SBB Reports 1986 Deficit Amidst Increased Costs and Investments
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Swiss Federal Railways (SBB) reported a deficit of 357 million Swiss francs for 1986, exceeding their budget by 23.6 million, despite a 1.3% increase in passenger numbers and a 1.4% increase in freight tonnage. Factors contributing to the deficit included increased personnel costs, a competitive market environment with favorable fuel prices and increased road vehicle registrations, and a decline in international and transit freight traffic. However, passenger numbers reached a 15-year high, driven by successful promotional offers like the Halbtax subscription and family discounts. The report also detailed significant investments in infrastructure and rolling stock, with a focus on improving service quality and modernizing facilities.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 66 al. 1 LTF, Art. 64 LTF; SBB Reports 1986 Deficit Amidst Increased Costs and Investments: Factors contributing to the deficit included increased personnel costs, a competitive market environment with favorable fuel prices and increased road vehicle registrations, and a decline in international and transit freight traffic. However, passenger numbers reached a 15-year high, driven by successful promotional offers like the Halbtax subscription and family discounts. The report also detailed significant investments in infrastructure and rolling stock, with a focus on improving service quality and modernizing facilities.
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KI-generiertCited for the allocation of costs in the event of an appeal being dismissed.
Cited for the allocation of costs in the event of an appeal being dismissed.
Volltext
CFF. Gestion et comptes 1986 690 N 4 juin 1987
gen, Folge leisten würde, würde man den Weg zu einer Initiative 86.224 (Ruf-Bern)
Einheitsinitiative durchaus nicht versperren. Aber Sie wer-
den nun entscheiden, und Sie müssen wissen, was Sie Steffen: Sie haben dieser parlamentarischen Initiative sehr
wollen. knapp keine Folge gegeben.
Sie wissen: Der Antrag der Mehrheit der Kommission heisst, Ich möchte Sie ermuntern, jetzt der parlamentarischen
den beiden Initiativen keine Folge zu leisten. Sie wissen, Initiative von Herrn Kollege Ruf zuzustimmen, und zwar
dass ich selber der Minderheit angehöre. verweise ich auf Artikel 21quater des Geschäftsverkehrsge-
setzes. Es heisst dort: «Beschliesst der Rat, der Initiative sei
Le président: Nous allons passer aux décisions. Je vous Folge zu geben, so beauftragt er eine Kommission, eine
rappelle qu'il y a deux initiatives parlementaires proposant Vorlage auszuarbeiten.» Und jetzt hören Sie gut zu: Es
l'institution de l'initiative législative, soit celle de M. Jaeger heisst weiter: «Sie kann einen Gegenentwurf vorlegen.» Mit
et celle de M. Ruf. anderen Worten: Alle Damen und Herren - Frau Spoerry
Au sujet de l'initiative de M. Jaeger, un vote à l'appel nomi- unter anderen -, die die Einheitsinitiative befürworten,
nal a été demandé et nous voterons bien sûr ensuite sur müssten jetzt Herrn Ruf zustimmen, und zwar deshalb, weil
l'initiative de M. Ruf. dann die Kommission über die Bücher gehen kann und
ohne weiteres als Gegenentwurf eine solche Einheitsinitia-
Initiative 86.221 (Jaeger) tive bringen könnte.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich noch etwas erklären: Es
Namentliche Abstimmung - Vote par appel nominal wurde vorhin schon davon gesprochen, manchmal kämen
Sachen aus der falschen Ecke. Ich möchte Sie doch bitten,
Für den Antrag der Minderheit stimmen die folgenden Rats- diese Ansicht einmal beiseite zu legen. Es gibt keine falsche
mitglieder: Ecke, sondern es gibt Parlamentarier, die besonders in
Votent pour la proposition de la minorité: solchen Sachfragen Anträge stellen, und die sollte man in
Ammann-St. Gallen, Bäumlin, Biel, Bircher, Blunschy, diesem Rat ernst nehmen, woher sie auch immer kommen.
Bratschi, Braunschweig, Brélaz, Bundi, Camenzind, Carob- Ich möchte Sie sehr höflich bitten, hier ein Gleiches zu tun
bio, Chopard, Christinat, Clivaz, Columberg, Deneys, Dünki, und dieser Initiative von Herrn Ruf zuzustimmen. Dann ist
Eggli-Winterthur, Engler, Euler, Fankhauser, Fehr, Fetz, wirklich alles offen, dann kann gearbeitet werden.
Fierz, Friedli, Gloor, Grendelmeier, Günter, Gurtner, Huba-
cher, Humbel, Jaeger, Jaggi, Keller, Lanz, Leuenberger- Abstimmung - Vote
Solothurn, Leuenberger Moritz, Longet, Maeder-Appenzell,
Magnin, Maître-Genève, Mauch, Meier Fritz, Meizoz, Meyer- Für den Antrag der Minderheit 53 Stimmen
Bern, Morf, Müller-Aargau, Müller-Bachs, Nauer, Neukomm, Für den Antrag der Mehrheit 80 Stimmen
Oehen, Oester, Ott, Pitteloud, Rebeaud, Rechsteiner,
Renschier, Riesen-Fribourg, Robbiani, Ruch-Zuchwil, Ruf-
Bern, Ruffy, Seiler, Soldini, Stamm Judith, Stamm Walter,
Stappung, Steffen, Uchtenhagen, Vannay, Wagner, Weber #ST# 87.027
Monika, Weber-Arbon, Weder-Basel, Wick, Widmer, Zehn-
der, Zwygart (78)
SBB. Geschäftsbericht und Rechnungen 1986
Für den Antrag der Mehrheit stimmen die folgenden Rats- CFF. Gestion et comptes 1986
mitglieder:
Votent pour la proposition de la majorité: Botschaft und Beschlussentwurf vom 29. April 1987 (BBI II, 697)
Aliesch, Allenspach, Ammann-Bern, Aregger, Baggi, Basler, Message et projet d'arrêté du 29 avril 1987 (FF II, 705)
Blocher, Bonnard, Bonny, Bremi, Bühler-Tschappina, Bürer-
Walenstadt, Candaux, Cantieni, Cavadini, de Chastonay,
Cincera, Cottet, Cotti, Couchepin, Coutau, Dubois, Dupont,
Eggly-Genève, Eisenring, Eppenberger-Nesslau, Etique, Fei-
genwinter, Fischer-Hägglingen, Fischer-Sursee, Flubacher, Kühne, Berichterstatter: Ich habe Ihnen über Geschäftsbe-
Frey, Früh, Gautier, Geissbühler, Giger, Giudici, Graf, Mari, richt und Rechnung der SBB 1986, also über die Vergangen-
Hess, Hofmann, Hösli, Houmard, Hunziker, Iten, Jeanneret, heit, zu berichten. Trotzdem darf ich Ihnen eine Aktualität
Jung, Kohler, Kühne, Landoli, Loretan, Lüchinger, Marti- melden. Eine Million Halbtaxabonnemente sind verkauft -
gnoni, Massy, Mühlemann, Müller-Scharnachtal, Müller- und zwar viel schneller, als wir es zu hoffen wagten. Das ist
Meilen, Müller-Wiliberg, Nebiker, Neuenschwander, Oehler, nun heute offiziell und der millionste Kunde wird heute
Ogi, Perey, Pfund, Reich, Reichling, Revaclier, Ruckstuhl, nachmittag gefeiert. Die von uns am 19. Juni 1986 beschlos-
Rutishauser, Rüttimann, Sager, Salvioni, Savary-Fribourg, sene Tarifvergünstigung ist also ein voller Erfolg. Die Bah-
Savary-Vaud, Schärli, Schmidhalter, Schnider-Luzern, nen verzeichnen Frequenzzunahmen und auch eine Steige-
Schule, Schwarz, Segmüller, Spoerry, Steinegger, Stucky, rung des Marktanteiles.
Thévoz, Tschuppert, Uhlmann, Villiger, Weber-Schwyz, Wel- Nun aber zum Geschäftsbericht 1986. Die Verkehrskommis-
lauer, Wyss, Ziegler, Zwingli (92) sion hat das Geschäft am 12. Mai behandelt und zur Kennt-
nis genommen, dass bei Erträgen von 3,903 Milliarden und
Der Stimme enthalten sich - S'abstiennent: Aufwendungen von 4,260 Milliarden Franken ein Fehlbetrag
Auer, Grassi, Künzi, Pini (4) von 356,8 Millionen Franken resultiert. Das Ergebnis ist um
23,6 Millionen Franken schlechter ausgefallen als der Vor-
Abwesend sind - Sont absents: anschlag. Der Trend zu jährlich besseren Abschlüssen, der
Aubry, Berger, Borei, Butty, Darbellay, Dirren, Eggenberg- sich seit 1982 einstellte, ist damit vorerst unterbrochen wor-
Thun, Eng, Gehler, Herczog, Martin, Nef, Nussbaumer, Petit- den. Auffallendstes Merkmal ist das Zurückbleiben der Ver-
pierre, Pidoux, Reimann, Rime, Risi-Schwyz, Röthlin, Rubi, kehrserträge hinter den offensichtlich zu hoch gesteckten
Schnyder-Bern, Spalti, Wanner, Weber Leo, Zbinden (25) Budgetzielen. Andererseits konnte die Kostenentwicklung in
engen Grenzen gehalten werden. Der Aufwand stieg ledig-
Präsident Cevey stimmt nicht lich um 2,6 Prozent. Generaldirektor Latscha hat vor der
M. Cevey, président, ne vote pas Kommission darauf hingewiesen, dass die Konkurrenzsitua-
tion für die Bahnen nicht leicht ist. Die Treibstoffpreise sind
für Personenwagen und Nutzfahrzeuge ausserordentlich
günstig. 1986 wurde zudem eine Rekordzahl von Neuzulas-
sungen bei den Strassenfahrzeugen verzeichnet. Die
4.Juni 1987 691 SBB. Geschäftsbericht und Rechnungen 1986
Schliessung von Autobahnlücken hat dem Individualverkehr ausgeschöpft werden. Die Personalreduktion ist auf ver-
Vorteile und Erleichterungen gebracht. So kann z. B. festge- schiedene Rationalisierungsmassnahmen zurückzuführen.
stellt werden, dass seit der Eröffnung der Nordumfahrung Andererseits klagen die Verantwortlichen über Rekrutie-
Zürich Frequenzeinbussen bei den entsprechenden Bahn- rungsprobleme, namentlich in den Agglomerationen Genf
stationen eingetreten sind. Der Streik der französischen und Zürich. Die zunehmenden Schwierigkeiten auf dem
Staatsbahnen hat sich ebenfalls negativ auf die SBB ausge- Arbeitsmarkt, qualitativ und anzahlmässig genügend Leute
wirkt. Beim Personenverkehr konnte mit 228,5 Millionen zu finden und die Abgänge zu ersetzen, werden zu einer
beförderten Personen das höchste Ergebnis seit 15 Jahren ernsten Sorge. Die vom Bundesrat nachträglich bewilligte
erreicht werden und dies trotz Einbussen im internationalen höhere Teuerungszulage bewirkte für die SBB zusätzlich
Verkehr. Der Binnenverkehr hat um 2 Prozent zugenommen. 12 Millionen Franken Kosten. Auffallend ist die Zunahme der
Dabei liegen die Streckenabonnemente und die Gruppenrei- Position Honorare um 29,1 Prozent. Die Erhöhung ist die
sen über dem Durchschnitt. Besondern Anklang fanden die Folge einer vergrösserten Anzahl Vorprojekte, welche bis zu
Familienvergünstigungen, stiegen doch die Familienreisen einem allfälligen Bauentscheid der Unternehmungserfolgs-
um 35 Prozent. Die Einführung des 5-Franken-Tarifs hat bei rechnung belastet werden. Diese Zunahme ist also gewis-
Urlaubern der Armee eine Verdoppelung des Schienenan- sermassen Vorbote einer verstärkten Investitionstätigkeit in
teils bewirkt. Die Möglichkeit zum vorzeitigen Bezug des den kommenden Jahren. Die Investitionsrechnung ist um
vergünstigten Halbtaxabonnements ab I.November 1986 127 Millionen auf 1,138 Milliarden Franken angestiegen.
förderte den Absatz dieses Fahrausweises stark. Dadurch Dabei blieb die Investitionstätigkeit infolge Kapazitätseng-
wurde das Ergebnis 1986 um etwa 11 Millionen Franken pässen bei Planung und Ausführung bei den Bahnanlagen
verbessert. Die entsprechenden Verkehrsleistungen werden deutlich hinter dem Voranschlag zurück, während sie bei
aber zum überwiegenden Teil erst 1987 erbracht. Die Gene- den Fahrzeugbeschaffungen darüber liegt. Das Beschaf-
raldirektion SBB verzichtet auf eine Abgrenzung, da dies zu fungsprogramm des Rollmaterials hat eine Beschleunigung
kompliziert und zu aufwendig wäre. erfahren, was der Attraktivitätssteigerung dient. Als Beiträge
Der Güterverkehr bereitet einige Sorgen. Die Erträge sta- Dritter konnten 189 Millionen Franken verbucht werden.
gnieren auf dem Vorjahresniveau. Die Verkehrsmenge stieg Den Löwenanteil leistete der Kanton Zürich mit 135 Millio-
um 1,4 Prozent auf 45,1 Millionen Tonnen. Die Entwicklung nen als Beitrag an die S-Bahn.
verlief jedoch sehr unterschiedlich. Binnenverkehr und Im- In der Investitionsrechnung ist erstmals eine Tranche von
portverkehr haben dank günstiger Wirtschaftsentwicklung 36 Millionen Franken des Zusatzbudgets Umweltschutz
zulegen können. Export- und Transitverkehr erlitten merkli- enthalten. Damit soll die Modernisierung von Rollmaterial
che Einbussen. Die verminderten Schrotttransporte durch und Bahnhofanlagen beschleunigt werden.
unser Land brachten allein einen Ausfall von 7 Millionen Die Abschreibungen erreichten 503 Millionen Franken. Der
Franken. Im Transitverkehr wirkt sich namentlich für durchschnittliche Abschreibungssatz beträgt 3,3 Prozent,
Lebensmittel die ungenügende Leistungsqualität, bedingt für das Rollmaterial ist er bei 4 Prozent angesetzt.
durch die veraltete Infrastruktur, zunehmend negativ aus. Die Verkehrskommission hat sich über die Entwicklung im
Verwaltungsrat und Generaldirektion der SBB vertreten die ersten Quartal 1987 orientieren lassen. Der Güterverkehr
Ansicht, dass neben genügender Kapazität die Leistungs- bekundet Mühe, auf Touren zu kommen, und das Zwischen-
qualität durch kürzere Transportzeiten - also aufgrund einer ergebnis liegt leicht unter den Vorjahreszahlen. Erfreulich
neuen Eisenbahnalpentransversale - eine wesentliche Vor- lässt sich jedoch der Personenverkehr an. Ich habe Ihnen
aussetzung für merklich höhere Verkehrsanteile des Transit- schon gesagt, dass bereits jetzt eine Million Halbtaxabonne-
verkehrs bildet. mente im Umlauf sind - gegenüber 550 000 im ganzen Jahr
Bundesrat Schlumpf wies im Rahmen der Kommissionsver- 1986. Zur Klarstellung sei gesagt, dass die Aktion der soge-
handlung ebenfalls - namentlich im Hinblick auf die ver- nannten «Gratis-Abonnemente» für das Bundespersonal
kehrspolitische Lage in Europa - auf die Bedeutung eines erst 1988 in Kraft treten wird. Bisher sind es also echte
leistungsfähigen Angebotes für den Transitverkehr hin. 40- Verkäufe. Ertragsmässig liegt der Personenverkehr merklich
Tonnen-Lastwagen mit 4 m Eckhöhen müssen verladen und über den Vorjahreszahlen, und zwar mit Erträgen, die am
zügig durch unser Land geschleust werden können. Das ist Markt erzielt wurden, ohne die Ausgleichszahlung, die der
ebenfalls nur mit einer neuen Eisenbahnalpentransversale Bund für die Tarifreduktion noch zu leisten hat. Bedingt
möglich. Die Alternative wäre eine starke Zunahme des durch den zusätzlichen Kauf von Abonnementen und Tages-
Strassentransitverkehrs mit allen negativen Folgen. Die Son- karten in den ersten Monaten des Jahres kann sich das
derregelungen und Beschränkungen der Schweiz bezüglich Ergebnis möglicherweise noch etwas nach unten korrigie-
Gewicht und Fahrzeit werden von unsern Nachbarn dauernd ren. Aber sicher ist, dass gemäss Zählungen jetzt der Markt-
weniger geschätzt, und die Gefahr von Retorsionen ist anteil der Schiene um 2 bis 3 Prozent gestiegen ist und dass
latent. Heute liegt in der Verbesserung des Huckepack- ebenfalls als Ergebnis von Zählungen in den Zügen eine
Angebots der einzige Verhandlungsspielraum für unser Frequenzzunahme von 10 Prozent nachgewiesen werden
Land. kann. Die Massnahmen zur Förderung des öffentlichen Ver-
Bei Cargo-Domizil konnte eine Mengenzunahme von 4 Pro- kehrs tragen also somit ganz eindeutig erste Früchte. Gene-
zent verzeichnet werden. Die Erträge sanken aber gleichzei- raldirektor Latscha zeigte sich zuversichtlich, dass die SBB
tig um 3 Prozent. Dies ist auf den Preiskampf zurückzufüh- den Beitrag an die Infrastruktur von 211 Millionen Franken
ren. Um Transportaufträge zu erhalten, müssen teilweise 1987 erwirtschaften können.
preisliche Zugeständnisse gemacht werden. Die Kostendek- Wie schon letztes Jahr wurde die Jahresrechnung zusätzlich
kungsgrade haben sich denn auch zwischen 1983 und 1985 von einem aussenstehenden Treuhandunternehmen
unterschiedlich entwickelt. So ist im Personenfernverkehr geprüft. Schwerpunkte in der Abschlussrevision waren
der Deckungsgrad von 90 auf 96 Prozent gestiegen, im Bestandes- und Bewertungsprüfungen der Bilanz- und Inve-
regionalen Verkehr jedoch von 28 auf 24 Prozent gesunken. stitionsrechnung, verbunden mit stichprobenweisen Zusam-
Der eigentliche Kostenträger früherer Jahre, der Wagenla- menhangsprüfungen zur Unternehmungserfolgsrechnung.
dungsverkehr, hat ebenfalls eine Einbusse erlitten, nämlich Das Ergebnis ist auf Seite 56 des Geschäftsberichtes festge-
von 72 auf 67 Prozent. Zulegen konnten hingegen der Huk- halten. Im Rahmen von Vorrevisionen wurden die Bereiche
kepackverkehr von 53 auf 60 und Cargo-Domizil - also Verkehrskontrolle, Abrechnung Personenverkehr, Kredito-
ehemaliger Stückgutverkehr-von 36 auf 44 Prozent. Uebri- renzahlungen, Garantierückbehalte, Eventualverpflichtun-
gens möchte ich darauf hinweisen, dass Sie mit den Parla- gen, Eröffnungsbilanz und Sparkasse sowie bei der Kreisdi-
mentarierinformationen sehr gute Fakten und Zahlen erhal- rektion Zürich die Kreditorenerfassung in der Abteilung
ten haben. Betrieb, Verwaltung und Bau geprüft. In einem Management
Bei den Aufwandpositionen führte der gegenüber 1985 um Letter wurde auf einige Mängel bei der Buchungspraxis bei
90 Einheiten kleinere Personalbestand zu Einsparungen. vorsorglich erworbenen Liegenschaften, auf einen nicht ver-
Für Besoldungen musste der budgetierte Betrag nicht voll buchten Kursverlust, der nun der Rechnung 1987 belastet
CFF. Gestion et comptes 1986 692 N 4 juin 1987
wird, sowie auf eine Risikoposition im Zusammenhang mit bout du tunnel, eh bien patience, celui-ci est un peu plus
dem Verkauf von alten Eisenbahnwagen hingewiesen. long que prévu, mais la lueur de meilleurs résultats pointe à
Die Verkehrskommission hat Anstrengungen unternommen, l'horizon, j'en suis persuadé.
um ihre Aufgabe als Kontrollorgan der SBB zu verbessern Les CFF ont transporté 228,5 millions de voyageurs, ce qui
und zu verstärken. Dies ist namentlich für die neuen Instru- est un record. Le trafic augmente sur le plan national mais
mente des Leistungsauftrages 1987 von grosser Bedeutung. pas dans les liaisons internationales. C'est donc 1,3 pour
Ich möchte nur auf die Infrastrukturerfolgsrechnung und die cent de voyageurs qu'on peut compter en plus, alors que les
damit zusammenhängenden Abgrenzungsfragen sowie auf marchandises, elles, stagnent malgré un tonnage en hausse.
die Bemessung des Beitrages der SBB an die Infrastruktur- Il faut dire qu'on a dépensé plus dans le secteur du person-
aufwendungen hinweisen. Um die Wirkung zu verbessern, nel et qu'on a davantage investi: 1138 millions, dont 948 à la
hat die Verkehrskommission drei Sektionen gebildet. Jede charge de la grande régie, c'est-à-dire 12 pour cent de plus
hat den Bereich eines Departementes der Generaldirektion qu'en 1985.
zu bearbeiten. Alle Sektionen haben ihre Arbeiten aufge- Alors que se passe-t-il? M. le Directeur Latscha l'a dit, la
nommen, und es zeigt sich, dass dieses Vorgehen zweck- concurrence de la route est forte, très forte, le détournement
mässig ist. Als erste Schwerpunkte wurden folgende The- de Zurich n'arrange pas les gares périphériques de la
men ausgewählt: Sektion 1 unter Leitung von Herrn Stein- région, la fréquentation a été moins bonne, les grèves fran-
egger: Kompetenzen der Bundesversammlung im Bereich çaises ont eu une influence négative sur les résultats finan-
des Voranschlages, insbesondere bei Tarifen und Einzelin- ciers. On l'a dit, le trafic intérieur a pris deux points, les
vestitionen; Berechnungsweise für den Anteil der Bundes- voyages en famille - et c'est réjouissant - augmentent de
bahnen am Infrastrukturaufwand; Berechnungsweise für die 35 pour cent, les abonnements à demi-tarif s'arrachent puis-
Abgeltung der gemeinwirtschaftlichen Leistungen; Berech- que 900 000 étaient vendus au début de mai contre 550 000
nungsweise für die Abgeltung der gezielten Tariferleichte- en tout pour l'an dernier. C'est un bon présage pour cette
rungen; Aufgaben der Abteilung Revision und Organisation année, mais les faits sont ce qu'ils sont: le résultat de 1986
der SBB. Sektion 2 unter der Leitung von Herrn Meizoz: n'est pas bon.
Liegenschaftswesen und kommerzielle Nutzung. Sektion 3 Si l'on compare les CFF avec les régies étrangères, on est
unter der Leitung von Herrn Schmidhalter: Investitionspla- obligé de constater que ce sont eux qui ont la meilleure
nung; Controlling und Revision im Bereich Investitionen moyenne entre le trafic voyageurs et marchandises. Ce sont
sowie Ueberprüfung der 1986 getätigten Investitionen. Die les seuls en Europe occidentale qui ne sont pas descendus
Vertreter des Departementes und die Generaldirektion SBB en dessous de la ligne fatidique. En trafic voyageurs, les
haben den Sektionen die gewünschten Unterlagen zur Ver- Chemins de fer fédéraux enregistrent une augmentation de
fügung gestellt, und die Aussprachen waren offen und inter- 1,7, les chemins de fer allemands, 2,1, les chemins de fer
essant. Die Fortsetzung und Erweiterung dieser Prüfungstä- italiens 2,7, la SNCF subit une perte de 0,5 et les chemins de
tigkeit ist teilweise schon festgelegt oder wird es in den fer autrichiens se maintiennent au statu quo. Pour le trafic
nächsten Tagen. marchandises, les chemins de fer fédéraux sont en hausse
Zum Abschluss möchte ich Leitung und Personal der SBB de 1,4, alors que les chemins de fer allemands (- 5,5), italiens
danken. Obwohl das Geschäftsergebnis leider schlechter (- 0,4), français (- 9,9) et autrichiens (- 5,5) enregistrent des
ausgefallen ist als im Vorjahr, wurden doch umfangreiche baisses. Je crois que cette comparaison est encourageante,
Anstrengungen unternommen. Eine bedeutende amerikani- il suffit d'y croire et de continuer dans cette direction.
sche Zeitschrift hat mittels Leserumfrage die SBB als Bahn- C'est dans le secteur du transport des marchandises que la
transportunternehmung mit dem ersten Rang ausgezeich- situation est la plus grave. Il faut trouver un remède pour
net- hinsichtlich Pünktlichkeit, Sauberkeit und Freundlich- charger plus sur nos wagons marchandises, on a encore
keit des Personals. Ich möchte mich dieser Anerkennung trop l'habitude de recourir partout au camion. Il faut amélio-
anschliessen und vor allem auch den treuen Bahnkunden rer les structures de transports, moderniser les véhicules,
danken. les rendre plus compétitifs pour le chargement et pour les
Die Verkehrskommission empfiehlt Ihnen einstimmig, dem destinations prévues. On doit pouvoir commander dans des
Bundesbeschluss über die Rechnung und den Geschäftsbe- délais plus brefs, être servi plus rapidement, on doit s'adap-
richt der Schweizerischen Bundesbahnen für das Jahr 1986 ter au goût du client et surtout éviter trop de complications
zuzustimmen. bureaucratiques. Si le chargement est rendu facile partout
dans nos gares CFF, cela ira de mieux en mieux. Le service
M. Massy, rapporteur: Chaque année, quand la nature cargo domicile fonctionne correctement pour le tonnage
éclate au soleil printanier, la grande régie fédérale des CFF mais il baisse de 3 pour cent en recettes. Il faut encore
ouvre tout grand ses comptes et présente la gestion de son laisser à cette section toute nouvelle le temps de s'adapter à
entreprise. Ce message a donc été étudié minutieusement la clientèle. Je dois dire que dans ma région, par exemple,
par la Commission des transports et du trafic, présidée par cargo domicile a fait un grand pas en avant et fonctionne à
M. Kühne. Deux jours ont été nécessaires, et fait nouveau, la entière satisfaction.
commission s'est scindée en trois sous-groupes pour étu- On l'a dit et je le répète, les investissements sont montés.
dier plus à fond certaines parties de la gestion, afin de Pour être concurrentiel il faut s'adapter. Relevons en pas-
pouvoir mieux disséquer les différents services, de se rendre sant la part du lion que reçoit la région de Zurich avec
compte de certains résultats et de pouvoir proposer d'éven- 135 millions pour le S Bahn, et sur le plan de l'environne-
tuels remèdes. J'y reviendrai par la suite. ment 36 millions ont été dépensés pour mieux adapter le
Venons-en aux faits, ou plutôt aux chiffres. Je me bornerai à trafic à la nature du pays.
un strict minimum, le message étant suffisamment clair. Je reviens sur les trois sous-groupes de la commission qui
Pour diverses raisons, qui se tiennent du reste, ce n'est pas ont étudié chacun certaines sections de l'administration. La
un bouquet réjouissant de bénéfices qu'on nous offre, c'est sous-comission Steinegger, par exemple, s'est occupée des
plutôt le problème épineux d'un déficit, prévu d'ailleurs il y a compétences de l'Assemblée fédérale dans le domaine des
près d'un an, une sorte de gerbe printanière avec des CFF, dans le mode de calcul de la contribution des CFF aux
chiffres rouges hélas. Le déficit présenté est de 356 millions, coûts d'infrastructures, ainsi que de l'indemnisation pour
il s'est donc détérioré par rapport à celui de l'année précé- les prestations en faveur de l'économie et des allégements
dente. Les dépenses ont augmenté de 109 millions alors que tarifaires.
les recettes ne suivaient la courbe qu'avec 33,4 millions La deuxième, présidée par M. Meizoz, partant du rapport
d'amélioration. Les CFF ont donc dépassé de 23,6 millions Hayek, s'est occupée des biens-fonds des CFF. Vous le
le déficit budgétisé. Les efforts de gestion de l'entreprise savez, les CFF sont les deuxièmes propriétaires en surface
n'ont pas permis de compenser les effets négatifs des pro- après l'armée suisse. Dans les CFF, une mise en valeur
blèmes structurels du marché des transports. J'avais dit, lors inégale ne permet pas de commercialiser les biens-fonds
d'un rapport précédent sur ces comptes, qu'on arrivait au d'une manière optimale. Il y a un manque de vue d'ensemble
4.Juni 1987 N 693 SBB. Geschäftsbericht und Rechnungen 1986
des projets commercialisables et commercialisés. De plus, durchgeführt; davon entfällt ein grosser Teil auf die Kader-
la valeur d'utilisation est souvent inconnue. C'est une situa- schulung.
tion confuse pour le propriétaire intéressé, les CFF. Par Im Zusammenhang mit der Biga-Anerkennung der Stations-
exemple, pour des négociations et pour la conclusion de lehre wurde für die Lehrmeister ein neuer Lehrplan geschaf-
baux, plusieurs objets situés dans la même gare peuvent fen. Dank der Anwendung neuer Lehrmethoden konnte die
relever de la compétence de services différents de la direc- Ausbildungszeit der Lok-Führer von der Einstellung bis zum
tion générale et des directions d'arrondissement. A la suite selbständigen Einsatz im Streckendienst um einen Drittel
du rapport Hayek, une division du domaine a été créée à la verkürzt werden. Die SBB werden sich weiterhin bemühen
direction générale. De 1982 à 1986, ces efforts ont permis müssen, sich auf allen Gebieten ihres Einsatzbereiches zu
d'augmenter de 44 pour cent les produits des biens-fonds. engagieren.
Les PTT ont déjà exécuté ce travail avec une fiche signaléti- Trotz etwas enttäuschendem Rechnungsergebnis ist festzu-
que de 50 000 immeubles. halten, dass 1986 im Parlament bedeutende verkehrspoliti-
La sous-commission Schmidhalter a concentré son travail sche Weichen gestellt wurden. Ich denke da vor allem an die
sur la planification des investissements, sur le contrôle et la «Bahn 2000», für deren Bekanntmachung beim Bürger wir
révision de ces investissements. Elle siégera en septembre uns im Vorfeld der Abstimmung noch zu arrangieren haben.
prochain encore tant la matière à étudier est complexe. Wir denken aber auch an den Leistungsauftrag 1987 und die
J'entrouvre maintenant une parenthèse pour gagner du verschiedenen Tarifmassnahmen. Die SBB versehen gerade
temps et vous annoncer que le groupe libéral votera la in unserem Land weiterhin eine grosse Aufgabe in der
gestion et les comptes 1986 des CFF. Les libéraux sont pour dezentralen Versorgung. Kundenfreundlichkeit auf allen
une situation claire et nette de la grande régie nationale. Ils Gebieten möge dabei weiterhin -vielleicht da und dort noch
l'avaient exprimé lors du vote sur le mandat de prestations. Il mehr-ihr Leitmotiv sein. Die SBB werden und müssen auch
ne sert à rien de cacher par des artifices un déficit qu'on doit bereit sein, sich nach neuen Strategien auszurichten.
accepter au vu des services rendus par les CFF sur le plan In diesem Sinne beantragt Ihnen die Fraktion der SVP,
national et de l'environnement. Il faut souligner les améliora- Geschäftsbericht und Rechnung für das vergangene Jahr zu
tions intervenues sur le plan de la cadence des trains, de genehmigen.
leur fréquence, de l'amélioration des liaisons, du confort, du
service dans les gares. De plus, on peut citer l'excellente Bircher: Ich glaube, man kann aus dem geäusserten Lob,
collaboration avec le TGV et l'inauguration de la ligne ferro- wie es Herr Massy gemäss einer Umfrage von Travel Holi-
viaire de Cointrin. Les CFF innovent, un peu de patience days zitiert hat, wonach die SBB als Nummer 1 abgeschlos-
pour leur permettre d'atteindre leur but, nous le leursouhai- sen haben, eigentlich die Konsequenz ziehen: wir müssen
tons. Je ferme ici la parenthèse. ein Lob aussprechen gegenüber dem gesamten Personal,
Enfin, au nom de la Commission des transports et du trafic, gegenüber allen Bediensteten auf allen Etagen dieses Bun-
je vous rappelle que les nouvelles dispositions sur les desbetriebes, weil sie es fertiggebracht haben, im harten
comptes et la gestion sont entrées en vigueur au 1er janvier Konkurrenzkampf, auch im Vergleich mit Bundesbahnen
comme annoncé au Parlement. Les premiers mois de 1987 benachbarter Länder oder sogar aus Uebersee, diesen
sont mitigés au vu des mauvaises conditions atmosphéri- ersten Platz einzunehmen. Unsere Fraktion möchte ganz
ques de l'hiver. On peut déjà dire que le trafic voyageurs, ausdrücklich dem Personal dafür danken, dass es an so
pour les trois premiers mois, est en augmentation de verschiedenen Fronten diese Auszeichnung erhalten hat.
13 pour cent alors que le trafic marchandises a baissé de Man kann sicher aber auch dem Betrieb der SBB insgesamt
3 pour cent. im verflossenen Jahr einen guten Ausweis ausstellen. Wir
Je voudrais encore vous signaler un fait réjouissant: un haben erneut Mehrleitungen im Fahrangebot erhalten, und
grand magazine américain publie un sondage sur les com- wir stellen auch fest, dass die SBB insgesamt flexibler
pagnies ferroviaires.mondiales. Ce sont les CFF qui ont geworden sind. Sie sind in der Werbung, im Marketing
obtenu le premier rang pour les qualifications suivantes: aggressiver, sie verstecken sich nicht mehr gegen aussen,
propreté, ponctualité, amabilité et serviabilité du personnel. und sie haben ein Erscheinungsbild entwickelt, das einem
Par conséquent, il ne me reste plus qu'à vous demander, au modernen Transportträger von heute entspricht und auch
nom de la commission unanime, d'accepter la gestion et les notwendig ist. Wir glauben auch, dass es richtig ist, dass die
comptes 1986. SBB nicht monolithisch geführt werden, sondern dass den
Leuten draussen in den Regionen auf den Bahnhöfen ein
Müller-Wiliberg: Die SBB überschritten ihr budgetiertes gewisser grösserer Entscheidungsspielraum, eine gewisse
Defizit im letzten Jahr um 23,6 Millionen Franken. Trotz grössere Freiheit gewährt wird. Hier haben die SBB im
mehr Reisenden - es waren insgesamt 228,5 Millionen, was vergangenen Jahr einige Neuerungen entwickelt, die von
einen Höchststand seit 1971 bedeutet - konnte der Ertrag uns begrüsst werden.
nur um 1,3 Prozent gesteigert werden. Er lag damit rund Man darf auch sagen, dass die Anstrengungen der SBB in
30 Millionen Franken unter der Zielvorgabe. Im internationa- der Werbung, eben auch dank der Leistungen des Perso-
len Verkehr mussten, allerdings in kleinerem Ausmass als in nals, belohnt wurden mit Mehrfrequenzen. Wir hatten letztes
ändern Ländern, Einbussen entgegengenommen werden. Jahr 228,5 Millionen Reisende; das ist ein neuer Rekord seit
Andererseits waren aber bei der Gepäck- und vor allem der 1971. Wir sind überzeugt, dass dieser Rekord einerseits
Motorfahrzeugbeförderung Mehreinnahmen von 1,1 Millio- wegen der Pünktlichkeit der Bahn zustande gekommen ist,
nen Franken zu verzeichnen. Im Inlandgüterverkehr lagen aber auch wegen der eingetretenen Fahrpreisverbilligun-
die Erträge auf dem Vorjahresniveau. Für Investitionen wur- gen. Wir hatten es ja fertiggebracht, endlich die Tariferhö-
den rund 1,138 Millionen Franken, d.h. ein Viertel aller hungen der letzten Jahre zu stoppen. Wir haben mit dem
Ausgaben, berechnet. Halbtaxabonnement sogar - je nachdem, wie jemand die
In der Fraktion der SVP wurde vor allem positiv gewertet, Bahn benutzt - eine mehr oder weniger grosse Verbilligung
dass trotz Arbeitszeitverkürzung von der 44- auf die 42- erreicht, und es freut die SP-Fraktion, dass ihre ursprüngli-
Stunden-Woche auf Mitte letzten Jahres der Personalbe- chen Vorschläge zu den Tarifverbilligungen jetzt doch lang-
stand weiter reduziert werden konnte. Erstaunlich ist dabei sam Allgemeingut geworden sind. Die SBB haben auch mit
die Entwicklung in den letzten 13 Jahren. Wurden bei den den Familienvergünstigungen richtig geschaltet. Wir glau-
SBB 1973 noch 41 000 Personen beschäftigt, so waren es ben, auch hier ist ein Weg beschriften worden, der für
letztes Jahr nur noch 37010. Gemäss Geschäftsbericht Familien fahrpreismässig gesehen gegenüber dem Auto
entlastet die Reduktion des Personalbestandes für das letzte eine echte Alternative aufzeigt.
Jahr die Rechnung um 6,6 Millionen Franken. Erfreulich ist Es scheint uns für die Zukunft wichtig, dass die SBB nicht
auch die Tatsache, dass die Erfahrungen mit dem Ausbil- nachlassen in dieser Tarifpolitik, dass nicht etwa auf Um-
dungszentrum Löwenberg und dessen Auslastung sehr gut und Nebenwegen wieder indirekte Tariferhöhungen
sind. So wurden dort letztes Jahr über 2500 Veranstaltungen zustande kommen. Es hat uns gestört, dass jetzt mit der
CFF. Gestion et comptes 1986 694 N 4 juin 1987
Neukonzeption des Retourbillets, das nur noch für zwei beispielsweise den Wegfall von Zugführern auf gewissen
Tage gültig ist, doch wieder eine indirekte Preiserhöhung Strecken im Agglomerationsverkehr der SBB. Es ist gar
erfolgt, je nachdem, wie jemand die Fahrausweise der SBB nicht so sicher, ob die Kundschaft das auch will, ob sie nicht
benutzt. in höherem Masse dem Sicherheitsaspekt den Vorzug gibt
Wir sind auch der Meinung, dass die SBB dazu Hand bieten und froh ist, wenn ein Zugführer jeden Zug begleitet. Ich
müssen, dass ganze regionale Verkehrsverbünde, dass denke auch an gewisse Stationsschliessungen, Sonntags-
unkomplizierte Einheitsbillets geschaffen werden. Diesbe- schliessungen: Das bringt automatisch wieder eine Ein-
züglich zeigen einzelne Regionen noch Mängel, und da ist schränkung des Billetverkaufs. Ich erinnere Sie auch daran,
es natürlich wichtig, wenn unser Marktleader, die SBB, dass der Schweizerische Eisenbahnerverband an seinem
immer wieder vorangeht und von sich aus keine Erschwe- Kongress Ende Mai in dieser Richtung ganz deutliche Worte
rungen schafft. Schliesslich geht es mit den Tarifen und gesprochen hat. Das Personal, die Basis hat Warnungen
Billets ähnlich wie mit dem Angebot des öffentlichen Ver- ausgesprochen, und es wäre falsch, wenn diese Warnungen
kehrs insgesamt. Sobald die Leute ein Transportsystem von ungehört verhallen würden.
Haus zu Haus benützen wollen und können, so wollen sie Erfreulicherweise haben die SBB versprochen - mindestens
auch eine Fahrkarte, die sie überall benutzen können, die sie kurzfristig für die nächste Zukunft -, die Situation nochmals
einheitlich lösen können und deren Gültigkeit nicht immer genau zu analysieren.
wieder unterbrochen wird von komplizierten Zwischenak- Zum Schluss noch ein Wort zum Güterverkehr: Auch hier
tionen. scheint es uns richtig, wenn die SBB analog dem Personen-
Schliesslich weisen wir - obwohl das jetzt bereits das neue verkehr noch mehr zusetzen könnten. Sie wissen alle, die
Jahr betrifft - auf die eingetretenen Angebotsverbesserun- Strasse hat im Güterverkehrsmarkt zugelegt. Die Anteile der
gen per 31. Mai dieses Jahres hin, wo täglich zwölf Prozent Strassentransporte sind in den letzten Jahren stetig gewach-
zusätzliche Reisezugskilometer angeboten werden. Wir sen. Letztes Jahr sind wieder 15 Prozent mehr Wagentrans-
müssen hier aber deutlich festhalten, dass für das Personal, porte durch den Gotthard festgestellt worden. Da müssen
für den Betrieb insgesamt gewisse Grenzen erreicht sind, sei die SBB einfach auch ihren Teil leisten, um Gütertransporte
es eben, dass das Personal an den Grenzen seiner Lei- vermehrt auf die Schiene zu bringen. Wir haben für die
stungsfähigkeit angelangt ist oder sei es, dass einzelne mittlere oder weitere Zukunft das Rezept mit einer neuen
Strecken, einzelne Knotenbahnhöfe den Mehrverkehr fast Eisenbahnalpentransversale. Aber auch für die nächste
nicht mehr fassen können. Da ist es wichtig, dass wir parallel Zukunft müssen hier vermehrt Leistungen angeboten wer-
zu diesen Angebotsverbesserungen die dringende Inangriff- den. Wir denken an die Verbilligung der begleiteten Trans-
nahme von Investitionen, von Streckenausbauten, aber porte, also Huckepack- oder Container-Transporte auf der
auch von Rollmaterialverbesserungen von unserer Seite aus Schiene. Es wäre falsch, wenn die SBB hier einer falschen
immer wieder zügig unterstützen. Sie kennen den ersten Eigenwirtschaftlichkeit nachträumten, wenn sie meinen, alle
gefällten Entscheid zu «Bahn 2000» ja noch bestens. Hier Betriebskosten müssten unbedingt auch mit den Tarifen
werden hoffentlich bald die entsprechenden Investitionen gedeckt werden. Heute wird bei den Transporteuren sehr
und Rollmaterialverbesserungen folgen. Aber auch da ist es hart kalkuliert. Wenn ein Lastwagentransport eben günsti-
von unserer Seite aus wichtig, dass wir in unseren Bemü- ger kommt - neben Zeitfaktor und anderen Elementen -,
hungen - besonders wenn die eidgenössischen Wahlen im entscheidet man sich einfach für die Strasse. Die Hucke-
Herbst vorbei sind - nicht nachlassen und bei der Dezem- packverbilligungen sind angelaufen; leider sind aber in
ber-Abstimmung uns nicht verstecken hinter unserem anderen Bereichen - beispielsweise bei den Containertrans-
Entscheid, der hier in der Bundesversammlung doch mit porten - noch keine entsprechenden Preisreduktionen
einem sehr grossen Mehr gefällt worden ist. Wir sollten uns angeboten worden. Wir wissen auch, dass die Lastwagen
aber auch nicht verstecken hinter unserer Aufgabe zu erklä- beträchtliche Schadstoffanteile verursachen; das ist uns von
ren, was «Bahn 2000» ist, dass eben nicht - wie es teilweise der Diskussion des Luftreinhaltekonzeptes her noch in
von den Gegnern immer wieder demagogisch behauptet bester Erinnerung. Hier müssen wir aus einer gesamtpoliti-
wird - nur wenige Neubaustrecken profitieren werden, son- schen Ueberlegung, unter Einbezug von Umwelt- und
dern dass es ein totales Angebotsverbesserungskonzept für Energieaspekten, versuchen, vermehrt den Gütertransport
alle Strecken, für alle Bevölkerungskreise, für alle Regionen auf die Schiene zu bringen. Wir hoffen, dass die SBB paral-
unseres Landes ist. lel zu den Anstrengungen im Personenmarkt auch beim
Ich habe erwähnt, dass die Mehrleistungen der SBB beim Gütertransport solche Impulse setzt. j
Personal auf gewisse Grenzen stossen. Ich will das im Per- Insgesamt sind wir mit der Entwicklung der Bundesbahnen
sonalbestand aufzeigen, der entgegen der Budgetzahl letz- zufrieden. Die SP-Fraktion beantragt Ihnen, den Geschäfts-
tes Jahr wieder um über 500 Personaleinheiten abgenom- bericht zu genehmigen.
men hat. 1983 zählten die SBB 39000 Mitarbeiter, heute
sind es noch ungefähr 37 000 Angestellte. Das ist eine Per- M. Carobbio: Le groupe du PdT, PSA, POCH votera la ges-
sonalentwicklung, die uns zu Bedenken Anlass gibt. Vom tion et les comptes 1986 des chemins de fer. Cela ne signifie
Personal wird immer mehr verlangt. Die Produktivität konnte pas que nous n'avons aucune remarque à exprimer quant à
entsprechend stetig angehoben werden. Man musste aber la gestion et à la politique, en général, des transports ferro-
in dieser Zeitphase auch noch die Arbeitszeitverkürzung viaires en Suisse. Notre groupe n'ayant pas eu la possibilité
einberechnen. Das Dümmste wäre, wenn jetzt die SBB unter d'examiner dans le détail le rapport de gestion en discus-
einem solchen Rationalisierungsdruck, unter einem solchen sion, puisqu'il n'est pas représenté au sein de la commis-
Kostendruck mit Personalabbau dann langsam auch wieder sion, sera peut-être même obligé de soulever des questions
dazu übergingen, Rationalisierungen vorzunehmen, die qui ont déjà fait l'objet de réponses lors des séances de
auch die Kundendienste abbauen. Das lehnen wir strikte ab. commission. Ce n'est pas notre faute, mais je vous prie de
Entweder soll man mit genügend Personal die Leistungen m'en excuser.
der SBB aufrechterhalten, was das Beste wäre, oder dann ist Cela dit, à propos de la gestion des CFF et en se limitant aux
eben - wenn diese Leistungen nicht mehr aufrechterhalten questions principales, à mon avis, il y a quatre aspects à
werden können - der Personalbestand wieder zügig aufzu- prendre en considération. Premièrement, l'évolution et l'ap-
stocken. Gemäss Budget wären ja 550 Personaleinheiten plication de la politique fédérale en matière de transports
mehr bewilligt gewesen. ferroviaires; deuxièmement, l'offre des chemins de fer à la
Es ist auch zweifelhaft, ob die Kunden insgesamt die Ratio- clientèle; troisièmement, la politique du personnel; quatriè-
nalisierungen, wie sie teilweise angestrebt und jetzt auf den mement, les données financières de la gestion des chemins
Fahrplanwechsel eingeführt wurden, einfach hinnehmen. Es de fer.
wäre sehr schade, wenn der Goodwill, der jetzt aufgrund des Avant d'examiner dans le détail les quatre points précités,
Halbtaxabonnements und anderer Aktionen der SBB une considération préliminaire s'impose. Cette année, notre
entstanden ist, wieder mutwillig zerstört würde. Ich erwähne jugement sur la gestion des chemins de fer et, en général,
4. Juni 1987 N 695 SBB. Geschäftsbericht und Rechnungen 1986
sur la politique des transports ferroviaires, est beaucoup l'offre a atteint les limites quant à la disponibilité suffisante
plus nuancé et positif que d'habitude. En effet, nous consta- et efficace du matériel roulant. On doit s'attendre, de la part
tons avec satisfaction - comme d'autres du reste - que du Conseil fédéral et de la régie, à des demandes plus
l'esprit dans lequel sont abordés les problèmes liés au précises pour améliorer la situation dans ce domaine.
transport ferroviaire et public en général, notamment l'an- En ce qui concerne les tarifs, malgré les améliorations, nous
née dernière, tant de la part des chemins de fer que de celle estimons qu'il faudrait faire encore plus. Le prix des trans-
du Parlement et du Conseil fédéral, a beaucoup changé. On ports ferroviaires, malgré les initiatives prises, n'est pas
a assisté à une plus grande disponibilité en faveur du renfor- encore suffisamment concurrentiel. Voilà pourquoi je
cement du rôle des transports publics et ferroviaires. On a demande au Conseil fédéral de nous dire ce qu'on pourrait
surtout relevé que les responsables politiques et de la ges- envisager en plus de ce qui a déjà été fait pour améliorer
tion ont obtenu les moyens pour améliorer ces derniers. Les ultérieurement la situation.
décisions prises par ce Parlement en matière de politique J'en viens au troisième point cité qui est le plus délicat et
coordonnée des transports, en faveur de projets de nou- négatif. En effet, la situation ne semble pas très bonne dans
velles lignes ferroviaires (RAIL 2000) et de la politique tari- le domaine de la politique du personnel. Il suffit de rappeler
faire vont dans ce sens. Nous pouvons donc dire que nous à ce propos quelques données qui sont citées dans le
avons l'impression d'être sur la bonne voie, même s'il reste rapport. D'un côté, il y a l'augmentation de l'offre - on parle
encore beaucoup à fai re. Nous souhaitons que l'on continue d'une augmentation de 12 pour cent - ce qui signifie un
dans cette direction. accroissement de travail pour le personnel et, de l'autre
Lorsqu'on examine l'évolution et l'application de la politique côté, on mentionne la diminution des effectifs des CFF. On a
fédérale en matière de transports - c'est le premier point passé d'environ 38 000 employés à 37 000. Comme si cela
que j'ai cité - on se réjouit, comme je viens de le dire, de ne suffisait pas, les chemins de fer, dans leur volonté appré-
toutes les mesures prises ces derniers temps pour favoriser ciable mais peut-être excessive de rationalisation, entendent
les transports ferroviaires par rapport aux transports rou- pousser encore plus loin les mesures de réduction du per-
tiers. On peut dire que l'accueil - en guise d'exemple - sonnel. Je pense à la décision de supprimer les contrôleurs
rencontré par l'abonnement à 100 francs auprès de la popu- sur les lignes principales et à d'autres éléments de rationali-
lation est la preuve du bien-fondé de ces choix. Toutefois, il sation. Cela entraîne une augmentation des cadences, des
demeure encore certains secteurs où il faudrait, soit faire conditions de travail plus difficiles qui s'ajoutent aux condi-
davantage, soit accélérer les étapes. tions salariales du personnel des chemins de fer qui sont en
Je rappelle en particulier deux problèmes, afin de connaître retard sur les conditions salariales de l'économie privée. Je
l'opinion du chef du département. Premièrement- on en a voudrais dire en passant que ce n'est pas moi qui fais cette
déjà longuement discuté dans ce plénum - la réalisation de constatation, c'est notre ministre des finances, M. Stich,
la transversale alpine. Je sais que des décisions ont déjà été conseiller fédéral, qui a dit clairement, lors du dernier
prises, mais je souhaite que des propositions concrètes congrès du syndicat des cheminots, que les salaires des
soient présentées le plus rapidement possible au Parlement. employés des chemins de fer accusent de graves retards par
Je demande donc à M. Schlumpf s'il peut nous fournir des rapport aux salaires offerts dans l'économie privé. Or, si l'on
informations complémentaires à celles qui sont déjà en veut atteindre complètement l'objectif visé, à savoir rendre
notre possession. les chemins de fer toujours plus attrayants et plus efficaces,
Deuxièmement - cet élément a déjà été rappelé par M. Bir- il ne faut pas oublier le problème des conditions de travail
cher - la question du transport des poids lourds et des du personnel fédéral. Il est indispensable par conséquent,
marchandises et, surtout, du trafic de transit. Ce que l'on a dans l'intérêt du bon fonctionnement de la régie, d'une part
fait jusqu'à présent est nettement insuffisant. Je rappelle ici de réexaminer la question de l'utilisation du personnel - il
un exemple qui concerne directement le Tessin et le me paraît difficile de pousser plus loin la diminution des
Gothard. M. Schlumpf connaît la situation. L'autoroute du effectifs du personnel et la rationalisation a des limites
Gothard est toujours plus empruntée par les poids lourds insupportables pour le personnel - et, d'autre part, d'abor-
avec les conséquences que l'on peut imaginer du point de der rapidement le problème de l'amélioration des conditions
vue du trafic et de l'environnement. Les chemins de fer ont salariales. J'attends avec beaucoup d'intérêt la réponse du
cherché à offrir une alternative avec le ferroutage. M. Bir- représentant du Conseil fédéral à ce sujet. De toute manière,
cher vient d'affirmer - je partage son avis - qu'elle n'a pas notre groupe soutient clairement les revendications qui ont
encore donné de résultat. Cela est probablement dû à un été avancées par les cheminots intéressés lors de leur der-
problème de politique générale. Il faut étudier des mesures nier congrès.
plus contraignantes et plus efficaces. Pour conclure, en ce qui concerne le dernier point men-
Le Conseil fédéral ne pense-t-il pas que le moment est venu tionné, c'est-à-dire l'aspect financier et les chiffres rouges
de prendre des décisions très importantes au niveau soit de des comptes 1986, je n'ajouterai pas grand-chose car
la politique des prix, soit au niveau de l'obligation de l'utili- j'estime que les explications données par les rapporteurs
sation du transport ferroviaire, de manière à inciter le trans- sont suffisamment claires. Notre position est précise: nous
port de marchandises de transit et les poids lourds à utiliser considérons que c'est une situation assez normale en ce
le chemin de fer? Je crois que cette attitude s'impose dans sens que c'est le résultat d'un côté du retard des chemins de
l'intérêt de la protection de l'environnement, de la sécurité fer par rapport au trafic privé et d'un autre côté du fait que
de nos autoroutes, mais également, en définitive, dans celui les mesures d'amélioration des chemins de fer n'en sont
du chemin de fer qui pourrait reconquérir une partie du qu'à leur début. Nous ne nous étonnons guère par consé-
marché du trafic des marchandises qu'il a perdu ces der- quent qu'on soit encore dans les chiffres rouges. Du reste, je
niers temps. rappellerai encore une fois que les chemins de fer sont un
Voilà un problème, en partant des considérations exposées service social, qui doit offrir au pays certaines prestations
ci-dessus, à propos duquel il serait intéressant de connaître qui ne peuvent pas toujours être traduits en termes de
l'opinion du Conseil fédéral. rentabilité. On devra donc peut-être s'accommoder des
J'en viens maintenant au deuxième point indiqué: l'offre des chiffres rouges pendant plusieurs années encore.
chemins de fer à la clientèle. Elle a été fortement améliorée, Au vu de toutes ces considérations, notre groupe votera la
personne ne peut le nier. L'augmentation du trafic ferro- gestion 1986 des Chemins de fer fédéraux.
viaire à l'intérieur du pays le prouve. Les mesures, comme le
renforcement du marketing, l'horaire cadencé, le raccorde-
ment ferroviaire aux aéroports, etc., sont certainement posi-
tives. Toutefois, j'ai l'impression que certains problèmes
doivent être abordés le plus rapidement possible. Je pense
notamment au matériel roulant. Selon l'opinion exprimée
par les milieux intéressés, il semble que l'amélioration de
CFF. Gestion et comptes 1986 696 N 4 juin 1987
Eine zweite und wichtige Einflussgrösse auf das Rech-
nungsergebnis der SBB - ich habe es eingangs erwähnt -
Begrüssung - Bienvenue bildet das wettbewerbspolitische Umfeld. An den wettbe-
werbspolitischen Rahmenbedingungen konnten die SBB im
Le président: J'ai le plaisir de saluer à la tribune du public vergangenen Jahr keine Freude haben. Das trifft vor allem
une délégation française formée de maires du département auf den Güterverkehr zu. Angesichts des anhaltend starken
du Val d'Oise. Ces personnalités, pour quelques jours en Konkurrenzdruckes und insbesondere des schwachen Dol-
Suisse sous la conduite de M. Pierre Salvi, sénateur et lars ist nicht selbstverständlich, dass beim Güterverkehr das
président du groupe d'amitié franco-suisse, nous font l'hon- Vorjahresergebnis erreicht wurde. Bei den anderen westeu-
neur d'accorder intérêt à nos travaux. Je les en remercie et ropäischen Bahnen konnte dieses wohl bescheidene, aber
leur souhaite un agréable séjour dans notre pays, en me angesichts der Umstände noch einigermassen befriedi-
réjouissant des rapports cordiaux existant entre la Suisse et gende Ergebnis nirgends auch nur annähernd erzielt
la République française voisine et amie. (Applaudissements) werden.
Es mag Sie erstaunen, wenn ich die unternehmerische Lei-
stung der SBB im Sektor Güterverkehr trotz des relativ
ungünstigen Abschlusses nicht geringer einschätze als jene
im Personenverkehr. Im Bereiche des Güterverkehrs ist wie
Aliesch: Der Anstieg des SBB-Defizites um fast 76 Millionen nirgendwo anders auf allen Stufen unternehmerisches Han-
auf 357 Millionen Franken im Jahr 1986 löst sicher nirgends deln verlangt. Die Güter werden nämlich nur zum geringsten
Befriedigung aus-auch bei uns nicht. Viele-auch Sie, Herr Teil mit festen Tarifen befördert, im Gegenteil: der grösste
Bundesrat Schlumpf- sprechen von einem enttäuschenden Teil der Transportpreise muss am Markt ausgehandelt wer-
Rechnungsergebnis. Ich möchte mit den SBB nicht so hart den. Das Management der SBB im Verkehrssegment Güter-
ins Gericht gehen. Vielmehr vertrete ich die Auffassung, verkehr hat diese unternehmerische Herausforderung ange-
dass wir die Leistungen der Bundesbahnen, ihrer Mitarbei- nommen; die Mitarbeiter tun dies ebenfalls. Mein Fraktions-
ter und der Unternehmensleitung nicht allein am erzielten kollege Paul Wyss wird zur Güterverkehrspolitik der SBB
Rechnungsergebnis messen können und dürfen. noch einige ergänzende Bemerkungen machen.
Das Rechnungsergebnis ist nämlich nicht ausschliesslich Im Zusammenhang mit dem Tarifsystem im Güterverkehr
das Resultat der unternehmerischen Anstrengungen des möchte ich Sie zudem auf das Problem hinweisen, welches
Managements und des Einsatzes der vielen tausend Mitar- unser Ratskollege Etique mit seiner Interpellation über die
beiter. Vielmehr wird das finanzielle Jahresresultat auch SBB-Tarife beim Holzexport aufgreift. Leider sind die Tarife
sehr stark-je nachdem im positiven oder auch im negativen für den Holzexport aus der Schweiz in andere Länder weit-
Sinne-von Faktoren mitgeprägt, welche von den SBB nicht aus höher als die Transittarife, wodurch die Schweizer Holz-
oder nur unwesentlich zu beeinflussen sind. wirtschaft und unsere Exporteure gegenüber der ausländi-
Solche Faktoren nur unvollständig aufgezählt: schen Konkurrenz benachteiligt werden. Darüber werden
1. die nationale und die internationale Verkehrspolitik; wir jedoch bei der - ich hoffe bajdigen - Behandlung der
2. das wettbewerbspolitische Umfeld; Interpellation von Herrn Etique diskutieren können.
3. die politischen Auflagen sowie ganz allgemein die politi- Die FDP unterstützt eine weiterhin tatkräftige Förderung des
schen Rahmenbedingungen. Huckepackverkehrs. Gerade im Hinblick auf das andauernd
Die Verkehrspolitik darf in der Jahresbilanz der SBB eindeu- gestörte Verhältnis mit dem Ausland auf dem Gebiete des
tig als sehr positiver Posten aufgeführt werden. Aus der Strassengüterverkehrs müssen wir für diesen Transit eine
Sicht unserer Bundesbahnen können wir auf ein äusserst attraktive Alternative zur Verfügung stellen. Eine Aufhebung
ertragreiches verkehrspolitisches Jahr zurückblicken. Dass der 28-Tonnen-Gewichtsbeschränkung auf der Strasse
dem so ist, geht sicher zu einem guten Teil auf das Konto kommt für uns nicht in Frage. Die einzige attraktive Alterna-
der Unternehmensleitung der SBB, insbesondere der Gene- tive zum Transit auf der Strasse bildet in der Tat nur der
raldirektion. Mit ihrer vorzüglichen Arbeit haben sie-das sei Huckepackverkehr der SBB. Die nach unserer Auffassung
hier neidlos anerkannt - die wichtigen verkehrspolitischen unverzichtbare Förderung dieser Verkehrsart muss auch
Beschlüsse unserer Räte (ich erwähne das Konzept eine Ueberprüfung der heutigen Tarife miteinschliessen.
«Bahn 2000» und den Leistungsauftrag 1987 an die SBB) Tarifkonzessionen dürfen kein Tabu sein.
erst eigentlich ermöglicht. Diese ureigentliche unternehme- Neben der Verkehrspolitik und den Wettbewerbsverhältnis-
rische Leistung haben wir alle anzuerkennen und auch zu sen ist das Rechnungsergebnis selbstverständlich nicht
verdanken. zuletzt ein Spiegelbild der Leistungen der SBB-Mitarbeiter.
Ein verkehrspolitischer Entscheid des vergangenen Jahres, Namens der FDP-Fraktion danke ich allen Angestellten der
nämlich der Leistungsauftrag, bildet auch den Grund dafür, Bundesbahnen für die im Dienste unseres Landes und für
dass wir dieses Jahr letztmals eine Rechnungsablage nach unsere Volkswirtschaft geleistete grosse Arbeit. Wir aner-
dem alten System zu genehmigen haben. Das neue System kennen die von der Unternehmensleitung erreichte Effi-
wird höhere Ansprüche an die Aufsichtstätigkeit unseres zienzsteigerung auf allen Stufen, gleichzeitig aber danken
Parlamentes stellen. Die Fraktion der FDP begrüsst deshalb wir auch den Mitarbeitern für die mit Mehrarbeit verbundene
die Bestrebungen der Verkehrskommission, mittels neuer Produktivitätssteigerung.
Organisationsstrukturen die Geschäftstätigkeit der SBB ver- Namens der FDP-Fraktion beantrage ich, dem Bundesbe-
tieft zu überprüfen. schluss über die Rechnung und den Geschäftsbericht der
Im Zusammenhang mit den verkehrspolitischen Beschlüs- SBB für das Jahr 1986 zuzustimmen. Ich verbinde diesen
sen des vergangenen Jahres darf ich an dieser Stelle erwäh- Antrag mit dem Wunsch, dass der Bund rechtzeitig vor der
nen - Adressat ist hier der Bundesrat und nicht etwa die Volksabstimmung über die «Bahn 2000» das Finanzierungs-
SBB -, dass die FDP sehr wenig Verständnis für den konzept vorlegt, wie es mit dem überwiesenen Postulat
Entscheid des Bundesrates aufbringen kann, jedem Bun- unserer Fraktion verlangt wird. Ich schliesse mit der Zusi-
desangestellten ein Halbtaxabonnement zu schenken. cherung, dass die FDP unsere Bundesbahnen weiterhin im
Sowohl die Ihnen dafür von Herrn Bundesrat Stich vorge- Rahmen unserer verkehrspolitischen Grundsätze tatkräftig
brachte Begründung wie seine Ausführungen über die unterstützen wird. Immerhin wird die Finanzrechnung des
finanzielle Belastung der Bundeskasse sind nicht über alle Bundes durch die Leistungen an die SBB jährlich mit weit
Zweifel erhaben. So haben uns die SBB vorgerechnet, dass über einer Milliarde Franken belastet. Unser letzter Dank gilt
aus der Staatskasse nicht alleine die Kosten für die Halbtax- deshalb dem Steuerzahler, der über seine Steuerleistung die
abonnemente der Beamten zu bezahlen sind; hinzu kommt SBB mitträgt.
noch eine Abgeltung von voraussichtlich 56 Franken pro
abgegebenes Halbtaxabonnement, werde dies nun verkauft Wellauer: Wir haben heute erstens einen Geschäftsbericht
oder verschenkt. und zweitens eine Rechnung 1986 der SBB zu genehmigen
4.Juni 1987 697 SBB. Geschäftsbericht und Rechnungen 1986
und schliesslich einen Passivsaldo von 357 Millionen Fran- Stufen Dank und Anerkennung. Wir stimmen in dieses
ken aus allgemeinen Bundesmitteln zu decken. Aenderun- Loblied ein. Viele gute Ideen wurden in den letzten Jahren
gen an diesen Zahlen sind nicht mehr möglich. Das geboren und nur dank der tatkräftigen Mithilfe des Perso-
Geschäftsjahr 1986 ist vorbei. Es bleibt uns nur noch eine nals auch realisiert. Die SBB sind in vielen Punkten attrakti-
Bewertung vorzunehmen, dass heisst, der Frage nachzuge- ver geworden. Auch die Image-Verbesserung hat dazu bei-
hen: Was ist im verflossenen Jahr bei den SBB positiv und getragen, dass immer mehr Leute die Bahn benützen. Diese
was ist negativ zu bewerten? Anstrengungen müssen fortgesetzt und noch vergrössert
Gestatten Sie mir, dass ich eine allgemeine Bemerkung werden. Nur auf diese Weise kann der Konkurrenzwettlauf
voranstelle? Der RechnungsabschlussderSBB 1986 ist, wie mit dem Auto für die Bahn erfolgreich verlaufen. Die Spiesse
das auch schon heute morgen erwähnt wurde, von histori- sind ja leider immer noch nicht gleich lang. Aber es däm-
scher Bedeutung, weil er zum letzten Mal nach altem Lei- mert am Horizont. Die Bahn holt auf, und sie muss der
stungsauftrag erfolgt. Ab 1987 gilt der neue Leistungsauf- Umwelt zuliebe weiter aufholen. Sie wird es nur können,
trag. Die finanzielle Verantwortung für die Infrastrukturauf- wenn das Betriebsklima zwischen der Bahnverwaltung, also
wendungen der SBB trägt nun der Bund. Für die Benützung dem Unternehmen, und den Mitarbeitern gut ist. Im Moment
der Infrastruktur leisten die SBB einen Beitrag, und die Höhe scheinen gewisse Spannungen vorhanden zu sein. Es wer-
dieses Beitrages wird vom Bundesrat jährlich neu festge- den da bestimmt Mittel und Wege gefunden werden, diese
legt. Das Resultat ist, wenn man die Zahlen anschaut, Spannungen abzubauen. Nur eine gute Zusammenarbeit
enttäuschend. Seit 1982 konnten die Fehlbeträge laufend fördert die Effizienz. Wichtig ist aber auch ein gutes Verhält-
gesenkt werden, im Jahr 1985 sogar unter die 300-Millionen- nis zwischen den Bahnen und der Kundschaft. In letzter Zeit
Grenze. Der Fehlbetrag beträgt nun 357 Millionen Franken, sind in dieser Beziehung beträchtliche Fortschritte gemacht
24 Millionen Franken mehr als budgetiert. Der Aufwand wird worden. Nach meiner persönlichen Feststellung haben sich
mit 92 Prozent, inklusive die Abgeltung von 662 Millionen die gemachten Anstrengungen gelohnt. Das Personal wie-
Franken, durch den Bund gedeckt. derum hat das Seine dazu beigetragen. Der Kunde ist König;
Positiv zu bewerten ist nach unserer Auffassung die aggres- das gilt heute weitgehend auch bei den Bahnen. Das war
sive Geschäftspolitik der SBB-Leitung, um zusätzliche nicht immer so. Einzelne Ausnahmen bestätigen die Regel.
Marktanteile im Personenverkehr sowie auch im Güterver- Nun macht aber die Bahnverwaltung, bzw. einzelne Direktio-
kehr zu erhalten. Positiv zu bewerten ist auch die Personal- nen, wieder grobe Fehler, die leicht zu einem Rückschlag
reduktion. Gegenüber dem vorgesehenen Personalbestand führen könnten. In der Region Zürich war vorgesehen, ver-
wurden 500 Personen weniger beschäftigt, und dies trotz schiedene, zum Teil grössere Stationen an den Wochenen-
Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit von 44 auf den nicht mehr zu bedienen. Wie Sie der Presse entnehmen
42 Wochenstunden. Die Schere zwischen dem Personalbe- konnten, entstand am linken Zürichseeufer eine grosse
stand und den durch die Bahn zu erbringenden Leistungen Opposition. Behörden und ein grösser Teil der Bevölkerung
öffnet sich immer mehr. Eine weitere Personalreduktion haben sich vehement gegen diese Massnahme gewandt. Die
wird in Zukunft kaum mehr möglich sein, ohne dass ein angekündigten Bahnhofschliessungen wurden nirgends
Leistungsabbau eintreten wird. Dies gilt vor allem im Hin- verstanden, um so weniger als das Personal sich bereit
blick auf das vermehrte Leistungsangebot ab Anfang Juni erklärte, Sonderleistungen zu erbringen. Vor ein paar Tagen
dieses Jahres und im Zusammenhang mit dem Angebot von hat die Kreisdirektion der SBB wissen lassen, dass auf
zusätzlichen Leistungen im Konzept der «Bahn 2000». Notmassnahmen vorläufig verzichtet werde. Ich danke den
Negativ zu bewerten ist die rückläufige Entwicklung beim Bahnverantwortlichen, dass unsere Bahnhöfe weiterhin an
Transitgüterverkehr und beim Cargo Domizil. Obwohl die Wochenenden offen bleiben. Ich glaube, dass Einrenken
transportierten Mengen teilweise zugenommen haben, sind wird sich bezahlt machen. Bei allem Verständnis für die
die Erträge weiter zurückgegangen. Die Kostendeckungs- momentanen Personalschwierigkeiten muss ich doch deut-
grade sinken von Jahr zu Jahr. Es stellt sich ernsthaft die lich sagen, dass man nicht einerseits von einer wünschba-
Frage, ob wirklich um jeden Preis die Stückgüter von der ren Förderung des öffentlichen Verkehrs sprechen und
Strasse auf die Bahn und wieder umgekehrt umgeladen andererseits gleichzeitig einen gravierenden Leistungsab-
werden sollen oder müssen. Die neuen Rahmenbedingun- bau planen soll. Das passt nicht zusammen. Unbediente
gen des Leistungsauftrages 1987 fordern von den SBB ein Stationen wären an Wochenenden Geisterbahnhöfe, die
ausgeprägteres unternehmerisches Verhalten im Bereich gemieden würden. Ferienreisende könnten keine Koffer
Güterverkehr und Stückgutverkehr. Sonst läuft die Entwick- mehr aufgeben oder abholen, Wartsäle und WC-Anlagen
lung weiter zuungunsten der Schiene. Eine neue Standort- blieben geschlossen, der Wochenendtourismus müsste
bestimmung ist notwendig, vor allem im Hinblick auf die zwangsläufig rapid zurückgehen, weil man keine Sport-
zukünftige Verkehrspolitik. oder Spezialbillette mehr lösen könnte. Die Absichtserklä-
Die CVP-Fraktion stimmt der Rechnung und dem Geschäfts- rung, die zum Glück bereits widerrufen wurde, war ein
bericht 1986 zu. Wir sprechen allen Lob und Anerkennung grösser psychologischer Fehler. Die Kreisdirektion hat sich
aus, die trotz dem nicht gerade motivierenden Resultat mit nicht einmal Mühe gegeben, die Behörden zu informieren.
grossem Einsatz und grossen Leistungen beigetragen Sie mussten aus der Zeitung erfahren, was hier geplant war.
haben, im Dienste der Volkswirtschaft unseres Landes ihr So geht es in Zukunft nicht.
Bestes zu geben. Wir hoffen, dass mit dem neuen Leistungs- Ich empfehle daher den Bundesbahnen, vermehrt Finger-
auftrag 1987 die Defizite nun gänzlich der Vergangenheit spitzengefühl zu beweisen, sonst geht viel Goodwill verlo-
angehören. Die Trendzahlen für 1987 stimmen optimistisch. ren. Die SBB dürfen sich nicht hinter dem Leistungsauftrag
verschanzen. Zum Leistungsauftrag gehört vor allem Dienst
Dünki: Die LdU/EVP-Fraktion stimmt den Richtlinien und am Kunden. Wir Parlamentarier haben die Pflicht und Auf-
dem Geschäftsbericht der Schweizerischen Bundesbahnen gabe, die Interessen der Bahnkunden wahrzunehmen. Zu
für das Jahr 1986 selbstverständlich zu. Auch wenn das Recht nennt man uns ja Volksvertreter. Dabei haben wir nur
Defizit des letzten Jahres etwas grösser ausgefallen ist, als Gelegenheit, Lob und Kritik anlässlich der Debatten über
erwartet wurde, dürfen wir mit der Entwicklung unserer den Geschäftsbericht samt Rechnung bzw. den Voran-
Staatsbahnen im grossen und ganzen zufrieden sein. schlag vorzutragen. In diesem Sinne möchte ich meine
Erfreulich ist vor allem, dass das Umsteigen auf den öffentli- Intervention verstanden wissen.
chen Verkehr eine Fortsetzung erfahren hat. Der erreichte Zum Geschäftsbericht und zur Jahresrechnung über das
Höchststand an Reisenden seit 1971 gibt zu berechtigten abgelaufene Jahr möchte ich mich nicht weiter äussern. Wir
Hoffnungen Anlass. Die Bahn hat sich auch Mühe gegeben, haben ausgezeichnete Referate unserer Kommissionsrefe-
den Rückstand gegenüber der Strasse sukzessive aufzuho- renten gehört. Unsere Fraktion stimmt dem Sachgeschäft
len. Das möchten wir gebührend und lobend erwähnen. einhellig zu.
Hiefür gebührt wirklich allen Beteiligten, dem Verwaltungs-
rat, den Direktionen und der gesamten Belegschaftaufallen
CFF. Gestion et comptes 1986 698 N 4 juin 1987
Künzi: Ich gestatte mir, mich kurz mit vier Bereichen im chen Geschäftsreisenden und den etwa 1500 Pendlern der
Zusammenhang mit dem Geschäftsbericht auseinanderzu- Wunsch nach mehr direkten Verbindungen. Ich hoffe, dass
setzen. diesem Wunsche bei der nächsten Fahrplanrevision Rech-
1. Personalbestand und Personaleinsatz- ähnlich, wie das nung getragen werden kann.
Herr Dünki auch getan hat-: Anlässlich des Fahrplanwech- 2. Diese Bemerkung bezieht sich auf den Güterverkehr- ich
sels vom 31. Mai 1987 wurden die erfreulichen und notwen- werde zu diesem Kapitel eine Interpellation einreichen -:
digen Verbesserungen des Angebotes durch unerfreuliche Während die transportierte Menge gegenüber dem Vorjahr
Schlagzeilen bezüglich Personalmangel, Personalabbau um 1,4 Prozent auf 45,1 Millionen Tonnen erhöht werden
und Personaleinsatz überschattet, die geeignet sind, ein konnte, blieb - wie Sie aus dem Bericht ersehen können -
grösseres Unbehagen auszulösen. Insbesondere vermag die der Ertrag aus dieser Leistung mit 1178,7 Millionen Franken
Personalplanung nicht zu überzeugen, wenn Notmassnah- genau auf dem Stand von 1985. Das heisst doch, dass pro
men wie die Schliessung der Schalter an Orten ins Auge beförderte Gütertonne weniger eingenommen worden ist.
gefasst werden, wo gleichzeitig auch der Fahrausweisver- Gewiss, die Konkurrenzsituation der Bahnen gegenüber der
kauf im Zug eingestellt wird. In diesem Zusammenhang Strasse hat sich ganz allgemein nochmals verschärft.
meine Fragen, die - wie gesagt - ähnlich lauten wie die von Gleichwohl stellt sich die Frage, ob die Stagnation im grenz-
Herrn Dünki. Wie ist der momentane Engpass beim Stations- überschreitenden Gütertransport nicht auch darauf zurück-
personal - ich denke auch vor allem an unseren Kreis III in zuführen ist, dass die an sich notwendigen Verkehrsver-
der Ostschweiz - zu beurteilen? Mit welcher Dauer ist dabei flechtungen auch Abhängigkeiten im eisenbahntariflichen
zu rechnen, kann überhaupt die wichtige Präsenz an der Bereich ausgelöst haben, die ihrerseits schwerwiegende
Verkaufsfront in Zukunft aufrecht erhalten werden? Auswirkungen auf die schweizerische Verkehrspolitik sowie
2. Rollmaterial: Im Abschnitt «Fahrzeugpark/Hauptwerkstät- beispielsweise auf die Rheinschiffahrt haben können. Die
ten» des Geschäftsberichtes steht viel über die Beschaffung Tarifpolitik der SBB schadet nämlich einem Verkehrsträger,
von neuem Rollmaterial. Kein Wort ist aber über den Umbau der als umweltfreundliches und kostengünstiges Transport-
von Einheitswagen l und II und die damit verbundene Ver- mittel sowie als einzige völkerrechtlich garantierte Verbin-
kleinerung des Anteils an Raucherabteilen zu lesen. Ich dung zum Meer zwar in den letzten Jahren erfreulicherweise
frage Sie, Herr Bundesrat: Ist diese Anpassung an die Anfor- bei den Bundesbehörden wieder vermehrt - ich erinnere an
derungen der Benutzer ins Stocken geraten? Wie weit ist die Antwort des Bundesrates auf meine diesbezügliche
vorgesehen, bei den Fahrzeugen des Nahverkehrs das Ver- Interpellation 1985-, aber immer noch nicht in ausreichen-
hältnis noch stärker zugunsten der Nichtraucherabteile zu dem Masse Verständnis gefunden hat. Massgebende Vertre-
verschieben? ter der Rheinschiffahrt haben schon mehrfach darauf hinge-
3. «Bahn 2000» und Regionalverkehr: Das Konzept wiesen, dass die Kooperative der ausländischen Staatsbah-
«Bahn 2000» hat im Parlament eine überzeugende Zustim- nen trotz hoher Defizite bewusst - das muss ich Ihnen sagen
mung gefunden und wird nun hoffentlich auch die Hürde - einen eigentlichen Verdrängungswettbewerb gegenüber
der Volksabstimmung erfolgreich überwinden. Noch immer dem Wasserweg betreibt.
beschränken sich aber die konkreten Informationen auf Warum kostet der Bahntransport eines Containers von den
Angaben über die grossen Hauptachsen, während über die Basler Rheinhäfen nach Mailand über eine Strecke von
Massnahmen zur Erschliessung einzelner Flächen noch 382 Kilometern insgesamt 610 Franken, von Rotterdam
wenig bekannt ist. Die Auswirkungen auf den Regionalver- nach Mailand im direkten Bahnverkehr - also über eine
kehr können in der Abstimmung von Bedeutung sein, wenn Strecke von 1237 Kilometern - nur 625 Franken? Sie haben
man unter dem Titel «Bahn und Bus 2000» die Bevölkerung richtig gehört: der Unterschied in der Distanz beträgt
ansprechen und dabei glaubwürdig bleiben will. Die gute 855 Kilometer, die Preisdifferenz jedoch nur 15 Franken.
Verknüpfung der Hauptachsen mit dem Regionalverkehr ist Wie hoch respektive wie niedrig ist eigentlich der Anteil an
sehr wichtig, kann aber ebenfalls erhebliche Investitionen den Gesamteinnahmen von Rotterdam nach Mailand, der
auslösen. den SBB verbleibt? Eine Frage, die uns beschäftigen mussi
Wie weit ist die Planung - so frage ich mich - dieser Fragen Als zweites Beispiel weise ich auf den deutschschweizeri-
gediehen? Wer trägt die finanzielle Verantwortung, wenn schen Wagenladungstarif hin. Wenn schweizerische Unter-
davon eine Privatbahn betroffen wird und beispielsweise ein nehmen auf dem Rhein Waren in unser Land bringen, ver-
Gemeinschaftsbahnhof ausgebaut werden muss? Sind in rechnen ihnen die SBB für den Weitertransport höhere
den bewilligten 5,4 Milliarden Franken solche Massnahmen Tarife als nichtschweizerischen Zulieferern. Wie verträgt
enthalten oder kann der Bund dafür weitere Mittel einsetzen, sich dies mit einer Verkehrspolitik, die sich eine schweizeri-
oder lässt sich dieser wichtige Teil von «Bahn 2000» nur sche nennt? Ich werde in meiner angekündigten Interpella-
über weitere Rahmenkredite für die Privatbahnen auf dem tion auf diese Problematik eingehen.
Buckel der Kantone finanzieren? Ein drittes Beispiel: Auf den I.Januar 1987 sind die vom
4. Auf Seite 36 des Geschäftsberichtes ist zum Thema Pla- Parlament beschlossenen Tariferleichterungen im öffentli-
nung «Bahn 2000» die Projektorganisation für drei Neubau- chen Verkehr in Kraft getreten. Zu ihnen gehört auch die
strecken ausdrücklich erwähnt. Auf dem für die Ostschweiz Herabsetzung der Tarifzuschläge im Bahnverkehr mit den
wichtigen Abschnitt Zürich-Flughafen-Winterthur scheint Rheinhäfen beider Basel von 25 auf 10 Kilometer. Damit war
aber einstweilen keine Projektierung vorgesehen zu sein. der klare politische Wille ausgesprochen, die nur historisch
Bedeutet das, dass dieser Abschnitt zeitlich zurückgestellt zu begründenden Benachteiligungen der umweltfreundli-
werden soll, was wir natürlich von der Ostschweiz bzw. vom chen Binnenschiffahrt zu verringern. Aus der bisherigen
Kanton Zürich aus überaus bedauern müssten? Praxis geht aber hervor, dass die eidgenössischen Behör-
Ich schliesse mit dem Dank an den Departementschef, seine den und die SBB versuchen, den Beschluss der eidgenössi-
Mitarbeiter und an die SBB für ihren gewaltigen Einsatz im schen Räte nur zögernd anzuwenden, insbesondere, wenn
Zusammenhang mit der Förderung des öffentlichen Ver- es sich um sogenannte Verhandlungstarife handelt, also um
kehrs. solche unterhalb des Volltarifs, die gerade im Warenla-
dungsverkehr seit längerer Zeit fast die Regel sind. Ich setze
Wyss: Gestatten Sie mir zwei Bemerkungen zur bundesrätli- mich gegen die behördeninterne Weginterpretation eines
chen Botschaft, und zwar aus der Sicht der Basler Wirt- verbindlichen Parlamentsbeschlusses mit Entschiedenheit
schaft. Erstens kurz zum Personenverkehr und zweitens, zur Wehr. In der Sache selbst fordere ich die Verwaltung
etwas länger, zum Güterverkehr. und die SBB auf, auch diese Aspekte einer wirklich schwei-
1. Mit Blick auf den Personenverkehr haben die SBB die zerischen Verkehrspolitik im Auge zu behalten. Wir sind auf
Verbindungen ab Basel zu den wichtigsten Städten der die Binnenwirtschaft, auf die Rheinschiffahrt angewiesen.
Schweiz erfreulich verbessert. Neben der grossen Leistung
der Einführung des Halbstundentaktes zwischen Basel und Seiler: Der Bundesrat lobt in seiner Botschaft mehrmals die
Zürich besteht allerdings vor allem aus der Sicht der zahlrei- durchgeführten Rationalisierungsmassnahmen. Als Perso-
4.Juni 1987 699 SBB. Geschäftsbericht und Rechnungen 1986
nalvertreter kann ich mich dieser Beurteilung nicht in allen dieser Beziehung in einer nicht gerade heilen Welt. Wenn
Teilen - ich möchte hier bewusst differenzieren - arischlies- das nun in grösserem Stil weitergehen soll, dann sind neben
sen. Der Bundesrat schreibt in seiner Botschaft, der Erfolg diesen Punkten, die eine Rolle spielen, auch andere Aspekte
der Rationalisierungsmassnahmen zeige sich am deutlich- berührt. Wir sind ein klassisches Touristenland; der Konduk-
sten im Personalsektor. Trotz Arbeitszeitverkürzung und teur ist nicht eine überflüssige Person, nachdem immer
steigenden Anforderungen hätte der Personalbestand wei- mehr ausländische Touristen in unseren Zügen umherfah-
tergesenkt werden können. Das heisst, bei kürzerer Arbeits- ren. Der Kondukteur ist ebensowenig überflüssig für Inva-
zeit erbringt das Personal immer grössere Leistungen. Oder lide, für Aeltere, für Leute, die nicht so flexibel sind. Durch
mit anderen Worten: Der Druck auf das Personal wird immer das Umsteigen auf den öffentlichen Verkehr, das jetzt mit
grösser, und er wird zum Teil unerträglich. Die verschiede- Tarifmassnahmen, mit neuem Rollmaterial, mit einem bes-
nen Abgänge von hochqualifizierten Leuten - auch im seren Zugsangebot propagiert wird, stellt sich immer mehr
Kaderbereich - in den letzten Monaten sind Ausdruck dieser die Frage, wie man dann diese Kunden bedient. Wenn jetzt
prekären Lage. Verschiedene dieser Massnahmen haben die SBB auch in einer etwas euphorischen Stimmung sind,
nun die Schwelle des Zumutbaren für das Personal nicht nur weil der öffentliche Verkehr wiederum «in» geworden ist,
erreicht, sondern in vielen Fällen auch übertroffen. Ver- dann sollten doch Dispositionen, die man vor zwei, drei
schiedene Rationalisierungsmassnahmen stehen nicht Jahren getroffen hat, als nur die Rationalisierung, nur die
mehr im Zeichen der ratio, d. h. der Vernunft: Sie leisten Einsparung eine Rolle spielten, jetzt nicht einfach um jeden
keinen Beitrag zu einer vernünftigeren oder menschenge- Preis durchgezogen werden.
rechteren Arbeitsgestaltung. Das einzige Ziel ist vielfach, Die «Neue Zürcher Zeitung» schreibt: «Die Selbstentwer-
Kosten einzusparen oder-primär-Personalstellen zu strei- tung am rechten Zürichseeufer hat den Bundesbahnen
chen. Daher bitte ich Sie auch um Verständnis, wenn sich nichts als Aerger gebracht und im Zusammenhang mit dem
das Personal zurzeit ein wenig «aufmüpfig» zeigt. oft unansehnlichen Zustand der Züge die günstige Fre-
Auf Seite 19 der Botschaft schreibt der Bundesrat, dass quenzentwicklung gestoppt.» Meine Frage in diesem
weder die unternehmerischen noch die verkehrspolitischen Zusammenhang: Soll das eigentlich in diesem unerfreuli-
Massnahmen allein genügten, um die Entwicklung der SBB chen Sinn weitergehen, oder ist es den Bundesbahnen
positiv zu beeinflussen. Er schreibt dann weiter: «Eine ernst, den öffentlichen Verkehr attraktiv zu machen? Dann
wesentliche Voraussetzung bilden nach wie vor die Mitar- genügen technische und Tarifmassnahmen nicht; dann
beiter, die engagiert für ihre Unternehmung eintreten.» Wer muss man nicht weniger, sondern mehr Dienstleistung und
weiterhin auf dieses Engagement des Personals zählen will, Kundenbetreuung anbieten, sonst gehen der Elan und der
der muss in Zukunft mehr Rücksicht auf dieses Personal Goodwill verloren. Er ist jetzt bereits etwas angeschlagen.
nehmen. Das Personal nimmt den Dank der Verwaltung, des Ich wäre froh, wenn Herr Bundesrat Schlumpf Auskunft
Bundesrates usw. sehr gerne entgegen. Aber das genügt geben könnte, ob man bereit ist, jetzt schon aus den negati-
eben nicht. Es wäre viel dankbarer, wenn man den Druck ven Reaktionen auf diese Massnahmen, auch aus Kommen-
mehr wegnehmen würde. Es wäre auch wieder eine Mög- taren, die bezüglich Personalfragen plötzlich anders tönen,
lichkeit, um besser Personal rekrutieren zu können. Die Lehren zu ziehen, oder ob man wieder einmal zuerst auf das
Schwierigkeiten in der Personalrekrutierung beklagt auch Stumpengeleise fahren und dort stehen bleiben will?
der Bundesrat in seiner Botschaft. Und der Kommissions-
präsident hat in diesem Zusammenhang in seinem Eintre- Eggli-Winterthur: Ich möchte mich dem Dank, den verschie-
tensvotum von einer ernsten Sorge gesprochen. dene Redner hier gegenüber dem Personal und der Unter-
In letzter Zeit spüren vermehrt auch die Kunden diese Ratio- nehmungsleitung ausgesprochen haben, anschliessen.
nalisierungsmassnahmen. Es ist bereits auf den Abbau von Wenn wir aber dem Personal danken, dann müssen wir auch
Dienstleistungen in der Zugbegleitung oder die Schliessung feststellen, dass die Leistung der SBB im letzten Jahr nur
von Stationen hingewiesen worden, vor allem durch die dank zum Teil aussergewöhnlichem Einsatz des Personals
Herren Dünki und Künzi. Unzufriedene und enttäuschte erfolgt ist. Herr Generaldirektor Latscha hat uns in der
Kunden sowie schlecht motiviertes Personal sind wenig Kommission erklärt, dass der Stellenabbau teilweise nur
günstige Voraussetzungen für ein gutes Gedeihen der aufgefangen werden konnte, weil andere Mitarbeiter auf
Unternehmung. Es wäre ausserordentlich zu bedauern, Freitage verzichteten, die sie hätten einziehen können.
wenn der heute vorhandene «Goodwill» durch wenig über- Diese Freitage mussten auf das Jahr 1987 übertragen
legte falsche Rationalisierungsmassnahmen oder durch werden.
Abbau von beliebten Dienstleistungen wieder zerstört Die Personalreduktion im letzten Jahr war nicht eine echte
würde. Ich hoffe, dass das nicht eintreffen wird. Einsparung, sondern es war nur eine Verschiebung, und
zwar, weil die SBB wegen des Personalstopps das notwen-
Hubacher: Der Kommissionspräsident hat seine Ausführun- dige Personal nicht rekrutieren konnten. Nun haben die
gen mit dem Hinweis auf den grossen Erfolg des Halbtax- Bahnen auf den 31. Mai dieses Jahres einen weiteren Lei-
abonnementes begonnen. Ich darf Sie daran erinnern, dass stungsausbau getätigt, der zusätzliche Arbeit erfordert. Das
das ein Vorschlag unserer Fraktion war. Abgeschlossen hat braucht neue Mitarbeiter. Herr Künzi und Herr Dünki haben
der Kommissionspräsident mit der Wiedergabe des Resul- schon darauf hingewiesen, dass Schalter in gewissen Statio-
tats einer amerikanischen Umfrage, bei der die SBB ausser- nen trotz Personalmangels am Sonntag offen bleiben, weil
ordentlich gut abschneiden und worin auch die Freundlich- die Mitarbeiter bereit sind, im Moment auf ihre Freitage zu
keit des Personals hervorgehoben wird. Herr Kollega Seiler verzichten und diese auf später zu verschieben.
hat jetzt gerade einige Blitzlichter auf die Personalsituation Das kann aber nicht so weitergehen! Diese Freitage müssen
geworfen. Ich wäre eigentlich froh, wenn Herr Bundesrat eingezogen werden können oder zu irgendeinem Zeitpunkt
Schlumpf die Unternehmungsphilosophie in diesem ausbezahlt werden. Wir sind aber der Ansicht, dass Freitage
Bereich etwas darlegen könnte. Die Perspektiven, wie sie der Ausbezahlung vorzuziehen sind. In dieser Situation stellt
sich jetzt im Bereich Zugspersonal abzeichnen, sind nicht sich für mich schon die Frage, wie sich bei den SBB - die
nur für die Personalvertreter oder die Vertreter einer Links- PTT sind in einer ähnlichen Situation - die Lohn- und
partei von Interesse. Es ist auch eine Frage der Unterneh.- Arbeitsbedingungen entwickeln? Wir müssen uns darüber
mungsführung und eine Frage der Kundenbetreuung, der im klaren sein, dass die Rekrutierungsschwierigkeiten
Dienstleistung. Ich darf in diesem Zusammenhang die immer grösser werden. Die Lohn- und Arbeitsbedingungen
«Neue Zürcher Zeitung» vom 9./10. Mai zitieren, den Artikel der SBB sollten der übrigen Wirtschaft angepasst werden.
«Automaten statt Kondukteure?». Da wird mit grösser In diesem Zusammenhang möchte ich zu Herrn Alieschs
Besorgnis - zu Recht - auf die schlechten Erfahrungen mit Klammerbemerkung auch eine Klammerbemerkung anbrin-
unbegleiteten Zügen im Agglomerationsverkehr Bereich gen: Der Bundesrat muss alles tun, was in seinen Möglich-
Zürich hingewiesen: auf den Vandalismus, auf die Belästi- keiten steht - und ohne dass das Parlament immer bremsen
gung insbesondere von Frauen im Spätverkehr. Wir leben in kann -, um die Lohn- und Arbeitsverhältnisse des Bundes-
CFF. Gestion et comptes 1986 700 N 4 juin 1987
Personals anzupassen. Wenn man weiss, wieviele Privatfir- St. Gallen-Rorschach in den nächsten drei Jahren erfolgen
men dem Personal das Halbtaxabonnement schenken - ich wird.
denke an die Firma Sulzer, aber es gibt auch andere -, dann
kann man ruhig sagen, der Bundesrat habe nachgezogen. Ammann-St. Gallen: Das Jahr 1986 ist wohl am ehesten als
Aber das genügt natürlich nicht! Die Lohn- und Arbeitsbe- ein Uebergangsjahr zu bezeichnen mit recht zahlreichen
dingungen des Personals sollten dringend denjenigen der Widersprüchen, die in den kommenden Jahren noch über-
Privatwirtschaft angepasst werden. Ich frage den Bundesrat, wunden werden müssen. Das ist aber nicht allein Sache des
was er in dieser Beziehung zu unternehmen gedenkt? Unternehmens, sondern auch des Parlaments. Wenn die
Probleme vorab beim Cargo Rail (Wagenladungsverkehr}
Oehler: Herr Wellauer hat eben dargelegt, dass die SBB für die SBB fast unlösbar geworden sind, so ist das nicht
nicht jeden Auftrag um jeden Preis annehmen sollten. Auf zuletzt von der politischen Oberleitung, also auch von uns,
der anderen Seite hat dann, fast in Ergänzung dazu, Herr zu verantworten.
Hubacher Herrn Bundesrat Schlumpf gebeten, er möchte Positiv vermerken möchte ich demgegenüber die sich all-
einmal die Unternehmensphilosophie darlegen. Ich möchte mählich abzeichnende Steigerung der Investitionen. Wer
die Notwendigkeit der Beantwortung dieser beiden Postu- investiert, glaubt an die Zukunft! Auch beim Personenver-
late der Herren Wellauer und Hubacher mit einem Beispiel kehr, wo die beschlossenen Tarifmassnahmen eben erst zu
untermauern. greifen beginnen, zeigen sich sonnige Abschnitte. Hier folg-
Wenn wir Stahlrollen mit einem gewissen Gewicht aus der ten die Erträge noch einigermassen den erbrachten Mehrlei-
Bundesrepublik Deutschland in die Schweiz einführen und stungen (plus 3,9 Millionen Personen, plus 15,7 Millionen
sie in Arbon von der Bahnstation in unsere Werke bringen Franken).
möchten, ist das unmöglich. Diese Stahlrollen müssten ein Interessant ist in diesem Zusammenhang das Resultat einer
ganz bestimmtes, vorgeschriebenes Gewicht haben, damit Vox-Analyse vom vergangenen Dezember zum Verkehrsver-
wir zwei Kilometer auf der Strasse fahren können. Wenn wir halten. 31 Prozent der Befragten gaben an, für den Arbeits-
aber auf der anderen Seite das normale Gewicht aus deut- weg das Auto bzw. das Motorrad zu benützen. Beim Einkau-
schen Hütten in Konstanz oder in Bregenz auf Lastwagen fen waren es 35 Prozent und in Freizeit/Ferien gar 48 Pro-
verfrachten und dann auf der Strasse nach Arbon fahren, ist zent, die das eigene Motorfahrzeug benützen. Gerade hier
das möglich. Dann können wir mit 28-, mit 32-Tonnen- kann der Bahnanteil noch gesteigert werden. Das bedeutet
Lastwagen 30 km über Schweizer Strassen fahren. Es ist für die Zukunft nicht nur mehr «Pendlerbahn», sondern
uns aber nicht möglich, 28 Tonnen zwei Kilometer über auch mehr «Freizeitbahn». Ermutigende Schritte wurden
Schweizer Strassen zu fahren, wenn wir das ab einem Bahn- bereits gemacht, zum Beispiel der Fitnessbahn-Pass, das
hof in unserem Land machen würden. neue Mietvelokonzept und die vielen zusätzlichen Spätver-
Das ist nicht koordinierte, das ist verkehrte Verkehrspolitik bindungen.
und verkehrte Umweltschutzpolitik. Ich glaube, es ist müs- Anders als beim Personenverkehr, wo Leistungen und
sig, hier darzulegen, dass die Umwelt- und auch die Stras- Erträge zunahmen, stösst die Angebotsoptimierung beim
sen - durch die Strassentransporte Konstanz-Arbon oder Güterverkehr an harte Grenzen (plus 0,6 Millionen Tonnen,
Bregenz-Arbon bedeutend mehr belastet werden als durch Ertrag unverändert). Bezeichnend dafür ist auch das Sinken
die zwei Kilometer ab einem Bahnhof in der Schweiz. Damit des Kostendeckungsgrades beim Wagenladungsverkehr
wollte ich die Notwendigkeit einer Koordination zwischen (Cargo Rail plus Container) von 72 Prozent im Jahre 1984
Polizeiwesen/Strassenverkehr und Bahn aufzeigen. auf 67 Prozent im Jahre 1985. Zielvorgabe und Formulie-
Herr Wellauer und Herr Seiler haben von den Rationalisie- rung des neuen Leistungsauftrags müssen deshalb in die-
rungsmassnahmen gesprochen. In diesem Zusammenhang sem Sektor als unrealistisch bezeichnet werden. Wer zudem
möchte ich auf die Ereignisse in der schweizerischen Wag- die Grosswetterlage und die Zukunftsaussichten im europäi-
gonindustrie hinweisen. Sie wissen, dass sich die beiden schen Güterverkehr berücksichtigt, kommt zum Schluss,
verbleibenden Anbieter- nicht zuletzt aufgrund der langjäh- dass die Räte beim Leistungsauftrag falsch entschieden
rigen und richtigen Bestrebungen der Bundesbahnen - haben.
zusammenschlössen, um gegenüber dem Ausland verstärkt Die andauernde Angebots- und Kostenoptimierung der Bah-
auftreten und gegenüber den SBB bessere Dienstleistungen nen beim Wagenladungsverkehr läuft allen unseren Bemü-
bieten zu können. Diese Rationalisierungsmassnahmen hungen auf dem Gebiete der Luftreinhaltung zuwider. Eine
werden möglicherweise in Zukunft Stein des Anstosses sein, entscheidende Verbesserung bei den Emissionen des Die-
weil von den Bundesbahnen oder mindestens von Kreisen selschwerverkehrs ist nicht in Sicht. Ein möglichst grosser
aus der Umgebung der Bundesbahnen die Meinung vertre- Anteil dieses Verkehrs sollte deshalb sofort auf die umwelt-
ten werden könnte, man sähe sich jetzt einem Monopolisten freundliche Schiene umgelagert werden können. Fachleute
gegenüber und müsste auf dem Gebiete der Waggonbe- sprechen von immerhin 6 bis 12 Millionen Tonnen allein im
schaffung vermehrt ins Ausland ausweichen. Ich bin sicher, Binnenverkehr. Das ist aber unter den gegenwärtigen Rah-
Herr Bundesrat Schlumpf, dass die Rationalisierungsmass- menbedingungen nicht möglich. Die Zuteilung des Wagen-
nahmen aufgrund der Erfahrungen, nicht zuletzt wegen der ladungsverkehrs zum unternehmerischen Bereich schadet
Beschaffung für die Zürcher S-Bahn, auch in Zukunft von Mensch und Umwelt und muss deshalb baldmöglichst korri-
den Bundesbahnen richtig eingestuft werden. giert oder durch flankierende Massnahmen - ich denke da
Das dritte Problem: Herr Bundesrat Schlumpf, Sie haben mir an den KVP-Artikel - ergänzt werden. Die geplante Aufhe-
vor fünf Jahren versprochen, dass der Ausbau der Doppel- bung von weiteren 26 Regionalzentren beim Cargo Domizil
spur zwischen St. Gallen und Rorschach zügig in Angriff auf den 1. Januar 1988 scheint mir angesichts der positiven
genommen werde. Unter «zügig» verstehen wir in der Ost- Entwicklung dieses Verkehrs zumindest voreilig zu sein.
schweiz eine Zeitdauer von acht Jahren, was bedeuten Die neue Fahrausweiskontrolle hat bereits im Vorfeld des
würde, dass man mit dem Ausbau der Doppelspur zwischen kürzlichen Fahrplanwechsels hohe Wellen geworfen. Ich
Rorschach und St. Gallen spätestens im nächsten Jahr sehe dieses neue Konzept - im Geschäftsbericht mit den
beginnen müsste. Ich sage das insbesondere auch mit Blick Worten «zukunftsorientiert», «kundenfreundlich» und «wirt-
auf die Bestrebungen der Deutschen und der Oesterreichi- schaftlich» reichlich euphorisch umschrieben - im Zusam-
schen Bundesbahnen, welche die Zahl ihrer Züge Richtung menhang mit der 1986 eingetretenen, weiteren Reduktion
Schweiz ausgebaut haben, womit wir künftig noch ein des Personalbestands. Dieser Personenabbau erfolgte trotz
schlimmeres Verkehrsaufkommen haben werden - Verspä- Arbeitszeitverkürzung, den jüngst eingeführten Mehrleistun-
tungen sind uns sicher -, wenn der Ausbau Rorschach- gen und dem sich bereits abzeichnenden Mehrverkehr. Wie
St. Gallen nicht unbedingt und sofort in Angriff genommen oft soll denn diese Zitrone (Personal) noch ausgepresst
wird. werden? Die Grenze des Zumutbaren ist erreicht. Das gilt
Ich wäre Ihnen dankbar, Herr Bundesrat Schlumpf, wenn Sie nicht nur für den Abbau bei der Besetzung der Stationen,
bestätigen könnten, dass der Ausbau der Doppelspur sondern auch für die Stichkontrollen, vorab im Schnellzugs-
4. Juni 1987 701 SBB. Geschäftsbericht und Rechnungen 1986
verkehr. Mit einer Geisterbahn können wir das Verkehrsver- Hier wird die Beratung dieses Geschäftes unterbrochen
halten in diesem Lande nicht vorteilhaft beeinflussen. Die Le débat sur cet objet est interrompu
Fortsetzung dieser Politik gefährdet die Anfangserfolge auf
dem Gebiete des Umsteigens. Es geht um die Qualität der
Dienstleistungen! Wir stehen letztlich vor der Frage: Welche Schluss der Sitzung um 12.10 Uhr
Eisenbahn wollen wir denn eigentlich? La séance est levée à 12 h 10
Erhalten wir das anerkannt hohe Niveau aufrecht und ver-
zichten wir auf überrissene Rationalisierungsmassnahmen,
die mangelnde Beratung und Betreuung, Schikanen, Bus-
sen, Vandalismus und gar Belästigungen zur Folge haben
werden und die jeden Kunden, der es sich leisten kann,
wieder zurück auf die Strasse treiben! Der Name «Borro-
mini» steht ja zugleich auch für eine historische, mensch-
lich-kulturelle Leistung, die uns heute noch allen Respekt
abnötigt. Vergessen wir das bei der weiteren Verwirklichung
von «Bahn 2000» nicht.
Chopard: Ganz bewusst reihe ich mich in die Liste der
Redner ein, die versuchen, hier aufbauende Kritik vorzutra-
gen. Vorerst möchte ich dem Bundesrat, den SBB und der
Bundesverwaltung für alle Verbesserungen, wie sie auf
Seite 3 des Berichtes dargelegt werden, bestens danken.
Danken möchte ich den SBB und ihrem Personal auch für
alle bereits vorgenommenen Vorleistungen für das Konzept
«Bahn 2000». Trotz all dieser mehr als nur anerkennenswer-
ten Anstrengungen um kundengerechte, attraktive und bes-
sere Leistungen - wie verstärktes Marketing, Taktfahrplan,
Bahnanschlüsse der Flughäfen Kloten und Genf, Erneue-
rung des Rollmaterials, Schaffung wettbewerbsfähiger
Tarife usw. und insbesondere auch die weiteren Verbesse-
rungen des Reisezugsangebotes mit dem Fahrplanwechsel
vom 31. Mai 1987- möchte ich die SBB im Zusammenhang
mit der Personalumstrukturierung beim begleitenden Zugs-
personal doch bitten, den Kundendienst für die Reisenden
nicht abzubauen. Er ist sogar zu verbessern, um damit
mindestens den gleichen Service zu bieten, wie ihn die
Bahnen unserer Nachbarländer zum Teil vorbildlich leisten.
Konkret drei Beispiele: Wenn Sie heute in der BRD reisen,
ist es in Bahnhöfen mit niederen Perrons selbstverständlich,
dass das Bahnpersonal Frauen mit Kindern, altern Leuten,
Gehbehinderten, Invaliden und sonstwie auf Dritte Angewie-
senen beim Ein- und Aussteigen, beim Kofferabnehmen
usw. hilft. Bei uns ist das leider eher die Ausnahme. Und
weiter: Wenn Sie die Information in den BRD-Zügen, sowohl
die schriftliche wie die mündliche, mit derjenigen der SBB
vergleichen, werden Sie auch da wesentliche Unterschiede
zum Nachteil der SBB sofort feststellen. Und schliesslich die
Situationen, wie sie mir leider sehr oft von Reisenden bestä-
tigt werden, die beispielsweise mit dem Intercity-Zug von
Norddeutschland nach Basel fahren und dort mit vier Minu-
ten Verspätung eintreffen, aber im Bahnhof Basel nicht
informiert werden, dass der Anschlusszug Richtung Zürich
bereits abgefahren ist. Die Reisenden haben das selber zu
merken und eine Wartezeit von rund 40 Minuten in Kauf zu
nehmen. Das ist unerfreulich! Nach meiner Meinung ist ein
guter Kundendienst dann gewährleistet, wenn die
Anschlüsse garantiert werden und den Reisenden so gut als
möglich auf den Bahnhöfen und im Zug geholfen wird.
Sollte die Verspätung zu gross werden, sind die Fahrgäste
sofort zu informieren und soweit als möglich zu betreuen,
respektive auf die bestmöglichen nächsten Reiseanschlüsse
hinzuweisen.
Ich möchte also bitten, dass die SBB das Angebot nicht
allein von der Materialseite und der Fahrplanseite her ver-
bessern, sondern den Kundendienst vor allem von der
menschlichen Seite her verbessern und der ausländischen
Konkurrenz ebenbürtig machen.
Ich danke Herrn Bundesrat Schlumpf, wenn er mir bestäti-
gen kann, dass auch er dazu beitragen möchte, den Kun-
dendienst auf dieser hohen Stufe zu belassen, wie wir ihn
immer pflegten, und ihn keinesfalls abzubauen.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
SBB. Geschäftsbericht und Rechnungen 1986
CFF. Gestion et comptes 1986
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1987
Année
Anno
Band II
Volume
Volume
Session Sommersession
Session Session d'été
Sessione Sessione estiva
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 05
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 87.027
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 04.06.1987 - 08:00
Date
Data
Seite 690-701
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