Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 87-351 KI-generiert

National Energy Research Center Establishment

Geschäftsnummer VPB 87-351
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

This case concerns a postulate requesting the establishment of a national energy research center, potentially through the merger of two existing research institutes. The postulate highlights the need for comprehensive energy research, including fundamental, applied, and developmental stages, and suggests that increased federal funding will be required. The court decided to enter into the matter, recognizing the unique opportunity presented by the proposed merger to concentrate Switzerland's energy research efforts in one location. This concentration is seen as a way to avoid job losses at the existing institutes and to promote advanced energy research, encompassing both nuclear and alternative energy sources.

Legislator-Regeste

KI-generiert

National Energy Research Center Establishment: The postulate highlights the need for comprehensive energy research, including fundamental, applied, and developmental stages, and suggests that increased federal funding will be required. The court decided to enter into the matter, recognizing the unique opportunity presented by the proposed merger to concentrate Switzerland's energy research efforts in one location. This concentration is seen as a way to avoid job losses at the existing institutes and to promote advanced energy research, encompassing both nuclear and alternative energy sources.

Schlagwörter

KI-generiert
Forschungsförderung angewandte Forschung Energiepolitik wissenschaftliche Entdeckung Fusion Sanfte Energie
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Volltext

Postulat Binder 502 30 septembre 1987

Einwände übernommene Botschaft in den richtigen Rah- nelle Energieverwendung setzen eine umfassende Energie-

men setzen können. forschung von der Grundlagenforschung über die ange-

wandte Forschung bis zur Entwicklung voraus. Der Bund

Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen wird im Verlaufe der nächsten Jahre für diese Forschungs-

Le conseil décide sans opposition d'entrer en matière aufgaben im weitesten Sinn des Wortes erheblich mehr

finanzielle Mittel zur Verfügung stellen müssen als bisher.

Im Rahmen der Fusion der beiden Institute EIR in Würenlin-

Bundesbeschluss über die Kredite für die Institutionen der gen und SIN in Villigen und im Rahmen der Neuumschrei-

Forschungsförderung in den Jahren 1988-1991 bung des wissenschaftlich-technischen Auftrages an das

Arrêté fédéral allouant des crédits aux institutions char- neue und fusionierte Institut bietet sich für den Bund die

gées d'encourager la recherche pendant les années 1988 einmalige Chance, die allgemeine und alternative Energie-

à 1991 forschung der Schweiz in Würenlingen und Villigen zu kon-

zentrieren. Durch diese Konzentration liesse sich zudem der

Gesamtberatung - Traitement global du projet Abbau von hochwertigen Arbeitsplätzen an den beiden

bestehenden Instituten EIR und SIN vermeiden.

Titel und Ingress, Art. 1 bis 6 Der Bundesrat wird deshalb eingeladen:

Titre et préambule, art. 1 à 6 I.Dem Parlament einen Bericht über die vorgesehene

Fusion der beiden Institute EIR und SIN zu erstatten.

Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble 2. Bei der neuen wissenschaftlich-technischen Aufgabens-

tellung für das fusionierte Institut EIR/SIN zu prüfen, ob in

Für Annahme des Beschlussentwurfes 34 Stimmen diesem Institut nicht ein umfassendes Energieforschungs-

(Einstimmigkeit) zentrum zu errichten und mit den erforderlichen personellen

und finanziellen Mitteln auszustatten sei.

B

Bundesbeschluss über einen Kredit für die Herausgabe Texte du postulat du 17 mars 1987

des neuen Historischen Lexikons der Schweiz Parvenir a un approvisionnement en énergie qui soit suffi-

Arrêté fédéral allouant un crédit pour l'édition d'un nou- sant, sûr, économique et qui ménage l'environnement, et

veau Dictionnaire historique de la Suisse arriver à une utilisation rationnelle et économe de l'énergie,

implique un système de recherches global, allant de la

Gesamtberatung - Traitement global du projet recherche fondamentale aux développements pratiques, en

passant par la recherche appliquée. Au cours de ces pro-

Titel und Ingress, Art. 1 und 2 chaines années, la Confédération devra consacrer des

Titre et préambule, art. 1 et 2 sommes bien plus considérables à ces recherches au sens

large du terme. La fusion des instituts de Wurenligen (IFR) et

Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble de Villigen (SIN), ainsi que la définition du mandat technique

et scientifique du nouvel institut ainsi créé, offrent à la

Für Annahme des Beschlussentwurfes 35 Stimmen Suisse une chance unique de concentrer ses recherches sur

(Einstimmigkeit) l'énergie en général et sur les énergies de substitution dans

les deux localités concernées. Cette concentration permet-

trait d'éviter la suppression d'emplois hautement spécialisés

Bundesbeschluss über Kredite des Bundes nach Arti- à l'IFR et au SIN.

kel 16 Absatz 3 Buchstaben b und c des Forschungsge- C'est pourquoi le Conseil fédéral est invité:

setzes 1. à présenter au Parlement un rapport sur la fusion prévue

Arrêté fédéral allouant des crédits de la Confédération de ces deux instituts,

selon l'article 16, 3e alinéa, lettres b et c, de la loi sur la 2. à étudier, à l'occasion de la définition du mandat scientifi-

recherche que et technique de l'institut né de cette fusion, s'il ne

conviendrait pas d'en faire un vaste centre de recherches en

Gesamtberatung - Traitement global du projet matière énergétique et de mettre à sa disposition le person-

nel et les moyens financiers nécessaires.

Titel und Ingress, Art. 1 bis 5

Titre et préambule, art. 1 à 5 Mitunterzeichner - Cosignataires: Affolter, Arnold, Bürgi,

Cavelty, Dobler, Gadient, Genoud, Gerber, Hänsenberger,

Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Hefti, Iten, Jag metti, Jelmini, Küchler, Lauber, Matossi, Meier

Hans, Miville, Moll, Muheim, Piller, Reichmuth, Schaffter,

Für Annahme des Beschlussentwurfes 34 Stimmen Schmid, Schönenberger, Stucki (26)

(Einstimmigkeit)

Binder: Gestützt auf einen ausführlichen Bericht Hayek

An den Bundesrat - Au Conseil fédéral beauftragte der Bundesrat am 10. September 1986 den

Schulrat, Vorschläge für eine Zusammenlegung der beiden

Annexanstalten EIR und SIN auszuarbeiten. Der Schulrat

setzte in der Folge einen Lenkungsausschuss und eine

#ST# 87.351 Projektleitung ein. Der Vorschlag für die Fusion der beiden

Institute EIR und SIN wurde dem Bundesrat innerhalb von

Postulat Binder sechs Monaten zugestellt, und zwar zusammen mit einem

Energieforschungszentrum sehr ausführlichen Bericht und einer ausformulierten Bun-

desratsverordnung. Der Bundesrat hat in der Folge ein Ver-

Création d'un centre de nehmlassungsverfahren durchgeführt, das am heutigen Tag

recherche énergétique zu Ende geht.

Mit der geplanten Fusion der beiden Institute wird eine

Effizienzsteigerung, eine Rationalisierung und eine Vermei-

dung von Doppelspurigkeiten erwartet, was zu erheblichen

Synergieeffekten führen kann. In diesem Sinne stimme ich

Wortlaut des Postulates vom 17. März 1987 mit dem Regierungsrat des Kantons Aargau der vorgesehe-

Die ausreichende, sichere, wirtschaftliche und umweltscho- nen Fusion der beiden ETH-Annexanstalten EIR und SIN zu.

nende Energieversorgung sowie die sparsame und ratio- Es steht mir nicht an, und es fehlt mir auch die notwendige

30. September 1987 503 Postulat Binder

Fachkompetenz, die Vorschläge des Schulrates in allen nicht einfach Arbeitsplätze abgebaut, sondern dass dort

Einzelheiten zu analysieren, zu kommentieren oder gar zu neue notwendige und hochwertige Arbeitsplätze geschaffen

kritisieren. Im Kanton Aargau und in den Gemeinden Würen- werden, damit in diesem Ballungszentrum von Sachver-

lingen und Villigen wurde man jedoch hellhörig und sogar stand und Intelligenz die Energieforschung auch in unserem

aufgebracht, als von einem massiven Abbau von Arbeitsplät- Land endlich einen sehr hohen Stellenwert erhält.

zen gesprochen wurde. Die betroffene Region ist heute Gerade in der Energieforschung und in der Energiepolitik

Standort von drei Kernkraftwerken. Vor wenigen Tagen hat ganz allgemein brauchen wir- wie mein aargauischer Kol-

der Bundesrat grünes Licht für das Zwischenlager für lege Hans Letsch kürzlich in einem Grundsatz refe rat erklärt

schwach- und mittelradioaktive Abfälle aus Medizin, For- hat - nicht Mut zur Angst, sondern Mut zur Zuversicht. Der

schung und Industrie auf dem Areal des EIR gegeben. Er Aargau hatte bis heute diesen Mut zur Zuversicht. Aber man

erteilte damit die atomrechtliche Bewilligung für den Bau sollte unsere Geduld nicht allzu stark strapazieren. Wenn

und den Betrieb dieses Atommüllzwischenlagers in der man von uns dauernd grosse nationale Opfer verlangt -

Gemeinde Würenlingen. Ferner wird heute schon ganz offen ohne unsere Kernkraftwerke würde in der Schweiz fast alles

darüber diskutiert, dass in Würenlingen auch ein Zwischen- und jedes stillstehen-, dann sollte man unsere berechtigten

lager für hochradioaktive Abfälle errichtet werden soll. Anliegen und Wünsche auch in Bern endlich ernst nehmen

In keiner Region der Schweiz gibt es mehr Atomanlagen als und berücksichtigen. Wir sind auf die beiden Annexanstal-

im unteren Aaretal des Kantons Aargau. Die betroffene ten EIR und SIN stolz, und wir werden nicht akzeptieren,

Bevölkerung duldete bis heute diese Anlagen und vertraute dass hier hochwertige Arbeitsplätze allenfalls abgebaut und

den Sicherheitsexperten. Aber jetzt wird ganz klar und deut- in andere Regionen des Landes verschoben werden. Der

lich von den Bürgern, den Parteien, den Behörden, den Aargau als Energiekanton par excellence, der Aargau als

Medienin eine Abgeltung für diese Sonderlasten verlangt. drittgrösster Industriekanton, der Aargau als Kanton der

Unter keinen Umständen will man in Kauf nehmen, dass im Mitte zwischen Zürich, Basel und Bern, der Aargau, in wel-

EIR und im SIN mittel- und langfristig hochqualifizierte chem sich bereits heute die beiden wissenschaftlich renom-

Arbeitsplätze abgebaut und allenfalls in andere Regionen mierten eidgenössischen Institute EIR und SIN befinden, ist

der Schweiz verschoben werden. der ideale Standort für ein nationales Energieforschungs-

In diesen Rahmen hineingehört mein Postulat für die Schaf- zentrum, welches wir unbedingt aufbauen und ausbauen

fung eines Energieforschungszentrums in Würenlingen und müssen, wenn wir an der Spitze des technischen Fortschrit-

Villigen. Die beiden Annexanstalten EIR und SIN sind schon tes bleiben wollen.

heute europäisch und weltweit anerkannte Forschungszent- Mein Postulat ist von der Mehrheit dieses Rates unterzeich-

ren, vor allem im Energiebereich. Die Frage des vermehrten net worden. Ich bedanke mich dafür und möchte den Rat

Engagements des Bundes in der Energieforschung ganz bitten, das Postulat zu überweisen.

allgemein wird im Verlaufe der nächsten Jahre höchste

Aktualität erreichen. Ich erinnere Sie an den neu vorgeschla-

genen Energieartikel und an die Ueberprüfung der Szena- Bundesrat Cotti: Ich möchte vorausschicken, dass ich dem

rien für einen allfälligen Ausstieg aus der Kernenergie. Die Loblied auf den Kanton Aargau, das von Herrn Ständerat

mit der Fusion der beiden Annexanstalten EIR und SIN Binder als Vertreter dieses Kantons vorgetragen worden ist,

angestrebten Impulse und Rationalisierungseffekte können voll und ganz beipflichte. Das ist aber nicht der einzige

nur zum Tragen kommen, wenn die Energieforschung in Grund, dass sich der Bundesrat bereit erklärt, das Postulat

Würenlingen und Villigen gesamtschweizerisch konzentriert entgegenzunehmen.

wird. Die Frage der Fusion EIR/SIN hat sich bereits seit einigen

Damit postuliere ich nicht etwa, dass nicht auch an anderen Jahren gestellt, und Sie, Herr Binder, haben die Vorge-

Hochschulen des Landes Energieforschung betrieben wer- schichte bis zur Unterbreitung eines spezifischen Vor-

den dürfe. Ich verlange in meinem Postulat kein Energiefor- schlags im letzten Frühjahr geprägt, eines Vorschlags, der in

schungsmonopol für Würenlingen und Villigen. Aber eine die Vernehmlassung gegangen ist, die auf meinen persönli-

Koordination und Konzentration drängt sich geradezu bei chen Wunsch hin sehr breit ausgelegt war. Warum? Weil ich

der Energieforschung in besonderen Masse auf, wenn man mir bewusst bin, dass durch diese Zusammenlegung keine

nicht weiterhin eine Zersplitterung und Ineffizienz der For- nur administrative Problematik aufgeworfen wird, sondern

schungsanstrengung in Kauf nehmen will. dass bei dieser Zusammenlegung auch wesentliche Fragen

Das neue Forschungsinstitut EIR/SIN bildet ideale Voraus- der Forschung und insbesondere der Energieforschung in

setzungen für ein nationales Energieforschungszentrum. Betracht gezogen werden müssen.

Die Infrastrukturen sind vorhanden, und die beiden heutigen Das Gebiet der Energieforschung liegt - wie Sie wissen - im

Institute, die jetzt fusioniert werden sollen, beschäftigen Kompetenzbereich des EVED. Ich werde mich also auf die

eine grosse Zahl hochqualifizierter Fachleute und Forscher. Frage dieser beiden Annexanstalten und auf ihr zukünftiges

Die Hauptstossrichtungen für das Energieforschungszen- Schicksal beschränken.

trum müssen etwa im Rahmen der Empfehlungen der Com- Sie kennen die wesentlichen Elemente, auf denen diese

mission fédérale pour la recherche énergétique liegen, näm- Fusion basieren sollte. In Stichworten:

lich rationelle Energienutzung, Senkung der Umweltbela- 1. Nukleare Forschung mit besonderer Berücksichtigung

stung und Substitution der fossilen Energieträger, Kernspal- der nuklearen Sicherheit, der Entsorgung, des Strahlen-

tung (sicherheitstechnische Weiterentwicklung der Kern- schutzes. Das wird so oder so in der Energieforschung

energie und der Entsorgung), Kernfusion - das Energiepot- dieses Landes ein Thema bleiben.

ential kann hier allenfalls sehr hoch sein -, erneuerbare 2. Nationale Basis für die Kern- und Teilchenphysikfor-

Energien (Wasserkraft, Sonnenenergie, Windenergie, Erd- schung durch Betrieb der bestehenden Beschleunigeran-

wärme, Biogas usw.), Energieanwendung (z. B. Uebertra- lagen.

gung der Energie, Speicherung und Umwandlung von 3. Nationale Basis für die Forschung in anderen Bereichen,

Energie, Wasserstofftechnologie, Wärmepumpen, Wärme- die ebenfalls die Benützung von zentralen Einrichtungen

rückgewinnung usw.). voraussetzen, welche ihrerseits grosse Investitionen verlan-

Dieses Energieforschungszentrum - das möchte ich beto- gen, z. B. die bereits bewilligte Anlage für Spallations-Neu-

nen-sollte nach allen Seiten offen sein. Essoll die nukleare tronen.

wie auch die allgemeine und die alternative Energiefor- 4. Forschung im Bereich nichtnuklearer Energie.

schung vorangetrieben werden. Wir müssen, wie uns heute 5. Eventuell neue Forschungseinrichtungen, welche an die-

Energieexperten erklären, in der Energieforschung alle sem Standort über besonders gute Voraussetzungen verfü-

Möglichkeiten prüfen, Bewährtes fördern und ausbauen gen könnten.

sowie Neues wagen und versuchen. Heute läuft die Vernehmlassung ab. Es ist also vom Termin

Das Hauptanliegen des Postulates besteht demnach darin, her geradezu sinnvoll, dass Ihr Vorstoss heute behandelt

dass in Würenlingen und Villigen im Rahmen der Fusion wird.

Motion Bührer 504 30 septembre 1987

Die Planung geht in die Richtung, Herr Binder, dass per verbessert werden müsste, und es ist nicht so schlecht, dass

Ende des Jahres, also am I.Januar 1988, das neue fusio- es sich nicht lohnen würde, Verbesserungen anzubringen.

nierte Institut startet. Sie können sich vorstellen, was für Auch wenn uns allen die Beiträge zuweilen sauer aufliegen,

eine grosse Arbeit noch bevorsteht, obschon wesentliche das Ziel ist doch wohl unbestritten: Ein gesichertes Alter mit

Vorbereitungsarbeiten gemacht worden sind. der Möglichkeit, den gewohnten Lebensstil beibehalten zu

Ich habe meinen Mitarbeitern - insbesondere im Kreise des können.

Schulrats, die mit Recht darauf drängen, das fusionierte Mit unseren zwei Säulen, die auf unterschiedlichen Finan-

Institut so schnell wie möglich in Kraft zu setzen - mitgeteilt, zierungsprinzipien basieren, haben wir einen guten und

dass mir dieser Termin absolut passt, aber unter der Bedin- sicheren Stand. Die demographischen Entwicklungen brau-

gung - ich sage das ganz offen -, dass die Resultate der chen uns weit weniger zu beunruhigen als in einem System

Vernehmlassung absolut seriös ausgewertet werden. Unter mit reinem Umlageverfahren. Unsere zweite Säule wird vom

den fünf Pfeilern, die ich erwähnt habe, setze ich ein weite- zahlenmässigen Verhältnis zwischen aktiver Bevölkerung

res Schwergewicht und stelle die Bedingung, dass die Pla- und Rentnern nicht im geringsten tangiert.

nung der nichtnuklearen Energieforschung voll und ganz Zu meinem Anliegen: Es betrifft zwei Kategorien von Lohn-

glaubwürdig ist, denn man hat in diesem Lande zur Genüge empfängern, die Kleinverdiener und die Teilzeitbeschäftig-

über Alternativenergieforschung gesprochen. Diese Fusion ten. Von Anbeginn der Diskussion über eine berufliche

soll die Gelegenheit bieten, bei aller Wahrung der bestehen- Vorsorge war klar, dass der starre Koordinationsabzug - er

den Forschung in der Kernenergie auch der alternativen heisst im BVG unterer Grenzbetrag - die Kleinverdiener und

Energie den nötigen Raum zu geben. die Teilzeitbeschäftigten benachteiligt. Die maximale einfa-

In diesem Sinne glaube ich, Sie, Herr Binder, beruhigen zu che AHV-Rente dient als unterer Grenzbetrag - sicher eine

können. Sie haben ja selber kein Monopol für die Energie- praktische Lösung. Nur ist nicht einzusehen, warum für alle,

forschung verlangt. Möglicherweise wird es tatsächlich Gross- und Kleinverdiener, derselbe Betrag nicht versichert

auch kein Monopol geben, aber der Schwerpunkt wird dort ist, bewegen sich doch die Kleinverdiener im Bereich des

sein und bleiben und vielleicht wird er sich auch dort ver- AHV-Renten-Minirhums, die gut Verdienenden im Bereich

stärken. des AHV-Renten-Maximums.

In diesem Sinne ist der Bundesrat bereit, Ihr Postulat entge- Die Auswirkungen der geltenden Regelung sind unsozial.

genzunehmen. Kleinverdienerwerden nach BVG überhaupt nicht, im unte-

ren Mittelfeld liegende Einkommen ungenügend versichert.

Ueberwiesen - Transmis Diese Menschen leben im Alter in bedrängten Verhältnissen.

Sie müssen in der Regel Ergänzungsleistungen und nicht

selten auch Fürsorgeleistungen in Anspruch nehmen. Es

kann keine Rede davon sein, dass ihnen aus eigener Kraft

#ST# 87.483 die Weiterführung des gewohnten Lebens möglich ist. Das

Ziel, das anlässlich der Abstimmung über das Dreisäulen-

Motion Bührer prinzip gesteckt wurde, ist für diese Einkommenskategorien

BVG. Berücksichtigung von nicht erreicht. Gutverdienende können im Rentenalter mit

Teilzeitbeschäftigten 60 Prozent ihres früheren Lohnes durchaus gut zurecht-

kommen, aber der, der während seiner aktiven Zeit den

LPP. Régime des salariés ganzen oder fast den ganzen Lohn zur Existenzsicherung

à temps partiel braucht, kann im Alter nicht mit wesentlich weniger exi-

stieren.

Interessanterweise hatte der Bundesrat in seiner ersten

Gesetzesvorlage vorgesehen, den Koordinationsabzug nach

einer Einführungszeit zu senken, um den Rentenschutz der

Wortlaut der Motion vom 17. Juni 1987 unteren Einkommensbezüger zu verbessern.

Der Bundesrat wird eingeladen, die nötigen gesetzlichen Nach geltender Regelung wird im BVG nicht versichert, wer

Aenderungen vorzuschlagen, die eine bessere Berücksichti- weniger als 17 280 Franken verdient. Für Löhne, die wenig

gung der Interessen von Teilzeitbeschäftigten und Kleinver- über diesem Grenzbetrag liegen, reicht es nur zu sehr

dienern bei der beruflichen Vorsorge gewährleisten würden. bescheidenen Renten. Meine Motion möchte für Kleinver-

Das Berufliche Vorsorge-Gesetz (BVG) wäre dahingehend diener und Teilzeitbeschäftigte eine Verbesserung ihrer

zu ändern, dass Lage herbeiführen. Für beide Kategorien müsste etwas

- die Grenzbeträge des koordinierten Lohnes proportional getan werden. Die Teilzeitbeschäftigten sind zwar oft Klein-

zum Beschäftigungsgrad festgesetzt werden; verdiener, müssen es aber nicht sein. Es gibt Teilzeitbe-

- der untere Grenzbetrag die Höhe eines halben Jahresloh- schäftigte, die bei zwei oder mehreren Arbeitgebern arbei-

nes nicht übersteigen darf. ten und gesamthaft einen rechten Lohn verdienen. Trotz-

dem fallen sie als Folge der heutigen starren Regelung

Texte de la motion du 17 juin 1987 durchs Netz und haben so in der Regel keine berufliche

Le Conseil fédéral est chargé de proposer une révision de la Vorsorge. Am Rande sei bemerkt, dass es Arbeitnehmer

loi qui permette de mieux tenir compte, pour ce qui est de la gibt, die sich ganz bewusst durchs Netz fallen lassen, indem

prévoyance professionnelle, des intérêts des salariés travail- sie darauf bedacht sind, an jeder Teilzeitarbeitsstelle nicht

lant à temps partiel ou ayant un bas revenu. mehr als 17280. Franken zu verdienen, ein ganz und gar

La loi sur la prévoyance professionnelle devrait être modi- kurzsichtiges, unvernünftiges Verhalten.

fiée comme il suit: Es ist ein Gebot der Vernunft und der Gerechtigkeit, Klein-

- fixer les montants-limites du salaire coordonné propor- verdiener und Teilzeitbeschäftigte nicht länger von der

tionnellement au degré d'activité; beruflichen Vorsorge auszuschliessen. Mein Anliegen

- le montant-limite inférieur ne doit pas être supérieur à la betrifft in ganz besonderem Masse die Frauen. Frauen ver-

moitié du salaire annuel. dienen durchschnittlich weniger als Männer. Sie stellen

auch das grossie Kontingent an Teilzeitbeschäftigten.

Mitunterzeichner - Cosignataires: Es stellt sich die Frage, wie rasch wir handeln und auf

Meylan, Miville, Piller, Weber (4) welchem Weg wir das Ziel erreichen wollen. Ich schlage

Ihnen eine sehr praktikable und einfache Lösung vor: Der

Frau Bührer: Das BVG macht immer wieder Schlagzeilen. variable Abzug für Teilzeitbeschäftigte und eine Senkung

Während die einen keinen guten Faden am BVG lassen - ich des unteren Grenzbetrages für kleine Einkommen bringen

gehöre nicht dazu -, finden andere, es sei besser als sein gezielte Verbesserungen, ohne das System als Ganzes im

Ruf. Ich meine, das BVG ist nicht so fehlerfrei, dass es nicht geringsten zu stören.

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Postulat Binder Energieforschungszentrum

Postulat Binder Création d'un centre de recherche énergétique

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1987

Année

Anno

Band III

Volume

Volume

Session Herbstsession

Session Session d'automne

Sessione Sessione autunnale

Rat Ständerat

Conseil Conseil des Etats

Consiglio Consiglio degli Stati

Sitzung 06

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 87.351

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 30.09.1987 - 09:00

Date

Data

Seite 502-504

Page

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Ref. No 20 015 910

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