Commission Rejects Moratorium on Genetic Engineering Research
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe parliamentary initiative called for a ten-year moratorium on genetic engineering research and application. The reasoning presented for this moratorium centered on the need for public debate and understanding of a technology with far-reaching consequences, and the significant and potentially irreversible risks associated with genetic manipulation. However, the commission concluded that a moratorium was not necessary, citing the general acceptance of many applications and the potential negative impact on Swiss research without altering global development, and recommended against it.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 68 GRN, Art. 68 RCN, Art. 27 Ratsreglements; Commission Rejects Moratorium on Genetic Engineering Research: The reasoning presented for this moratorium centered on the need for public debate and understanding of a technology with far-reaching consequences, and the significant and potentially irreversible risks associated with genetic manipulation. However, the commission concluded that a moratorium was not necessary, citing the general acceptance of many applications and the potential negative impact on Swiss research without altering global development, and recommended against it.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
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KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertThis provision is mentioned as the category under which the parliamentary initiative falls, indicating its procedural basis.
Cited as the legal basis for submitting the parliamentary initiative in the form of a general proposal.
Volltext
Initiative parlementaire. Génie génétique 640 N 20 mars 1991
cher Behördestelle sie einzureichen sind. Durch Beschluss Abstimmung - Vote
vom 20. August 1986 hat der Bundesrat die Departemente des Für den Antrag auf Diskussion 46 Stimmen
Innern und der Volkswirtschaft beauftragt, eine Koordinations- Dagegen 51 Stimmen
stelle der Bewilligungsverfahren für die Anwendung gentech-
nisch veränderter Organismen (Kobago) zu ernennen. Diese Zwygart: Ich habe in der Fragestunde zu diesem Thema eine
seit April 1987 bestehende Koordinationsstelle setzt sich aus- Frage gestellt; es wurde mir nicht vollständig geantwortet,
schliesslich aus Vertretern von Amtsstellen des Bundes sowie sondern auf die Diskussion verwiesen. Ich bitte um Antwort auf
der Interkantonalen Kontrollstelle für Heilmittel, unter anderem meine Frage.
auch von den Bundesämtern für Landwirtschaft und für Um-
welt, Wald und Landschaft, zusammen. Es handelt sich um ein Präsident: Herr Zwygart, die Diskussion wurde abgelehnt,
unabhängiges Gremium, welches die Interessen der Oeffent- und damit ist das Geschäft erledigt, es sei denn, Herr Bundes-
lichkeit wahrnimmt. rat Delamuraz möchte die Gelegenheit für eine kurze Erklä-
Die Kobago hat im November 1990 aufgrund eines Vorschla- rung benutzen.
ges des Buwal-Vertreters beschlossen, das Verfahren, das in
Grossbritannien für die Beurteilung solcher Versuche ange- M. Delamuraz, conseiller fédéral: C'est votre conseil qui dé-
wendet wird, auf den Fall des Kartoffelklons der Forschungs- cide, ce qu'il vient de faire.
anstalt Changins anzuwenden. Aufgrund einer ersten Beurtei-
lung im Schosse der Kobago wurde das Projektteam gebeten,
die Gesuchsdokumentation zu ergänzen. Das verbesserte Do-
kument wird zurzeit sowohl durch die Schweizerische Interdis-
ziplinäre Kommission für Biologische Sicherheit in Forschung #ST# 88.234
und Technik (SKBS) wie durch die Kobago bewertet.
Da es sich beim Versuch in Changins um ein Forschungspro- Parlamentarische Initiative
jekt einer eidgenössischen Anstalt handelt, kann jederzeit die (Fetz)
übergeordnete Behörde die Durchführung des Vorhabens Moratorium Gentechnologie
verbieten. Im Bewusstsein, dass mit dem erwähnten Versuch
die erste Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen Initiative parlementaire
in der Schweiz erfolgen sollte, hat die Kobago beantragt, das (Fetz)
Gesuch aufgrund der oben beschriebenen Beurteilung dem Génie génétique. Moratoire
Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft oder dem Chef
des EVD zur Beschlussfassung über die Durchführung zu un- Kategorie V, Art. 68 GRN - Catégorie V, art. 68 RCN
terbreiten. Sofern aufgrund der erwähnten Beurteilung keine
wissenschaftlich begründeten Einwände gegen die Durchfüh-
rung des Versuches sprechen, sollte das Projekt als Teil der
Grundlagenforschung zur Schaffung krankheitsresistenter
Kulturpflanzen weitergeführt werden. Es versteht sich, dass Wortlaut der Initiative vom 22. September 1988
vor einem Entscheid die interessierten Bundesämter konsul- Gemäss Artikel 27 des Ratsreglements unterbreite ich fol-
tiert werden. gende Initiative in Form der allgemeinen Anregung:
3. Zur Frage der Transparenz Die eidgenössischen Räte werden ersucht, unverzüglich Vor-
Im Sinne einer offenen Information der Oeffentlichkeit über schriften zu erlassen, die ein umfassendes, mindestens zehn-
ihre Forschungstätigkeit hat das Projektteam der Forschungs- jähriges Moratorium im Bereich der Gentechnologie ermögli-
anstalt Changins verschiedene - auch kritische - Interessen- chen. Mit einzubeziehen sind die Forschung und Anwendung
ten und Pressevertreter freimütig über das umstrittene Projekt von allen DNS-Rekombinationstechniken in allen Bereichen
informiert. Es ist aber nicht Sache der Verwaltung, sondern (Medizin, Industrie, Landwirtschaft usw.).
des Gesetzgebers, eine Offenlegung von Akten, verbunden
mit einem Einspracheverfahren, einzuführen. Texte de l'initiative du 22 septembre 1988
Der Bundesrat wird die Möglichkeit der Einführung eines sol- Conformément à l'article 7 du règlement du Conseil national,
chen Einsicht- bzw. Einspracheverfahrens sorgfältig prüfen, je soumets l'initiative parlementaire ci-après sous forme d'un
unter Beachtung der bereits im Bereich der Gentechnologie projet conçu en termes généraux:
eingereichten parlamentarischen Vorstösse. Es gilt ebenfalls, Les Chambres fédérales sont priées d'édicter immédiatement
mögliche Auswirkungen auf die Rahmenbedingungen für die des dispositions permettant de décréter un moratoire général
Forschung und auf die Wettbewerbsfähigkeit der schweizeri- d'au moins 10 ans en matière de technologie génétique, mo-
schen Industrie zu beachten. Darüber hinaus sind die prakti- ratoire qui s'applique à tous les aspects de la recherche et des
schen Folgen im Sinne der zusätzlichen Verfahrenskosten für applications de l'ensemble des techniques de recombinaison
die Verwaltung im Vergleich mit dem Nutzen für die Wahrung de l'ADN en médecine, dans l'industrie, l'agriculture, et dans
öffentlicher Interessen abzuwägen. tout autre domaine.
Frau Stocker: Es ist natürlich nach dem heutigen Tag fast eine Herr Darbellay unterbreitet im Namen der Kommission den
Zumutung,jetztnoch mit Kartoffelnzu kommen. Ich habe volles folgenden schriftlichen Bericht:
Verständnis für Ihre Ungeduld. Ich möchte Sie nur darauf auf-
merksam machen, dass Herr Baerlocher und die grüne Frak- Am 22. September 1988 hat Nationalrätin Fetz eine parlamen-
tion zum selben Themaje eine Interpellation eingereicht haben tarische Initiative in Form einer allgemeinen Anregung einge-
und zum Teil unterschiedliche Antworten erhalten haben. reicht.
Schon allein aus diesem Grund muss ich mich unbefriedigt er-
klären und möchte Sie trotz aller Ermüdungserscheinungen Schriftliche Begründung der Initiantin
um Diskussion bitten, denn Kartoffeln kommen im Frühjahr Im Bereich der Gentechnologie werden gegenwärtig grosse
aufs Feld oder eben gar nicht. Ich bitte Sie also um Diskussion. Fortschritte in der Forschung erzielt und irreversible Entwick-
lungen eingeleitet, ohne dass die Oeffentlichkeit den gering-
Baerlocher: Ich kann mich von der Antwort des Bundesrates in sten Einfluss darauf ausüben kann.
keiner Art und Weise befriedigt erklären. Ich möchte Klarheit Erste gentechnisch hergestellte Produkte sind bereits auf dem
darüber, welches Departement jetzt wirklich für das Bewilli- Markt, erste Freisetzungen künstlich konstruierter Mikroben
gungsverfahren in Changins zuständig ist. Die Antworten zu sind bereits Wirklichkeit und ein Gesetz über die Patentierung
der Interpellation der grünen Fraktion und zur Interpellation gentechnologisch manipulierter Lebewesen in Vernehmlas-
von mir sind unterschiedlich. Ich finde es notwendig, dass Klä- sung. All dies geschieht unter sorgfältiger Abschirmung von
rung geschaffen wird. der Oeffentlichkeit, nur abgesegnet von exklusiven Experten-
20. März 1991 641 Parlamentarische Initiative. Moratorium Gentechnologie
zirkeln und ohne dass auf breiter Ebene von der Oeffentlich- ait pris tout son essor. Un moratoire permettrait justement de
keit irgendeine Entscheidung dazu gefällt wurde. mener à bien ce débat avant que les décisions soient prises et
Bei einer Technologie, die derart weitreichende Konsequen- qu'une situation de fait accompli rende tout retour en arrière
zen hat und die sich auf die Grundlagen des Lebens selbst impossible.
auswirkt, ist es unerlässlich, eine breite, öffentliche und vom Un moratoire s'impose aussi en raison des risques liés à la bio-
Ergebnis her offene Debatte zu führen, bevor sie sich entfaltet technologie. Il n'est plus possible de rassembler ou de contrô-
hat. Ein Moratorium bietet die Chance, diese Diskussion zu ler des bactéries manipulées une fois qu'elles ont été relâ-
führen, bevor alle Entscheidungen bereits gefallen sind, ge- chées. Dans ce domaine, les erreurs sont irréversibles. Or de
schaffene Sachzwänge eine Umkehr unmöglich machen. Ein telles erreurs sont inévitables vu les lacunes et les limites de
Moratorium drängt sich auch deshalb auf, weil das Risikopo- nos connaissances sur les écosystèmes.
tential der Gentechnologie nicht abzuschätzen ist. Einmal frei- Ainsi, le professeurd'écologie Berndt Heydemann de l'Univer-
gesetzte manipulierte Bakterien lassen sich weder zurückho- sité de Kiel, qui est aussi directeur du centre de recherches
len noch kontrollieren. Fehler sind also irreversibel. Solche biologiques de cette ville, est persuadé qu'il faut au moins une
Fehler sind schon deshalb unvermeidlich, weil unsere Kennt- dizaine d'années de recherches intensives sur la structure fon-
nisse über die Zusammenhänge des Oekosystems sehr be- damentale de l'écosystème avant que l'on puisse émettre des
scheiden und lückenhaft sind. Professor Berndt Heydemann, prédictions fiables sur les risques liés au génie génétique. En
Professor für Oekologie an der Universität Kiel und Direktor conséquence, il estime nécessaire un moratoire de 10 à
des dortigen Biozentrums, ist deshalb überzeugt, dass min- 15 ans.
destens zehn Jahre intensive Forschung über die elementa- Le délai offert par le moratoire devrait aussi permettre de pro-
ren Zusammenhänge des Oekosystems notwendig sind, be- mouvoir une biotechnologie compatible avec l'environnement
vor überhaupt einigermassen zuverlässige Aussagen über die et acceptable pour nos sociétés, afin que nous ayons vraiment
Risiken der Gentechnologie gemacht werden können, und le choix entre plusieurs possibilités.
stellt deshalb auch die Forderung nach einem 10- bis 15jähri-
gen Moratorium auf. Considérations de la commission
Die Frist des Moratoriums sollte auch dazu benützt werden, Lors de sa séance du 9 mai 1989, la commission a examiné
um Ansätze zu einer umweit- und sozialverträglichen Techno- l'initiative parlementaire de la conseillère nationale Fetz,
logie zu unterstützen, die uns dann überhaupt noch Chancen conjointement avec l'initiative du canton de Saint-Gall (Techni-
zu einer Wahl zwischen verschiedenen Möglichkeiten lassen. ques de recombinaison de l'ADN, 88.202). Auparavant, la
commission a consulté des experts de l'administration (DFI,
Erwägungen der Kommission DFJP, DFEP), des milieux scientifiques et de l'industrie chimi-
Die Kommission hat an ihrer Sitzung vom 9. Mai 1989 die par- que, qui lui ont donné de nombreuses informations sur ces
lamentarische Initiative von Nationalrätin Fetz gemeinam mit questions. Ensuite, la commission a encore entendu l'auteur
der Standesinitiative des Kantons St. Gallen (DNS-Rekombi- de l'initiative.
nationstechniken, 88.202) beraten. Vor der Beratung liess sich La commission estime qu'un moratoire dans le domaine du
die Kommission durch die Experten aus der Verwaltung (EDI, génie génétique ne s'impose pas; en effet, ni en Suisse, ni
EJPD, EVD), der Wissenschaft und der chemischen Industrie dans les pays limitrophes, on n'a eu connaissance de cas né-
über die Problematik eingehend orientieren. Anschliessend cessitant une telle mesure. Au contraire, de nombreuses appli-
hörte die Kommission noch die Ausführungen der Initiantin cations du génie génétique sont acceptées un peu partout.
an. La commission est aussi consciente du fait qu'un moratoire de
Die Kommission ist der Auffassung, dass sich ein Moratorium dix ans affecterait très sérieusement la recherche en Suisse,
im Bereich der Gentechnologie nicht aufdränge, weil weder in tout en ne changeant rien au problème, car l'évolution à
der Schweiz noch in den Nachbarländern Fälle bekannt sind, l'étranger se poursuivrait indépendamment de la situation en
die einen solchen Eingriff rechtfertigen würden; im Gegenteil, Suisse.
viele Anwendungen der Gentechnologie sind allgemein ak- La commission propose, par 11 voix contre 4 et une absten-
zeptiert. tion, de ne pas donner suite à l'initiative.
Die Kommission ist sich auch bewusst, dass sich ein zehnjäh-
riges Moratorium auf die Forschung in der Schweiz sehr nega- Antrag der Kommission
tiv auswirken, an der Sache aber nichts ändern würde, weil die Mehrheit
Entwicklung im Ausland dadurch nicht beeinflusst werden Der Initiative keine Folge geben.
könnte. Minderheit
Die Kommission beantragt mit 11 zu 4 Stimmen bei einer Ent- (Carobbio, Fankhauser, Stocker, Ulrich)
haltung, der Initiative keine Folge zu geben. Der Initiative Folge geben.
M. Darbellay présente au nom de la commission le rapport Proposition de la commission
écrit suivant: Majorité
Ne pas donner suite à l'initiative.
Le 22 septembre 1988, la conseillère nationale Fetz a déposé Minorité
une initiative parlementaire conçue en termes généraux. (Carobbio, Fankhauser, Stocker, Ulrich)
Donner suite à l'initiative.
Développement de l'auteur de l'initiative
La recherche génétique fait actuellement d'énormes progrès Abstimmung - Vote
et donne lieu à des développements irréversibles, sans que la Für den Antrag der Mehrheit
société en général puisse exercer une influence quelconque (keine Folge geben) 65 Stimmen
sur cette évolution. Les premiers produits résultant de manipu- Für den Antrag der Minderheit
lations génétiques sont déjà sur le marché et des microorga- (Folge geben) 36 Stimmen
nismes artificiels commencent à sortir des laboratoires, tandis
qu'une loi concernant les brevets relatifs aux organismes vi-
vants ayant subi des manipulations génétiques est actuelle-
ment en consultation. Tout cela se passe sous l'égide des ex-
perts, sans que le public en soit informé et sans qu'il ait pu se
prononcer à ce sujet.
S'agissant d'une technologie dont la portée est si vaste et qui
touche les bases même de la vie, il est indispensable de pro-
céder à un débat public largement ouvert et sans idée pré-
conçue quant au résultat, avant même que cette technologie
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Parlamentarische Initiative (Fetz) Moratorium Gentechnologie
Initiative parlementaire (Fetz) Génie génétique. Moratoire
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1991
Année
Anno
Band II
Volume
Volume
Session Frühjahrssession
Session Session de printemps
Sessione Sessione primaverile
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 14
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 88.234
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 20.03.1991 - 15:00
Date
Data
Seite 640-641
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Ref. No 20 019 707
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