Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 87-929 KI-generiert

Politician vs. Government on Forest Damage Causes

Geschäftsnummer VPB 87-929
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The debate concerns a publication questioning established causes of forest damage, which one politician argues creates public confusion and undermines environmental policy. The government responded by acknowledging the complexity of forest damage research, emphasizing that air pollution remains a significant contributing factor supported by ongoing scientific study and experimental evidence. The government also outlined its strategy, which includes continued research, forest care, and legislative measures, assuring that existing environmental policies are being upheld and developed.

Legislator-Regeste

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Art. 26 einer, Art. 26 bewegt; Politician vs. Government on Forest Damage Causes: geltend macht als dies bis heute der Fall ist. Stellenwert erhält, als dies bei anderen Autoren der Fall ist.

Schlagwörter

KI-generiert
Umweltpolitik Regierungspolitik wissenschaftliche Forschung E-Government Natur- und Heimatschutz Insektenbekämpfung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert
Art. 26 einer
Art. 26 einer seinen Wohnort dort wählt, wo er seinen Arbeitsort
Art. 26 bewegt
Art. 26 einer seinen Wohnort dort wählt, wo er seinen Arbeitsort
KI-generiert

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Volltext

16. Dezember 1987 N 1793 Dringliche Interpellation Wanner

#ST# 87.929 gungen zu unternehmen. Diese Ziele sind aber dann gefähr-

det, wenn der Eindruck erweckt wird, dass die Begründung

Dringliche Interpellation Wanner der Ursachen für die Waldschäden wissenschaftlich nicht

Publikation «Wald und Luft» oder nicht mehr haltbar sei. Dies ist unlängst erfolgt; damit

ist eine erhebliche Verwirrung angerichtet worden. Mit mei-

Interpellation urgente Wanner ner dringlichen Interpellation möchte ich ein klärendes bun-

Publication «Wald und Luft» desrätliches Wort erreichen.

Nun zu den aufgeworfenen Fragen: Ich möchte nicht etwa

die Autoren der Publikation «Wald und Luft» der Unehrlich-

keit bezichtigen oder gar der Kritik unterziehen. Auch ihnen

billige ich das Recht auf Veröffentlichung ihrer Meinung in

Wortlaut der Interpellation vom 30. November 1987 vollem Umfange zu. Hingegen ist von Leuten, die ehemals

Die jüngste Sanasilva-Studie zeigt ein erneutes Anwachsen eine bedeutende Stellung innerhalb der Ausbildung unserer

der Waldschäden. Andererseits ist vor wenigen Wochen Forstingenieure eingenommen haben, eine recht grosse

eine Schrift «Wald und Luft» erschienen, die in bezug auf Sorgfaltspflicht aus dem einfachen Grunde zu erwarten, weil

die Ursachen des Waldsterbens teilweise andere Gründe ihre veröffentlichte Meinung im voraus einen ganz anderen

geltend macht als dies bis heute der Fall ist. Stellenwert erhält, als dies bei anderen Autoren der Fall ist.

Ich bitte deshalb den Bundesrat um die Beantwortung fol- In der erwähnten Schrift werden die bisher festgestellten

gender Fragen: Ursachen der Waldschäden in Zweifel gezogen und die

1. Was ist von dieser Publikation zu halten, die immerhin mit Methoden zu deren Festsetzung und zur Kontrolle als nicht

einem Geleitwort eines ehemaligen Professors für Forstwirt- über jeden Verdacht erhaben bezeichnet. Die ganze Sache

schaft an der ETH versehen ist? scheint mir zu ernst und zu bedeutungsvoll zu sein, um zum

2. Sind die in dieser Schrift gemachten Aussagen haltbar Gegenstand von mehr oder weniger haltbaren Streitigkeiten

und lassen sich diese wissenschaftlich begründen? unter Wissenschaftern gemacht zu werden. Wir alle - vorab

3. Hält der Bundesrat die momentane Strategie im Kampf mit Sicherheit auch Sie, Herr Bundesrat-würden uns glück-

gegen das Waldsterben für ausreichend oder drängen sich lich schätzen, wenn die Behebung unserer Waldschäden

kurzfristig zusätzliche Massnahmen auf, die über die Verlän- primär eine forstwirtschaftliche Frage wäre.

gerung des «Borkenkäferbeschlusses» hinausgehen? Wir haben in diesem Hause Stunden, ja Tage damit ver-

bracht, um über Massnahmen zu diskutieren. Wir haben

Texte de l'interpellation du 30 novembre 1987 solche beschlossen -vielleicht mehr oder weniger sinnvolle.

La récente étude Sanasilva révèle que l'atteinte à la forêt Aber wir haben uns alle ehrlich bemüht, diesem Problem auf

tend de nouveau à prendre de l'extension. den Leib zu rücken. Sie verlangen von unseren Mitbürgerin-

En outre, une revue dénommée «Wald und Luft», parue il y a nen und Mitbürgern Einsicht und die Bereitschaft zu per-

quelques semaines, signale que le dépérissement des forêts sönlichen und finanziellen Opfern. Aber wir können das auf

est dû en partie à d'autres causes que celles qui ont été der politischen Stufe nur so lange mit gutem Gewissen tun,

citées jusqu'ici. als wir die Grundlagen, auf denen unsere umweltpolitische

Je prie en conséquence le Conseil fédéral de répondre aux Strategie aufgebaut ist, als richtig betrachten können.

questions suivantes: Ich persönlich zweifle nicht daran und bin nun sehr

1. Que faut-il retenir de cette publication, qui contient d'ail- gespannt auf die Antworten von selten des Bundesrates auf

leurs une préface d'un ancien professeur d'économie fores- die drei Fragen, die ich mir im Rahmen meiner dringlichen

tière à l'EPF? Interpellation zu stellen erlaubt habe.

2. Les déclarations figurant dans ladite revue sont-elles

admissibles et ont-elles un fondement scientifique?

3. Le Conseil fédéral estime-t-il que la stratégie actuelle de M. Cotti, conseiller fédéral: J'essaierai d'être le plus bref

lutte contre le dépérissement des forêts offre une garantie possible compte tenu aussi du fait qu'au sujet du dépérisse-

suffisante? Convient-il au contraire d'arrêter des mesures à ment des forêts, ce Parlement a eu, ces dernières années,

court terme complétant les mesures extraordinaires déjà toute une série d'occasions d'en discuter amplement.

prises dans ce domaine? L'interpellation de M. Wanner se fonde sur la publication

parue récemment et rédigée par quatre personnalités qui

Wanner: Die Frage des Umweltschutzes hat innerhalb unse- me sont personnellement inconnues et en arrive à une

rer-Gesellschaft einen Stellenwert erreicht, an dem kaum critique systématique des systèmes et des résultats de la

jemand vorbeikommen kann, der in der Politik tätig ist. Mit recherche en matière de dépérissement des forêts et en

Recht, so scheint es mir: denn was nützt es letztlich, den particulier des méthodes et des résultats du programme de

wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt anzustreben - das Sanasilva.

will ich auch, ich stehe voll zu dieser Wirtschaft -, wenn auf Je considère aussi, Monsieur Wanner, qu'il est absolument

der anderen Seite die wichtigen Lebensgrundlagen bedroht inutile de commencer ici des débats polémiques. Il faut

sind? Dabei kommt nicht nur der Wirkung, sondern auch essayer de se mettre concrètement sur le terrain et il faudrait

den elementaren Ursachen eine erhebliche Bedeutung zu. surtout éviter que les scientifiques ne se déchirent, comme

Bis heute sind wir davon ausgegangen, dass die Luftver- cela survient assez souvent, sur des aspects qui ne sont pas

schmutzung als Hauptursache für die Schäden in unseren encore complètement éclaircis.

Wäldern zu betrachten ist, mehr noch: von ärztlicher Seite Vous dites que la publication porte une préface d'un ancien

wird zunehmend auf die gesundheitsschädigende Wirkung professeur de l'Ecole polytechnique fédérale de Zurich.

der Schadstoffe in der Luft aufmerksam gemacht. Gleiche C'est exact. Vous avez aussi certainement lu cette préface. Il

Feststellungen können ohne weiteres in bezug auf den y est précisé que ce professeur l'a écrite «sans pour cela

Boden und die landwirtschaftlichen Kulturen getroffen approuver globalement le contenu de la publication». Je

werden. constate, en résumé, que, si cette publication contient beau-

Ausgehend von dieser Tatsache haben bis heute Bundesrat coup de vérités, on y trouve aussi des inexactitudes. Mais il

und Parlament die umweltpolitische Strategie aufgebaut. faut la respecter, comme vous le dites, en tant que contribu-

Um es vorwegzunehmen: ich halte diese Strategie nicht nur tion comme d'autres dans une action de recherche qui n'est

für richtig, sondern auch für nötigenfalls ausbaufähig. pas encore définitivement conclue.

Damit die gesteckten umweltpolitischen Ziele erreicht wer- Il y a quelques jours, lorsque M. Dreher posait une question

den, braucht es nicht nur den Willen des Parlamentes und à laquelle j'ai répondu de manière très ferme quant à l'inter-

des Bundesrates, sondern auch die Bereitschaft unserer vention de deux personnalités, en liaison avec le Départe-

Bevölkerung, getroffene Massnahmen nachzuvollziehen ment de l'intérieur, lors d'une journée d'étude en matière

und darüber hinaus freiwillige umweltpolitische Anstren- d'environnement et de protection de la forêt, j'ai répondu

Interpellation urgente Wanner 1794 16 décembre 1987

que cela était tout à fait de leur compétence et même de leur d'une première série de mesures. Dans la première partie de

devoir de prendre la parole à ce sujet. l'année prochaine, des propositions concrètes, fondées sur

Entre-temps, j'ai aussi pris connaissance, par exemple, de la ces quantifications, seront soumises au Conseil fédéral.

conférence tenue par M. Mahrer qui est un des responsa- C'est le discours de la stratégie de lutte contre la pollution

bles du secteur Sanasilva. de l'air.

Je m'y suis intéressé parce qu'elle témoigne de la probité En outre, il faut intensifier les soins à la forêt. Cela est

intellectuelle des gens qui travaillent dans le cadre de Sana- indiscutable, et vous savez que, selon la planification finan-

silva et je vous en donnerai un exemple en lisant ce passage: cière de la Confédération, les moyens mis à disposition cette

«.... Auf der Ebene der Ursachenforschung laufen seit 1984 année vont vraisemblablement augmenter de manière

auf breitester Front Forschungsarbeiten. Diese Forschungs- importante au cours des prochaines années. Je vous indi-

arbeiten haben bis heute wohl sehr viele Fragen und Pro- querai simplement un ordre de grandeur: pour les soins

bleme aufgeworfen, fast mehr Fragen als eine definitive généraux de la forêt, quelque 150 millions de francs d'inves-

Klärung der Ursachen im Sinne eines Kausalbeweises. Das tissement en 1988, dont 60 millions provenant des droits

ist keineswegs eine Kritik an der Forschung - es würde d'entrée sur les carburants, un chiffre qui a été augmenté

gerade noch fehlen, dass man die Forscher kritisiert, grâce à une proposition très objective et très fondée de la

solange sie ihre Arbeit noch nicht vollendet haben -, son- Commission des finances du Conseil national que je tiens à

dern widerspiegelt die Komplexität der Materie. Davon muss remercier, car nous sommes convaincus qu'une augmenta-

man Kenntnis nehmen. Die Forschung wird in den nächsten tion de l'utilisation des fonds provenant des droits d'entrée

Jahren die Erkenntnisse noch vertiefen können. Es ist aber sur les carburants se justifie objectivement, dans une inter-

kaum zu erwarten, dass es demnächst gelingen wird, wis- prétation absolument correcte de l'article 36ter de la Consti-

senschaftlich nachzuweisen, welche Schadstoffe in welchen tution fédérale.

Anteilen und auf welchen physiologischen' und biochemi- Pour l'année 1991, la prévision sera d'arriver à quelque

schen Wegen dazu führen, dass ein bestimmter Baum 200 millions de francs, si le Parlement est d'accord bien

irgendwo im Wald abstirbt. Damit aber ist nicht gesagt, dass entendu, sans les moyens provenant des droits d'entrée sur

die Einsicht an Bedeutung verliert, dass dem Schutz aller les carburants. Cette augmentation extrêmement sensible

drei unverzichtbaren Elemente als Lebensgrundlage für den devrait permettre de répondre aux besoins, aux planifica-

Wald und letztlich für alle Lebewesen, nämlich der Luft - tions forestières qui existeront à ce moment.

zuallererst der Luft -, dem Boden und dem Wasser überra- Je vous donne évidemment ces chiffres sous bénéfice d'in-

gende Bedeutung zukommt.» ventaire, parce que vous savez bien que, dans ce secteur, les

C'est la raison pour laquelle j'ajouterai que, dans cette imprévus se multiplient et il est très difficile de faire une

conférence, on faisait tout de même état du fait qu'une très prévision absolue pour la fin de cette législature.

large partie des chercheurs, en Suisse et ailleurs, même si Vous avez appris que le Conseil fédéral a accepté récem-

un rapport de causalité absolue n'est pas établie, considè- ment un message qui est soumis au Parlement, message qui

rent sur la base de toute une série d'indices que la pollution prévoit la reconduction de l'arrêté urgent jusqu'à l'entrée en

de l'air reste une des causes parmi d'autres, comme on l'a vigueur prévisible de la nouvelle loi forestière - nous avons

toujours dit, du dépérissement des forêts. approuvé une forme qui ne se fondera pas sur le droit

Je me permettrai de vous faire part d'une expérience que j'ai d'urgence parce que nous pensons que le Parlement va

faite moi-même en vous invitant à aller à Birmensdorf, afin certainement répondre à cette exigence importante.

de vous rendre compte en personne de ce que j'ai vu lors de L'arrêté fédéral a été complété de quelques mesures nou-

ma visite à l'établissement de recherche qui y est installé. velles et particulières: augmentation des moyens financiers

Sous des cloches de verre où sont cultivées des plantes de pour les soins des cultures forestières jeunes, pour la forma-

qualité égale, on introduit des quantités successives tion professionnelle et permanente du personnel forestier,

d'agents polluants. Vous pouvez alors constater que, là où qui nous fait défaut aujourd'hui, et pour une certaine aide au

les agents polluants sont les plus nombreux, les plantes secteur des associations qui s'intéressent à l'économie

dépérissent et meurent en plus grand nombre que là où les forestière et à l'économie du bois.

agents polluants n'existent pas ou peu. Personnellement, j'ajoute que nous n'avons pas trop innové

Alors, d'un côté, on a l'avis des scientifiques, de l'autre, j'ai car, à partir du mois de juin de l'année prochaine, le Parle-

constaté de visu ce que je vous ai déclaré. Il est certain qu'il ment sera appelé à se pencher sur la révision de la loi

y a un rapport de causalité fondée sur une série d'indices et forestière, révision qui, je le souhaite et j'en suis sûr, va

qu'il faut donc entreprendre, Monsieur Wanner, cette lutte déclencher un très vaste débat au Parlement quant à notre

contre la pollution de l'air. J'hésite à ajouter les autres politique forestière tout entière.

raisons qui ne sont même pas en relation avec la forêt et Je ne veux pas m'attarder maintenant sur un message qui

pour lesquelles nous devons nous engager dans cette direc- doit encore être accepté par le Conseil fédéral. Je pense tout

tion et le Conseil fédéral, avec le consentement du Parle- de même vous avoir donné une réponse aussi complète que

ment, est en train de le faire. possible.

Donc, pas de polémique à ce sujet, le problème existe et

nous essayons d'y faire front de la manière la plus objective Präsident: Der Interpellant erklärt sich von der Antwort des

qui soit et sans panique, parce que nous pensons pouvoir Bundesrates befriedigt.

un jour le résoudre. Herr Wiederkehr hat Diskussion zu dieser Interpellation ver-

J'ajoute - et c'est là le deuxième aspect de cette publication langt. Wir stimmen ab.

- qu'il a été établi, de manière scientifique, que même des

forêts parfaitement entretenues, Monsieur Wanner, subis- Abstimmung - Vote

sent les effets du dépérissement, exactement comme les

forêts qui n'ont pas bénéficié de soins pendant des années. Für den Antrag auf Diskussion 43 Stimmen

C'est la raison pour laquelle on ne peut pas dire que les Dagegen 66 Stimmen

soins de la forêt, à eux seuls, permettent de résoudre ce

problème, ce qui n'empêche pas d'affirmer qu'il faut aussi Präsident: Herr Wiederkehr hat das Wort für eine persönli-

soigner les forêts. C'est évidemment un engagement que che Erklärung.

j'essaierai maintenant de vous chiffrer en francs et en cen-

times par rapport à la volonté du Conseil fédéral pour ces Wiederkehr: Ich bin sehr betroffen von dieser Ablehnung

prochaines années. der Diskussion. Man hat in Wirtschaftsfragen vorhin stun-

J'en viens à la troisième partie de votre question. Le Conseil denlang diskutieren können. Wenn es aber darum geht,

fédéral essaie de lutter contre la cause fondamentale des Waldfragen zu behandeln, wird die Diskussion abgelehnt.

indices du dépérissement. Le programme y relatif comporte Herr Christian Wanner hat im dritten Teil seiner Interpella-

54 points et, à la fin de l'année, sera établie la quantification tion die Frage gestellt, ob man kurzfristige, weitergehende

16. Dezember 1987 N 1795 Steuerharmonisierung. Bundesgesetze

Massnahmen beschliessen könnte. Herr Bundesrat Cotti hat Steuergesetzgebung vernünftigerweise etwas vereinfachen

diese Frage nicht beantwortet. Ich verstehe warum: Es gibt könnte. Ich habe Ihnen diese Woche schon einmal darge-

im Moment keine. Ich muss Ihnen aber sagen, dass es auch legt, dass die Botschaft, die Ihnen vorliegt, 1983 erschienen

kurzsichtige Massnahmen gibt, die man jetzt unterlassen ist, dass wir also bereits in der dritten Legislaturperiode

sollte. sind. In der Zwischenzeit hat sich trotz allem verschiedenes

Eine solche kurzsichtige Massnahme ist der gestern geändert.

bekannt geworde Beschluss des Bundesrates, das Teilstück Ich möchte auch darauf hinweisen, dass Sie der Zweitrat

der N 4 von Cham bis Knonau zu eröffnen. Es ist klar, dass sind, der diese Vorlage behandelt. Der Ständerat hat

der dadurch provozierte Mehrverkehr das Knonauer Amt bekanntlich die einjährige Veranlagung abgelehnt mit der

überschwemmen wird, dass dies den Wald weiter schädigt, Begründung, es sei dem Steuerpflichtigen nicht zuzumuten,

und die Bewohnern auch, trotz der Millionenbauten für jedes Jahr eine Steuererklärung auszufüllen.

flankierende Massnahmen. Zum Schluss ist das fait Ich will hier nicht auf die Probleme der einjährigen Veranla-

accompli geschaffen, um die N 4 zu bauen. gung eingehen; das werden wir später tun können. Aber

Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass mit der Motion vom aufgrund dieser im Ständerat immer wieder gemachten

8. Oktober 1987.... Aeusserungen, die zweifellos auch hier wieder zur Sprache

kommen werden, habe ich mir überlegt, ob die Steuererklä-

Präsident: Herr Wiederkehr, das übersteigt die Möglichkeit rung heute wirklich noch sehr sinnvoll sei.

einer persönlichen Erklärung. Sie geben hier ein Diskus- Ich selber bin zum Schluss gekommen, dass wir bei Steuer-

sionsvotum ab. erklärungen von jedem einzelnen Steuerpflichtigen sehr

viele Angaben verlangen, die den Staat letztlich nicht zu

Wiederkehr: Darf ich noch darauf hinweisen, dass ein interessieren brauchen, vorausgesetzt, dass man den

Widerspruch besteht zwischen dem gestern gefassten Grundsatz mehr beachtet, wonach bei den direkten Steuern

Beschluss und der Stellungnahme des Bundesrates zu die- das Einkommen versteuert wird und nicht die Einkommens-

ser Motion, weil nämlich der Bundesrat hier erklärt, dass er verwendung, wohingegen bei den indirekten Steuern der

keine Sachzwänge schaffen werde, um die Abstimmung Konsum bzw. der Verbrauch des Einkommens massgebend

über die vier Initiativen, die Kleeblatt-Initiativen, zu beein- ist. Aber bei der direkten Steuer müsste eigentlich das

flussen. Mit dem gestrigen Beschluss hat er diese Sach- Einkommen versteuert werden. Wenn man nur auf das Ein-

zwänge geschaffen. kommen abstellen und dann die Leistungsfähigkeit berück-

sichtigen würde, könnte man sich wesentliche Dinge er-

Präsident: Wir nehmen davon Kenntnis, Herr Wiederkehr. sparen.

Wenn Sie daran denken, dass Sie beispielsweise in der

Steuererklärung angeben müssen, ob Sie in Ihrem Betrieb

eine Kantine haben, wo Sie verbilligt essen können, und

#ST# 83.043 deshalb einen tieferen Abzug machen können, ob Sie aus-

wärts essen, wenn Sie angeben müssen, mit welchem

Steuerharmonisierung. Wagen Sie herumfahren, muss man sich doch überlegen: Ist

Bundesgesetze es wirklich sinnvoll, die Leute solche Dinge zu fragen?

Die zweite Ueberlegung, die ich mir gemacht habe, ist die,

Harmonisation fiscale. Lois ob die heutigen Abzüge auch zur heutigen Politik passen.

Ich selber vertrete die Meinung, dass sich Politik nicht in

Fortsetzung - Suite Detailproblemem erschöpfen darf, sondern dass man Politik

als etwas Ganzheitliches betrachten muss. Man hat in den

Siehe Seite 1771 hiervor- Voir page 1771 ci-devant letzten Jahren in diesem Rat sehr viel über das Waldsterben

und über Umweltschutz gesprochen, und man hat sicher mit

Recht verlangt, dass man alles, was möglich sei, tun sollte,

um dem Umweltschutz mehr Rechnung zu tragen.

Was aber machen wir bis heute bei den Steuern? Wenn

Art. 26 einer seinen Wohnort dort wählt, wo er seinen Arbeitsort

Fortsetzung - Suite hat, wenn er also nicht auf Transportmittel angewiesen ist,

kann er nichts abziehen. Wenn jemand mit dem Velo fährt,

Präsident: Frau Spoerry hat das Wort verlangt für eine darf er vielleicht 40 Franken abziehen. Wenn aber jemand

persönliche Erklärung. seinen Wohnort möglichst weit weg wählt, er zudem ein

Auto mit einem möglichst grossen Hubraum hat, darf er

Frau Spoerry: Das Unbehagen über die Lösung der Kom- unter Umständen 5000, 10 000 Franken oder was er gerade

missionsmehrheit hat mich zu meinem Antrag zu Artikel 26 ausweisen kann, abziehen. Das bedeutet nichts anderes, als

Absatz 1 und Absatz 2 geführt. Das gleiche Unbehagen hat dass der Staat - je nachdem, in welcher Progressionsstufe

im Nachhinein auch unseren Kollegen Feigenwinter zu sich der betreffende Steuerpflichtige befindet - eine Sub-

einem Antrag zu Artikel 26 bewegt. vention für den Gebrauch des Autos von 10, 20 oder 30 Pro-

Die Diskussion zu diesen beiden Anträgen hat gezeigt, dass zent ausrichtet. Das betrachte ich nicht als sinnvoll.

wir die gleichen Absichten haben: Deshalb habe ich damals in der Kommission auf diese

1. Wir erachten die Pauschalierung als erwünscht, aber wir Probleme hingewiesen. Es ist ähnlich gewesen wie heute

wollen dabei Ertragsneutralität haben. hier. Man hat gesagt, das sei sehr gut, aber es sei zu

2. Der Nachweis höherer Kosten soll möglich bleiben. kompliziert. Das gebe gewisse Veränderungen und es sei

3. Bei der Pauschale für die Fahrkosten sollen nach Mög- weniger gerecht. Zugegeben: Jede Aenderung eines Steuer-

lichkeit die Kosten des öffentlichen Verkehrs massgebend gesetzes bringt für einzelne Leute eine stärkere Belastung,

sein. für andere Leute eine Entlastung. Das lässt sich nicht ver-

Nachdem die Diskussion nun gezeigt hat, dass wir in diesen meiden, wenn man etwas ändern will. Mir scheint, dass man

grundsätzlichen Punkten einig sind und die Anträge sich im es trotzdem versuchen sollte.

Grunde genommen nur noch redaktionell unterscheiden, In der Kommission war die Stimmung - wie gesagt - etwa

ziehe ich in Anbetracht der ohnehin langen und komplizier- ähnlich. Ich habe nach der ersten Diskussion festgestellt, die

ten Debatte zu diesem Steuergesetz meinen Antrag zugun- Stellungnahmen seien sehr nett gewesen. Ich kam für mich

sten des Antrages Feigenwinter zurück. deshalb zum Schluss: Es war' zu schön gewesen, es hat

nicht sollen sein. Daraufhin fand die Kommission, so einfach

Bundesrat Stich: Bei diesem Artikel 26 sind wir beim ersten käme ich doch nicht weg und hat uns den Auftrag gegeben,

Artikel, wo es darum geht, zu entscheiden, ob man die Abklärungen zu treffen.

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Dringliche Interpellation Wanner Publikation "Wald und Luft"

Interpellation urgente Wanner Publication "Wald und Luft"

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1987

Année

Anno

Band IV

Volume

Volume

Session Wintersession

Session Session d'hiver

Sessione Sessione invernale

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 11

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 87.929

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 16.12.1987 - 16:00

Date

Data

Seite 1793-1795

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Ref. No 20 015 980

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