Addressing Structural Unemployment in Switzerland
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThis document discusses the issue of "residual unemployment" or "structural unemployment," referring to individuals who struggle to find employment even during periods of economic prosperity. The core problem identified is that while general economic conditions improve, certain groups, such as older individuals, non-integrated foreigners, and those with health issues, face persistent difficulties in re-entering the workforce. The proposed solution, as outlined in the Postulat Jelmini, is to investigate the underlying causes of this persistent unemployment and develop targeted strategies for its gradual elimination, acknowledging that complete eradication may be impossible but mitigation is necessary.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 1 - 3; Addressing Structural Unemployment in Switzerland: The core problem identified is that while general economic conditions improve, certain groups, such as older individuals, non-integrated foreigners, and those with health issues, face persistent difficulties in re-entering the workforce. The proposed solution, as outlined in the Postulat Jelmini, is to investigate the underlying causes of this persistent unemployment and develop targeted strategies for its gradual elimination, acknowledging that complete eradication may be impossible but mitigation is necessary.
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KI-generiertThese articles refer to the title and preamble of the proposal, which were adopted.
Volltext
18. Juni 1986 389 Postulat Jelmini
tion auseinanderzusetzen. Ueberschuldung ist nicht die nen zu Recht diese wichtigen Institutionen unserer privaten
Ursache, sondern die Folge struktureller Ungleichgewichte, Wirtschaft und betonen, dass natürlich auch der Staat seine
sowohl im Schuldnerland als auch im internationalen Wirt- eigene Aufgabe zu erfüllen habe.
schaftssystem. Und diese Ursachen gilt es zu bekämpfen. Ich nannte Ihnen einige Elemente und füge ein letztes bei.
Die Darlehensaufnahme an und für sich - das wissen die Wenn ich Entwicklungspolitik so schildere, muss ich ein
vielen Finanzdirektoren unter Ihnen und alle diejenigen, die spezielles Wort zu den ärmsten aller Länder sagen, die noch
in der Wirtschaft besonders aktiv sind - ist kein wirtschaftli- gar nicht in der Lage sind, das von mir vorher angespro-
ches Problem, solange die mit den Schuldnern getätigten chene do ut des in die Tat umzusetzen. Es sind diejenigen
Investitionen die für den Schuldendienst und die Rückzah- Länder, denen man zuerst à fonds perdu etwas geben muss,
lung der Schulden benötigten Ressourcen erarbeiten las- damit sie überhaupt die erste Stufe erreichen, von der aus
sen. Dies war und ist leider heute oft nicht der Fall. Die sie dann mit eigener Verantwortung in den Güteraustausch
Gründe sind mannigfaltig und sowohl im internen Bereich eintreten können. Da geht es vor allem um hochverschul-
der Entwicklungsländer (häufig verfehlte Wirtschaftspolitik) dete, ärmste Länder in Afrika. Eine Verbesserung der inter-
als auch extern (schwaches Wirtschaftswachstum, Protek- nationalen Rahmenbedingungen allein ist dort keine
tionismus, hohe Zinsen, Zerfall der Rohstoffpreise) zu Lösung ; ihr Anteil am internationalen Handel ist noch viel zu
suchen - das alles hängt zusammen. Eine Lösung des klein, um von einem Aufschwung in den Industriestaaten
Schuldenproblems kann daher nur durch die Ueberwindung direkt zu profitieren; die Verbesserung der öffentlichen Hil-
der Schwierigkeiten in den Rahmenbedingungen, die zur feleistung ist hier dringlich. Wir werden darüber - Kollege
Ueberschuldung geführt haben, erreicht werden. Also nicht Aubert, ich und die anderen Partner in der Regierung - in
nur Symptombekämpfung, sondern Ursachenbekämpfung. naher Zukunft erneut Beschlüsse zu fassen haben, die der
Die Schweiz macht mit! Das ist unsere Art der Teilnahme an eine oder andere Bundesrat Ihnen dann sicher vortragen
der Gruppe der 10, wo Sie uns ja ermöglicht haben, die wird.
ursprüngliche Mithilfe von rund 865 Millionen Franken auf Es lag mir daran, hier in Ergänzung zu dem, was der Kom-
rund 2,3 Milliarden aufzustocken. Das ist unser dauerndes missionspräsident sagte und nach Beantwortung der
Ringen um Lösungen, zusammen mit der Weltbank, die berechtigten Frage von Herrn Schmid sichtbar zu machen,
rund einen Viertel ihres Kapitalbedarfes auf dem schweizeri- dass es um etwas Wichtiges in unserer nationalen und
schen Markt zu günstigen Zinsen aufnimmt. Ich stelle das internationalen Politik geht. Ich möchte mich bei Ihnen für
hier einmal ganz bewusst in den Saal, weil es auch die Kraft, dieses Mittragen bedanken.
die in unserem Lande, in unserer Wirtschaft, im Finanzplatz
Schweiz enthalten ist, sichtbar macht- nicht nur Ich-bezo- Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen
gen, sondern auch als Motor für weltweite Verbesserungs- Le conseil décide sans opposition d'entrer en matière
aktionen.
Wenn heute auch in diesem vorerwähnten Baker-Plan zu Detailberatung - Discussion par articles
Recht eine wachstumsorientierte Politik angesprochen wird,
dann aus der Erkenntnis heraus, dass eine bessere Wirt- Titel und Ingress, Art. 1 - 3
schaftspolitik in den betroffenen Ländern, eine wachs- Titre et préambule, art. 1 à 3
tumsorientierte Politik - die gleichzeitig tiefen Respekt vor
den Ressourcen in sich birgt und sichtbar macht-, allein in Angenommen - Adopté
der Lage ist, in den Industriestaaten die Arbeitslosigkeit
überwinden zu helfen und in den Drittweltstaaten aus der Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Not herauszukommen. Von uns wird neben der Erhöhung
der Produktivität verlangt, dass wir ein langfristiges, nicht Für Annahme des Beschlussentwurfes 33 Stimmen
inflationäres Wachstum ermöglichen, dass wir erträgliche (Einstimmigkeit)
Zinssätze gewähren, dass wir den Zugang der Entwick-
lungsländer zu den Märkten der Industriestaaten als Voraus- An den Nationalrat - Au Conseil national
setzung bejahen. Und den Entwicklungsländern können wir,
wenn wir dies selbst zu tun bereit sind, sagen, dass sie ihre
Wirtschaftspolitik der Genesung entgegenführen müssen:
also verstärktes Abstellen auf internen und externen Wettbe-
werb, auf Marktpreise, Festlegung realistischer Wechsel- #ST# 86.411
kurse, Abbau von initiativehemmenden Bestimmungen und
protektionistischer Vorkehren. All das sind nur einige wich- Postulat Jelmini
tige Details, die ich hier erwähnt haben möchte, und Sie
spüren, dass in dieser 400-Millionen-Vorlage einiges an poli- Sockelarbeitslosigkeit
tischer Brisanz enthalten ist, die man ausformulieren muss, Chômage résiduel
damit auch unsere Mitbürger diese Politik tragen.
Die Banken haben einen grossen Teil dieses Buches selbst
zu schreiben. Die internationalen Banken und die multilate-
ralen Finanzinstitutionen müssen weiterhin Kredite zu r Ver-
fügung stellen, damit das Wachstum der Entwicklungslän- Wortlaut des Postulats vom 20. März 1986
der auf ein Niveau gebracht werden kann, das diesen Län- Der Bundesrat wird ersucht, die Ursachen der sogenannten
dern erlaubt, aus ihren Schulden herauszukommen. Zu Recht Sockelarbeitslosigkeit abzuklären und Vorschläge zu deren
verlangen aber sie als Geber sowie die Geberstaaten, dass schrittweisen Beseitigung zu unterbreiten.
die nationale Politik der Empfängerstaaten das klassische
Wort «put your house in order», also «strebe nach Budget/ Texte du postulat du 20 mars. 1986
Finanzhaushalt-Gleichgewicht» einigermassen wahrmacht; Le Conseil fédéral est invité à rechercher les causes du
denn sonst ist das ein Einwerfen von Geld in ein Fass ohne chômage dit résiduel et à soumettre des propositions visant
Boden. à l'éliminer progressivement.
So möchten wir zusammen mit den weltweit operierenden
Institutionen im Währungsfonds, der Weltbank, den Gläubi- Mitunterzeichner- Cosignataires: Arnold, Binder, Cavelty,
gerländern, den Schuldnerländern, dem privaten Bankensy- Hophan, Lauber, Meier Hans, Meier Josi, Muheim, Schmid,
stem zu einer konzertierten Aktion kommen. Ich darf Ihnen Zumbühl (10)
sagen, dass die direkten Gespräche mit unseren Banken
diesen Willen erkennen lassen, den eigenen «Apport» nicht Jelmini: Obwohl der schweizerische Arbeitsmarkt ausge-
etwa aufzugeben, sondern weiterzuführen. Aber sie erwäh- trocknet ist, weist unsere Arbeitslosenstatistik etwa 25 000
Postulat Jelmini 390 18 juin 1986
Arbeitslose aus, die trotz guter Konjunktur wenig oder keine drängen und auferlegen. Wer diese Lernbereitschaft nicht
Chance haben, einen Arbeitsplatz zu finden. mehr zu erbringen gewillt ist oder nicht mehr erbringen
Hinzuzuzählen sind jene Tausende von Ausgesteuerten, die kann, wird dann in einer schlechten Situation sein. Das
von unserer Arbeitslosenstatistik nicht mehr erfasst werden. sagen mir alle, mit denen ich mich über diese Weiterent-
In einer an sich florierenden Wirtschaft über 30 000 Arbeits- wicklung unserer Industriegesellschaft unterhalte. Herr Jel-
lose auszuweisen ist untragbar, und zwar sowohl von einem mini: Wir sind also gerne bereit, die von Ihnen gewünschten
menschlich-sozialen wie von einem ökonomischen Aspekt Abklärungen weiterzuführen und Ihnen zu gegebener Zeit
aus. Hinter diesen Zahlen verbergen sich menschliche und die entsprechenden Anträge zu unterbreiten.
familiäre Tragödien, aber auch Verluste für eine Wirtschaft,
deren wertvollstes Kapital die für sie tätigen Menschen sind. Ueberwiesen - Transmis
Menschlich wie wirtschaftlich verantwortbares Handeln ver-
langt daher, die Ursachen dieser Rest- beziehungsweise Schluss der Sitzung um 9.55 Uhr
Sockelarbeitslosigkeit näher zu untersuchen, gezielte Mass- La séance est levée à 9 h 55
nahmen zu deren Behebung vorzuschlagen und sie in Gang
zu bringen.
Ein eben erschienener Forschungsbericht des Nationalen
Forschungsprogramms Nummer 9 über «berufliche Fortbil-
dung und Arbeitslosenversicherung. Vorschläge für eine
Strategie» zeigt, dass zwar gesetzliche Grundlagen und
Instrumente für Präventivrhassnahmen vorhanden sind, es
aber immer wieder konkrete Anstösse braucht, um sie zur
Wirkung zu bringen.
Genaue Zahlen über die Sockelarbeitslosigkeit sind leider
nicht vorhanden, ebensowenig über die soziologische
Schichtung dieser Langzeitarbeitslosen. Aus Verlautbarun-
gen von Arbeitsämtern und kirchlichen Institutionen sowie
aus privaten Untersuchungen geht hervor, dass es sich
insbesondere um ältere Personen, um nicht integrierte Aus-
länder und um gesundheitlich Geschwächte handelt. Wenn
jedoch allein in den beiden Städten Bern und Biel zusam-
men jährlich um die 1000 Frauen und Männer neu der
Fürsorge anheimfallen, so zeigt das - also anhand zuverläs-
siger Zahlen und in Kenntnis der Ursachen dieses Krebs-
übels - die Notwendigkeit, an die Ausarbeitung von Vor-
schlägen zu dessen Behebung heranzutreten. Wird jedoch
nichts Entscheidendes unternommen, um die Sockelar-
beitslosigkeit wirksam zu reduzieren, so werden jährlich
Tausende von Männern und Frauen jeden Alters zu den
Ausgesteuerten stossen und armengenössig werden.
Ich bitte Sie, das Postulat zu überweisen.
Bundesrat Purgier: Ich bin gerne bereit, das Postulat von
Herrn Jelmini entgegenzunehmen: Das Problem, das er
soeben dargestellt hat, beschäftigt seit langem auch uns.
Sie haben zweifellos den Zusammenhang mit dem Postulat
Jelmini vom Februar 1985 über die ausgesteuerten Arbeits-
losen und mit dem Postulat von Frau Pitteloud vom März
des letzten Jahres über die Arbeitslosenstatistik erkannt.
Ein entsprechender Bericht - das darf ich vorweg erklären -
zur Langzeitarbeitslosigkeit wird von meinem Bundesamt
für Industrie, Gewerbe und Arbeit sorgfältig erarbeitet. Ich
würde sogar sagen, er sei bereits in der Phase der Endre-
daktion, so dass ich ihn Ihnen sehr bald vorstellen kann.
Im Unterschied zu den anderen Industrieländern haben wir
zwar eine geringe Arbeitslosigkeit. Die derzeit rund 25 000
Menschen sind dennoch ein echtes Problem. Ich halte mit
dem Postulanten dafür, dass wir die Ursachen zu ergründen
haben. Ganz wegbringen wird man vermutlich das, was Sie
mit Sockelarbeitslosigkeit umschrieben haben, nicht. Aber
ich erhoffe mir von diesen Studien eine weitere begriffliche
und auch wirtschaftspolitische Klärung der Fragen: Woher
kommt das? Was können wir noch tun - im Berufsschulwe-
sen tun wir zusammen mit den Kantonen heute schon uner-
hört viel -, um die jungen Menschen ins Erwerbsleben
eintreten zu lassen? Das ist ein grosser Unterschied zu den
meisten anderen Industriestaaten. Aber ich wiederhole:
Trotzdem bereitet mir und Ihnen jeder, der von der Arbeitslo-
sigkeit betroffen wird, Sorge.
Ich glaube nicht, dass man Vollbeschäftigung (so wie wir es
wirtschaftspolitisch ansprechen) mit Absenz von Arbeitslo-
sigkeit gleichsetzen kann. Am Ende des Jahrhunderts wird
derjenige, der heute vielleicht als Handlanger noch
irgendwo eine Tätigkeit findet, vermutlich in einer noch
schwierigeren Situation sein, weil die Erfordernisse des
Elektronikzeitalters jedem ein dauerndes Dazulernen auf-
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Jelmini Sockelarbeitslosigkeit
Postulat Jelmini Chômage résiduel
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1986
Année
Anno
Band II
Volume
Volume
Session Sommersession
Session Session d'été
Sessione Sessione estiva
Rat Ständerat
Conseil Conseil des Etats
Consiglio Consiglio degli Stati
Sitzung 10
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 86.411
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 18.06.1986 - 08:00
Date
Data
Seite 389-390
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Ref. No 20 014 569
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