Switzerland's Stance on Nicaraguan Development Aid Amidst Political Turmoil
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Swiss Federal Council is requested to answer questions regarding the internal and external political situation in Nicaragua and its implications for Swiss development aid. The interpellation highlights concerns about human rights violations, the country's alignment with the Soviet Union, and the portrayal of the Nicaraguan regime by some Swiss aid organizations. The Council states its continued support for development aid based on humanitarian principles, provided security conditions are met and project objectives are not diverted, emphasizing that such aid is directed towards the population, not the regime. The Council also addresses concerns about neutrality, the death of a Swiss aid worker, and the role of private organizations, affirming that while Swiss direct aid is humanitarian, the actions of individuals in private organizations are their own responsibility.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 64 LTF; Switzerland's Stance on Nicaraguan Development Aid Amidst Political Turmoil: The interpellation highlights concerns about human rights violations, the country's alignment with the Soviet Union, and the portrayal of the Nicaraguan regime by some Swiss aid organizations. The Council states its continued support for development aid based on humanitarian principles, provided security conditions are met and project objectives are not diverted, emphasizing that such aid is directed towards the population, not the regime. The Council also addresses concerns about neutrality, the death of a Swiss aid worker, and the role of private organizations, affirming that while Swiss direct aid is humanitarian, the actions of individuals in private organizations are their own responsibility.
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KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertThe dispositive mentions that the court orders the costs to be borne by the parties.
Volltext
24. September 1986 481 Interpellation Hefti
conditions permettant d'admettre un cas pénible, prévues que étrangère? Quels effets ont-elles sur la stabilité et la
jusqu'à l'entrée en vigueur de la présente loi, continuent à concorde panaméricaines?
être remplies. Le Conseil fédéral est-il disposé à examiner à nouveau,
compte tenu des réponses qu'il donnera aux questions
Dobler, Berichterstatter: Diese Uebergangsbestimmungen précédentes, s'il y a lieu d'étendre encore l'aide à ce pays ou
sind eine folgerichtige Anwendung von Artikel 28, der von s'il n'est plutôt préférable de la restreindre?
Ihnen beschlossen worden ist.
Hefti: Meine Interpellation wurde zu Ende der Sommerses-
Angenommen gemäss Antrag der Mehrheit sion gestellt. Das war zur Zeit, bevor Herr Leyvraz, der in
Adopté selon la proposition de la majorité Nicaragua für ein privates, vom Bund subventioniertes
schweizerisches Hilfswerk arbeitete, umgekommen war.
Ziff. IV - Ch. IV Seither haben in unserem Lande die Berichte und die Dis-
Referendum und Inkrafttreten kussion über Nicaragua zugenommen. Lieber die innenpoli-
Clause référendaire et entrée en vigueur tische Situation und die aussenpolitische Haltung Nicara-
guas, womit sich die beiden ersten Fragen meiner Interpella-
Abs. 2-Al. 2 tion befassen, weiss ich heute etwas mehr als bei Einrei-
Antrag der Kommission chung derselben. Ich bin daher in der Lage, bereits in der
Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates Interpellationsbegründung hierüber Angaben zu machen.
Proposition de la commission Um so mehr gewinnt die dritte Frage an Bedeutung, welche
Adhérer à la décision du Conseil national Konsequenzen für die schweizerische Entwicklungshilfe zu
ziehen sind, sei es diejenige des Bundes oder diejenige
Dobler, Berichterstatter: Wir beantragen auch hier Zustim- privater Organisationen, welche vom Bund unterstützt wer-
mung zum Nationalrat. den, oft in einem Ausmass, dass die Bundesmittel zur Haupt-
finanzquelle wurden.
Angenommen - Adopté Die Diskussion um Nicaragua hat Züge angenommen, die
bis jetzt bei uns nicht üblich waren. Im Fernsehen, teils in
An den Nationalrat - Au Conseil national anderen Medien, von etlichen Vertretern von Hilfswerken
sowie sich als kirchlich gebender Institutionen wird das
offizielle Regime Nicaraguas in einer Weise idealisiert, die
einseitig ist, ja zu Zerrbildern führt. Dabei wird dies oft
verbunden mit einer unbegründeten, teilweise unflätigen
#ST# 86.551 Kampagne gegen die Vereinigten Staaten von Nordamerika,
jenem Land, dessen Bestehen mithilft, dass wir in der
Interpellation Hefti Schweiz überhaupt eine Meinungsfreiheit haben.
Als ein Beispiel für viele sei die Sendung im sogenannten
Hilfe an Nicaragua «Ziischtigs-Club» des Deutschschweizer Fernsehens vom
Aide au Nicaragua 26. August dieses Jahres erwähnt. Das ist aber noch nicht
alles. Gegen diejenigen, welche anderer Meinung sind und
versuchen, die Dinge richtigzustellen, wird vielfach eine
perfide Diffamierungskampagne inszeniert. Zwar scheint
man nicht mehr sogar amtliches Einschreiten zwecks Ver-
Wortlaut der Interpellation vom 20. Juni 1986 hinderung solcher Kritik zu verlangen. Was den Nicaragua-
Wie der Presse zu entnehmen war, hat der Vorsteher des Sympathisanten aber nicht passt, wird zum vornherein als
Departementes für auswärtige Angelegenheiten den Vize- Lüge bezeichnet. Diese geschilderten Methoden beginnen
präsidenten von Nicaragua empfangen und nachher die einen je länger, je mehr an diejenigen zu erinnern, welche in
Erhöhung der schweizerischen Entwicklungshilfe für Nica- den dreissiger Jahren in Deutschland ihren Anfang genom-
ragua angeordnet. men hatten.
Der Bundesrat wird gebeten, womöglich in der kommenden Als kürzlich - ich glaube seitens der amerikanischen Bot-
Herbstsession die nachfolgenden Fragen zu beantworten: schaft- im Zusammenhang mit dem Tod von Herrn Leyvraz
Wie sind die innenpolitischen Verhältnisse in Nicaragua; unserem Departement für auswärtige Angelegenheiten
gibt es demokratische Freiheiten oder herrscht Unterdrük- Dokumente unterbreitet wurden, waren die oben anvisierten
kung, bestehen teilweise bürgerkriegsähnliche Zustände? Kreise sofort mit dem Vorwurf der Pression zur Hand, als ob
Welches sind die aussenpolitischen Tendenzen von Nicara- es nicht das natürlichste Ding der Welt wäre, dass ein Land
gua und wie beeinflussen sie Stabilität und gegenseitiges Dokumente entgegennimmt und sich ansieht, die ihm von
Einvernehmen auf dem gesamten amerikanischen Konti- einem anderen Land, mit dem es diplomatische Beziehun-
nent? gen unterhält, unterbreitet werden. Die gleichen Leute hat-
Ist der Bundesrat, je nach Beantwortung der beiden vorge- ten nichts auszusetzen, als der nicaraguanische Vizepräsi-
henden Fragen, bereit, nochmals zu prüfen, ob der Ausbau dent bei unserem Chef des Departementes für auswärtige
unserer Entwicklungshilfe für Nicaragua angezeigt Angelegenheiten vorsprach, offenbar mehr Entwicklungs-
erscheint, oder ob nicht eher ein Abbau am Platz wäre? hilfe wollte und solche gemäss Pressemeldungen auch ver-
sprochen erhielt. Auch dann schwiegen diese Leute, als die
Texte de l'interpellation du 20 juin 1986 Sowjetunion verlangte, dass die Schweiz einen von ihr an
II ressort de nouvelles parues dans la presse, que le chef du. der Konferenz für Europäische Sicherheit und Zusammenar-
Département des affaires étrangères a reçu le vice-président beit gestellten Antrag zurückziehe, ein Vorschlag übrigens,
du Nicaragua; à la suite de cette entrevue, il a ordonné Herr Bundesrat, der mir einleuchtete und den ich begrüsste.
l'augmentation de l'aide fournie par la Suisse à ce pays au Was geschah in Nicaragua? Fast 50 Jahre lang herrschte in
titre du développement. Nicaragua eine Familie Somoza; sie führte ein übles Regi-
Le Conseil fédéral est prié de renseigner la Chambre sur les ment. Aus konservativen, liberalen, sozialdemokratischen
points suivants, autant que faire se peut durant la session und kirchlichen Kreisen, aber auch aus einigen kommuni-
d'automne: stisch Orientierten bildete sich die Frente Sandinista de
Quelle est la situation politique au Nicaragua sur le plan Liberacion Nacional (FSLN), welcher es 1979 in der soge-
interne, les libertés démocratiques y sont-elles respectées nannten Ersten Revolution gelang, das Regime Somoza zu
ou la population est-elle opprimée, la guerre civile menace-t- stürzen. Dies wurde von der nicaraguanischen Bevölkerung
elle certaines régions? grossmehrheitlich ersehnt und begrüsst. Aber bald began-
Quelles sont les options du Nicaragua en matière de politi- nen innerhalb der FSLN die im kommunistischen Sinn mär-
Interpellation Hefti 482 24 septembre 1986
xistisch orientierten Führer in der neuen Regierung zu Nicaragua in seiner heutigen Struktur und mit seinen heuti-
«dominieren», ihre Koalitionspartner an die Wand zu spielen gen Zielen einzusetzen. Auch wenn diese Leute im umge-
und auf eine Diktatur, ähnlich wie in Kuba, hinzuwirken. kehrten Falle unter dem von ihnen unterstützten System nie
Diese Führer bekannten offen, der Marxismus-Leninismus eine solche Toleranz erwarten könnten. Anders verhält es
sei nun die Doktrin und die Basiskomponente des Sandinis- sich meines Erachtens mit unserer staatlichen Hilfe, erfolge
mus. Das bedeutet wirtschaftlich sowie innen- und aussen- nun diese direkt oder als Beitrag an ein privates Hilfswerk.
politisch eine entsprechende Ausrichtung. Sie wird nicht Niemand darf Nicaragua daran hindern, eine eigene, genü-
schlagartig vollzogen, wohl weil dies im Ausland hätte gende Landesverteidigung aufzubauen. Wird diese aber
unliebsames Aufsehen hervorrufen können, sondern Schritt überdimensioniert und geht sie offensichtlich über das
für Schritt, doch konsequent und mit einem eindeutigen eigene Bedürfnis des Landes weit hinaus, stellt sich die
Ziel. Frage, ob die entsprechenden Mittel in erster Linie nicht
Es gibt fortschreitende Indoktrination in den Schulen, Ein- dem eigenen friedlichen Aufbau zufliessen sollten, bevor
griffe in die Familie, Pressezensur, Aufbau einer staatlichen hierfür öffentliche Gelder aus der Schweiz in Anspruch
Einheitsgewerkschaft, zunehmende Einengung der Privat- genommen werden.
wirtschaft, soweit sie überhaupt noch besteht, Belästigung Nicaragua hat, ohne dazu irgendwie getrieben worden zu
und Behinderung der Kirche, Manipulation von Wahlen, sein, im Spannungsfeld zwischen zwei Mächten nicht nur
zwangsmässige Umsiedlung zahlreicher Bauern und der eindeutig und einseitig Position bezogen, sondern darüber
rund 50 000 Miskito-lndianer, von denen diejenigen, welche hinaus eine sehr aktive Rolle übernommen. Deshalb stellt
noch am Leben blieben, in Lager gesteckt wurden. Die sich die Frage, ob eine Entwicklungshilfe an Nicaragua nicht
einzige oppositionelle Zeitung musste ihr Erscheinen ein- schon jetzt auf eine Parteinahme in jenem hintergründigen
stellen. Der erste Bischof wurde des Landes verwiesen. Spannungsfeld hinausläuft und wieweit das mit unserer
Sodann werden die Beziehungen mit der Sowjetunion, Kuba Neutralität vereinbar ist. Sollten wir nicht besser weder die
und Osteuropa auf zahlreichen Ebenen verstärkt, das Land eine noch die andere Seite unterstützen, uns aus der Sache
nach kubanischem Vorbild militarisiert und grosse Waffen- heraushalten und die Hilfe jenem Staat oder jener Staaten-
lieferungen aus dem Ostblock bezogen. Nicaragua verfügt gruppe überlassen, für welche sich Nicaragua in politischen
heute schon über eine Armee, die an Zahl und Bewaffnung Dienst nehmen liess? Wohlverstanden, diese Bemerkungen
stärker ist als diejenige aller anderen Staaten Mittelamerikas beziehen sich einzig auf die direkte oder indirekte Bundes-
zusammen. Dieses militärische Potential erhöht sich fortlau- hilfe. Privat und mit seinen eigenen Mitteln soll jeder
fend. Es werden Flugplätze gebaut, die weit über die Bedürf- machen, was ihm richtig erscheint.
nisse des Landes hinausgehen. Seit 1980 begann die Waf- Das alles wird um so aktueller, als seitens mancher der
fenhilfe an die Guerilla im benachbarten El Salvador. Dar- beteiligten sogenannten privaten Hilfswerke und deren
über hinaus ist erklärtes Ziel, die sechs Staaten Mittelameri- Exponenten die Nicaraguahilfe je länger, je mehr mit einem
kas mit der Zeit in einem Verbund zu integrieren, natürlich lautstarken Anti-Amerikanismus verbunden wird.
unter Nicaraguas Führung. Bereits erwähnte ich, dass auch der Bundesrat bei Nicara-
Die ehemaligen Koalitionspartner der heute regierenden gua von Bürgerkrieg spricht. Auch da stellt sich die Frage,
Gruppe, Koalitionspartner, welche zur Hauptsache den ob unter solchen Umständen noch Raum bleibt für eine vom
Sturz Somozas bewirkt hatten, werden heute als dessen Bund gestützte Entwicklungshilfe? Gerade der Fall des
Anhänger denunziert. Sie resignieren oder emigrieren oder Herrn Leyvraz zeigt, dass man sich unter solchen Umstän-
sind seit 1982 zu gewaltsamem Widerstand übergegangen. den nicht von Parteinahme und einseitiger Unterstützung
Sie werden etwas abschätzig Contras genannt. Ihre tatsäch- herauszuhalten vermag.
lichen Bezeichnungen lauten anders, und sie sind zusam- Ich betone nochmals: Solange es sich um eine reine Pri-
mengefasst in der Vereinigten nicaraguanischen Opposi- vatsache handelt, hat uns dies hier nichts anzugehen. Aber
tion. Ihre Präsenz und ihr Einfluss im Land nimmt zu. Laut Herr Leyvraz betätigte sich bei einem vom Bund massiv
einer Mitteilung im gestrigen «Tages-Anzeiger» spricht unterstützten Hilfswerk. Was zuerst verneint wurde, musste
heute der Bundesrat in Beantwortung einer Anfrage im dann nachträglich doch zugegeben werden: Herr Leyvraz
Nationalrat von Bürgerkrieg. war bewaffnet. Zur Entschuldigung wurde vorgebracht, es
Die USA wollten nach dem Sturz Somozas Nicaragua zur handle sich um eine Pistole, mit welcher der Verstorbene
Seite stehen. 1979 und 1980 leisteten sie dort Entwicklungs- Selbstmord begangen hätte, wenn er den Contras in die
hilfe für rund 120 Millionen Dollar, mehr als dieses Land je Hand gefallen wäre. Aber schon eine solche Entschuldigung
erhielt. Angesichts der oben geschilderten Entwicklung deutet darauf hin, dass hier eine militärische Funktion vor-
stellte Präsident Carter im Hinblick auf die Menschenrechts- lag. Für Selbstmordzwecke versieht man sich üblicherweise
verletzungen 1980 diese Hilfe ein. Präsident Reagen wollte mit Gift. Später kam noch heraus, dass Herr Leyvraz zusätz-
sie wieder aufnehmen, sofern Nicaragua von seinen subver- lich zumindest über einen weiteren Waffenschein für ein
siven Tätigkeiten in den Nachbarstaaten absehe, insbeson- Gewehr verfügte. Die Siedlung, in welcher er sich betätigte,
dere die Guerilla in El Salvador nicht mehr unterstütze und war ein Wehrdorf, also eine militärische Installation.
sich in erster Linie seinem eigenen friedlichen Aufbau Wir hören immer wieder, die Mittel der Entwicklungshilfe
widme. Damit konnte sich jedoch Nicaragua nicht einver- des Bundes seien zu klein im Hinblick auf die vorhandenen
standen erklären. Mehr und mehr spielt es wie Kuba mit der Bedürfnisse. Wäre es nicht auch unter diesem Aspekt ange-
Sowjetunion im Rücken eine Rolle in deren Auseinanderset- zeigt, das, was der Bund zur Verfügung hat, in weniger
zung mit den Vereinigten Staaten. Erst vor wenigen Tagen problematischen Fällen einzusetzen als in Nicaragua?
konnte man wieder von den scharfen Angriffen lesen, wel- Begonnenes mag man noch zu Ende führen, sofern das
che Nicaraguas Präsident anlässlich seines Staatsbesuches innert nützlicher Frist möglich ist. Aber weiterzugehen
in Ost-Berlin gegen die USA richtete. scheint mir unter den gegenwärtigen Umständen kaum ge-
Immer wieder wird das kleine Nicaragua den grossen USA rechtfertigt.
gegenübergestellt. Eine solche isolierte Betrachtung wird
der Sache nicht gerecht. Realisieren wir, dass das, was in M. Aubert, conseiller fédéral: Je ne voudrais pasque l'onen
Kuba als erster Schritt geschah, sich in Nicaragua als zwei- vienne à politiser notre aide publique au développement.
ter Schritt abzeichnet und im Falle des Gelingens bald seine Vous connaissez les raisons de notre aide publique au
Auswirkungen auf Mittelamerika und dann Mexiko haben développement mieux que quiconque puisque vous nous
wird, so sehen wir, dass es sich hier um einen Teil der avez accordé votre confiance en acceptant de voter les
weltweiten Rivalität zwischen den demokratischen Vereinig- crédits de programme que nous avons en matière de coopé-
ten Staaten und der kommunistischen Diktatur der Sowjet- ration technique, d'aide financière et d'aide humanitaire.
union handelt. Vous vous êtes ralliés à nos arguments après avoir étudié de
Sicher bleibt es jeder Schweizerin und jedem Schweizer und longs messages qui vous expliquaient très soigneusement
jeder wirklich privaten Organisation unbenommen, sich für les raisons pour lesquelles nous vous demandions ces cré-
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dits de programme, qui étaient assez importants, puisque cette violation des droits de l'homme et des libertés fonda-
l'un d'entre eux s'élevait à 1,8 milliard. mentales, combien nous craignions pour la sécurité de nos
Certes, le gouvernement du Nicaragua se trouve dans une coopérants sur place. C'est à cette occasion que nous avons
situation difficile. Quelques parlementaires suisses sont mis deux conditions à la poursuite de notre aide publique au
allés, sur place, se rendre compte de la situation. Or, il ne développement. Tout d'abord, nous demandons au gouver-
faut pas oublier que le Nicaragua, de 1939 à 1979, soit nement nicaraguayen d'assurer la sécurité, non seulement
durant 40 ans, a vécu un régime de dictature. En 1979, eut des coopérants envoyés par la Confédération et dépendant
lieu le renversement de M. Somoza. A cette époque, un très de notre administration, mais de tous les Suisses qui, au
large consensus existait et je vous en donne acte, Monsieur sein d'organisations caritatives privées, accomplissent un
Hefti, il s'est effrité peu à peu avec les années. Je rappelle effort remarquable au Nicaragua, comme d'ailleurs au Hon-
que de 1979 à 1981 les Etats-Unis d'Amérique ont soutenu duras et un peu partout dans le monde, organisations avec
l'actuel gouvernement sandiniste par des crédits de 118 mil- lesquelles vous savez que nous coopérons.
lions de dollars. Ils sont également intervenus auprès de la La deuxième condition, c'est que nous ne voulons en aucun
Banque interaméricaine de développement pour qu'elle cas que les objectifs de nos projets d'aide publique au
accorde des crédits, à des taux préférentiels, d'un montant développement ne soient détournés; c'est-à-dire que nous
de 260 millions de dollars. En 1981, les Etats-Unis ont tenons à ce que notre loi fédérale sur la coopération au
changé d'opinion. Ce très large consensus avait été obtenu développement et l'aide humanitaire internationales du
parce que l'on voulait rétablir dans ce pays le pluralisme 19 mars 1976 soit respectée. Nous avons posé des condi-
politique, l'économie mixte et le non-alignement en matière tions et nous avons dit: «Le Conseil fédéral a pris une
de politique étrangère. Or, tout cela n'a pas été entièrement décision le 9 juin - soit trois jours avant que je ne reçoive
réalisé. Nous en avons d'ailleurs parlé avec M. Ramirez, M. Ramirez - celle d'envoyer une mission au Nicaragua.»
vice-président, et j'y reviendrai tout à l'heure. Cette mission a commencé son travail le 30 juin, et l'a
Il existe au Nicaragua une guerre civile qui oppose le gou- poursuivi jusqu'au 20 juillet 1986. Je me permets de vous en
vernement et l'Union nicaraguayenne d'opposition (UNO), rappeler très rapidement la composition. Il y avait comme
soutenue par les Etats-Unis qui viennent de voter un crédit chef de la délégation M. Henri-Philippe Cart, le chef de la
de 100 millions de dollars, dont 30 millions pour l'aide division opérationnelle I Afrique et Amérique latine de la
humanitaire et 70 millions pour l'aide militaire, guerre civile DDA, M. François Nordmann, qui a été jusqu'au 20 juillet
qui a déjà fait de très nombreuses victimes. notre ambassadeur au Nicaragua, M. Peter Spycher, qui est
Les droits de l'homme ont été violés de part et d'autre, nous coordinateur de la DDA pour le Honduras et le Nicaragua,
en avons des preuves. La population a cependant profité de M. Jacques Forster, qui est directeur de l'Institut universi-
certains acquis de ce nouveau gouvernement, notamment taire d'études du développement à Genève, ainsi que M. Pe-
une répartition des terres aux petits paysans, des améliora- ter Bischof, ingénieur agronome, chef du projet CHINORTE,
tions en matière d'éducation, de santé. Des progrès ont été consultant. Cette mission a'établi un rapport de 33 pages
indiscutablement réalisés, mais ce pays souffre évidemment avec de nombreuses annexes, cartes de géographie, etc.
de la dégradation de son économie. En 1985, en effet, le Elle a étudié les projets l'un après l'autre, ceux de la DDA, les
taux d'inflation s'est élevé de 250 pour cent. On espère projets d'organisations privées caritatives suisses cofi-
qu'en 1986 cette augmentation sera ramenée à 180 pour nancés par la Confédération et les activités réalisées sans le
cent, ce qui est tout de même énorme. La dette publique de soutien de la DDA, c'est-à-dire sans subvention de la Confé-
cet Etat s'élevait en 1985 à 4 milliards de dollars. dération. Elle a fait une analyse de l'aide humanitaire, et a
De plus, certaines libertés fondamentales ont disparu pro- enfin proposé des conclusions et des recommandations
gressivement, tout particulièrement en ce qui concerne l'in- finales.
formation. La censure, la fermeture du journal d'opposition Elle a constaté que notre aide publique au développement
«La Puelsa», le harcèlement de l'église, bien que trois ecclé- était de haute qualité, que les efforts de la population
siastiques soient ministres de l'actuel gouvernement, font bénéficiaire, étaient remarquables. Nous avons dû adapter
partie des mesures de rétorsion. un certain nombre de ces projets pour des raisons de
Le Conseil fédéral a déjà eu l'occasion de s'exprimer à sécurité. Certains, parmi vous, et en particulier les membres
plusieurs reprises à ce sujet. Il confirme qu'il suit avec des deux Commissions des affaires étrangères, ont eu la
inquiétude l'évolution de la situation en Amérique centrale. possibilité de voir que dans ce rapport tous les programmes
En effet, il ne faut pas limiter notre aide publique au dévelop- ont été énumérés, avec la systématique suivante: 1) le rappel
pement au seul Nicaragua. Cette aide est beaucoup plus des objectifs de chaque projet; 2) les problèmes de sécurité;
importante au Honduras, là d'où viennent les Contras pour 3) la validité des objectifs - fallait-il continuer cette aide? Il y
attaquer le nord du Nicaragua. Cette aide existe aussi au avait ensuite des recommandations générales et pour cha-
Costa Rica et au Salvador. Dans l'ensemble de ces pays, cun des projets, des recommandations concernant la sécu-
notre aide publique au développement constitue un tout et rité des coopérants, des recommandations sur les modifica-
le Nicaragua n'en est qu'une partie. tions qui devaient être apportées à certains projets.
Le Conseil fédéral, en ce qui concerne toute cette région, a Je voudrais vous donner connaissance, pour ceux qui n'au-
condamné et condamne encore le recours à toute violence. raient pas eu l'occasion de lire ce rapport- et j'en remercie
Nous sommes liés à certains principes que sont l'intégrité encore les auteurs - de la recommandation finale. Dans le
territoriale de chaque pays, la non-ingérence dans les cadre décrit - je ne veux pas entrer dans tous les détails, ce
affaires intérieures des Etats, le droit des peuples à disposer serait trop long - il est proposé que la coopération avec le
d'eux-mêmes, le respect des droits de l'homme et des Nicaragua soit poursuivie avec les adaptations et mesures
libertés fondamentales. Nous estimons par conséquent que restrictives résumées ci-dessus. Elle devrait rester du même
tous les pays de cette contrée devraient avoir la possibilité ordre de grandeur, soit environ 5 millions de francs suisses
de régler eux-mêmes leurs différends et leurs problèmes par année, alors que le programme pour le Honduras est de
intérieurs sans intervention extérieure. C'est la raison pour 6 à 8 millions de francs suisses, le programme régional de
laquelle le Conseil fédéral, fidèle à sa ligne de conduite, a 5 millions de francs suisses et les autres actions, Guatemala,
toujours soutenu le processus de Contadora. Costa Rica, environ 2 millions de francs par an. L'aide
Monsieur Hefti, vous avez relevé très justement dans votre humanitaire au CICR, au Haut-Commissariat pour les réfu-
interpellation que le 12 juin 1986 j'ai reçu, en visite officielle, giés, s'y ajoutant.
le vice-président du Nicaragua, M. Ramirez, qui était accom- Pour les projets d'organisations privées suisses, cofinancés
pagné de M. Martinez, ministre du commerce extérieur et par la DDA, le principe proposé est que la DDA maintienne
qui a rencontré M. Sommaruga, secrétaire d'Etat. Un spécia- son volume de cofinancement mais qu'elle accepte de cofi-
liste d'aide publique au développement, quant à lui, a ren- nancer les projets soumis en fonction non seulement de
contré un de nos spécialistes. Nous avons eu ainsi la possi- leurs effets de développement mais aussi de l'aspect de
bilité de dire à M. Ramirez combien nous étions inquiets de sécurité. J'abrège. Si la situation évoluait vers un conflit
Assurance-invalidité. 2e révision 484 24 septembre 1986
généralisé, cela entraînerait des conséquences graves pour vordringlich zu beachten sei; dass Lageveränderungen in
notre coopération non seulement avec le Nicaragua mais Nicaragua - die laufend eintreten, weil niemand weiss, wo
aussi avec le Honduras et probablement avec toute la zugeschlagen wird - sorgfältigst zu überwachen seien, dass
région. Il n'est alors pas exclu que nous n'en venions pas à die nun angeordneten Sicherheitsmassnahmen laufend
une nouvelle évaluation de la situation. C'est une possibilité anzupassen seien, und dass schweizerische Entwicklungs-
que nous laissons ouverte, mais au vu du rapport qui a été hilfearbeit unter keinen Umständen bewaffnet erfolgen
établi par une mission, dont il a décidé l'envoi au Nicaragua dürfe. Inzwischen haben wir erfahren (das wurde in der
le 9 juin 1986, le Conseil fédéral a pris la décision de poursu- Kommission verschwiegen), dass auch Herr Leyvraz, der
ivre son aide publique au développement dans ce pays, en ums Leben gekommen ist, bewaffnet war.
conformité avec la ratio legis de la loi sur la coopération au Unter diesen Kautelen wurde auch von unserer Kommission
développement, et indépendamment de toute autre considé- die Fortführung der Entwicklungszusammenarbeit - die
ration politique. Nous ne voulons pas politiser notre aide dort, wo es nötig ist, auf die sicheren Zonen zu redimensio-
publique au développement et je vous demande de ne pas le nieren ist - nicht in Frage gestellt; ein völliger Rückzug
faire. Il est établi dans le rapport de la mission que nous wurde in unserer Kommission ebensowenig wie irgendwel-
avons envoyée sur place, que notre aide est véritablement che diplomatischen Demarchen in den USA verlangt. Das
en faveur des plus défavorisés et des plus pauvres. war das Ergebnis der Aussprache in der aussenpolitischen
Monsieur Hefti, le renseignement donné par la presse selon Kommission Ihres Rates.
lequel j'aurais pris la décision d'augmenter l'aide au déve- Gestatten Sie mir noch eine persönliche Bemerkung:
loppement fournie par la Suisse à ce pays est faux. Je n'ai Eigentlich ist es eine Frage, die sich dem Bundesrat nicht
pas ordonné, je n'en avais d'ailleurs pas le pouvoir, c'est une nur im Zusammenhang mit Nicaragua, sondern auch in
décision qui relève du Conseil fédéral, d'augmenter cette anderen Krisenherden dieser Welt stellt, wo immer wir
aide mais de la maintenir, comme nous la maintenons au Schweizer zu Hilfeleistungen aufgerufen sind. Sie stellt sich
Honduras, au Costa Rica, dans toute cette région. Il n'y a pas unabhängig davon, wem man die Schuld an revolutionären
eu d'augmentation, il y a simplement maintien de cette aide Entwicklungen zuschieben soll. Die Frage liegt auch der
publique au développement. Et nous pensons que les béné- Interpellation von Herrn Hefti zugrunde und lautet: Kann
ficiaires de cette aide, qui sont surtout les victimes des und darf öffentliche Entwicklungshilfe und -Zusammenar-
difficultés politiques de ce pays et de la guerre civile, méri- beit im Sinne unseres Bundesgesetzes - dieses ist für uns
tent que nous poursuivions notre aide publique au dévelop- und auch für den Bundesrat massgebend - im Feld der
pement. Cela est dans la plus pure tradition de notre huma- Gewalt und im Widerstreit der Ideologien erbracht werden?
nitarisme suisse. Wird sie nicht fragwürdig im Feld der Gewalt, wenn unsere
grundsätzlich friedliche und neutrale Aufbauarbeit nur noch
Präsident: Der Interpellant ist berechtigt, eine Erklärung unter Lebensgefahr und mit der Pistole im Halfter oder unter
abzugeben, ob er von der Antwort befriedigt ist. Mündung von Maschinenpistolen geleistet werden kann?
Wir werden unter allen Umständen vermeiden müssen-und
Hefti: Ich kann mich mit den Ausführungen des Herrn Bun- darauf muss der Bundesrat sicher Bedacht nehmen -, dass
desrates teilweise befriedigt erklären. Am wenigsten würde schweizerische Entwicklungshelfer, die aus öffentlichen
befriedigen, wenn der erwähnte Bericht nicht auf weitere Mitteln finanziert werden, zu Söldnern, Revolutionären oder
Gesichtspunkte ausgedehnt würde. gar Märtyrern werden.
Wird öffentliche Entwicklungshilfe nicht auch fragwürdig im
Präsident: Herr Hefti ist teilweise befriedigt. Widerstreit der Ideologien? Ein Widerstreit, der rasch in
Herr Affolter wünscht Diskussion. Sind Sie damit einverstan- unser Land zurückschlägt und so gerade das auslöst, was
den? So beschlossen. vorhin auch Herr Bundesrat Aubert bedauerte, nämlich
ideologische Auseinandersetzungen um Staats- und Gesell-
Affolter: Herr Hefti hat seine Interpellation am 20. Juni ein- schaftsformen, die dann innenpolitisch ausgetragen wer-
gereicht. Inzwischen - er hat es gesagt, und wir wissen es den. Schlagen Sie nur die Zeitungen auf: Sie lesen jeden
alle - hat dieser Vorstoss eine gesteigerte Aktualität erhal- Tag in den grössten Blättern dieses Landes über diesen
ten, eine solche Aktualität, dass es sich rechtfertigt, auch in Widerstreit der Ideologien in der Nicaragua-Frage. Dies
diesem Rat einmal eine aussenpolitische Diskussion zu füh- meinte ich mit innenpolitischen Reflexwirkungen, die weit
ren, bezogen auf die Entwicklungshilfe. Sie steht im Wider- über die Bedeutung materieller Engagements in dieser
streit der Meinungen, nicht nur im Falle Nicaragua. Sache hinausgehen.
Dieser Vorstoss hat einmal eine traurige Aktualität erhalten, Oeffentliche Entwicklungshilfe ist in der Schweiz eine zarte
weil inzwischen der Tod eines schweizerischen Entwick- Pflanze, die sehr vielen Anfechtungen ausgesetzt ist - ich
lungshelfers eingetreten ist, dann aber auch eine erhöhte habe es diesen Sommer auf einer ausgedehnten Reise wie-
politische Aktualität, weil die Geschehnisse in Nicaragua zu der gesehen und erfahren -; sie erträgt es nicht, noch mehr
einer Polarisierung auch in der Innenpolitik, also zu innen- ins Zwielicht zu geraten. Der Entwicklungshilfegedanke hat
politischen Reflexwirkungen geführt haben. es schwer in diesem Land; wir wissen es alle. Wird er nun
Herr Bundesrat Aubert, nicht wir sind schuld, dass diese noch zum Spielball von Macht-, von Interessen- oder Partei-
Dinge verpolitisiert werden. Aber wenn diese Auseinander- politik und von ideologischen Auseinandersetzungen, wer-
setzungen Dinge von aussen in unser Land hineingetragen den nicht diejenigen die Verlierer sein, die sich hierzulande
haben, haben wir uns damit zu befassen. für die eine oder andere Seite stark machen, es werden nicht
Die aussenpolitische Kommission Ihres Rates hat sich - die Herren Sager, Bäumlin, Blum usw. sein. Verlierer bei
deshalb habe ich die Diskussion auch verlangt - an der solchen Auseinandersetzungen wird stets der Entwicklungs-
letzten Sitzung mit der Situation der schweizerischen hilfegedanke sein; und ihn gälte es doch in der heutigen,
Entwicklungshilfe in Nicaragua befasst. Ihr lag dieser auch internationalen Umstrittenheit der Entwicklungshilfe-
Bericht vor, der vorhin von Herrn Bundesrat Aubert erwähnt Philosophie zu stärken und nicht zu schwächen. Ich gehe
worden ist; er wurde noch durch mündliche Auskünfte er- mit Bundesrat Aubert darin einig, dass wir Entwicklungshilfe
gänzt. nur stärken können, wenn wir sie nicht verpolitisieren. Das
Es handelt sich um eine gute Berichterstattung, die mit muss aber auch das Bestreben des Bundesrates in seiner
einiger Akribie und mit geographischer Exaktheit auf die Entwicklungshilfepolitik sein. Damit soll nur gesagt sein,
Gefährdungslage der einzelnen Projekte in Nicaragua ein- dass sich der Bundesrat eine nicht leichte Verantwortung
geht. Verfasst wurde er von Leuten, die etwas von der Sache aussenpolitischer (besonders neutralitätspolitischer), aber
verstehen; Herr Bundesrat Aubert hat einzelne Beispiele auch innenpolitischer Natur auflädt, wenn er sich für die
zitiert. Es kam sehr klar zum Ausdruck, dass bei Projekten, Fortführung der Entwicklungshilfe in Krisenländern, in Län-
die ausschliesslich oder teilweise mit öffentlichen Geldern dern, wo bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen, aus-
finanziert werden, die Sicherheit der eingesetzten Leute spricht. Er lädt sich eine grosse Verantwortung auf und
24. September 1986 485 Interpellation Hefti
nimmt damit auch in Kauf, dass eines Tages die Saat der Ich bin beunruhigt, dass man in den letzten Jahren auch in
Gewalt aufgehen könnte. Ich möchte das dem Bundesrat anderen Gebieten als der Entwicklungshilfe nicht sehr zim-
mitgeben, weil ja er - und nicht das Parlament - über die perlich auf schweizerische Interessen Einfluss zu nehmen
Fortführung der Entwicklungshilfe und -Zusammenarbeit versuchte. Deshalb bitte ich den Bundesrat, auch im Fall
oder einen Rückzug entscheiden und diese Verantwortung Nicaragua, solange es geht, unseren bisherigen Weg zu
voll übernehmen muss. gehen. Das kann mit Opfern verbunden sein. Aber wir müs-
sen uns diese Freiräume für unsere Politik erkämpfen,
indem wir gewisse Positionen nicht leichtfertig preisgeben.
Belser: Ich unterstütze die Haltung des Bundesrates in der Das sind wir unserem Land schuldig, sonst folgen neue
Frage der Entwicklungszusammenarbeit mit Nicaragua aus- Pressionen.
drücklich. Eine Anpassung an die im Land herrschenden
Verhältnisse ist selbstverständlich. Ein Abbau der Hilfe oder Schmid: Herr Bundesrat, ich gehe mit Herrn Affolter einig:
ein Rückzug, wie das doch in einzelnen Worten anklingt, Es sind nicht wir, die die Entwicklungshilfe politisieren. Die
kann meines Erachtens aber nicht in Frage kommen. Die Frage der Entwicklungshilfe an Nicaragua ist durch die
politische Lage in Nicaragua kann nicht idealisiert werden. Ereignisse bereits politisiert worden.
Gemessen an den Massstäben, die wir an demokratische Ich bin mit Herrn Affolter auch einverstanden, wenn er sagt,
Verhältnisse stellen, sind die Mängel nicht übersehbar. wir könnten dieser Situation nicht entgehen, wir mussten
Wenn man aber bedenkt, dass dieses Land seit Jahren in dieses Problem in diesem Rat ausdiskutieren.
einem Konflikt steht, der einen hohen Blutzoll fordert und Sie wünschen, Herr Bundesrat, dass die Entwicklungshilfe
der längst nicht mehr das Wohl der nicaraguanischen Bevöl- generell nicht politisiert werde. Das dürfte ein schwieriges
kerung im Vordergrund hat, der immer wieder von aussen Untertangen sein. In einem bestimmten Sinne gebe ich
alimentiert wird, ist man gegenüber gewissen Einschrän- Ihnen recht: insoweit als Entwicklungshilfe, technische
kungen der Demokratie in Nicaragua nachsichtiger. Wenn Zusammenarbeit und Finanzhilfe von der Schweiz grund-
man die Lage auf unser Land übertragen wollte, können wir sätzlich nach humanitären, nicht nach politischen Gesichts-
in der Geschichte nachsehen, wie wir uns bei ähnlichen punkten gewährt wird. Der Adressat unserer Hilfe ist ein
Situationen verhalten haben, und da gab es schliesslich bestimmtes Volk und nicht ein bestimmtes Regime oder
auch Einschränkungen. eine bestimmte Regierung. Wo Hunger herrscht, ist es egal,
Der Bericht eines Mitarbeiters des Schweizerischen Gewerk- ob die Länder kommunistisch oder kapitalistisch seien, wir
schaftsbundes, der im August 1986 vor allem die Lage der sind dafür da, dass wir ihnen helfen, wenn sie Hunger
Gewerkschaften vor Ort in Nicaragua studierte, bezeichnet haben. Wo bestimmte wirtschaftliche Probleme bestehen,
die Entwicklung in diesem Land als einen «Prozess, dessen ist es unserer Entwicklungspolitik völlig gleichgültig, aus
Ausgang noch offen ist». Positiv vermerkt er bei allen Vorbe- welchen Gründen sie entstanden sind. Wenn man den Men-
halten, dass beispielsweise die interne Demokratie in den schen helfen kann, soll man ihnen helfen. Das ist ein Grund-
mitgliederstarken nicaraguanischen Gewerkschaften doch satz, den wir hochhalten müssen und den wir auf allen
funktioniere. Das wäre eine wichtige Voraussetzung für eine Seiten hochhalten müssen. Wir halten ihn gegenüber Nica-
demokratische Entwicklung, wenn die militärischen Span- ragua hoch, halten ihn-aber genau gleich auch gegenüber
nungen einmal abklingen. Südafrika hoch, indem es nicht in Frage kommen kann,
Diese Ueberlegungen sind aber nicht ausschlaggebend für Sanktionen gegen Südafrika zu ergreifen, weil diese Sank-
unsere Hilfe in diesem kleinen Land. Wir leisten bekanntlich tionen die Bevölkerung mehr treffen würden als die Regie-
nicht einer Regierung Entwicklungshilfe, sondern Men- rung.
schen, die es nötig haben. Es zeigt sich, wie wir das hörten, Wenn dem so ist - dafür stehe ich ein -, darf doch nicht
dass der Verlauf der meisten Projekte in diesem Land recht übersehen werden, dass in der Modalität der Entwicklungs-
zufriedenstellend, sogar recht gut ist und auch voll im Ein- hilfe die Politisierung auch so eintreten kann, dass wir nicht
klang mit der Stossrichtung unserer Entwicklungshilfe neutralitätsrechtlich, aber neutralitätspolitisch involviert
steht, wie wir sie in den letzten Jahren immer wieder defi- werden. Ich bin vollends überzeugt, dass die öffentlichen
niert haben. Projekte, die die DEH in Nicaragua verfolgt, keine eindeutig
Die Bedingungen für eine zufriedenstellende Zusammenar- militärpolitische Schlagseite haben. Ich bin auch überzeugt
beit mit der betroffenen Bevölkerung, aber auch mit den davon, dass unsere Bundesbeamten, die sich in Nicaragua
nicaraguanischen Behörden seien nach wie vor gegeben. befinden, sich strikt neutral verhalten. Wo ich leider nicht
Das ist für mich eine entscheidende Voraussetzung. Des- überzeugt bin, das ist dort, wo ich sehe, dass Mitarbeiter
halb bin ich der Ansicht, dass dieses kleine Land nicht privater Hilfswerke in umstrittenen Zonen bewaffnet einher-
einfach Opfer der weltpolitischen Auseinandersetzungen gehen. Ich meine, so dumm sind die Leute selbst nicht, wie
zwischen Ost und West werden darf, vor allem, dass wir sie sich geben. Wegen eines Selbstmordes hat man keine
nicht auch noch einstimmen dürfen in diesen Chor der Pistole bei sich.
Auseinandersetzungen. Als Schweizer dürfen wir uns mei- Man kann nun alle Möglichkeiten aufzählen, die sich aus
nes Erachtens nicht dazu zwingen lassen, hier Partei zu politischen Optionen usw. ergeben, wenn einer unserer
ergreifen. Als Individuen dieses Staates dürfen wir das, aber Entwicklungshelfer in diesen Regionen eine Waffe mit sich
als Regierung nicht. Mit einem Verzicht in der heutigen trägt. Das ist im Prinzip auch völlig egal, was er bzw. in
Situation würden wir das tun. welchem Sinn er es tut. Es gilt das Vertrauensprinzip: Nach
Deshalb kann es auch nicht in Frage kommen, dass wir uns aussen scheint es zumindest so, als ob Angestellte und
in unseren Entscheidungen über die Leistung von Entwick- Mitarbeiter unserer privaten Hilfswerke integrierte Bestand-
lungshilfe äusserem Druck ohne Not fügen. Politisch wie teile der nicaraguanischen Armee seien, und das ist nun -
wirtschaftlich dürfen wir uns nicht in dieses Schema der soweit sie es à titre personnel und ohne Involvierung des
Grossmachtgegensätze pressen lassen. Die Grossmächte Bundes tun - ihre Privatsache. Von dem Moment an, von
im Westen wie im Osten oder im Süden übergehen uns dem der Bund aber die Privatorganisationen finanziell unter-
sowohl, wenn sie sich verständigen wollen, als auch, wenn stützt, wird es zu einem neutralitätspolitischen Problem.
sie sich bekämpfen. Denken Sie an die jüngste Erfahrung, Hier habe ich eine offene Frage, die Herr Bundesrat Aubert
welche die Schweiz und andere kleine Staaten in Stockholm bis anhin nicht beantwortet hat. Sieht der Bundesrat Mög-
machen mussten! Denken Sie aber auch daran, wie man uns lichkeiten - und er sollte sie meines Erachtens sehen -, um
vor wenigen Jahren wegen des russischen Einmarsches in solchen Unfug nun tatsächlich abzustellen? Es ist meines
Afghanistan zum Boykott der Olympiade in Moskau drängte! Erachens eine Verdrehung der Umstände, wenn man unsere
Das afghanische Volk leidet mehr denn je unter der russi- Kooperation mit den privaten Hilfswerken davon abhängig
schen Knechtschaft. Dennoch erhält das gleiche Russland macht, dass sie sich selbst in sicheren Zonen bewegen oder
längst mit Regierungsgeldern verbilligtes Getreide aus den aber die Nicaraguaner sie in sicheren Zonen einsetzen. Es
USA. geht nicht um ihre Sicherheit, sondern es geht darum, dass
Assurance-invalidité. 2e révision 486 24 septembre 1986
sie sich nicht so geben, als ob sie Kombattanten wären. Von rung der Entwicklungszusammenarbeit vermeiden sollten.
den Nikaraguanern zu verlangen, dass sie unsere Leute in Das heisst für mich, dass wir diese Entwicklungszusammen-
sicheren Zonen beschäftigen - da kommt mir ein etwas arbeit möglichst aus der Machtpolitik herausretten müssen.
böser Vergleich in den Sinn: Es bringt nicht viel, wenn man Wenn wir unsere Hilfe vom politischen Wohlverhalten der
sagt, unsere Schweizer sollen sich in einem zurückgescho- jeweiligen Regierungen der betreffenden Länder abhängig
benen, sicheren Divisionshauptquartier einfinden und nicht machen wollten, dann müssten wir gerade die Aermsten der
bei den kombattanten Kompanien vorne. Das ist etwas zu Armen in einer Vielzahl von Ländern im Stiche lassen, und
blauäugig. Es geht darum, ob unsere Leute tatsächlich das wollen wir ja nicht. Den Entscheid müssen wir auch
Partei nehmen, ja oder nein. Wenn sie es tun, ist das neutra- weiterhin in erster Linie nach den Grundsätzen unseres
litätspolitisch absolut unakzeptabel. Hier sollte der Bundes- Entwicklungshilfegesetzes richten. Darnach haben wir in
rat Schritte unternehmen. erster Linie den ärmeren Ländern und in diesen Ländern vor
Eines ist eindeutig: Die Entwicklungshilfe leidet in diesem allem den ärmsten Bevölkerungsschichten zu helfen. Nica-
Lande darunter, wenn wir aus den Medien zur Kenntnis ragua ist eines dieser ärmsten Länder, unsere dortigen
nehmen müssen, dass mit Bundesgeldern Veranstaltungen Projekte entsprechen den gesetzlichen Zielsetzungen voll-
unterstützt werden, die das breite Schweizer Volk in keiner auf. Die arme Bevölkerung ist angesichts der zunehmenden
Art und Weise billigt. Da komme ich hier das zweite Mal - in isolierten Lage nicht weniger, sondern eher vermehrt darauf
der letzten Session hatte ich dazu bereits Gelegenheit - angewiesen, dass wir die mit unseren Hilfsprojekten ange-
dazu zu sagen: Ich bereue es ausserordentlich, dass ich strebte, wirtschaftlich erhöhte Selbständigkeit der Bevölke-
meine Motion seinerzeit zurückgezogen habe; (Zwischenruf rungsgruppen erreichen können.
Binder: «Reichen Sie sie doch wieder ein!») ich werde sie Die Entwicklungszusammenarbeit in Nicaragua ist daher
wieder einreichen, Herr Binder. grundsätzlich weiterzuführen. Hingegen ist von Fall zu Fall
Es geht nicht darum, dass wir solche Sandkastenübungen das Sicherheitsrisiko bei den Einsätzen zu überprüfen.
einfach auf dem Trockenen machen. Sie, Herr Bundesrat, Selbstverständlich haben sich unsere Leute von Auseinan-
haben uns am Anfang Ihrer Ausführungen gesagt, wir hätten dersetzungen fernzuhalten. In ihre Hände gehören keine
Ihnen das Vertrauen entgegengebracht, indem wir die Kre- Waffen. Entwicklungshelfer sind entsprechend zu instru-
dite gesprochen hätten. Und das ist es gerade, was ich ieren. Und wo sie diese Instruktionen überschreiten, tragen
immer bekämpft habe. Wir haben keine anderen Möglichkei- sie für die Folgen auch selbst die Verantwortung. Wo Waffen
ten, als Ihnen expost nachzurufen, was uns nicht passt; das unvermeidlich erscheinen, gehören wir nicht mehr hin.
ist für uns ein unbefriedigender Zustand und für Sie ein Allerdings darf nicht von Fotografien, auf denen Leute in
unbefriedigender Zustand. Es wäre bedeutend geschickter militärähnlichen Kleidungen erscheinen, ein falscher
und gescheiter, bei der Sprechung der Kredite in Zukunft Schluss gezogen werden. Herr Cart hat in der Kommission
bindende Weisungen zu geben, und ich glaube, es ist der für auswärtige Angelegenheiten sehr zu Recht gesagt, dass
ganzen Entwicklungshilfe bestens gedient, wenn sie aus der ihn solche Bilder an jene im Emmental vor rund 40 Jahren
Alleinverantwortung der Verwaltung herausgezogen und in erinnerten, wo die Bauernleute oft mit den ausgetragenen
die Mitbestimmung des Parlamentes hereingenommen wird, Militärkleidern auf dem Feld anzutreffen waren, weil andere
damit auch die breite Bevölkerung, soweit sie durch uns Kleider fehlten. Auch in einem Land, das so arm ist wie
repräsentiert wird, ihre Meinung kundtun kann. Nicaragua, sind ähnliche Erscheinungen absolut an der
In diesem Sinne ist die Frage von Herrn Hefti für mich Tagesordnung. Auch dort werden ausgetragene Militärklei-
unbeantwortet geblieben, und ich nehme diese Diskussion der, die oft die einzigen verfügbaren sind, in solchen Projek-
zum Anlass, die Bemerkung zu machen, dass wir in Zukunft ten anzutreffen sein. Deswegen darf man nicht schon auf
bezüglich der Entwicklungshilfe selbst normativ tätig wer- paramilitärische Organisationen schliessen. Das muss im
den müssen. Einzelfall untersucht werden. Das Departement hat nun in
Nicaragua die nötigen Abklärungen getroffen, und es wird
Frau Meier Josi: Zur Debatte steht unsere Entwicklungszu- diese Ueberprüfungen dauernd weiterführen müssen; dar-
sammenarbeit. Die innen- und aussenpolitischen Verwick- über sind wir einig. Vorzeitige Rückzüge aus Projekten sind
lungen und Entwicklungen in Nicaragua sind zwar dabei ebenso zu vermeiden wie verfehltes Verharren in übergros-
Hintergrund, aber sie sind nicht der Gegenstand unserer sen Risikogebieten. Das ist neutralitätspolitisch und
staatlichen Einflussnahme. Unsere Regierung wird sich im • entwicklungspolitisch angezeigt, und die Regierung wird
Rahmen bewährter aussenpolitischer Grundsätze nicht in sich an diese zwar nicht ganz leichte Leitlinie halten
die internen Verhältnisse einmischen können, sondern sich müssen.
darauf beschränken müssen, unsere Interessen in Nicara-
gua zu vertreten. Sie wird bei entsprechenden Vorausset- Cavelty: Ich bin nicht Mitglied der aussenpolitischen Kom-
zungen die Verletzung von Menschenrechten rügen und mission für auswärtige Angelegenheiten und verfüge des-
ihre Dienste zur Beilegung der in Zentralamerika vorhande- wegen über weniger weitreichende Kenntnisse als meine
nen Konflikte zur Disposition halten. Der Regierung von Vorredner. Dennoch habe ich einige Fragen zum Vorfall in
Nicaragua dürfte längst klar sein, dass uns die zunehmen- Nicaragua. Ich war mit wohl der Mehrheit der Schweizer
den Beschränkungen von individuellen Grundfreiheiten mit erschüttert über den Tod des Entwicklungshelfers Leyvraz.
grosser Besorgnis erfüllen. Herr Bundesrat Aubert hat heute Die USA lieferten später - nach Zeitungsberichten - über
auch bestätigt, dass er sich entsprechend richtig am richti- ihre offizielle Vertretung die Rechtfertigung für den Tod: der
gen Ort äusserte. Wenn diese Besorgnisse von unsern Mit- Entwicklungshelfer habe eine Waffe getragen. Damit hat
bürgern ausgesprochen werden, heissen sie nun Hefti oder man sich offenbar in Bern zufriedengegeben. In der Zeitung
Sager, dann ist das also nicht zum vorneherein verdächtig; war zu lesen, Herr Leyvraz habe diese Waffe mit Erlaubnis
andere werden übrigens andere Stellungnahmen äussern. der zuständigen Regierung von Nicaragua getragen und
Es kann aber ebensowenig unsere Aufgabe sein, als Staat über einen Waffenschein verfügt. Ich frage den Bundesrat:
für die Grossmachtpolitik irgendeiner Seite Partei zu ergrei- Wie lautet die Instruktion an die Entwicklungshelfer? Sollen
fen. Die USA sind zweifellos selbst in der Lage, ihre Interes- sie auf die Regierung oder sollen sie auf die Contras hören?
sen zu vertreten. Die Contras verbieten, eine Waffe zu tragen. Wie wird das in
Die beiden ersten Fragen von Herrn Hefti waren ja eher der Praxis gehandhabt?
rhetorischer Art. Sie wurden nur im Hinblick auf die dritte Weiter: Was sagt der Bundesrat dazu, dass die Vertreter der
gestellt. Es geht dabei um die Fortsetzung unserer Entwick- USA die Erschiessung gerechtfertigt haben (wenn ich's
lungszusammenarbeit in Nicaragua, sowohl grundsätzlich recht gelesen habe)? Heisst das, dass die USA dafür auch
wie auch masslich. Darüber können wir in eigener Kompe- die Verantwortung übernehmen, und ist man gewillt, das
tenz debattieren. Und da möchte ich auch - was mich einfach so hinzunehmen?
angeht - keinen Zweifel offen lassen. Ich unterstütze all Ich habe auch heute ein Wort des Bedauerns, des Beileids
jene, die zum Ausdruck brachten, dass wir eine Verpolitisie- an die Adresse der Angehörigen dieses getöteten Entwick-
24. September 1986 487 Interpellation Hefti
lungshelfers vermisst. Wie steht es übrigens mit seinen avez consenti en acceptant de voter ces crédits de pro-
Angehörigen? Werden Unterstützungsbeiträge an die Fami- gramme. Je regrette que M. Schmid ne soit plus ici. Il a posé
lie bezahlt? le problème du rôle du Parlement et doit savoir que, sur
votre demande, nous devons vous présenter un rapport sur
Mme Bauer: Je voudrais apporter mon appui à la politique les dix ans d'application de la loi fédérale sur la coopération
de coopération au développement du Conseil fédéral. au développement et l'aide humanitaire internationale du
Au Nicaragua, comme dans un certain nombre d'autres pays 19 mars 1976. Nous vous avons promis de le faire pour lafin
en développement, la situation politique n'est pas stable, de l'année. Vous aurez donc, à ce moment-là, toute latitude
c'est vrai. Mais si l'on voulait exclure de l'aide tous ceux qui de rediscuter du rôle du Parlement en la matière. Pour
ont à connaître des difficultés internes, voire la guerre civile, l'instant, les compétences sont fixéées par la loi et par
notre coopération au développement devrait sinon interrom- l'ordonnance, c'est la DDA, notre direction d'aide publique
pre, du moins fortement limiter ses activités. Or, ce sont les au développement, qui est compétente dans ce domaine.
populations les plus démunies qui requièrent notre appui, En outre, votre Commission des affaires étrangères ne man-
notre assistance, et nous ne pouvons pas, sans pour autant, que pas de nous poser des questions auxquelles M. l'am-
bien sûr, nous désintéresser complètement de la situation bassadeur Staehelin, spécialiste en matière d'aide publique
politique du pays, leur retirer un appui qui signifie pour elles au développement, a toujours répondu de façon extrême-
éviter la famine et renoncer même, peut-être, à la mort. ment détaillée.
Sur le fond, il faut certes déplorer l'instabilité politique qui En ce qui concerne la neutralité, je voudrais que vous lisiez
gagne le Nicaragua, en regrettant le durcissement du gou- le rapport de notre mission, qui détaille de façon précise, je
vernement sandiniste qui, pourtant, et je voudrais le rappe- le rappelle, les objectifs de nos projets. Je ne veux pas vous
ler à M. Hefti, a été élu de manière parfaitement démocrati- lasser, mais comme on pourrait remettre en cause notre
que. Il importe de souligner la présence, au moment de neutralité, je tiens à vous donner quelques passages du
l'élection de ce gouvernement, de nombreux observateurs rapport susmentionné.
internationaux qui en ont témoigné. Le but principal du projet de développement rural intégré
Il importe aussi de regretter l'appui militaire que reçoivent dans le nord du Chinandega est d'améliorer les conditions
les Contras d'un Etat, les Etats-Unis d'Amérique, qui a refusé de vie d'une population rurale dans une région délaissée. Je
de reconnaître le jugement de la Cour internationale de passe sur les problèmes de sécurité et sur ce dont je vous ai
justice à La Haye le condamnant, en raison d'interventions parlé tout à l'heure. Un autre projet est celui de relance et de
inadmissibles contre le Nicaragua. Nous devons nous effor- développement de la production alimentaire dans la région
cer, en tant que pays neutre, de respecter une certaine de Segovias. Un troisième projet concerne l'adduction d'eau
objectivité et il n'est pas acceptable que cette intrusion dans et la construction de puits en milieu rural. Il y a lieu de
les affaires du Nicaragua de la part des Etats-Unis ne soit mentionner aussi les associations caritatives privées que
pas également condamnée. nous cofinançons, c'est-à-dire SWISSAID, l'Oeuvre suisse
Je voudrais souligner enfin que les familles mêmes des d'entraide ouvrière, Swisscontact, l'entraide protestante,
coopérants suisses qui ont perdu la vie là-bas, ainsi que les HEKS/EPER, Frères sans frontières, le groupe de volontaires
associations qui les avaient envoyés ont insisté sur ce fait, et d'outre-mer, etc., qui couvrent les projets suivants: habitat
dé la part de ces familles et de ces associations, cela était rural dans la région de Matagalpa, formation de paysans,
particulièrement remarquable et émouvant: L'aide doit être formation technique et appui à l'artisanat.
poursuivie, ont-ils affirmé; elle est plus nécessaire que En quoi ces objectifs pourraient-il remettre en cause notre
jamais, parce qu'il y a là-bas des populations démunies qui neutralité? Je peux vous assurer que nous sommes fiers
souffrent de cette forme de guerre civile, des gens qui d'être Suisses, compte tenu de ces réalisations. Dans les
manquent du strict nécessaire et qui méritent par consé- pays dans lesquels nous oeuvrons à des projets en faveur
quent l'appui de la coopération au développement suisse. des populations les plus pauvres, l'aide publique suisse au
Par ailleurs, les grandes associations privées de coopération développement contribue à notre renom international.
au développement, qui forment la communauté de travail Allons-nous renoncer à cette aide? On nous a demandé
d'aide au développement suisse, soutiennent le Conseil même de ne plus administrer notre aide publique au déve-
fédéral. Elles ont décidé, pour leur part également, de pour- loppement que de façon homéopathique, uniquement dans
suivre leur action dans ce pays et dans cette région du les pays qui partagent nos idéologies. Je conteste donc
monde. formellement que notre aide puisse, d'une façon ou d'une
C'est pourquoi je fais confiance à M. Aubert, conseiller autre, mettre en cause notre neutralité. Dans tous les projets
fédéral, et à M. Staehelin, directeur de la DDA, dont je salue mentionnés dans le rapport en question, ne figure aucune
le dévouement et le courage. mention d'une quelconque politisation.
En ce qui concerne la compétence de la DDA et celle du
M. Aubert, conseiller fédéral: Je vous remercie de l'intérêt Parlement, nous aurons l'occasion d'échanger nos points
que vous avez porté à la réponse du Conseil fédéral concer- de vue lors de l'étude du rapport sur les dix ans d'applica-
nant l'interpellation de M. Hefti. Je tiens à répéter que le tion de la loi fédérale.
Conseil fédéral a pris la décision de poursuivre son aide La question posée par M. Cavelty concernant la mort de
publique au développement au Nicaragua, en toute connais- M. Leyvraz m'a beaucoup intéressé. L'autorisation de port
sance de cause, après avoir envoyé sur place une mission d'arme dont bénéficiait ce coopérant n'a pas été délivrée par
formée de spécialistes de l'aide publique au développement, les autorités suisses. En effet, M. Leyvraz n'était pas au
et non pas de politologues, sensés étudier la situation politi- service de la Confédération, mais bien d'une organisation
que existant en Amérique latine. privée caritative, certes cofinancée par la Suisse. Nous
Si la guerre civile devait gagner en extension, au point de avons donné des ordres et M. Staehelin ici présent peut le
rendre notre aide publique impossible, il est évident que confirmer, selon lesquels sans délai, les mesures de sécurité
nous reverrions la situation. en vigueur pour les coopérants de la DDA- renforcées par
Nous avons beaucoup parlé à cette tribune de neutralité, de M. Cart lors de sa mission - soient non plus recommandées
mise en danger de celle-ci, et comme Mme Bauer l'a très aux organisations privées, mais déclarées obligatoires.
justement rappelé, si nous ne devions accorder notre aide Nous avons pris des contacts avec les membres des familles
publique au développement qu'aux pays démocratiques - Demierre et Leyvraz. Je leur ai écrit personnellement, ainsi
dans le sens de la démocratie suisse - il y en a environ 35 qu'au nom du Conseil fédéral et en celui du Département
dans le monde, y compris les 21 membres du Conseil de fédéral des affaires étrangères, pour déplorer ces accidents
l'Europe, sur 169 Etats - il est clair que tout le principe de graves.
notre aide publique au développement devrait être remis en Madame Bauer, vous avez parlé d'observateurs indépen-
cause. dants lors des élections de novembre 1984. Cela est exact,
Notre tradition humanitaire n'est pas un vain mot. Vous y 400 observateurs étaient présents, afin de contrôler autant
Navigation maritime. Convention et modification de la loi 488 24 septembre 1986
que faire se peut la régularité de ces élections. Aucune #ST# 86.012
remarque n'avait alors été formulée.
Je voudrais répondre à la remarque de M. Schmid: nos Seeschiffahrt.
coopérants, engagés par la Confédération, ne sont en
Uebereinkommen und Gesetzesrevision
aucune façon engagés dans le conflit au Nicaragua, et je
peux en donner l'affirmation la plus absolue. Navigation maritime.
Ils ont des ordres extrêmement stricts ainsi que l'obligation Convention et modification de la loi
de ne pas porter d'arme.
J'aimerais ajouter un mot. Vous savez que la Suisse n'est Botschaft, Beschluss- und Gesetzentwurf vom 10. März 1986 (BBI II,
pas le seul pays qui accorde une aide publique au dévelop- 717)
pement au Nicaragua; il y en a beaucoup d'autres très Message, projets d'arrêté et de loi du 10 mars 1986 (FF II, 741)
proches de nous: l'Autriche, la Suède, l'Espagne, la Com-
munauté économique européenne en tant que telle, la Nor-
vège, les Pays-Bas, les organisations multilatérales. Aucun
de ces pays, aucune de ces organisations multilatérales n'a
interrompu son aide publique au développement, cela en Antrag der Kommission
dépit de la détérioration de la situation que nous déplorons Eintreten
mais que nous suivons avec toute l'attention voulue. Si Proposition de la commission
celle-ci devait continuer à se dégrader, il est évident que Entrer en matière
nous serions peut-être appelés à prendre d'autres mesures.
Pour l'instant je tiens à vous dire que nous ne faisons pas Affolter, Berichterstatter: Seeschiffahrt ist nicht gerade die
cavalier seul dans cette affaire et que tous les autres pays Materie, die einem schweizerischen Parlamentarier am
qui sont engagés au même titre que la Suisse, pour une nächsten liegt, insbesondere wenn es in der Hauptsache um
oeuvre humanitaire-je le répète-et non pas politique, ont internationale Uebereinkommen geht, die zum Teil in
maintenu leur aide publique au développement. schwer verständliche Form gekleidet sind. Immerhin verfü-
gen wir gegenwärtig mit 32 Hochseeschiffen über die gröss-
Cavelty: Ich hatte noch die Frage nach der Rolle der USA te Handelsflotte eines Binnenstaats. Auch wir sind deshalb
gestellt. interessiert an einem Funktionieren der internationalen See-
rechtsordnung. «Alles fliesst», haben schon die Griechen
M. Aubert, conseiller fédéral: Je peux vous dire très rapide- gesagt. Nicht nur das Meer, sondern auch die Seerechtsge-
ment, Monsieur Cavelty, que la Cour internationale de jus- setzgebung sind ständig im Fluss: es gibt laufend eine Fülle
tice de La Haye a été saisie de cette affaire et a rendu un von neuen internationalen Uebereinkommen bzw. Aende-
arrêt le 27 juin. Dans cet arrêt - que je vous communiquerai rungen in dieser Materie. Der Bundesrat hat richtig darge-
volontiers - l'aide militaire des Etats-Unis aux Contras a été tan, dass er diese Neuheiten in einer Sammelbotschaft
jugée comme une violation du droit international et une zusammenfassen will. So haben wir eine Zeitlang Ruhe.
atteinte à la souveraineté du Nicaragua. La Cour internatio- Landesrecht ist hingegen dann das schweizerische See-
nale de justice de La Haye - il faut le dire - a toutefois schiffahrtsgesetz, das in einzelnen Punkten den internatio-
considéré que l'on ne pouvait pas imputer aux Etats-Unis la nalen Uebereinkommen und Protokollen angepasst werden
responsabilité des actes commis par les Contras. Les muss.
Contras sont donc, du point de vue du droit international et Was sich hier so harmlos ankündet, hat doch einige Brisanz
compte tenu de notre connaissance des choses, les seuls erhalten, und zwar nicht etwa wegen des materiellen Inhalts
responsables des actes commis. Amnesty International ainsi der Uebereinkommen, die hier zur Ratifikation stehen. Der
qu'America's Watch ont tous deux, dans des rapports très Sprengstoff liegt anderswo, nämlich bei einer zwischen
détaillés, reconnu que les pires cruautés avaient été com- Bundesrat und Parlament schon seit längerer Zeit schwelen-
mises par les Contras au Nicaragua, sans exclure les viola- den verfassungsrechtlichen Meinungsverschiedenheit. Kon-
tions des Droits de l'homme commises également par le kret geht es um die Unterstellung von Staatsverträgen unter
gouvernement sandiniste. Je m'en suis expliqué avec le das fakultative Staatsvertragsreferendum gemäss Artikel 89
vice-président Ramirez et, comme je viens de vous le dire, Absatz 3 Buchstabe c unserer Bundesverfassung, d. h.
j'ai conditionné la continuation de notre aide aux principes wenn sie eine multilaterale Rechtsvereinheitlichung bewir-
du respect des Droits de l'homme, à une meilleure sécurité ken. Diese Frage beschäftigt übrigens zurzeit auch unseren
et, surtout, à la possibilité de maintenir les objectifs fixés Schwesterrat. Im Nationalrat steht die Ratifikation der Euro-
pour nos divers projets d'aide publique au développement. päischen Menschenrechtskonvention, Protokolle 6 bis 8, zur
Diskussion. Dort werden ähnliche Fragen zu entscheiden
Präsident: Können wir diese Interpellation als erledigt sein.
betrachten? - Es scheint der Fall zu sein. Es liegt mir fern, Sie hier mit einer staatsrechtlichen
Abhandlung über diese Fragen zu behelligen, insbesondere
nachdem unsere Kommission zu einer einhelligen Auffas-
sung gelangt ist. Grob gesagt geht es darum, dass der
Begrüssung - Bienvenue Bundesrat bis jetzt diese erst 1977 eingeführte Verfassungs-
bestimmung sehr restriktiv ausgelegt hat und internationale
Präsident: Meine Damen und Herren, auf der Tribüne hat Uebereinkommen, die rechtsvereinheitlichende Normen
sich eine Delegation des österreichischen Nationalrates und beinhalten, nur dem Staatsvertragsreferendum unterstellen
Bundesrates eingefunden unter der Leitung von Herrn wollte, wenn das zu vereinheitlichende Recht ein bestimm-
Nationalrat Hesoun. Ich möchte diese Herren in unserem tes Rechtsgebiet umfassend regelt und einen formellen und
Hause recht herzlich begrüssen; sie sind während einer materiellen Mindestumfang aufweist, der auch nach unse-
Woche in unserem Land und besuchen Institutionen und ren landesrechtlichen Massstäben den Erlass eines separa-
wirtschaftliche Einrichtungen sowie auch kulturelle Einrich- ten Gesetzes rechtfertigen würde.
tungen dieses Landes. Ich hoffe, dass sie weiterhin einen Im Gegensatz zu dieser restriktiven Auslegung durch den
interessanten Aufenthalt verleben werden. (Beifall) Bundesrat ist unsere Kommission zum Schluss gelangt,
dass.bereits die Vereinheitlichung einer kleineren Anzahl
von Rechtsnormen, die eine bestimmte Bedeutung aufwei-
sen, die Unterstellung der entsprechenden Staatsverträge,
Uebereinkommen und Protokolle unter das Staatsvertrags-
referendum nach sich ziehen muss.
Wir haben in der Folge die vorliegenden Abkommen nach
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Hefti Hilfe an Nicaragua
Interpellation Hefti Aide au Nicaragua
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1986
Année
Anno
Band III
Volume
Volume
Session Herbstsession
Session Session d'automne
Sessione Sessione autunnale
Rat Ständerat
Conseil Conseil des Etats
Consiglio Consiglio degli Stati
Sitzung 03
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 86.551
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 24.09.1986 - 08:00
Date
Data
Seite 481-488
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Pagina
Ref. No 20 014 778
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