Conscientious Objection and Alternative Civilian Service in Switzerland
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Swiss Federal Assembly considered several petitions and initiatives related to conscientious objection to military service and the introduction of alternative civilian service. The core issue was reconciling mandatory military service with freedom of conscience, which was deemed to be handled inadequately by existing laws, often resulting in disproportionate prison sentences. The Assembly's response, partly driven by the parliamentary initiative for civilian service, was to acknowledge the need for reform and to address the problem by offering a civilian service alternative, thereby fulfilling the demands of most petitions and leading to their dismissal.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 49 Absatz, Art. 93 Abs. 2 BV; Conscientious Objection and Alternative Civilian Service in Switzerland: The core issue was reconciling mandatory military service with freedom of conscience, which was deemed to be handled inadequately by existing laws, often resulting in disproportionate prison sentences. The Assembly's response, partly driven by the parliamentary initiative for civilian service, was to acknowledge the need for reform and to address the problem by offering a civilian service alternative, thereby fulfilling the demands of most petitions and leading to their dismissal.
Schlagwörter
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited by the Jura cantonal parliament to request the Confederation to establish a legal status for conscientious objectors.
Volltext
27. November 1991 969 Petitionen
zu überprüfen. In diesem Sinn wird es notwendig sein, an un- sung des Dienstverweigererproblems. Das Parlament ist nun
seren Vorschriften über die Dienstpflicht sowie an deren Mo- gewillt, dies mildem Bundesbeschluss über die Einführung ei-
dalitäten, deren Organisation und den damit verbundenen nes Zivildienstes für Dienstverweigerer zu tun.
Rechtsmechanismen die erforderlichen Anpassungen vorzu- Ich bitte Sie, die Initiativen abzuschreiben, wie dies der Natio-
nehmen und allenfalls eine Alternative zum obligatorischen nalrat bereits getan hat
Militärdienst einzuführen.
Präsidentin: Die Kommission beantragt Abschreibung der
Texte de l'initiative du 30 juillet 1990 Standesinitiativen 90.202 und 91.302.
Le Grand Conseil de la République et Canton de Genève invite
les Chambres fédérales à analyser les diverses composantes Abgeschrieben - Classé
de la défense nationale dans la perspective de l'évolution eu-
ropéenne. Dans cet esprit, il y aura lieu de proposer les adap-
tations nécessaires de notre ordre juridique au plan de l'obli-
gation de servir, de ses modalités, de son organisation et des
mécanismes judiciaires qu'elle implique, ainsi que l'introduc-
tion éventuelle d'une alternative au service militaire obliga- #ST# Petitionen - Pétitions
toire.
#ST# 91.302 88.267
Standesinitiatiye Jura Petition Beck Friedrich
Rechtsstatut für Dienstverweigerer Verfassungsrecht. Armee und Zivilschutzfragen
aus Gewissensgründen Pétition Beck Friedrich
Initiative du canton du Jura Droit constitutionnel. Service militaire
Statut de l'objecteur de conscience et protection civile
Beschluss des Nationalstes vom 16. September 1991
Décision du Conseil national du 16 septembre 1991
Herr Küchler unterbreitet im Namen der Kommission den fol-
genden schriftlichen Bericht:
Wortlaut der Initiative vom 10. Januar 1991 1. Mit Eingabe vom 17. März 1988 verlangt der Petitionär, dass
Unser Land behandelt Dienstverweigerer aus Gewissensgrün- sich die Bundesversammlung damit befasse, wie sich die in
den auf eine Weise, die eines modernen Staates unwürdig ist, Artikel 49 der Bundesverfassung garantierte Glaubens- und
und wird deswegen Jahr für Jahr im Bericht von Amnesty Inter- Gewissensfreiheit mit der allgemeinen Wehrpflicht vereinba-
national aufgeführt ren lasse. Er ist der Auffassung, dass die Glaubens- und Ge-
Dienstverweigerung aus Gewissensgründen wird in den mei- wissensfreiheit vorgehe und dass Militärdienstverweigerer
sten Fällen mit unverhältnismässigen Gefängnisstrafen nicht bestraft werden dürfen, die sich auf Glaubensansichten
geahndet Daran werden auch die minimen Verbesserungen, berufen.
die der Nationalrat kürzlich beschlossen hat, kaum etwas än- 2. Die Anliegen des Petitionärs werden mit der vom Volk im
dern. Juni 1991 angenommenen Revision des Militärstrafgesetzes
Es ist an der Zeit, das Problem grundsätzlich anzugehen und und der Militärorganisation zum Teil erfüllt
so rasch als möglich Lösungen zu finden. Gestützt auf Arti- Hingegen lehnt die Kommission die Auffassung ab, dass
kel 93 Absatz 2 der Bundesverfassung verlangt das jurassi- Glaubensansichten generell von der Erfüllung der Wehrpflicht
sche Parlament, der Bund solle für Dienstverweigerer aus Ge- befreien. Sie verweist darauf, dass gemäss Artikel 49 Absatz 5
wissensgründen endlich ein Rechtsstatut schaffen, das die- der Bundesverfassung Glaubensansichten nicht von der Erfül-
sen Namen verdient. lung der bürgerlichen Rlichten entbinden. Auch die parlamen-
tarische Initiative 91.408, Zivildienst, darf nicht in diesem Sinne
Texte de l'initiative du 10 janvier 1991 interpretiert werden.
Cité chaque année dans le rapport d'Amnesty International
pour sa manière de traiter les objecteurs de conscience, notre M. Küchler présente au nom de la commission le rapport écrit
pays dispose en la matière d'un statut indigne d'un Etat mo- suivant: '
derne.
L'objection de conscience se voit, la plupart du temps, forte- 1. Par lettre du 17 mars 1988, le pétitionnaire demande à l'As-
ment pénalisée par des peines de prison disproportionnées. semblée fédérale d'examiner la compatibilité de l'obligation
Et, il faut le dire, les améliorations minimes votées récemment générale de servir dans l'armée avec la liberté de conscience
par le Conseil national n'apporteront que peu de changement. et de croyance garantie par l'article 49 de la Constitution fédé-
Il s'agit donc de faire avancer le problème, afin de le résoudre rale. Il estime que ladite liberté prime l'obligation de servir et
dans les plus brefs délais, Aussi, le Parlement jurassien, se que les objecteurs invoquant leurs croyances ne doivent pas
fondant sur l'article 93, 2e alinéa, de la Constitution fédérale, être punis.
demande que la Confédération se dote enfin d'un statut de 2. Les demandes du pétitionnaire ont été partiellement réali-
l'objecteur de conscience digne de ce nom. sées lors de l'adoption par le peuple, en juin 1991, de la révi-
sion du Code pénal militaire et de la loi sur l'organisation mili-
Küchler, Berichterstatter: Ich werde gleich zu beiden Initiati- taire.
ven sprechen. Nachdem Sie vorhin auf die parlamentarische Par contre, la commission rejette l'avis selon lequel les croyan-
Initiative 91.408 «Zivildienst» eingetreten sind und sich für eine ces devraient libérer d'une façon générale de l'obligation de
diesbezügliche Verfassungsbestimmung ausgesprochen ha- servir. Elle souligne que, selon l'alinéa 5 de l'article 49 de la
ben, können wir die Standesinitiative Genf «Stellung der Constitution fédérale, nul ne peut, pour cause d'opinion reli-
Dienstverweigerer» und die Standesinitiative des Kantons gieuse, s'affranchir de l'accomplissement d'un devoir civique.
Jura «Rechtsstatut für Dienstverweigerer aus Gewissensgrün- L'initiative parlementaire 91.408, Service civil, ne peut être
den» abschreiben. Beide Initiativen verlangen eine rasche Lö- interprétée dans ce sens, elle aussi.
Motion Rhinow 970 27 novembre 1991
Antrag der Kommission Proposition de la commission
Die Kommission beantragt, die Petition zur Kenntnis zu neh- La commission propose de classer la pétition, son but étant
men, ihr aber keine Folge zu geben. réalisé.
Proposition de la commission Küchler, Berichterstatter: Auch diese Petition wurde von der
La commission propose de prendre acte de la pétition sans lui Kommission am 5. November 1991 behandelt. Hier liegt eben-
donner suite. falls ein schriftlicher Bericht vor, den Sie zur Kenntnis nehmen
konnten. Mit der Zustimmung zur Zivildienst-lnitiative haben
Küchler, Berichterstatter: Die Kommission hat sich mit der Pe- wir das Anliegen der Petition erfüllt. Sie kann abgeschrieben
tition Beck Friedrich am 5. November 1991 befasst Sie hat ei- werden.
nen schriftlichen Bericht ausgearbeitet, der Ihnen zugestellt
worden ist Die Kommission beantragt, die Petition zur Kennt- Angenommen -Adopté
nis zu nehmen, ihr aber keine Folge zu geben.
Angenommen -Adopté
#ST# 91.3143
Motion Rhinow
88.268
Gemeinschaftsdienste
Petition Beratungsstellen für Militärdienstverweigerer Service communautaire
und Zivildienst Schweiz
Für die Entkriminalisierung und die
Entpsychiatrisierung der Militärdienstverweigerer
Pétition Bureaux-conseils pour les
objecteurs et le Service civil Wortlaut der Motion vom 4. Juni 1991
Pour la décriminalisation et la dépsychiatrisation Ich ersuche den Bundesrat, den eidgenössischen Räten eine
de l'objection de conscience Vorlage zur Revision der Bundesverfassung mit folgender Ziel-
setzung zu unterbreiten:
1. Jeder Schweizer leistet Dienst in der Armee oder in einem
anderen (zivilen) Gemeinschaftsdienst
Herr Küchler unterbreitet im Namen der Kommission den fol- 2. Verfassung und Gesetz regeln die Aufträge der verschiede-
genden schriftlichen Bericht: nen Dienste.
3. Die freie Wahl zwischen gleichwertigen Diensten ist grund-
1. Die Beratungsstellen für Militärverweigerer haben am sätzlich gewährleistet. Das Gesetz sichert die notwendigen Mi-
28. September 1988 Bundesrat und Parlament eine Petition nimalbestände für die einzelnen Dienste und regelt die Dienst-
eingereicht, die nach ihren Angaben von 5100 Personen un- verweigerung aus Gewissensgründen.
terschrieben ist Sie verlangen, dassdie Bundesversammlung
und der Bundesrat das Problem der Militärdienstverweige- Texte de la motion du 4 juin 1991
rung neu, umfassend und grundsätzlich angehen und auf die Je prie le Conseil fédéral de soumettre aux Chambres un pro-
Einführung eines echten Zivildienstes hinwirken sollen. Nur jet de révision de la Constitution fédérale visant les buts sui-
durch die Anerkennung der Dienstverweigerung als Men- vants:
schenrecht könne der Glaubens- und Gewissensfreiheit 1. Tout Suisse accomplit un service communautaire, militaire
Nachdruck verschafft und verhindert werden, dass Dienst- ou civil.
pflichtige zunehmend aus psychischen Gründen vom Militär- 2. Les tâches des organes compétents sont fixées dans la
dienst befreit werden müssten. constitution et dans la loi.
2. Mit der parlamentarischen Initiative 91.408, Zivildienst, wird 3. Le principe de libre choix entre des services équivalents est
das Anliegen der Petition erfüllt. garanti. La loi fixe les effectifs minimaux et règle l'objection de
Der Nationalrat hat diese Initiative angenommen, die Kommis- conscience fondée sur des convictions personnelles.
sion des Ständerates beantragt ebenfalls Zustimmung.
Mitunterzeichner-Cosignataires: Béguin, Ducret, Hänsenber-
M. Küchler présente au nom de la commission le rapport écrit ger, Iten Andreas, Jagmetti, Meier Josi, Onken, Piller, Roth,
suivant: Schiesser, Schoch, Simmen, Weber Monika, Zimmerli (14)
1. Les services-conseils pour objecteurs ont adressé le Rhinow: Der Bericht 90 des Bundesrates über die schweizeri-
28 septembre 1988 une pétition au Conseil fédéral et à l'As- sche Sicherheitspolitik im Wandel vermittelt eine eindrückli-
semblée fédérale. Cette requête a été, au dire des pétitionnai- che Uebersicht über die existentiellen Gefährdungen der
res, signée par 5100 personnes. Les signataires demandent Schweiz: Wir stehen vor globalen Herausforderungen bisher
au gouvernement et parlement fédéraux de réexaminer à fond unbekannten Ausmasses. Sie umfassen ein ganzes Bündel
le problème du refus de servir dans l'armée et d'instituer un zusammenhängender Probleme. Diese ergeben sich auf-
vrai service civil. Seule la reconnaissance du refus de servir en grund demographischer, ökologischer und wirtschaftlicher
tant que droit fondamental peut redonner à la liberté de cons- Entwicklungen, der Möglichkeit natur- und zivilisationsbeding-
cience et de croyance le statut qu'elle mérite et éviter qu'un ter Katastrophen, aber auch machtpolitischer Veränderungen
nombre croissant d'objecteurs de conscience cherchent à inner- und ausserhalb Europas. Für die Schweiz bedeutet
être libérés pour des motifs psychiatriques. dies, dass wir Antworten auf alle Gefährdungen zu finden ha-
2. Les exigences formulées par la pétition sont satisfaites avec ben. Anders formuliert: Die Sicherung unserer Existenz, des
l'initiative parlementaire 91.408, Service civil. Lebens unserer Bevölkerung unter menschenwürdigen Be-
Le Conseil national a accepté cette initiative et la commission dingungen, ist nicht mehr ausschliesslich eine Aufgabe der
du Conseil des Etats recommande également son approba- Landesverteidigung mit bewaffneten Streitkräften, ist nicht nur
tion. Wahrung unserer Unabhängigkeit, sondern bedarf zusätzlich
anderer Instrumente. Diesen anderen Instrumenten kommt
Antrag der Kommission ein zunehmend stärkeres Gewicht zu.
Die Kommission beantragt, die Petition als erfüllt abzuschrei- Die anderen Instrumente der allgemeinen Existenzsicherung
ben. sind ebenfalls teilweise auf die Mitwirkung der Bevölkerung
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Petitionen
Pétitions
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1991
Année
Anno
Band V
Volume
Volume
Session Wintersession
Session Session d'hiver
Sessione Sessione invernale
Rat Ständerat
Conseil Conseil des Etats
Consiglio Consiglio degli Stati
Sitzung 03
Séance
Seduta
Geschäftsnummer ---
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 27.11.1991 - 08:00
Date
Data
Seite 969-970
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