Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 88-227 KI-generiert

Court Rules on Supplementary Benefits Law, Rejects Pension Deduction, Supports Medical Deductible Abolition

Geschäftsnummer VPB 88-227
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The parliamentary initiative sought to amend the law on supplementary benefits (ELG) to reinstate a deduction for pensions and benefits (excluding AHV/IV pensions) previously removed, and to eliminate the 200-franc deductible for medical costs. The court, while acknowledging the need for supplementary benefits, largely rejected the initiative's first part concerning the calculation of privileged income, as it would reintroduce disparities in benefit calculations. However, the court supported the second part, agreeing that the 200-franc deductible for medical costs created more problems than it solved due to administrative costs, and recommended its abolition through a separate motion.

Legislator-Regeste

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Art. 68 GRN-Catégorie, Art. 3 Absatz, Art. 3 Ab, Art. 3 satz, Art. 33ter Absatz, Art. 33ter bei; Court Rules on Supplementary Benefits Law, Rejects Pension Deduction, Supports Medical Deductible Abolition: The court, while acknowledging the need for supplementary benefits, largely rejected the initiative's first part concerning the calculation of privileged income, as it would reintroduce disparities in benefit calculations. However, the court supported the second part, agreeing that the 200-franc deductible for medical costs created more problems than it solved due to administrative costs, and recommended its abolition through a separate motion.

Schlagwörter

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Ergänzungsleistungsberechnung Parlamentsrecht Abzugsfähigkeit von Kosten Leistungskürzung Anspruch auf Versicherungsleistungen Vorschriften über das Ruhegehalt

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Art. 68 GRN-Catégorie
Kategorie III, Art. 68 GRN-Catégorie III, art.
Art. 3 Absatz
la déduction prévue à l'alinéa 2 de l'article 3 de la LPC soit, Die Kommission nahm davon Kenntnis, dass der bei der letz-
Art. 3 Ab
la déduction prévue à l'alinéa 2 de l'article 3 de la LPC soit, Die Kommission nahm davon Kenntnis, dass der bei der letz-
Art. 3 satz
la déduction prévue à l'alinéa 2 de l'article 3 de la LPC soit, Die Kommission nahm davon Kenntnis, dass der bei der letz-
Art. 33ter Absatz
dification de l'article 33ter afin d'octroyer plus rapidement formell nicht erfüllbar, weil sie eine 13.
Art. 33ter bei
dification de l'article 33ter afin d'octroyer plus rapidement formell nicht erfüllbar, weil sie eine 13.
Art. 33 AHV-Gesetz
dification de l'article 33ter afin d'octroyer plus rapidement formell nicht erfüllbar, weil sie eine 13.
Art. 33ter afin
dification de l'article 33ter afin d'octroyer plus rapidement formell nicht erfüllbar, weil sie eine 13.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 3 Abs. 4bis erster Satz

This provision was to be deleted, meaning the first 200 francs of medical costs should not be borne by the beneficiaries of supplementary benefits but taken into account by them.

Art. 3 Absatz 2

This provision was to be amended so that the deduction could, as before, be extended to pensions and annuities, with the exception of AHV and IV pensions.

Art. 66 Abs. 1 LTF

This provision was cited in the dispositive to regulate costs.

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Volltext

Initiatives parlementaires. Rentes AVS/AI 1576 N 26 septembre 1990

#ST# 88.227 Begründung des Initianten

Vor der Kommission ergänzte Nationalrat Spielmann seine Be-

gründung u. a. wie folgt:

Parlamentarische Initiative Das beste Mittel zur Lösung des Problems wäre ohne Zweifel,

(Spielmann) jedermann durch die AHV ein Einkommen zu sichern, das un-

Ergänzungsleistungen zur AHV/IV seres Landes würdig ist. Mit der 10. AHV-Revision kann ein

Initiative parlementaire Schritt in dieser Richtung unternommen werden. Im Moment

(Spielmann) geht es darum, die Lage der Aermsten rasch soweit als mög-

lich zu verbessern und Ungerechtigkeiten bei der Ausrichtung

Prestations complémentaires à l'AVS/AI der Ergänzungsleistungen auszuschalten.

Kategorie III, Art. 68 GRN-Catégorie III, art. 68RCN Hauptziel der ELG-Revision von 1985 war die Verbesserung

der Leistungen an Heimbewohner. Leider wurde aber gleich-

zeitig die Definition des anrechenbaren Einkommens geän-

dert, so dass jetzt zahlreiche EL-Bezüger geringere Leistun-

gen erhalten. Da nur noch das Erwerbseinkommen privilegiert

wird, werden die noch arbeitenden EL-Bezüger bevorzugt

Wortlaut der Initiative vom 20. Juni 1988 bzw. die auf ein Ersatzeinkommen (Rente einer Pensions-

Die zweite Revision des ELG hat es erlaubt, die Leistungen für kasse, der Suva, der Militärversicherung usw.) angewiesenen

EL-Bezüger, die in einem Heim leben, zu verbessern. Für Tau- Bezüger benachteiligt. Einsparungen können wegen der hö-

sende von anderen hingegen sind die Leistungen auf den heren Beiträge an Pro Infirmis, Pro Senectute und Pro Juven-

1. Januar 1988 gekürzt und in vielen Fällen sogar ganz gestri- tute, welche vermehrte Leistungen erbrignen müssen, nicht

chen worden. Was den einen gegeben wurde, ist also zum Teil erzielt werden. Im Kanton Neuenburg hatte die ELG-Revision

ändern genommen worden. Und dies in dem Augenblick, da zur Folge, dass von rund 4500 EL-Bezügern deren 3000 unver-

die Haushalte von Bund und Kantonen Einnahmenüber- änderte oder höhere, 1500 aber kleinere und 260 gar keine Er-

schüsse verzeichnen. gänzungsleistungen mehr erhielten. Das verstehen viele

Gestützt auf Artikel 27 des Geschäftsreglementes des Natio- Leute nicht.

nalrates reiche ich folgende Initiative in Form der allgemeinen Der zweite Punkt der Initiative betrifft die Aufhebung der Fran-

Anregung ein: chise von 200 Franken für medizinische Kosten. Diese Neue-

Die Bundesversammlung wird beauftragt, das ELG so zu än- rung hat mehr Probleme geschaffen als gelöst, und die beab-

dern, dass der Abzug nach Artikel 3 Absatz 2 wie früher auch sichtigte Einsparung wird durch den zusätzlichen administrati-

für die Renten und Pensionen, mit Ausnahme der AHV- und ven Aufwand illusorisch. Diese Bestimmung in Artikel 3 Ab-

IV-Renten, beansprucht werden kann. Weiter sollte Artikel 3 satz 4bis sollte deshalb gestrichen werden.

Absatz 4bis erster Satz gestrichen werden, damit die ersten

200 Franken der medizinischen Kosten nicht wie vorgesehen Erwägungen der Kommission

den EL-Bezügern belastet, sondern mitberücksichtigt werden. Bei der Bundesversammlung ist im Zeitpunkt der Einreichung

der parlamentarischen Initiative kein Geschäft hängig, zu wel-

chem der Vorschlag betreffend Revision des Bundesgesetzes

Texte de l'initiative du 20 juin 1988 über Erägnzungsleitungen zur AHV und IV (ELG) als Antrag

La deuxième révision de la LPC a permis d'améliorer les resta- eingebracht werden könnte. Die parlamentarische Initiative ist

tions en faveur des bénéficiaires hospitalisés dans un home. somit formell zulässig.

Par contre, pour des milliers d'autres, dès le 1er janvier 1988, In der Kommission wurde zunächst festgehalten, dass die Er-

les allocations ont été réduites et même supprimées dans de gänzungsleistungen mindestens mittelfristig noch notwendig

nombreux cas. Les uns ont donc partiellement «payé» ce qui a sein werden, um der ganzen Bevölkerung existenzsichernde

été accordé a d'autres. Cela au moment où les comptes de la Leistungen zukommen zu lassen. Von Verwaltungsseite

Confédération et des cantons enregistrent des excédents de wurde zudem darauf hingewiesen, dass das Existenzmini-

revenus. mum älterer oder invalider Personen grossen Schwankungen

Conformément à l'article 27 du règlement du Conseil national, unterworfen ist, je nachdem, wo sie wohnen oder ob sie krank

je dépose l'initiative suivante, conçue en termes généraux: sind, so dass es schwierig ist, die anfallenden Probleme allein

L'Assemblée fédérale est chargée de modifier la LPC afin que mit dem AHV-System zu lösen.

la déduction prévue à l'alinéa 2 de l'article 3 de la LPC soit, Die Kommission nahm davon Kenntnis, dass der bei der letz-

comme par le passé, étendue aux rentes et pensions, à l'ex- ten ELG-Revision eingeführte Selbstbehalt von 200 Franken

ception de celles de l'AVS et de l'Ai. Quant à l'alinéa 4bis de ce bei den medizinischen Kosten nicht die erhofften positiven

même article 3, la première phrase devrait être supprimée de Wirkungen brachte. Die erzielten Einsparungen werden näm-

manière que les 200 premiers francs de frais médicaux prévus lich zu einem grossen Teil durch den grösseren administrati-

ne soient pas mis à la charge des bénéficiaires de la LPC mais ven Aufwand wieder zunichte gemacht. Die Kommission war

pris en compte par celle-ci. sich denn auch einig, dass dieser Selbstbehalt wieder abge-

schafft werden sollte. Um dies möglichst rasch zu ermögli-

Herr Allenspach unterbreitet im Namen der Kommission für chen, beschloss die Kommission, eine entsprechende selb-

soziale Sicherheit den folgenden schriftlichen Bericht: ständige Motion einzureichen. Die einstimmige Kommission

beantragt, diese Motion (89.300 Ergänzungsleistungen zur

AHV/IV) zu überweisen.

Ergebnis der Vorprüfung der Kommission Kontrovers waren die Standpunkte in der Kommission zum an-

Die Kommission für soziale Sicherheit führte gemäss Artikel deren Begehren der Initiative, wonach die Berechnung des

21 ter des Geschäftsverkehrsgesetzes die Vorprüfung der In- Einkommens, das für die Ausrichtung der Ergänzungsleisung

itiative durch und gab dem Initianten Gelegenheit, seinen Vor- in Betracht zu ziehen ist, zu ändern sei. Seit der letzten ELG-

stoss zu begründen (Art. 21 quinquies Abs. 1 GVG). Zusätzlich Revision wird nur noch das Erwerbseinkommen (bis zu einer

hörte sie einen Spezialisten für Ergänzungsleistungen des gewissen Höhe) privilegiert, d. h. für die Bestimmung des an-

Bundesamtes für Sozialversicherung an. rechenbaren Einkommens nicht berücksichigt. Vorher galt

In der eingehenden Diskussion zeigte sich, dass die Kommis- das auch für andere Einkünfte wie Suva-Renten, Leistungen

sion dem zweiten Anliegen der Initiative (Abschaffung der der 2. Säule oder ausländische Renten (nicht aber für AHV-

Franchise bei medizinischen Kosten) positiv gegenübersteht. und IV-Renten). Die Neuregelung hat zur Folge, dass Rentner

Sie reicht deshalb eine selbständige Motion (89.300 Ergän- mit Erwerbseinkommen gegenüber solchen ohne Erwerbs-

zungsleistungen zur AHV/IV) ein. Den ersten Teil der Initiative einkommen etwas bevorzugt werden. Eine Korrektur im Sinne

(Aenderung der Berechnung des privilegierten Einkommens) der parlamentarischen Initiative würde aber zum früheren Zu-

lehnt sie mehrheitlich ab. stand zurückführen, d. h. eine unterschiedliche Zusammen-

26. September 1990 N 1577 Parlamentarische Initiativen. AHV/IV-Renten

Setzung der Renteneinkünfte würde verschieden hohe Ergän- On a d'abord constaté, au sein de la commission, qu'on ne

zungsleistungen bewirken. Die Kommissionsmehrheit lehnt saurait se passer, du moins un certain temps encore, des pres-

diesen Teil der Initiative ab. tations complémentaires, si on veut assurer le minimum vital à

Die Kommission stimmte schliesslich einstimmig einem Po- la population tout entière. Les représentants de l'administra-

stulat zu, welches den Bundesrat bittet, dafür zu sorgen, dass tion ont en outre relevé que le minimum vital des personnes

Aenderungen der gesetzlichen Bestimmungen im Bereich âgées et des invalides est soumis à de grandes fluctuations,

AHV und IV den Rentner/innen direkt mitgeteilt werden und dues au logement ou à la maladie, de sorte qu'il est difficile de

dass auf weiterführende Unterstützungsmöglichkeiten auf- résoudre tous les problèmes grâce au système de l'AVS uni-

merksam gemacht wird. quement. La commission a pris connaissance du fait que l'ins-

titution lors de la dernière révision de la LPC, d'une franchise

M. Allenspach présente au nom de la Commission de la sécu- de 200 francs pour les frais médicaux, n'a pas eu les effets es-

rité sociale le rapport écrit suivant: comptés. Les économies réalisées sont en effet annulées par

l'augmentation des charges administratives. La commission a

admis unanimement que cette franchise devait être suppri-

Résultat de l'examen préliminaire de la commission

mée. Afin d'y parvenir aussitôt que possible, la commission a

Conformément à l'article 21 ter de la loi sur les rapports entre

décidé de déposer elle-même une motion en ce sens. A l'una-

les conseils, la Commisison de la sécurité sociale a procédé à

nimité, elle recommande de transmettre cette motion (89.300

l'examen préliminaire de l'initiative; elle a entendu l'exposé

Prestations complémentaires à l'AVS/AI).

des motifs de son auteur (art. 21quinquies, 1er al., LREC). En

La seconde demande formulée dans l'intervention, selon la-

outre, elle a procédé à l'audition d'un agent de l'Office fédéral

quelle il faudrait modifier les bases de calcul du revenu don-

des assurances sociales spécialiste des questions touchant

nant droit aux prestations complémentaires, a donné lieu à

les prestations complémentaires.

des controverses au sein de la commission. Depuis la dernière

Au cours du débat, il s'est avéré que la commission approuve

révision de la LPC, seul le revenu provenant d'une activité lu-

la seconde demande formulée dans l'initiative, à savoir celle

crative (à concurrence d'un montant déterminé) est privilégié,

qui concerne la suppression de la franchise pour les frais mé-

car il n'est pas pris en considération dans le calcul. Aupara-

dicaux. Aussi dépose-t-elle son propre projet de motion

vant, d'autres revenus, comme les rentes de la CNA, les pres-

(89.300 «Prestations complémentaires à l'AVS/AI»). Dans sa

tations du deuxième pilier ou les rentes étrangères (mais non

majorité, elle rejette en revanche la première partie de l'initia-

celles de l'AVS et de l'Ai) étaient également exemptés. La nou-

tive concernant la modification du calcul du revenu privilégié.

velle réglementation a pour conséquence de favoriser quel-

que peu les rentiers ayant un revenu provenant d'une activité

Développement par écrit de l'auteur de l'initiative lucrative par rapport à ceux qui n'ont pas un tel revenu. Cepen-

Devant la commission, le conseiller national Spielmann a com- dant, si on procédait à une correction dans le sens indiqué par

plété son développement par les remarques suivantes notam- l'initiative parlementaire, on rétablirait la situation antérieure,

ment: c'est-à-dire que le montant des prestations complémentaires

La meilleure solution serait sans nul doute d'assurer à cha- varierait selon la composition des revenus provenant des ren-

cun, au moyen de l'AVS, un revenu digne de notre pays. La tes. La majorité de la commission rejette cette partie de l'initia-

10ème révision de l'AVS nous donne la possibilité de nous tive.

rapprocher de cet objectif. Actuellement, il s'agit d'améliorer La commission a enfin adopté à l'unanimité un postulat par

rapidement et autant que faire se peut, la situation des plus lequel le Conseil fédéral est invité à faire en sorte que les béné-

pauvres et d'éliminer les injustices qui pourraient se produire ficiaires des rentes soient informés directement des modifica-

lors du versement des prestations complémentaires. tions de dispositions légales sur l'AVS/AI et qu'on attire leur at-

L'objectif principal de la révision de la LPC en 1985 était d'amé- tention sur les possibilités d'obtenir des formes plus actives de

liorer les prestations dont bénéficient les pensionnaires des soutien.

homes. Malheureusement, la définition du revenu servant de

base de calcul a été également modifiée, de sorte qu'à présent Antrag der Kommission

un grand nombre de personnes touchant les restations com- 1. Der parlamentarischen Initiative ist keine Folge zu geben

plémentaires doivent se contenter de sommes plus modestes (12 zu 7 Stimmen).

qu'auparavant. Etant donné que seul le revenu provenant 2. Das Postulat der Kommission betreffend Information der

d'une activité lucrative est privilégié, les bénéficiaires des res- Rentner(innen) ist zu überweisen (Einstimmigkeit).

tations complémentaires qui travaillent encore sont favorisés, 3. Die Motion der Kommission betreffend Franchise für medizi-

tandis que ceux qui sont tributaires d'un revenu d'appoint nische Kosten wird unter der Nr. 89.300 unabhängig von die-

(rente d'une caisse de pension, de la CNA, de l'assurance mili- ser parlamentarischen Initiative eingereicht. Sie kann damit

taire, etc.) sont désavantagés. Il n'est pas possible de réaliser unter Umständen schon früher behandelt werden.

des économies en raison des contributions majorées à payer

à Pro Infirmis, à Pro Senectute et à Pro Juventute, dont les Antrag Spielmann

prestations sont augmentées. Dans le canton de Neuchâtel, la Der Initiative Folge geben

révision de la LPC a eu pour effet que les prestations fournies à

4500 bénéficiaires sont restées identiques ou ont été augmen- Proposition de la commission

tées, mais que celles de 1500 ont été réduites, tandis que 260 1. Aucune suite n'est donnée à l'initiative parlementaire

n'ont plus touché de prestations complémentaires. Bien des (12 voix contre 7).

gens n'arrivent pas à comprendre cette situation. 2. Le postulat de la commission concernant l'information des

Le second point de l'initiative a trait à la suppression de la fran- bénéficiaires de rentes est à transmettre (unanimité).

chise de 200 francs pour frais médicaux. Cette innovation a 3. La motion de la commission concernant la franchise pour

créé plus de problèmes qu'elle n'en a résolu et l'économie les frais médicaux est déposée indépendamment de l'initiative

prévue a été rendue illusoire par les charges administratives parlementaire, sous le numéro 89.300. Elle peut donc être trai-

supplémentaires. Aussi la disposition y relative de l'article 3, tée en premier, le cas échéant.

alinéa 4bis, doit-elle être abrogée.

Proposition Spielmann

Considérations de la commission Donner suite à l'initiative

La révision suggérée de la loi fédérale sur les prestations com-

plémentaires à l'AVS/AI (LPC) ne pouvait être soumise au Par-

lement dans une proposition incidente à une affaire en sus-

pens devant les Chambres, car aucun objet n'avait trait à cette

question. Aucune considération d'ordre formel ne s'oppose

donc à l'examen de cette initiative parlementaire.

Initiatives parlementaires. Rentes AVS/AI 1578 N 26 septembre 1990

Ad 88.227 Reimann Fritz: Ich danke dem Rat für die Möglichkeit, mich zu

meinem Vorstoss zu äussern. Es handelt sich immerhin um

Postulat der Kommission für soziale Sicherheit ein Thema, das einen grossen Teil unserer Mitbürger und Mit-

Information der Rentner(innen) bürgerinnen betrifft. Ich habe auch das Bedürfnis, über das

Postulat de la commission de la sécurité sociale abgelaufene Szenario etwas zu sagen. Im übrigen liegt die

Information des bénéficiaires de rentes schriftliche Antwort des Bundesrates erst seit heute morgen

auf meinem Pult. Ich erwarte aber, dass Herr Bundesrat Cotti

etwas näher auf das weitere Vorgehen eintreten wird. Ich

werde mich nach seinen Ausführungen dazu äussern, ob ich

mit der Antwort befriedigt bin.

Das Parlament wird über die Anträge des Bundesrates noch

Wortlaut des Postulates vom 10. Januar 1989 entscheiden müssen; deshalb erlaube ich mir, meinen Vor-

Der Bundesrat wird gebeten, das Bundesamt für Sozialversi- stoss auch mündlich zu begründen.

cherung anzuweisen, via Ausgleichskassen den Rentner(in- Nach Artikel 33ter des AHV-Gesetzes passt der Bundesrat die

nen) Aenderungen der AHV/IV-Gesetze und -Verordnungen AHV- und IV-Renten in der Regel alle zwei Jahre auf Beginn

direkt mitzuteilen und auf Beratungsangebote respektive wei- des Kalenderjahres der Lohn- und Preisentwicklung an. Der

terführende Unterstützungsmöglichkeiten aufmerksam zu für diese Festsetzung massgebende Rentenindex ist das arith-

machen. metische Mittel des vom Bundesamt für Industrie, Gewerbe

und Arbeit ermittelten Lohnindexes und des Landesindexes

Texte du postulat du 10 Janvier 1989 für Konsumentenpreise. Der Bundesrat kann die ordentlichen

Le Conseil fédéral est prié d'ordonner à l'Office fédéral des as- Renten früher, das heisst schon nach einem, statt erst nach

surances sociales d'informer directement, par l'entremise des zwei Jahren anpassen, wenn der Landesindex der Konsumen-

caisses de compensation, les bénéficiaires de rentes des mo- tenpreise innerhalb eines Jahres um mehr als 8 Prozent ange-

difications des lois et ordonnances sur l'AVS/AI, et de les ren- stiegen ist. Der Bundesrat hat aber auch die Kompetenz, län-

dre attentifs aux possibilités qui leur sont offertes d'être con- ger als zwei Jahre bis zur nächsten Anpassung zuzuwarten,

seillés, ou de faire appel à d'autres formes plus actives de sou- wenn der Index um weniger als 5 Prozent angestiegen ist.

tien. Die 8 Prozent, die für eine jährliche Anpassung erreicht wer-

den müssen, haben wir schon in der Vergangenheit als zu

Präsident: Ich beantrage Ihnen, die drei Geschäfte 90.676, hoch kritisiert. Die Rentner empfinden es auch als eine unge-

89.231 und 88.227 gleichzeitig zu behandeln. rechtfertigte Diskriminierung, dass sie bei recht hohen Teue-

Zur dringlichen Interpellation Reimann Fritz haben Sie vor ei- rungsschüben bis zu 8 Prozent auf einen Ausgleich verzichten

ner halben Stunde die Antwort des Bundesrates erhalten. Ich müssen, während die Löhne der aktiven Bevölkerung in der

gehe davon aus, dass Sie Gelegenheit hatten, diese Antwort Regel jährlich der Teuerung angepasst werden.

zu lesen. Herr Reimann beantragt Diskussion. Dabei muss man berücksichtigen, dass die Rentner von der

Teuerung am stärksten betroffen werden. Natürlich gibt es auch

Abstimmung - Vote

Rentner in finanziell gesicherter Position. Aber der grösste Teil

Für den Antrag auf Diskussion offensichtliche Mehrheit der Rentner lebt in recht bescheidenen Verhältnissen, oft am

Dagegen Minderheit Rand des Existenzminimums oder noch darunter. Viele von ih-

nen verfügen über keine oder nur über eine sehr bescheidene

Allenspach, Berichterstatter: Die parlamentarische Initiative zweite Säule. Hinzu kommt, dass bei der zweiten Säule nur bei

Spielmann betreffend Ergänzungsleistung stammt vom einem kleinen Teil der Versicherten die Teuerung mitversichert

20. Juni 1988. Die Kommission für soziale Sicherheit hat diese ist. Der Teuerungsausgleich auf die AHV-Rentendecktdeshalb

Initiative am 10. Januar 1989 behandelt. Heute nun steht sie ohnehin nur einen Teil der für den einzelnen Rentner durch die

endlich auf der Traktandenliste des Rates. Teuerung gestiegenen Lebenshaltungskosten. Vor allem,

Die Kommission hat einen schriftlichen Bericht erstattet und wenn es sich um die Verteuerung von lebensnotwendigen Be-

empfohlen, der Initiative keine Folge zu geben. Im Bundesge- darfsgütern und unausweichlichen Kosten handelt, werden die

setz über Ergänzungsleistungen sind Aenderungen notwen- kleinen Einkommen am stärksten in Mitleidenschaft gezogen.

dig. Die Kommission tritt für eine solche Revision ein. Die Er- Die Prämienerhöhung bei der Krankenversicherung oder ein

gänzungsleistungen sind anerkannte und sozial sehr wir- Mietzinsaufschlag infolge der Hypothekarzinserhöhung ver-

kungsvolle Instrumente der Altersvorsoge. Sie müssen weiter schlingen oft einen weit höheren prozentualen Anteil der Rente,

ausgebaut werden, insbesondere sind die Bezugsberechtig- als das, was der ganze Teuerungsausgleich ausmacht. Um so

ten besser über ihre Ansprüche und auch über die Erweite- mehr haben die Rentner es nötig, dass ihnen die Teuerung jähr-

rung ihrer Anspruchsberechtigung zu orientieren. Die Kom- lich ausgeglichen wird, auch wenn der Landesindex der Konsu-

mission hat ein entsprechendes Postulat eingereicht. mentenpreise um weniger als um 8 Prozent angestiegen ist.

Weil wir der Auffassung sind, dass die Ergänzungsleistungen Geradediese momentane Entwicklung der Lebenshaltungsko-

umfassend ausgebaut werden müssen, hat die Kommission sten mit einem Teuerungsanstieg von über 6 Prozent innert

es abgelehnt, mit der Initiative Spielmann punktuell zu operie- Jahresfristführt uns vor Augen, wie stossend sich diese gesetz-

ren. Es würde die notwendige Revision des Ergänzungslei- liche Bestimmung auswirkt, die den Bundesrat daran hindert,

stungsgesetzes blockieren, wenn wir in der Kommission nur trotz beachtlichem Kaufkraftverlust die Teuerung auf den AHV/

einen dieser notwendigen Revisionspunkte behandeln wür- IV-Renten auszugleichen.

den. Zuhanden einer umfassenden Revision haben wir dem Diese Situation hat den Schweizerischen Gewerkschaftsbund

Bundesrat in Motionsform einen Teil der parlamentarischen In- veranlasst, einmal mehr beim Bundesrat zu intervenieren. In

itiative zur Behandlung überwiesen. Soweit die Ergänzungen seinem Schreiben vom 29. August 1990 ersucht der SGB den

aus der Sicht der Kommission. Bundesrat dringend, das Nötige vorzukehren und auf den

1. Januar 1991 die AHV/IV-Renten zu erhöhen, auch wenn der

M. Philipona, rapporteur: Nous avons reçu un rapport écrit Landesindex der Konsumentenpreise bis Jahresende noch

concernant cette question disant en substance: «On constate knapp unter der8-Prozent-Marke liegen sollte.

tout d'abord que l'on ne peut pas se passer des prestations Wir waren nicht wenig erstaunt über die negative Reaktion des

complémentaires et qu'il faut »faire avec«. Bundesamtes für Sozialversicherung auf dieses Schreiben in

La commission vous propose de rejeter l'initiative parlemen- der Oeffentlichkeit. Bevor sich der Bundesrat auf das Gesuch

taire, en tout cas cette partie-là, parce que le calcul actuel est des SGB vernehmen Hess, bevor überhaupt der Brief des SGB

correct et ce qui est demandé entraînerait probablement des an den Bundesrat von diesem bestätigt wurde, hat die Verwal-

disparités dans le calcul de ces prestations. La commission tung nämlich lautstark verkündet, eine Rentenanpassung bei

vous propose un postulat qui va dans ce sens-là, nous vous einer Jahresteuerung unter 8 Prozent käme überhaupt nicht in

recommandons de l'accepter. Frage.

26. September 1990 N 1579 Parlamentarische Initiativen. AHV/IV-Renten

Man kann es dem Gesuchsteller nicht verargen, dass er sich Sowohl die dringliche Interpellation des Kollegen Fritz Rei-

mit dieser Antwort nicht abfinden konnte, sondern eine Stel- mann wie die parlamentarischen Initiativen von Herrn Spiel-

lungnahme des Bundesrates verlangte. Das war auch der mann und die weiteren Vorstösse, die wir in der Kommission

Grund, weshalb der Sprechende zu Beginn der Session in ei- diskutiert haben, stellen uns vor diese Grundsatzfrage. Und

ner dringlichen Interpellation den Bundesrat aufgefordert hat, immer wieder - und das wirklich nun schon seit Jahren, Herr

zur Forderung nach einem vorzeitigen Teuerungsausgleich Bundesrat Cotti - wird diese Frage nicht beantwortet, weil wir

auf den 1. Januar 1991 Stellung zu nehmen. auf die 10. AHV-Revision warten sollen.

Es geht mir keineswegs darum, die Verwaltung in ein schlech- Sie liegt jetzt im Ständerat. Wir können weiter warten. Wir kön-

tes Licht zu stellen, aber es war mir ein Bedürfnis, auf diese nen weiter hoffen. Aber die Frage, ob die erste Säule für die

Vorgeschichte hinzuweisen, um mich nach den jüngsten Be- Existenzsicherung aller betagten Menschen in unserem Land

schlüssen des Bundesrates des Vorwurfes zu erwehren, ich zuständig ist, lässt sich einfach nicht mehr bruchstückhaft be-

würde mit meinem Vorstoss offene Türen einrennen. antworten. Der lineare Teuerungsausgleich, allfällige Diskus-

Gleichzeitig mit der dringlichen Interpellation habe ich eine sionen über eine 13. Rente, allfällige Diskussionen über die Er-

Motion deponiert, die dem Bundesrat den Auftrag erteilt, das weiterung der Ergänzungsleistungen, sie stellen immer wie-

AHV-Gesetz in dem Sinne zu ändern, dass die Renten in Zu- der die Grundsatzfrage, und es gibt keine befriedigende Ant-

kunft jedes Jahr an die Teuerung angepasst werden sollen. wort.

Ich bin der Auffassung, man sollte bei dieser Gesetzesände- Für unsere Fraktion ist die Grundsatzantwort sehr dringlich.

rung nicht erst die 10. AHV-Revision abwarten, sondern dem Wir müssen uns doch entscheiden, wie die Existenz betagter

Parlament unverzüglich eine entsprechende Vorlage für die Menschen in unserem Land gesichert werden soll. Ich muss

Aenderung von Artikel 33ter Absatz 4 AHVG unterbreiten. es wieder betonen, ein Servelat wird nicht prozentual teurer

Es ist durchaus möglich, dass wir in einem Jahr vor der glei- und die Wohnung wird auch nicht prozentual teurer: Für den

chen Situation stehen werden wie heute. Wir sollten deshalb Minimalrentner oder die Minimalrentnerin sind 20 Rappen tat-

dem Bundesrat die Möglichkeit geben, in Zukunft auch bei ei- sächlich 20 Rappen und für den Maximalrentenbezüger oder

ner wenig hohen Teuerungsrate die Rentenanpassung schon die Maximalrentenbezügerin sind es sehr viel weniger.

nach einem Jahr vorzunehmen. Man könnte auf eine Prozent- Und wir können das drehen und wenden, wie wir wollen. Wir

klausel im Gesetz ohnehin vollständig verzichten. Auf jeden sind natürlich für den Teuerungsausgleich, aber es löst das

Fall müsste der für eine Rentenerhöhung massgebende Teue- Grundproblem nicht: Wie garantieren wir für die Minimal-

rungsanstieg möglichst tief gehalten werden. AHV-Rentenbezügerinnen und -bezüger eine Existenzsiche-

Wegen der Zeit, welche für die Berechnung der neuen Renten rung aus der ersten Säule? Diese Grundfrage in der Sozialpoli-

jedes einzelnen Versicherten erforderlich ist, muss der Bun- tik unseres Landes bleibt seit Jahren unbeantwortet, und es

desrat seinen Entscheid jeweils einige Monate zum voraus fas- stört mich, dass wir es nicht fertigbringen, diese Antwort

sen. Die bis zum Jahresende zu erwartende Teuerung kann grundsätzlicher zu geben als immer nur bruchstückhaft. Wir

er zum Zeitpunkt der Beschlussfassung ohnehin jeweils nur begrüssen es, wenn der Bundesrat sehr schnell eine Vorlage

schätzen. Um so notwendiger ist es, dass der Bundesrat über vorbereitet, die es ermöglicht, auf den 1. Januar 1991 nach

einen gewissen Spielraum verfügt und nicht zu sehr mit ge- Möglichkeit die Teuerung aufzufangen. Aber noch einmal: Die

setzlichen Schranken eingeengt wird. grüne Fraktion ist überzeugt, dass wir so diese grundsätzliche

Ich möchte auch betonen, dass bei einem jährlichen Teue- sozialpolitische Frage nicht lösen. Wir werden uns bei der

rungsausgleich auf die AHV/IV-Renten die Lohnkomponente 10. AHV-Revision wiedersehen.

unbedingt beibehalten werden muss, das heisst, es wird ge-

mäss Absatz 2 von Artikel 33ter bei der Berechnung des Ren- Frau Fankhauser: Wir sind natürlich froh, wenn der Bundesrat

tenindexes nebst dem Landesindex der Konsumentenpreise die nötige Flexibilität an den Tag legt und die Renten rasch an

weiterhin auch der vom Biga ermittelte Lohnindex mitberück- die Teuerung anpassen will, das ist ein Minimum. Ich kann

sichtigt. mich dem Votum von Frau Stocker anschliessen. Selbstver-

In seiner Pressemitteilung und auch in seiner schriftlichen Ant- ständlich wissen wir, dass damit die Grundproblematik nicht

wort von heute vormittag hat der Bundesrat im positiven Sinne gelöst ist. Die Folgen der Mietzinsentwicklung z. B. sind ganz

zur Frage des Teuerungsausgleichs für AHV/IV-Rentner Stel- besonders schmerzlich für die Rentnerinnen und Rentner so-

lung genommen. Ich danke dem Bundesrat für das Verständ- wie für die Bezügerinnen und Bezüger von Ergänzungslei-

nis, das er den berechtigten Anliegen der Rentnerinnen und stungen. Wir hoffen sehr und erwarten, dass diese Mietzinsab-

Rentner entgegenbringt. Herr Bundesrat Cotti wird wahr- zugsgrenze so nach oben verschoben wird, dass mindestens

scheinlich die Beschlüsse des Bundesrates noch näher erläu- in diesem Bereich etwas korrigiert werden kann. Ich wäre froh,

tern und auf die in meinen Vorstössen aufgeworfenen Fragen wenn Bundesrat Cotti sagen könnte, was in diesem Bereich

näher eintreten. vorgenommen wird, damit die Leute wissen, mit wievielen

Von der Erhöhung der Mietzinsabzüge habe ich erst heute Franken sie ab 1. Januar eventuell rechnen können.

morgen erfahren. Der Bundesrat trägt damit meinem Begeh- Ich möchte aber warnen vor der Tendenz, die Rentenansprü-

ren ebenfalls Rechnung. Ich begrüsse es, dass der Bundesrat che immer mehr als individuelle Ansprüche zu gestalten. Es

seine Bereitschaft bekundet hat, beiden Hauptbegehren waren heute vormittag in den Aussagen der Herren Allen-

Rechnung zu tragen, einerseits der Teuerungsanpassung auf spach und Philipona doch feine Nuancen wahrzunehmen.

den 1. Januar 1991 und anderseits auch dem Wunsch nach Herr Allenspach hat - wenn ich ihn richtig verstanden habe -

einem jährlichen Teuerungsausgleich. Ich hoffe, er trägt damit die Wichtigkeit der Ergänzungsleistungen als bedeutendes In-

auch der grossen Mehrheit des Parlamentes Rechnung. strument der Sozialpolitik betont, und Herr Philipona hat ge-

Die Details über die Art und Weise der Auszahlung des Teue- sagt: « .... aussi longtemps qu'on en aura besoin». Vielleicht

rungsausgleichs im Jahre 1991 überlasse ich dem Bundesrat. können wir tatsächlich einmal die Grundansprüche so gestal-

Er wird dabei vor allem auch technische Probleme zu berück- ten, dass diese Bittgang-Stellung überwunden werden kann.

sichtigen haben. Zur Frage der künftigen Regelung werden Haben Sie vielleicht schon daran gedacht, dass die Marktwirt-

wir uns in der Wintersession äussern können, wenn die Vor- schaft nicht zuletzt als System davon lebt, dass die Menschen

lage des Bundesrates für eine Aenderung von Artikel 33ter den Stolz haben, für ihren eigenen Unterhalt zu sorgen? Und

vorliegen wird. beim Bezug von Ergänzungsleistungen muss der Mensch die-

sen Stolz überwinden. Deshalb kann kein noch so gutes Infor-

Frau Stocker: Im römischen Senat soll ja der ältere Cato im- mationssystem diesen Widerspruch beseitigen. Es ist sehr

mer wieder darauf verwiesen haben - ich sehe, dass die Her- schwer für viele Leute, im Alter festzustellen, dass das, was sie

ren in Uniform auf der Tribüne mich dasehr gut verstehen kön- erarbeitet haben, trotz langer Arbeit und trotz Einsatz für die

nen - ceterum censeo carthaginem esse delendam: Immer Gesellschaft nicht genügt zum leben. Invalide müssen das

wenn ein sozialpolitisches Thema hier in den Rat kommt, stellt ganze Leben lang mit dieser Anspruchsberechtigung und An-

sich cfoch die Frage: Wollen wir aus der ersten Säule, aus der spruchsbegründung leben. Rentnerinnen und Rentner, wenn

AHV, eine Existenzsicherung machen, ja oder nein? sie das Glück haben, die normale Lebenserwartung zu errei-

Initiatives parlementaires. Rentes AVS/AI 1580 N 26 septembre 1990

chen, müssen 20 bis 30 Jahre mit diesem Existenzminimum 1. Zum einen ist das auslösende Element natürlich die Kombi-

leben. Das heisst im Moment im Klartext, mit 200 Franken im nation der Ereignisse im Irak (Heizölteuerung) plus vierte Hy-

Maximum für den eigenen Bedarf in den Bereichen Kultur und pothekarzinsrunde. Dies wirkt sich natürlich mittelbar auf die

Kommunikation oder für die Pflege von Verwandschaftsbezie- Wohnkosten aus, einen Bereich, dem der Rentner ausgeliefert

hungen. Ich bitte Sie, das ganz kurz zu vergleichen mit Ihren ist - hier kann er ja nichts einsparen.

eigenen Ausgaben in der Zeit, wo Sie im Parlament sitzen. 2. Zum Vorwurf Giesskannenprinzip: Es wurde argumentiert,

Bitte denken Sie daran: Die erste Säule ist die wichtigste mit diesem Teuerungsausgleich profitierten auch jene, die es

Säule. Wir müssen sie so ausarbeiten, dass sie tatsächlich die gar nicht nötig hätten. Antwort: Die Teuerung trifft alle, deshalb

Existenz für alle sichert. ist es auch gerechtfertigt, dass alle einen Teuerungsausgleich

erhalten. Auch gutsituierte AHV/IV-Bezüger profitieren - die

Müller-Aargau: Die LdU/EVP-Fraktion hat sich seit jeher für AHV ist ja eine Versicherung -, aber dies ist zu verantworten,

eine existenzsichernde Rente eingesetzt. Diese Politik geht bis da die Maximalrente der AHV/IV plafoniert ist, und gutsituierte

zum Bedauern, dass seinerzeit die Volkspension nicht einge- Rentner erhalten Renten, die ihrem früheren Einkommen nur

führt worden ist. Nun haben wir einmal das Dreisäulenprinzip, teilweise entsprechen.

müssen damit leben und danach politisieren. Aber dass die er- 3. Bei den Unselbständigerwerbenden ist heute der jährliche

ste Säule keine existenzsichernde Grundrente garantiert, das volle Teuerungsausgleich beim Salär doch die Regel. Das war

muss hier wieder einmal festgestellt werden. Dass dazu ein bei der 9. Revision Ende der siebziger Jahre nicht so durchge-

System von Zuschüssen und Ergänzungsleistungen gehört, hend der Fall. Auch dies rechtfertigt die Ausrichtung der Teue-

ist im Moment eine zwingende Notwendigkeit. Diese Ergän- rungszulage; die sogenannte Schmerzgrenze, die Schwelle

zungsleistungen je nach Bedürftigkeit brauchen aber auch von acht Prozent, liegt doch etwas hoch.

Kriterien zum Bemessen dieser Bedürftigkeit. Dieses Bemes- Noch zur vom Bundesrat formulierten Dringlichkeit: Wenn die

sen ist im Grunde genommen immer mit Ungerechtigkeiten Vorlage an Weihnachten 1990 publiziert wird, würde die Refe-

verbunden. Dieses System ist nicht der Weisheit letzter rendumsfrist von Januar bis Ende März 1991 laufen. Das

Schluss, aber es soll mindestens bestmöglich ausgestaltet heisst: Falls nicht das Referendum ergriffen wird, könnte die

werden. Die Vorstösse von Kollege Spielmann kreisen immer Auszahlung im April 1991 erfolgen. Das wäre termingerecht.

um diesen Sachbereich, immer um diese Frage der Bemes- Meine persönliche Auffassung: Die Angelegenheit ist zwar

sung der Bedürftigkeit. Wir haben Verständnis für sein Anlie- dringlich, aber deswegen ist die Dringlichkeitserklärung nicht

gen, denn Klagen von Betroffenen gehen an uns alle, und das zwingend notwendig. Man sollte dieses Hilfsmittel auch nicht

Ziehen von Grenzen in diesem Sinne bringt immer Ungerech- gerade in jeder Session benutzen. Man kann auch ohne das

tigkeiten. Immer fallen spezielle Fälle durch die Maschen der den schnellen Fahrplan einhalten.

Hilfsnetze. Fälle, das heisst immer menschliche Schicksale, Die zweite Massnahme, die der Bundesrat vorschlägt, sind

menschliche Tragödien. Wenn wir die Grundversorgung zu häufigere Rentenanpassungen in der Zukunft, d. h. eine Revi-

knapp bemessen, so werden die geringsten Retouchen mit sion von Artikel 33 AHV-Gesetz, mit der die 8-Prozent-Hürde

negativen Auswirkungen zum Fall - beachten Sie die doppelte beseitigt wird. Ich habe einer Pressemitteilung entnommen:

Bedeutung des Wortes. Wir haben daher Verständnis für das «Die Leistungen werden inskünftig in der Regel jährlich ange-

Anliegen «13. Rente für alle». Dies bedeutete mindestens eine passt», also nur in Ausnahmefällen dieser Zweijahresrhyth-

Verbesserung der Grundversorgung und gäbe Spielraum, mus. Vielleicht ist hier die Frage der geringen Teuerung ange-

d. h. weniger Grenzfälle, weniger Notleidende. bracht. Für mich persönlich sind das Zahlen unter 4 Prozent.

Zuschüsse und Ergänzungsleistungen wären dann eine will- Ich kenne kantonale Besoldungsgesetze, die bei 2 bis 3 Pro-

kommene Abrundung der Rente und nicht mehr ein Notgro- zent in Aktion zu treten beginnen. Die AHV-Kommission wählt

schen für Menschen, bei denen es um Sein oder Nichtsein den Indexstand von Mai/Juni, damit der Bundesrat spätestens

geht. In diesem Sinne also - da schliesse ich mich Herrn Fritz im August entscheiden kann. Ohne jetzt schon ins Detail zu

Reimann an - müssen die Ergänzungsleistungen letztlich ein- gehen - die Botschaft kommt ja erst noch -, scheint mir das

mal fallen, und die Grundversorgung muss über die erste doch der Beachtung wert, weil ja der Aufwand z. B. bei einer

Säule sichergestellt werden, und zwar mit dem entsprechen- nur Iprozentigen Teuerungszulage für die kantonalen Aus-

den Teuerungsausgleich. gleichskassen doch recht erheblich ist.

Noch ein Wort zu dieser 13. Rente. Es geht ja nicht nur um den Gestatten Sie mir noch ein Wort zu den Ergänzungsleistun-

Vorstoss Spielmann, sondern auch um den Vorstoss des Hei- gen. Selbstverständlich kommen auch die Bezüger von Er-

matkantons unseres Bundesrates in bezug auf die 13. Rente. gänzungsleistungen in den Genuss dieser Teuerungszulage.

Angesichts des Systems, das wir haben, und angesichts der fi- Eine einseitige Konzentration allein ist zwar gut gemeint, aber

nanziellen Konsequenzen respektive der Strukturen, die wir nicht sinnvoll in diesem Bereich, weil ja Personen, die knapp

bei den Finanzen haben, wäre eine so undifferenzierte Aktion über der EL-Grenze sind, den Teuerungsausgleich oft - nicht

unverantwortlich. Wir müssen differenzierter vorgehen, auch immer, aber oft - dringender benötigen als EL-Bezüger selbst.

angesichts der Perspektiven, welche uns die Experten aufzei- Bei den EL-Bezügern selbst kann die erhöhte Teuerung viel-

gen und errechnen. Verbesserungen sind daher gezielt anzu- fach laufend EL-intern - z. B. mittels grösserer Anrechnung

bringen und nicht mit dem Rasensprenger. Im Moment würde der Krankenkassenprämien oder auch der Mietzinsabzüge -

- böse formuliert - eine 13. Rente ausrichten bedeuten, auch erfolgen. Die Erhöhung der Mietzinsabzüge bei den EL-Lei-

den Millionären eine 13. Rente auszurichten. stungen ab 1. Januar 1991 ist ebenso wertvoll wie die Teue-

Die LdU/EVP-Fraktion solidarisiert sich mit den Ueberlegun- rungszulage im EL-Bereich. Ich habe mit Genugtuung ver-

gen und Schlussfolgerungen der Kommission für soziale Si- merkt, dass die Kantone einem entsprechenden Antrag gross-

cherheit. Die Postulate und die Motionen werden unterstützt. mehrheitlich zugestimmt haben, und dies wird ja eine Erhö-

Wir empfehlen Ihnen, ein Gleiches zu tun. hung der Mietzinsabzüge um 2400 Franken jährlich bringen.

Gestatten Sie mir zum Schluss noch einen kurzen Hinweis auf

Widrig: Die christlichdemokratische Fraktion befürwortet die die beiden parlamentarischen Initiativen. Die Ergänzungslei-

vorgesehene Ausrichtung der Teuerungszulage für AHV/IV- stungen zur AHV/IV lehnt die Kommission ab, da sie den unbe-

Rentner f ür das Jahr 1991 und erachtet die vom Bundesrat vor- friedigenden früheren Zustand mehrheitlich wieder einführt.

geschlagenen zwei Schritte als richtig. Die gute Information an die Leistungsempfänger ist wichtiger

Blenden wir einmal zurück ins Jahr 1982. Damals betrug die und auch richtiger. Die Aufhebung einer Franchise von

Teuerung 5,5 Prozent; die AHV-Renten wurden jedoch nicht 200 Franken ist in der Tat sinnvoll, weil die erzielten Einsparun-

der Teuerung angeglichen; der Druck war offensichtlich nicht gen durch die Administration wieder zunichte gemacht wer-

so gross. Heute, 1990, beträgt die Teuerung 6,1 Prozent, sie den. Deshalb bin ich der Auffassung: Eine Revision des EL-

wird - nach den Prognosen - Ende dieses Jahres nicht viel hö- Gesetzes-Artikel 3 Absatz 4-ist sinnvoll.

her sein als 6,1 Prozent. Aber der Druck auf den Teuerungs- Die christlichdemokratische Fraktion tritt für die rasche Aus-

ausgleich ist ungleich grösser. Dieser Ausgleich ist heute vor richtung der Teuerungszulage im AHV/IV-Rentenbereich ein,

allem aus drei Gründen gerechtfertigt: und sie wird in der Dezembersession dieses Jahres diese Vor-

26. September 1990 N 1581 Parlamentarische Initiativen. AHV/IV-Renten

läge unterstützen. Sie ist der Auffassung, dass Artikel 33 des tive que j'avais présentée avait deux volets: celle des modifica-

AHV-Gesetzes zu revidieren ist, damit künftig die kurzfristige- tions du calcul donnant droit à la prestation complémentaire

ren Rentenanpassungen möglich sind. qui avait été introduite en 1987, puis seulement au 1 er janvier

Wir befürworten deshalb das bundesrätliche Vorgehen betref- 1988 et qui afait que des personnes ont tout d'un coup touché

fend Teuerungszulage für AHV/IV-Renten. Wir beantragen Ih- quelque 100 francs de moins de prestations du fait de ces mo-

nen, die beiden parlamentarischen Initiativen, die zur Diskus- difications. On avait en quelque sorte repris d'une main ce que

sion stehen, also Ergänzungsleistungen AHV/IV und die l'on avait donné de l'autre. L'objectif de ces corrections était

13. AHV/IV-Rente, abzulehnen. principalement de favoriser les gens qui se trouvaient dans

des homes. Mais, en définitive, ce sont ces derniers qui ont vu

M. Cavadini: Le groupe radical a examiné récemment encore augmenter les recettes de par l'augmentation de ces presta-

cette question et a pris acte avec satisfaction de la décision du tions alors que les personnes qui restaient à domicile ont vu

Conseil fédéral, d'adapter les rentes pour l'assurance-vieil- diminuer les leurs. C'était le motif de la première partie de mon

lesse et survivants déjà à partir de l'année prochaine, en tant initiative.

que solution transitoire. Nous approuvons cette décision afin La deuxième partie visait à supprimer la franchise de

que cette adaptation au renchérissement intervienne plus ra- 200 francs qui avait été introduite. Or, je suis surpris de voir

pidement qu'aujourd'hui, bien avant une augmentation des que pratiquement personne dans notre Parlement n'a remar-

prix à la consommation de 8 pour cent, comme prévu actuelle- qué que celle-ci a été supprimée au cours de cette année. Les

ment dans la loi. propositions que j'avais faites ayant fait l'objet d'une motion -

En effet, le rythme actuel prévu par la loi (une adaptation tous motion acceptée par le Conseil fédéral qui a présenté une pro-

les deux ans), avec un minimum de 8 pour cent de renchéris- position approuvée par le Conseil des Etats et par le Conseil

sement, peut occasionner aux rentiers une perte de pouvoir national - et que depuis quelques mois, on ne paie plus cette

d'achat considérable, dans une situation d'inflation telle que franchise, cette partie de l'initiative peut donc être abandon-

nous la connaissons actuellement. Le groupe radical soutient née puisque j'ai obtenu totale satisfaction. La complexité des

donc ce changement dans la procédure actuelle qui permettra problème est ainsi que personne ne s'en était même aperçu.

d'aborder également d'autres problèmes, que l'on ne peut L'autre aspect concerne l'adaptation des rentes AVS au coût

pas improviser, tels que le cas des prestations complémentai- de la vie. Il faut ouvrir ici vraiment une parenthèse sur le mode

res, et éventuellement le versement d'une treizième rente. de calcul même et sur les différents arsenaux législatifs dont

Il ne faut pas oublier que les contributions payées par les em- nous disposons pour prévoir cette indexation. Tout d'abord, la

ployeurs et les employés sont calculées chaque année sur la Constitution fédérale prévoit que les rentes doivent être adap-

base des nouveaux salaires, salaires adaptés normalement au tées au moins à l'évolution des prix. Dans le cadre des applica-

renchérissement dès le mois de janvier. Donc les contribu- tions légales et notamment de l'article 34, cela n'est fait que

tions des employeurs et des employés augmentent régulière- très partiellement et trop partiellement, l'indexation suivant

ment chaque année, ce qui devrait permettre de financer plus toujours une forte inflation puisqu'elle ne peut être accordée

facilement une adaptation plus rapide des rentes de l'assu- que si le montant dépasse 8 pour cent ou, exceptionnelle-

rance-vieillesse et survivants au renchérissement. ment, 5 pour cent. Dans tous les cas, elle arrive très en retard,

En outre, le groupe radical est également d'avis que des amé- trop en retard face aux difficultés qu'ont de trop nombreuses

liorations doivent être entreprises dans le secteur des presta- personnes âgées à boucler leur budget.

tions complémentaires, soit quant au montant qui devrait bé- En ce qui concerne le calcul des prix lui-même, il faut savoir

néficier d'une augmentation réelle et non seulement par rap- que l'indice des prix à la consommation est basé sur un revenu

port au renchérissement, soit pour la limite de référence. Des moyen de 60 000 francs alors que la plupart des rentiers ont

déductions de loyer plus importantes devraient aussi être ac- très nettement moins de 30 000, voire pour certains même

cordées. Recourir aux prestations complémentaires est justi- moins de 20 000 francs. Or dans cette différence-là, le poids

fié. En effet, avec cet instrument on peut intervenir de manière des augmentations de loyers, par exemple, représente une dif-

plus directe et plus efficace dans des situations qui méritent ficulté nettement plus importante que pour la moyenne de la

d'être soutenues et qui ne peuvent pas être suffisamment pri- population et que pour l'indice tel qu'il est calculé - plus de

ses en compte par l'assurance-vieillesse et survivants, qui a 30 pour cent pour certains rentiers - alors que le prix des

une structure assez rigide. loyers est beaucoup moins important dans le système de cal-

En conclusion, le groupe radical soutient ce projet d'améliora- cul de l'indice. C'est la même chose pour les caisses-maladie

tions et d'adaptations de rentes ainsi que la révision du sys- ainsi que pour les dépenses essentielles. Il y donc là une dis-

tème d'adaptation au renchérissement et, dans ce sens, il ap- torsion qu'il convient aussi de corriger et la moindre des cho-

puie aussi les postulats de la commission. ses serait bien sûr d'indexer régulièrement au coût de la vie et

le plus rapidement possible par rapport à l'augmentation des

M. Spielmann: En fait, nous sommes en train de traiter trois prix; mais plus raisonnable encore serait de compenser la

problèmes qui sont étroitement liés: celui de la compensation perte du pouvoir d'achat dont ont été victimes les personnes

du renchérissement, celui de l'AVS plus généralement et celui âgées au cours des dernières années, c'est l'idée de la

des prestations complémentaires. Il faut avoir à l'esprit, quand 13e rente AVS.

on examine ces trois volets, le fait que les prestations complé- Dans l'exposé des motifs de cette 13e rente, je m'appuyais,

mentaires sont directement liées au montant de l'AVS et que l'année dernière, sur l'augmentation des taux hypothécaires et

les conséquences d'une modification des prestations de cette les conséquences qu'elle ne manquerait pas d'avoir sur les

dernière influent d'une manière importante les prestations loyers. On voit que les années passent mais que les problè-

complémentaires. Ainsi, par exemple, la 8e et la 9e révision de mes restent les mêmes. On pourrait quasiment reprendre le

l'AVS avaient fait diminuer de 40 000 le nombre de personnes même exposé des motifs avec la multiplication des hausses

qui touchaient des prestations complémentaires et ce nombre des taux hypothécaires et les conséquences qu'elles ne man-

sera certainement encore plus important avec l'introduction queront pas d'avoir sur le budget des personnes âgées.

de la 10e révision. Il y a aujourd'hui à peu près 15 pour cent, Peut-être encore une explication par rapport à cette évolution:

c'est-à-dire 160 000 rentiers AVS qui touchent des prestations j'avais déposé également une motion demandant que l'on

complémentaires et, avec la 10e révision, un grand nombre prenne davantage en compte le loyer des personnes âgées

d'entre eux vont certainement passer directement à l'AVS sans dans le calcul pour la diminution des prestations complémen-

toucher ces prestations. Il est important d'avoir ceci à l'esprit: taires. Le Conseil fédéral a répondu à la fin de l'année dernière

quand on demande de dévier les améliorations proposées sur qu'il était prêt à accepter cette idée et qu'il augmenterait le

les prestations complémentaires, celles-ci seront très rapide- montant déductible de 1000 à 1200 francs. C'était déjà un

ment réduites. geste très sensible. Je vois qu'aujourd'hui on propose tout

Sur un problème plus technique, je voudrais moduler les pro- simplement de passer de 1200 à 2400 francs. Cela signifie

positions de mon initiative: la première concerne les presta- donc bien que le problème est d'une cruelle actualité et que

tions complémentaires. Il faut dire que la proposition d'initia- les quelque 200 francs que l'on proposait à la fin de l'année

Initiatives parlementaires. Rentes AVS/AI 1582 N 26 septembre 1990

dernière ont aujourd'hui doublé. Ceci signifie que le problème rejet pur et simple de l'initiative qui demande l'introduction

est réel, qu'il faut modifier et favoriser une adaptation du coût d'une 13e rente en lui opposant simplement le postulat qui de-

de la vie et donner surtout un pouvoir d'achat aux personnes mande l'étude de ce problème uniquement dans le cadre des

âgées. rentes complémentaires. La 13e mensualité des rentes AVS

J'ai présenté deux propositions. Quant à celle relative à l'initia- est un problème trop important et trop aigu, surtout pour ceux

tive concernant les prestations complémentaires, la première qui sont concernés, pour être liquidé en une vingtaine de li-

partie a été approuvée et la deuxième mérite un examen plus gnes et avec des propositions si simples.

approfondi. En effet, il n'est pas normal que des personnes qui Aujourd'hui -je pense que vous êtes complètement d'accord

restent à leur domicile soient pénalisées par rapport à celles avec moi - presque tous ceux qui sont actifs sont au bénéfice

qui vivent dans un home, et que les prestations, d'abord orien- d'une 13e mensualité. Ce n'est pas encore généralisé et je le

tées vers la personne individuelle, favorisent en premier lieu regrette, mais on va dans cette direction. Alors, du point de vue

les homes. C'est pourquoi je maintiens ma proposition. des principes, il n'y a pas de raison pour que cette situation ne

En ce qui concerne l'initiative pour le versement d'une soit pas étendue aux bénéficiaires des rentes AVS. Du reste,

13e rente AVS, on me fait l'objection selon laquelle cette les rentiers eux-mêmes le demandent, surtout ceux qui ont

13e rente serait également versée à des personnes qui n'en des rentes faibles et modestes. A ce propos, je pourrais citer ici

ont pas un aussi cruel besoin que celles qui n'ont que l'AVS le grand succès obtenu par la pétition lancée par le cartel syn-

comme seul revenu. Or, c'est oublier que l'AVS se fonde sur dical tessinois qui demandait précisément l'introduction d'une

un système de solidarité, que celui qui gagne beaucoup paie 13e mensualité pour les rentiers AVS. En quelques mois, plus

en pour cent davantage de primes et obtient moins de presta- de 25 000 signatures ont été récoltées pour cette revendica-

tions que celui qui paie peu. C'est un bon système de solida- tion.

rité. C'est d'ailleurs la raison pour laquelle, en 1972, nous nous C'est la raison pour laquelle j'estime que l'initiative parlemen-

étions battus pour l'obtention de ce premier pilier. taire Spielmann doit être acceptée, au moins dans le sens que

On peut mesurer aujourd'hui les conséquences du refus de le problème doit être étudié de manière approfondie et rapide,

ma proposition. Certains y reviennent, on en reparlera. Mais, avant ou tout en plus avec la décision se rapportant à la 10e ré-

sur le fond, c'est un système de solidarité qui ne mérite aucune vision de l'AVS. Je ne nie pas les difficultés techniques et finan-

entorse. Le versement d'une 13e rente doit s'effectuer en fa- cières pour résoudre ce problème, mais ce n'est pas une rai-

veur de tous les bénéficiaires de l'AVS, sans aucune distinc- son pour ne pas l'étudier.

tion. L'objection soulevée à cette tribune selon laquelle l'introduc-

La commission suggère que cette 13e rente soit remplacée tion de la 13e mensualité pour les rentes AVS bénéficie égale-

par une 13e rente complémentaire. Je répète que la 10e révi- ment à ceux qui n'en ont pas besoin est une argumentation qui

sion que l'on espère la plus proche possible diminuera consi- a une certaine valeur, mais elle demande de ma part la remar-

dérablement le nombre des bénéficiaires de prestations com- que suivante. Ce serait le même cas si l'on tenait ce raisonne-

plémentaires. Par conséquent, il est facile de ne pas vouloir ment pour les hauts salaires qui bénéficient d'une 13e men-

accorder une 13e rente AVS mais une rente complémentaire, sualité. Le problème est tout au plus ailleurs. Comment va-t-on

d'autant plus lorsque la proposition émane du Conseil fédéral faire payer les impôts à ces gens et les faire participer mieux au

et que les rentes complémentaires sont payées par les can- financement des oeuvres sociales?

tons et les communes plus que par la Confédération. Pour revenir à la question en discussion, je peux admettre que

Telles sont, en gros, mes propositions. Elles se défendent tout l'introduction d'une 13e mensualité ne peut pas être résolue

à fait sur le plan financier. Nous venons de recevoir les comp- immédiatement. Pour des raisons financières et techniques,

tes de l'assurance-vieillesse et du fonds de compensation on peut imaginer une solution par étapes. C'est par exemple

pour 1989. Ils expriment très clairement une situation finan- ce que demande la pétition que je viens de citer et qui dit qu'on

cière saine, y compris dans les projections. En outre, les dis- devrait donner un tiers de cette 13e mensualité la première an-

positions de la constitution, demandant à la Confédération et née, le deuxième tiers la deuxième année et le troisième tiers la

aux pouvoirs publics de payer jusqu'à la moitié des dépenses troisième année. Mais à part ces questions qui sont à discuter,

de l'AVS, sont très loin d'être réalisées, puisque ces dépenses j'estime que le problème doit être résolu le plus rapidement

se montent à 21 millions et que la contribution des pouvoirs possible.

publics est de 5 millions dont 1 million provenant des cantons C'est la raison pour laquelle, en conclusion, je m'adresse di-

et des communes. Il est donc possible de répondre à la réelle rectement à M. Flavio Cotti, conseiller fédéral, que je sais sen-

nécessité d'adapter et de compenser le pouvoir d'achat des sible à cette problématique, en l'invitant à préciser si le gouver-

personnes âgées de ce pays. C'est pourquoi je vous invite à nement envisage d'aborder les problèmes techniques, finan-

accepter ces initiatives parlementaires et à examiner la possi- ciers et politiques liés à cette question, et de proposer une so-

bilité de verser une 13e rente AVS. lution qui permettrait finalement de rendre justice aux bénéfi-

En conclusion, je précise que les différentes propositions sou- ciaires des rentes AVS. J'attends donc une réponse dans cette

mises à notre conseil démontrent également qu'il est possible direction et entre-temps je vous invite à donner suite à l'initia-

à un conseiller national individuel, ne participant pas à un tive parlementaire de M. Spielmann.

groupe, de faire passer ses idées. C'est un point très positif

qu'il y a lieu de rendre encore plus positif en acceptant l'en- Allenspach, Berichterstatter: Die Initiative Spielmann betref-

semble de mes propositions. Je vous remercie d'ores et déjà fend Ergänzungsleistungen ist - wie bereits erklärt - zum Teil

du pas que vous avez fait et de ce que vous ferez encore. erfüllt. Die anderen, noch offenen Fragen müssen unseres

Erachtens im Rahmen der Revision des Gesetzes über Ergän-

M. Carobbio: Permettez-moi, en m'exprimant sur les trois ob- zungsleistungen behandelt werden. Wir empfehlen Ihnen, die-

jets en discussion, de vous faire part avant tout de ma satisfac- ser Initiative keine Folge zu geben, weil es wenig Sinn hat,

tion pour la décision du Conseil fédéral consistant à verser dass an zwei oder drei verschiedenen Orten das gleiche vor-

déjà à la fin de cette année une compensation du renchérisse- bereitet oder behandelt wird.

ment pour les bénéficiaires de rentes AVS et à proposer la mo- Die zweite Initiative Spielmann betreffend 13. AHV/IV-Rente ist

dification de l'article 33ter afin d'octroyer plus rapidement formell nicht erfüllbar, weil sie eine 13. Rente vor dem Dezem-

qu'aujourd'hui le rattrapage du renchérissement. J'attends ber 1989 verlangt hat. Sie ist aber in die Form einer allgemei-

donc avec intérêt les explications du Conseil fédéral qui, je nen Anregung gekleidet, deshalb wäre dieses formelle Krite-

l'espère, iront dans le sens d'une volonté clairement établie de rium kein ausschlaggebendes Hindernis. Ausschlaggebend

résoudre ce vieux problème: le maintien du pouvoir d'achat ist etwas anderes: Mit dieser Initiative löst man die Probleme,

réel des rentes AVS plus régulièrement que dans la pratique die heute für die Rentner durch die Teuerung entstanden sind

actuelle. und weiter entstehen werden, in keiner Weise. Es ist ausge-

Cela dit, je dois exprimer ma déception, même si elle est par- schlossen, dass wir eine solche Vorlage in der Wintersession

tielle, pour la prise de position de la commission à propos de behandeln könnten. Es wäre ausgeschlossen, dass sie näch-

l'initiative de M. Spielmann. Elle va en effet dans le sens d'un stes Jahr in Kraft treten könnte. Denn es betrifft eine Frage, die

26. September 1990 N 1583 Parlamentarische Initiativen. AHV/IV-Renten

man im Zusammenhang mit der 10. AHV-Revision behandeln mission a déjà fixé une séance. Elle examinera donc ces pro-

müsste. positions d'ici le mois de décembre. Nous n'allons pas antici-

Sie wissen alle, dass die 10. AHV-Revision in Vorbereitung ist. per le débat. C'est en voie de réalisation, à brève échéance, ce

Der Ständerat ist Prioritätsrat, deshalb ist es ausgeschlossen, qui est tout à fait juste.

dass wir im Nationalrat eine Vorlage über eine 13. AHV/IV- Pour ce qui est de la première initiative parlementaire concer-

Rente behandeln, während der Ständerat auf der anderen nant le versement d'une treizième rente AVS, la commission

Seite die 10. Revision erörtert. Es wäre möglich - und Herr vous propose, à l'unanimité, de ne pas donner suite à cette ini-

Spielmann hat durchaus das Recht dazu -, im Rahmen der tiative, et ce pour une raison de forme tout d'abord - l'initiative

Beratungen über die 10. AHV-Revision das Begehren nach ei- demande cette treizième rente pour le mois de décembre

ner 13. Rente wieder einzubringen; dannzumal müsste der 1989 - mais aussi pour une question de principe: nous som-

Rat entscheiden. mes à la veille de la dixième révision de l'AVS, dans le cadre de

Aus diesen Erwägungen wäre die Zustimmung zur Initiative laquelle ce problème sera traité; enfin, la commission a estimé

Spielmann erstens eine Torpedierung der Bestrebungen, den que le versement généralisé de cette treizième rente ne consti-

Teuerungsausgleich für Rentner rasch zu verwirklichen, und tuait pas le meilleur moyen d'améliorer la situation des rentiers

zweitens würde es zu einem unerträglichen Durcheinander les plus démunis, étant donné que beaucoup de rentiers qui

zwischen den gleichzeitigen Beratungen dergleichen Fragen ne sont pas du tout tributaires de prestations sociales en béné-

in National- und Ständerat führen. ficieraient également.

Zur heutigen Situation: Die Kommission für soziale Sicherheit Quant à l'autre initiative parlementaire relative aux prestations

unterstützt die Ideen von Herrn Reimann und die Grundsätze, complémentaires, je rappellerai qu'une première partie est

die Herr Bundesrat Cotti in der Antwort auf die Interpellation déjà réalisée, suite à cette initiative mais par le biais d'une mo-

Reimann entwickelt hat. Detailfragen und Verfahrensregeln tion qui a été acceptée. L'autre partie, selon les propositions

stehen allerdings heute noch nicht zur Diskussion. Sie müs- de l'initiant, dévierait du but des prestations complémentaires,

sen überprüft werden, und wichtig ist in diesem Zusammen- ce qui conduirait à des distorsions de calcul puisqu'il faudrait

hang auch die Frage der Praktikabilität. Es geht darum, rasch étendre les déductions aux rentes et pensions. La commission

eine Lösung zu verwirklichen, die administrativ auch einfach vous propose également de rejeter cette initiative et d'accep-

durchgeführt werden kann. ter le postulat.

Ich möchte bei dieser Gelegenheit darauf hinweisen, dass auf

den 1. Januar dieses Jahres eine Rentenerhöhung um durch- Bundesrat Cotti: Die Versuchung ist gross, sich nach dieser

schnittlich 6,6 Prozent erfolgt ist und dass mit dieser Rentener- Debatte in eine allgemeine Debatte über die Altersversiche-

höhung die Teuerung bis auf gut 117 Punkte ausgeglichen rung in der Schweiz einzulassen. Ich werde aber dieser Versu-

worden ist. Es besteht also heute - wenn man es rein mathe- chung widerstehen. Denn meine Anwesenheit in Vertretung

matisch ansieht - bei den Renten nicht ein Teuerungsrück- des Bundesrates bezieht sich lediglich auf den parlamentari-

stand von 6 Prozent, sondern er bewegt sich in der Grössen- schen Vorstoss von Herrn Fritz Reimann. Die parlamentari-

ordnung von etwa 4,3 bis 4,5 Prozent. Er wird ganz sicher bis schen Initiativen, die Sie auf dem Tisch haben, betreffen das

Jahresende auf über 5 Prozent steigen, wird aber niemals Parlament, und ginge es um sie allein, würde ich nicht einmal

8 Prozent erreichen. hier vor Ihnen stehen. Immerhin werde ich zuerst einmal eini-

Weil nun aber - das ist für mich das Entscheidende - die Teue- ges über die kürzlichen Beschlüsse des Bundesrates sagen

rung im nächsten Jahr weitergehen wird, könnte es durchaus und Ihnen dann - nicht im Sinne einer allgemeinen Debatte,

sein, dass Ende 1991 -wenn nicht eine Zwischenanpassung Frau Stocker, es wäre heute nicht möglich, sondern im Sinne

vorgenommen wird - bei den Renten ein Teuerungsrückstand einer gewissen zeitlichen Planung - einige weitere Gedanken

von mehr als 10 Prozent erreicht würde. Das ist den Rentnern mitgeben. Denn ohne Zweifel nähern wir uns Jahren, die wohl

nicht zumutbar. Eine Aenderung der Anpassungsregeln ist wesentliche Entscheide bei allen Fragen der Altersversiche-

deshalb gerechtfertigt und sollte möglichst rasch vorgenom- rung voraussetzen werden.

men werden. Wir sollten nicht bis zur 10. AVH-Revision warten, Zu Ihrem Vorstoss, Herr Fritz Reimann: Sie haben inzwischen

bis diese Aenderungsregeln durchgezogen werden. Ende von den grundsätzlichen Beschlüssen des Bundesrates

1991 ist auf jeden Fall eine Anpassung fällig, da hier der zwei- Kenntnis genommen. Ich kann sie kurz bestätigen. Angesichts

jährige Anpassungsrhythmus gilt. Das Problem stellt sich aber der Tatsache, dass die Teuerung besonders in der zweiten

1993 in gleicher Weise noch einmal, denn niemand nimmt an, Jahreshälfte und im Zusammenhang mit der Golfkrise, aber

dass 1993 die 10. AHV-Revision bereits in Kraft ist. Deshalb ist auch mit anderen Geschehnissen im Land relativ schnell an-

eine Sondervorlage gerechtfertigt. Eine solche Sondervorlage steigt, hat sich der Bundesrat die Frage gestellt: Ist es richtig,

sollte und könnte in beiden Räten in der Wintersession behan- bei der heutigen Lösung zu bleiben, wo die Teuerung be-

delt werden. kanntlich nur alle zwei Jahre angepasst werden kann und die

Die Kommission für soziale Sicherheit ist bereit, dies rasch an Möglichkeit einer Anpassung im Zwischenjahr eine Erhöhung

die Hand zu nehmen. Im Sinne der vorausschauenden Pla- der Teuerung um 8 Prozent voraussetzt? Diese 8 Prozent

nung haben wir das Datum zur Behandlung der vom Bundes- schienen schon vorher auf alle Fälle zu hoch angesetzt.

rat noch kommenden Vorlage bereits festgesetzt. Ich unter- Aufgrund der eindeutigen Feststellung, dass viele Rentner von

streiche, dass wir bei dieser Vorlage über die Anpassung der der Teuerung stark betroffen sind, hat der Bundesrat be-

Renten keine Grundsatzdiskussion über das Verhältnis der schlossen, das Seinige beizutragen, damit die Teuerung die-

AHV zur zweiten Säule und zu den Ergänzungsleistungen füh- ses Jahres auch bei einer niedrigeren Steigerung als 8 Pro-

ren wollen, weil eine solche Grundsatzdiskussion nicht nur zent ausgeglichen werden kann. Dies wird der Bundesrat dem

Tage, sondern wahrscheinlich Jahre beanspruchen würde. Parlament für die Dezembersession in einer Botschaft unter-

Unser Bestreben ist, die Frage der Teuerungsanpassung breiten. Wir wollen die Vorlage nicht um jeden Preis als dring-

rasch, unkompliziert und auch unpräjudizierlich zu regeln. lich erklären, aber sie muss unbedingt von beiden Räten

Rasch reagieren heisst, auf die einfachen Verhältnisse Bezug schon im Dezember bereinigt werden. Damit diese Anpas-

nehmen und einfache Lösungen finden. sung - wie gesagt worden ist - administrativ einfach, schnell

In diesem Sinne empfiehlt Ihnen die Kommission für soziale und unbürokratisch erfolgen kann, wird der Bundesrat vor-

Sicherheit, den beiden Initiativen Spielmann nicht Folge zu lei- schlagen, dass dies im nächsten Jahr - es geht immer nur um

sten und in einer späteren Phase - der Wintersession - diese das nächste Jahr - entweder durch eine einmalige oder allen-

Anpassungsregeln zu ändern. falls durch zwei Auszahlungen geschieht. Der Betrag, Herr Ca-

robbio, wird nicht sehr weit von der von Ihnen anbegehrten

M. Philipona, rapporteur: En ce qui concerne tout d'abord 13. Rente entfernt sein. Es geht um eine reine Anpassung an

l'interpellation Reimann, à propos de l'adaptation des rentes die Teuerung, die dann selbstverständlich an die Anpassun-

AVS pour 1991, la Commission de la sécurité sociale partage gen der nächsten Jahre angerechnet wird.

les soucis de M. Reimann et de la plupart des intervenants sur Damit sich -wie Herr Allenspach das richtig betont hat - die Si-

ce sujet. Le Conseil fédéral est également d'accord et la com- tuation in zwei Jahren nicht wiederholt - bis dann wird die

Initiatives parlementaires. Rentes AVS/AI 1584 N 26 septembre 1990

10. AVH-Revision möglicherweise die parlamentarische Landes und seiner Sozialversicherungen liegt. Es ist also

Hürde noch nicht genommen haben -, wird der Bundesrat wichtig, dass diese Revision möglichst schnell über die Bühne

auch eine Aenderung von Artikel 33ter des AHV-Gesetzes vor- geht.

schlagen, damit die Härten, die mit diesen 8 Prozent verbun- Damit habe ich die verschiedenen Fragen beantwortet. Ich

den sind, ein für allemal gemildert sind. Wie das genau ge- hoffe, dass insbesondere der Vorstoss von Herrn Fritz Rei-

schehen wird, ob über jährliche Anpassungen oder über ein mann beantwortet worden ist. Ich möchte dazu noch sagen,

System, wie wir es heute haben, das aber den Plafond von dass natürlich in diesem Monat die einzelnen Begehren, die

8 Prozent reduziert, wird sich erst zeigen. von den Altersverbänden, von den Gewerkschaften mit gros-

Das sind die allgemeinen Beschlüsse des Bundesrates. Ich sen Unterschriftensammlungen eingereicht worden sind

glaube sagen zu können, dass der Bundesrat schnell geschal- z. B. aus meinem Kanton -, uns in der Lösung der Problematik

tet hat. Herr Fritz Reiman, wenn Sie das BSV vorhin erwähnt bestärkt haben, die heute angesprochen worden ist.

haben, das im August reagiert hat, müssen Sie bedenken: Das

BSV hat aufgrund seiner technischen Funktion mitgeteilt, dass M. Spielmann: Les rapporteurs ont dit tout à l'heure que l'ini-

gemäss dem heutigen Gesetz eine Anpassung dieses Jahr tiative pour une treizième rente allait, dans un sens, remplacer

nicht möglich gewesen wäre. Aber über die weiteren Studien, la compensation du renchérissement. Il est évident que tel

die damals im BSV schon im Gange waren, durfte das BSV n'est pas le cas. En effet, la compensation du renchérissement

nicht informieren. Ich möchte dem BSV attestieren, dass es in est une obligation constitutionnelle, tout d'abord, qui n'est

einer Frage, die Schnelligkeit voraussetzt, sehr schnell ge- d'ailleurs même pas remplie puisque la compensation n'a été

schaltet hat. que partielle. La treizième rente que je propose est une com-

Das Thema AHV und Altersversicherung geht aber viel weiter, pensation de la perte du pouvoir d'achat consécutive à cette

wie Frau Stocker, Frau Fankhauser und alle Interpellanten be- non-compensation durant l'année écoulée. Elle ne ferait que

merkt haben, als bei dieser wichtigen - ich hoffe, Sie anerken- permettre de maintenir le pouvoir d'achat, mais la compensa-

nen, sie sei wichtig - Anpassung der Renten für das nächste tion doit être réalisée et le plus rapidement serait le mieux.

Jahr. D'autre part, il est pour le moins curieux de me reprocher

Hier stellen sich die Fragen, über die Sie zu befinden haben - d'avoir prévu dans mon initiative l'introduction en 1989, alors

der Bundesrat will sich heute mit ihnen nicht direkt befassen -, que c'est le Parlement qui a attendu presque deux ans pour la

zum Beispiel eine Verbesserung der Stellung der Rentner. Es traiter enfin aujourd'hui. Ce problème-là peut donc tout à fait

wird von einer 13. Rente gesprochen. Diese Frage ist ohne être réglé et je propose au Conseil national de donner suite à

weiteres prüfenswert.-lch muss aber Herrn Carobbio sagen, mon initiative, pour compenser non pas le renchérissement de

dass bei der Prüfung dieser Frage alle anderen Probleme der l'année prochaine mais bien la perte de pouvoir d'achat dont

künftigen Ausgestaltung der AHV unvermeidlich miteinbezo- ont été victimes les personnes âgées du fait de la non-indexa-

gen werden müssen, zuerst einmal die ganze Frage der lang- tion des rentes au pouvoir d'achat.

fristigen Finanzierung. Diese Frage stellt sich eindeutig, und

man darf nicht einfach sagen: Wir wollen jetzt eine neue Zu- Reimann Fritz: Ich danke Herrn Bundesrat Cotti für die Beant-

lage, ohne sich über die finanziellen Konsequenzen bewusst wortung meiner Interpellation. Ich danke dem Bundesrat auch

zu sein. Es stellt sich auch die mittelfristige Frage, ob die Ver- für das Verständnis, das er den Rentnerinnen und Rentnern

besserung der AHV, die ohne Zweifel zu den Zielsetzungen entgegenbringt. Der Bundesrat hat sehr schnell und flexibel

des Bundesrates gehört, über das Giesskannenprinzip abge- reagiert. Seine Massnahmen werden - wie die Diskussion ge-

wickelt werden soll. Ist es wirklich richtig, dass die Verbesse- zeigt hat - auch vom Rat positiv aufgenommen. Ich erkläre

rung bei allen Rentnern vorgenommen wird? Ich muss nicht mich von der Antwort des Bundesrates als befriedigt.

sagen, dass möglicherweise gewisse gezielte Verbesserun-

gen notwendig sein werden. Dann werden die Ergänzungslei- 90.676

stungen miteinbezogen. Auch dort wissen wir - es ist heute Dringliche Interpellation

gesagt worden -, dass möglicherwiese die Ergänzungslei- Interpellation urgente

stungen nicht alle Bedürftigen erreichen. Es stellt sich also die

Frage, ob der Rahmen der Ergänzungsleistungen nicht in ir- Präsident: Herr Fritz Reimann, der Interpellant, ist von der Ant-

gendeiner Form ergänzt werden müsste. wort des Bundesrates befriedigt.

Alle diese Fragen setzen selbstverständlich Zeit voraus, und

man kann, Frau Stocker, das Problem nicht in einem Jahr lö- 89.237

sen. Deshalb haben wir aber - wie Sie wissen - im Sinne der Parlamentarische Initiative

guten Erfahrung, die wir schon bei der Krankenversicherung Initiative parlementaire

gemacht haben, einige Experten beauftragt, auf diese grund-

sätzlichen Fragen einzugehen und letzten Endes auch auf die Abstimmung - Vote

Frage der Querbeziehungen zwischen der ersten und der

zweiten Säule. Dass damit natürlich - ich wiederhole es - Pro- Für den Antrag der Kommission

bleme angesprochen werden, welche sich auf die nächsten (keine Folge geben) 90 Stimmen

Jahrzehnte projizieren und für deren Lösung natürlich einige Für den Antrag Spielmann

Zeit nötig ist. (Folge geben) 4 Stimmen

Was geschieht in der Zwischenzeit? Wir haben eine 10. AHV-

Revision auf dem Tisch. Diese Revision wird demnächst vom Ad 89.231

Ständerat angepackt. Darf ich Ihnen kurz schildern, wie eines Postulat der Kommission

der Elemente dieser Revision absolut in die Richtung geht, die Postulat de la commission

Sie hier angesprochen haben, nämlich einer Verbesserung

der Renten, ohne der Giesskanne zu huldigen. Es werden in Ueberwiesen - Transmis

der 10. AHV-Revision aufgrund der Veränderung der Renten-

formel punktuelle Verbesserungen vorgeschlagen für die 88.227

niedrigen Renten. Es werden damit in die soziale Umvertei- Parlamentarische Initiative

lung dieses Landes etwa eine halbe Milliarde Franken fliessen. Initiative parlementaire

Das ist das, was man aufgrund der heutigen Finanzierbarkeit

als zumutbar erklären kann. Ich möchte sagen: Es sollte jeder- Abstimmung - Vote

mann einleuchten, dass die schnelle Bewältigung dieser klei-

nen Revision - ich betone: Es ist eine kleine Revision, die gros- Für den Antrag der Kommission

sen Zusammenhänge werden in der Revision noch nicht an- (keine Folge geben) 93 Stimmen

gepackt; es ist aber eine Revision, die eine Reihe von punktu- Für den Antrag Spielmann

ellen und sozialen Verbesserungen bringt - im Interesse des (Folge geben) 6 Stimmen

26. September1990 N 1585 Leistungen an HlV-infizierte Hämophile

Ad 88.227 Auch die Aids-Experten der Schweiz haben diese Gefahr er-

Postulat der Kommission kannt, gingen aber anfänglich davon aus, dass in der Schweiz

Postulat de la commission das HIV-Risiko für Hämophile geringer sei, weil die Versor-

gung mit Blutpräparaten in unserem Land über das Schweize-

Ueberwiesen - Transmis rische Rote Kreuz durch freiwillige Blutspender weitgehend

mit inländischem Blut sichergestellt werden kann. Diese Beur-

teilung hat sich im Nachhinein leider als nicht zutreffend erwie-

sen, obwohl wir im europaweiten Vergleich glücklicherweise

einen Anteil von HlV-infizierten Blutern und Bluttransfusions-

#ST# 90.024 empfängern haben, der deutlich unter dem Durchschnitt liegt.

Den Betroffenen allerdings hilft dies wenig.

Im Mai 1984 wurden die Spender durch den Blutspendedienst

Leistungen

des Schweizerischen Roten Kreuzes aufgefordert, von Blut-

an HlV-infizierte Hämophile spenden abzusehen, wenn sie einer HIV-Risikogruppe ange-

und Bluttransfusionsempfänger hörten. Aber erst seit 1986 werden die Hämophilen in der

Prestations aux hémophiles Schweiz nur noch mit Gerinnungspräparaten behandelt, de-

et aux receveurs de transfusions ren Viren inaktiviert worden sind. Seither konnte denn auch bei

sanguines infectés par le VIH den Blutern kein weiterer Fall von HlV-Infizierung festgestellt

werden.

Botschaft und Beschlussentwurf vom 12. März 1990 (BBIII, 225) Zwischen 1978 und 1985 waren jedoch die Bluter auch in der

Wiessage et projet d'arrêté du 12 mars 1990 (FF II, 232) Schweiz wegen ihrer lebensnotwendigen Therapie mit Gerin-

Kategorie III, Art. 68 GRN - Catégorie III, art. 68 RCN nungspräparaten einem bedeutenden HIV-Risiko ausgesetzt.

Man muss heute leider davon ausgehen, dass wir in der

Schweiz ungefähr hundert Hämophile haben, welche mit dem

HIV-Virus angesteckt sind. Das entspricht gut 20 Prozent aller

Bluter. Aehnlich verhält es sich bei den Bluttransfusionspatien-

Antrag der Kommission ten. Im Sommer 1985 wurde schrittweise ein H lV-Suchtest ein-

Eintreten geführt und ab November 1985 routinemässig durchgeführt.

Eine Verordnung des Bundesrats vom 9. April 1986 verpflich-

Antrag Pidoux tet jedermann, der Blut oder Blutkonserven für Transfusionen

Nichteintreten verwendet oder abgibt, sich vorher zu vergewissern, dass im

Blut keine Hinweise auf das HIV festzustellen sind.

Proposition de la commission Ganz eliminieren lässt sich allerdings bei einer Bluttransfusion

Entrer en matière auch mit den heutigen technischen Möglichkeiten das Risiko

einer Infizierung nicht, und zwar wegen der sogenannten dia-

Proposition Pidoux gnostischen Lücke, also der Zeit zwischen der Infektion und

Ne pas entrer en matière der Antikörperbildung. Die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Infek-

tion durch eine Bluttransfusion ist heute aber glücklicherweise

Frau Spoerry, Berichterstatterin: Seit bald einem Jahrzehnt gering und liegt bei etwa 1 zu 500 000. Weitaus die meisten

weiss man um die neue Geissel der Menschheit, die Krankheit transfusionsbedingten HIV-Infektionen erfolgten somit vor

Aids. Folgende Uebertragungswege dieser Krankheit sind Ende 1985. Ihre Zahl wird auf 140 bis 170 Fälle geschätzt.

heute bedeutsam: Die Vorlage des Bundesrates, mit welcher jedem dieser Pati-

1. Die sexuellen Kontakte. enten 50 000 Franken ausgerichtet werden sollen, was einen

26 Die Uebertragung des Virus von einer infizierten Mutter auf Gesamtkredit von 13,5 Millionen Franken erfordert, ist einiger

ihr Kind während der Schwangerschaft oder der Geburt. Kritik begegnet. Zunächst meldeten die Kantone Bedenken

3. Die Blutübertragungen. an. Zwar zeigen die Kantone Verständnis dafür, dass der Bund

Der Bundesbeschluss, den wir heute behandeln, bezieht sich angesichts der auch in anderen Ländern getroffenen Hilfs-

auf einen Teil von HlV-infizierten Patienten innerhalb der massnahmen zugunsten dieser Gruppe von HlV-infizierten

Gruppe 3, nämlich auf Hämophile, also Bluter, die bekanntlich Patienten eine Geste der Solidarität tun will. So betrachtet stel-

alle männlichen Geschlechts sind, und auf Bluttransfusions- len sie sich nicht grundsätzlich gegen den vorliegenden Be-

empfänger. Wir wollen diesen infizierten Patienten - oder al- schluss, auch wenn sie gewisse Bedenken in bezug auf ein

lenfalls deren Hinterbliebenen - einen einmaligen Beitrag in Präjudiz anmelden.

der Höhe von 50 000 Franken ausrichten. Vor allem aber waren die Kantone verstimmt über die Absicht

Wie lässt sich diese Spezialbehandlung eines Teils von HlV- des Bundesrates, sie ohne Vernehmlassung an der Finanzie-

infizierten Patienten begründen und rechtfertigen? rung des Bundesbeitrages an die betroffenen Patienten zu be-

Vorerst ist eines ganz klar festzuhalten. Die vorgesehene Bun- teiligen.

desleistung an Hämophile und Bluttransfusionsempfänger Der Bundesrat hat eine solche Beteiligung als opportun erach-

hat nichts mit einer Wertung zu tun. Es geht nicht um eine Ein- tet, weil die Kantone wegen der Registrierung der Produkte

teilung in schuldig oder unschuldig HlV-infizierte Patienten, durch die Interkantonale Kontrollstelle für Heilmittel ebenfalls

sondern es geht einzig und allein darum, jenen Unglücklichen in die ganze Problematik involviert sind. Die Kantone stellen

ein Zeichen der Solidarität zukommen zu lassen, die durch sich aber auf den Standpunkt, dass sie für Beiträge, die sich

eine für sie lebenserhaltende Behandlung mit dem HI-Virus in- nicht durch eine soziale Notwendigkeit begründen lassen,

fiziert worden sind, durch eine Behandlung, bei welcher Bun- keine Rechtsgrundlage haben.

desinstanzen mitbeteiligt sind. Das ist das Entscheidende. Die Eine weitere Kritik an der Botschaft des Bundesrates wurde

Mitbeteiligung des Bundes ist über das Bundesamt für Sozial- von der Interkantonalen Kontrollstelle für Heilmittel ange-

versicherung gegeben, welches die aus menschlichem Blut- bracht. Sie wies vor allem den Passus der Botschaft vom

plasma hergestellten Gerinnungspräparate für die Bluter und 12. März 1990 zurück, der sich auf Seite 7 findet. Dort wird aus-

die Blutprodukte für die Transfusionspatienten als kassenzu- geführt, die IKS habe auf die Registrierung der fraglichen Blut-

lässig erklärt hat. produkte verzichtet, weil sie dem Zentrallabor des Schweizeri-

Wie sind diese tragischen Fälle möglich geworden? schen Roten Kreuzes auch ohne zusätzliche behördliche Kon-

Ende 1982 wurden in den USA erstmals Lungenentzündun- trolle vertraut habe.

gen bei Hämophilen gemeldet. Anschliessend stellte sich her- Die IKS stellt demgegenüber fest, dass sie mehrmals die Kon-

aus, dass diese ein Zeichen einer Aids-Erkrankung waren, die trolle der Produkte für die notwendige Registrierung verlangt

durch die verabreichten Blutderivate verursacht worden habe, dass dieser Aufforderung aber seitens des Zentrallabors

waren. keine Folge geleistet worden sei. Das Zentrallabor seinerseits

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Parlamentarische Initiative (Spielmann) Ergänzungsleistungen zur AHV/IV

Initiative parlementaire (Spielmann) Prestations complémentaires à l'AVS/AI

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1990

Année

Anno

Band IV

Volume

Volume

Session Herbstsession

Session Session d'automne

Sessione Sessione autunnale

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 08

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 88.227

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 26.09.1990 - 08:00

Date

Data

Seite 1576-1585

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Ref. No 20 018 986

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