Federal Council to Restrict Hazardous Chemicals
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe motion proposed that the Federal Council create instruments to restrict the use of hazardous chemicals through target setting, aiming for more environmentally friendly products and production methods. The court reasoned that this approach, already successful in other contexts like catalytic converters and phosphate reduction in detergents, would incentivize innovation and lead to a decrease in both catastrophic and chronic chemical pollution. The motion was accepted as a postulate, acknowledging the validity of its goals.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 108 al. 1 let. a LTF, Art. 66 al. 1 LTF; Federal Council to Restrict Hazardous Chemicals: The court reasoned that this approach, already successful in other contexts like catalytic converters and phosphate reduction in detergents, would incentivize innovation and lead to a decrease in both catastrophic and chronic chemical pollution. The motion was accepted as a postulate, acknowledging the validity of its goals.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertThis article was cited to declare the appeal inadmissible because the decision concerned only the costs of the proceedings.
This article was used to order the appellant to pay the costs of the federal proceedings.
Volltext
10. März 1987 85 Motion Bührer
#ST# 86.842 tionsverfahren und damit zur Substitution von gefährlichen
Stoffen durch weniger gefährliche führen. Bestimmte Ver-
Motion Bührer fahren bzw. bestimmte Stoffe müssen, obwohl schädlich,
dringend verwendet werden. Um die Emissionen dieser
Chemische Stoffe. Einschränkung Stoffe auf ein tragbares Mass zu reduzieren, wird die Verfüg-
des Gebrauchs barkeit begrenzt. Der Gebrauch wird plafoniert. Diese Stoffe
Restriction à l'utilisation de werden somit nur noch dort eingesetzt, wo absolut nicht
substances nocives pour la santé darauf verzichtet werden kann.
Die Idee, mittels Zielvorgaben zu unweitgerechten Produk-
et l'environnement
ten und weniger gefährdenden Produktionsweisen zu gelan-
gen, ist weder neu noch revolutionär. Es gibt im In- und
Ausland Beispiele dafür, dass dieser Weg erfolgreich
beschriften wurde. Ich erwähne als erstes Beispiel einen Fall
aus den Vereinigten Staaten: Die Katalysatortechnik wurde
Wortlaut der Mot/on vom 19. Dezember 1986 dort unter dem Zwang der fortschrittlichen Abgasvorschrif-
Im Bestreben, zu einer massiven Einschränkung des ten Kaliforniens entwickelt. Diese Vorschriften verlangten
Gebrauchs von gesundheits-und umweltgefährdenden che- einen schrittweisen Abbau des Kohlenwasserstoffs, des
mischen Stoffen zu gelangen, das Schadenspotential allfälli- Kohlenmonoxids und der Stickoxide in den Abgasen um
ger Katastrophen sowie die schleichende Dauervergiftung 90 Prozent gegenüber den Modellen von 1970. Ein «unmög-
durch Chemikalien zu vermindern, wird der Bundesrat ein- lich» hohes Ziel wurde gesteckt und dank unbeirrtem Fest-
geladen, die nötigen Instrumente zu schaffen, damit mittels halten daran auch erreicht.
Zielvorgaben umweltgerechtere Produkte erreicht und Ein weiteres Beispiel aus dem Inland ist die Eliminierung der
umweltgefährdende Produktionsweisen eingeschränkt oder Phosphate aus den Waschmitteln. Dieses Beispiel wurde mit
schrittweise eliminiert werden können. Erfolg durchexerziert. Durch die Begrenzung des Ersatzstof-
fes für das Phosphat, des NTA, in den Waschmitteln, kann
Texte de la motion du 19 décembre 1986 die Belastung des Wassers durch diesen Stoff in Grenzen
Dans le dessein de parvenir à restreindre massivement l'utili- gehalten werden. Dadurch wird verhindert, dass der Teufel
sation de substances chimiques menaçantes pour la santé mit dem Beelzebub ausgetrieben wird.
et l'environnement, ainsi que de réduire les dégâts qui Ein weiteres Beispiel: In der Stoffverordnung wurde für
pourraient découler de catastrophes éventuelles, comme Cadmium derselbe richtige Weg beschriften.
aussi l'intoxication, insidieuse et de longue durée, par des Es bleibt noch viel zu tun. Beispielsweise stellt die verbrei-
produits chimiques, le Conseil fédéral est chargé de créer tete Verwendung von chlororganischen Verbindungen ein
les instruments nécessaires à permettre ce qui suit: Fabri- Problem dar, das rasch angegangen werden sollte. Diese
quer des produites dont l'environnement puisse s'accom- Stoffe verdampfen und finden sich dann in Spuren im
moder mieux - et cela au moyen de taxes d'incitation menschlichen Körper, in den Lebensmitteln, im Wasser und
spécifiques - également limiter ou éliminer pas à pas des selbstverständlich in der Luft. Der Gebrauch von chlororga-
modes de production dommageables pour le milieu am- nischen Verbindungen muss massiv eingeschränkt werden,
biant. vor allem auch deren Austritt in die Atmosphäre. Der
Lösungsmittelanteil in Farben und Lacken muss reduziert
Mitunterzeichner - Cosignataires: werden.
Belser, Meylan, Piller, Weber (4) Ich möchte mit meinem Vorstoss den Bundesrat einladen,
auf dem skizzierten Weg konsequent voranzuschreiten. Nur
Frau Bührer: Die Chemiekatastrophe von Schweizerhalle wenn Ziele gesteckt sind, müssen Wege gesucht werden.
hat uns alle erschreckt, entsetzt und in grosse Ratlosigkeit Wir erleben in der Diskussion um das Luftreinhaltekonzept,
versetzt. Erste Reaktionen zielten vor allem auf die Verhin- wie wichtig es ist, Ziele abzustecken. Dank der Zielsetzung,
derung von Katastrophen und auf Vorkehren, allfällige die Luftbelastung auf den Stand der fünfziger Jahre zu
Ereignisse im Griff zu behalten, unter Kontrolle zu halten. senken, ist eine Diskussion der zu wählenden Massnahmen
Wir haben heute morgen Beispiele dafür gehört. überhaupt erst möglich. Wir brauchen nicht nur bei der Luft,
Es liegt aber auf der Hand, dass die Gefährdung nicht nur im sondern im ganzen Umweltbereich eine kohärente Strate-
Katastrophenfall besteht, sondern dass durch den Gebrauch gie, die die Verwendung umweltgefährdender Stoffe konse-
umweltschädlicher Stoffe auch eine schleichende Dauerver- quent soweit wie möglich reduziert.
giftung durch Chemikalien stattfindet. Luft, Wasser und Zum Schluss ein Beispiel aus meinem Kanton, wie mit einer
Boden werden belastet, und die Umweltschäden sind meist Zielvorgabe sogar auf freiwilliger Basis, ohne gesetzliche
nicht kurzfristig reversibel. Wenn wir den Dingen auf den Grundlage, ein Gefahrenpotential eliminiert werden konnte:
Grund gehen, dieUebel an der Wurzel anpacken wollen, das In einer chemischen Fabrik in Schaffhausen, wenige hun-
heisst, die Belastung an der Quelle vermindern und verhin- dert Meter vom Kantonsspital entfernt, lagerten einige Ton-
dern wollen, gibt es nur eine Lösung: Wir müssen den nen Phosgen-ein unerträglicher Gedanke. Die Intervention
Gebrauch von gesundheits- und umweltgefährdenden Stof- unserer Sanitätsdirektion veranlasste die Firma- lange vor
fen einschränken und - wo nötig - schrittweise eliminieren. der Chemiekatastrophe bei Sandoz -, eine andere Produk-
Damit - und nur damit - erreichen wir sowohl eine Minde- tionsweise, die ohne Phosgen auskommt, zu entwickeln und
rung des Schadenpotentials bei einer allfälligen Katastrophe anzuwenden. Ich vermeide das Schlagwort der «sanften
als auch einen sukzessiven Rückgang der Dauerbelastung Chemie». Chemische Reaktionen sind nicht sanft. Was wir
durch Chemikalien. Wie lässt sich das erreichen? brauchen, ist eine intelligente Chemie. Darauf hin muss
Das Schlüsselwort in meiner Motion heisst «Zielvorgaben». auch der Bundesrat wirken. Er sollte den Mut haben, den
Entsprechend der Gefährlichkeit und Schädlichkeit eines Erfindergeist, an dem es uns ja nie gefehlt hat, herauszufor-
Stoffes soll dessen Verwendung sukzessive eingeschränkt dern.
und wenn nötig ganz eliminiert werden. Es ist selbstver- Ich bitte Sie, meinen Vorstoss zu überweisen.
ständlich, dass die Ziele nur im Dialog mit Industrie und
Gewerbe festgesetzt werden können. Den betrieblichen und Bundesrat Cotti: Die Ideen, die dem Vorstoss zugrunde
wirtschaftlichen Gegebenheiten ist mit der Ansetzung der liegen, besonders auch das Anliegen, welches den ganzen
Fristen Rechnung zu tragen. Von zentraler Wichtigkeit ist, Vorstoss kennzeichnet, sind ja nur zu begrüssen. Aus den
dass mit solchen Zielvorgaben innovative Prozesse in Gang gleichen Gründen aber, die ich schon vorher erwähnt habe-
gesetzt werden, die zum Beispiel zur Schliessung der Stoff- alle diese Fragen stehen zur Zeit, Herr Jagmetti hat meine
kreisläufe - damit wird die Abgabe der belastenden Stoffe Antwort genau erfasst, in Ueberprüfung, es gibt ein Bündel
an die Umwelt verhindert-oder zur Aenderung von Produk- von Ideen und Massnahmen, aus dem dann konkrete Mass-
Planification politique. Participation du Parlement 86 11 mars 1987
nahmen herauszuschälen sind, für die wir aber noch eine #ST# Siebente Sitzung - Septième séance
gewisse Zeit brauchen werden -, muss ich im Namen des
Bundesrats zum gleichen Schluss kommen, zu dem ich Mittwoch, 11. März 1987, Vormittag
bereits bei der Motion von Herrn Belser gekommen bin, d. h. Mercredi 11 mars 1987, matin
der Bundesrat wäre bereit, die Motion in Form eines Postu-
lats anzunehmen. Sie würden so oder so, das muss ich 9.30h
sagen, in den Rahmen der heutigen Ueberprüfung eingebet-
tet werden. Vorsitz - Présidence: Herr Dobler
Präsident: Ich frage Frau Bühreran.obsiemitder Umwand-
lung in ein Postulat einverstanden ist.
Frau Bührer: Ich danke für die Antwort des Bundesrates. Ich
bin mit der Umwandlung einverstanden. 86.015
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat Politische Planung.
Mitwirkung des Parlamentes
Schluss der Sitzung um 11.30 Uhr Planification politique.
La séance est levée à 11 h 30 Participation du Parlement
Bericht des Bundesrates vom 10. März 1986 (BBI II, 1)
Rapport du Conseil fédéral du 10 mars 1986 (FF 11,1)
Antrag der Kommission
Mehrheit
Kenntnisnahme vom Bericht
Minderheit
(Binder)
Kenntnisnahme vom Bericht und Ueberweisung der Motion
Proposition de la commission
Majorité
Prendre acte du rapport
Minorité
(Binder)
Prendre acte du rapport et transmettre la motion
Motion der Kommissionsminderheit (Binder)
Politische Planung. Mitwirkung des Parlamentes
Wortlaut der Motion vom 9. März 1987
Der National- und der Ständerat sollen zu den Planungsbe-
richten des Bundesrates, insbesondere zu den Regierungs-
richtlinien und zum Legislaturfinanzplan, mit einer parla-
mentarischen Planungserklärung Stellung nehmen können
(vgl. Variante «Parlamentarische Planungserklärung» in Zif-
fer 423 und 633 des Berichtes des Bundesrates).
Der Bundesrat wird daher eingeladen, der Bundesversamm-
lung die notwendigen Aenderungen des Geschäftsverkehrs-
gesetzes vorzuschlagen.
Motion de la minorité de la commission (Binder)
Planification politique. Participation du Parlement
Texte de la motion du 9 mars 1987
Le Conseil national et le Conseil des Etats devraient, dans
une déclaration sur la planification, pouvoir prendre posi-
tion sur les rapports du Conseil fédéral touchant la planifica-
tion notamment les Grandes lignes de la politique gouverne-
mentale et le Plan financier de la législature (cf. variante
«déclaration du Parlement sur la planification» dans le rap-
port du Conseil fédéral, chiffres 423 et 633).
Le Conseil fédéral est invité à proposer à l'Assemblée fédé-
rale les révisions nécessaires de la loi sur les rapports entre
les conseils.
Muheim, Berichterstatter: Ich möchte den Versuch wagen,
eine Einführung in die Problematik der politischen Planung
zu geben. Ich setze dabei die Kenntnis der Botschaft des
Bundesrats voraus. Ich möchte Ihnen die Kommissionsbera-
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion Bührer Chemische Stoffe. Einschränkung des Gebrauchs
Motion Bührer Restriction à l'utilisation de substances nocives pour la santé et
l'environnement
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1987
Année
Anno
Band I
Volume
Volume
Session Frühjahrssession
Session Session de printemps
Sessione Sessione primaverile
Rat Ständerat
Conseil Conseil des Etats
Consiglio Consiglio degli Stati
Sitzung 06
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 86.842
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 10.03.1987 - 08:00
Date
Data
Seite 85-86
Page
Pagina
Ref. No 20 015 373
Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung.
Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale.
Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.