Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 87-536 KI-generiert

Asylum Seeker Crime Rate and Expulsion Policies

Geschäftsnummer VPB 87-536
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum

Legislator-Zusammenfassung

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This interpellation addresses concerns about the rising crime rate among asylum seekers in Switzerland. It queries the government for statistics on crimes committed by asylum seekers, the nationalities involved, and the types of offenses, and asks if the government believes this is a consequence of a liberal asylum policy, particularly regarding the non-expulsion of rejected applicants. The interpellation also seeks to know what measures will be taken to combat this perceived criminality and whether criminal asylum seekers will be deemed unworthy of protection and expelled, as well as the current practice and statistics on expulsions.

Legislator-Regeste

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Asylum Seeker Crime Rate and Expulsion Policies: denen Asylanten gemäss Frage 1 (in absoluten und prozen- Kantone nicht in der Lage wären, ihm diese Daten zu liefern.

Schlagwörter

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Asylpolitik strafrechtliche Landesverweisung Schleusungskriminalität Erfolgsdelikt asylrelevante Verfolgung Vollzug der Wegweisung im Asyl
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Volltext

Interpellation Ruf-Berne 1506 9 octobre 1987

nicht nur auf die Luftreinhaltung, sondern umfasst auch die On peut déduire de maintes informations diffusées par les

anderen Bereiche des Umweltschutzes. médias que c'est surtout le nombre des actes répréhensi-

7. Der Bundesrat wird über die Vollzugstätigkeit jeweils im bles commis par des demandeurs d'asile qui a fortement

Rahmen des Geschäftsberichts informieren. augmenté. On sait par exemple que les Tamouls du Sri

Lanka pratiquent sur une grande échelle le commerce de

Abstimmung - Vote drogues dures.

Je prie le Conseil fédéral de répondre aux questions sui-

Für den Antrag auf Diskussion offensichtliche Mehrheit vantes:

Dagegen Minderheit 1. Données statistiques:

a. Quel est le nombre annuel des crimes et des délits com-

mis en Suisse ces cinq dernières années par des deman-

#ST# 87.536 deurs d'asile (chiffres séparés)?

b. Combien de demandeurs d'asile de telle ou telle nationa-

Interpellation Ruf-Bern lité ont été frappés d'une peine durant la même période? (Je

Kriminalität von Asylbewerbern désire une liste complète indiquant les pays d'origine et le

nombre de demandeurs d'asile condamnés chaque année.)

Interpellation Ruf-Berne c. Quels sont les crimes et les délits les plus fréquemment

Criminalité chez les commis pendant ces cinq dernières années par des deman-

demandeurs d'asile deurs d'asile (pays d'origine)? (Je désire une statistique

détaillée renseignant sur le nombre des délits commis,

classés par catégories, et sur la nationalité des délinquants.)

2. Le Conseil fédéral ne pense-t-il pas que la criminalité

croissante des demandeurs d'asile est la conséquence

Wortlaut der Interpellation vom 19. Juni 1987 directe de la politique trop libérale adoptée en matière

Die seit längerer Zeit in der Schweiz gesamthaft feststellbare d'asile, qui attire des dizaines de milliers de réfugiés écono-

Zunahme der Kriminalität gibt verständlicherweise in der miques et les incite à violer le droit du pays d'accueil, et en

Bevölkerung zu berechtigter Beunruhigung Anlass, insbe- particulier du fait regrettable que la plupart des demandeurs

sondere wenn es sich um Gewaltverbrechen und um Dro- d'asile dont la requête a été rejetée ne sont pas expulsés?

gendelikte handelt. Zahlreichen Berichten in den Massen- 3. a. Quelles mesures le Conseil fédéral envisage-t-il pour

medien muss entnommen werden, dass vor allem die Zahl combattre efficacement la criminalité qui règne parmi les

der von Asylbewerbern begangenen Straftaten stark ange- demandeurs d'asile?

stiegen ist. Im Falle der Tamilen aus Sri Lanka ist z. B. eine b. Est-il prêt à considérer tous les demandeurs d'asile crimi-

umfangreiche Beteiligung im Handel von harten Drogen nels comme indignes d'être protégés et à les faire expulser?

bekannt. c. Que prévoit la pratique actuelle à ce sujet?

Der Bundesrat wird um die Beantwortung folgender Fragen d. Combien de demandeurs d'asile frappés d'une peine au

ersucht: cours des cinq dernières années au sens de la question 1

1. Statistische Angaben: (indications en chiffres absolus et en pourcent) ont dû

a. Wie hoch sind die jährlichen Gesamtzahlen der in der quitter notre pays? Combien n'ont pas été renvoyés et

Schweiz von Asylbewerbern während der letzten fünf Jahre pourquoi?

begangenen Verbrechen und Vergehen (getrennte Werte)?

b. Wieviele Asylbewerber jeder betroffenen Nationalität wur- Mitunterzeichner- Cosignataire: Steffen (1)

den im fraglichen Zeitraum jährlich straffällig? (Es wird eine

vollständige Liste mit Angabe der Herkunftsländer und der Schriftliche Begründung - Développement par écrit

Anzahl straffälliger Asylanten pro Jahr gewünscht.) Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht

c. Welche Verbrechen und Vergehen wurden von Asylbe- eine schriftliche Antwort.

werbern (aus welchen Herkunftsländern?) während der ver-

gangenen fünf Jahre am häufigsten begangen? (Es wird Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates

eine detaillierte Statistik mit Angaben über Anzahl der vom 2. September 1987

Delikte und über die Nationalität der Täter pro Vergehens- Rapport écrit du Conseil fédéral du 2 septembre 1987

gruppe gewünscht.) 1. Die vom Interpellanten verlangten statistischen Angaben

2. Teilt der Bundesrat die Auffassung, die ansteigende Asyl- im Bereich der Ausländerkriminalität werden bereits in all-

anten kriminalität sei eine direkte Folge der allzu freizügigen gemeiner Form in den bestehenden Kriminalstatistiken der

Asylpolitik, die Zehntausende von Wirtschaftsasylanten Bundesanwaltschaft und des Bundesamtes für Statistik

geradezu anlockt und zu Missbräuchen des Gastrechtes erfasst und veröffentlicht.

einlädt, sowie insbesondere auch der bedenklichen Tatsa- Mit dem Vorstoss wird jedoch eine gezielte und durch krimi-

che, dass die Mehrheit der abgewiesenen Asylbewerber - nalpolitische Ueberlegungen nicht zu begründende Auf-

nach Ablehnung des Gesuches - nicht ausser Landes schlüsselung der Ausländerkriminalität verlangt. Dadurch

geschafft wird? würde diese Bevölkerungsgruppe ungerechtfertigt diskrimi-

3. a. Welche Massnahmen gedenkt der Bundesrat zu ergrei- niert, zumal aufgrund der bereits bekannten statistischen

fen, um die grassierende Asylantenkriminalität wirksam zu Daten feststeht, dass die Kriminalitätsrate der in der Schweiz

bekämpfen? wohnhaften Ausländer diejenige der Schweizer nicht

b. Ist er bereit, sämtliche kriminellen Asylbewerber als asyl- wesentlich übersteigt.

unwürdig zu betrachten und ausschaffen zu lassen? Im übrigen wäre es dem Bund auch aus praktischen

c. Wie sieht diesbezüglich die bisherige Praxis aus? Gründen nicht möglich, eine derart ins Detail gehende,

d. Wieviele der in den letzten fünf Jahren straffällig gewor- rückwirkende Statistik zu erstellen und zu führen, weil die

denen Asylanten gemäss Frage 1 (in absoluten und prozen- Kantone nicht in der Lage wären, ihm diese Daten zu liefern.

tualen Angaben) haben unser Land verlassen müssen? Wie- 2. Der Bundesrat hat in den vergangenen Jahren wiederholt

viele nicht und weshalb nicht? erklärt, dass zwischen der Ausgestaltung der schweizeri-

schen asylrechtlichen Bestimmungen und der in den ver-

Texte de l'interpellation du 19 juin 1987 gangenen Jahren festgestellten Zunahme der Zahl von Asyl-

L'accroissement de la criminalité en Suisse que l'on cons- bewerbern keinerlei Zusammenhang besteht. Das gleiche

tate partout depuis un certain temps fait naître parmi la gilt für die Beziehung zwischen der Ausgestaltung der Asyl-

population des craintes parfaitement justifiées, en particu- politik und der Zahl straffällig gewordener Asylbewerber.

lier lorsqu'il s'agit d'actes de violence criminels et de délits Die zur Fragestellung führende Betrachtungsweise vergisst

imputables à la drogue. die schlechte Menschenrechtssituation in den meisten Her-

9. Oktober 1987 N 1507 Interpellation Ruf-Bern

kunftsländern der Asylsuchenden. Ebenso werden die Einbürgerungen zu annullieren oder die fehlbaren Gemein-

zunehmenden sozialen und politischen Spannungen, eine debehörden mit Sanktionen zu belegen? Gedenkt der Bun-

verbreitete Landflucht, die zur Entwurzelung breiter Bevöl- desrat, konkrete Massnahmen zu ergreifen?

kerungsschichten führt sowie die hohe Geburtenrate ausser

Acht gelassen. Es sind aber gerade diese Entwicklungen, Texte de l'interpellation du 19 juin 1987

die unter anderem auch wachsende Flüchtlings- und Migra- Plusieurs exemples sérieux montrent que, dans certaines

tionsströme in die industrialisierten Länder auslösen. Dass communes du canton de Genève, des étrangers sont natura-

diese zu einem grossen Teil in Form von unkontrollierten lisés abusivement alors qu'ils ne remplissent pas les condi-

Wanderungsbewegungen ablaufen und die Asylsuchenden tions requises par la loi cantonale sur le droit de cité ou n'en

dabei sehr häufig von Schlepperorganisationen ausgenützt remplissent que certaines. C'est ainsi que plusieurs candi-

werden, erfüllt auch den Bundesrat mit Sorge. Er hat des- dats ont obtenu la citoyenneté suisse alors qu'ils avaient été

halb zahlreiche Massnahmen ergriffen und bereitet weitere condamnés à plus d'une reprise pour vol ou d'autres crimes

vor, die auf eine Verkürzung der Verfahrensdauer und eine ou délits, ainsi que pour des infractions à la loi sur la

verstärkte Bekämpfung derSchleppertätigkeit hinauslaufen, circulation routière, qu'ils ne pouvaient pas subvenir à leurs

wie auch eine verbesserte Kontrolle der Einwanderung er- propres besoins et ne s'étaient manifestement pas suffisam-

möglichen. ment bien intégrés. Dans un cas précis, un étranger qui avait

3. Angesichts der nicht signifikant höheren Kriminalitätsrate subi 9(!) condamnations et avait commis 42(!) infractions à

unter den asylsuchenden Ausländern sind auch keine la loi sur la circulation routière a été naturalisé. Les autorités

besonderen Massnahmen zu treffen. Lässt sich ein Asylbe- communales concernées ont approuvé la naturalisation de

werber kriminelle Handlungen zuschulde kommen, so kann ces personnes bien qu'elles aient eu parfaitement connais-

dies dazu führen, dass er des Asyls unwürdig erklärt und sance du fait que les conditions requises n'étaient manifes-

sein Gesuch gestützt auf Artikel 8 Asylgesetz abgelehnt tement pas remplies. On pourrait citer de nombreux cas

wird. Eine Ausschaffung kommt hingegen nur in Frage, semblables qui se sont produits dans d'autres cantons.

wenn der Ausländer in seinem Heimatland keine menschen- A ce sujet, je prie le Conseil fédéral de répondre aux ques-

unwürdige Behandlung erfährt. tions suivantes:

1. Est-il au courant de ces abus? A-t-il d'autres informations

Abstimmung - Vote encore? Que pense-t-il de cette façon absolument inconsi-

dérée d'accorder le droit de cité suisse?

Für den Antrag auf Diskussion Minderheit 2. Quel moyen voit-il d'interdire ou de réprimer le mépris

Dagegen offensichtliche Mehrheit manifeste de certaines communes à l'égard du droit canto-

nal relatif au droit de cité? Y a-t-il un moyen de faire annuler

Le président: L'interpellateur n'est pas satisfait de la les naturalisations abusives en question? Peut-il envisager

réponse du Conseil fédéral. d'infliger des sanctions aux autorités communales coupa-

bles? Le gouvernement pense-t-il prendre des mesures en

l'occurrence?

#ST# 87.537 Mitunterzeichner- Cosignataires: Meier Fritz, Steffen (2)

Interpellation Ruf-Bern

Missbräuchliche Einbürgerungen Schriftliche Begründung - Développement par écrit

Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht

Interpellation Ruf-Berne eine schriftliche Antwort.

Naturalisations abusives

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates

vom 26. August 1987

Rapport écrit du Conseil fédéral du 26 août 1987

1. Bevor ein Bewerber eingebürgert werden kann, benötigt

Wortlaut der Interpellation vom 19. Juni 1987 er eine Bewilligung der Bundesbehörde. Diese wird erteilt,

Verschiedene dokumentierte Beispiele beweisen, dass in wenn der Gesuchsteller in die schweizerischen Verhältnisse

gewissen Gemeinden des Kantons Genf immer wieder Aus- integriert ist, mit den schweizerischen Lebensgewohnhei-

länder in missbräuchlicher Weise eingebürgert werden, ten, Sitten und Gebräuchen vertraut ist, die schweizerische

obwohl sie die Voraussetzungen des kantonalen Bürger- Rechtsordnung beachtet und die innere oder äussere

rechtsgesetzes nicht oder nur teilweise erfüllen. So haben in Sicherheit der Schweiz nicht gefährdet. Bestehen unge-

höchst bedenklicher Weise mehrere Bewerber das Schwei- löschte Vorstrafen, so kann die eidgenössische Einbürge-

zer Bürgerrecht erhalten, die mehrfach wegen Diebstahls rungsbewilligung-von speziell begründeten Ausnahmefäl-

und anderer Verbrechen bzw. Vergehen sowie wegen Ver- len abgesehen - nur nach deren Löschung erteilt werden.

stössen gegen das StrassenVerkehrsgesetz verurteilt wor- Grundlage für die Prüfung der eidgenössischen Einbürge-

den sind, für ihren Lebensunterhalt nicht selbst aufkommen rungsvoraussetzungen bilden die kantonalen Erhebungsbe-

können oder offensichtlich ungenügend assimiliert sind. In richte. Die Behörden des Kantons Genf, denen hierzu

einem konkreten Fall ist ein Ausländer mit 9(!) Vorstrafen besonders ausgebildetes Personal zur Verfügung steht, füh-

und 42(!) Strassenverkehrsübertretungen eingebürgert wor- ren erfahrungsgemäss gewissenhafte Erhebungen durch.

den! Die betroffenen Gemeindebehörden haben in den Dem Bundesrat sind die angeblichen Missbräuche nicht

bekannten Fällen den umstrittenen Einbürgerungen trotz bekannt; die Behauptungen des Interpellanten werden denn

genauester Kenntnis der offensichtlich fehlenden Voraus- auch nicht näher belegt.

setzungen zugestimmt! Zahlreiche ähnliche Fälle sind auch 2. Eine offensichtliche Missachtung kantonaler Einbürge-

aus anderen Kantonen bekannt. rungsgesetze durch einzelne Gemeinden ist kaum denkbar.

Der Bundesrat wird um die Beantwortung folgender Fragen Einbürgerungen werden im Kanton Genf nämlich erst

ersucht: rechtskräftig, wenn ihnen auch der Grosse Rat zugestimmt

I.Ist dem Bundesrat dieser Missstand bekannt, hat er hat. Dieser hat es also in der Hand, allfälligen Fehlinterpre-

allenfalls weitergehende Informationen, und wie beurteilt er tationen der kantonalen Gesetze durch die Gemeinden zu

diesen unverantwortbar leichtfertigen Umgang mit dem begegnen. Die mangelnde Zustimmung des Grossen Rates

Schweizer Bürgerrecht? stellt also die Sanktion der kantonalen Behörde gegenüber

2. Welche Möglichkeiten bestehen, um die offensichtliche Einbürgerungszusicherungen der Gemeinden dar, welche

Missachtung kantonaler Einbürgerungsgesetze durch beabsichtigen, jemanden einzubürgern, obwohl die kanto-

gewisse Gemeinden zu unterbinden bzw. zu ahnden? nalen Vorschriften nicht erfüllt sind.

Besteht die Möglichkeit, die fraglichen missbräuchlichen Nichtigerklärungen von Einbürgerungen sind nur aufgrund

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Interpellation Ruf-Bern Kriminalität von Asylbewerbern

Interpellation Ruf-Berne Criminalité chez les demandeurs d'asile

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1987

Année

Anno

Band III

Volume

Volume

Session Herbstsession

Session Session d'automne

Sessione Sessione autunnale

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 14

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 87.536

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 09.10.1987 - 08:00

Date

Data

Seite 1506-1507

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Ref. No 20 015 827

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