compromise diplomatic relations. The interpellating party questioned whether these measures violated fundamental legal principles and asylum practices, particularly regarding freedom of expression, and if they were linked to Zaire's assurances about the safety of an expelled asylum seeker. The Federal Council responded that such measures are applied restrictively to foreigners actively agitating against their home regimes, disrupting public order, and potentially endangering Swiss foreign relations, and are based on legal provisions for political policing, not asylum or economic interests.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 292 StGB, Art. 70 BV, Art. 10 ses, Art. 16 EMRK, Art. 102 Ziffer 8 - 10 BV; Restrictions on Refugee Publications Concerning Zairean State and Representatives: The interpellating party questioned whether these measures violated fundamental legal principles and asylum practices, particularly regarding freedom of expression, and if they were linked to Zaire's assurances about the safety of an expelled asylum seeker. The Federal Council responded that such measures are applied restrictively to foreigners actively agitating against their home regimes, disrupting public order, and potentially endangering Swiss foreign relations, and are based on legal provisions for political policing, not asylum or economic interests.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited as the basis for the Federal Police's authority to issue prohibitions on certain political activities.
Cited for the Federal Prosecutor's Office's mandate to observe and prevent acts endangering national security, forming the basis for issuing orders.
Cited as the legal basis for imposing criminal sanctions for non-compliance with police prohibitions.
Volltext
6. Oktober 1989 N 1747 Interpellation der sozialdemokratischen Fraktion
nend bis auf eine Ausnahme Bundesbeamte und Personen, #ST# 88.311
deren Aufgabe es ist, den Alkohol- und Tabakgenuss zu be-
kämpfen.
Die Vorschläge der Arbeitsgruppe zur Frage Bundesbeiträge Interpellation
und Sponsoring werden vermutlich erhebliche Auswirkungen der sozialdemokratischen Fraktion
auf Bundes-, kantonaler und lokaler Ebene haben. Auf Grund Maulkorb für Flüchtlinge aus Zaire
anderweitiger Erfahrungen ist anzunehmen, dass die Kantone Interpellation
und Gemeinden die Regelungen des Bundes zu einem guten du groupe socialiste
Teil ebenfalls übernehmen werden. Die Gefahr ist darum nicht
Réfugiés du Zaïre. Musellement
von der Hand zu weisen, dass die Beschlüsse des Bundes-
rates die Durchführung von kulturellen und eventuell auch
sportlichen Veranstaltungen in unserem Lande beeinflussen,
möglicherweise sogar gefährden werden. Der Verordnungs-
entwurf sollte deshalb in einem Vernehmlassungsverfahren
den direkt betroffenen Kreisen zur Stellungnahme unterbreitet Wortlaut der Interpellation vom 29. Februar 1988
werden; direkt betroffen sind u. a. die kulturellen und eventuell Seit einiger Zeit verbietet die Bundespolizei Flüchtlingen aus
sportlichen Organisationen. Zaire - unter Strafandrohung für den Fall der Widerhandlung -
die Redaktion und die Verbreitung aller Schriften, die auf ir-
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates gendeine Weise geeignet sein könnten, «den Staat Zaire, sei-
vom 6. September 1989 nen Präsidenten, seine Vertreter im Ausland oder irgendeine
Rapport écrit du Conseil fédéral du 6 septembre 1989 andere Stelle der Regierung» zu beleidigen (publications of-
In seiner Anwort auf die Interpellation Ulrich vom 5. Oktober fensantes de tous genres). Ausserdem werden alle «diffamie-
1988 hat der Bundesrat angekündigt, er werde Richtlinien aus- renden Erklärungen und Kommentare» in den schweizeri-
arbeiten lassen, «welche das Verhalten des Bundes regeln, schen Medien verboten, die geeignet sein könnten, «die diplo-
wenn neben seinen Förderungsbeiträgen auch Sponsoring matischen Beziehungen zwischen der Schweizerischen Eid-
vorgesehen ist, insbesondere solches der Alkohol- und Ta- genossenschaft und Zaire zu kompromittieren». Schliesslich
bakbranche». Ausserdem wurden die Eidgenössischen Kom- wird jede Beteiligung an Organisationen, die zur Gewalt ge-
missionen für Alkohol- und für Tabakfragen beauftragt, «Vor- gen fremde Staaten aufrufen, verboten.
schläge zu unterbreiten, wie die Frage der Alkohol- und Ziga- Diese einschneidende Massnahme, mit der die Bundespolizei
rettenwerbung bei sportlichen und kulturellen Veranstaltun- eine menschenrechtsverachtende Diktatur gegen Kritik ab-
gen geregelt werden könnte». schirmt und die die politische Meinungsäusserungsfreiheit
Diese Aufgabe wird gegenwärtig von 'einer gemischten Ar- der Flüchtlinge aus einem einzelnen Land praktisch aufhebt
beitsgruppe behandelt, der Vertreter der beiden Eidgenössi- und - wenigstens mittelbar - auch die Meinungsfreiheit in den
schen Kommissionen für Alkohol- und für Tabakfragen sowie schweizerischen Medien einschränkt, gibt zu folgenden Fra-
des Bundesamtes für Kultur angehören. Auf der Basis eines gen Anlass:
Zwischenberichtes dieser Arbeitsgruppe kann der Bundesrat 1. Ist sich der Bundesrat bewusst, dass die erwähnten Verbote
zu den vom Interpellanten aufgeworfenen Fragen wie folgt gegen elementare Grundsätze des freiheitlichen Rechtsstaa-
Stellung nehmen: tes und gegen die im 19. Jahrhundert begründete Asylpraxis
1. Es ist nicht auszuschliessen, dass inskünftig Kantone und verstossen und insbesondere auch als verfassungswidrig an-
Gemeinden bei ihrer Kulturförderungspraxis die geplanten zusehen sind, und zwar sowohl
Richtlinien des Bundes sinngemäss übernehmen oder ei- a. formell, weil es - trotz der Versuche der Bundespolizei, ihre
gene, ähnlich ausgerichtete Richtlinien ausarbeiten werden. Verbote rechtlich abzustützen! - an einer ausreichenden ge-
In diesem Sinne sind Auswirkungen möglich, gegenwärtig je- setzlichen Grundlage fehlt, die Bundespolizei also eigen-
doch noch nicht abzuschätzen. mächtig vorgegangen ist,
2. Bisher sind nur wenige Fälle eines Zusammentreffens von als auch
Leistungen des Bundes und Sponsoring bekannt. Auch wenn b. materiell, weil die politische Meinungsäusserungsfreiheit,
sich diese Art der Zusammenarbeit noch verstärken sollte, ist auf die sich grundsätzlich auch Ausländer berufen können,
kaum zu befürchten, dass solche Richtlinien zu einer eigent- krass unverhältnismässig eingeschränkt wird?
lichen Beeinträchtigung der kulturellen und sportlichen Tätig- 2. Steht der Schutz «der diplomatischen Beziehungen», um
keiten bzw. Veranstaltungen in unserem Lande führen wer- den es angeblich gehen soll, nicht für die Interessen der
den. schweizerischen Privatwirtschaft da, um die es sich letztlich
3. Es dürfte schwierig sein, repräsentative Vertreter von Orga- handelt?
nisationen zu bestimmen, die von den geplanten Richtlinien 3. Wie kann der Bundesrat den dringenden Verdacht entkräf-
direkt betroffen sind. Da, wie bereits erwähnt, die Auswirkun- ten, dass die erwähnten Verbote der Bundespolizei in einer en-
gen wahrscheinlich wesentlich geringer ausfallen werden, als gen Beziehung zu den Zusicherungen Zaires in bezug auf die
der Interpellant befürchtet, und zudem die Werbebranche in Sicherheit des inzwischen ausgeschafften Asylbewerbers Mu-
der Arbeitsgruppe bereits vertreten ist, drängt sich deren Er- sey zu sehen sind?
weiterung nicht auf. 4. Kann der Bundesrat schliesslich einen Zusammenhang
4. Der Bundesrat ist bereit, den Entwurf der vorgesehenen zwischen den erwähnten Verboten der Bundespolizei einer-
Richtlinien den interessierten Stellen zur Stellungnahme zu seits und der von Zaire bezahlten Entschädigung für die Natio-
unterbreiten. Die Erlassesstufe ist allerdings noch nicht festge- nalisierung schweizerischer Vermögen anderseits ausschlies-
legt und das weitere Vorgehen daher bis auf weiteres offen. sen?
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- Texfe de l'interpellation du 29 février 1988
rates teilweise befriedigt. Depuis quelque temps, la police fédérale interdit aux réfugiés
du Zaïre - sous peine de condamnation en cas d'infraction -
de rédiger et de diffuser des écrits de nature à «dénigrer l'Etat
du Zaïre, son président, ses représentants à l'étranger ou quel-
que organe gouvernemental que ce soit» (publications offen-
santes de tous genres). En outre, les médias de notre pays se
voient interdire «toutes déclarations et tous commentaires de
caractère diffamatoire pouvant compromettre les relations di-
plomatiques entre la Confédération suisse et le Zaïre». Enfin,
toute participation à des organisations prêchant la violence
• contre des Etats étrangers est prohibée. Cette mesure radi-
Interpellation du groupe socialiste 1748 N 6 octobre 1989
cale, par laquelle la police fédérale protège contre toute criti- insbesondere um Personen aus Oststaaten, Jugoslawien und
que une dictature qui méprise les droits de l'homme, abolit türkische Staatsangehörige kurdischer Abstammung. Eine
pratiquement la liberté d'expression politique de réfugiés pro- solche Verfügung stellt die einzig mögliche verhältnismässige
venant d'un pays déterminé et - du moins indirectement - li- Massnahme gegenüber Aktivisten dar, die entsprechende Er-
mite la liberté d'opinion dans les médias suisses, incite à po- mahnungen in den Wind geschlagen und ihre unzulässige Tä-
ser les questions suivantes: tigkeit unbeirrt fortgesetzt haben. Die Verfügung richtet sich
1. Le Conseil fédéral se" rend-il compte que les interdictions stets gegen einen mehr oder weniger bestimmten Personen-
susmentionnées violent les principes élémentaires qui sont le kreis. Das Mittel des mit Strafandrohung nach Artikel 292 StGB
fondement de l'Etat de droit libéral ainsi que la pratique de versehenen Verbots gewisser politischer Aktivitäten wird äus-
l'asile, inaugurée au 19e siècle, et qu'il faut en particulier les serst restriktiv eingesetzt: bisher erging insgesamt rund ein
considérer comme contraires à la constitution, tant Dutzend solcher Verfügungen. Es handelt sich um eine Mass-
a. en ce qui concerne la forme, parce que - malgré les tentati- nahme der politischen, nicht der gerichtlichen Polizei.
ves de la police fédérale de s'appuyer sur le droit - la base Das geltende Recht kennt keine allgemeine Regelung der poli-
légale fait défaut et qu'ainsi cet organe a agi arbitrairement, tischen Tätigkeit der Ausländer in der Schweiz. Auszugehen
b. que sur le fond, parce que la liberté d'expression politique, ist davon, dass die von der Verfassung gewährleisteten Grund-
dont peuvent se réclamer aussi les étrangers, est limitée à rechte, die für die politische Tätigkeit von Bedeutung sind
l'extrême d'une manière grossière? (Meinungs-, Presse-, Vereins- und Versammlungsfreiheit),
2. La «protection des relations diplomatiques» dont il semble auch den Ausländern zustehen. Wie der Schweizer Bürger
être question ne serait-elle pas en réalité synonyme de «sauve- darf jedoch auch der Ausländer diese Rechte nur in den
garde des intérêts de l'économie privée suisse»? Schranken ausüben, die durch die öffentliche Ordnung und
3. De quelle manière le Conseil fédéral peut-il dissiper le grave Sicherheit des Staates gesetzt sind. Darüber hinaus sind die
soupçon que les interdictions précitées de la police fédérale Aktivitäten der Ausländer jedoch verstärkten polizeilichen Ein-
sont étroitement liées aux assurances données par le Zaïre schränkungen unterworfen. Diese Schranken hat der Bundes-
concernant la sécurité du demandeur d'asile Musey expulsé rat in seinem Geschäftsbericht für 1966, Seite 138, umschrie-
entre-temps? ben. Bei der Ausübung der politischen Polizei orientiert sich
4. Enfin, le Conseil fédéral peut-il exclure un rapport entre les die Bundesanwaltschaft an diesen Kriterien. Artikel 70 BV lässt
interdictions susmentionnées de la police fédérale et l'indem- über die Zulässigkeit entsprechender Beschränkungen im In-
nité versée par le Zaïre pour la nationalisation des biens suis- teresse der Eidgenossenschaft keine Zweifel offen. Artikel 10
ses dans cet Etat? Ziffer 2 EMRK sieht sodann ausdrücklich vor, dass das Recht
auf freie Meinungsäusserung durch die Gesetzgebung unter
Sprecher-Porte-parole: Bäumlin Richard anderem im Interesse der nationalen Sicherheit, der öffentli-
chen Sicherheit sowie der Aufrechterhaltung der Ordnung
Schriftliche Begründung - Développement par écrit und der Verbrechensverhütung Beschränkungen unterworfen
Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen werden kann. Das gleiche gilt gemäss Artikel 11 Ziffer 2 EMRK
eine schriftliche Antwort. mit Bezug auf die Versammlungsfreiheit. Gemäss Artikel 16
EMRK dürfen diese Bestimmungen nicht so ausgelegt wer-
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates den, dass sie den Vertragsparteien verbieten, die politische
vom 25. Mail 988 Tätigkeit von Ausländern Beschränkungen zu unterwerfen.
Rapport écrit du Conseil fédéral du 25 mai 1988 Die in Frage stehenden Verfügungen stützen sich auf Artikel
Die vorliegende Interpellation bezieht sich auf die Verfügung 102 Ziffer 8 - 10 BV und namentlich auf Artikel 1 Ziffer 1 des
des Chefs der Bundespolizei vom 11. November 1987 betref- Bundesratsbeschlusses betreffend den Polizeidienst der Bun-
fend einen zairischen Flüchtling. Dieser hatte an aufwiegeln- desanwaltschaft vom 29. April 1958/SR 172.213.52. Danach
den und beleidigenden Publikationen gegen den zairischen obliegt dem Polizeidienst «die Beobachtung und Verhütung
Staat mitgewirkt, entsprechende Erklärungen gegenüber der von Handlungen, die geeignet sind, die innere oder äussere
Presse abgegeben sowie anlässlich von durch ihn organisier- Sicherheit der Eidgenossenschaft zu gefährden (politische
ten Versammlungen zum Kampf gegen die Regierung und Polizei)». Der ausdrückliche, generelle polizeiliche Auftrag zur
den Staatspräsidenten von Zaire aufgerufen. Ferner unter- Verhütung sicherheitsgefährdender Handlungen, mithin zur
stützte er eine revolutionäre Bewegung, die den gewaltsamen Prävention, begründet die Zuständigkeit der Bundesanwalt-
Sturz einer ausländischen Regierung anstrebt. Seine dies- schaft zum Erlass entsprechender Verfügungen und Befehle,
bezüglichen Aktivitäten in der Schweiz dienten dem Ziel, der und zwar gegenüber jedermann, nicht nur gegenüber Auslän-
Widerstandsbewegung Hilfe aus dem Ausland zukommen zu dern. Diesen Anordnungen kann mit Strafandrohungen nach
lassen. Artikel 292 StGB Nachdruck verliehen werden.
Die Verfügung gegen diesen zairischen Aktivisten veranlasste
Ende Januar 1988 einen Mitarbeiter der Flüchtlingsinforma- Präsident: Gemäss Liste sind die Interpellanten von der Ant-
tion der Gertrud-Kurz-Stiftung in Bern zu einem Bericht, der in wort des Bundesrates befriedigt.
verschiedenen Zeitungen abgedruckt wurde. Der Artikel er-
weckte den Eindruck, die Verfügung richte sich gegen alle Bäumlin Richard: Es geht in unserer Interpellation um ein
sich in der Schweiz aufhaltenden Zairer. Das trifft nicht zu : eine 1988 ergangenes Redeverbot mit Strafandrohung für den Fall
solche Verfügung erging bisher, was die zairische Opposition der Zuwiderhandlung, und zwar gegen einen Flüchtling aus
in der Schweiz anbelangt, nur gegen einen einzigen Flücht- Zaire, der das Mobuturegime scharf kritisiert hatte. In der Er-
ling. Dieser wurde im übrigen gemäss ständiger Praxis vorher gänzung zur heutigen Tagesordnung heisst es, wir seien be-
mehrfach zur Mässigung seiner politischen Agitation angehal- friedigt von der Antwort des Bundesrats. Dabei handelt es sich
ten. um einen Uebermittlungfehler. Da ich in meinem letzten Vo-
Die gegen einen einzigen zairischen Flüchtling erlassene Ver- tum, das ich in diesem Saal abgebe, möglichst friedfertig sein
fügung steht weder im Zusammenhang mit asylrechtlichen möchte, erkläre ich, wir seien teilweise befriedigt.
Entscheiden noch mit irgendwelchen wirtschaftlichen Interes- Wir sind insofern befriedigt, als der Bundesrat klar sagt, die für
sen. die politische Tätigkeit bedeutsamen Grundrechte, Mei-
Verfügungen der vorliegenden Art werden seit Anfang der nungs-, Presse-, Vereins- und Versammlungsfreiheit gälten
achtziger Jahre erlassen. Betroffen sind regelmässig Auslän- grundsätzlich auch für Ausländer. Meines Wissens hat sich
der in der Schweiz, die sich namentlich durch eine ausseror- der Bundesrat in dieser Frage, die immer wieder umstritten
dentlich intensive Agitation gegen die Regimes ihrer Her- war, noch nie so klar und eindeutig geäussert wie jetzt. Als
kunftsländer hervortun und damit unter ihren Landsleuten in Staatsrechtler mache ich ihm ein Kompliment. In diesem
der Schweiz Unruhe stiften sowie die Beziehungen der Sinne bin ich sehr befriedigt von dieser Antwort.
Schweiz zu den betreffenden ausländischen Staaten stören Aber es gibt anderes, Relativierendes in der Antwort. Nicht be-
oder zumindest erheblich gefährden. Bisher handelte es sich friedigt sind wir von der nach wie vor unzureichenden gesetz-
6. Oktober 1989 N 1749 Interpellation Aubry
liehen Grundlage für die Einschränkung der Grundrechte der ont versé 18 millions de dollars au Gouvernement de Bangkok
Ausländer. Die Generalvollmacht an die Bundesanwaltschaft afin qu'il lutte contre la piraterie qui sévit contre les boatpeo-
der generellen polizeilichen Aufforderung «zur Verhütung si- ple. On sait que des pourparlers sont faits discrètement par le
cherheitsgefährdender Handlungen, mithin zur Prévention», HCR pour que les réfugiés soient transférés sur la frontière
so wörtlich der Bundesrat in seiner Antwort, ist rechtsstaatlich cambodgienne. Un groupe de «Médecins du monde» a affrété
und demokratisch betrachtet sehr fragwürdig. Dieser Auffas- un bateau appelé Mary afin de recueillir ces malheureux sou-
sung dürften wohl auch die Kolleginnen und Kollegen sein, die vent jetés en haute mer après avoir été pillés et les femmes vio-
die Motion Houmard unterschrieben haben. lées. Ces médecins du monde ont déjà obtenus 300 visas
Geradezu perplex sind wir, wenn wir in der Antwort des Bun- d'entrée en France et 40 en Autriche.
desrates lesen müssen, die Generalvollmacht der Bundesan- Quel régime la Suisse appliquera-t-elle si une telle demande
waltschaft, einschliesslich der Kompetenz, Redeverbot zu ver- lui est présentée? La Suisse ne peut-elle s'adresser au HCR
hängen, gelte gegenüber jedermann, nicht nur gegenüber pour que des mesures exceptionnelles et d'urgence soient pri-
Ausländern. Im Klartext also auch gegenüber Schweizern! ses pour empêcher une telle piraterie?
Das wären schöne Aussichten für Zeiten politischer Span-
nung. Ich hoffe fast, es sei dem Bundesrat nicht ganz ernst mit Mitunterzeichner- Cosignataire: Keine-Aucun
dem, was er sagt; das wäre zu bedenklich. So oder so drängt
sich aber die Einsicht auf, dass die Exekutivkompetenzen, ins-
besondere die Kompetenzen der Bundesanwaltschaft, einer Schriftliche Begründung - Développement par écrit
rechtsstaatlichen und demokratisch befriedigenden Fundie- L'auteur renonce au développement et demande une
rung und vor allem auch Beschränkung bedürfen. réponse écrite.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
vom 7. September 1988
Rapport écrit du Conseil fédéral du 7 septembre 1988
#ST# 88.470 Selon l'article 22, premier alinéa, de la loi sur l'asile, le Départe-
ment fédéral de justice et police décide de l'admission de pe-
Interpellation Aubry tits groupes de réfugiés, tels qu'ils sont mentionnés dans
Probleme der vietnamesischen l'interpellation. Par lettre du 27 mai 1988, l'organisation
«Médecins du monde» a présenté au département compétent
Flüchtlinge une-demande d'octroi d'un certain nombre de visas d'entrée
Problèmes des réfugiés pour l'admission de réfugiés vietnamiens qui ont été recueillis
vietnamiens en pleine mer sur son bateau. Le 13 juin 1988, ledit départe-
ment a rejeté la demande pour les motifs suivants:
«Dans les années 1979-1981, la Suisse a accueilli quelque
8000 réfugiés indochinois dans le cadre d'actions spéciales.
Depuis lors, elle participe à des programmes spéciaux mis sur
Wortlaut der Interpellation vom 13. Juni 1988 pied par le Haut Commissariat des Nations Unies pour les réfu-
Man hat sich sehr mit dem Problem der zairischen und tamili- giés en faveur de ces êtres humains défavorisés. En dépit des
schen Flüchtlinge beschäftigt, weil sie in der Presse viel von efforts faits pour tenter de résoudre les nombreux problèmes
sich reden machen. Sie können auf eine ganze Reihe von Un- qui se posaient, force nous a été de constater que, pour ces
terstützungskomitees zählen, die sich häufig gegen unsere réfugiés de culture asiatique, l'intégration aux conditions de
Gesetze stellen. Soll soviel Lärm den Leidensweg der «Boat- vie helvétiques était particulièrement difficile. En accord avec
People» vergessen machen, die von der thailändischen Ma- les oeuvres d'entraide affiliées à l'Office central suisse d'aide
rine zurückgewiesen werden? Die thailändische Regierung ist aux réfugiés, nous avons donc été amenés à conclure que
überfordert. Thailand hat Hunderttausende von Flüchtlingen l'accueil en Suisse de réfugiés indochinois paraissait indiqué
aufgenommen, die dem Khmer-Regime entflohen sind. Lieber avant tout dans des situations exceptionnelles. Aussi, ces der-
das Flüchtlingshochkommissariat haben die Länder des We- niers temps, n'avons-nous autorisé l'entrée en Suisse de réfu-
stens der Regierung von Bangkok 18 Millionen Dollars zukom- giés que lorsqu'il s'agissait de cas d'extrême rigueur ou que
men lassen, damit diese die Piraterie bekämpft, die für die l'intéressé avait des attaches étroites avec des personnes vi-
«Boat-People» so verhängnisvolle Folgen hat. Man weiss, vant en Suisse. En collaboration avec le Département fédéral
dass das Flüchtlingshochkommissariat diskrete Verhandlun- des affaires étrangères, nous avons, par ailleurs, intensifié nos
gen führt, damit die Flüchtlinge an die kambodschanische efforts dans les Etats de premier asile de l'Asie du Sud-Est.
Grenze überführt werden. Eine Gruppe der Organisation En dépit de toute l'estime que nous portons au travail qu'ac-
«Médecins du monde» hat ein Schiff mit dem Namen Mary ge- complit votre organisation, nous pensons néanmoins que l'in-
chartert, um diese Menschen, die sich in äusserster Not befin- frastructure d'accueil que vous offrez est insuffisante. Sur la
den und die, nachdem sie ausgeplündert und die Frauen ver- base de notre expérience, il nous paraît indispensable que soit
gewaltigt worden sind, häufig ins Meer geworfen werden, an mise en place une vaste structure d'assistance formée de
Bord zu nehmen. Die Organisation «Médecins du monde» hat gens spécialisés. Et même alors, compte tenu de la situation
für diese Flüchtlinge von Frankreich bereits 300 und von générale des réfugiés en Suisse, nous ne pourrions autoriser
Oesterreich bereits 40 Einreisevisa bekommen. Welche Hal- l'entrée aux seules personnes qui remplissent les conditions
tung wird die Schweiz einnehmen, wenn ein solches Gesuch requises. Mais de telles personnes ont, de toute manière, déjà
an sie gerichtet wird? Kann sich die Schweiz nicht an das été accueillies dans le cadre de programmes relevant du Haut
Flüchtlingshochkommissariat wenden und sich dafür einset- Commissariat pour les réfugiés, et auxquels nous continue-
zen, dass sofort ausserordentliche Massnahmen zur Verhin- rons de participer. Dans les circonstances présentes, il ne
derung der Piraterie getroffen werden? nous est malheureusement pas possible d'accorder à votre
organisation les autorisations d'entrée en Suisse que vous sol-
Texte de l'interpellation du 13 juin 1988 licitez.
On s'est beaucoup occupé du problème des réfugiés zaïrois Nous sommes convaincus que «Médecins du monde», en col-
ou tamouls parce qu'ils font grand bruit dans la presse. Ils ont laboration avec le Haut Commissariat pour les réfugiés, sau-
droit à d'innombrables comités de soutien qui souvent luttent ront trouver, en l'occurrence, les meilleures solutions pour ces
contre nos lois. Tant de bruit est-il destiné à masquer le cal- personnes auxquelles votre organisation porte secours et es-
vaire des boatpeople refoulés par la marine thaïlandaise? Le pérons que vous comprendrez également notre réticence«.
gouvernement thaïlandais est submergé et ce pays, à lui seul Le Conseil fédéral se rallie à cette décision et à son argumenta-
héberge des centaines de milliers de réfugiés fuyant le régime tion. L'admission de groupes importants de réfugiés est de la
des Kmers. Par le truchement du HCR, les pays occidentaux compétence du Conseil fédéral. Dans de tels cas, il estime ne
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation der sozialdemokratischen Fraktion Maulkorb für Flüchtlinge aus Zaire
Interpellation du groupe socialiste Réfugiés du Zaïre. Musellement
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1989
Année
Anno
Band IV
Volume
Volume
Session Herbstsession
Session Session d'automne
Sessione Sessione autunnale
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 88.311
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 06.10.1989 - 08:00
Date
Data
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