Federal Railway Tunnel Project Funding and Viability Case
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe court debated the construction of a new railway tunnel and associated transport infrastructure to improve access to remote regions. Arguments centered on the necessity of the project given the low population density, the significant federal funding required, and the environmental and economic impacts. Concerns were raised about the project's cost-effectiveness, potential geological issues during construction, and the long-term operational viability. Ultimately, the decision involved balancing the needs of peripheral regions with the federal budget, while considering alternatives like upgrading existing road infrastructure and the project's alignment with national transportation goals.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 1-3 Titel und Ingress; Federal Railway Tunnel Project Funding and Viability Case: Arguments centered on the necessity of the project given the low population density, the significant federal funding required, and the environmental and economic impacts. Concerns were raised about the project's cost-effectiveness, potential geological issues during construction, and the long-term operational viability. Ultimately, the decision involved balancing the needs of peripheral regions with the federal budget, while considering alternatives like upgrading existing road infrastructure and the project's alignment with national transportation goals.
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KI-generiertThese articles relate to the title and preamble of the decision and were adopted.
Volltext
12. Juni 1986 331 Vereinabahn
panz allein hat in Kommissionen und Medien in letzter Zeit bei den politischen Instanzen (Bundesrat, Departement)
viel Gesprächsstoff geliefert. Vom Verständnis über Beden- offene und sich abzeichnende Fragen rechtzeitig zu prüfen
ken bis hin zu scharfer Kritik war alles zu lesen. Tarifsenkun- und zu bearbeiten. Wir wissen, dass ganz ungleiche Kosten-
gen, Abgeltung gemeinwirtschaftlicher Leistungen, Verzicht deckungsgrade - Post einerseits, Fernmeldebereich ande-
auf Ablieferungen an die Bundeskasse waren Forderungen, rerseits - da sind. Das wird nach wie vor über eine interne
die man in diesem Zusammenhang zu lesen und zu hören Mischrechnung ausgeglichen. Diese Mischrechnung wird
bekam. immer mehr angefochten - von der Seite, die Ueberschüsse
Es ist richtig, dass die PTT dem Bund nicht allein mit zu erbringen hat. Das ist ganz klar. Andererseits dürfte man
Gewinnablieferungen unter die Arme greifen, sondern auch aber die gemeinwirtschaftlichen Leistungen nicht abbauen,
mit gemeinwirtschaftlichen Leistungen Dienste erbringen, weil das aus staatspolitischen Gründen falsch wäre -
für die sie keine Abgeltung erhalten. Gemeinwirtschaftliche sowohl beim Postautodienst (dünnbesiedelte Gebiete) als
Leistungen werden nach Auffassung der PTT - das ist auch bei der Zustellung von Zeitungen, Zeitschriften usw.;
einleuchtend - sowohl bei der Reisepost, bei der Zeitungs- wir brauchen flächenabdeckende Bedienung.
zustellung, bei Radio Schweiz International und bei den HF- Im Hinblick darauf haben wir innerhalb der PTT zu diskutie-
Diensten Radio Schweiz AG erbracht. ren begonnen. Wir haben darüber orientiert, Gespräche mit
Das Problem der strapazierten Mischrechnung zeigt sich den Sektionen der GPK und der Finanzkommissionen Ihrer
auch in der Rechnung 1985 und warAnlasszu einem Semi- Räte geführt und dargelegt, was getan werden kann, soll
nar, das im April unter Mitwirkung der PTT-Sektionen, der und muss. Man muss rechtzeitig prüfen, bevor wir in einer
Geschäftsprüfungs- und der Finanzkommissionen der bei- politischen Zwangslage sind. Es wurde aber bisher über-
den Räte und der Spitzen aller direkt oder indirekt betroffe- haupt nichts festgelegt, weder PTT-intern noch auf der
nen Verwaltungszweige in Genf stattfand. Hauptthemen des politischen Ebene. Das, was man hier gemacht hat, ist gute
Seminars waren: Grenzen der Mischrechnung, Abgeltung Politik.
gemeinwirtschaftlicher Leistungen, spezifische Anforderun- Ich möchte Sie bitten, der PTT-Rechnung zuzustimmen.
gen der Stadt Genf als Sitz internationaler Organisationen
an die PTT-Betriebe, aktuelle Probleme von Forschung und Eintreten ist obligatorisch
Industrie im Fernmeldebereich. L'entrée en matière est acquise de plein droit
Zu Beschlüssen ist man nicht gekommen. Man wird aber in
Fortsetzungen versuchen, Lösungen aufzuzeigen. Immerhin Detailberatung - Discussion par articles .
ist man zu einigen Erkenntnissen gelangt. So wurde festge-
halten: Titel und Ingress, Art. 1 bis 3
I.Die Erbringung von gemeinwirtschaftlichen Leistungen Antrag der Kommission
ist das Gegenstück zum PTT-Monopol. Das Monopol bedeu- Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates
tet also auch Leistungspflicht.
2. Von selten der PTT wurde versucht, die Abgrenzung der Titre et préambule, art. 1 à 3
gemeinwirtschaftlichen Leistungen zu umschreiben. Fol- Proposition de la commission
gende Definition der PTT könnte eine Möglichkeit sein. Adhérer à la décision du Conseil national
Diese Definition lautet: «Gemeinwirtschaftliche Leistungen
sind Dienstleistungen, die eine Unternehmung im Auftrag Angenommen - Adopté
von politischen Instanzen (Bund, Kantone, Gemeinden) im
Rahmen ihres Leistungsangebotes zu erbringen hat, wobei Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
besondere, gesetzlich verankerte Auflagen irgendwelcher
Art zu erfüllen sind, für die kein marktmässiger kostendek- Für Annahme des Beschlussentwurfes 29 Stimmen
kender Preis verlangt werden kann.» (Einstimmigkeit)
Daraus ist klar ersichtlich, dass nicht alles, was die Kosten
nicht deckt, unter den Begriff der gemeinwirtschaftlichen An den Bundesrat - Au Conseil fédéral
Leistungen fällt. Diese wären bestenfalls nur dort anzuer-
kennen, wo den PTT politische Auflagen erteilt werden, die
unternehmerisch nicht zu rechtfertigen sind. Später wird
man mehr darüber hirnen müssen, was angeordnet oder 86.007
geändert werden soll. Es wird betroffene Kreise geben, die
#ST#
ausrufen werden.
Mit Dank und Anerkennung haben wir den Bericht des Vereinabahn
Finanzinspektorates der PTT zur Kenntnis genommen. Chemin de fer de la Vereina
Ungeschminkt werden darin Schwächen und Fehler aufge-
zeigt und Wege zur Eliminierung der Mängel dargelegt. Botschaft und Beschlussentwurf vom 19. Februar 1986 (BBI l, 833)
Besonders gute Leistungen werden sichtbar gemacht. Message et projet d'arrêté du 19 février 1986 (FF I, 805)
Gesamthaft hat die Finanzkommmission mit Befriedigung
vom guten Rechnungsergebnis der PTT Kenntnis genom-
men. Sie spricht sowohl der Führung als auch dem Personal
Dank und Anerkennung aus und bringt damit das Vertrauen
gegenüber dem gesamten Unternehmen zum Ausdruck. Wir Antrag der Kommission
beantragen Ihnen, durch Zustimmung zum Beschlussent- Eintreten
wurf die vorgelegte Rechnung zu genehmigen.
Antrag Schoch
Bundesrat Schlumpt: Ich verdanke die Orientierung durch Nichteintreten
Kommissionspräsident Weber und bestätige: Es geht bei
den 150 Millionen Ablieferung nach wie vor nur um einen Proposition de la commission
Richtwert. Die 170 Millionen, die wir jetzt vorschlagen, sind Entrer en matière
keine Erhöhung, sondern einfach eine Rücksichtnahme auf
das wirklich gute Ergebnis 1985, in dem ja auch eine zusätz- Proposition Schoch
liche Abschreibung enthalten ist, wie Sie gesehen haben. Ne pas entrer en matière
Beim Problem gemeinwirtschaftlicher Leistungen-Stände-
rat Weber hat es dargelegt - geht es um eine langfristige Piller, Berichterstatter: Am 5. September 1985 ersuchte die
Konsolidierung der Rechnungsergebnisse der PTT. Es ist Rhätische Bahn den Bundesrat, ihre Konzession um eine
unsere Pflicht und Aufgabe, bei den PTT-Organen und auch neu zu bauende Strecke Klosters-Lavin auszudehnen. Es
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handelt sich um die sogenannte Vereina-Linie. Am 27. Sep- Regionen unseres Landes beinhaltet. Dieser Grundsatz
tember 1985 dann stellte die Bündner Regierung dem Bun- wurde in allen Diskussionen um die GVK nie bestritten.
desrat das Gesuch um Gewährung des höchstmöglichen Nun zum Projekt: Die Vereina-Linie führt von Klosters im
Satzes an Bundesbeiträgen an den auf 538 Millionen Fran- Prättigau nach Lavin-Susch im Unterengadin. Dort wird sie
ken veranschlagten Bau dieser Vereina-Bahn. Bauherr ist mit den bestehenden Bahnlinien verbunden. Kernstück ist
somit der Kanton Graubünden respektive die Rhätische der 19,1 km lange Vereinatunnel. Er verbindet die beiden
Bahn. Autoverladebahnhöfe oberhalb Klosters und im Gebiet von
Wir haben heute zu befinden, ob wir der Konzessionserwei- Grusen zwischen Susch und Lavin. Diese beiden Bahnhöfe
terung zustimmen und, wenn ja, ob wir das Bauwerk mit werden direkt an die entsprechenden Talstrassen ange-
dem vorgeschlagenen Satz von 85 Prozent subventionieren schlossen. Die neue Bahnlinie wird eingleisig erstellt und
wollen. Das Unterengadin und das Münstertal sind, bezogen verfügt über Kreuzungsstationen im Tunnel. Umfangreiche
auf die Schweiz wie auch auf den Kanton Graubünden geologische Abklärungen wurden durchgeführt, um Überra-
selbst, geographisch äusserst peripher gelegen. Diese bei- schungen beim Bau auf ein Minimum zu beschränken.
den Täler verfügen mit Ausnahme der Verbindung ins Ober- Ihre Kommission erhielt von den Spezialisten alle
engadin über schlechte Verkehrsverbindungen. Im Winter, gewünschten Auskünfte darüber. Die gesamte Bauzeit soll
wenn die Flüelapassstrasse geschlossen werden muss, achteinhalb Jahre nicht übersteigen, und der Preis von 538
kann die Verbindung mit dem übrigen Kantonsgebiet nur Millionen, Preisbasis 1985, dürfte realistisch sein.
über den Julier oder die Arlbergroute hergestellt werden. Zum Betrieb: In beiden Richtungen sollen stündlich Reise-
Dies ist mit einem zeitraubenden Umweg verbunden. Mit der züge verkehren. Diese werden in Lavin gute Anschlüsse an
zeitweisen Schliessung einer Passstrasse muss eine Rand- Postautos Richtung Zernez, Münstertal sowie an die Reise-
region gewichtige Nachteile in Kauf nehmen. Um dem Anlie- züge Richtung Oberengadin gewährleisten. Die Fahrt von
gen der Regionen Unterengadin und Münstertal auf eine Landquart nach Scuol wird nach Eröffnung der Vereinalinie
bessere Verkehrserschliessung zu entsprechen, wurde weniger als anderthalb Stunden betragen. Dies entspricht
einerseits vom kantonalen Tiefbauamt ein Projekt für den ungefähr der Halbierung der heutigen Reisezeit. Man setze
wintersicheren Ausbau der Flüelapassstrasse erstellt. Auf das etwa in Verbindung zu den Kosten, die wir für den
der ändern Seite erstellt die Rhätische Bahn ein solches für Heitersberg-Tunnel aufgewendet haben, der die Reisezeit
eine neue Bahnverbindung Unterengadin-Prättigau-Davos zwischen Bern und Zürich um einige Minuten verkürzt hat.
mit Vereinatunnel und Autoverladestationen, also für eine Die Vereina-Linie ermöglicht natürlich auch eine raschere
Bahnverbindung mit einer sogenannten rollenden Strasse. und kostengünstigere Beförderung von Gütern aller Art mit
Der Grosse Rat des Kantons Graubünden entschied sich am der Bahn ins Unterengadin. Weiter dient sie als rollende
S.Oktober 1984 trotz erheblicher Mehrkosten für die Strasse für den Transport von Personenwagen, Cars und
umweltfreundlichere Bahnvariante, woran er allerdings fol- Lastautos. Während des Winters werden halbstündlich
gende drei Bedingungen knüpfte: Autozüge in jeder Richtung verkehren. Die Kapazität der
1. Die Klassierung der Flüelapassstrasse darf keine Aende- rollenden Strasse wird sicher 180 Fahrzeuge pro Stunde
rung erfahren. und Fahrtrichtung betragen. Die voraussichtlichen Leistun-
2. Der Subventionsentscheid der Bundesversammlung gen des Bundes zur Verbilligung der Autotransporte dürften
muss bis Ende 1987 erfolgen. sich zwischen vier bis sechs Millionen jährlich belaufen. Die
3. Die Sanierungsmassnahmen für die Sommersicherheit Totalkosten, nochmals in Erinnerung gerufen, betragen 538
an der Flüelastrasse müssen beförderlichst an die Hand Millionen, wobei für das Rollmaterial 34 Millionen vorgese-
genommen werden, ebenfalls der Ausbau der Prättigau- hen sind. Nach Vorschlag des Bundesrates soll sich der
Strasse auf dem Teilstück Küblis-Klosters. Bund daran mit 457 Millionen Franken beteiligen.
Am 22. September 1985 stimmte das Volk des Kantons Grau- Demgegenüber wäre der wintersichere Ausbau der Flüela-
bünden dieser Bahnvariante mit 23000 zu 17000 deutlich zu. passstrasse mit Scheiteltunnel bei der Preisbasis 81 - ich
Dies führte zum eingangs erwähnten Gesuch um Konzes- habe leider die Preisbasis 85 nicht - auf 340 Millionen zu
sionserweiterung und um Bundessubventionen. stehen gekommen. Die jährlichen Mehrkosten für Betrieb
Ihre Kommission, d.h. die um die Herren Kollegen Cavelty und Unterhalt der Flüelastrasse sowie zur Abschreibung
und Gadient erweiterte Verkehrskommission, hat am 28. und Verzinsung des investierten Kapitals hätten allerdings
und 29. Mai die Vorlage durchberaten, eine Ortsbesichti- 22 Millionen betragen.
gung vorgenommen und einstimmig beschlossen, Ihnen die Noch zu einigen Punkten aus der Kommissionsberatung:
Zustimmung zum Bundesbeschluss zu beantragen. Herr Bundesrat Schlumpf führte aus, dass der Bundesrat
Die Kommission konnte sich überzeugen, dass der Vor- stets seine Präferenz für die Bahnlösung kundgetan habe.
schlag des Kantons Graubünden zur weiteren verkehrstech- Dabei habe er sich auf die Grundlagen der GVK gestützt,
nischen Erschliessung des Unterengadins und des Münster- wonach beim Ausbau der Verkehrsinfrastruktur auch auf
tals einem echten Bedürfnis entspricht. Das Unterengadin Zielsetzungen der Energie, der Landschaft sowie der
zählt heute 5900 Einwohner und 11000 Fremdenbetten. Umwelt Rücksicht zu nehmen sei. Es handelt sich hier also
Samnaun, die einzige deutschsprachige Gemeinde der um ein weiteres Stück konsequenter Verkehrspolitik. Weiter
Region, zählt 600 Einwohner und 1700 Fremden betten. Auf wurde von Bundesrat Schlumpf bestätigt, dass das Projekt
das durch den Ofenpass vom Engadin getrennte Münstertal Vereina vollumfänglich den Zielsetzungen der «Bahn 2000»
entfallen 1600 Einwohner und 2800 Fremdenbetten. entspricht. Diese Vorlage ist bekanntlich auf dem Tische des
Insbesondere die schlechte Erreichbarkeit im Winter hat die Rates respektive bei der nationalrätlichen Kommission.
Entwicklungsmöglichkeiten dieser romanischsprachigen Sie konnten in der Presse lesen, dass von verschiedenen
Region beeinträchtigt und in einigen Gemeinden gar zu Komitees gegen die Vorlage opponiert wird. Lokale Grup-
einer existenzbedrohenden Abnahme der jüngeren Bevölke- pen möchten einerseits d.en wintersicheren Ausbau der
rung geführt. Diese Tatsache muss gerade uns eidgenössi- Flüela und dafür den Verzicht auf die rollende Strasse.
sche Parlamentarier beunruhigen, haben wir doch den vor- Wiederum andere möchten nur die Bahn ohne rollende
nehmen Verfassungsauftrag, die Wohlfahrt aller Bürgerin- Strasse und ohne Wintersicherung der Flüela. Die Kommis-
nen und Bürger dieses Landes zu fördern. sion sollte nach Ansicht dieser Gruppen mit ihren Vertretern
Damit soll auch gerade die Frage beantwortet werden, ob Gespräche führen. Wir kamen allerdings zum Schluss, dass
für so wenige so viel Geld ausgegeben werden darf. Ihre es den fundamentalen demokratischen Grundsätzen wider-
Kommission ist der Auffassung, dass in einer staatspolitisch sprechen würde, wenn solche Gespräche über die Köpfe der
derart wichtigen Frage jede Hilfe an benachteiligte Regio- Bündner Regierung hinweg stattfänden. Es handelt sich hier
nen nicht nach Franken pro Kopf der Betroffenen entschie- um ein kantonales Projekt, das im Kanton selbst zur Diskus-
den werden darf und dass im vorliegenden Fall ein Ja sion stand, das im Grossen Rate und dann vom Volk ange-
gerechtfertigt ist, dies um so mehr, als einer der Grundsätze nommen wurde.
der GVK das Grundangebot im öffentlichen Verkehr für alle Der Vorwurf, das Bündervolk sei von der Regierung unter
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Druck gesetzt worden, wie dies ein Komitee sagt, wäre Herzen gehen würde, wenn die Sympathien massgeblich
bestenfalls Gegenstand für eine Beschwerde ans Bundesge- wäre, müsste ich dieser Vorlage zustimmen. Wir wären aber
richt gewesen. Dieses Kriterium kann heute auf keinen Fall in politischen Belangen sicher schlecht beraten, wenn wir
verwendet werden, um vom eidgenössischen Parlament aus uns nur von der Stimme unseres Herzens leiten Messen.
die Volksabstimmung in Frage zu stellen. Sicher spielt das auch eine Rolle, aber es kann nicht der
Weiter wurde in verschiedenen Schriften ausgeführt, dass einzige Aspekt sein, der wesentlich ist, nicht das einzige
die betroffenen Gemeinden damals mehrheitlich nein Kriterium, das wir bei Vorlagen wie dieser anlegen dürfen.
stimmten. Auch das konnte für die Kommission kein Argu- Wir müssen vielmehr das, was uns der Bundesrat vor-
ment sein, gilt doch für den Entscheid das Abstimmungser- schlägt, stets auch mit dem Verstand beurteilen.
gebnis des Kantons. Sie konnten es gestern in den Zeitun- Diese rein intellektuelle Beurteilung führt für mich zu einem
gen lesen: Umweltschutzorganisationen verlangen eine vor- ganz klaren Ergebnis, zum Ergebnis nämlich, dass dieser
gängige Prüfung der Umweltverträglichkeit. Auch mit dieser Vorlage nicht zugestimmt werden kann. Der Haupteinwand
Frage hat sich Ihre Kommission beschäftigt. Herr Bundesrat besteht darin, dass ich der Meinung bin, der Bund könne
Schlumpf versicherte, dass die Rhätische Bahn zusammen sich das, was er uns vorschlägt, ganz einfach nicht leisten.
mit dem Bundesamt für Umweltschutz die nötigen Umwelt- Richtlinie für Vorlagen wie dieses Vereina-Bahn-Projekt
verträglichkeitsabklärungen vorgenommen hat. Weiter soll muss doch immer auch etwas ähnliches wie eine Kosten-
eine Prüfung in zweiter Stufe bei der Ausarbeitung der Nutzen-Rechnung sein. Wir müssen uns mit der Frage aus-
Detailplanung vorgenommen werden. Dazu ist die Bauherr- einandersetzen: Was kostet es, und was bringt es? Wenn wir
schaft gesetzlich verpflichtet. uns diese Kosten-Nutzen-Rechnung vor Augen halten, geht
Ihre Kommission beschäftigte sich auch mit der Frage nach es darum, vorerst einmal die Kosten zu betrachten. Die
der Klassierung der Flüelapassstrasse. Sie ist mit dem Bun- Gesamtkosten werden, wenn es nach der Vorlage des Bun-
desrat der Meinung, dass an der bisherigen Klassierung desrates geht, 538 Millionen Franken betragen. Davon wür-
festgehalten werden soll, d.h. dass die Passstrasse auch den 457 Millionen Franken auf den Bund entfallen; die restli-
künftig zum schweizerischen Hauptstrassennetz gehören chen 81 Millionen wären durch den Kanton Graubünden zu
soll, wie dies übrigens auch für viele andere Passstrassen bezahlen.
der Fall ist. Auf der anderen Seite ist die Kommission der Ich muss aber hier mit aller Deutlichkeit den Drohfinger in
Auffassung, dass sich der Bund unter keinen Umständen die Höhe halten und Sie vorerst darauf hinweisen, dass
zusätzlich am wintersicheren Ausbau der Strasse beteiligen keine detaillierte Kostenrechnung, sondern nur eine grobe
würde. Den Fünfer und das Weggli, wie dies ein Redaktor Kostenschätzung vorliegt. Ein Detailprojekt ist aus übrigens
der «Weltwoche» schrieb, wird der Kanton Graubünden naheliegenden Gründen nicht erstellt worden. Das Baupro-
nicht erhalten. Ich bitte Herrn Bundesrat Schlumpf, noch- jekt ist aber mit grossen Unsicherheitsfaktoren verbunden.
mals im Plenum zu bestätigen, dass der Bund nach Es sind daher Ueberraschungen aller Art denkbar, und
Beschluss der Vereina-Linien keinen Rappen an den winter- erfahrungsgemäss wird bei Projekten dieser Art, wenn es
sicheren Ausbau der Flüelapassstrasse bezahlen wird. dann um die Abrechnung des Bauvorhabens geht, die erste
Wenn dann der wintersichere Ausbau der Flüela auch noch Kostenschätzung einmal um 10 bis 20 Prozent überrundet
kommen würde, würden wir hier einen verkehrspolitischen werden.
Unsinn beschliessen. Die Herstellung der Sommersicher- Im vorliegenden Fall müssen wir nicht nur mit den Risikofak-
heit, mitfinanziert vom Bund, darf nicht durch die Hintertüre toren rechnen, mit denen üblicherweise bei Bauprojekten
auch noch die Wintersicherheit bringen, wie dies einige dieser Art zu rechnen ist, sondern noch mit ganz spezifi-
Strassenbauer anscheinend heimlich erhoffen. Auch davon schen, insbesondere hinsichtlich der Geologie. Jedermann
ist die Rede im schon zitierten Weltwoche-Artikel. Allerdings weiss, dass die geologischen Verhältnisse vor allem im
ist der Druck für den wintersicheren Ausbau der Flüela Bereich des projektierten Zugwaldtunnels alles andere als
derart gross, dass bei einem Verschieben oder gar Ablehnen erfreulich sind. Das geht sogar aus der Botschaft hervor. Auf
der Vereina-Vorlage dieser Ausbau kommen wird. Dies wäre Seite 10 heisst es dort, der grossie Teil des Zugwaldtunnels
jedoch eine Niederlage für alle, die den Natur- und Umwelt- führe durch ein mittelmässiges bis schlechtes Tunnelge-
schutz ernst nehmen. Es liegt an den Verantwortlichen, die birge; in diesem Zusammenhang ist auch noch von «Kriech-
mit der Detailplanung betraut sind, auf einzelne Eingaben bewegungen» die Rede, eine im Prättigau bestens bekannte
noch Rücksicht zu nehmen, insbesondere auch der Tatsache. Wenn wir uns auf diese Vorlage einlassen, würden
Befürchtung Rechnung zu tragen, die rollende Strasse wir uns in geologischer Hinsicht ein ganz enormes Risiko
könnte das Unterengadin mit Autos überfluten und dessen einhandeln, ein Risiko, das zweifellos zu beträchtlichen
Kultur beeinträchtigen. Da hat der Kanton Graubünden eine Mehrkosten führen müsste. Auch der Herr Kommissionsprä-
vornehme Aufgabe, Schranken zu errichten, wenn dies sident hat soeben darauf aufmerksam gemacht, dass dies-
nötig sein sollte. bezüglich noch ein Unsicherheitsfaktor vorhanden sei. Ich
Zusammenfassend und abschliessend: Ihre Kommission ist will den Teufel nicht gerade an die Wand malen, aber ich
einstimmig der Meinung, dass das vorliegende Projekt ge- möchte trotzdem sagen: Furkatunnel lässt grüssen!
nehmigt werden soll und dass dem Bundesbeschluss zu- Darüber hinaus wurde die vorliegende Kostenschätzung auf
zustimmen sei. Wenn die Region auch nur 7500 Einwohner der Preisbasis 1. Januar 1985 erstellt. Es liegt auf der Hand,
aufweist und die Kosten sich auf 83000 Franken pro Kopf dass die Kosten bis zum Abschluss dieses Bauvorhabens
belaufen, so scheint uns das Projekt mit Blick auf die Soli- ganz beträchtlich ansteigen werden. Diese Zusatzkosten
darität zu den Randregionen doch nicht überrissen zu sein. sind ebenfalls noch in Anschlag zu bringen. Daher meine
ich, dass die 538 Millionen Franken Gesamtkosten, von
Schoch: Es mag aussergewöhnlich erscheinen, wenn ich als denen die Botschaft ausgeht, bei weitem nicht ausreichen
Appenzeller und damit als Angehöriger einer ausgesproche- werden.
nen Minderheit einen Nichteintretensantrag zu einer Vor- Soviel zu den reinen Baukosten - auf die Betriebskosten
lagestelle, die einer anderen Minderheit, nämlich den Unter- werde ich später noch zurückkommen - und nun die Frage
engadinern, einen verbesserten Zugang zum Rest der nach dem Nutzen: Was steht diesen Baukosten gegenüber?
Schweiz verschaffen soll. Angesichts dieser vielleicht nicht Es geht um die Verbesserung der Erschliessung - und nicht
gerade «naturgegebenen» Situation liegt mir sehr daran, um die Primärerschliessung - eines Tales mit 5900 Einwoh-
hier zuallererst und mit aller Deutlichkeit festzuhalten, dass nern, die mir lieb sind, die aber zahlenmässig doch immer-
sich mein Antrag gar nicht gegen die Unterengadiner rich- hin nicht sehr stark ins Gewicht fallen; es geht um 11 000
tet. Im Gegenteil, meine Sympathien gehören generell den Fremdenbetten, die zum grössten Teil von Norden her
Minderheiten, und ich liebe im speziellen Land und Leute im belegt werden, nämlich durch deutsche Touristen aus dem
Unterengadin. Mein Herz schlägt für die Unterengadiner, süddeutschen Raum, welche von Landeck her- und nicht
und ich meine, dass sie dort, wo es vertretbar ist, unsere durch das Prättigau und den Vereinatunnel - kommen
volle Unterstützung verdienen. Wenn es also nach meinem werden.
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Ein Weiterausbau der Bahn in Richtung Landeck oder Davos und im Unterengadin ab ungefähr 19 oder 20 Uhr
durch/über den Ofenpass in Richtung Münstertal und abends praktisch eingestellt ist. Der letzte Zug von Davos
Vinschgau ist schlechterdings ausgeschlossen und steht nach Klosters verlässt Davos um 19.06 Uhr, und Davos ist
nicht zur Diskussion. Die Bahn kann also nicht in irgendein immerhin ein erheblicher Kurort mit grosser Einwohnerzahl,
europäisches Gesamtkonzept integriert und eingebaut wer- mit mehr Einwohnern als im ganzen Unterengadin. Im
den, umso weniger als die italienischen Behörden im Unterengadin selbst verkehren nach heutigem Fahrplan die
Vinschgau die dort vorhanden gewesene Bahn vor etwa letzten Züge zum Beispiel am Samstag zwischen 18.23 Uhr
25 Jahren «eingehen» Hessen. und 20.14 Uhr. Später gibt es keine Züge mehr. Ich glaube
In der Botschaft ist nachzulesen, dass der Vereinatunnel'der also, dass der Betrieb ins Unermessliche gehende Defizite
Entvölkerung des Unterengadins Einhalt gebieten werde. verursachen würde. Zu diesen Betriebsdefiziten kämen aber
Ich glaube nicht daran! Es wäre schön, wenn das der Fall noch weitere Aufwendungen hinzu: der Ausbau der Prätti-
sein könnte, und ich würde meinen, dass es sich dann sogar gauer-Strasse, der zwischen 300 und 500 Millionen Franken
rechtfertigen würde, den beträchtlichen Aufwand in Kauf zu kosten wird, der allerdings - das ist zu konzedieren - so
nehmen. Ich darf Sie aber daran erinnern, dass es gerade in oder so kommen muss.
Graubünden, aber auch im Wallis, sogar in Appenzell-lnner- Die zentrale Frage ist aber in diesem Zusammenhang, was
rhoden Regionen gibt, die durch Bahnen und öffentliche mit der Flüelapassstrasse geschehen wird. In der Botschaft
Verkehrsmittel gut erschlossen sind und die trotzdem einem ist davon die Rede, dass der Flüela sommersicher ausge-
verhängnisvollen Trend der Entvölkerung ausgeliefert sind. baut würde, aber dass auf einen wintersicheren Ausbau zu
So einfach kann leider das Problem nicht gelöst werden. verzichten sei. «Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt
Wenn es nur um die schlichte Unterstützung der Bevölke- der Glaube», bin ich da versucht zu sagen. Ich weiss, dass
rung des Unterengadins gehen würde, meine ich, dass wir die Davoser und auch viele Unterengadiner, Prättigauerund
die 100000 oder die 150000 Franken, die das Projekt pro Münstertaler mit allem Nachdruck auf einen wintersicheren
Einwohner kostet, besser in bar nach Scuol, Ramosch oder Ausbau der Flüelapassstrasse hinarbeiten. Ich glaube nicht,
Lavin schicken würden als in Form dieses Tunnels. Die dass dieser politische Druck aufgehalten werden kann, auch
Bevölkerung wüsste zweifellos mehr damit anzufangen als wenn man mir heute das Gegenteil versichert. Das sind im
mit einem Tunnel, welcher niemals das bringen kann, was wesentlichen die Ueberlegungen, die uns nach meiner Auf-
man sich von ihm erhofft und verspricht. fassung dazu zwingen, auf die Botschaft nicht.einzutreten.
Ich meine also, dass schon die Kosten/Nutzen-Relation Es ist noch zu zwei Hinweisen, die schon im Gespräch vor
gegen die Vorlage sprechen muss. Aber selbst dann, wenn der heutigen Sitzung gemacht worden sind, Stellung zu
sich die Kosten-Nutzen-Rechnung günstiger präsentieren nehmen. Es ist gesagt worden, es gehe heute darum, einen
würde, kann sich doch der Bund den Aufwand von ungefähr Volksentscheid des Bündner Stimmvolkes zu respektieren.
einer halben Milliarde Franken (Kostenstand bereits heute) Ich will in diesem Zusammenhang gar nicht daran erinnern,
gar nicht leisten. Der Bund hat doch einfach diese Mittel dass in den betroffenen Regionen die Vorlage eigentlich
nicht, es sei denn, er schöpfe sie aus seinem Defizit, wenn mehrheitlich abgelehnt oder höchstens ganz knapp ange-
das nicht ein Widerspruch in sich wäre. nommen worden ist. Ich will nicht Abstimmungsergebnisse
Es sind erst zwei Tage her, seit in diesem Saal das grosse interpretieren, auch wenn festzuhalten bleibt, dass von einer
Klagelied über die Finanzmisere des Bundes angestimmt Grundwelle im Kanton Graubünden wirklich keine Rede sein
worden ist. Ich frage mich nun wirklich, wie sich denn Herr kann. Aber es geht mir um etwas anderes. Ich möchte Ihnen
Bundesrat Stich die Finanzierung dieses Vorhabens vor- darlegen, worüber die Bündner abgestimmt haben. Die Vor-
stellt. Darüber habe ich der Botschaft nichts entnommen; lage, die den Bündnern präsentiert wurde, ging davon aus,
ich vermute, dass darüber auch noch gar keine tiefschürfen- dass der Bund 457 Millionen Franken ohne Gegenleistung
deren Ueberlegungen angestellt worden sind. zur Verfügung stellen würde. Das war die Vorlage, über die
Im Zusammenhang mit der Bundeskasse und ihrer fehlen- sich die Bündner Stimmbürger geäussert haben. Die 81 Mil-
den Strapazierfähigkeit ist darauf aufmerksam zu machen, lionen kommen zwar noch dazu. Aber zentrales Anliegen
dass es mit dem Beitrag an die Baukosten nicht sein Bewen- dieser Vorlage im Kanton Graubünden waren die 457 Millio-
den haben wird. Nach meiner Beurteilung muss vielmehr mit nen Franken des Bundes, und um diese 457 Millionen geht
gravierenden Betriebsverlusten gerechnet werden. In der es heute. Von einem Druck des Bündner Stimmvolkes, den
Botschaft ist zwar davon die Rede, dass der Betrieb kosten- wir zu respektieren hätten, kann also nicht gesprochen
deckend geführt werden könne (ich verweise Sie auf die werden. Es ist ein Wunsch.
Ausführungen auf Seite 17), allerdings nur unter der Voraus- Gesprächsweise ist vor der heutigen Beratung auch schon
setzung, dass die 457 Millionen zinsfrei (also geschenkt) zur die Meinung geäussert worden, es wäre sinnvoller, auf die
Verfügung stünden. Vorlage zwar einzutreten, dieselbe aber dann zurückzuwei-
Selbst unter dieser Voraussetzung ist ein kostendeckender sen mit dem Auftrag, das Konzept in die Vorlage
Betrieb nach meiner Auffassung zum vorneherein ausge- «Bahn 2000» einzubauen, ein Konnex zur «Bahn 2000» fehlt
schlossen, ganz abgesehen von den 4 bis 6 Millionen Fran- heute. Treten wir heute nicht ein, geht das Geschäft an den
ken an Beiträgen, die auch gemäss Botschaft so oder so Nationalrat, und es kommt dort genau richtig, um mit der
auszurichten sein werden. Ich meine aber, dass man sich Vorlage «Bahn 2000» koordiniert zu werden. Denn die
über den Betrieb viel zu optimistische Vorstellungen Behandlung des «Bahn-2000-Konzeptes» ist in der national-
gemacht hat. Wenn nämlich ein so dichter Fahrplan einge- rätlichen Kommission gerade so weit gediehen, dass die
halten werden soll, wie in der Botschaft dargelegt wird, Vereina-Vorlage dort schlank und nahtlos eingebaut werden
müsste vor allem im Sommer mit leeren Zügen gerechnet könnte. Es wäre deshalb verfahrenstechnisch nach meiner
werden. Die Botschaft rechnet nämlich damit, dass über das Auffassung falsch, wenn wir heute auf die Vorlage eintreten
ganze Jahr minimal 270000 Fahrzeuge und maximal und sie zurückweisen würden. Dann wäre wieder der
360 000 Fahrzeuge die Durchfahrt durch den Tunnel benüt- Konnex nicht hergestellt. Richtiger ist, nicht einzutreten und
zen werden. Wenn ich richtig gehört habe, sind das die die Vorlage damit an den Nationalrat gehen zu lassen, der
dreifachen Frequenzen des Furkatunnels. Was ich sicher dann «Bahn 2000» und Vereina-Bahn koordinieren kann. So
weiss: Die Frequenzzahlen, von denen die Botschaft aus- liegen wir zeitlich richtig.
geht, würden voraussetzen, dass im Winterhalbjahr Tag für Aus all diesen Gründen bitte ich Sie, dem Nichteintretensan-
Tag, sonntags und werktags, mindestens 1000, maximal trag, den ich Ihnen unterbreitet habe, zuzustimmen.
1400 Fahrzeuge durch den Tunnel fahren würden, und dies
für 5900 Einwohner und 11 000 Fremdenbetten, die sowieso Mme Bauer: Je voudrais exprimer l'embarras, la perplexité
zum grössten Teil von Norden her belegt werden. Ich glaube de plusieurs membres de la commission et de notre conseil.
einfach nicht an diese Zahlen. Der Betriebsverlust, der da La décision n'est pas simple, en effet, face à un projet de
auf uns zukäme, würde ins Unermessliche gehen, um so cette importance.
mehr, als schon heute der Bahnbetrieb im Bereich Klosters/ Membre pour ma part de la commission, je dois reconnaître
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que j'étais très partagée, lorsqu'il s'est agi d'évaluer les des Bundes im Verwaltungsrat der Rhätischen Bahn. Per-
conséquences positives et négatives de la construction de la sönlich erwachsen dem Verwaltungsrat keine Vorteile aus
Vereina. En séance de commission, j'ai été sensible à des der Realisierung des Vereina-Tunnels, da keine Erhöhung
arguments tels que «les Grisons constituent la minorité der Verwaltungsratshonorare vorgesehen ist! Es bleibt nach
romanche de notre pays,- il importe d'être attentif à leurs wie vor beim Null-Honorar.
besoins» ou encore «les jeunes générations ont tendance à Als Vertreter des Kantons Graubünden, dem die Rhätische
abandonner des régions mal desservies, il importe de leur Bahn praktisch gehört, möchte ich zunächst den Dank aus-
redonner vie en en favorisant les accès» et puis «ne s'agit-il sprechen an den Bundesrat, an das Departement, an unsere
pas de transports en commun, d'une ligne ferroviaire en Kommission, die einstimmig war. Jetzt ist sie es allerdings
l'occurrence qui, en transportant les voitures, limiterait les nicht mehr, Frau Bauer hat ihre Meinungsänderung
nuisances?» bekanntgegeben. Dank auch an den Präsidenten für die
Mais les arguments contraires ne manquent certes pas et ils gute Darstellung der Vorlage hier im Rat.
sont de taille. J'en distinguerai trois. Premièrement, les Es geht um eine notwendige, sichere Verbindung eines
populations directement concernées sont très partagées, entlegenen Teils unseres Kantons mit der übrigen Schweiz.
voire en majorité opposées. Elles ne veulent pas de ce Parlament und Volk Graubündens haben sich für die Bahn-
tunnel qui favorisera, à travers la Basse-Engadine et le Variante mit rollender Strasse und somit für eine zeit- und
Prättigau, vers et hors Klosters, vers et hors Lavin, un afflux umweltgerechte Verbindung entschieden. Daran dürfte sich
de voitures innombrables. La circulation intense qui en sowohl aus föderalistischen als auch aus sachlichen
résultera modifiera profondément la vie de ces vallées, Gründen keine Korrektur rechtfertigen. In der Ständekam-
exposées désormais à une pollution intense, tant atmosphé- mer darf wohl besonders auf den föderalistischen Aspekt
rique qu'acoustique. D'autre part, l'abondance de touristes hingewiesen werden. Wenn die Berechtigung des Anliegens
qui résultera du percement du tunnel, avec l'urbanisation bejaht wird - und das tut man allgemein, auch Herr Schoch
accélérée, avec l'inévitable infrastructure hôtelière lourde bejaht es -, dass eine entlegene Talschaft eine wintersi-
que cela implique, modifiera profondément la région. Nom- chere, vernünftige Verbindung zur übrigen Schweiz haben
breux sont les habitants des Grisons qui craignent qu'au soll, und wenn ein Kanton auch noch eine zeitgemässe
tourisme sélectif, qui de plus en plus recherche des régions Lösung dafür vorsieht, ist es sicher nicht am Bund und am
naturelles encore intactes, ne se substitue inéluctablement Ständerat, das eigene Ermessen an die Stelle des Ermes-
un tourisme de masse. La mode est passée désormais des sens des Volkes und des Parlamentes des Kantons zu
villes à la montagne. setzen.
Deuxième objection: malgré l'entrée en vigueur de la loi sur Zu den Einwänden und Kritiken, mit denen wir konfrontiert
la protection de l'environnement, il y a trois ans, l'étude wurden, in Ergänzung dessen, was bereits gesagt wurde,
d'impact préalable à toute construction n'a pas été soumise nur wenige Bemerkungen:
aux membres de la commission. Je m'en suis informée 1. Der wintersichere Ausbau der Flüelapassstrasse, also die
auprès de M. Schlumpf, conseiller fédéral, qui a répondu Alternative zur heutigen Vorlage, hätte gemäss verkehrswis-
être en contact constant avec l'Office de la protection de senschaftlichen Abklärungen einen bedeutend grösseren
l'environnement. Or, cela ne saurait suffire et, pour un projet Vekehr und eine viel stärkere Verlagerung vom Julier zum
de cette importance, l'étude d'impact est indispensable. Il Flüela zur Folge. Dies ist aus den bekannten Gründen uner-
s'agit tout de même, je le rappelle, d'une ligne ferroviaire de wünscht. Frau Bauer hat auch darauf hingewiesen, dass
22 kilomètres de long et d'un tunnel de 19 kilomètres. Qu'on eben zu viel Verkehr, eine zu grosse Masse in das Unteren-
songe, par exemple, au volume de roches et de terre extrait gadin «hineingepumpt» würde. Wir wollen diese Sogwir-
de la montagne! Quoiqu'on en dise, la configuration des kung verhindern, indem wir nicht die Strasse, sondern die
villages qui se trouvent à l'entrée et à la sortie de la Vereina Bahn bauen.
en sera profondément modifiée. Le Conseil fédéral ne sau- 2. Die rollende Strasse kommt sowohl den Automobilisten
rait se dérober aux exigences de la loi sur la protection de wie den Nichtmotorisierten zugute. Es rechtfertigt sich nur
l'environnement. Il se doit au contraire, dans ce domaine eine Lösung, die beiden Verkehrsgruppen zugute kommt.
particulièrement, de montrer l'exemple. Vor allem wäre es unvernünftig, wenn wir nur eine Bahn
Troisième argument enfin, qui touche à l'aspect financier, et ohne rollende Strasse bauen würden; denn Sie dürfen nicht
c'est une objection de poids: Que l'on juge plutôt! Les coûts vergessen: Dort, wo die Bahn im Engadin aufhört, beginnen
de construction du tunnel sont estimés à 538 millions de erst die Zufahrtswege zu d.en bahnlosen Talschaften Mün-
francs. On ajoute prudemment: (prix 1985). La durée des stertal, Samnaun und zu den bahnlosen Dörfern, die in der
travaux étant évaluée à onze ans, il faut avoir le courage dortigen Gegend sehr zahlreich verstreut sind. Die Bevölke-
d'affirmer, si l'on se réfère non seulement à l'inflation mais rung und die Gäste, die in dieses Tal hineinfahren wollen,
encore aux expériences cuisantes que nous avons faites müssen von der Bahn weg zu den einzelnen Stationen
concernant la Furka et pratiquement tous les autres tunnels, fahren können. Nur eine Bahnverbindung mit gelegentli-
que ce projet va atteindre le milliard. Comme la Confédéra- chen Autoverladen, so wie wir sie von Thusis nach Samaden
tion prendra en charge le 85 pour cent des dépenses, les kennen, wäre in der heutigen Zeit nicht zu rechtfertigen. Es
pouvoirs publics assurant un financement à fonds perdus - gibt keine Sicherheit, man muss warten, unter Umständen
ainsi que le message le rappelle - on se doit de s'interroger stundenlang, und weiss nicht, wann man mit diesem Verlad
sur l'opportunité d'un tel projet, dès lors que ce Parlement a «darankommt». Wenn wir etwas machen, dann etwas Siche-
maintes fois manifesté son intention de freiner, sinon de res, nicht zu gross, nicht unvernünftig, etwas, das allen
combler tant le déficit chronique des CFF que celui de la dient.
Confédération. 3. Als Romane habe ich Gehör für die Befürchtungen, eine
Plus on avance dans l'étude de ce dossier, plus on est bessere Erschliessung könnte die einheimische romanische
frappé par les imprécisions et par la mégalomanie qui s'en Kultur gefährden. Ich lasse diese Befürchtung als Warnruf
dégagent. C'est pourquoi, dès lors que le tunnel de la durchaus gelten. Sehen wir jedoch die konstante Entvölke-
Vereina est disproportionné-seuls quelques milliers d'habi- rung und die Ueberalterung der romanischen Dörfer, so
tants sont directement concernés et encore la plupart d'en- müssen wir feststellen, dass gerade fehlende wirtschaftliche
tre eux n'en veulent-ils pas - dès lors qu'il est surdimen- Möglichkeiten sich vor allem aus den fehlenden Verbindun-
sionné et qu'il nécessitera des sommes énormes à une • gen ergeben, was eine quantitative und qualitative Bevölke-
époque où nous affirmons qu'il faut plutôt économiser, je rungsabnahme mit sich bringt. Extrem gesagt: Wo niemand
vous engage, ainsi que le propose M. Schoch, à ne pas mehr ist, wird natürlich auch keine romanische Kultur mehr
entrer en matière concernant l'arrêté fédéral proposé. gepflegt oder, wie es die Römer sagten: primum vivere
deinde philosophari.
Cavelty: Zunächst habe ich meine Interessen offenzulegen. Wir müssen demnach vernünftige Bedingungen schaffen,
Ich bin einer der fünf vom Bundesrat ernannten Vertreter damit die romanische Bevölkerung bestehen und sich
Chemin de fer de la Vereina 336 12 juin 1986
entwickeln kann. Gute und vernünftige Verkehrsverbindun- Rhätischen Bahn bauen, was ja wirklich niemand will. Es ist
gen sind ein geeignetes Mittel dazu. Es ist dann selbstver- wichtig, dass man diesen Punkt hier festhält, einen Punkt,
ständlich Sache der einzelnen Gemeinden, Regionen und der dazu führt, dass wir die Vorlage der Vereina getrennt
des Kantons, primär in ihren Demarchen mit der Planung und losgelöst von der «Bahn 2000» behandeln und verab-
dafür zu sorgen, dass die Proportionen gewahrt werden. Ich schieden.
kann Ihnen versichern, dass unsere Gemeinden dies auch Zum Schluss noch eine Bemerkung zur Frage: Strasse oder
tun. Bahn?
Persönlich kenne ich zahlreiche Beispiele aus touristischen Es ist vom Präsidenten - völlig zu Recht - schon gesagt
Gemeinden, in denen zugezogene Anderssprachige assimi- worden; ich nehme an, Herr Bundesrat Schlumpf wird es
liert wurden und deren Kinder unter sich und in der Schule auch nochmals bestätigen: Die Flüelapasstrasse soll
natürlich romanisch sprechen. Damit ist nicht nur für den Bestandteil des schweizerischen Hauptstrassennetzes blei-
Bestand der gegenwärtigen Bevölkerung gesorgt, sondern ben, jedoch ohne Bundessubventionen für allfällige Ausbau-
sogar für Zuwachs aus sprachfremden Bereichen. ten zum Zwecke der Kapazitätserweiterung oder zum
Da hinein gehört wahrscheinlich der Einwand der Kosten/ Zwecke einer erhöhten Wintersicherheit. Wir verlangen
Nutzen-Ueberlegung von Herrn Schoch. Misst man diesen demnach nicht den Fünfer und das Weggli, wie auch schon
Werten auch eine Bedeutung bei, kann man natürlich nicht behauptet wurde; wir lassen uns gerne dabei behaften. Im
mit Millionen kommen. Die Erhaltung der entlegenen Dörfer übrigen können Sie versichert sein, dass das übrige Grau-
und der Kultur darf einige Millionen kosten. Ich habe die bünden auch nicht bereit wäre, den Fünfer und das Weggli
Sympathiekundgebungen von Herrn Schoch zur Kenntnis einer einzigen Gegend zu geben. Dafür ist Graubünden viel
genommen. Nur etwas hat mich berührt, seine Aussage, zu weitläufig und mannigfaltig.
man solle den Leuten in diesen entlegenen Regionen die Zusammengefasst kann gesagt werden, dass mit der Ver-
Millionen lieber in bar schicken. Wenn es nicht von einem eina ein zeitgemässes, sinnvolles und taugliches öffentli-
Appenzeller käme, von dem ich weiss, dass er sehr viel ches Werk im Interesse der Eidgenossenschaft unterstützt
Verständnis für die Minderheiten hat, würde ich sagen: Das wird.
ist etwas imperialistisch, das ist so, wie wir früher in das Ich bitte deshalb zusammen mit der Kommission um Eintre-
Kässelein für die Neger einen Franken einwarfen, worauf der ten und - in Uebereinstimmung mit Herrn Schoch - keines-
Neger nickte. Ich weiss, Herr Schoch hat es sicher nicht so falls um Rückweisung. Ich erinnere Sie an das Schicksal der
bös gemeint. Aber, extrem gesagt, wäre das ungefähr die Schwerverkehrsvorlage: Dort haben wir einen solchen
Richtung, die man bei jemand anderem annehmen könnte, Entscheid gefällt, wonach das Geschäft bei uns blieb und
bei ihm nicht. Soviel zu den Einwänden. doch nicht weiterging. Sie werden sich wohl noch daran
Nun noch eine Bemerkung zur Situierung der Vorlage im erinnern, wie wir schliesslich mit einem Kunstgriff den
verkehrspolitischen Strauss, den uns der Bundesrat präsen- Beschluss als Nichteintretensbeschluss erklären müssten,
tiert. Fassen Sie bitte diese Bemerkung nicht als Undank damit das Geschäft wenigstens an den Nationalrat weiterge-
auf, sozusagen als Blick ins Maul des geschenkten Gauls, hen konnte.
sondern als notwendige und rechtzeitige Klarstellung. Ich hoffe also, dass wir eintreten und das Geschäft heute im
Der Bau der Vereinabahn liegt im Interesse der Eidgenos- positiven Sinne verabschieden. Sonst aber würde ich einem
senschaft beziehungsweise eines grossen Teils derselben. Nichteintreten einem Zurückschieben gegenüber den Vor-
Das vorliegende Projekt, das unabhängig von «Bahn 2000» zug geben.
geplant wurde, entspricht in jeder Beziehung auch den Ich habe privat und zufällig mit Leuten aus der Verkehrs-
Zielsetzungen des Konzeptes «Bahn 2000». Aber es soll kommission des Nationalrates gesprochen. Diese Kommis-
unabhängig von «Bahn 2000» realisiert werden. Dazu gibt sion spielt mit dem Gedanken sich durch den Augenschein
es von mir aus gesehen zwei Gründe: überzeugen zu lassen, zusammen mit der Bautengruppe,
Der erste Grund ist ein rein formeller, auf den Herr Schoch mit Leuten, die auch etwas von Geologie verstehen. Wenn
schon hingewiesen hat: Man soll nicht ein Geschäft, das wie das Geschäft also an den Nationalrat geht, so ist dafür
«Bahn 2000» bereits auf dem Tisch des Nationalrates liegt, Gewähr geboten, dass diese Zweifel, die Herr Schoch noch
mit einem Geschäft von uns vermengen. Das gibt gegensei- bezüglich der Geologie aufgeworfen hat, beseitigt werden.
tige Abhängigkeiten rein formeller Natur, bei denen der Ich bitte um Eintreten und um Zustimmung.
Ständerat mit Sicherheit den kürzeren ziehen würde. Wir
würden, wenn wir das alles miteinander vermischten, vom
Nationalrat überfahren. «Bahn 2000» gibt vor allem wegen Knüsel: Ich gehe in meinen Ausführungen davon aus, dass
der Neubaustrecken im Mittellandgebiet (Variante Nord, der Bundesbeitrag an die Vereina-Linie, welcher heute zur
Variante Süd, Variante Südplus) zu politischen Diskussio- Diskussion steht, im Finanzplan in Ordnung ist. Bei meinen
nen Anlass. Sie kennen die Probleme. Es ist möglich, dass Ueberlegungen habe ich mich gefragt: Ist das, wenn ich für
deswegen gar ein Referendum ergriffen werden wird, man Eintreten bin und dieser Vorlage zustimme, ein Liebes-
weiss das nicht. Nun wäre es aber wirklich unsinnig und dienst, der nicht ganz in Ordnung ist, gegenüber einer
sachlich nicht gerechtfertigt, wenn wir diese Probleme und Region, die ein unvernünftiges Projekt verwirklichen will?
Fragen mit der Vereinabahn vermengen würden, so dass wir Oder wäre eine Ablehnung ein Affront gegen den stolzen
gar wegen eines eventuellen Referendums gegen die Stand Graubünden?
«Bahn 2000» im Mittelland das Vereinabahnprojekt hinaus- Wenn ich die Ausführungen von Herrn Kollega Schoch
schieben müssten. richtig verstanden habe, hat er ein sehr grosses Einfüh-
Der zweite Grund liegt darin: Die Rhätische Bahn ist eine lungsvermögen und viel, viel Herz für das Engadin; er ver-
grosse und schöne Bahn mit beinahe 400 km Schienen- knüpft es aber auch mit dem grossen «Aber».
länge; sie ist für den Kanton Graubünden von grosser Gemäss Botschaft ersucht die Direktion der Rhätischen
Bedeutung. Sie liegt im volkswirtschaftlichen Interesse Bahnen den Bundesrat um eine Konzessionserweiterung
Graubündens und der ganzen Schweiz. Es entspricht den ihres Bahnnetzes für die Schmalspurlinie von Klosters im
Bestrebungen unserer Verkehrspolitik, dass wir den öffentli- Prättigau nach Susch im Engadin. Der Regierungsrat dieses
chen Verkehr fördern und ihn auf der Höhe der Zeit halten. Standes stellt das Gesuch um einen möglichst hohen Bun-
Darum muss die Rhätische Bahn auch in Zukunft vollum- desbeitrag. Das geht in Ordnung. Nun hat auch der Stimm-
fänglich am Konzept «Bahn 2000» partizipieren können, bürger im Kanton Graubünden über dieses Projekt abge-
ohne sich wegen des Vereina-Projektes Abzüge oder Vor- stimmt; das Resultat war doch recht eindeutig. Es wäre von
ausbezüge in Abzug bringen zu lassen. Mit anderen Worten unserer Seite her etwas heikel, wenn wir als Vertreter ande-
darf das bestehende Netz der RhB nicht wegen des Baues rer Stände die Resultate einzelner Gemeinden untersuchen
des Vereina im Rahmen der künftigen nötigen Investitionen würden. Dürfen wir das? Ich glaube kaum. Ich vertrete die
und der technischen Erneuerung benachteiligt werden; Auffassung, dass, wenn ein Stand eine Abstimmung durch-
sonst würden wir den Vereinatunnel zu Lasten der übrigen geführt hat, das Resultat des gesamten Kantons massge-
12. Juni 1986 337 Vereinabahn
bend ist. Und die Bürger dieses Standes haben zum Projekt hat auch schon in Diskussionen gehört, sie seien weit über-
ja gesagt. Der Entscheid liegt nun bei uns. rissen und entbehrten jeder objektiven Betrachtungsweise.
Und nun glaube ich, heisst die entscheidende Frage, über Wir leiden ja immer noch unter einem Furka-Syndrom! Der
die wir zu befinden haben: Vereina-Tunnel, wintersichere Furka spielt in den Diskussionen noch eine grosse Rolle.
Verbindung zwischen Prättigau und dem Engadin auf der Darf ich Ihnen die Frequenzen aus dieser ganz anderen
einen Seite; wintersicherer Ausbau - unser Kommissions- Region doch angeben: Im Furka-Tunnel betrug die Fre-
präsident hat das sehr deutlich gesagt - des Flüela-Passes quenz an Motorfahrzeugen 1982 19 800, 1983 84 000, 1984
von Davos ins Engadin auf der anderen Seite. Hier stellen 110 500 und 1985104000. Die Frage von Herrn Otto Schoch
sich eine ganze Reihe von Fragen. Ich darf sie ganz kurz ist berechtigt, wenn er im Sommer und Winter 1000 Fahr-
aufzählen. Herr Otto Schoch hat bereits darauf hingewiesen. zeuge pro Tag erwartet. Aber: Ist das wirklich zu erwarten?
Erster Punkt: Der Strassenzubringer von Küblis nach Klo- Die Region Obergoms-Andermatt ist nicht mit dem Prättigau
sters führt mitten durch Dörfer, ist kurvenreich, es ist eine und dem Engadin vergleichbar. Da ist mehr Verkehr zu
schmale Strasse, und sie ist für die touristische Grossregion erwarten. Vergleichen wir mit dem Furka-Tunnel! Dort wur-
des oberen Prättigaus und vor allem des Engadins ungenü- den im März dieses Jahres über 21 000 Motorfahrzeuge
gend. Das sagen die Bündner einhellig. Ein Ausbau dieses befördert. Das gibt über 700 pro Tag. Im Mai dieses Jahres
Strassenstückes von Küblis nach Klosters ist dringend erfor- waren es ebenfalls über 500 Motorfahrzeuge pro Tag, die
derlich. Wir haben beim Augenschein diese Frage auch durch den Tunnel befördert worden sind. Nach meinem
gestellt, und die Vertreter des kantonalen Tiefbauamts und Dafürhalten kann mit Fug und Recht angenommen werden,
des Regierungsrates haben uns gesagt, dass erstens dieses dass diese Zahlen, die in der Botschaft ausgewiesen sind, in
Strassenstück den Gegebenheiten entsprechend ausgebaut einigen Jahren auch tatsächlich erreicht werden können.
werden müsse und zweitens zwischen dem Tiefbauamt und Eine letzte Ueberlegung: Ein wirklich wintersicherer Ausbau
der Rhätischen Bahn eine Koordination bestehe. Es ist also des Flüelapasses würde diese Region völlig zerstören, so
nicht anzunehmen, dass der Vereina-Tunnel in Betrieb, das dass wir mit einem solchen Bau ein sehr gefährliches Pro-
entsprechende Strassenstück aber nicht ausgebaut sein jekt realisieren würden. Bei der Beurteilung der Vereina-
wird. Diese Koordination ist also gewährleistet. Vorlage gibt es aber- und darauf möchte ich Wert legen -
Zweiter Punkt: Die Verbindung vom Engadin nach Chur wird nicht nur rationale und analytische Argumente, es gibt nicht
mit dem Tunnel effektiv wintersicher, da können wir sicher nur Franken und Meter, nicht nur die Kosten-Nutzen-Ana-
sein. Für die Leute, die im mittleren und unteren Engadin lyse, sondern es gibt auch ethnische Argumente. Gerade
oder im Münstertal leben, gibt es tatsächlich Tage und diese scheinen mir von besonderem Wert zu sein und müs-
Wochen, während welchen sie unter den heutigen Verhält- sen in die Erwägungen miteinbezogen werden. Zugegeben,
nissen mit dem besten Willen nicht nach Chur fahren kön- es wäre gefährlich, aus dieser wundervollen Landschaft ein
nen. Das wäre eine Tagesreise! Ich finde, dass wir diese Reservat oder ein Ghetto zu schaffen. Tatsache aber ist,
Leuten nicht mit Fakten und Zahlen abspeisen sollten. Wenn dass die einheimisch'e Bevölkerung aus dem unteren und
wir nur eine bestimmte Zahl ausweisen können und entspre- mittleren Engadin inklusive dem Münstertal immer stärker
chend die Frequenzen kleiner werden, sollten wir deswegen ins Unterland abwandert, eine Entwicklung, die der regiona-
nicht schon dieses Projekt ablehnen. Die Zeitersparnis ist len Wirtschaftsförderung seit vielen Jahren zuwiderläuft. Die
dermassen gross, dass ich mir von einer regionalen neue Zugverbindung - das ist meine Ueberzeugung -
Entwicklung des mittleren und unteren Engadins doch eini- erschliesst diese herrlich schöne Region in bester, umwelt-
ges verspreche. schonendster Art und Weise. Eidgenössische Solidarität
Dritter Punkt: Ein wirklich wintersicherer Ausbau des Flüela- heisst nach meinem Dafürhalten auch Berücksichtigung
passes kann selbst mit enormen finanziellen Aufwendungen von Minderheiten, von Randregionen durch Verbesserung
kaum gewährleistet werden. Wer den Flüela-Pass schon mit der verkehrsmässigen Infrastruktur. Das ist meine persönli-
den Wanderschuhen überquert hat oder dort oben im Win- che Auffassung. Ich bin für Eintreten, und ich stimme der
terwar, weiss, wie heikel diese Region ist. UeberSOzum Teil Vorlage zu, zumal dieses Projekt in das Konzept
äusserst gefährliche Lawinenzüge müssen eliminiert wer- «Bahn 2000» eingebettet ist.
den. Wohlverstanden, es handelt sich dabei um die
Erschliessung einer der wohl schönsten und reizvollsten M. Debétaz: Après les interventions de qualité que nous
touristischen Gebiete der Schweiz. Im Klartext würde das venons d'entendre, je serai bref et je n'entrerai pas dans des
aber heissen, dass der Flüela-Pass fast von Davos an, also considérations à caractère technique.
weit vor dem Tschuggen, bis vor die Tore des Engadins mit Le projet de la Vereina a fait l'unanimité au sein de notre
einem durchgehenden Schlauch von Galerien oder Tunnels commission, unanimité qui reflète certes la solidarité confé-
inklusive einem Scheiteltunnel ausgebaut werden müsste. dérale, mais aussi la conviction de soutenir une solution
Und was bietet diese traumhaft schöne Landschaft noch, opportune. Ce matin, ce projet de construction suscite quel-
wenn wir als wintersichere Verbindung diesen Schlauch von ques divergences et Mme Bauer, bien que membre de la
Davos bis ins Engadin hinüber bauen? Wir machen diese commission, se distance du projet de la Vereina!
Landschaft total kaputt! Auf der anderen Seite steht den La proposition de non-entrée en matière, défendue vigou-
Engadinern effektiv ein Recht zu. Die entscheidende Frage reusement par M. Schoch, a le mérite d'engager notre
für mich heisst: Kann diese paradiesisch schöne Landschaft conseil à se livrer à un examen approfondi. Mon coeur bat
einen derart harten Eingriff verkraften, wie ihn der wintersi- pour la Basse-Engadine, disait tendrement tout à l'heure
chere Ausbau des Flüela-Passes bedeutet? Ich glaube nicht! M. Schoch; les coeurs des membres de la commission bat-
Vierter Punkt: die Landschaft selbst. Der Augenschein mit tent aussi pour le même objet, avec des raisons que la raison
der Kommission - ich möchte unserem Kommissionspräsi- non seulement n'ignore pas, mais justifie objectivement.
denten dafür danken - hat gezeigt, dass die beiden Verlade- Il s'agit, on l'a souligné, d'améliorer l'accessibilité de la
anlagen, sowohl jene in Klosters wie auch jene im Engadin, Basse-Engadine et du val Müstair; cette amélioration, justi-
in der Umgebung praktisch nicht auffallen. Die Anlagen sind fiée et opportune, est désirée de part et d'autre. Deux
umweltschonend, und es kommt dazu, dass an beiden Orten solutions sont évoquées: maintenir en service durant toute
auch keine Lärmimmissionen zu erwarten oder zu befürch- l'année la route de la Flüela, ce qui coûterait cher; autre
ten sind. Ich glaube, das ist ein ganz wesentlicher Punkt. solution: chaussée roulante ferroviaire, de Klosters à Lavin.
Nun hat Herr Kollega Schoch mit Recht die Problematik der Le coût de la solution ferroviaire serait un peu plus élevé,
Geologie und vor allem auch die der zu erwartenden Fre- mais on y gagnerait nettement en matière de sécurité et de
quenzen miteinbezogen. Gemäss Botschaft Seite 14 erwar- régularité des transports, d'aménagement du territoire, de
ten die Rhätischen Bahnen im Jahr 2000 ein Verkehrsauf- protection de l'environnement et de lutte contre la pollution.
kommen im Vereina-Tunnel von ungefähr 270 000 bis Les deux variantes ont fait l'objet de longues et vives discus-
360 000 Motorfahrzeugen pro Jahr. Man muss sich aber sions dans le canton des Grisons. Le gouvernement et le
fragen: Sind diese Annahmen nicht zu optimistisch? Man Grand Conseil se sont clairement prononcés en faveur de la
Chemin de fer de la Vereina 338 12 juin 1986
solution du chemin de fer. Ils l'ont fait en pleine connais- das Herz sprechen lassen, sondern die staatspolitischen
sance de cause,... et des avis divergents de la population. Le Ueberlegungen miteinbeziehen, die im Zusammenhang mit
peuple grison s'est prononcé lui-même en faveur de la dieser Vorlage eine wichtige Rolle spielen.
solution ferroviaire à une nette majorité de 23000 contre Zur Frage der Verbindung mittels Ausbau Flüela haben sich
17000. verschiedene Kommissionsmitglieder und vor allem auch
Il nous appartient maintenant d'honorer cette affirmation de der Präsident geäussert. Ich möchte nur auf eines aufmerk-
volonté cantonale. Mes sentiments fédéralistes m'engagent sam machen: Im Berggebiet kann von einem Tag auf den
naturellement à aller dans ce sens; je m'empresse d'ajouter ändern oder sogar von einer Stunde auf die andere der
que j'arrive aussi à cette conclusion après l'examen des Verkehr auf solchen Verbindungen unterbrochen werden.
problèmes posés. L'étude effectuée par la commission fut Hundertprozentig wintersicher wird eine Strasse nicht sein.
approfondie; nous estimons que la solution proposée par le Wenn Sie wissen, dass über 50 Lawinenzüge auf dem Flüe-
Conseil fédéral est judicieuse. lapass existieren, können Sie sich vorstellen, was ein winter-
Même si on réalise la solution du chemin de fer, on enga- sicherer Ausbau zu bedeuten hat. Herr Kollega Knüsel hat
gera tout de même des dépenses importantes afin que la darauf hingewiesen. Ich möchte Herrn Schoch nur fragen:
route de la Fliiela soit ouverte toute l'année. C'est une Wie stellt er sich die Zustimmung der Natur- und Land-
crainte que nous avons entendue. Voyons à ce sujet le schaftsschutzkreise vor? Er hat ja auch gegenüber diesen
chiffre 112.3 du message. Le Conseil fédéral y déclare Ueberlegungen eine positive Einstellung. Wie würden die
expressément: «... nous avons accepté de proposer aux Natur- und Landschaftsschutzkreise reagieren, wenn man
Chambres d'octroyer une contribution fédérale se montant als Alternative einen wintersichern Ausbau des Flüela mit
à 85 pour cent des coûts. Dans cette hypothèse, les cons- Galerien und Tunnels vorziehen würde? Einen einzigen
tructions destinées à augmenter la capacité de la route de la Vorteil sehe ich für eine solche Lösung: Diese Kosten wür-
Fliiela Davos-Susch ou à en améliorer la sécurité en hiver den dann aus den Treibstoffzöllen berappt und nicht aus der
seraient exclues de l'aide fédérale». La déclaration est Bundeskasse. Wir unterstützen die Aussage unseres Kom-
claire. Et je précise qu'en matière d'aide fédérale, le Parle- missionspräsidenten. Wir haben volles Verständnis, dass
ment a la maîtrise de la décision. der Flüela im Hauptstrassennetz bleibt. Aber wir wenden
La dépense à la charge de la Confédération n'est pas légère, uns entschieden gegen einen verkappten wintersicheren
je le reconnais, mais soyons bien conscients qu'il y va de la Ausbau. Das wurde mit aller Deutlichkeit dargestellt.
santé de deux vallées. Or le bien de l'ensemble du pays Wir müssen für die spezielle Situation des Kantons Grau-
dépend de celui de chacune de ses régions. Tel doit être bünden Verständnis haben, und ich beurteile es als natio-
notre objectif prioritaire. nale Aufgabe, die schlechte Verkehrslage des Unterenga-
En conclusion, je maintiens la position que j'ai prise en dins, des Münstertals und der angrenzenden Regionen zu
séance de commission; je suis persuadé que la réalisation verbessern. Es wurde bereits darauf angespielt. Es gibt auch
du projet soumis par le Conseil fédéral sera un enrichisse- so etwas wie eine eidgenössische Solidarität gegenüber
ment tant pour les deux vallées intéressées que pour la wirklich benachteiligten, ungünstig gelegenen Gegenden.
Suisse. C'est dans ces sentiments que je vous engage à Wir wenden für die Entwicklungshilfe in der Dritten Welt
entrer en matière et à voter en faveur de l'arrêté en question. sehr grosse Beträge auf. Darob dürfen wir aber nicht verges-
sen, dass auch in unserem Lande in dieser Hinsicht einiges
Meier Hans: Es ist zu bedauern, dass die Gegner der Vorlage, zu tun ist. Wenn schon finanzielle Ueberlegungen aus-
die zweifellos hier im Rat vorhanden sind, bisher in der schlaggebend sein sollen, müssen wir auch die Frage stel-
Diskussion den Nichteintretensantrag von Herrn Schoch len, ob nicht vorübergehend - während der Laufdauer die-
noch nicht unterstützt haben, damit man sich mit ihren ser Beitragsleistungen von 42 Millionen jährlich - die Kre-
Argumenten vermehrt auseinandersetzen könnte. Das zwingt dite für die Entwicklungshilfe entsprechend reduziert wer-
die Mitglieder der Kommission erst recht, hier im Rat Farbezu den könnten. Ich sage: überlegen. Es ist unbestritten, dass
bekennen. Es stehen zwei Hauptfragen im Vordergrund: für diese Lösung beträchtliche Mittel notwendig sind, und in
Erstens: Ist eine bessere Erschliessung dieses Raumes zwi- Anbetracht der finanziellen Situation des Bundes ist das
schen Prättigau und der österreichischen und italienischen kein leichter Entscheid. Ich stimme trotzdem für Eintreten.
Grenze notwendig, und wenn ja, welche Lösung soll reali-
siert werden? Weber: Im Kanton Graubünden wird auch heute noch über
Zweitens: Sind die zugegeben hohen Kosten verant- verschiedene Lösungsvarianten gesprochen. Wir bekom-
wortbar? men auch Briefe aus der übrigen Schweiz, die uns bessere
Ich möchte mich zuerst Punkt 2 zuwenden. In Anbetracht Lösungen vorschlagen. Da hört man alles: Vereinatunnel
der Diskussion vom letzten Dienstag - und hier stimme ich allein als Basistunnel für die Bahndurchfahrt, Vereinatunnel
mit Herrn Schoch voll überein - erhält die Grössenordnung als rollende Strasse, anstelle des Tunnelausbaus den Aus-
des Bundesbeitrages ein ganz besonderes Gewicht. Den bau des Flüelapasses mit Wintersichermachung. Es gibt
diesbezüglichen Bedenken muss daher volles Verständnis auch Leute, die beides anstreben, Bahn und Passstrasse. Es
entgegengebracht werden. Es ist aber der Gesamtbundes- gibt auch Leute, die von allem nichts wissen wollen.
rat, der die finanzielle Situation des Bundes aus nächster In der Kommission wurde bei der Abwägung vom Batzen
Nähe kennt und trotzdem, unter Berücksichtigung der und Weggli gesprochen. Herr Cavelty hat zwar «Fünfer und
schwerwiegenden Gründe, die in der Botschaft dargelegt Weggli» gesagt; aber in Anbetracht der Kosten sind es
sind, diesen Beitrag beantragt. Es ist darauf hinzuweisen, wahrscheinlich schon eher Batzen.
dass die Kommission nicht über den Antrag des Bundesra- Es wurde auf die Verhältnisse am Gotthard verwiesen, wo
tes hinausgeht. Man muss bei der Beurteilung dieser Frage auch beides-sowohl Bahn wie Strasse-ermöglicht wurde.
doch auch die ungünstige geographische Lage des Kantons Ein Vergleich mit dem Gotthard ist aber nur bedingt zuläs-
Graubünden mitberücksichtigen, seine grosse Fläche und sig, weil am Gotthard sowohl Bahn wie Strasse nicht nur der
vor allem seine Topographie. Die vielen und grossen Nach- Erschliessung einer Region, eines Kantons dienen (insbe-
teile in den Berggebieten - in den verschiedensten Berei- sondere dann nicht, wenn neben der Passstrasse und der
chen - muss man auch in diesem Zusammenhang und nicht Alpenbahnlinie auch der Strassentunnel und der geplante
nur am 1. August anerkennen. Basistunnel in die Betrachtung miteinbezogen werden),
Die Auswirkungen der schlechten Verkehrslage sind in der sondern weil dort wahrscheinlich fast alles dem Transitver-
Botschaft dargelegt. Ich brauche da keine weitern Ausfüh- kehr dienen muss. Wir können also daraus nicht ein Recht
rungen zu machen. Ich stimme mit denjenigen Kommis- für die Bündner ableiten, wonach, wenn das eine gebaut
sionsmitgliedern vollständig überein, die darauf hingewie- wird, auch das andere gebaut werden kann.
sen haben. In solchen Fällen dürfen nicht nur die Zahl der Der Bau des Vereinatunnels-so meine ich-kann nicht von
Einwohner, der Hotelbetten und die Investitionen pro Kopf den Einwohnerzahlen im Engadin abhängig gemacht wer-
und Bett berücksichtigt werden. Wir wollen auch nicht nur den. Wenn schon etwas berücksichtigt werden sollte, muss-
12. Juni 1986 339 Vereinabahn
ten die vorhandenen Bettenzahlen genommen werden, weil sässige Bevölkerung Beschäftigung und Verdienst. Mit der
der Fremdenverkehr heute fast die einzige Möglichkeit ist, Eröffnung des Gotthardtunnels aber kam es in Graubünden
um die weitere Entvölkerung der Talschaft zu verhindern. Es zu einem Einbruch des Verkehrs von verheerendem Aus-
gilt aber - das ist gesagt worden -, einer grossen Talschaft mass, von dem sich der Kanton allen Anstrengungen zum
als Lebensraum Rechnung zu tragen. Schliesslich wollen Trotz bis lange nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr
wir doch daran denken, dass sich die Bedürfnisse im Frem- erholen sollte. Die Abwanderung nahm katastrophale Aus-
denverkehr geändert haben. Wir müssen heute mit dem masse an, und dieser Substanzverlust erwies sich als weit-
Auto rechnen. Wichtig ist aber, dass wir eine umweltfreund- gehend irreversibel, doppelt schwerwiegend in einem Kan-
liche Lösung suchen und Autos vom Umweg über die Flüe- ton der kleinen Gemeinden: Wir haben heute 43 Gemeinden
lastrasse abhalten. mit weniger als 100 Einwohnern, und 91 der 213 Gemeinden
Wenn Sie nichts von der rollenden Strasse wissen wollen, weisen eine Einwohnerzahl von 100 bis 200 auf.
politisieren Sie an den Realitäten vorbei. Auf der anderen Freilich - ich teile die Auffassung von Kollege Schoch - ein
Seite müssen wir die Autos lenken können, um Schaden zu solches Vorhaben bietet noch keine Gewähr dafür, dass
verhindern. Die Ignorierung des Autos ist also keine Lösung. dieser Trend aufgehalten werden kann. Aber wir wissen aus
Deshalb ist das Konzept des Bundesrates richtig. Erfahrung, dass ohne hinreichende Erschliessung der peri-
Ich kann die Begehren der Davoser nicht verstehen, die eine pheren Regionen eine ganz wesentliche Voraussetzung 'für
wintersichere Flüelapassstrasse wollen. Damit würde der Gedeih und Entwicklung nicht erfüllt ist.
Transitverkehr - Herr Knüsel hat das bereits gesagt - durch Die Eigenleistung des Kantons zur Ueberwindung der
eine schöne Landschaft geführt, die schon heute vom erwähnten Krise liegt vorab in der Schaffung der Rhätischen
Zubringerverkehr der Touristen geplagt ist. Davos ist Bahn, die stufenweise auf einen beachtlichen Ausbaustand
erschlossen und gewinnt durch Mehrverkehr überhaupt 'gebracht wurde, aber vor allem wegen der Weltwirtschafts-
nichts. krise der dreissiger Jahre und der zunehmenden Konkur-
Zurück zum Engadin: Auch wenn nur Adam und Eva heute renz durch das Automobil in eine akute Notlage geriet. Der
dort wohnen würden, wäre der Tunnel notwendig und müss- Kanton sah sich ausserstande, die enormen finanziellen
te gebaut werden, damit die Talschaft bevölkert wird und Lasten der Bahn zu tragen, und gelangte bereits 1933 mit
damit wir auf bequeme Art in dieses Paradies zurückkehren einer Eingabe an den Bund. Man argumentierte damals,
könnten. ohne jedes Verschulden von seiner Seite sei der Kanton
Eine Kosten-Nutzen-Rechnung kann man wohl anstellen. Graubünden in die ganz eigenartige Lage gekommen, ein
Nachher sollte man sie aber gleich wieder vergessen, weil Bahnnetz ausserhalb des Rahmens der Bundesbahnen aus-
wir uns vermutlich über die Gewichtung des Nutzens nie bauen zu müssen. Während Jahrzehnten habe die bündneri-
einigen könnten. Herr Cavelty hat da wichtige und richtige sche Volkswirtschaft die aus dieser Situation erwachsene
Argumente vorgetragen. Mehrbelastung getragen. So scheine es lediglich ein Gebot
Noch ein Vergleich. Es geht doch nicht an, dass wir zum des gerechten Ausgleiches zu sein, wenn heute durch eine
Beispiel für die Region Zürich Bundesmittel einsetzen für entsprechende Bundeshilfe dem Kanton die Gleichstellung
den Ausbau des Flughafens, für eine Erschliessung durch mit den von den Bundesbahnen bedienten Kantonen zuer-
die SBB-Flughafenlinie, für das S-Bahnnetz und anderes kannt werde.
mehr, nur weil dort viele Leute wohnen. Zürich wäre übri- Es ging aber noch weitere 25 Jahre, bis dann wenigstens die
gens in der Lage, alles selber zu finanzieren. Aber als gute Personentaxen für die einheimische Bevölkerung den Bun-
Eidgenossen wollen wir auch Zürich gegenüber gerecht desbahntaxen angeglichen wurden. Die Gütertaxen blieben
sein. Die gute Finanzlage von Zürich ist ja nicht ein Ver- damals weiterhin auf dem Niveau von 140 Prozent der SBB.
dienst der Zürcher selber. Viele, die über subventionierte Man hat errechnet, dass allein der Taxunterschied für die
Wege nach Zürich geschleust werden, bringen ja vor allem Zeit von 1902 bis 1939 auf 420 Millionen Franken zu stehen
«Pinkepinke» in die stolze Stadt. Wie wäre es, wenn einige kam - und das in der damaligen Währung! Bis 1969 hat der
Grossbanken ihren Geschäftssitz ins Engadin verlegen wür- Kanton für die Bahn über 237 Millionen direkt aus eigenen
den? Die Probleme könnten vielleicht leichter gelöst Mitteln erbracht.
werden. Als die Berninabahn, die Bellinzona-Mesocco-Bahn und die
Nun wurde das «Furkaloch» - Herr Knüsel hat bereits darauf Chur-Arosa-Bahn vor dem Zusammenbruch standen, haben
hingewiesen - lange belächelt und kritisiert. Vieles ist dort wir den Bund vergeblich um Hilfe gebeten. Der damals
krumm gelaufen, von der ersten Kostenberechnung über die finanzschwache Kanton Graubünden musste allein handeln
Abklärung der Geologie bis zur Planung. Früh schon habe und auf sich alleingestellt den Weg finden; so haben wir
ich aber gesagt, dass Herr Bundesrat Bonvin einmal ein diese Bahnen damals in selbstverständlicher Solidarität mit
Denkmal als Tunnelbauer bekomme, weil die Tatsachen ihm den Randgebieten in die Rhätische Bahn integriert.
später recht geben werden. Die Zahlen haben das heute Das war sicher auch nicht nach intellektuellem Kalkül
schon belegt. Die Zeit, so glaube ich, wird auch beim Ve- geschehen! Aber es war vielleicht ein Mittelweg: es war mit
reinatunnel den Planern recht geben. Schliesslich wollen dem Herzen gedacht und mit dem Kopf gefühlt. Wenn man
wir auch einem Kanton einen Dienst leisten, der über Jahr- sich damals lediglich nach der Bevölkerungszahl ausgerich-
zehnte über eine Privatbahn die Lasten des Verkehrsflusses tet hätte, wie man das heute zum Teil tun will, hätte man sich
selber getragen hat und schwer, schwer hat tragen müssen. diese Sorgen in Graubünden nicht aufladen müssen. Aber
Wirsind nicht nurdem Engadin, dieser Region, den Bau des der Kanton bekannte sich getreu seiner historischen Tradi-
Tunnels schuldig. Wir sind uns selber, aber vor allem auch tion zu seinen Minderheiten.
dem Kanton Graubünden gegenüber den Bau des Tunnels Bereits 1952 war eine vom Bundesrat eingesetzte Kommis-
schuldig. sion unter unserem ehemaligen Kollegen Amstalden zum
Ich bitte Sie, den Rückweisungsantrag von Herrn Schoch Schluss gelangt, dass ein Glied der Eidgenossenschaft
abzuweisen, auf das Geschäft einzutreten und dem Bundes- Gefahr laufe, durch seine Eisenbahnlast arg in Mitleiden-
beschluss zuzustimmen. schaft gezogen zu werden. Aber auch dieser Appell blieb,
wie sämtliche Uebernahmebegehren der Bündner Regie-
Gadient: Erlauben Sie mir einleitend einige Hinweise auf rung aus den Jahren 1941,1945,1946,1948,1956,1957 und
das bündnerische Bahngeschehen. Die heutige Vorlage-so 1967, ungehört. Noch 1970 verabschiedete der bündneri-
meine ich-kann nur in diesem Kontext umfassend gewertet sche Grosse Rat einstimmig eine auf die Uebernahme zie-
werden. Die Geschichte Graubündens ist mit der Geschichte lende Resolution. Die SBB, die konsultiert wurden, errech-
seiner Verkehrswege aufs engste verbunden. Bis in die neten jedoch, dass der sogenannte negative kommerzielle
zweite Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts herrschte auf Wert der Rhätischen Bahn 750 Millionen Franken betrage,
den Alpenpässen ein reger Verkehr. So machten damals das heisst, um so viel sei die Bahn weniger Wert als nichts.
allein im Bergdorf Splügen täglich über 200 Saumpferde Bei der Uebernahme hätte den SBB diese Summe ausgegli-
Station. Dieser rege Gütertransfer bedeutete für die ortsan- chen werden müssen, und so blieb es einmal mehr bei
Chemin de fer de la Vereina 340 12 juin 1986
diesem Begehren. So zählt heute der Kanton Graubünden in beiden Regionalorganisationen, die Pro Prättigau und die
einem bedeutenden verkehrspolitischen Anliegen auf Ihre Pro Engadina Bassa, von denen wir ja eine regionale Wer-
Solidarität, und ich hoffe, dass Sie im Lichte der dargelegten tung erwarten, stehen beide hinter der Vorlage. Aber im
Fakten für unser Begehren Verständnis haben werden. fraglichen Entscheid ist auch festgelegt worden, dass, wenn
Wir sind uns bewusst, dass es ein sehr hoher Betrag ist. Herr der Eisenbahntunnel nicht realisiert werden kann, die Regie-
Schoch hat das zu Recht ausgeführt. Darüber kann und rung dem Grossen Rat unverzüglich einen Bericht über die
muss man diskutieren und befinden. Aber ich meine, wir Gewährleistung der Wintersicherheit am Flüela zu unterbrei-
müssen vielleicht auch sehen, dass ein Vergleich der in den ten hat. Der Druck zum Ausbau der Flüelastrasse war bereits
letzten Jahren erfolgten oder im Bau befindlichen Verkehrs- im Vorstadium der Volksabstimmung erheblich. Wird der
vorhaben für den öffentlichen Verkehr zeigt, dass die Kosten Eisenbahntunnel nicht verwirklicht, ist der wintersichere
dieses Vereinaprojektes eben durchaus im Rahmen anderer, Ausbau der Flüela-Strasse nach meinem Dafürhalten die
ebenfalls vom Bund weitgehend finanzierter Investitionen Konsequenz. Auf diese steuern wir los, wenn wir die
liegen. Ich erinnere Sie an den Flughafenanschluss in Genf: Behandlung des heutigen Bundesbeschlusses aussetzen
250 Millionen Franken; die Bahnhöfe Bern und Luzern: je oder nicht darauf eintreten!
über 300 Millionen Franken; den Ausbau Ölten inklusive die Und nun ein Wort zur These «Fünfer und Weggli», in Grau-
neue Linie Olten-Rothrist: 250 Millionen Franken; die Hei- bünden wolle man beides: Ich möchte Ihnen zur Beweisfüh-
tersberglinie: 350 Millionen Franken; die Flughafenlinie rung drei Stellen zitieren:
Zürich-Oerlikon-Effretikon: 400 Millionen Franken; den 1. Unsere Botschaft Seite 5. «Ausbauten zum Zwecke einer
Furkatunnel (Beitragsatz des Bundes übrigens 94,6 Prozent Kapazitätssteigerung oder einer erhöhten Wintersicherheit
- im Gegensatz zur heutigen Vorlage): 300 Millionen Fran- der Flüelastrasse Davos-Susch wären dann von einer Bun-
ken. Und war es etwas anderes als praktizierte Solidarität, deshilfe ausgeschlossen.»
als wir im Zusammenhang mit den Treibstoffzöllen jene 2. Die Aussage der Bündner Regierung in der Botschaft an
«Lex Appenzell» in die Verfassung aufnahmen? den Grossen Rat lautet ebenso eindeutig: Im Falle der Ver-
Freilich sind das Unterengadin und das Münstertal nicht wirklichung der Vereina-Variante werde der Bundesrat Inve-
dicht besiedelt, aber diese Talschaften sind, bezogen auf die stitionen auf der Flüelastrasse zwischen Davos und Susch
Schweiz wie auf den Kanton selbst, geographisch äusserst nur so weit mit Bundesmitteln unterstützen, als sie zur
peripher gelegen und verfügen, mit Ausnahme der Verbin- Erhaltung des Flüelapasses für einen sicheren Sommerver-
dung ins Oberengadin, über schlechte, zeitraubende Ver- kehr notwendig seien. Für Ausbauvorhaben zum Zwecke
kehrsverbindungen mit den übrigen Kantonsgebieten. Und einer Kapazitätssteigerung oder einer erhöhten Wintersi-
das gilt, wie der Herr Kommissionsspräsident bereits gesagt cherheit werde hingegen eine Bundeshilfe ausgeschlossen.
hat, insbesondere im Winter, wenn die Flüelastrasse wegen Der bündnerische Grosse Rat hat also en pleine connais-
Lawinengefahr und Schneeverwehungen geschlossen ist sance dieses Umstandes gehandelt.
und die Verbindung des privaten Motorfahrzeugverkehrs 3. Auch dem Bündnervolk ist im Abschied zur Volksabstim-
mit den übrigen Kantonsgebieten nur über die einen Umweg mung eine nämliche Aussage schriftlich unterbreitet
bedeutende Julier- oder Arlbergroute hergestellt werden worden.
kann. Und zu der sich durch die Schliessung der Pass- Ich glaube, hier ist das Zitat von der «Botschaft» - ich höre
strasse ergebenden Benachteiligung kommt die im Winter wohl, wie es angebracht worden ist-, wirklich fehl am Platz.
permanent bestehende Ungewissheit über die die Schlies- Ich kann Ihnen auch sagen, was der Sommer-Ausbau
sung verursachenden Witterungsverhältnisse hinzu. Diese bedeutet: Er bedeutet ein Minimum, gemessen an der Win-
prekären Erschliessungsverhältnisse bedürfen dringend der tersicherheit, für die rund 57 Lawinenhänge und Rüfenzo-
Verbesserung. nen abgesichert werden müssten, während für die Sommer-
Es geht heute um die Konzessionserweiterung für die Rhäti- sicherheit, also gegen Rufen- und Steinschlaggefahr, etwa
sche Bahn auf der einen Seite, auf der anderen Seite um den fünf bis acht Verbauungen nötig werden. Darüber war man
Kredit. Es ist nicht so, wie behauptet worden ist, dass die sich in Graubünden von Anfang an im klaren.
Kommission sich geweigert hätte, eine Umweltverträglich- Durch den Bau des Vereinatunnels wird die Bahn für das
keitsprüfung anzuordnen und die Vorlage zu diesem Zweck Unterengadin überhaupt erst konkurrenzfähig zur Strasse,
an den Bundesrat zurückzuweisen. Wir haben darüber dis- sie wird attraktiv für den Reise- und Güterverkehr. Der
kutiert, aber eben erkannt, dass diese Umweltverträglich- Motorisierungsgrad wird nicht durch die Variantenwahl
keitsprüfung durchaus gemacht wird, aber sie ist projektbe- Flüela-Vereina bestimmt. Erst ein stark verbessertes Ange-
zogen vorgesehen, und der Bundesrat hat die entsprechen- bot des öffentlichen Verkehrs kann den Autofahrer zum
den Dispositionen auch bereits getroffen. Auch wurde das Umsteigen bewegen. Der Vereina bedeutet für die Rhätische
ganze Vereina-Projekt, der Grossteil der Anlage befindet Bahn auch viel mehr als nur die wintersichere Verbindung
sich im übrigen im Berg, gerade durch die zweite Ueberar- ins Unterengadin und ins Münstertal: er schafft eine zweite
beitung extrem umweltschonend gestaltet: Die Verlade- Achse Nord-Süd, was erhöhte Sicherheit bedeutet, einen
bahnhöfe sind im Tunnel, die für die Autos wurden redu- sehr teuren Kapazitätsausbau am Albula vermeidet und die
ziert, auf der Seite Klosters wird weniger Kulturland bean- vorhandene Infrastruktur besser nutzen lässt. In einem
sprucht, bei Susch-Lavin handelt es sich nicht um wertvol- zusätzlichen Markt werden wir mit der Bahn dadurch über-
les Land, das im Bereich der Verladeanlagen beansprucht haupt erst konkurrenzfähig, was eben den Reise- und Güter-
werden muss. Herr Schoch hat im privaten Gespräch mir verkehr befruchtet.
gegenüber zugestanden, dass der Verladebahnhof im Raum Die mögliche Verbesserung des Betriebsergebnisses der
Klosters aus dem Gesichtspunkt des Landschaftsschutzes Rhätischen Bahn ist mit vier Millionen Franken errechnet
heraus geradezu ideal situiert sei. Im Vereina-Projekt wur- worden. Wir müssen dabei auf die Spezialisten abstellen. Zu
den dem Gesichtspunkt von Immissionen aller Art auf die berücksichtigen ist auch eine indirekte Auswirkung auf das
Umwelt sorgfältig Rechnung getragen (Autoverlad abseits Betriebsergebnis durch die Nichtrealisierung des wintersi-
von Ortschaften und teilweise im Tunnel). cheren Flüela-Ausbaus. Gesamthaft würde nämlich die win-
Wir müssen uns vergegenwärtigen, dass die Alternative zum tersicher ausgebaute Flüelastrasse für die Rhätische Bahn
Projekt gemäss Vorlage der wintersichere Ausbau des Mindererträge von fünf Millionen Franken pro Jahr bewir-
Flüela ist, und die Fachleute sind überzeugt, dass sowohl ken, die nur zu einem geringen Teil durch Einsparungen
beim Gesamtverkehr zwischen dem Norden und dem Ober- beim Aufwand kompensiert werden könnten.
engadin wie auch zwischen dem Norden und dem Unteren- Schliesslich noch zu den Frequenzen, die angezweifelt wor-
gadin der private Verkehr sowohl im Sommer- wie auch im den sind: Man muss diese Zahlen natürlich relativieren.
Winterhalbjahr beim wintersicheren Ausbau des Flüela grös- Absolut gesehen sind die Angaben der Botschaft von
ser sein wird als bei der Variante Vereina. 250 000 bis 360 000 Fahrzeugen pro Jahr in der Tat hoch,
Die Bündner Regierung, der Grosse Rat und das Bündner aber man hat aufgeteilt zwischen Winter- und Sommersitua-
Volk haben sich für den Eisenbahntunnel entschieden. Die tion und angenommen, dass im Winter um 45 Prozent aller
12. Juni 1986 341 Vereinabahn
Fahrzeuge, die von Nordbünden ins Engadin oder umge- transport des voitures, ou bien l'amélioration du col de la
kehrt fahren, und im Sommer etwa neun Prozent des erwar- Flüela pour l'hiver.
teten Verkehrsaufkommens respektive 20 Prozent der die J'ai rappelé à la commission que l'altitude de ce col qui
Flüela-Route benutzenden Fahrzeuge via Vereina fahren culmine à 2383 mètres et non pas à 3800, comme le fait dire
werden. Die Ausgangsdaten für die Festlegung des le procès-verbal de la commission, me semble quand même
Betriebskonzeptes und für die eigentlichen Projektierungs- problématique, même avec l'engagement de gros moyens
arbeiten haben sich aus den gemeinsamen für das Vereina- financiers pour en assurer la sécurité hivernale. Je fais une
und das Flüela-Projekt ausgearbeiteten Verkehrsprognosen comparaison - vous me direz qu'il faudrait la nuancer
ergeben. Diese stützen sich vorerst auf die konkreten Ver- davantage - avec le col du Simplon qui culmine à environ
kehrs-Zahlen des Jahres 1970 ab. Man hat für den Zeitraum 400 mètres de moins que le col de la Flüela. Cette année,
von 1970 bis ins Jahr 2000 eine Verkehrszunahme von même en avril, il a connu de nombreux jours d'interruption
30 Prozent berücksichtigt. Bis heute bestätigen sich diese du trafic. Donc, il me semble, après un examen très som-
Annahmen durchaus, so dass wir also nicht im leeren Raum maire, je le reconnais, que c'est une entreprise presque
argumentieren. impossible que de vouloir réaliser cette sécurité hivernale,
Ein letzter Satz zur Prättigauer-Strasse: Deren Ausbau fällt cette sûreté, cette fiabilité à 2383 mètres d'altitude. Si elle
als Hauptstrasse in den Kompetenzbereich des Kantons était possible, j'aurais penché en faveur de cette solution qui
Graubünden. Wie Herr Schoch zutreffend sagte, muss die- me semble apporter de plus grands services à une région
ser Ausbau so oder anders vollendet werden. Bis nach que la solution du transport de voitures. Mais le critère de
Küblis ist das bereits geschehen. Es geht nun darum, die sécurité est celui qui doit être retenu en priorité. Les exem-
gewichtige Schlussetappe zu realisieren. Wir sind uns ples que nous connaissons de bon fonctionnement du
bewusst, dass diese Strasse zeitgerecht bereitgestellt wer- transport de voitures peuvent nous rassurer quant à l'effica-
den muss. Das ist für den Kanton eine grosse Aufgabe. Diese cité du système proposé. Voilà la raison pour laquelle je
kommt aber auch dann auf uns zu, wenn es zu einem préfère cette solution.
wintersicheren Flüela-Ausbau kommen sollte. Je le fais d'autant plus que nous votons ici une contribution
Ich danke Ihnen für Ihr geschätztes Wohlwollen und die pour une réalisation qui est d'abord l'affaire des gens des
objektive Abwägung all dieser Voraussetzungen. Grisons. Or, comme on l'a rappelé, le gouvernement, le
Parlement et le peuple lui-même se sont prononcés pour
M. Genoud: Je tiens compte de l'heure avancée et de la cette solution dans des décisions absolument claires. C'est
longueur de ce débat. Je vous promets, Monsieur le Prési- une raison supplémentaire pour mon adhésion à cette solu-
dent, d'être très bref. tion.
Quelques orateurs ont déjà fait remarquer quelle est la En un mot, je reconnais que le sacrifice financier qui nous
disproportion qui apparaît au premier abord entre le chiffre est demandé est important, mais j'accorde une importance
de 457 millions pour une contribution à fonds perdus pour encore plus grande à la nécessité de créer des voies de
le tunnel de la Vereina et le chiffre de population de communications satisfaisantes avec ces importantes
5900 habitants de la Basse-Engadine et de 1600 habitants régions du pays. Nous n'avons pas le droit, sous prétexte de
pour le Val Müstair. maintenir une nature plus sympathique ou plus gentille à
Il est vrai que ces chiffres impressionnent mais il y en a laquelle on ne porte pas la main, de vouloir contribuer à
d'autres également qui doivent retenir notre attention et qui créer dans le pays des réserves d'Indiens. Ce sont les habi-
sont tout aussi impressionnants. Je retiens du message que tants des régions en question qui doivent prendre les déci-
dans les circonstances actuelles, le temps nécessaire au sions quant à leur avenir.
voyage par chemins de fer entre Zurich et Scuol est de cinq Un développement raisonnable et modéré du tourisme se
heures et même il faut compter six heures pour atteindre le réalise à travers l'aménagement du territoire. Nous devons
Val Müstair. faire confiance aux autorités locales et cantonales et non
Je déduis de ces renseignements que nous ne devons pas pas essayer, par la bande je dirais, d'entraver le souci
nous laisser arrêter par la grandeur de l'effort qui nous est légitime d'un développement minimum nécessaire à la sur-
demandé pour aménager mieux l'accès à ces régions très à vie de ces régions.
l'écart dans notre pays. Il est, à mon avis, tout à fait inaccep- Comme je l'ai déjà exprimé en séance de commission, je
table de continuer d'exiger des temps de déplacement aussi souhaite la sympathie la plus large pour ce problème vital.
longs pour les atteindre. Nous devons nous souvenir que Je souhaite aussi cette sympathie pour toutes les régions
des régions qui n'ont pas un équipement routier ou ferro- qui, dans notre pays, connaissent une situation semblable.
viaire suffisant sont des régions qui non seulement ne vont Je crois que la dotation en bonnes voies de communication
plus se développer mais qui vont connaître des problèmes est un postulat fondamental pou r toutes les régions du pays.
de survie. On nous annonce du reste que la Basse-Engadine Je propose d'accepter l'entrée en matière et de voter le
et le Val Müstair sont aujourd'hui déjà sur le coup d'un projet qui nous est soumis par le Conseil fédéral.
phénomène de dépeuplement. Vous me permettrez peut-
être d'ajouter en passant, comme représentant d'un canton Frau Bührer: Ich habe meine Meinung zu diesem Projekt
de montagne qui connaît également d'abord une situation geändert- in jüngster Zeit, allerdings nicht heute morgen!
périphérique et des régions assez éloignées, que l'on ne Es ist nicht so, dass die Befürworter bei mir kontraproduktiv
peut pas toujours faire une équation entre la construction gewirkt hätten. Aber Sie haben mich immerhin nicht
d'une voie dé communication et le rendement économique umstimmen können. Als Nicht-Kommissionsmitglied bin ich
de cette réalisation. Nous sommes payés pour savoir qu'il in einer komfortableren Lage. Meine ursprünglich positive
faut souvent investir des millions pour pouvoir atteindre de Einstellung hängt vermutlich mit dem fast traumatischen
petits villages mais que, par ailleurs, on n'est pas non plus Erlebnis zusammen, das uns der «Gotthard-Selbstfahrertun-
autorisé à les condamner à la disparition. nel» beschert hat. Gemessen an jenem katastrophalen histo-
Ici, le problème se pose à une échelle plus grande et, rischen Irrtum berührt das Projekt einer rollenden Strasse
comme on le souligne avec raison, il s'agit d'une portion von vorneherein positiv. Wenn man aber tiefer eindringt,
importante du territoire national. Même si l'effort est sérieux, verblassen die positiven Aspekte, und es stellen sich
même si l'effort demandé est lourd, nous devons, dans le unübersehbare Fragezeichen ein.
principe d'abord, l'accepter. Je crois qu'il faut reconnaître Herr Cavelty hat uns zu bedenken gegeben, dass wir unser
comme une tâche fondamentale d'un Etat moderne de la eigenes Ermessen nicht an die Stelle desjenigen des Bünd-
grandeur du nôtre et aussi des moyens financiers qui sont nerischen Volkes stellen sollten. Auch Herr Knüsel hat in
les nôtres, de doter toutes les régions du pays de voies de diese Kerbe gehauen. Ich kann diese Argumentation nicht
communications suffisantes. akzeptieren. Es kann nicht so sein, dass ein kantonaler
Cela dit, reste à savoir quelle est la solution la meilleure. Il y Volksentscheid den eidgenössischen Goldesel zur automati-
a une alternative devant nous: ou bien le tunnel avec le schen Erledigung seines Geschäfts veranlassen könnte. Wir
Chemin de fer de la Vereina 342 12 juin 1986
dürfen uns nicht nur erlauben, diese Sache sehr genau Zur ersten Gruppe: Die Botschaft beklagt die Abwanderung
unter die Lupe zu nehmen, wir sind sogar dazu verpflichtet. der Bevölkerung aus den Gemeinden des Unterengadins.
Die Finanzlage des Bundes zwingt uns auf Schritt und Tritt, Wenn Sie dieses Phänomen verfolgen, so finden Sie es auch
das Wünschbare vom Notwendigen zu trennen. Selbst wenn in vielen anderen Gebieten der Schweiz, ohne dass Sturm
wir uns darüber hinwegsetzen wollten-aufgrund der gehör- geläutet werden müsste; denn es sind nicht immer nur die
ten Argumente, dass es um eine abgelegene Region, um schlechten Verbindungen, die die Leute zur Abwanderung
eine Minderheit geht -, müssten wir die Wünschbarkeit als treiben. Die Botschaft erklärt auch, die touristischen
solche sehr genau unter die Lupe nehmen. Mag sein, dass Entwicklungsmöglichkeiten der Region seien bei weitem
wir bei einer nochmaligen Prüfung zu einem ähnlichen nicht ausgeschöpft. Da möchte ich doch einmal die Gegen-
Projekt kommen werden - persönlich glaube ich allerdings frage stellen an alle jene, die hier immer für Umweltschutz
nicht daran. Es kann in meinen Augen nicht der Weisheit plädieren: Müssen denn alle touristischen Möglichkeiten
letzter Schluss sein, eine Blechlawine ins Unterengadin zu ausgeschöpft sein, oder sind nicht schon genügend touristi-
leiten, und erst noch auf erleichterten Wegen. Ich akzeptiere sche Möglichkeiten ausgeschöpft? Nimmt denn die Lebens-
auch nicht, dass wir vor einer Entweder-Oder-Situation ste- qualität zu, wenn die touristischen Möglichkeiten ausge-
hen: entweder den Maximalausbau der Strasse oder dieses schöpft sind? Werden die Leute dabei glücklicher, oder wird
Vereina-Projekt zu beschliessen. Ich empfinde das als nicht viel eher ihr kulturelles Erbe gefährdet? Ich glaube,
Druckversuch. das wären auch einmal Fragen, die man allen Ernstes über-
Es liegt ein Projekt vor, über das wir zu befinden haben. prüfen müsste und die dann sicher zu einer ändern Haltung
Wollen wir diese Hunderte von Millionen Franken hier und führen würden. Wenn wir diese touristischen Möglichkeiten
auf diese Weise investieren und - vor allem - wollen wir sie ausbauen, wird die Folge ein Verkehrs- und Bauboom im
heute investieren? Es kann auch sein, dass die Wünschbar- Unterengadin sein in einer landschaftlich sehr schönen und
keit in fernerer Zukunft, wenn sich unsere Finanzlage wieder ansprechenden Gegend. Und weshalb sollen wir diese
etwas geändert hat, anders beurteilt werden kann. intakte Landschaft verbetonieren und damit entwerten?
Herr Schoch hat ausführlich argumentiert, und ich will Weshalb sollen wir mit Gewalt jährlich 300000 oder mehr
nichts wiederholen. Mir scheint, dass der Antrag Schoch der Autos durch den Vereina-Tunnel ins Unterengadin hinab-
richtige Weg ist, nämlich eine Besinnungsphase einzulegen. schicken? In der «Bündner Zeitung» vom 19. September
In dieser Besinnungsphase müsste die Umweltverträglich- 1985 hat ein Einsender geschrieben: «Was nützt es uns,
keit des ganzen Projektes überprüft werden, nicht nur die wenn der Autoverlad tatsächlich in dem Umfang Verwen-
Umweltverträglichkeit der Ausführung. Das «Ob», nicht nur dung findet, wie ihn die Planer erhoffen und damit ihr
das «Wie», muss unter dem Aspekt der Umweltverträglich- überrissenes Konzept rechtfertigen, wenn dafür unsere
keit überprüft werden. Ich unterstütze den Antrag Schoch in Täler durch den Verkehr verpestet, durch grössere Strassen
diesem Sinne und niemals in der Absicht, einem maximalen zubetoniert und durch zusätzlichen Fremdenverkehr ver-
wintersicheren Ausbau des Flüelapasses das Wort zu reden. baut und verspekuliert werden?» - Ich unterstütze diese
Fragestellung, und ich bin oft erstaunt ob der Inkonsequenz,
Schönenberger: Herr Meier hat sich beklagt, dass die Geg- die in diesem Rate herrscht. Am ersten Tag verflucht man
ner das Wort noch nicht ergriffen hätten. Dies habe die das Auto, am zweiten Tag preist man es wieder als das Ziel
Befürworter daran gehindert, auf ihre Argumente einzuge- der Schöpfung und glaubt, ohne dieses Auto könne man
hen. Unser Ratsreglement gebietet jedoch, dass vorerst die nicht glücklich werden!
Diskussion unter den Mitgliedern der Kommission geführt Zur zweiten Gruppe: Die wirtschaftlichen Gründe. Die
wird. Daher hatten wir gar keine Gelegenheit, unsere Argu- Kosten von 538 Millionen für diesen Tunnel sind derart
mente früher darzulegen. Selbstverständlich ist es von gewaltig, dass sie meiner Ansicht nach weder vertretbar
besonderer Brisanz, dass sämtliche Mitglieder der Kommis- noch verantwortbar sind; denn wir haben das Geld einfach
sion, darunter zwei Bündner Kollegen, sich für dieses Pro- nicht. Und weder Herr Bundesrat Schlumpf noch einer sei-
jekt ausgesprochen haben. ner Kollegen wird mir sagen, wo er die zusätzlich benötigten
Herr Schoch hat die Gründe für das Nichteintreten aber Millionen Franken herholt.
derart meisterhaft dargelegt, dass diesen Ausführungen Dazu kommt der weitere, von Herrn Schoch schon erhobene
eigentlich sehr wenig beizufügen ist. Einwand, dass die Erfahrungen des Furka-Tunnels in der
Ich begreife, dass die Bündner sehr gerne ein Bundesge- Botschaft überhaupt nicht berücksichtigt worden sind. Ich
schenk von 457 Millionen gegen eine Eigenleistung von habe mir von Fachleuten bestätigen lassen, dass mehrere
81 Millionen Franken entgegennähmen. Wie hoch sich dann grosse Fragezeichen hinter dieses ganze Konzept gesetzt
die Summe gegen das Jahr 2000 ausweitet, ist immer noch werden müssten und dass dieser Tunnel am Schluss wahr-
ein Geheimnis und kann - auch wenn man die Botschaft scheinlich 800 Millionen und nicht 538 Millionen Franken
noch so genau studiert- heute sicher nicht gesagt werden. kosten wird.
Ich begreife auch, dass der Kanton Graubünden ein Bedürf-
nis nach einer wintersicheren Verbindung zu einer entlege- Es kommen aber später auch die Betriebskosten dazu. Es
gibt mir kein Mensch an, dass dieser Tunnel selbsttragend
nen Region verspürt. Es scheint mir aber, dass man jetzt
vorerst diese rollende Strasse bauen will, um dann später betrieben werden kann. Wir werden noch höhere Defizite zu
verkraften haben und werden dies alles aus der leeren
ganz sicher mit dem Ausbau des Flüela zu kommen. Wenn
Bundeskasse berappen.
Sie sehen, dass es fast bis zum Jahr 2000 dauern wird, bis
dieser Tunnel betriebsbereit ist, so werden Sie mir doch Schliesslich darf ich noch darauf aufmerksam machen, dass
zugeben müssen, dass es völlig undenkbar ist, den Flüela ein Gesamtkonzept fehlt. Wir reden von der Splügenbahn,
auch nur für diese Zeit in seinem heutigen Zustand zu wir reden vom Alpen-Ypsilon, weiteren Tunnels in Graubün-
belassen. Interessanterweise wird der Flüela schon heute den, wir reden von der «Bahn 2000» usw. Ich möchte doch
sehr oft im Winter befahren; das hat allerdings eine Privatini- wissen, wie all diese Projekte aufeinander abgestimmt sind
tiative ermöglicht. Ich glaube nicht, dass ein wintersicherer und zusammenspielen.
Ausbau derart viel kosten würde, wie man es jetzt darlegt. Letztlich möchte ich festhalten, dass wir der Region keinen
Abgesehen davon: Eine hundertprozentige Wintersicherheit Dienst tun. Diejenigen, denen man mit diesem Projekt helfen
gibt es überhaupt nicht, weder auf der Strasse noch auf der will, haben in der Volksabstimmung des Kantons Graubün-
Schiene. Sie ist aber auch nicht notwendig. den nein gesagt, und zwar waren es 26 von 45 Gemeinden.
Aber mit Sicherheit wollen wir jetzt die rollende Strasse und Man kann jetzt schon einwenden, das Ergebnis der Gemein-
nachher dann den Ausbau des Flüelapasses. den könnten wir nicht berücksichtigen; der Kanton sei
Es sind hauptsächlich zwei Gruppen von Gründen, die mich entscheidend. Ich würde meinen: Wir sind in unserem
zum Gegner dieser Vorlage machen: einerseits gesell- Entscheid frei, unabhängig davon, ob die Gemeinden, ob
schaftspolitische und Umweltschutzgründe, und anderer- die Region oder ob der Kanton ja oder nein gesagt haben.
seits wirtschaftliche, finanzielle Gründe. Wir entscheiden frei und müssen auch die Verantwortung
17. Juni 1986 S 343 Vereinabahn
für die 457 Bundesmillionen tragen, die wir ausgeben wol- #ST# Neunte Sitzung - Neuvième séance
len, ohne sie zu besitzen.
Ich möchte nur an Kaiseraugst erinnern: Dort wird immer Dienstag, 17. Juni 1986, Nachmittag
zur Achtung des Willens der Region aufgerufen. Hier, wo die Mardi 17 juin 1986, après-midi
Region anderer Auffassung ist, verlangen die gleichen
Rufer, man müsse auf den Kanton abstellen. Sonderbare 76.00 h
Logik. Sie sehen: Sie können so oder so nicht weiterkom-
men. Sicher ist aber, dass die Leute, die in der betroffenen Vorsitz - Présidence: Herr Gerber
Region wohnen und denen man helfen will, den Tunnel gar
nicht wollen. Warum wollen sie diesen Tunnel nicht? Weil
sie einsehen, dass sie gesellschafts- und kulturpolitisch die
Verlierer sind.
Aus all diesen Gründen unterstütze ich kräftig den Nichtein-
tretensantrag von Herrn Schoch. 86.007
Hier wird die Beratung dieses Geschäftes unterbrochen Vereinabahn
Le débat sur cet objet est interrompu
Chemin de fer de la Vereina
Schluss der Sitzung um 12.00 Uhr
La séance est levée à 12 h 00 Fortsetzung - Suite
Siehe Seite 331 hiervor - Voir page 331 ci-devant
Piller, Berichterstatter: Erlauben Sie mir, dass ich mich noch
ganz kurz zu einzelnen Voten, die am letzten Donnerstag
gefallen sind, äussere.
Von einzelnen Votanten wurden Befürchtungen geäussert,
dass hinsichtlich Geologie Probleme auftauchen könnten
und dass unter anderen die Bautengruppe des National rates
sich noch einmal mit dieser Frage befassen solle.
«Furka lässt grüssen» wurde gesagt. Dem muss ich als
Kommissionspräsident widersprechen. Ihre Kommission hat
den anwesenden Experten einige diesbezügliche Fragen
gestellt. Als Kommissionsmitglieder erhielten wir auch eine
entsprechende Dokumentation zugestellt. Wir konnten uns
überzeugen, dass für den Vereinatunnel und für den Zug-
wald-Tunnel geologische Längenprofile erstellt wurden. Ich
habe solche Pläne hier. Es wurden drei Tiefbohrungen aus-
geführt. Die Kostenberechnungen fussen auf seriösen
Abklärungen; nicht zuletzt haben die Erfahrungen bei der
Furka in diesen Berechnungen ihren Niederschlag gefun-
den. Sie finden die entsprechenden Erläuterungen auf den
Seiten 10, 11 und 21 der Botschaft. Ich sehe nicht ein, was
die Bautengruppe des Nationalrates, die ja nicht aus Geolo-
gen besteht, mit einer zusätzlichen Ortsbesichtigung Neues
bringen könnte ausser Spesen. Denn ausser über schöne
Alpweiden zu wandern und die herrliche Gegend zu bewun-
dern, kann man sicher ohne Werkzeug nichts Neues er-
bringen.
Unser Land hat wie kein zweites eine gewaltige Erfahrung
im Tunnelbau. Unsere Geologen und Tunnelbauer verdie-
nen unser Vertrauen. Sie werden vom Ausland sehr oft als
Experten geholt. Ich sehe nicht ein, warum wir ihnen nicht
trauen sollten. Dazu kommt, dass der Bau eines Tunnels
dieser Länge immer noch ein gewisses Wagnis, ja sogar ein
gewisses Abenteuer mit sich bringt, was sicher auch tröst-
lich ist.
Ihre Kommission ist der einstimmigen Meinung, dass bis zur
heutigen Phase der Projektierung dieser Problematik die
volle Aufmerksamkeit geschenkt wurde.
Zur Frage, ob die Kapazität der rollenden Strasse zu gross
dimensioniert sei, möchte ich nochmals betonen, dass Ihre
Kommission zur Kenntnis genommen hat, dass der Kanton
Graubünden zwei Projekte studierte. Erstens der wintersi-
chere Ausbau der Flüelapassstrasse mit Scheiteltunnel und
zweitens die Vereinabahn mit rollender Strasse. Der winter-
sichere Flüela hätte bestimmt die weit grössere Kapazität als
180 Autos per Stunde. In der Botschaft zur kantonalen
Abstimmung schreibt die Bündner Regierung an das Bünd-
nervolk, dass'die Hoffnung bestehe, mit der neuen Linie
wesentlich mehr Reisende auf die Bahn zu bringen und dass
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Vereinabahn
Chemin de fer de la Vereina
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1986
Année
Anno
Band II
Volume
Volume
Session Sommersession
Session Session d'été
Sessione Sessione estiva
Rat Ständerat
Conseil Conseil des Etats
Consiglio Consiglio degli Stati
Sitzung 08
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 86.007
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 12.06.1986 - 08:00
Date
Data
Seite 331-343
Page
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Ref. No 20 014 555
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