Parliamentary Inquiry on Nuclear Power Safety and Energy Policy
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThis case concerns a parliamentary inquiry following the Chernobyl disaster, where a representative questioned the government's energy policy and safety regulations for nuclear power plants. The representative expressed concern about the potential long-term health consequences of the Chernobyl accident and the risks posed by nuclear power plants, especially in densely populated areas, citing the proposed Kaiseraugst plant. The representative asked the government to reassess safety concepts, establish international information exchange protocols, reconsider the Kaiseraugst plant permit, and explore a long-term strategy for phasing out nuclear energy. The government, however, rejected a postulate to revise benzene and lead content regulations in gasoline, prioritizing harmonization with international standards over immediate domestic environmental concerns.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 66 al. 1 LTF; Parliamentary Inquiry on Nuclear Power Safety and Energy Policy: The representative expressed concern about the potential long-term health consequences of the Chernobyl accident and the risks posed by nuclear power plants, especially in densely populated areas, citing the proposed Kaiseraugst plant. The representative asked the government to reassess safety concepts, establish international information exchange protocols, reconsider the Kaiseraugst plant permit, and explore a long-term strategy for phasing out nuclear energy. The government, however, rejected a postulate to revise benzene and lead content regulations in gasoline, prioritizing harmonization with international standards over immediate domestic environmental concerns.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertThis provision governs the imposition of costs in appeal proceedings.
Volltext
Accidents nucléaires (interpellations) 364 17 juin 1986
Bundespräsident Egli: Frau Bührer, ich bedaure, dass ich ihren Teil beigetragen haben, findet in einer Resolution des
Sie heute bereits zum zweiten Mal enttäuschen muss. Der baselstädtischen Grossen Rates vom 15. Mai 1986 ihren
Bundesrat hat nämlich beschlossen, die Ablehnung des Ausdruck.
Postulates zu beantragen. Ich schliesse dabei nicht aus, Ich frage den Bundesrat,
dass wir zu einem späteren Zeitpunkt auf Ihr Begehren - wie er im Lichte der neuen Ereignisse die Sicherheitskon-
zurückkommen müssen. Aber die Situation ist folgende: Wir zepte unserer erstellten und geplanten Kernkraftwerke beur-
haben soeben die Luftreinhalteverordnung in Kraft gesetzt; teilt;
darin wird der Benzolgehalt aller Motorenbenzine auf höch- -ob er sich veranlasst sieht, diese Sicherheitskonzepte
stens 5 Volumenprozent und der Bleigehalt der Motorben- überprüfen zu lassen;
zine auf höchstens 13 Milligramm pro Liter festgesetzt. - ob er auf diplomatischem Wege mit möglichst vielen Staa-
Der Bundesrat hat sich dabei vor allem vom Gedanken der ten einen schnellen, permanenten und technisch auf glei-
Harmonisierung leiten lassen und Werte festgelegt, wie sie chen Daten beruhenden Informationsaustausch für Fälle
auch in anderen Ländern gelten. Wir möchten daher im dieser Art anstreben will;
heutigen Zeitpunkt diese Festsetzung in der Verordnung - ob es jetzt nicht an der Zeit wäre, die Rahmenbewilligung
nicht ändern. für das Kernkraftwerk Kaiseraugst zu widerrufen und auf
dieses Werk zu verzichten;
Frau Bührer: Ich bin natürlich enttäuscht, wenn Sie dieses - ob jetzt nicht im Sinne einer längerfristigen Strategie der
Postulat ablehnen. Ich frage mich, wozu eigentlich die «Ausstieg» aus der Atomenergie und ihr Ersatz durch eine
Gesetze da sind: Das Umweltschutzgesetz verlangt die Sen- alternative Energie- und Sparpolitik in die Wege zu leiten ist.
kung der Belastung, soweit das technisch und betrieblich
möglich ist. Bei meinen Vorgaben wäre das doch möglich. Texte de l'interpellation du 2 juin 1986
Das Argument der Harmonisierung mit den übrigen Ländern Les informations toutes récentes, fournies par des médecins
sticht nicht. Sollen wir auf die Rückständigkeit Rücksicht qui ont été chargés de traiter les victimes de la catastrophe
nehmen und damit unsere Gesundheit gefährden? Auch die survenue à la centrale nucléaire de Tchernobyl, font appa-
Luftreinhalteverordnung sagt punkto Immissionsbegren- raître que près de 100000 personnes peut-être auront à
zung: «Die Immissionen von krebserzeugenden Stoffen sind souffrir des séquelles lointaines de cet accident.
unabhängig vom Risiko der durch sie verursachten krebser- Dans notre population, de très larges milieux sont inquiets
zeugenden Belastung soweit zu begrenzen, als dies tech- en raison d'un fait tout à fait clair à présent, à savoir que les
nisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar centrales nucléaires dont la sécurité a été attestée, et qui
ist.» sont donc considérées comme sûres, peuvent se transfor-
Ich würde also eher sagen, dass die Luftreinhalteverord- mer en une menace immense pour de larges bandes de
nung - noch «druckfeucht» - mit der Festsetzung der Werte, territoire et leurs habitants.
so wie Sie sie vorgenommen haben, nicht eingehalten wird. Cette inquiétude est ressentie de façon toute particulière
Bei der Einführung der Frist für die US-83-Normen bei den dans la Suisse du Nord-Ouest, où l'on veut imposer encore
Abgasen hat der Bundesrat diese Harmoniserung nicht la centrale de Kaiseraugst à une région très peuplée où la
berücksichtigt. Ich finde es erfreulich, dass er dort Schritt- concentration des centrales nucléaires est déjà extraordi-
macherdienste geleistet hat. Es ist nur schade, dass er in naire. L'état d'esprit de la population, auquel ont contribué
diesem Fall von seinem Mut verlassen wird und sich ins des indications contradictoires quant aux résultats des
Schlepptau nehmen lässt! mesures effectuées dans les pays les plus divers, a été
exprimé dans une résolution que le Grand Conseil de Baie-
Abstimmung - Vote Ville a votée le 15 mai 1986.
Je demande donc au Conseil fédéral:
Für die Ueberweisung des Postulates 5 Stimmen -Comment il apprécie, à la lumière des récents événe-
Dagegen 15 Stimmen ments, les conceptions de sécurité de nos centrales nucléai-
res existantes et de celles qui sont projetées;
- S'il se sent tenu de faire réexaminer ces normes de sécu-
rité;
#ST# 86.428 - Si, par la voie diplomatique, il veut - pour de tels cas -
tenter d'obtenir un échange d'informations avec le plus
Dringliche Interpellation Miville grand nombre possible d'Etats, un tel échange devant être
rapide, permanent et fondé sur les mêmes données, du
Energiepolitik. Strategie point de vue technique;
Interpellation urgente Miville - S'il ne serait pas enfin temps d'annuler l'autorisation géné-
Politique énergétique. Stratégie rale accordée au projet de centrale nucléaire à Kaiseraugst
et de renoncer à cette centrale;
- Si la renonciation à l'énergie atomique et le remplacement
de celle-ci par une politique énergétique et économique de
substitution ne devraient pas être envisagées, en guise de
Wortlaut der Interpellation vom 2. Juni 1986 stratégie d'avenir à long terme.
Neueste Informationen von Aerzten, die mit der medizini-
schen Betreuung von Opfern der Atomkraftwerk-Katastro-
phe von Tschernobyl befasst waren, lassen erkennen, dass
möglicherweise bis zu 100000 Menschen an Spätfolgen
dieses Gross-Unfalls zu leiden haben werden.
Weiteste Kreise unserer Bevölkerung sind beunruhigt über
die nun klar ersichtliche Tatsache, dass auch für sicher
erklärte und erachtete Kernkraftwerke zu einer immensen
Gefährdung für ausgedehnte Landstriche und ihre Bewoh-
ner werden können.
Diese Beunruhigung zeigt sich besonders deutlich in der
Nordwestschweiz, wo man einer dicht besiedelten Region
mit einer ausserordentlichen Massierung von Atomkraftwer-
ken auch noch das Werk Kaiseraugst zumuten will. Die
Stimmung der Bevölkerung, zu der widersprüchliche Anga-
ben über Messresultate aus den verschiedensten Ländern
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Dringliche Interpellation Miville Energiepolitik. Strategie
Interpellation urgente Miville Politique énergétique. Stratégie
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1986
Année
Anno
Band II
Volume
Volume
Session Sommersession
Session Session d'été
Sessione Sessione estiva
Rat Ständerat
Conseil Conseil des Etats
Consiglio Consiglio degli Stati
Sitzung 09
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 86.428
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 17.06.1986 - 16:00
Date
Data
Seite 364-364
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Ref. No 20 014 560
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