Federal Council v. Cantonal Council on Cross-Border Road Treaty Renegotiation
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe cantonal council requested that federal authorities negotiate either the abandonment of a planned cross-border road or an environmentally friendlier alternative. The court found that a 1977 treaty established the legal basis for the road, and while its terms could be renegotiated under specific conditions of significant difficulty or changed circumstances, these conditions were not met. The court noted that the canton itself had approved the original plan and that the federal government was not obligated to renegotiate a treaty for a project of primarily regional importance, ultimately voting not to pursue the initiative.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 10 Abs. 1 Weil, Art. 34 vor, Art. 34 Absatz, Art. 34 que, Art. 22 des Vertrags; Federal Council v. Cantonal Council on Cross-Border Road Treaty Renegotiation: The court found that a 1977 treaty established the legal basis for the road, and while its terms could be renegotiated under specific conditions of significant difficulty or changed circumstances, these conditions were not met. The court noted that the canton itself had approved the original plan and that the federal government was not obligated to renegotiate a treaty for a project of primarily regional importance, ultimately voting not to pursue the initiative.
Schlagwörter
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertThe court used this article to state that negotiations about amending the treaty were possible under certain conditions, which were argued to be met.
Volltext
20. September 1990 639 Standesinitiative Basel-Stadt
trieb und Instandhaltung des Anschlussgleises. Im weitern ist que le projet de construction de la route franche de douane
die Bestimmung durch den Nationalrat als Kann-Formulie- soit abandonné ou qu'il soit remplacé par une réalisation meil-
rung ausgestaltet worden. Ich möchte zuhanden der Materia- leure du point de vue écologique.
lien sagen, dass die Bahnen dann bezahlen sollten, wenn
diese Bedingungen gegeben sind, wenn also die genannten Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Vorteile vorliegen. Ist dies der Fall, so erwarten wir trotz dieser Die Schweiz hat durch die Verträge von 1852 und 1977 dem
Kann-Formulierung eine angemessene Beteiligung der Bahn. Grossherzogtum Baden bzw. der Bundesrepublik Deutsch-
Ich möchte Ihnen deshalb empfehlen, hier die Differenz zu be- land das Recht zugesprochen, die über schweizerisches Ge-
reinigen und der Version des Nationalrates zuzustimmen. biet führende Strasse zu bauen. Es liegt also ein rechtskräfti-
ger Staatsvertrag vor, welche Rechtslage vom Grossen Rat
Art. 3 ausdrücklich anerkannt wird. Die Strasse kann deshalb nur
Antrag der Kommission dadurch verhindert werden, dass die Bundesrepublik
Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates Deutschland - auch im eigenen Interesse - freiwillig auf den
Proposition de la commission Bau der Zollfreistrasse verzichtet.
Adhérer à la décision du Conseil national Die Zollfreistrasse soll nach den aktuellen Plänen der Bundes-
republik Deutschland vom Lörracher Gebiet auf dem rechten
Angenommen - Adopté Wiesenufer unter dem Schlipfhang durch die Grenze an der
Weilerstrasse, von dort auf Weiler Gebiet dem Südrand von
Art. 10 Abs. 1 Weil entlang zum Otterbach führen. 730 Meter dieser Strasse
Antrag der Kommission führen über schweizerisches Gebiet.
Festhalten Breite Bevölkerungskreise im Kanton Basel-Stadt und in Süd-
baden wenden sich seit Jahren vehement gegen den Bau der
Art. 10 al. 1 Zollfreistrasse oder hoffen auf die Realisierung eines besseren
Proposition de la commission Projekts (z. B. Tunnel durch den Tüllinger Hügel).
Maintenir Dem Bau der Zollfreistrasse wird opponiert, weil dadurch die
natürliche Landschaft am Fusse des Schlipfs zerstört würde.
Abstimmung - Vote Da am Schlipf die Gefahr von Rutschungen besteht, sind um-
fangreiche Verbauungen nötig, was zusätzliche schwere Ein-
Für den Antrag der Kommission 13 Stimmen griffe erfordert. Solche Verbauungen wären auch nötig, wenn
Für den Antrag des Bundesrates 12 Stimmen die Strasse in gedeckter Tieflage gebaut würde. Die Zollfrei-
strasse würde das Erholungs- und Naturgebiet der Weilmatten
Art. 21 Abs. 3 erheblich beeinträchtigen. Da die Verbindung vom Wiesental
Antrag der Kommission nach Weil vor einigen Jahren durch den Bau der A 98 verbes-
Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates sert worden ist, besteht heute für die Zollfreistrasse überdies
keine Notwendigkeit mehr.
Art. 21 al. 3
Proposition de la commission Herr Flückiger unterbreitet im Namen der Verkehrskommis-
Adhérer à la décision du Conseil national sion den folgenden schriftlichen Bericht:
Angenommen -Adopté Die Verkehrskommission des Ständerates befasste sich am
21. August 1990 mit der Standesinitiative des Kantons Basel-
Stadt. Der Kommission stand eine eingehende Dokumenta-
An den Nationalrat-Au Conseil national tion zur Verfügung. Vertreter der Direktion für Völkerrecht
(EDA) und des Eidgenössischen Verkehrs- und Energiewirt-
schaftsdepartementes erteilten der Kommission ergänzende
Auskünfte.
Die von der Standesinitiative des Kantons Basel-Stadt betrof-
fene Strasse ist in einem Staatsvertrag von 1852 erwähnt: Der
Vertrag vom 27. Juli 1852 zwischen der Schweizerischen Eid-
#ST# 88.210 genossenschaft und dem Grossherzogtum Baden betreffend
die Weiterführung der badischen Eisenbahnen über schwei-
Standesinitiative Basel-Stadt zerisches Gebiet (BS 13,257) sieht in Artikel 34 vor, dass die
Strasse zwischen Lörrach und Weil am Rhein. Grossherzoglich Badische Regierung das Recht hat, zur Ver-
Verzichtsverhandlungen bindung der Stadt Lörrach und des Wiesentals mit Weil eine
Strasse auf dem dazwischenliegenden schweizerischen Ge-
Initiative du canton de Bàie-Ville biet zu bauen.
Ouverture de négociations tendant à l'abandon Der zunehmende Verkehr bewog die Bundesrepublik
du projet de route entre Lörrach et Weil am Deutschland Ende der sechziger Jahre, die Verwirklichung
Rhein des Projekts voranzutreiben. Es kam zunächst zu Verhandlun-
gen des Regierungspräsidiums Südbaden mit dem Kanton
Basel-Stadt. Es zeigte sich aber, dass ein Staatsvertrag zwi-
schen der Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland aus-
gehandelt werden musste, in dem die Fragen, die das Bun-
Wortlaut der Standesinitiative vom 17. November 1988 desrecht betreffen, geregelt wurden (insbesondere Zoll, Kom-
Der Grosse Rat des Kantons Basel-Stadt ersucht die eidge- petenzen der deutschen Behörden auf schweizerischem Ge-
nössischen Räte, den Bundesbehörden den Auftrag zu ertei- biet, Gerichtsbarkeit). Diese Verhandlungen wurden 1969 auf-
len, mit der Bundesrepublik Deutschland erneut über einen genommen.
Verzicht auf den Bau der Zollfreistrasse oder allenfalls über die Der Vertrag wurde am 25. April 1977 unterzeichnet. In bezug
Ausführung eines besseren, umweltschonenderen Projekts auf die Linienführung gilt Artikel 2 des Vertrags:
zu verhandeln. «(1) Für die Linienführung und den Bau der Verbindungs-
strasse ist das vom Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt
Texte de l'initiative du 17 novembre 1988 gestützt auf Artikel 34 Absatz 2 des Vertrags vom 27. Juli 1852
Le Grand Conseil du canton de Baie-Ville demande aux Cham- am 16. Dezember 1975 genehmigte Auflageprojekt der Abtei-
bres fédérales de charger la Confédération de reprendre les lung Strassenbau des Regierungspräsidiums Freiburg vom
négociations avec la République fédérale d'Allemagne, afin November 1974 mit Aenderungen vom Oktober 1975 mit den
Initiative du canton de Bàie-Ville 640 20 septembre 1990
im Genehmigungsbeschluss enthaltenen Bedingungen und les questions concernant le droit fédéral (en particulier les
Auflagen massgebend.» douanes, les attributions des autorités allemandes sur le terri-
Die technischen Einzelheiten sowie Fragen des Natur- und toire suisse et la juridication). Des négociations furent entrepri-
Heimatschutzes und des Gewässerschutzes sind in einer Ver- ses en 1969.
einbarung vom 7. Mai 1976 zwischen dem Land Baden-Würt- L'accord a été signé le 27 avril 1977. Pour ce qui est du tracé,
temberg und dem Kanton Basel-Stadt geregelt. l'article 2 de l'accord précise que
Der Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt stimmte dem «(1 ) Le projet du Département de la construction des routes du
Staatsvertrag vom 25. April 1977 und der Linienführung zu. Die Praesidium du Gouvernement de Fribourg-en Brisgau de no-
Bundesversammlung genehmigte den Vertrag ohne Diskus- vembre 1974 avec les modifications d'octobre 1975, approuvé
sion am 14. Dezember 1979 (AS 1980,970). Da der Vertrag un- le 16 décembre 1975 par le Conseil d'Etat du canton de Baie-
kündbar ist, unterstand der entsprechende Genehmigungs- Ville en vertu de l'article 34, 2e alinéa, du Traité du 27 juillet
beschluss der Bundesversammlung dem fakultativen Staats- 1852, est déterminant pour le tracé et la construction de la
vertragsreferendum. Die Referendumsfrist lief am 26. März route de jonction avec les conditions et les clauses contenues
1980 unbenutzt ab, womit der Vertrag am 24. April 1980 durch dans la décision d'approbation.»
den Bundesrat ratifiziert werden konnte. Les détails techniques et les problèmes liés à la protection de
Einer Petition des Basler Naturschutzes gegen die Zollfrei- la nature, du paysage et des eaux sont réglés par un arrange-
strasse wurde 1987 von den eigenössischen Räten keine ment du 7 mai 1976 entre le Land de Bade-Wurttemberg et le
Folge gegeben. canton de Baie-Ville.
Mit der Standesinitiative soll der Bundesrat beauftragt werden, Le Conseil d'Etat du canton de Baie-Ville a approuvé, le 25
mit der Bundesrepublik Deutschland Verhandlungen aufzu- avril 1977, le traité et le tracé. L'Assemblée fédérale a approuvé
nehmen über einen Verzicht auf die Strasse oder eine neue Li- le traité, sans discussion, le 14 décembre 1979. (RO 1980
nienführung. Im Rahmen der Beratung der Standesinitiative 970). Le traité ne pouvant être dénoncé, l'arrêté portant sur son
war es nicht Aufgabe der Verkehrskommission abzuzklären, approbation était sujet au référendum facultatif en matière de
ob die geplante Zollfreistrasse erwünscht sei, welche positiven traités internationaux. Aucune demande de référendum
oder negativen Folgen deren Ausführung haben könnte und n'ayant été déposée avant l'échéance du délai fixé au 26 mars
ob eine bessere Linienführung möglich wäre. Dies festzustel- 1980, le Conseil fédéral a procédé à la ratification du traité le
len ist Sache der betroffenen Gebiete und der Kantonsregie- 24avirl1980.
rung. Der Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt hat dem Les Chambres fédérales n'ont pas donné suite, en 1987, à une
Projekt, das dem Staatsvertrag zugrunde liegt, zugestimmt. pétition de l'organisation bâloise de protection de la nature, di-
Ebenfalls ist gegen den Vertrag, der gemäss Artikel 89 der rigée contre la route franche de douane.
Bundesverfassung der Genehmigung der Bundesversamm- L'initiative du canton vise à charger le Conseil fédéral d'ouvrir
lung unterstand, kein Referendum ergriffen worden. des négociations avec la République fédérale d'Allemagne,
Aufgrund von Artikel 22 des Vertrags sind Verhandlungen relatives à une renonciation à la route ou à une modificaiton de
über eine Aenderung des Vertrags möglich, wenn sich bei der son tracé. Lors de l'examen de l'initiative du canton, la Com-
Durchführung erhebliche Schwierigkeiten ergeben oder die mission des transports et du trafic a constaté qu'il ne lui appar-
bei Vertragsabschluss bestehenden Verhältnisse wesentlich tient pas d'établir si la construction de la route franche de
geändert haben. Die Verkehrskommission ist der Ansicht, douane est souhaitable, ni de déterminer ses avantages et ses
dass diese Voraussetzungen nicht gegeben sind, auch wenn inconvénients, ni encore d'examiner la possibilité d'un meil-
sich die Einstellung der Bevölkerung zum Strassenverkehr in leur tracé. Cela incombe aux autorités locales concernées et
den letzten Jahren gewandelt hat. Hingegen ist die Kommis- au gouvernement de Baie-Ville. Le Conseil d'Etat de ce canton
sion der Auffassung, dass die Linienführung überprüft werden a approuvé le projet sur lequel se fonde l'accord. Ce dernier,
kann. Nachdem aber die Linienführung seinerzeit vom Regie- après avoir obtenu l'approbation de l'Assemblée fédérale re-
rungsrat des Kantons Basel-Stadt mit den entsprechenden quise par l'article 89 de la constitution, n'a pas fait l'objet d'une
deutschen Behörden vereinbart worden war, ist es auch jetzt demande de référendum.
Sache des Kantons, Verhandlungen aufzunehmen. Conformément à l'article 22 du traité, des négociations relati-
Der Nationalrat hat am 19. März 1990 mit 92 zu 59 Stimmen ves à sa modification peuvent être entamées si son exécution
beschlossen, der Standesinitiative des Kantons Basel-Stadt est liée à des difficultés considérables ou si la situation ayant
keine Folge zu geben. présidé à sa conclusion évolue notablement. La Commission
des transports et du trafic et d'avis que ces conditions ne sont
M. Flückiger soumet au nom de la Commission des trans- pas remplies, même si l'attitude de la population face au trafic
ports et du trafic le rapport écrit suivant: routier a changé ces dernières années. Par contre, la commis-
sion estime que le tracé peut être réexaminé. Toutefois, étant
La Commission des transports et du trafic du Conseil des Etats donné que le tracé a été convenu entre le Conseil d'Etat du
a traité l'initiative du canton de Baie-Ville le 21 août 1990. La canton de Baie-Ville et les autorités allemandes compétentes,
commission a pu disposer d'une documentation détaillée. l'engagement de négociations incombe au canton.
Des informations complémentaires ont été données à la com- Le 19 mars 1990, le Conseil national a décidé par 92 voix
mission par des représentants de la Direction du droit interna- contre 59 de ne pas donner suite à l'initiative du canton de Bâ-
tional public (DFAE) et du Département fédéral des transports, le-ville.
des communications et de l'énergie.
La route visée par l'initiative du canton de Baie-Ville est men- Antrag der Kommission
tionnée dans un traité international de 1852. Mehrheit
Le Traité du 27 juillet 1852 entre la Confédération suisse et le Der Initiative keine Folge geben
Grand-Duché de Bade relativement à la continuation du che- Minderheit
min de fer badois sur le territoire suisse (RS 13 225) prévoit à (Bührer)
son article 34 que le gouvernement du Grand-Duché de Bade Der Initiative Folge geben
est autorité à construire une route reliant la ville de Lörrach et la
vallée de la Wiese avec Weil, sur le territoire suisse situé entre Proposition de la commission
les deux. Majorité
A la fin des années 1960, l'accroissement du trafic a incité la Ne pas donner suite à l'initiative
République fédérale d'Allemagne à réaliser le projet. La de- Minorité
mande allemande de construire une route de jonction entre (Bührer)
Lörrach et Weil a conduit en premier lieu à des négociations Donner suite à l'initiative
entre le «Regierungspräsidium Südbaden» et le canton de Ba-
ie-Ville. Il apparut alors qu'un accord devait être conclu entre la M. Flückiger, rapporteur: La commission vous ayant soumis
Suisse et la République fédérale d'Allemagne en vue de régler un rapport écrit, je me bornerai à revenir brièvement sur quel-
20. September 1990 641 Standesinitiative Basel-Stadt
ques aspects et à exposer certains problèmes liés à cet objet. Grenze in der Gewichtung des Schutzes von Natur und Land-
L'accord de 1977, concernant la route de jonction franche de schaft einiges geändert. Wenn aber die Leute, die mit dieser
droits de douane entre Lörrach et Weil, passant par le territoire Strasse entlastet werden sollen, diese Strasse nicht mehr wol-
suisse, est toujours en vigueur. En 1979, il a été soumis aux len, für wen soll sie dann gebaut werden?
Chambres fédérales qui l'ont approuvé sans opposition et Mit der Unterstützung der Standesinitiative wird die Recht-
sans discussion. Il est incontestable que cet accord doit être mässigkeit des Staatvertrages nicht in Frage gestellt. Es wird
respecté. lediglich von einer ausdrücklich vorgesehenen Möglichkeit
Or, le canton de Baie-Ville demande, par la voie d'une initia- Gebrauch gemacht. Ich zitiere aus dem Vertrag: «Ergeben
tive, l'ouverture de nouvelles négociations avec la République sich bei der Durchführung des Vertrages erhebliche Schwie-
fédérale d'Allemagne, aux fins de trouver un nouveau tracé qui rigkeiten oder ändern sich die bei seinem Abschluss beste-
tienne mieux compte des intérêts de la commune de Riehen. henden Verhältnisse wesentlich, werden die Vertragsstaaten
Ces dernières années, cependant, le canton de Baie-Ville et le auf Verlangen eines Vertragsstaates in Verhandlungen über
gouvernement du Bade du sud ont examiné diverses possibili- eine angemessene Neuregelung'eintreten.» Der Beweis ist er-
tés qui présentent toutes, même celle de la commune de Rie- bracht, dass sich die Verhältnisse wesentlich geändert haben.
hen, des inconvénients plus importants que le projet ayant fait Es ist auch richtig, dass der Bundesrat die Verhandlungen auf-
l'objet de l'accord. Outre la protection du paysage et de l'air, il nehmen sollte. Die schweizerische Regierung ist Vertragspart-
convient en effet de prendre en considération les conditions ner. Der Basler Grosse Rat hat sein Anliegen richtig adressiert.
hydrologiques, car il s'agit en l'occurrence d'une région Wir sollten den Basler Grossen Rat nicht brüskieren. Es gibt
d'eaux souterraines. keine stichhaltigen Gründe, warum wir ausgerechnet im Stän-
Votre commission a examiné en détail cette initiative canto- derat das Anliegen eines Kantons abschmettern sollen.
nale. L'évolution de ce projet reflète naturellement le change- Ich bitte Sie, der Standesinitiative Folge zu geben.
ment de mentalité qui s'est opéré ces dernières années. La
construction de routes se heurte à une opposition de principe Danioth: Ich möchte Sie bitten, dem Antrag der Kommission
tandis qu'interviennent de nouveaux facteurs de la protection zuzustimmen. Vor allem möchte ich die Aussage nicht unwi-
de l'environnement dont il faut aussi tenir compte. dersprochen im Raum stehen lassen, dass wir einfach über
Toutefois, la route entre Lörrach et Weil n'est ni une route natio- eine Standesinitiative hinweggehen. Selbstverständlich waren
nale ni une route principale. Du point de vue helvétique, il mir diese Verhältnisse in Weil auch nicht bekannt, und wir hat-
s'agit d'une route pour laquelle la Confédération ne verse pas ten in Basel eine Sitzung. Wir haben uns orientiert, und ich bin
de subvention. Cette voie a donc un caractère exclusivement sogar in der Meinung an die Sitzung gefahren, die Standesin-
régional. A l'époque d'ailleurs, les négociations en vue de l'ac- itiative müsste irgendwie in unsere Entscheide einfliessen. Ich
cord de 1979 s'étaient toujours déroulées à l'échelon inférieur, müsste mich aber aufgrund der Beratungen belehren lassen,
à savoir régional. dass hier nicht einfach früher Beschlossenes zementiert und
C'est pourquoi votre commission estime que le canton de Bâ- durchgesetzt werden soll, sondern dass man sehr wohl Alter-
le-Ville devrait engager lui-même de nouvelles négociations nativen geprüft hat. Vorerst ist einmal darauf hinzuweisen,
s'il estime cette démarche indispensable. Chercher à se dé- dass ein Staatsvertrag von 1977 vorliegt; er geht sogar auf ei-
charger sur la Confédération de la responsabilité d'engager nen früheren Vertrag von 1852 zurück. Auch wenn dieser nicht
de nouvelles négociations ne saurait être considéré comme mehr aktuell ist, gilt natürlich vor allem der Grundsatz pacfa
une attitude acceptable en l'espèce. sunt servanda im internationalen Bereich. Trotzdem sind in
Enfin, la commission pense que la route de jonction répond à den letzten Jahren nicht weniger als vier Varianten untersucht
un besoin de l'Allemagne. Elle décharge en effet une agglo- und geprüft worden, welche alle zum Ergebnis führten, dass
mération importante. Renoncer à son ouverture reviendrait à sie nicht zuletzt bezüglich Umweltschutzgründen zu mehr
déplacer le trafic, ce qui entraînerait des nuisances accrues Nachteilen geführt haben. Vor allem die Eingabe des Gemein-
pour Baie-Ville et la région limitrophe. derates von Riehen schien mir sehr prüfenswert, dem es um
Ainsi, la commission vous communique les décisions suivan- die Flusslandschaft der Wiese geht. Die Untersuchungen ha-
tes: dans sa majorité, elle estime qu'il y va du respect des ter- ben ergeben, dass die hydrologischen Verhältnisse, vor allem
mes de l'accord et de la réputation de la Confédération. Il se- was das Grundwassergebiet betrifft, derart sind, dass ander-
rait donc imprudent de mettre notre image en jeu, d'autant weitige Eingriffe nicht verantwortet werden können. Mit ande-
plus que la République fédérale d'Allemagne a déjà rempli la ren Worten: Man ist schweizerischerseits und mit viel Ver-
plupart des obligations découlant de cet accord. En outre, de ständnis seitens der deutschen Partner daran gegangen, die-
nouvelles négociations ne ressortiraient pas à la Confédéra- sen Anliegen Rechnung zu tragen. Auf der anderen Seite ist
tion mais au canton de Baie-Ville. Enfin, la commission pro- auch darauf hinzuweisen, dass der Lokalverkehr zwischen
pose, par 7 voix contre une, de ne pas donner suite à l'initiative Lörrach und Weil sich heute Unbestrittenermassen über
du canton de Baie-Ville. Schleichwege durch die Gemeinde Riehen ergiesst. Eine Ka-
nalisierung des innerdeutschen Verkehrs würde also zu einer
Frau Bührer, Sprecherin der Minderheit: Ich beantrage Ihnen, Entlastung und zu einer Verminderung der Unfallgefahr füh-
der Standesinitiative Folge zu geben. Es ist mir unverständ- ren. Soweit die Möglichkeiten von schweizerischer Seite. Es ist
lich, dass über die guten Gründe, die den Basler Grossen Rat in der Kommission mit Recht darauf hingewiesen worden,
zu dieser Standesinitiative veranlasst haben, einfach hinweg über einzelne Detailfragen in der Planung und Ausführung
gegangen werden soll. Die Kernfrage, die sich stellt, ist die würden die Partner auf beiden Seiten der Staatsgrenze am ge-
Frage nach den veränderten Verhältnissen. Haben sich diese scheitesten direkt miteinander reden.
Verhältnisse tatsächlich derart geändert, dass erneut über die Offenbar hat man es dann in Basel vorgezogen, das Problem
Ausführung der Strasse verhandelt werden müsste oder auf'die Stufe des Bundes heraufzuheben, anstatt dass man di-
könnte? Der Basler Grosse Rat bejaht dies. Er ist hier sicher rekt mit dem Partner über einzelne Fragen gesprochen hat,
Sprachrohr der Bevölkerung dieser Region. Es wäre sonst un- was nach wie vor trotz Ablehnung dieser Initiative durchaus
denkbar, dass eine Einigkeit im Basler Grossen Rat über alle möglich ist und unter Nachbarn auch möglich sein sollte.
Parteien hinweg zustande gekommen wäre. In diesem Sinne brauchen wir kein schlechtes Gewissen zu
Insbesondere wird die Notwendigkeit der Strasse in Frage ge- haben, wenn wir diese Standesinitiative ablehnen.
stellt. Seit wenigen Jahren ist eine Verbindung vom Wiesental
nach Weil fertiggestellt worden. Offensichtlich hat auch der Miville: Ich fühle mich nicht nur verpflichtet, sondern ich bin
Bundesrechnungshof in der Bundesrepublik in Bonn erkannt, auch verpflichtet, dem Anliegen des Grossen Rates des Kan-
dass sich damit etwas geändert hat. Er wollte nämlich die tons Basel-Stadt hier Rechnung zu tragen und es zu vertreten.
4,1 Kilometer lange Strasse mit Baukosten von über 74 Millio- Diese Standesinitiative ist vom Grossen Rat mit grossem Mehr
nen DM nicht mehr als Bundesfernstrasse klassieren, wie das gegen eine Stimme beschlossen worden. Schauen Sie, diese
ursprünglich vorgesehen war. Das Strassenprojekt ist über ein Strasse ist eine staatsvertragliche und politische Altlast. Im Na-
Jahrzehnt alt. Da hat sich auch diesseits und jenseits der tionalrat ist sie als Vertragsrelikt bezeichnet worden. Da hat
Interpellation Flückiger 642 20 septembre 1990
also die Eidgenossenschaft 1852 mit dem Grossherzog von Bundesrat Felber hat übrigens in diesen Verhandlungen im
Baden einen Vertrag über die Weiterführung der Badischen Ei- Nationalrat Gespräche mit einer gemischten Kommission
senbahnen über Schweizer Gebiet - deswegen haben wir ja über eine umweltschonende Linienführung in Aussicht ge-
immer noch einen Badischen Bahnhof in Basel - und über das stellt, also ebenfalls das, was die Standesinitiative Basel-Stadt
Recht, eine Verbindungsstrasse Lörrach-Weil über Schweizer ihrerseits verlangt.
Gebiet im Gemeindebann Riehen zu erstellen, abgeschlos- Ich möchte beantragen, ihr Folge zu geben.
sen. 1852 dachte man noch an Pferdefuhrwerke und keines-
wegs an Autos. Abstimmung - Vote
Es ist zuzugeben, dass 1977 dieser Vertrag zwischen der Eid-
genossenschaft und der Bundesrepublik Deutschland erneu- Für den Antrag der Mehrheit 19 Stimmen
ert und 1979 von den eidgenössischen Räten ratifiziert worden Für den Antrag der Minderheit 7 Stimmen
ist. Man hat erneut dem deutschen Partner zugestanden, über
- oder je nach dem unter - Schweizer Gebiet auf einer Strecke
von 730 Metern diese Strasse zu bauen.
Nun muss ich Ihnen einfach sagen: In den letzten Jahren hat
sich eine ganz unglaublich starke und im Kanton Basel-Stadt - #ST# 90.327
soweit ich es feststellen kann - sozusagen einmütige Opposi-
tion gegen dieses Projekt ergeben. Diese Opposition hatte di- Interpellation Flückiger
verse Vorstösse und Petitionen zur Folge hatte, z. B. eine des
Basler Naturschutzes vom 10. Februar 1986, die vom Natio-
Verzögerung beim Bau der N16 vermeiden
nalrat am 9. März 1989 abgelehnt worden ist. Diese Opposi- Eviter tout retard pour la N16
tion, Herr Danioth, besteht auch in Riehen. Von dieser Ge-
meinde haben Sie gesagt, sie sei durch die jetzigen Zustände
sehr belastet. Das mag sein, aber Riehen wehrt sich geschlos-
sen gegen die Zollfreistrasse, und zwar aus Gründen, auf die
ich jetzt gleich zurückkommen werde. Wortlaut der Interpellation vom 7. Februar 1989
Der Bericht der Verkehrskommission des Nationalrates vom Der gesamte Budgetrahmen für Kredite des Bundes an den
13. Juli 1989 über die Standesinitiative vom 17. November Strassenbau wurde für das laufende Jahr auf 1,1 Milliarden
1988 ist namens des Basler Regierungsrates von Baudirektor Franken festgesetzt, während die Bedürfnisse der Kantone
Eugen Keller vor der Verkehrskommission des Nationalrates diese Summe um 330 Millionen Franken übersteigen.
vertreten worden. Vorgesehen ist die Führung einer zollfreien So waren im Voranschlag des Kantons Jura für 1990 für den
Strasse von Lörrach dem rechten Wiesenufer entlang - und Bau der N 16, die Transjurane, 157 Millionen Franken an Bun-
das ist eine Auenlandschaft -, unter dem Schlipfhang - da desbeiträgen enthalten. Nun ist aber die Rede davon, dass
wächst noch der letzte Wein auf Basler Gebiet, der «Schlip- das Bundesamt für Strassenverkehr diesen Kreditrahmen auf
fer»-, auf Weiler Gebiet hinüber. Dazu kommt eine schräge, in 120 Millionen Franken reduzieren will.
spitzen Winkeln verlaufende Brücke über die Wiese, damit Eine solche Kürzung würde den Baubeginn im Abschnitt IV
auch möglichst viel Auenwald auf beiden Seiten des Flusses Pruntrut-Courgenay verzögern und hätte Verspätungen im
kaputt geht. Bauprogramm zur Folge. Ein Aufschub der Inbetriebnahme ei-
Das geschieht in einer schönen Landschaft am Fusse des Tül- nes Autobahnstücks, auf das die Jurassier bereits zu lange ha-
linger Hügels, und da geht es nun um einiges: Es geht im ben warten müssen, würde nicht hingenommen.
dichtbesiedelten Kanton Basel-Stadt um die Erholungs- und Kann der Bundesrat uns sagen, welche Massnahmen er er-
Naturzone der Langen Erlen und der Weilmatten, es geht um greifen will, damit die N 16 wie geplant fertiggestellt werden
eine allfällige Rutschgefahr am Schlipf, um einen schönen Au- kann?
enwald, um die Trinkwassergewinnung in den Langen Erlen,
auf die wir sonst in jeder Hinsicht Rücksicht nehmen. Einen Texte de l'interpellation du 7 février 1989
Tunnel wollen die Deutschen nicht, das kommt sie zu teuer, sie L'enveloppe budgétaire des crédits routiers fédéraux pour
bezahlen ja die Strasse; wir sollen nur das Land zur Verfügung l'année en cours est fixée à 1,1 milliard alors que les besoins
stellen. des cantons excèdent cette somme de quelque 330 millions.
Es geht übrigens auch um Verkehrslärm, den wir gerade in Ainsi, pour la construction de la N 16 dite Transjurane, le bud-
den Langen Erlen nicht wollen. Das Bedauern über diese ver- get cantonal jurassien pour 1990 incluait 157 millions de parti-
tragliche Lösung ist in Basel-Stadt allgemein, in Riehen, aber cipation fédérale.
auch mehr und mehr in der deutschen Nachbarschaft. Die Ver- Or, il serait question que l'Office fédéral des routes ramène
bindung zwischen Wiesental und Weil wird jetzt, seit Jahren cette enveloppe à 120 millions.
schon, über die A 98 hergestellt. Die Meinung des baselstädti- Il en résulterait des ajournements dans l'ouverture des chan-
schen Parlamentes geht dahin, dass die Bundesbehörden ei- tiers (section IV, Porrentruy-Courgenay) avec pour consé-
nen Verzicht erwirken oder eine andere, eine umweltschonen- quence un retard du programme de construction.
dere Lösung aushandeln sollen. Das kann aber nicht der Kan- L'allongement des délais pour la mise en service d'une route
ton Basel-Stadt und nicht der Regierungsrat machen, Freund nationale à laquelle les Jurassiens aspirent depuis trop long-
Flückiger, sondern das ist, weil es sich um einen Staatsvertrag temps ne saurait être accepté.
handelt, Aufgabe der Eidgenossenschaft. Par conséquent, nous prions le Conseil fédéral de nous dire
Zuzugeben ist, dass der Regierungsrat des Kantons Basel- quelles mesures il entend prendre pour que soit garanti le dé-
Stadt dem Staatsvertrag von 1977 zugestimmt hat, auch der roulement normal du programme de construction de la N 16.
Linienführung, aber das war Ende der siebziger Jahre. Pacte
suntnon solum servartela sed etiam mutanda. M. Flückiger: Au moment du dépôt, le 7 février 1990, de la
Nun hat der Nationalrat am 19. März 1990 die Standesinitiative présente interpellation relative au versement de la part fédé-
behandelt und ihr mit 92 zu 59 Stimmen keine Folge gegeben. rale au coût de construction de la N 16, en d'autres termes de
Hingegen wurden zwei Postulate, eines der Verkehrskommis- la Transjurane, le programme des routes nationales pour 1990
sion und eines von Nationalrat Martin Heinrich Burckhardt, ge- n'était pas encore connu. En revanche, la rumeur courait déjà
nehmigt, die vom Bund und von der Kantonsregierung Ver- que le Conseil fédéral prévoyait d'affecter une somme infé-
handlungen mit der BRD über neue Varianten fordern. Natio- rieure à celle nécessaire pour la réalisation des ouvrages pré-
nalrat Burckhardt verlangt sogar die gänzliche Schonung der vus cette année par les cantons, perspective peu réjouissante
Auenlandschaft, und das wurde vom Nationalrat mit 75 zu 1 pour ces derniers, qui ne manqua pas, très vite, de susciter l'in-
Stimme überwiesen. Das ist im Grunde nichts anderes, als quiétude des responsables de la construction de la Transju-
was die Standesinitiative auch will; daher verteidige ich sie hier rane. Il convenait donc de prévenir un versement de crédits in-
weiterhin. suffisants, partant une situation susceptible d'entraîner l'ajour-
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Standesinitiative Basel-Stadt Strasse zwischen Lörrach und Weil am Rhein.
Verzichtsverhandlungen
Initiative du canton de Bâle-Ville Ouverture de négociations tendant à l'abandon du projet
de route entre Lörrach et Weil am Rhein
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1990
Année
Anno
Band IV
Volume
Volume
Session Herbstsession
Session Session d'automne
Sessione Sessione autunnale
Rat Ständerat
Conseil Conseil des Etats
Consiglio Consiglio degli Stati
Sitzung 04
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 88.210
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 20.09.1990 - 08:00
Date
Data
Seite 639-642
Page
Pagina
Ref. No 20 019 196
Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung.
Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale.
Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.