Popular Vote on Culture Not a Rejection of Public Funding
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe court confirmed that the popular vote against a constitutional article on culture should not be interpreted as a rejection of public cultural funding. The Federal Council stated it would continue its efforts to maintain and promote cultural diversity within existing frameworks, emphasizing that the vote did not provide a reason to limit financial support for culture. The court also noted that while social security for cultural workers is primarily a social policy issue, a foundation exists to facilitate occupational pensions, and the government is examining further support possibilities.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 55bis klar, Art. 55bis BV; Popular Vote on Culture Not a Rejection of Public Funding: The Federal Council stated it would continue its efforts to maintain and promote cultural diversity within existing frameworks, emphasizing that the vote did not provide a reason to limit financial support for culture. The court also noted that while social security for cultural workers is primarily a social policy issue, a foundation exists to facilitate occupational pensions, and the government is examining further support possibilities.
Schlagwörter
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited to uphold the constitutional principle of media independence from the state and the autonomy in program design for radio and television.
Volltext
19. Dezember 1986 N 2057 Interpellation Morf
tage élevé des Non permettent de conclure que l'issue du Wie will er ohne Verfassungsgrundlage wirkungsvoll natio-
scrutin ne peut ni ne doit être interprétée comme une nale Kulturaufgaben wahrnehmen?
déclaration d'hostilité à toute forme d'aide publique à la Wird das Abstimmungsergebnis Auswirkungen auf die Aus-
culture. sen-Kulturpolitik haben - ein Gebiet, das ohnehin eher
Le Conseil fédéral est-il prêt à confirmer: einem Entwicklungsland und nicht dem wirtschaftlichen
1. Qu'il poursuivra comme avant - dans les limites précé- Potential unseres Landes entspricht?
demment admises en tout cas - les efforts entrepris jusqu'à Auch wenn Sozialausgaben im Budget niemals als Kultur-
ce jour afin de maintenir et promouvoir la diversité culturelle ausgaben ausgewiesen werden dürfen - wie will der Bund
du pays; nun z. B. für eine wirkungsvolle Zweite Säule für Kultur-
2. Que le refus d'introduire un article sur la culture dans la schaffende sorgen?
Constitution fédérale ne saurait fournir au gouvernement
une raison de limiter la participation financière de la Confé- Texte de l'interpellation du 1er octobre 1986
dération à l'encouragement et à la promotion de la culture? Quels sont les enseignements que le Conseil fédéral tire du
résultat de la votation sur l'initiative en faveur de la culture?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Blunschy, Bürer-Walen- Comment compte-t-il s'y prendre dans le dessein d'empê-
stadt, Butty, Camenzind, Cantieni, Columberg, Cotti Flavio, cher que l'encouragement de la culture, dans des domaines
Darbellay, Dirren, Feigenwinter, Fischer-Sursee, Humbel, qui n'étaient pas contestés jusqu'à présent, n'ait à souffrir
Iten, Keller, Kühne, Landoli, Nussbaumer, Ogi, Risi-Schwyz, de compressions fâcheuses?
Röthlin, Ruckstuhl, Rüttimann, Schmidhalter, Schnider- Comment entend-il assurer efficacement, sans base consti-
Luzern, Segmüller, Seiler, Stamm Judith, Wick, Ziegler (29) tutionnelle, des tâches nationales dans le domaine de la
culture?
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Le résultat de ce scrutin aura-t-il des effets sur notre politi-
Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht que extérieure en matière culturelle - domaine ou, de toute
eine schriftliche Antwort. façon, nous sommes plutôt comparables à un pays en voie
de développement car, sur ce plan-là, notre politique ne
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates correspond nullement au potentiel économique de la
vom 26. November 1986 Suisse.
Rapport écrit du Conseil fédéral du 26 novembre 1986 Même si des dépenses de nature culturelle ne doivent en
1. Der Bundesrat wertet das Ergebnis der Volksabstimmung aucun cas figurer au budget, à la rubrique des dépenses à
vom 28. September 1986 über Kulturinitiative und Gegen- caractère social - comment le Conseil fédéral compte-t-il
vorschlag nicht als Nein zur Kulturförderung des Bundes. assurer désormais, aux travailleurs des branches culturelles,
Die Analyse der Ergebnisse im einzelnen sowie die Erklärun- un «deuxième pilier» efficace?
gen der Gegner eines Kulturartikels lassen den Schluss zu,
dass es nicht der Wille der Stimmbürgerinnen und Stimm- Mitunterzeichner- Cosignataires: Ammann-St. Gallen, Cli-
bürger war, einen Abbau des bisherigen Bundesengage- vaz, Fankhauser, Friedli.Lanz, Leuenberger Moritz, Nauer,
ments im Bereich der Kulturförderung herbeizuführen. Der Neukomm, Pitteloud, Rechsteiner, Reimann, Robbiani,
Bundesrat wird auch in Zukunft seine Bemühungen zur Ruffy, Stamm Walter, Stappung, Vannay, Weber-Arbon (17)
Erhaltung und Förderung der kulturellen Vielfalt des Landes
zumindest im bisherigen Rahmen fortsetzen.
2. Im Verlauf der Meinungsbildung vor der Abstimmung Schriftliche Begründung - Développement par écrit
haben gerade die Verfechter des zweifachen Neins wieder- Die Urheberin verzichtet auf eine Begründung und wünscht
holt beteuert, dass sie auf keinen Fall einen Abbau des eine schriftliche Antwort.
gegenwärtigen Bundesengagements im Bereich der Kultur-
förderung wollten. Im Gegenteil wurde mehrfach von dieser Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
Seite erklärt, dass auch ohne Kulturartikel in der Bundesver- vom 26. November 1986
fassung sogar ein massvoller, gezielter Ausbau dieser Hilfe Rapport écrit du Conseil fédéral du 26 novembre 1986
möglich sei. Der Bundesrat hat diese eindeutigen Erklärun- Der Bunderat hat es immer bedauert, dass die Initiative nicht
gen zur Kenntnis genommen und wird seine bisherige Kul- zugunsten des aussichtsreicheren Gegenvorschlags zurück-
turpolitik im Sinne einer echt föderalistischen Ergänzung gezogen wurde. Trotzdem hat das an sich voraussehbare
der Aktivitäten von Privaten, Gemeinden und Kantonen fort- Resultat in einzelnen Teilen positiv überrascht. Ein Anteil Ja-
setzen. Er hofft dabei, dass auch das Parlament diese Politik Stimmen von nahezu 40 Prozent für den Gegenvorschlag
voll mittragen wird. konnte nicht unbedingt erwartet werden; ausserdem liegt
die Summe der insgesamt für einen Kulturartikel abgegebe-
Le président: L'interpellant est satisfait de la réponse du nen Ja-Stimmen bei über 55 Prozent. Dieses Ergebnis lässt
Conseil fédéral. daher den Schluss zu, dass Volk und Stände keinen Abbau
des bisherigen Bundesengagements im Bereich der Kultur-
förderung wollten.
Der Bundesrat wird die bisher unbestrittenen Bereiche der
#ST# 86.587 Kulturförderung mit Aufmerksamkeit und Sorgfalt weiter
pflegen. Er hofft dabei, dass auch das Parlament diese
Interpellation Morf Politik voll mittragen wird.
Der Bund verfügt in den Bereichen des Films, des Natur-
Kulturinitiative. und Heimatschutzes, der Schweizerschulen im Ausland
Auswirkungen der Volksabstimmung sowie des Kulturgüterschutzes, ferner im Bereich von Tur-
Initiative en faveur de la culture. nen und Sport über ausdrückliche kulturelle Verfassungsbe-
Conséquences du vote populaire stimmungen. Ausserdem war er seit jeher für die Kulturför-
derung auch in den Bereichen, wo dies nicht ausdrücklich
zugestanden wird, stillschweigend kompetent. Es galt bis-
her als unbestritten, dass Aufgaben von eindeutig nationaler
Ausrichtung die Hilfe des Bundes erfordern. Der grundsätzli-
Wortlaut der Interpellation vom 1. Oktober 1986 che Vorrang der Kantone in der Kulturförderung wird
Welche Schlüsse zieht der Bundesrat aus dem Ergebnis der dadurch nicht geschmälert. Indem der Bund Aufgaben von
Abstimmung über die Kulturinitiative? nationaler Bedeutung und Ausrichtung erfüllt, respektiert er
Wie will er verhindern, dass bisher unbestrittene Bereiche in echt föderalistischer Weise das Prinzip der Subsidiarität
der Kulturförderung Rückschläge zu erleiden haben? und ergänzt wirksam die Anstrengungen von Privaten,
Interpellation Renschier 2058 N 19 décembre 1986
Gemeinden und Kantonen. Der Bundesrat ist gewillt, diese autrement dit la troupe d'information du gouvernement, so
Tradition fortzusetzen. préparait à émettre, en novembre de cette année, ses pro-
Das Abstimmungsergebnis wird keine Auswirkungen auf die pres programmes radiophoniques et même télévisés (uno
kulturellen Aussenbeziehungen haben, da der Bund kraft première), je pose au Conseil fédéral les questions sui-
seiner Zuständigkeit in auswärtigen Angelegenheiten eine vantes:
Aufgabe zu erfüllen hat. 1. N'estime-t-il pas lui aussi que des autorités et des services
Die soziale Sicherheit von Kulturschaffenden bildet vor officiels de la Confédération doivent renoncer d'office a
allem ein sozial- und erst in zweiter Linie ein kulturpoliti- émettre leurs propres programmes de radiodiffusion ot do
sches Anliegen. Neben verschiedenen bescheidenen Vor- télévision (ou à diffuser des journaux) parce que, do co fait,
sorgeeinrichtungen von Künstlerorganisationen besteht seit le principe constitutionnel de l'indépendance des médias
1984 eine Stiftung unter der Aufsicht des Bundesamtes für par rapport à l'Etat est violé?
Sozialversicherung mit dem Zweck, Kulturschaffenden 2. Est-ce que, par voie de conséquence, il ne faudrait pas
zumindest die berufliche Vorsorge gemäss dem Bundesge- octroyer également - comme c'est le cas pour la télévision
setz vom 25. Juni 1982 über die berufliche Alters-, (-unterlas- et la radio de la DIPRA - à d'autres autorités encore (celles
senen- und Invalidenvorsorge (BVG) zu ermöglichen. Die des cantons et des communes), le droit d'émettre leurs
Bundesverwaltung prüft gegenwärtig in Kontakt mit den propres programmes si ces dernières peuvent faire la
Betroffenen, ob und in welcher Form allenfalls eine Bundes- preuve que leur besoin d'informer est aussi impérieux que
hilfe möglich wäre. Der Bund kann allerdings im Rahmen celui qui est ressenti par la DIPRA?
des BVG zu keinen finanziellen Leistungen verpflichtet 3. En donnant son accord en vue de permettre la diffusion
werden. de programmes DIPRA sur les fréquences à elle attribuées,
la SSR ne lèse-t-elle pas sa concession?
Le président: L'interpellatrice n'est que partiellement satis- 4. Ne court-on pas le risque qu'en diffusant des programmes
faite de la réponse du Conseil fédéral. d'information, la DIPRA ne jette le trouble et la confusion
dans le public, parce qu'on donnera l'impression que pré-
vaut une situation extraordinaire, voire une situation do
crise, quand par exemple des présentateurs apparaîtront en
#ST# 86.567 uniforme militaire sur l'écran de la TV?
5. Le Conseil fédéral est-il prêt à donner pour instruction à la
Interpellation Renschler DIPRA de renoncer à diffuser ses propres programmes, afin
de protéger le principe de l'indépendance envers l'Etat ainsi
Staatsunabhängigkeit que d'autres biens juridiques (séparation à sauvegarder
von Radio und Fernsehen entre organisateurs de programmes et autorité de surveil-
Autonomie de la radio et lance) et de respecter des dispositions légales en vigueur
de la télévision (concession de la SSR, ordonnance applicable au service do
la DIPRA)?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Euler, Lanz, Leuenber-
ger-Solothurn, Leuenberger Moritz, Stappung (5)
Wortlaut der Interpellation vom 23. September 1986
Im Zusammenhang mit den im August vom EJPD bekannt- Schriftliche Begründung - Développement par écrit
gegebenen Plänen, im November 1986 durch die Abteilung APF-Programme können nur öffentlich ausgestrahlt wer-
Presse und Funkspruch (APF), die Medien-Truppe des Bun- den, wenn entweder die SRG auf einen Teil ihrer Konzession
desrates, eigene Radio- und erstmals eigene Fernsehpro- verzichtet oder wenn der APF eine eigene Konzession erteilt
gramme auszustrahlen, frage ich den Bundesrat an, wird. Beides ist aus politischen und rechtlichen Gründon
1. ob er nicht auch der Meinung ist, dass Behörden und unmöglich.
Amtsstellen des Bundes grundsätzlich darauf verzichten Der Staat darf nicht gleichzeitig die Informationstätigkeit
sollen, eigene Radio- und Fernsehprogramme auszustrah- und die Informationsverbreitung kontrollieren. Dies ergibt
len (oder Zeitungen zu verbreiten), weil dadurch derverfas- sich aus der Meinungsäusserungsfreiheit. Bei Radio und
sungsmässige Grundsatz der Staatsunabhängigkeit der Fernsehen schreibt die Bundesverfassung im 1984 von Volk
Medien verletzt wird; und Ständen angenommenen Artikel 55bis klar vor: «Dio
2. ob konsequenterweise - analog zum APF-Fernsehen und Unabhängigkeit von Radio und Fernsehen sowie die Auto-
-Radio - nicht anderen Behörden, auch von Kantonen und nomie in der Gestaltung von Programmen sind gewährlei-
Gemeinden, ebenfalls das Recht zur Ausstrahlung eigener stet.» Diese Verfassungsbestimmung wird verletzt, wenn die
Programme eingeräumt werden müsste, wenn diese ein APF in eigener Verantwortung Programme ausstrahlt.
ebenso grosses Informationsbedürfnis wie die APF geltend Der Auftrag der APF, Informationsbeschaffung und -Sicher-
machen können; stellung im Ernstfall zu üben, beinhaltet in keiner Weise die
3. ob die SRG durch ihr Einverständnis mit der Ausstrahlung Notwendigkeit, Programme öffentlich zu verbreiten. Das
von APF-Programmen auf den ihr zugeteilten Frequenzen APF-Projekt verstösst zudem gegen die SRC-Konzession.
nicht ihre Konzession verletzt; Die SRG könnte allenfalls APF-Programme in eigener Ver-
4. ob nicht die Gefahr besteht, dass durch die Ausstrahlung antwortung, aber unter Ausschluss jeglicher Verpflichtun-
von Informationssendungen durch die APF beim Publikum gen übernehmen.
Verwirrung entstehen wird, weil der Eindruck erweckt wird,
es herrsche eine ausserordentliche Lage oder gar eine Kri- Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
sensituation, wenn zum Beispiel TV-Sprecher in Uniform vom 26. November 1986
auftreten; Rapport écrit du Conseil fédéral du 26 novembre 1986
5. ob er bereit ist, die APF anzuweisen, zum Schutz des 1. Der Bundesrat teilt die Auffassung des Interpellanten so
Grundsatzes der Staatsunabhängigkeit, zum Schutz weite- weit, als es nicht Aufgabe von Bundesbehörden sein kann,
rer Rechtsgüter (Trennung von Programmveranstalter und dauernd durch Medienerzeugnisse universellen Inhalts mit
Aufsichtsbehörde) und zur Respektierung geltender Rechts- den privaten Medienunternehmen in Konkurrenz zu treten.
vorschriften (SRC-Konzession, APF-Verordnung), auf die Dafür fehlt nicht nur eine Rechtsgrundlage. In Frage gestellt
Ausstrahlung eigener Programme zu verzichten. wäre durch ein solches Verhalten auch der Grundsatz der
Subsidiarität staatlichen Handelns. Schliesslich würde der
Texte de l'interpellation du 23 septembre 1986 Versuch einer systematischen Beeinflussung der öffentli-
En relation avec les plans publiés au mois d'août par le chen Meinung durch Staatsmedien zudem die Meinungs-
DFJP, annonçant que la Division Presse et Radio (DIPRA), und Pressefreiheit als institutionelle Garantie verletzen.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Morf Kulturinitiative. Auswirkungen der Volksabstimmung
Interpellation Morf Initiative en faveur de la culture. Conséquences du vote populaire
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1986
Année
Anno
Band V
Volume
Volume
Session Wintersession
Session Session d'hiver
Sessione Sessione invernale
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 13
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 86.587
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 19.12.1986 - 08:00
Date
Data
Seite 2057-2058
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Pagina
Ref. No 20 015 059
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