Kaiseraugst Nuclear Plant Safety and Seismic Concerns
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThis document addresses safety concerns regarding nuclear power plants, specifically the Kaiseraugst facility. It discusses the potential impact of radioactive noble gases, evacuation zones in case of accidents, and the limitations of medical care for highly irradiated patients. The court also considers the seismic safety of the Kaiseraugst site, noting that it is considered less favorable than previously assumed and requires further investigation. The document also reviews the risk philosophy behind modern technology, particularly in light of major accidents, and questions the adequacy of certain safety systems in Swiss nuclear power plants, like the Mark I system at Mühleberg. The Federal Council's stance on these matters is also presented, with a recommendation to reject one of the postulates.
Legislator-Regeste
KI-generiertKaiseraugst Nuclear Plant Safety and Seismic Concerns: aber nicht kreisförmig erfolgen, sondern es würden nur lich geändert haben dürfte, wird als ausreichend beurteilt.
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KI-generiertVolltext
Postulat Weder-Basel 1178 N 26 septembre 1988
schützten Personen bis zu Abwinddistanzen von etwa 10 km wechselrate typischer Schweizer Häuser etwa um einen
(Inhalationsdosis eingeschlossen) auftreten. Schwere akute Faktor 2 bis 3 geringer ist als die Luftwechsel rate eines
Strahlenschäden (Dosen bis 200 rem), welche eine medizini- Schutzraums mit künstlicher Belüftung. Die künstliche
sche Versorgung erforderlich machen würden, sind aber für Belüftung bewirkt also, dass die Edelgase rascher in den
ungeschützte Personen nur innerhalb der Zone 1 zu erwar- Schutzraum eindringen. Die Behörden empfehlen deshalb,
ten (bis zu Abwinddistanzen von etwa 2 km). die Lüftung auszuschalten und für den Sauerstoffbedarf die
Tür des Schutzraums gegen das Hausinnere offen zu lassen.
Die Frage, ob in der näheren Umgebung des Unfallorts der
Zu Frage 2:
vollständige Abschluss der Schutzräume und die Inbetrieb-
nahme der künstlichen Belüftung mit Gasfilter einen weite-
ren Schutzzuwachs erbringen kann, wird gegenwärtig noch
Bevölkerungszahlen (Stand 1980)
abgeklärt.
in der Umgebung der schweizerischen Kernkraftwerke
Zu Frage 7:
Standort Umkreis 10 km Umkreis 20 km Umkreis 30 km Stark bestrahlte Patienten in Spitalpflege werden je nach
Schweregrad der Bestrahlung in Sterilpflegebetten oder in
Beznau l und II1 98000 307 000 905000 Umkehrisolation (Schutz der Patienten gegen Infektion von
Mühleberg 62000 495 000 812000 aussen) gepflegt. In der ganzen Schweiz gibt es 12 Steril-
pflegebetten. In Umkehrisolationen können nur schon in
Gösgen' 171 000 347 000 815000 Zürich über 20 Personen gepflegt werden. In der ganzen
Leibstadt 1
68000 261 000 663 000 Schweiz sind es wesentlich mehr. Die genaue Zahl der
Betten sagt aber wenig aus, denn gemäss Auskunft von
' inklusive BRD ärztlicher Seite ist nicht die Bettenzahl limitierend; nebst
den Betten braucht es u. a. Pflegepersonal und Spender für
Zu den Fragen 3, 4 und 5: Blutpräparate und Knochenmark. Aus diesen Gründen ist
Nach dem Vorbeizug der radioaktiven Wolke kann die die Zahl der hochbestrahlten Patienten, die intens v gepflegt
Umgebung durch den Ausfall radioaktiver Stoffe längerfri- werden könnten, limitiert.
stig kontaminiert sein. Um langfristige Strahlenschäden in Eine Umfrage zu dieser Problematik, die vor zehn Jahren
der Bevölkerung zu vermeiden, müssten unter Umständen stattgefunden hat, ergab etwa 40 Betten für die ganze
gewisse Gebiete evakuiert werden. Die Evakuierung würde Schweiz. Diese Versorgungskapazität, die sich nicht wesent-
aber nicht kreisförmig erfolgen, sondern es würden nur lich geändert haben dürfte, wird als ausreichend beurteilt.
diejenigen Zonen evakuiert, welche tatsächlich stark konta- Neben den Beschäftigten des Werks könnten allenfalls Per-
miniert sind (Verifikation durch Messungen). sonen, welche sich während dem Durchzug der radioaktiven
Im schlimmsten Fall müsste gemäss den für den angenom- Wolke in einem Umkreis des Kernkraftwerks von etwa 1 bis
menen Unfallablauf durchgeführten Berechnungen die 2 km im Freien aufhielten, für den angenommenen Unfallab-
Bevölkerung in den betroffenen Gebieten bis zu einer lauf eine akute Dosis von mehr als 200 rem erhalten.
Abwinddistanz von etwa 7 km evakuiert werden. Das Gebiet Zum Vergleich: Beim Unfall in Tschernobyl trat das akute
würde eine Fläche von etwa 6 Quadratkilometer ausma- Strahlensyndrom bei 203 Patienten auf. Dies waren alles
chen, also etwa 4 Prozent der ganzen Fläche mit einem Einsatzkräfte, die im Werk vor allem bei der Brandbekämp-
Radius von 7 km. Das Gebiet, welches auch nach etwa drei fung im Einsatz waren. Durch die Besonderheiten des
Monaten nicht wiederbesiedelt werden könnte, würde eine Unfallablaufs, der bei den in der Schweiz bestehenden
Fläche von etwa 1 Quadratkilometer umfassen. Reaktoren nicht möglich ist, wurden diese Personen sehr
Von den 198 000 Personen, welche im 10-km-Umkreis von hohen Strahlenfeldern ausgesetzt. Zudem gab es ganz mas-
Kaiseraugst wohnen, würde beim angenommenen Unfallab- sive Hautverbrennungen, teils thermischer Art, zum Teil
lauf nur ein Teil von einer allfälligen Evakuierung betroffen. auch wegen den ß-Strahlen. 31 Patienten starben. Wieviele
Von den evakuierten Personen müsste wiederum nur ein von den restlichen 172 hospitalisierten Personen wirklich
Teil für längere Zeit evakuiert werden. intensiv gepflegt wurden, und wieviele primär sorgfältig
Zu Frage 6: überwacht werden müssten, ist unbekannt. Von der Bevöl-
Edelgase sind die gasförmigen Elemente Helium, Argon, kerung in der Umgebung erhielt nach russischen Angaben
Neon, Krypton, Xenon und Radon. Sie sind färb- und niemand akut gefährliche Dosen.
geruchlos und bilden keine chemischen Verbindungen
(daher «Edelgase», ähnlich wie Edelmetalle). Es gibt radio-
aktive und nicht-radioaktive Isotope der Edelgase. Bei einem
Unfall in einem Kernkraftwerk können radioaktive Isotope #ST# 87.349
von Krypton und Xenon freigesetzt werden. Für die in der
Chemie geläufige Bezeichnung «Edelgase» gibt es im allge- Postulat Weder-Basel
meinen Sprachgebrauch keinen anderen Begriff; er dient in Atomkraftwerk Kaiseraugst.
keiner Weise der Verheimlichung der Radioaktivität.
Erdbebensicherheit
Edelgase sind, im Gegensatz zu den anderen Nuklidgrup-
pen, sehr leicht flüchtig und können praktisch ungehindert Postulat Weder-Bâle
durch Fenster-, Türdichtungen und eben auch durch Filter Centrale de Kaiseraugst.
eindringen und eine externe Bestrahlung des Menschen Protection contre les tremblements de terre
bewirken. Andererseits verursachen radioaktive Edelgase
praktisch keine interne Bestrahlung, weil sie nicht im
menschlichen Körper eingelagert werden.
Zur Frage «Filter einschalten oder nicht» kann folgendes
gesagt werden: Der Aufenthalt im Schutzraum bietet sowohl Wortlaut des Postulates vom 17. März 1987
einen Schutz gegen die externe Wolkenstrahlung als auch Der Bundesrat wird ersucht, eine unabhängige Experten-
gegen die Inhalation. Dabei müssen zwei Fälle unterschie- kommission einzusetzen, die mit der Anfertigung eines Gut-
den werden, nämlich der Aufenthalt bei natürlicher Belüf- achtens zu den Fragen der Erdbebengefährdung der Region
tung, d. h. die Tür des Schutzraums ist gegen das Hausin- Basel und der Erdbebensicherheit des geplanten A-Werkes
nere offen, und der Aufenthalt im geschlossenen Schutz- Kaiseraugst zu beauftragen ist.
raum mit künstlicher Belüftung über die Gasfilteranlage. In
beiden Fällen können die radioaktiven Edelgase durch den Texte du postulat du 17 mars 1987
Luftwechsel in den Schutzraum gelangen. Ein wesentlicher Le Conseil fédéral est invité à nommer une commission
Unterschied besteht aber darin, dass die natürliche Luft- indépendante d'experts chargée d'élaborer un rapport sur
26. September 1988 N 1179 Interpellation Rechsteiner
les dangers de tremblements de terre dans la région de Baie #ST# 87.374
et les problèmes de sécurité qui pourraient en découler pour
la centrale nucléaire de Kaiseraugst. Interpellation Rechsteiner
Mitunterzeichner-Cosignataires: Fierz, Grendelmeier, Gün- AKW. Risiken beim Betrieb
ter, Gurtner, Jaeger, Maeder-Appenzell, Müller-Bachs, Zwy- Centrales nucléaires.
gart (8) Réexamen des risques
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
In der Botschaft über die Rahmenbewilligung für das Atom-
kraftwerk Kaiseraugst wird festgehalten, dass «neue
Erkenntnisse über die seismischen und seismotektonischen
Verhältnisse gezeigt haben, dass der Standort Kaiseraugst Wortlaut der Interpellation vom 19. März 1987
ungünstiger liegt als früher angenommen und als andere Nach Tschernobyl und aufgrund der inzwischen gewonne-
schweizerische Standorte». Es müssen deshalb vor Ertei- nen Erkenntnisse drängt es sich auch für die Bundesbehör-
lung der nuklearen Baubewilligung weitere zusätzliche den auf, die Risiken beim Betrieb der schweizerischen
Untersuchungen betreffend die Erdbebengefährdung der Atomkraftwerke neu zu überdenken. Ich ersuche den Bun-
Region Basel und die Erdbebensicherheit des geplanten desrat deshalb, folgende Fragen zu beantworten:
Atomkraftwerks Kaiseraugst angestellt werden. 1. In der Wissenschaft wird postuliert, dass aufgrund der
Für das Beibringen dieser Untersuchungen ist die Betreiber- Umweltkatastrophen der letzten Zeit die Risikophilosophie,
firma, die Kernkraftwerk Kaiseraugst AG, zuständig, die in auf der die moderne Technologie aufgebaut ist, grundle-
diesem Fall eine Parteistellung einnimmt. Es ist daher zu gend neu überprüft werden müsse (vgl. z. B. Prof. Binswan-
erwarten, dass das positive Ergebnis dieses Gutachtens ger gemäss «NZZ» vom 31.12.86). Bei den Risiken müsse
schon zum vorneherein feststeht, insbesondere wenn eine zwischen kleinen Unfällen mit grosser Frequenz und gros-
dem Betreiber nahestehende Firma damit beauftragt wird. sen Unfällen mit kleiner Frequenz unterschieden werden.
Im Sinne einer wissenschaftlichen Kriterien genügenden Während bei den ersten mit Sicherheitsvorschriften und
Begutachtung sollte sich die Expertenkommission aus fach- -vorkehren operiert werden könne, müsse bei den zweiten
lich anerkannten, kompetenten und unabhängigen in- und das Restrisiko überhaupt vermieden werden, wenn nicht die
ausländischen Fachleuten der Fachgebiete regionale Geolo- Zerstörung ganzer Oekosysteme und die Vernichtung von
gie, Geophysik, Baustatik und Ingenieurwesen zusammen- Bevölkerungsgruppen in Kauf genommen werden solle. Die
setzen. Eintrittswahrscheinlichkeit eines Unfalls könne bei Grossri-
siken somit nicht als Massstab dienen.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates Was hält der Bundesrat von diesen Erkenntnissen? Ist er
vom September 1988 bereit, den Sicherheitsbegriff und das sogenannte «akzepta-
Rapport écrit du Conseil fédéral de septembre 1988 ble Risiko», wie sie z. B. im Bericht der GPK des Nationalra-
Bei der Neuüberprüfung des Standorts anlässlich des tes zur Sicherheit der Kernkraftwerke vom 14. November
Gesuchs der Kernkraftwerk Kaiseraugst AG um Erteilung 1980 und der Stellungnahme des Bundesrates vom
der Rahmenbewilligung äusserte sich die Eidgenössische 7. Januar 1981 umschrieben werden, im Lichte der neuen
Kommission für die Sicherheit von Kernanlagen (KSA) auch Erkenntnisse grundsätzlich neu zu überdenken?
zu den seismotektonischen Verhältnissen um Kaiseraugst. 2. Ein Kernschmelzunfall ist prinzipiell auch bei Schweizer
Sie kommt darin u. a. zum Schluss, dass der Standort Atomkraftwerken möglich (vgl. Antwort des Bundesrates auf
ungünstiger liege als früher angenommen, und dass die als die dringlichen Interpellationen Tschernobyl). Lässt man die
sehr klein eingeschätzte Wahrscheinlichkeit aktiver, für den Eintrittswahrscheinlichkeit ausser acht: Von welchem Scha-
Standort relevanten Verwerfungen vor Erteilung der Baube- densausmass ist bei einem Kernschmelzunfall in einem
willigung verifiziert werden müsse (vgl. Kap. 2.2 des Zusatz- Schweizer AKW im schlimmsten Fall (nämlich wenn der
gutachtens der KSA vom 17.3.81, KSA 14/49). Druckbehälter versagt) auszugehen? Wieviel Radioaktivität
Für die parlamentarische Beratung der Rahmenbewilligung kann im schlimmsten Fall austreten?
für das Kernkraftwerk Kaiseraugst legte die HSK am 24. Juni 3. Offenbar sind auch für die Schweizer AKW Risikoanaly-
1982 den «Technischen Bericht über die seismotektoni- sen erarbeitet worden. Von wem und von wann stammen sie
schen Verhältnisse am Standort Kaiseraugst» vor (HSK 14/ (für welche Werke)? Ist der Bundesrat bereit, sie öffentlich
13). Diesen Bericht verfasste die HSK in enger Zusammenar- zugänglich und damit diskutierbar zu machen (wie dies z. B.
beit mit den Experten des Ingenieurbüros Basler & Hof- in der Bundesrepublik Deutschland geschehen ist und ge-
mann. Diese Firma ist seit vielen Jahren als Experte des schieht)?
Bundes für Fragen der Seismik und der Bautechnik beim 4. Besondere Probleme stellen sich beim AKW Mühleberg.
Bau von Kernkraftwerken tätig und verfügt über langjährige Dieses weist noch ein sogenanntes Mark l-System auf, wel-
und anerkannt grosse Kenntnisse und Erfahrungen auf dem ches gemäss amerikanischen Studien den heutigen Anfor-
Gebiet der Seismotektonik. Die Ueberprüfung der tektoni- derungen in keiner Weise mehr genüge (vgl. die Verweise in
.schen Verhältnisse und die Festlegung der Parameter für der «Wochenzeitung» vom 13.2.87). Teilt der Bundesrat die
die Erdbebenauslegung erfolgte somit unabhängig von der Auffassung, dass das AKW Mühleberg die Bewilligungsvor-
Gesuchstellerin und unter Berücksichtigung der neuesten aussetzungen im Sinne von Artikel 5f. Atomgesetz nicht
wissenschaftlichen Erkenntnisse. mehr erfüllt und diese deshalb zu widerrufen ist?
Die von der Gesuchstellerin vorzunehmenden, ergänzenden
Untersuchungen bezüglich allfälliger, für den Standort rele- Texte de l'interpellation du 19 mars 1987
vanter Verwerfungen sind inzwischen angelaufen. Sie wer- A la suite de l'accident de Tchernobyl et vu les enseigne-
den von der HSK verfolgt und nach deren Abschluss begut- ments qui en ont été tirés entre-temps, il s'impose, pour les
achtet. Eine positive Beurteilung dieser Untersuchungen autorités fédérales également, de procéder à une nouvelle
durch die Sicherheitsbehörden ist eine Voraussetzung für évaluation des risques inhérents à l'exploitation des cen-
die Erteilung der Baubewilligung. trales nucléaires suisses. C'est pourquoi je prie le Conseil
fédéral de répondre aux questions suivantes:
Schriftliche Erklärung des Bundesrates 1. A la suite des catastrophes écologiques de ces derniers
Déclaration écrite du Conseil fédéral temps, les milieux scientifiques demandent que l'on revoie à
Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen. fond la théorie du risque sur laquelle se fonde la technologie
moderne (cf. p. ex. le prof. Binswanger, NZZ du 31.12.86).
En matière de risque, il faut à leur avis distinguer entre les
petits incidents qui se produisent fréquemment et les acci-
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Weder-Basel Atomkraftwerk Kaiseraugst. Erdbebensicherheit
Postulat Weder-Bâle Centrale de Kaiseraugst. Protection contre les tremblements de terre
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1988
Année
Anno
Band III
Volume
Volume
Session Herbstsession
Session Session d'automne
Sessione Sessione autunnale
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 06
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 87.349
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 26.09.1988 - 14:30
Date
Data
Seite 1178-1179
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Ref. No 20 016 662
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