Switzerland-EC Relations and Defense Network Interpellations
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThis document contains two interpellation requests from the Social Democratic Party concerning Switzerland's relationship with the European Community (EC) and a separate request regarding a national defense telecommunications network. The first interpellation asks how the government plans to deepen public and political discussion about Switzerland's EC relations, considering the EC's increasing integration, and whether it will commission external research to provide a foundation for this discussion. The government's written response acknowledges the EC's integration efforts and states that Switzerland is actively engaged in analyzing potential impacts and adapting its policies, with a comprehensive report on Switzerland's European integration process to be published. The second interpellation expresses concern about the public telecommunications network's vulnerability to electromagnetic pulses and requests information on the development of a protected, independent national defense telecommunications network. The government's response confirms the vulnerability and outlines the preliminary stages of developing such a network, acknowledging that financing remains to be resolved.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 33 Abs. 1 Bst, Art. 10 Abs. 2 Bst; Switzerland-EC Relations and Defense Network Interpellations: The first interpellation asks how the government plans to deepen public and political discussion about Switzerland's EC relations, considering the EC's increasing integration, and whether it will commission external research to provide a foundation for this discussion. The government's written response acknowledges the EC's integration efforts and states that Switzerland is actively engaged in analyzing potential impacts and adapting its policies, with a comprehensive report on Switzerland's European integration process to be published. The second interpellation expresses concern about the public telecommunications network's vulnerability to electromagnetic pulses and requests information on the development of a protected, independent national defense telecommunications network. The government's response confirms the vulnerability and outlines the preliminary stages of developing such a network, acknowledging that financing remains to be resolved.
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KI-generiertVolltext
18. Dezember 1987 N 1879 Interpellation der sozialdemokratischen Fraktion
ter gedeckte Krankheitskosten; diese müssen in der Regel 374. Die im Gesetzesentwurf vorgesehene Limite von 5 Pro-
einen gewissen Prozentsatz des Reineinkommens über- zent erscheint auch aus heutiger Sicht als richtig und ange-
schreiten und werden meistens nur bis zu einem gesetzlich messen, jedenfalls nicht als zu hoch.
festgelegten Höchstbetrag zum Abzug zugelassen.
Nach den in der Interpellation erwähnten Gesetzesentwür- Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes-
fen (83.043 Steuerharmonisierung/Direkte Bundessteuer) rates nicht befriedigt.
sollen die Krankheitskosten in einem bestimmten Umfang
abziehbar sein. Die vorgesehene Regelung besteht für die
direkte Bundessteuer im einzelnen darin, dass die Krank-
heits-, Unfall- und Invaliditätskosten des Steuerpflichtigen #ST# 87.443
und der von ihm unterhaltenen Personen soweit in Abzug
gebracht werden können, als sie der Steuerpflichtige selber Interpellation
trägt und sie 5 Prozent seines Nettoeinkommens überstei- der sozialdemokratischen Fraktion
gen (Art. 33 Abs. 1 Bst. h DBG). Eine analoge Regelung Beziehungen der Schweiz zur EG
enthält der Entwurf des Harmonisierungsgesetzes, wobei
jedoch die Festlegung des steuerlich nicht abzugsfähigen Interpellation du groupe socialiste
«Selbstbehaltes» dem kantonalen Gesetzgeber anheimge- Relations de la Suisse
stellt bleibt (Art. 10 Abs. 2 Bst. h StHG). Diese vom Bundes- avec la Communauté européenne
rat vorgeschlagenen Regelungen sind vom Ständerat ohne
Aenderung gutgeheissen worden; auch in den bisherigen
Verhandlungen der vorberatenden nationalrätlichen Kom-
mission sind sie unverändert geblieben.
2. In der Interpellation wird angeregt, auf den nicht abzugs- Wortlaut der Interpellation vom 11. Juni 1987
fähigen «Selbstbehalt» sei gänzlich zu verzichten. Hiebei ist Die Integrationserfolge der Europäischen Gemeinschaften
jedoch zu beachten, dass es sich hier nicht um einen Selbst- und ihre weiteren Integrationsschritte könnten unser Land
behalt im Sinn des Versicherungsrechtes handelt, sondern in einigen Jahren mit dem Dilemma konfrontieren, dass wir
um eine steuerrechtliche Vorschrift zur Verhinderung des europapolitisch ins Abseits gedrängt und isoliert werden,
Abzugs von Bagatellbeiträgen, wie dies zum Beispiel auch oder dass wir uns ernsthaft der Frage eines EG-Beitritts
beim Abzug von Beiträgen an gemeinnützige Institutionen stellen müssen. Die sozialdemokratische Fraktion geht
der Fall ist (Art. 33 Abs. 1 Bst. i DBG). Ein Verzicht auf den davon aus, dass wir schlecht auf die Auseinandersetzung
«Selbstbehalt» liesse sich deshalb schon aus verwaltungs- mit dieser Frage vorbereitet sind, und fragt den Bundesrat
ökonomischen Gründen nicht rechtfertigen. Dazu kommt deshalb an:
die grundsätzliche Ueberlegung, dass dem Steuerpflichti- I.Weiche Möglichkeiten sieht der Bundesrat, die Diskus-
gen unter dem steuerrechtlich massgebenden Gesichtswin- sion über unsere Beziehungen zur EG sowohl in den politi-
kel der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zugemutet wer- schen Gremien als auch in der Oeffentlichkeit zu vertiefen,
den kann, Krankheitskosten als Teil seiner Unterhaltskosten wobei nicht nur dem wirtschaftspolitischen, sondern auch
in der Regel selber zu tragen, und dass ihm ein Abzug bei dem umfassenden Charakter des EG-Integrationsprozesses
der Einkommenssteuer erst dann zustehen soll, wenn die Rechnung getragen werden soll?
Krankheitskosten einen derartigen Umfang erreichen, dass 2. Ist der Bundesrat bereit, für diese Diskussion eine fun-
sie seine wirtschaftliche Lage ernstlich beeinträchtigen. dierte Grundlage zu schaffen durch einen Forschungsauf-
3. Zu prüfen bleibt mithin die Frage, ob der für die Bundes- trag an verwaltungsexterne Stellen? Dabei sollten insbeson-
steuer vorgesehene «Selbstbehalt» angemessen oder dere folgende Fragestellungen abgeklärt werden:
allenfalls herabzusetzen sei. a. Wie stark sind wir heute in den verschiedenen wirtschaftli-
a. Dabei ist in einem allgemeineren Zusammenhang in chen und gesellschaftlichen Bereichen (Industrie, Landwirt-
Betracht zu ziehen, dass die Prämien für die Krankenversi- schaft, Dienstleistungen und Transport, Recht, Sozialpolitik,
cherung im Rahmen des Abzuges für Versicherungsprämien Umwelt, Erziehung, Wissenschaft, Technologie und Kultur)
und Sparkapitalzinsen berücksichtigt werden können. In der mit der EG verflochten, sodass sich Beschlüsse und Mass-
ständerätlichen Fassung des DBG beträgt der Abzug insge- nahmen der EG direkt auf unser Land auswirken?
samt 2000 Franken für verheiratete Personen und 1000 b. Welche Auswirkungen dürfte die Realisierung der
Franken für Alleinstehende; diese Beträge erhöhen sich Gerneinsamen Europäischen Akte und der fortgesetzte Inte-
noch um 400 Franken für jedes Kind, für das der Steuer- grationsprozess für die Schweiz haben? Sind insbesondere
pflichtige sorgt. Auch diese Abzugsmöglichkeit entlastet negative Auswirkungen zu erwarten, die sich z. B. durch die
den Steuerpflichtigen im Bereich seiner Krankheitsvor- Auslagerung von Arbeitsplätzen in den EG-Raum auf unsere
sorge. Beschäftigungslage niederschlagen? Welche Einflussmög-
b. Hinzu kommt eine in den parlamentarischen Beratungen lichkeiten ergeben sich für die schweizerische Aussenpolitik
des DBG eingeführte weitere steuerliche Entlastung zugun- hinsichtlich der Beziehungen zur EG, zu den einzelnen EG-
sten von Steuerpflichtigen mit niedrigem Einkommen: Nach Mitgliedländern und zu den europäischen Institutionen, bei
einem von der vorberatenden Kommission des Nationalrates denen die Schweiz als Nicht-EG-Mitglied Zugang hat?
eingefügten Zusatz sollen Einkünfte aufgrund der Bundes- c. Welche politischen Perspektiven eröffnen sich für die
gesetzgebung über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hin- Schweiz als Nicht-EG-Mitglied in der Zusammenarbeit mit
terlassenen- und Invalidenversicherung steuerfrei bleiben. den übrigen Neutralen, soweit diese ebenfalls der EG nicht
Diese Massnahme vermag gerade jenen Einkommenskate- beitreten, sei es durch ein gemeinsames Auftreten gegen-
gorien, in denen der «Selbstbehalt» für den Abzug von über Brüssel, sei es durch eine Scharnierfunktion der Neu-
Krankheitskosten spürbar sein kann, steuerliche Erleichte- tralen im ost-west-europäischen Verhältnis? Ist die Schweiz
rung zu bringen. bereit, eine führende Rolle hierbei einzunehmen?
Zusammenfassend ist zu den Fragen des Interpellanten d. Welche Bedeutung kommt den vielzitierten Gründen für
somit folgendes zu bemerken: einen Nichtbeitritt (z. B. den von Staatssekretär Blankart am
1. Im Rahmen des parlamentarischen Verfahrens bestand 13. Dezember 1986 in Luzern genannten acht Gründen) zu?
(und besteht nach wie vor) genügend Gelegenheit, die auf- Wie sind diese Gründe zu gewichten? Wie wären die poli-
geworfenen Fragen zu behandeln. tisch-gesellschaftlichen, die wirtschaftlichen und finanziel-
2. Wer sich für einen höheren Selbstbehalt (und damit len Auswirkungen eines Beitritts insgesamt abzuschätzen?
tiefere Prämien) entscheidet, wählt damit auch unter rein e. Welche - durch Meinungsumfragen zu eruierende -
finanziellen (inkl. steuerlichen) Aspekten oft die vorteilhaf- Haltung hat die schweizerische Bevölkerung gegenüber der
tere Variante. Von einer steuerlichen «Bestrafung» kann Frage eines EG-Beitritts und gegenüber den dadurch kon-
deshalb nicht gesprochen werden. kret zu erwartenden Konsequenzen?
Interpellation du groupe socialiste 1880 N 18 décembre 1987
Texte de l'interpellation du 11 juin 1987 terung des Geltungsbereiches der Mehrheitsbeschlüsse und
Etant donné les succès que la Communauté européenne den Vorstoss der EG-Integration in weitere Bereiche des
enregistre en matière d'intégration et vu les mesures qui gesellschaftlichen Lebens vor. Diese Entwicklung wird sich
vont encore être prises dans ce sens, notre pays pourrait, auch auf unser Land auswirken.
d'ici quelques années, se trouver enfermé dans un sérieux Gleichzeitig stellen die Interpellanten fest, dass erstens die
dilemme: être mis à l'écart de la politique européenne jus- schweizerische Haltung der EG von den Behörden schon
qu'à l'isolement ou envisager sérieusement d'entrer dans la weitgehend festgelegt worden ist, ohne dass über diesen
CE. Le groupe socialiste craint que nous soyons mal pré- Kurs weder in der Oeffentlichkeit noch im Parlament eine
parés pour faire ce choix et prie donc le Conseil fédéral de fundierte politische Debatte geführt worden wäre. Zweitens
bien vouloir répondre aux questions suivantes: ist diese offizielle Haltung im Rahmen unserer Aussenwirt-
1. Par quels moyens le Conseil fédéral pourrait-il relancer le schaftspolitik bestimmt worden, ohne dass diese Strategie
débat sur nos rapports avec la CE, tant au sein des orga- in ihrer gesamten aussen- und gesellschaftspolitischen
nismes politiques que dans le public? L'accent devrait être Dimension ausgelotet wurde. Eine solche Perspektive
mis non seulement sur les aspects économiques, mais aussi drängt sich jedoch deshalb auf, weil der europäische Inte-
sur le processus d'intégration de la CE en général. grationsprozess vom wirtschaftspolitischen Bereich in
2. Le Conseil fédéral est-il disposé, afin que cette discussion zunehmendem Mass auf das gesamte gesellschaftliche
puisse avoir lieu sur des bases solides, à confier un mandat Leben der Mitgliedländer übergreift und das Bewusstsein
de recherche à des organismes extérieurs à l'administra- ihrer Bürger prägt.
tion? Il conviendrait, dans ce contexte, de faire examiner les Angesichts der Möglichkeit und damit der Gefahr, dass
questions suivantes: allenfalls spürbare negative Auswirkungen unseres Abseits-
a. Dans quelle mesure les décisions prises par la CE affec- stehens in einem vielleicht erst sehr späten Zeitpunkt unse-
tent-elles directement notre pays dans les différents rem Land plötzlich eine grundsätzliche Diskussion über
domaines économiques et sociaux (industrie, agriculture, unser Verhältnis zur EG aufzwingen könnten, erachten es
services et transports, droit, politique sociale, environne- die Interpellanten als notwendig, die uns heute zur Verfü-
ment, éducation, sciences, technologie et culture)? gung stehende Zeit für eine breite Diskussion zu nutzen.
b. Quelles sont les conséquences que la réalisation de l'Acte Diese Diskussion verlangt eine fundierte Grundlage, die
unique et la poursuite du processus d'intégration pourraient heute nicht zur Verfügung steht. Die Interpellanten halten es
avoir pour la Suisse? Doit-on, en particulier, s'attendre à des aus folgenden Gründen für notwendig, dass diese Grund-
retombées préjudiciables à notre pays, par exemple à une lage von verwaltungsexternen Stellen erarbeitet wird:
détérioration de la situation sur le marché de l'emploi suite Erstens dürfte der Umfang der Aufgabe die Kapazitäten der
au transfert de certaines activités dans les pays de la CE? ohnehin sehr belasteten Verwaltungsstellen in diesem
Quelles possibilités la Suisse a-t-elle d'agir à travers sa Bereich übersteigen. Zweitens darf diese Untersuchung im
politique étrangère pour influer sur les rapports qu'elle Ausland nicht den Eindruck erwecken, sie sei an sich schon
entretient avec la CE, avec les Etats membres de la CE et der erste Schritt einer Kursänderung gegenüber der EG.
avec les institutions européennes auxquelles elle peut parti- Drittens dürfen Vorgehen und Folgerungen dieser Untersu-
ciper en tant que pays non-membre de la CE? chung nicht durch den zur Zeit eingeschlagenen Kurs beein-
c. Quelles sont les perspectives politiques qui s'ouvrent à la flusst werden. Die Interpellanten schlagen deshalb ein For-
Suisse, non-membre de la CE, dans le cadre de la coopéra- schungsprojekt vor, mit dem Universitäten und einschlägige
tion avec les autres Etats neutres, à supposer que ces Forschungsinstitute beauftragt würden.
derniers renoncent eux aussi à adhérer à la CE? Les pays
neutres pourraient s'unir pour traiter avec Bruxelles et jouer Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
un rôle décisif dans les rapports entre l'Europe occidentale vom 28. September 1987
et l'Europe de l'Est. La Suisse est-elle prête à prendre des Rapport écrit du Conseil fédéral du 28 septembre 1987
initiatives dans ce sens? 1. Der Bundesrat verfolgt die Integrationsentwicklung der
d. Quelle est l'importance qu'il convient d'accorder aux rai- Europäischen Gemeinschaft (EG) mit grosser Aufmerksam-
sons maintes fois citées pour expliquer le choix de la Suisse keit. Die Inkraftsetzung der Einheitlichen Europäischen Akte
de ne pas adhérer à la CE (p. ex. les huit motifs invoqués par auf den I.Juli 1987 hat den politischen Willen der EG-
Monsieur le Secrétaire d'Etat Blankhart le 13 décembre Mitgliedstaaten, das Integrationswerk weiterzuführen, unter-
1986 à Lucerne). De quel poids ces différents motifs ont-ils strichen. Die Schweiz wird durch die damit zu erwartende
pesé dans la décision? Quelles sont les conséquences politi- Beschleunigung der Vollendung des EG-Binnenmarktes
ques, sociales, économiques et financières qui pourraient, und die teilweise Ausweitung der EG-Kompetenzen auf die
globalement, découler d'une entrée de la Suisse dans la Bereiche technologische Forschung und Umweltschutz
CE? indirekt mitberührt. Es ist jedoch zu unterstreichen, dass
e. Que pense le peuple suisse d'une éventuelle adhésion de namentlich das Programm zur Vollendung des EG-Binnen-
notre pays à la CE et quelle est son attitude face aux marktes ein bereits sehr altes EG-Postulat, nämlich die
conséquences concrètes qu'il faudrait en attendre (question schon im Römer Vertrag von 1957 verankerte Zielsetzung
qu'il conviendrait d'élucider au moyen d'un sondage d'opi- eines Gemeinsamen Marktes, wiederaufnimmt. Insofern ist
nion)? auch die schweizerische Zusammenarbeit mit der EG nicht
mit einer grundsätzlich neuen Ausgangslage konfrontiert,
Sprecherin - Porte-parole: Uchtenhagen was bedeutet, dass die im Jahr 1972 mit dem Abschluss der
Freihandelsabkommen geschaffenen Grundlagen unserer
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Beziehungen zur EG nach wie vor ihre Gültigkeit behalten.
Die Interpellanten gehen davon aus, dass zur Zeit unser Dieses Zusammenarbeitskonzept hatte damals - nach einer
Verhältnis zur EG zwar noch keine unmittelbare Kursände- eingehenden politischen Debatte - die Zustimmung von
rung verlangt, dass wir aber für den Fall, dass die EG weitere Volk und Ständen erhalten und wurde damit zum Orientie-
grosse Integrationsfortschritte vollzieht, in einigen Jahren rungspunkt für die Arbeit der Behörden.
mit dem Dilemma konfrontiert sein könnten, entweder euro- 2. Mit dem Fortschritt der Integrationsentwicklung der EG
papolitisch isoliert zu werden oder uns ernsthaft der Frage hat auch die Schweiz ihre Beziehungen zur Gemeinschaft
eines EG-Beitritts und dessen schwerwiegenden Folgen intensiviert und nach Möglichkeit laufend neu vertraglich
stellen zu müssen. abgesichert. Entsprechend der Ausweitung der Gemein-
Die Interpellanten sehen sich zu ihrer Anfrage unter ande- schaftstätigkeiten haben sich auch unsere Beziehungen zur
rem durch die vor kuzem rechtskräftig gewordene Einheitli- EG über den engeren handelspolitischen Bereich hinaus
che Europäische Akte veranlasse Diese sieht bis Ende 1992 ausgedehnt auf neue Gebiete, z. B. den Dienstleistungssek-
nebst der Errichtung des Binnenmarktes eine weitere Kom- tor (Datenfernübertragung, Verkehr, Versicherungen), den
petenzverlagerung von den Einzelstaaten zur EG eine Erwei- Umweltschutz und die wissenschaftliche und technische
18. Dezember 1987 N 1881 Interpellation Aliesch
Forschung. Der Bundesrat hat damit vielfach unter Beweis weiteren Informationen weder durch die PTT noch durch
gestellt, dass er auf die Auseinandersetzung mit neuen EG- den Bund weitergegeben. Für alle vorgesehenen Benutzer
internen Entwicklungen rasch zu reagieren gewillt ist, um dieses geplanten Netzes ist es von grossem Interesse zu
die Gefahr einer europapolitischen Isolierung der Schweiz wissen, ob und ab wann das dringend notwendige Netz zur
zu bannen. Die fortlaufende Analyse der EG-internen Verfügung steht. Der Bundesrat wird gebeten, über den
Entwicklung und deren möglichen Auswirkungen auf die Stand und die vorgesehenen weiteren Schritte bei der Reali-
Schweiz gehört denn auch zu den zentralen Aufgaben der sierung des GV-Netzes zu orientieren.
für die schweizerischen EG-Beziehungen zuständigen Ver-
waltungsstelle (Integrationsbureau EDA/EVD). Texte de l'interpellation du 8 octobre 1987
3. Der Bundesrat betrachtet es heute wie in der Vergangen- Actuellement, le réseau public de télécommunication ne
heit als seine ständige Aufgabe, im Hinblick auf verschie- serait pas en état de résister à l'effet des impulsions électro-
dene, für die mittelfristige Zukunft denkbare Szenarien der magnétiques (EMP). C'est pourquoi il est nécessaire, pour
EG-Integrationsentwicklung die weitere Gestaltung der répondre aux besoins les plus importants de la conduite
schweizerischen Integrationspolitik zu planen. Im Hinblick civile et de l'approvisionnement économique du pays ainsi
auf die Erarbeitung fundierter Grundlagen für die Integra- qu'à ceux de l'armée, de disposer d'un réseau public de
tionspolitik steht die Bundesverwaltung in regelmässigen télécommunications autonome, résistant à l'EMP et cou-
Kontakten mit den interessierten Kreisen der Wirtschaft, vrant tout le pays ou, en d'autres termes, d'un réseau de
Politik und Universitäten. Für den Bundesrat sind gezielte télécommunication pour la défense générale. Depuis que
Einzelaufträge analytischer Natur an verwaltungsexterne les PTT ont recensé les besoins en moyens de communica-
Forschungsstellen durchaus denkbar. Dass die voraus- tion en faisant une enquête auprès de tous les organes qu'il
schauende Planung schweizerischer Integrationspolitik est prévu de raccorder au réseau de la défense générale, tels
dem zunehmend umfassender werdenden Charakter der que cantons, communes, hôpitaux, chemins de fer, etc., ni
EG-Integration Rechnung zu tragen hat, ist unbestritten. Der les PTT, ni la Confédération n'ont fourni d'autres informa-
Bundesrat wird im Rahmen seiner Antwort auf das Postulat tions. Pour tous les futurs utilisateurs du réseau projeté, il
des Nationalrates vom 4. März 1987, welche für die erste est important de savoir si et quand ils disposeront de ce
Hälfte 1988 vorgesehen ist, einen ausführlichen Bericht über réseau, dont ils ont un urgent besoin. Le Conseil fédéral est
die Lage der Schweiz im europäischen Integrationsprozess donc prié de donner des renseignements sur l'état d'avance-
ausarbeiten, der in einer Gesamtperspektive auch zu den ment des travaux et sur les autres étapes prévues dans la
von den Interpellanten angesprochenen Fragen Stellung réalisation du réseau de la défense générale.
nehmen wird. Der Bundesrat sieht in diesem Bericht eine
wichtige Grundlage für eine vertiefte Diskussion über die Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Beziehungen der Schweiz zu der EG in den politischen Im Rahmen der Ueberprüfung der Funktionsfähigkeit des
Gremien und der Oeffentlichkeit. öffentlichen Fernmeldenetzes nach einem EMP-Schlag
4. Der Bundesrat prüft zur Zeit verschiedene Massnahmen, haben die Fernmeldedienste der Generaldirektion der PTT
welche zur Vertiefung der Diskussion über unsere Bezie- festgestellt, dass das heutige Fernmeldenetz einem EMP
hungen zur EG in den politischen Gremien beitragen sollen. nicht stand hält. In der Folge wurden Konzepte und Projekte
Im Mittelpunkt steht dabei das Anliegen, im Rahmen künfti- für ein Fernmeldesystem der Gesamtverteidigung (GV-Netz)
ger Gesetzesvorlagen auch auf deren europapolitische ausgearbeitet. Bei den Kantonen, Bezirken, Gemeinden
Dimensionen hinzuweisen in der Absicht, der Entstehung usw. wurden die Kommunikationsbedürfnisse erhoben. Vor-
vermeidbarer Rechtsdisparitäten zwischen schweizeri- gesehen ist anscheinend ein GV-Netz mit etwa 15 000 Teil-
schem und europäischem Recht entgegenzuwirken. Des nehmern, über welches unabhängig vom öffentlichen Fern-
weiteren wird gegenwärtig geprüft, wie eine national und meldenetz verzugslos eine Kommunikation zwischen allen
international wirksame Oeff enti ich keitsarbeit über die Rolle angeschlossenen Teilnehmern sichergestellt ist. Verschie-
der Schweiz im europäischen Integrationsprozess und die dene Zusammenbrüche des öffentlichen Telefonnetzes in
schweizerische Integrationspolitik verstärkt werden kann. letzter Zeit haben gezeigt, dass die Realisierung des GV-
Netzes dringend notwendig ist. Solche Netz-Zusammenbrü-
Präsident: Die Interpellanten sind von der Antwort des Bun- che gab es beispielsweise im November 1984 anlässlich des
desrates teilweise befriedigt. Entweichens einer Bromwolke in Genf, im November 1986 in
Basel bei einem Chemiebrand, Ende 1986 in Zürich, Basel
und Genf infolge eines Programmfehlers in den Zentralen
sowie im März 1987 an verschiedenen Orten der Schweiz
infolge eines Fernsehwettbewerbes.
#ST# 87.590
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
Interpellation Aliesch vom 25. November 1987
Gesamtverteidigung. Rapport écrit du Conseil fédéral du 25 novembre 1987
Der Bundesrat ist sich bewusst, dass die Funktionsfähigkeit
Fernmeldesystem des öffentlichen Fernmeldenetzes einem elektromagneti-
Défense générale. Système schen Puls (EMP) nicht standhält, für Sabotage, Zerstörun-
de télécommunications gen sowie Eingriffe durch Unbefugte anfällig ist und Netzzu-
sammenbrüche infolge von Ueberlastung möglich sind.
Um die Kommunikation auch bei ausserordentlichen Lagen
sicherzustellen, wurden der Beauftragte des Bundesrates
für die Koordination der Uebermittlung im Rahmen der
Wortlaut der Interpellation vom 8. Oktober 1987 Gesamtverteidigung und die PTT-Betriebe beauftragt, ein
Das heutige öffentliche Fernmeldenetz ist einem EMP- vom öffentlichen Fernmeldenetz unabhängiges, EMP-
Schlag (elektromagnetischer Puls) nicht gewachsen. Für die geschütztes Netz zu konzipieren. Dieses sogenannte
wichtigsten Bedürfnisse der zivilen Führung, der wirtschaft- Gesamtverteidigungsnetz (GV-Netz), das primär für die zivile
lichen Landesversorgung und der Armee braucht es deshalb Führung und Landesversorgung, sekundär für die Armee
ein vom öffentlichen Fernmeldenetz unabhängiges, EMP- vorgesehen ist und welches die vom Interpellanten erwähn-
resistentes, landesweites Fernmeldenetz, d. h. ein Fernmel- ten, bzw. oben aufgeführten Eigenschaften aufweist, liegt
desystem der Gesamtverteidigung (GV-Netz). Seit der Erhe- heute im Vorprojekt vor und befindet sich zur Zeit im bun-
bung der Kommunikationsbedürfnisse durch die PTT bei desverwaltungsinternen Vernehmlassungsverfahren. Noch
allen vorgesehenen GV-Netz-Teilnehmern wie Organe der nicht abschliessend gelöst ist die Frage der Finanzierung.
Kantone, Gemeinden, Spitäler, Bahnen usw. wurden keine Der Bundesrat wird alles unternehmen, um diesbezüglich
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation der sozialdemokratischen Fraktion Beziehungen der Schweiz zur EG
Interpellation du groupe socialiste Relations de la Suisse avec la Communauté européenne
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1987
Année
Anno
Band IV
Volume
Volume
Session Wintersession
Session Session d'hiver
Sessione Sessione invernale
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 13
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 87.443
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 18.12.1987 - 08:00
Date
Data
Seite 1879-1881
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Ref. No 20 016 020
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