Motion for Technology Impact Assessment and Environmental Protection Reform
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThis case concerns a motion urging the creation of a body for technology impact assessment, prompted by environmental disasters. The court acknowledged that current environmental protection laws are insufficient to address the broader social, international, and ethical implications of technological advancements, and that the costs of environmental damage are not adequately factored into production. The Federal Council proposed converting the motion into a postulate, indicating a willingness to explore the issue further and consider integrating impact assessment into existing departmental research, rather than immediately creating new centralized institutions.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 9 USG; Motion for Technology Impact Assessment and Environmental Protection Reform: The court acknowledged that current environmental protection laws are insufficient to address the broader social, international, and ethical implications of technological advancements, and that the costs of environmental damage are not adequately factored into production. The Federal Council proposed converting the motion into a postulate, indicating a willingness to explore the issue further and consider integrating impact assessment into existing departmental research, rather than immediately creating new centralized institutions.
Schlagwörter
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertThe court references this article when discussing the scope of environmental impact assessments, which goes beyond the Technologiefolgen-Abschätzung.
Volltext
Motion Braunschweig 1432 N 9 octobre 1987
recherche et favoriser une production écologiquement ad- Abschätzung in der Schweiz noch viel dringender gewor-
missible. den. Der Bundesrat wird ersucht, die entsprechenden
Organe aufgrund der Vorarbeiten zu schaffen und ihnen
Mitunterzeichner - Cosignataires: Carobbio, Gurtner, ihre Aufgaben und Kompetenzen zuzuweisen, einschliess-
Herczog, Magnin (4) lich allfällige rechtliche Grundlagen.
Technologiefolgen-Abschätzung geht wesentlich über die
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Umweltverträglichkeit des Artikels 9 des Umweltschutzge-
Unsere Umwelt leidet daran, dass sie nichts kostet. Nicht setzes hinaus: Sie umfasst zusätzlich:
regenerierbare Güter der Natur wie Luft, Boden und Wasser -die Sozialverträglichkeit (Auswirkungen auf Wirtschaft-
können gratis beansprucht werden. Das Gewerbe und die lichkeit, Gesellschaft, Arbeitswelt, demokratischer Entschei-
Industrie müssen bei der Produktion für den Verbrauch dungsprozess, Grundrechte und grundlegende Wertesy-
dieser Güter keine nennenswerten Kosten einkalkulieren. In steme usw.);
der Folge betreiben wir Raubbau zu Lasten der Natur. -die internationale Verträglichkeit (Auswirkungen auf die
Nach Unfällen wie z. B. nach der Katastrophe von Schwei- Nachbarstaaten, auf Europa, auf den Entwicklungsprozess
zerhalle ist zudem die Zerstörung der Natur finanziell kaum in der Dritten Welt, auf Rüstungsspirale und militärische
fassbar. Selbst bei massivsten Vergiftungen der Umwelt sind Drohpotentiale);
somit kaum Schadenersatzzahlungen fällig. Dadurch sinkt -die zeitliche Verträglichkeit (Auswirkungen auf den Gestal-
die Motivation zur Schadensverhütung. tungsspielraum zukünftiger Generationen, Wiederruf von
Um uns und der Umwelt ein Ueberleben zu erleichtern, soll Fehlentscheiden, zukünftiges Verpflichtungsniveau, z. B.
der Verbrauch von nicht oder kaum regenerierbaren Gütern bei Atomtechnologie, Gentechnik, Mikroelektronik) und
der Natur, von Luft, Boden und Wasser etwas kosten. Der - Ethik-Verträglichkeit (Verhältnismässigkeit und Grenzen
Unternehmersoll deren Kosten bei der Produktion einkalku- des Forschens und des Auswertens).
lieren müssen. Dadurch erhält die umweltverträglichere Pro- Auch wenn die Aufgabe der Technologiefolgen-Abschät-
duktion eine Chance. zung wissenschaftlicher Art ist, müssen die Mitwirkung des
Parlaments und der Einbezug der Privatwirtschaft aus
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates Gründen der Demokratie, der Gerechtigkeit und der Wirk-
vom 16. März 1987 samkeit gewährleistet sein.
Rapport écrit du Conseil fédéral du 16 mars 1987
Im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe von Schwei- Texte de la motion du 11 décembre 1986
zerhalle vom 1. November 1986 sind dem Bundesrat zahlrei- Après la catastrophe Sandoz à Schweizerhalle, l'évaluation
che Motionen eingereicht worden. Sie betreffen Fragen der des risques technologiques en Suisse est devenue encore
Information und Auskunftspflicht, die Vorschriften über plus urgente.
umweltgefährdende Stoffe, den Katastrophenschutz, die Le Conseil fédéral est chargé de créer les organes néces-
Aufsicht des Bundes sowie Probleme der Haftpflicht und saires, compte tenu des travaux préliminaires, de fixer leurs
des Strafrechts. attributions et compétences, et d'édicter au besoin les bases
Alle diese Themen bilden zur Zeit Gegenstand eingehender légales appropriées.
Abklärungen. So haben erste Gespräche über Aufgabentei- L'évaluation des risques technologiques va beaucoup plus
lung und Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen loin que l'étude d'impact prévue à l'article 9 de la loi sur la
mit Fachstellen aller Kantone und mit Regierungsvertretern protection de l'environnement (LPE), pour inclure:
beider Basel bereits stattgefunden. Die eigentlichen Arbei- - la compatibilité avec la société: répercussions sur la pro-
ten werden jedoch von einer Kommission zu leisten sein, die ductivité, la vie sociale, le monde du travail, le processus
der Bundesrat demnächst einsetzen wird mit dem Auftrag, démocratique, les droits fondamentaux et les valeurs essen-
eine Störfall-Verordnung auszuarbeiten. Aus diesem Grund tielles;
verfügt der Bundesrat noch nicht über die nötigen Grundla- -la compatibilité sur le plan international: répercussions
gen, um sich zu den Anliegen der Motionen im Detail zu sur les pays limitrophes, sur l'ensemble de l'Europe, sur le
äussern. Er erklärt sich aber bereit, diese Anliegen zu prüfen processus de développement dans le tiers monde, ainsi que
und das Parlament laufend über die Ergebnisse zu orientie- sur la course aux armements et les menaces militaires;
ren. Die noch ausstehende Beantwortung von Einfachen - la compatibilité avec l'avenir: répercussions sur la marge
Anfragen und Interpellationen, die ebenfalls zur Brandkata- de maneouvre des générations futures, possibilités de corri-
strophe von Schweizerhalle eingereicht worden sind, wird ger les erreurs de décision, conséquences contraignantes à
dabei dem Bundesrat die Möglichkeit geben, über den long terme dans les domaines de la technologie nucléaire,
Stand der Arbeiten zu berichten. de la génétique, de la microélectronique;
-la compatibilité sur le plan moral: proportionnalité et
Schriftliche Erklärung des Bundesrates limites de la recherche et du développement.
Déclaration écrite du Conseil fédéral Quoique l'évaluation des risques technologiques soit essen-
Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- tiellement de nature scientifique, elle exige la collaboration
wandeln. du Parlement et de l'économie au nom de la démocratie, de
la justice et de l'efficacité.
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann-St. Gallen,
Bäumlin, Borei, Euler, Fankhauser, Lanz, Leuenberger
Moritz, Morf, Nauer, Rechsteiner, Renschier, Stappung,
#ST# 86.142 Wagner (13)
Motion Braunschweig Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht
Technologiefolgen-Abschätzung eine schriftliche Antwort.
Evaluation des risques technologiques
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
vom 18. Februar 1987
Rapport écrit du Conseil fédéral du 18 février 1987
Der Bundesrat will der Technologiefolgen-Abschätzung in
Wortlaut der Motion vom 11. Dezember 1986 Zukunft noch mehr Aufmerksamkeit schenken. Mehrere der
Nach der Sandoz-Katastrophe von Schweizerhalle ist die laufenden Tätigkeiten enthalten aber bereits wesentliche
institutionelle Verwirklichung der Technologiefolgen- Teile einer Technologiefolgen-Abschätzung. Im Projekt
9. Oktober 1987 N 1433 Motion Rechsteiner
«Forschungspolitische Früherkennung (FER)» des Schwei- #ST# 86.144
zerischen Wissenschaftsrates, das u.a. auf Forschungsbe-
dürfnisse hinzuweisen hat, sind die zu lösenden Probleme Motion Rechsteiner
zu identifizieren, wie sie beispielsweise durch die Fort-
schritte der Technologie ausgelöst werden. Verschiedene Katastrophenschutz. Informationsrecht
der Nationalen Forschungsproramme (NFP) leisten einen Protection contre les catastrophes.
Beitrag zur Technologiefolgen-Abschätzung, etwa das Droit à l'information
NFP 15 «Arbeitswelt: Humanisierung und technologische
Entwicklung». Handlungszenarien und die Wirkung von
Massnahmen, etwa eines Ausstiegs aus der Kernenergie,
werden durch fallweise eingesetzte Kommissionen von
Experten und Interessenvertretern à fond untersucht. Die Wortlaut der Motion vom 11. Dezember 1986
Technologiefolgen-Abschätzung entwickelt sich auch im Der Bundesrat wird eingeladen, den eidgenössischen Räten
Ausland, und ihre Resultate sind von uns miteinzubeziehen, eine Revision bzw. Ergänzung der Gesetzgebung (USG, ArG
um Doppelspurigkeiten zu vermeiden und durch Harmoni- etc.) vorzulegen, die
sierung von Beurteilungskriterien (z. B. Grenzwerte) der - hinsichtlich der Lagerung und Verwendung von Stoffen,
Unsicherheit in der Bevölkerung zu begegnen. Alle Departe- die den Menschen oder seine natürliche Umwelt bei ausser-
mente müssen die Entwicklungen verfolgen, um für die ordentlichen Ereignissen schwer schädigen können, eine
Tätigkeit in den eigenen Ressorts über die nötigen Grundla- Melde- und Informationspflicht einführt, wobei der Betreiber
gen zu verfügen. Es ist deshalb ein wichtiges Anliegen, dass der Anlage eine Risiko-Analyse vorlegen und die zum Kata-
die Bundesstellen den Blick vermehrt auf die Zukunft und strophenschutz vorgesehenen Massnahmen beschreiben
deren Probleme richten und die Ressortforschung ver- muss;
stärken. -den betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern
Für einen Ausbau der Technologiefolgen-Abschätzung und ihren Organisationen sowie der Bevölkerung Informa-
müssten nicht notwendigerweise neue Organe institutionali- tionsrechte einräumt;
siert werden. Der Bundesrat will auch prüfen, ob nicht die -das Fabrikations- und Geschäftsgeheimnis sowie das
Bundesstellen, aufbauend auf Vorarbeiten von FER und Amtsgeheimnis einschränkt, soweit es um Stoffe geht, die
NFP und unter Berücksichtigung von Resultaten im Aus- den Menschen und seine natürliche Umwelt bei ausseror-
land, im Rahmen ihrer intensivierten Ressortforschung sek- dentlichen Ereignissen schwer schädigen können.
toriell vertiefte Analysen über anstehende, auch technolo-
giebedingte Probleme und über mögliche Massnahmen Texte de la motion du 11 décembre 1986
durchzuführen vermögen. Dies hätte den Vorteil, dass die Le Conseil fédéral est chargé de soumettre aux Chambres
Untersuchungen im engeren Kontakt mit jenen Stellen fédérales une proposition tendant à reviser ou à compléter
durchgeführt würden, welche für Massnahmen verantwort- la législation (loi sur la protection de l'environnement, loi sur
lich sind. Ein solches dezentrales Vorgehen, bei welchem le travail, etc.);
die Uebersicht, Koordination und ganzheitliche Betrachtung - La modification en question devra prévoir, pour ce qui est
sicherzustellen sind, erscheint mindestens ebenso prüfens- de l'entreposage et de l'utilisation de substances qui - lors
wert wie die Schaffung neuer Organe. Der Bundesrat sollte d'événements extraordinaires - peuvent gravement porter
deshalb nicht zum vornherein auf die Schaffung einer neuen atteinte à l'être humain ou à son milieu naturel, une obliga-
zentralisierten Institution für Technologiefolgen-Abschät- tion de signaler et d'informer; en l'occurrence, l'exploitant
zung festgelegt werden. ou utilisateur de l'installation devra fournir une analyse de
risque et décrire les mesures envisagées dans le dessein de
Schriftliche Erklärung des Bundesrates se prémunir contre la catastrophe;
vom 18. Februar 1987 - La modification devra conférer des droits à l'information
Déclaration écrite du Conseil fédéral du 18 février 1987 aux travailleuses et travailleurs concernés et à leurs organi-
Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- sations professionnelles, de même qu'à la population direc-
wandeln. tement touchée;
- Elle devra limiter le secret de fabrication et des affaires, de
Braunschweig: Aus drei Gründen stimme ich der Umwand- même que le secret officiel (de fonction), pour autant qu'il
lung meiner Motion in ein Postulat betreffend Technologie- s'agisse de produits qui peuvent, dans des circonstances
folgen-Abschätzung zu: données ou au gré d'événements extraordinaires, porter
Erstens ist man in der letzten halben Stunde der Legislatur- gravement atteinte et à l'être humain, et à son milieu am-
periode immer sehr versöhnlich gestimmt. biant.
Zweitens haben wir die aufgeworfene Frage in konkreter
Weise in dieser Session zweimal berührt, als es um die Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann-St. Gallen,
Geschäfte «Technische Zusammenarbeit in Europa» und Borei, Braunschweig, Bundi, Christinat, Euler, Fankhauser,
«Europäisches Laboratorium für Synchrotron-Strahlung» Friedli, Gloor, Lanz, Leuenberger-Solothurn, Meyer-Bern,
ging. Von daher glaube ich, die Einsicht sei weit verbreitet, Morf, Nauer, Neukomm, Pitteloud, Reimann, Renschler,
wir müssen der Motion grosse Bedeutung zumessen. Ruffy, Stamm Walter, Stappung, Uchtenhagen, Vannay,
Drittens hat der Bundesrat ebenfalls vermehrte Aufmerk- Wagner, Weber-Arbon (25)
samkeit zugesichert. Wahrscheinlich ist auch die Einsicht
grösser geworden, dass die bisherige forschungspolitische Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Früherkennung zwar ein guter Anfang, aber für die Zukunft Der Motionär verzichtet auf eine Begründung und wünscht
ungenügend ist und dass es deshalb im Sinne meiner eine schriftliche Antwort.
Motion weitere Einrichtungen braucht.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat vom 9. März 1987
Rapport écrit du Conseil fédéral du 9 mars 1987
Im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe von Schwei-
zerhalle vom 1. November 1986 sind dem Bundesrat zahlrei-
che Motionen eingereicht worden. Sie betreffen Fragen der
Information und Auskunftspflicht, die Vorschriften über
umweltgefährdende Stoffe, den Katastrophenschutz, die
Aufsicht des Bundes sowie Probleme der Haftpflicht und
des Strafrechts.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion Braunschweig Technologiefolgen-Abschätzung
Motion Braunschweig Evaluation des risques technologiques
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1987
Année
Anno
Band III
Volume
Volume
Session Herbstsession
Session Session d'automne
Sessione Sessione autunnale
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 14
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 86.142
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 09.10.1987 - 08:00
Date
Data
Seite 1432-1433
Page
Pagina
Ref. No 20 015 753
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