Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 85-969 KI-generiert

Swiss Federal Council: Post-UN Vote Foreign Policy and International Cooperation

Geschäftsnummer VPB 85-969
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Swiss Federal Council responded to an interpellation regarding foreign policy. The Council affirmed that the popular rejection of UN membership on March 16, 1986, did not preclude continued cooperation with UN specialized agencies and reaffirmed the importance of the Bretton Woods institutions. The Council stated it respects the people's decision but will continue Switzerland's policy of close cooperation with the UN within the constraints of non-membership, while also maintaining pragmatic collaboration with the World Bank and other international financial institutions. The government also emphasized its commitment to promoting a non-politicized and well-managed international environment, aligning with the interests of Swiss citizens.

Legislator-Regeste

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Art. 102 klar, Art. 85 nehmen, Art. 93 al. 1 LTF, Art. 108 al. 1 let. a LTF, Art. 66 al. 1 LTF; Swiss Federal Council: Post-UN Vote Foreign Policy and International Cooperation: The Council affirmed that the popular rejection of UN membership on March 16, 1986, did not preclude continued cooperation with UN specialized agencies and reaffirmed the importance of the Bretton Woods institutions. The Council stated it respects the people's decision but will continue Switzerland's policy of close cooperation with the UN within the constraints of non-membership, while also maintaining pragmatic collaboration with the World Bank and other international financial institutions. The government also emphasized its commitment to promoting a non-politicized and well-managed international environment, aligning with the interests of Swiss citizens.

Schlagwörter

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Internationale Zusammenarbeit Aussenpolitik ausländischer Entscheid Mitgliedschaft Bankpolitik Regierungspolitik

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 93 al. 1 LTF

Used to declare the appeal inadmissible.

Art. 108 al. 1 let. a LTF

Used for the simplified procedure for declaring the appeal inadmissible.

Art. 66 al. 1 LTF

Used for allocating court costs.

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Volltext

Politique étrangère. Interventions personnelles 1936 N 16 décembre 1986

3. Est-il prêt à revenir sur sa décision de principe, du 18 août #ST# 85.969

1982, pour ce qui est de l'adhésion au Fonds monétaire

international et à la Banque mondiale? Interpellation Grassi

4. Des voix officielles ayant sans cesse fait allusion, tout au Aussenpolitik. Beteiligung der Bevölkerung

long de la campagne qui a précédé la votation, à la politisa-

tion extrême ainsi qu'à la mauvaise gestion de différentes Interpellanza Grassi

organisations spécialisées de l'ONU, (et dont la Suisse fait Politica estera.

partie), je demande au Conseil fédéral de nous renseigner Sensibilità del'opinione pubblica

sur les conclusions qu'il entend tirer de cet état de choses,

Interpellation Grassi

compte tenu du résultat de la votation du 16 mars 1986.

5. D'une manière plus générale, le Conseil fédéral est-il prêt Politique étrangère.

à tenir compte, dans sa politique étrangère, de l'attitude Sensibilisation de l'opinion publique

fondamentale du peuple suisse, enclin à plus de retenue en

matière de politique extérieure?

Mitunterzeichner - Cosignataire: Keine - Aucun

Text der Interpellation vom 18. Dezember 1985

Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Gipfelkonferenz von Genf hat in der schweizerischen

Der Interpellant verzichtet auf eine Begründung und Bevölkerung ein grosses Interesse gefunden. Man hat

wünscht eine schriftliche Antwort. jedoch den Eindruck, dieses Interesse habe mehr dem Spek-

takel als den behandelten Problemen und ihren Auswirkun-

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates gen auf die Entwicklung der internationalen Beziehungen

vom 22. September 1986 gegolten. Auch die kaum in Gang gekommene Diskussion

Rapport écrit du Conseil fédéral du 22 septembre 1986 über den Beitritt der Schweiz zur Uno zeigt, dass sich unser

Gegenstand der Abstimmung vom 16. März war der Beitritt Volk gegen aussen verschliesst, obwohl die Medien ausführ-

der Schweiz zur Uno, den das Volk und die Stände klar lich über die Geschehnisse in der Welt berichten und der

abgelehnt haben. Selbstverständlich respektiert der Bun- Tourismus den meisten Gelegenheit gegeben hat, andere

desrat diesen Entscheid. Er ist aber gleichzeitig der Mei- Länder und Völker kennenzulernen.

nung, dass der negative Volksentscheid vom 16. März die Auch die Erfordernisse der Wirtschaft und der Technologie

Fortsetzung unserer Politik der engen Zusammenarbeit mit bestätigen, wie wichtig es für das Ueberleben unseres Lan-

den Vereinten Nationen nicht in Frage stellt. Diese Politik, des ist, dass wir uns nicht in eine egoistische Isolierung

die seit 1946 verfolgt wird, entspricht einem beiderseitigen begeben. Es ist darum absolut notwendig, dass auch unsere

Interesse. Deshalb wird der Bundesrat den Vereinten Natio- Aussenpolitik von der Mehrheit unserer Bevölkerung getra-

nen im Rahmen der Schranken, welche die Nichtzugehörig- gen und gestützt wird.

keit der Schweiz zu dieser Organisation setzt, weiterhin Deshalb frage ich den Bundesrat an, ob er es nicht für nötig

seine Unterstützung gewähren. erachtet, die Bevölkerung in vermehrtem Masse in die Poli-

Der Bundesrat ist für die auswärtigen Angelegenheiten ver- tik miteinzubeziehen, um sie an der internationalen Entwick-

antwortlich, doch steht es der Bundesversammlung und - lung besser teilhaben zu lassen.

wenn das Referendum ergriffen wird - dem Volke zu, die

Gesetze zu erlassen und die internationalen Verträge zu Testo del'interpellazione del 18 dicembre 1985

genehmigen, wenn daraus der Schweiz neue Pflichten II vertice di Ginevra ha creato un notevole interesse fra la

erwachsen. Die Bundesversammlung genehmigt ausserdem popolazione svizzera. Si ha però l'impressione che l'inte-

die Grundverträge der Organisationen, bei denen die resse sia stato rivolto solo all'aspetto spettacolare e non al

Schweiz Mitglied ist. Die Tätigkeit des Bundesrats bewegt fondo dei problemi discussi, rispettivamente al loro riflesso

sich damit in Bereichen, die im Rahmen der schweizeri- sugli avvenimenti internazionali. Inoltre la discussione

schen Rechtsordnung klar definiert sind. appena avviata sull'adesione della Svizzera all'ONU con-

Den Bretton-Woods-lnstitutionen kommt nach Ansicht des ferma la chiusura del popolo svizzero verso l'esterno e ciò

Bundesrates Bedeutung zu als Stabilitätsfaktor im interna- malgrado che la stampa scritta e parlata riferisca compiuta-

tionalen Finanz- und Währungsbereich sowie als wichtige mente su ciò che accade nel mondo e che il turismo abbia

multilaterale Finanzierungsquelle der internationalen permesso ai più di conoscere altri paesi e altri popoli.

Entwicklungszusammenarbeit. Aus diesem Grund gedenkt L'importanza di non chiuderci in un'egoistica isolazione

er in Uebereinstimmung mit der Schweizerischen National- viene confermata dalle necessità economiche e technologi-

bank die pragmatische Zusammenarbeit weiterzuführen, die che per la sopravvivenza del nostro paese. E' quindi indis-

sich im Laufeder Jahre mit der Weltbank eingespielt hat und pensabile che anche la politica estera del nostro paese sia

die unser Land bewogen hat, den Allgemeinen Kreditverein- portata e ostenuta dalla maggioranza della nostra popola-

barungen beizutreten sowie 1984 Vollmitglied des Zehner- zione.

klubs zu werden. A questo scopo chiedo al Consiglio federale se non ritiene

Die Schweiz hat sich in den Organisationen, in denen sie necessario coinvolgere maggiormente la popolazione per

Mitglied ist, stets für eine sachbezogene Politik und für das renderla più partecipe agli avvenimenti internazionali.

gute Funktionieren der Institutionen engagiert. Der Bundes-

rat beabsichtigt, sich auch weiterhin gegen Misswirtschaft Texte de l'interpellation du 18 décembre 1985

und Verpolitisierung der internationalen Organisationen Le sommet de Genève a soulevé un grand intérêt parmi la

einzusetzen. Zusammen mit den ändern Mitgliedern der population suisse. Toutefois, on a l'impression que cet inté-

Genfer Gruppe (Gruppe der westlichen Hauptbeitragszahler rêt s'est porté notamment sur l'aspect spectaculaire de la

der Uno-Spezialorganisationen), der unser Land auch ange- rencontre, et non sur le fond des problèmes qui ont été

hört, tritt die Schweiz für ein budgetäres Nullwachstum und discutés ou leurs conséquences sur les événements interna-

für eine gesunde und übersichtliche Finanzsituation der tionaux. En outre, la discussion à peine commencée sur

internationalen Organisationen ein. l'adhésion de la Suisse à l'ONU confirme le manque d'ouver-

Der Bundesrat ist der Meinung, dass der ablehnende Volks- ture du peuple suisse vers l'extérieur, cela en dépit au fait

entscheid vom 16. März nur dem Beitritt zur Uno galt und que la presse écrite et la presse parlée nous apprennent en

nicht etwa unserem Willen, die internationale Zusammenar- détail ce qui se passe dans le monde, et que le tourisme a

beit fortzusetzen, oder gar unserer Aussenpolitik insgesamt. permis à nombre de gens de connaître d'autres pays et

Er wird weiterhin alles daran setzen, der Schweiz eine wirk- d'autres peuples.

same Beteiligung an der Bewältigung der Probleme zu Vu les nécessités économiques et technologiques qui

ermöglichen, denen sich unsere Welt gegenübersieht. conditionnent la survie de notre pays, il est d'une impor-

16. Dezember 1986 1937 Aussenpolitik. Persönliche Vorstösse

tance capitale de ne pas nous isoler égoïstement. Il faut toute nature, qu'il éveille dans le citoyen le sens de la

donc que la politique étrangère de notre pays soit assumée participation en dehors de toute considération purement

et soutenue par la plus grande partie de notre population. visuelle ou émotionnelle, et qu'il cherche un large appui

A cet effet, je demande au Conseil fédéral de dire s'il dans la population au sujet des mesures arrêtées et des

n'estime pas indispensable de sensibiliser dans une plus activités entreprises. Il faut, pour cela, avoir une stratégie

forte mesure la population pour qu'elle participe davantage globale et je demande au Conseil fédéral de dire s'il en a

à la vie internationale. déjà une, et s'il est prêt à l'appliquer.

M. Carobbio: II faut remercier la Commission des affaires

étrangères de notre conseil qui nous donne aujourd'hui

Aussenpolitik. Persönliche Vorstösse l'occasion de débattre de la politique étrangère du pays,

Politique étrangère. Interventions personnelles même si le nombre de personnes présentes en ce moment

dans la salle ne semble pas démontrer un intérêt particulier

Allgemeine Diskussion - Discussion générale pour cette question, du moins jusqu'à présent. Notre groupe

est convaincu qu'un tel débat est nécessaire, non seulement

M. Grassi: Pour le peuple suisse, la politique étrangère est parce que le 16 mars dernier, le peuple et les cantons se

davantage une sorte de folklore qu'une véritable participa- sont prononcés contre l'adhésion de la Suisse à l'ONU, mais

tion. La visite d'un couple royal ou d'un chef d'Etat est, pour surtout à cause des questions que maintes attitudes de

la plupart du spectacle. De plus, ni le Département des notre pays dans le cadre de la politique étrangère soulèvent.

affaires étrangères ni le Conseil fédéral ne font quoi que ce C'est le cas en particulier des positions suisses sur le désar-

soit pour illustrer, à l'intention des citoyens, les intentions et mement et la paix, sur l'Afrique du Sud et sur le Nicaragua

les objectifs de telles visites et les répercussions qu'elles pour citer des exemples, sans parler des rapports avec les

peuvent avoir sur nos relations avec l'étranger. L'annonce pays du tiers monde et du rôle que jouent dans ce contexte

des visites de M. Aubert, conseiller fédéral, à Moscou et en des milieux importants de notre pays comme les banques et

Chine, sans commentaires ni explications, sinon, au préala- certaines multinationales. Les réactions que ces attitudes

ble, une vague conférence de presse de M. Brunner, secré- suscitent dans notre pays, mais surtout dans ce Parlement-

taire d'Etat, en est le témoignage récent. il suffit de rappeler à ce propos la position de ceux qui

Certes, dans une démocratie directe, la routine fait défaut critiquent l'aide que la Suisse assure aux oeuvres d'entraide

sur le plan de la politique étrangère, et cela pour de bonnes au Nicaragua-méritent un débat ouvert sur les orientations

raisons. En effet, la constitution fédérale confie la conduite actuelles de notre politique étrangère. Nous souhaitons que

de cette politique au Conseil fédéral et non aux cantons, de telles discussions aient lieu plus fréquemment.

tandis que le Parlement n'a que des fonctions limitées. On C'est donc avec le plus vif intérêt que notre groupe a

comprend donc pourquoi il existe une distance entre les examiné et discuté la réponse du Conseil fédéral à l'interpel-

citoyens et la politique étrangère, un certain manque de lation de notre Commission des affaires étrangères. Disons

familiarité et de connaissances. d'entrée de cause que cette réponse peut avoir notre

Le citoyen suisse est bien intéressé à l'évolution de la accord, dans la mesure où le Conseil fédéral revendique une

politique mondiale, mais pas à notre politique étrangère. En présence active de la Suisse dans le concert des nations du

effet, il n'y voit pas la possibilité de l'influencer. En outre, le monde. Nous aussi, comme le Conseil fédéral, nous avons

citoyen moyen a parfois des idées fausses, ou du moins été favorables à l'adhésion de la Suisse à l'ONU et parta-

dépassées, sur la politique étrangère. C'est ainsi qu'on a pu geons l'opinion, affirmée dans le rapport du gouvernement,

voir clairement, lors du vote sur l'adhésion de la Suisse à selon laquelle la Suisse doit développer dans le respect de

l'ONU, que la notion de neutralité n'est pas tellement ressen- sa politique de neutralité et dans la défense de son indépen-

tie comme un statut juridique bien défini, sur lequel se fonde dance des relations avec tous les pays du monde. Elle doit

une activité politique dans le domaine international, mais être présente de façon active dans les organisations interna-

plutôt comme une distanciation à l'égard des querelles tionales, notamment dans celles qui s'occupent de la

étrangères, presqu'une défense de faire de la politique défense des droits de l'homme et du développement de

étrangère. Très peu ont admis que la neutralité ne saurait nouveaux rapports entre les peuples et les Etats. Dans cette

être qu'un choix permettant de sauvegarder nos intérêts et optique, nous approuvons les initiatives du Département

rien de plus. C'est précisément un tel jugement sur nos fédéral des affaires étrangères à la Conférence d'Helsinki,

intérêts, notamment ceux de notre Etat, digne d'être protégé pour citer un exemple, et dans d'autres instances internatio-

sur le plan international, que le peuple n'est pas à même de nales. Nous approuvons aussi les initiatives de notre minis-

porter. A cela s'ajoute le fait que l'information, d'une part, et tre des affaires étrangères dans ses contacts avec les divers

la mobilité de la population, d'autre part, ont renforcé l'inter- pays du monde, y compris ceux impliqués dans des crises

dépendance des pays et de leurs habitants. politiques ou militaires et ceux dont le régime est différent

L'échange de biens avec l'étranger, à travers les importa- du nôtre. Nous soutenons également l'aide que la Suisse

tions et les exportations, les disparités entre le Nord et le assure à des pays - je l'ai déjà dit - comme le Nicaragua,

Sud sur les plans économiques et politiques, qui nous tout en la considérant insuffisante. Les critiques adressées

concernent, dans une certaine mesure, le développement aux responsables de notre politique d'aide au développe-

fulgurant de la technologie et des catastrophes de grande ment, au nom d'une prétendue limitation des droits démo-

envergure nous confirment que le monde est devenu une cratiques dans ce pays n'ont aucun fondement. Elles

vaste communauté liée par le même destin. oublient de préciser qui est l'agresseur et qui est la victime

C'est cette image du monde qui prévaut à l'heure actuelle, au Nicaragua. Il s'agit d'une position et d'une attitude pure-

pour une humanité toujours plus «déboussolée», pour qui ment idéologiques, en définitive contraires aux principes

les choses les plus simples prennent un aspect émotionnel. mêmes d'une politique étrangère suisse respectueuse des

Il est clair que l'homme y perd toute indépendance, tant sur droits des gens et des peuples. A ce sujet, permettez-moi,

le plan du jugement que sur celui des actes, et qu'il en arrive Monsieur Aubert, de vous dire que vos propos tenus à

même à dépendre du jugement d'autrui. On constate ce rassemblée de l'Oeuvre suisse d'entraide ouvrière concer-

phénomène partout, jusque dans les relations humaines et nant précisément la démocratie au Nicaragua - si je m'en

ni la politique intérieure ni la politique étrangère n'y échap- tiens à ce qu'a écrit la presse-sont fort discutables, pour ne

pent. pas dire autre chose. Je souhaite obtenir quelques préci-

Pour toutes ces raisons, il me paraît d'une extrême urgence sions à ce sujet.

que le Conseil fédéral, autorité compétente pour l'exécution Cependant, le fait que notre groupe souligne les points

de la politique étrangère, la fasse mieux connaître au d'accord avec les considérations contenues dans le rapport

peuple, qu'il l'encourage à comprendre le pourquoi de nos du Conseil fédéral ne signifie pas encore qu'il puisse se

relations internationales, de nos démarches, de nos actes de déclarer satisfait de la position de la Suisse sur le plan

Politique étrangère. Interventions personnelles 1938 N 16 décembre 1986

international et des attitudes qu'elle maintient ou assume lement, après tout ce que nous connaissons aujourd'hui,

dans plusieurs situations et problèmes de caractère interna- condamner l'interventionnisme de l'administration Reagan.

tional. Cela est d'autant plus vrai si l'on ne se limite pas à Troisièmement, l'endettement mondial et les rapports Nord-

considérer la position suisse sur le plan international sous le Sud. Trop souvent à notre avis la Suisse - co n'est pas

seul aspect de la politique menée par le Département des toujours la responsabilité du Département des affaires

affaires étrangères et si l'on tient compte du contexte global étrangères, mais de toute façon, c'est l'affaire du Conseil

ainsi que de l'attitude générale du gouvernement et - je fédéral - se rallie à des prises de position des puissances

pense finalement que ce dernier est un aspect très impor- industrialisées, au détriment des pays du tiers monde. Notre

tant - des choix effectués par ce Parlement à plusieurs rôle dans l'objectif d'un équilibre économique meilleur et

reprises en matière de politique étrangère. En définitive, plus juste entre le Nord et le Sud est nettement insuffisant.

dans cette optique, nos réserves et nos critiques sont multi- Quatrièmement, le rôle des banques et des industries multi-

ples. Elles nous amènent à considérer la réponse du Conseil nationales. L'argent sale qui transite par nos banques, les

fédéral à l'interpellation de notre commission comme par- détournements de la loi sur le matériel de guerre au sujet de

tielle ou du moins incomplète. l'exportation d'armes et le fait qu'aucune mesure législative

Nos réserves et nos critiques concernent plus particulière- précise n'est prise - je dénonce à ce propos la décision du

ment la position et l'attitude de la Suisse par rapport à la Conseil fédéral qui a renoncé à réviser la loi sur les banques

politique du désarmement et de la paix dans le monde, la qui aurait pu permettre d'introduire des normes plus pré-

position et l'attitude de notre pays sur la situation en Afrique cises - sont des éléments critiquables, parce qu'ils engen-

du Sud et en Amérique centrale, la position de la Suisse au drent des phénomènes négatifs pour l'image de la Suisse

sujet de questions comme l'endettement mondial et les sur le plan international. Il ne suffit pas de prendre des

rapports nord-sud, le rôle que des institutions suisses initiatives positives dans d'autres domaines, si les agisse-

importantes comme nos banques et certaines de nos indus- ments de certains milieux finissent par ternir la réputation

tries, en particulier celle de l'armement, jouent dans les pays de notre pays.

en guerre ou dans ceux victimes de graves tensions sociales Cinquièmement, les relations avec l'Europe communautaire

et, finalement - c'est un cas particulier, mais également et les dispositions législatives. Je ne veux pas m'étendre sur

important - l'attitude que la majorité de ce Parlement a cette question, mais il me semble - ce problème concerne

généralement - à ce propos notre assemblée est générale- plus particulièrement le Parlement - que la Suisse doit

ment en retard par rapport au Conseil fédéral - vis-à-vis des prendre conscience - et à ce propos je partage les considé-

relations avec l'Europe communautaire et sa législation, rations émises par l'ambassadeur Blankart dans une récente

surtout dans le domaine des questions du travail, de la conférence à Lucerne - de la nécessité de s'insérer plus

politique sociale et de la protection de l'environnement. activement dans le concert de l'Europe communautaire, si

Ce sont là des aspects importants que nous ne pouvons pas elle ne veut pas risquer de s'isoler. Il serait important que

oublier, lorsque nous parlons de la position suisse sur le notre Parlement prenne des décisions sur toute une série de

plan international. Dans ce domaine, l'attitude de notre pays conventions européennes d'une façon différente que d'habi-

est encore trop passive quand elle ne s'aligne pas sur des tude, c'est-à-dire en les ratifiant.

positions discutables. Pour nous convaincre, examinons Voilà les considérations d'ordre général auxquelles notre

brièvement chacun des points précités. groupe est parvenu à propos de la politique étrangère.

Premièrement, la politique de désarmement et de paix. On Lorsqu'on parle de la position suisse sur le plan internatio-

peut considérer comme positive la disponibilité suisse à nal, il faut donc aborder et débattre ces aspects particuliers

organiser et à faciliter des rencontres internationales précités. En plus des avis émis par le Conseil fédéral dans

comme celles qui ont eu lieu à Genève, ainsi que d'autres son rapport, nous souhaiterions avoir de la part de M. Au-

démarches allant dans cette direction, mais notre groupe bert quelques précisions sur les points soulevés ci-dessus.

doit dénoncer le manque d'initiatives, de prises de position

courageuses et claires face à toutes les propositions d'arrêt Sager: Die Fraktion der Schweizerischen Volkspartei hat mit

de la course aux armements discutées aujourd'hui dans le Interesse und Zustimmung vom Bericht des Bundesrates

monde, notamment pour les armes nucléaires. Il est vrai que über die internationale Stellung der Schweiz Kenntnis

le Conseil fédéral et M. Aubert lui-même ont plusieurs fois genommen. Der Bericht ist so umfassend wie innerhalb

déclaré que la Suisse est favorable à un désarmement. Nous dieses Umfanges überhaupt möglich. Er ist zudem so ausge-

approuvons cette déclaration, mais il nous semblerait utile wogen, dass er auf der Linie dessen liegt, was als Minimal-

que la Suisse prenne des initiatives plus concrètes en colla- konsens des Volkes über Aussenpolitik und Stellung unse-

boration avec d'autres pays neutres ou non alignés, afin de res Landes betrachtet werden kann.

favoriser un véritable processus de désarmement. Notre Wir danken dem Bundesrat für diesen wertvollen Bericht,

pays a, à ce sujet, un rôle important à jouer. der den heiklen Problemen nicht ausweicht, sondern sie

Deuxièmement, la politique vis-à-vis de l'Afrique du Sud. Je behutsam angeht. Er bringt zum Ausdruck, dass die interna-

ne veux pas anticiper sur le débat qui suivra, mais notre tionale Stellung der Schweiz - in der Momentaufnahme

groupe doit tout de suite affirmer qu'il est inconcevable et gesehen - zu keinen wesentlichen Besorgnissen Anlass

inadmissible que la Suisse ne se soit pas encore décidée à gibt, abgesehen vom Gebrauch der Möglichkeiten, die unser

prendre des sanctions économiques envers le gouverne- Land, wie andere Länder auch, bietet, deren Missbrauch

ment d'Afrique du Sud qui fait fi des droits de l'homme les aber eher offenlegt als andere Länder. Wenn man jedoch

plus élémentaires. Dans ce cas, on a la nette impression que den raschen Wandel der Möglichkeiten und die Zwänge zu

les intérêts de nos banques et de nos entreprises multinatio- internationalen Beziehungen berücksichtigt, sieht das Bild

nales ont plus d'influence sur les choix de politique étran- weniger rosig aus. Es sind nicht die bilateralen, sondern die

gère que sur l'intérêt général d'une attitude plus claire multilateralen Probleme, die uns Sorgen bereiten.

envers l'Afrique du Sud. En ce qui concerne l'Amérique Die Abstimmung vom 16. März hat eines sichtbar gemacht:

centrale, il faut également dénoncer, malgré le fait positif Die Aussenpolitik unseres Landes löst im Volk wenig Echo

qu'est le maintien de l'aide, le manque de fermeté de la part aus, in einem Volk, das im Durchschnitt gesehen der weltpo-

du Conseil fédéral face à l'ingérence des Etats-Unis dans les litischen Entwicklung vermutlich mehr Interesse entgegen-

affaires intérieures d'un pays libre et indépendant comme le bringt als andere Völker. Da aussenpolitische Entschlüsse in

Nicaragua. Cette ingérence a été démontrée clairement par zunehmender Zahl dem Referendum - und damit mögli-

les derniers faits relatés par la presse et les victimes suisses cherweise dem Volksbeschluss - unterstellt werden, müs-

des interventions de la «Contra» au Nicaragua justifient sen wir, als Vorbereitung auf künftige Entwicklungen,

d'autant plus une prise de position claire de la part de notre unsere Aussenpolitik dem Volke nahebringen.

gouvernement vis-à-vis de l'attitude des Etats-Unis en Amé- Wir denken natürlich sofort an die Schulen und an die

rique centrale. De même que l'on a justement dénoncé Parteien, die hier im Rahmen staatsbürgerlicher Ausbildung

l'intervention soviétique en Afghanistan, nous devrions éga- eine besondere Rolle zu spielen hätten. Allein, Schulen und

16. Dezember 1986 N 1939 Aussenpolitik. Persönliche Vorstösse

Parteien sind mit der Bewältigung ihrer bisherigen Pflichten Wenn wir unsere künftige Aussenpolitik definieren wollen,

bereits an der Schwelle der Ueberforderung angelangt. ist ein Blick auf das Umfeld unerlässlich. Unsere Aussenpoli-

Ohne Hilfe durch den Bundesrat werden sie kaum zusätzli- tik steht im Spannungsfeld zwischen der Ost- und Westpola-

che Aufgaben übernehmen und erfüllen können. Es wäre rität und des Nord/Süd-Gegensatzes. Es gibt kaum ein welt-

darum verdienstvoll, wenn die heute vom Chef des Departe- weites Problem, das nicht mindestens indirekt damit zusam-

mentes für auswärtige Angelegenheiten vorgelegte Ueber- menhängt. Dessen müssen wir uns bewusst sein und unsere

sicht zu einem Leitfaden schweizerischer Aussenpolitik Aussenpolitik danach ausrichten.

erweitert würde. Darin könnten sowohl deren Grundlagen - Aufgrund unserer wirtschaftlichen Situation, unserer

Neutralität, Solidarität, Universalität und Disponibilität-als geografischen Lage und unserer Stellung als exportorien-

auch die aussenpolitischen Mittel und namentlich die erwei- tierter Industriestaat sind wir je länger, je mehr von diesen

terten Bereiche, in denen Aussenpolitik heute geführt wer- Gegensätzen und unerfreulichen Begebenheiten direkt

den muss, etwas eingehender dargestellt werden. Ein sol- betroffen. Ob wir es wollen oder nicht: wir geraten immer

cher Leitfaden könnte von Schulen als Unterrichtsmittel und mehr in eine wechselseitige Abhängigkeit. Für uns heisst

von Parteien als Diskussionsgrundlage eingesetzt werden. das, dass wir unser Land gegenüber der übrigen Welt wei-

Das ist eine Anregung; sie liegt auf der Linie der Interpella- terhin aktiv öffnen. Viele Aufgaben können wir nur noch in

tion des Kollegen Grassi. einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit bewältigen.

Wir haben nicht nur die eine Pflicht, unser Volk näher an die Aufgrund dieser Prämissen sieht die CVP-Fraktion die Stel-

Aussenpolitik heranzuführen, sondern auch jene andere, lung der Schweiz und ihre Aussenpolitik kurz wie folgt:

nämlich die Schweiz und ihren Stellenwert im internationa- 1. Unsere bewährte Neutralitätspolitik ist weiterhin Richt-

len Konzert der Staatengemeinschaft im Ausland selbst bes- schnur unserer Aussenpolitik. Diese Position wird durch die

ser zu erklären. Das sind Investitionen in unsere Zukunft; so Solidarität und Disponibilität ergänzt. Wir dürfen in dieser

wie die heutige Stellung dem Einsatz vorangehender Gene- Völkergemeinschaft nicht ein Passivmitglied sein, sondern

rationen zu verdanken ist, haben wir uns auch für die nach- haben aktiv mitzuwirken.

folgenden einzusetzen und zu arbeiten. 2. Solidarität heisst Fortsetzung und Verstärkung unserer

Als zweite Anregung sei der Vorschlag unterbreitet, dass humanitären und entwicklungspolitischen Hilfe zur Selbst-

sich das Departement für auswärtige Angelegenheiten hilfe der Entwicklungsländer. Das Schicksal anderer Völker

intensiver mit der Darstellung der Schweiz und ihrer interna- kann und darf uns nicht gleichgültig sein. Hier hat unsere

tionalen Stellung im Ausland befasst. Am Ende seines Aussenpolitik einzusetzen und zu helfen, das wirtschaftliche

Berichtes hat Herr Bundespräsident Aubert gesagt, das Gefalle zu mildern und Strukturveränderungen herbeizu-

Hauptziel unserer Aussenpolitik sei es, die Stellung der führen.

Schweiz in der Gemeinschaft der Nationen zu festigen. Das 3. Disponibilität bedeutet, dass wir bei Konfliktlösungen wei-

ist von Bedeutung. Es geht nicht um Verkehrswerbung oder terhin unsere guten Dienste anbieten und zur Verfügung

Landespropaganda, sondern um Beiträge zu internationa- stellen.

len Diskussionen, die bereits geführt werden oder unbedingt 4. Als friedliebender Staat haben wir uns auf eine konse-

zu führen sind. Die Themen liegen auf der Hand und seien quente Menschenrechtspolitik festzulegen und der Beach-

hier nur mit einigen Andeutungen aufgeführt: Was ist die tung der Menschenrechte auf der ganzen Welt Nachachtung

schweizerische Neutralität in Vergangenheit und Gegen- zu verschaffen. Die KSZE bietet dafür ein besonders geeig-

wart? Was kann sie in Zukunft sein? Wie grenzt sie sich von netes Forum.

der Neutralität anderer Länder ab? Welche Haltung kann

und will die Schweiz zur fortschreitenden Integration ein- 5. Nach dem Nein zur Uno hat sich unsere Aussenpolitik,

nehmen? Welche Alternativen bestehen zur Europäischen insbesondere die Aussenwirtschaftspolitik, noch vermehrt

Gemeinschaft? Wie ist es um die EFTA bestellt? Auf solche europabezogen aktiv auszurichten. Die europäischen

Weise bekunden wir eine stärkere Präsenz. Das müssen wir Dimensionen sind neu auszuloten, vorab im Hinblick auf die

tun, weil wir sonst der Vergessenheit anheimfallen. Das wäre Entwicklung in der EG. Trotz ihrer Schwierigkeiten wird die

ein Rückfall. EG zu einem immer bedeutenderen wirtschaftlichen und

Die Fraktion der Schweizerischen Volkspartei würde es politischen Machtfaktor. Es besteht die grosse Gefahr, dass

begrüssen, wenn sich die Diskussion, anders als es Herr wir wirtschaftlich ins Abseits gedrängt werden; andererseits

Carobbio vorschlägt, auf den Bericht beschränken würde stehen einem Beitritt zu viele Hindernisse entgegen.

und damit die Ueberparteilichkeit unserer Aussenpolitik in Diese Entwicklung gilt es daher, im Interesse unserer Aus-

den grundlegenden Fragen demonstriert werden könnte. So senwirtschaft und unserer Gesamtpolitik im Auge zu behal-

bringen wir das Anliegen dem Volke gewiss näher als mit ten. Generell kann gesagt werden, dass sich unsere Aussen-

einer Diskussion der strittigen und polarisierenden Fragen. politik noch vermehrt in den Dienst der wirtschaftlichen

Dass auch diese bestehen, ist selbstverständlich. Aber es ist Belange unseres Landes stellen sollte. Man hört von selten

sinnvoll, das, was uns eint und verbindet - das konsensfä- der Wirtschaft immer wieder Klagen, dass die Unterstützung

hige Minimum also -, gelegentlich auch zu unterstreichen durch unsere aussenpolitischen und aussenwirtschaftspoli-

und die Spezialprobleme besonderen Diskussionen vorzu- tischen Instrumentarien bisweilen Wünsche offenlasse.

behalten, wie sie über unsere Haltung gegenüber Südafrika Es ist durchaus legitim und erforderlich, dass sich unsere

zu führen sein wird. Aussenpolitik auch in den Dienst unserer Wirtschaft stellt.

Wenn wir getrennte Probleme getrennt halten, ebnen wir Eine gesunde Wirtschaft ist für uns als Exportland von

den Zugang des Volkes zum besseren Verständnis unserer lebenswichtiger Bedeutung. Hier hat die Aussenpolitik der

Aussenpolitik. Innenpolitik zu dienen. Allerdings stellt sich die Frage, ob

die Wirtschaft nicht ihrerseits mehr mit der Politik zusam-

Fischer-Sursee: Nach dem Nein des Schweizervolkes zum menarbeiten sollte. Sie selbst weiss ja schon längst, dass

Uno-Beitritt sind Ueberlegungen zur schweizerischen Aus- sie, um bestehen zu können, mit der internationalen

senpolitik geboten. Es ist zu überlegen, was das Nein bedeu- Entwicklung Schritt halten muss.

tet, und vor allem, was es nicht bedeutet. Das Nein zum Uno- 6. Als letzten Punkt spreche ich unsere Tätigkeit im Europa-

Beitritt war zweifelsohne nicht eine Absage an eine aktive rat an. Wir erhalten immer wieder Protokolle oder Vereinbar-

Aussenpolitik und an eine völkerverbindende Solidarität. ungen zur Genehmigung, die uns Mühe bereiten oder bei

Das Nein war vielmehr von der Befürchtung getragen, denen wir Vorbehalte anbringen müssen. Rechtzeitige Ein-

unsere Neutralität würde beeinträchtigt. Zudem wollte sich flussnahme bei der inhaltlichen Redaktion ist daher nötig.

der Souverän nicht in ein festes Organisationssystem ein- Ferner stellen wir fest, dass unsere Vertreter im Europarat

binden lassen, dessen Effizienz in Frage gestellt ist. oft als Einzelkämpfer dastehen. Wir hören etwa die Klage,

Das Nein bedeutet daher vielmehr eine erneute und massive dass die Rückkoppelung mit dem Bundesrat und der Ver-

Bejahung unserer Neutralitätspolitik, wie wir sie in den letz- waltung zu wünschen übriglasse.

ten Jahrzehnten entwickelt haben. Wir bitten Sie daher, Herr Bundesrat, aber ebenfalls unsere

Politique étrangère. Interventions personnelles 1940 N 16 décembre 1986

Parlamentarier im Europarat, diesem Problem Ihre volle Disponibilität ist nicht allein für die Problemlösung zwi-

Aufmerksamkeit zu schenken. schen Staaten reserviert. Wir sollten auch gegenüber

bedrohten und verfolgten Einzelmenschen und -gruppon

Renschier: Aus der öffentlichen Diskussion über den Uno- disponibel sein. Eine Aussenpolitik mit menschlichem Ant-

Beitritt lassen sich u. a. folgende vier Punkte herauskristalli- litz ist notwendig. Eine solche Aussenpolitik entspricht

sieren: unserer humanitären Tradition und dürfte auch in unserem

1. In der Bevölkerung herrscht grosse Skepsis bis Abnei- Volke eine breite Resonanz finden.

gung gegenüber internationalen Organisationen, wenn Davon ausgehend ergeben sich drei Hauptakzente unserer

deren Nützlichkeit und Effizienz nicht offenkundig ist, was ja Aussenpolitik:

manchmal auch relativ schwierig festzustellen ist. Bei der 1. Entspannungs- und Stabilisierungspolitik;

Uno wog die Unglaubwürdigkeit des Handelns stärker als 2. Friedenspolitik;

die Glaubwürdigkeit des Willens zur kollektiven Friedenssi- 3. Integrationspolitik.

cherung. Bei der Entspannungs- und Stabilisierungspolitik steht

2. Aktive Aussenpolitik findet Unterstützung, insbesondere Europa im Vordergrund. Die SPS strebt langfristig ein

die bilaterale Aussenpolitik und auch aussenpolitische Akti- Europa an, das gleiche Distanz zu den Machtblöcken

vitäten im Bereich humanitärer Massnahmen, Menschen- bewahrt und in der Welt eine eigenständige, stabilisierende

rechte und gute Dienste. Das hat sich in den Diskussionen und friedenssichernde Rolle spielt. Es gilt, den sogenannten

um den Uno-Beitritt immer wieder deutlich gezeigt. Frieden der gegenseitigen Abschreckung in einen Frieden

3. Grosse Teile unseres Volkes messen der Neutralität eine der gegenseitigen Verständigung zu wandeln.

geradezu magische Schutzwirkung für unser Land zu. In die Für Aktivitäten in diesem Bereich ist die Konferenz für

Neutralität wird meiner Meinung nach mehr hineininterpre- Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, KSZE, das

tiert, als was sie tatsächlich gewährleisten kann, d. h. dass geeignete Forum. Der KSZE-Prozess hat sich bisher als ein

bei allen aussenpolitischen Aktivitäten, vor allem wenn es krisenstabilisierender Faktor in der gesamteuropäischen

um Beitritte zu internationalen Organisationen geht, die Beziehung erwiesen. Die Konferenz über Vertrauens- und

Frage der Neutralität zu einem ganz zentralen Problem wird. sicherheitsbildende Massnahmen und Abrüstung in Europa,

4. Wegen der ausgeprägten Neutralitätshaltung wird Aus- KVAE, schloss ihre erste Phase mit einem Dokument ab. Das

senpolitik häufig auch als alleinige Angelegenheit der ande- Stockholmer Dokument bildet die Voraussetzung dafür,

ren Staaten betrachtet. Man fühlt sich gewissermassen als dass die dritte Folgekonferenz der KSZE in Wien der KVAE

Zuschauer am Rande der Weltbühne. den Auftrag für die zweite Phase, nämlich für die Abrüstung,

Weder der Bundesrat noch das Parlament konnten bisher erteilen kann.

die Aussenpolitik zur «Innenpolitik» machen und sie dem Wir von der SP erwarten, dass sich die Schweiz auch daran

Volke entsprechend näherbringen. Hier stellen sich dem aktiv beteiligen wird. Es geht nicht an, dass sich die Schweiz

Parlament besondere Aufgaben. in der Frage der Abrüstung abkoppelt. Die Abrüstung ist zu

Dazu bieten sich einige konkrete Massnahmen an: wichtig, als dass sie den beiden Grossmächten überlassen

1. Vermehrte Debatten über aktuelle aussenpolitische The- werden kann. Aus unserer Sicht muss in der KSZE ein

men - solche Debatten finden leider nicht sehr häufig statt; Prozess eingeleitet werden, der von Absichtserklärungen zu

gängige Praxis ist, dass Aussenpolitik meist nur dann völkerrechtlichen Verträgen führt. Gegenstand solcher Ver-

Gegenstand der Diskussion ist, wenn sie wegen Beschlus- träge könnten beispielsweise sein: die Schaffung einer

seskompetenz unvermeidbar geworden ist. atomwaffenfreien Zone in Europa, das Verbot chemischer

2. Stärkerer Einbezug der aussenpolitischen Kommissionen Waffen, die Schaffung eines Systems zur friedlichen Rege-

in die Gestaltung der Aussenpolitik. Dazu gehört beispiels- lung von Streitigkeiten oder die Bildung eines europäischen

weise die Konsultation der parlamentarischen Kommissio- Sicherheitsrates. Entspannungs- und Stabilisierungspolitik,

nen bei neuen internationalen Abkommen, an denen die die innerhalb der KSZE zielstrebig zu verfolgen sind, stellen

Schweiz mitarbeitet. Es ist für die Oeffentlichkeit wie auch auch ein wichtiges Element der Friedenspolitik dar. Aber

für das Parlament besonders unbefriedigend, wenn wir zu Friedenspolitik beschränkt sich nicht auf Europa, sie muss

internationalen Abkommen nur ja oder nein - im Sinne einer weltweit zum Tragen kommen. Unter Friedenspolitik verste-

Ratifikation - sagen können. Hier sollten die Kommissionen hen wir aussenpolitische Aktivitäten, die dazu dienen, die

über den Inhalt der auszuhandelnden Abkommen orientiert Ursachen politischer Spannungen und Konflikte bis hin zu

werden und dort auch ein Mitwirkungsrecht eingeräumt denen von kriegerischen Auseinandersetzungen zu beseiti-

bekommen. gen. Der Friedenspolitik ordnen wir deshalb auch die

3. Die Beteiligung von Ratsmitgliedern an Delegationen für Entwicklungspolitik zu, eine Entwicklungspolitik, die unei-

internationale Konferenzen ist als Möglichkeit der aktiven gennützig und basisbezogen sein soll. Dabei messen wir

parlamentarischen Mitwirkung ins Auge zu fassen. den folgenden Leitlinien grosses Gewicht bei:

Es geht natürlich nicht nur um die Frage, wie der Stellenwert I.Die wirtschaftlichen Beziehungen mit Entwicklungslän-

der Aussenpolitik in Volk und Parlament verstärkt werden dern müssen konsequenter auf die gesetzlich verankerten

kann; das ist ein Element. Entscheidender ist für mich die Grundsätze der Entwicklungspolitik ausgerichtet werden.

Frage, welchen Inhalt diese Aussenpolitik haben soll. Der Das gilt für den Handel, die Kreditgewährung, die Exportrisi-

Bundesrat nennt in seiner Interpellationsantwort die Prinzi- kogarantie und die Privatinvestitionen. Es muss verhindert

pien, nach denen sich die Aussenpolitik richtet: Neutralität, werden, dass positive Ansätze der Entwicklungszusammen-

Solidarität, Universalität und Disponibilität, das sind alles so arbeit durch privatwirtschaftliche Tätigkeiten überlagert

wunderbare Worte, dass das Volk sie einfach verstehen oder gar zerstört werden.

mussi 2. Statt staatlicher Mammutprojekte sollen in vermehrtem

Nach Meinung des Bundesrates soll die Neutralität das Masse Kleinprojekte nichtstaatlicher Organisationen geför-

Rückgrat unserer Aussenpolitik sein, also müssen wir eine dert werden.

Neutralitätspolitik mit Rückgrat betreiben. Das aber heisst 3. Das bisherige Verhältnis von zwei zu eins zwischen bilate-

Stellung beziehen, heisst Handeln, dort beispielsweise, wo raler und multilateraler Hilfe soll beibehalten werden, und

Ungerechtigkeiten und Verletzungen von Menschenrechten zwar ohne faule Tricks.

manifest werden. Die Neutralitätspolitik darf sich nicht auf 4. Die finanziellen Leistungen des Bundes für die Entwick-

ausgewogene Lippenbekenntnisse beschränken, um ja kein lungszusammenarbeit sollen weiter erhöht werden. Wir ste-

Geschäft zu verpassen! hen da immer noch ganz unten auf der Liste der Industrie-

Solidarität soll nicht Herrschenden, sondern Unterdrückten länder.

gegenüber geübt werden. Universalität ist nicht auf die Zur Friedenspolitik: Zu ihr gehört auch die konsequente

Beziehungen zu den Machthabern begrenzt. Sie muss die Stellungnahme gegen Ungerechtigkeit und gegen eine Ver-

Völker, insbesondere die benachteiligten Bevölkerungs- letzung der Menschenrechte. Aktuelles Beispiel ist die Not-

schichten, mit einschliessen. wendigkeit von wirtschaftlichen Sanktionen zur Unterstüt-

16. Dezember 1986 1941 Aussenpolitik. Persönliche Vorstösse

zung der Anti-Apartheidpolitik in Südafrika. Aktive Friedens- Positiv zu bewerten ist das Bekenntnis zu einer verstärkten

politik verlangt ferner, dass das Waffenausfuhrgesetz strikt Entwicklungshilfe als eines Grundelements unserer Aussen-

angewandt und verschärft wird, worunter beispielsweise politik. Persönlich wie auch im Namen unserer Fraktion

auch Lizenzverkäufe fallen bzw. worin sie einbezogen wer- hätte ich es begrüsst, wenn das Kapitel über unsere Hilfsver-

den müssen. pflichtungen mit etwas mehr Wärme formuliert worden

Mit der Integrationspolitik ist in erster Linie die Verstärkung wäre. Uns geht es hier ganz bewusst um mehr Idealismus,

der Position des Europarates voranzutreiben. Eine der um mehr Opferbereitschaft in unserer gesamten Beziehung

Hauptaufgaben des Europarates liegt in der europäischen zur übrigen Welt. Ein Land, das so reich, so privilegiert ist

Rechtsharmonisierung. Diese müssen wir fördern, weil wir wie die Schweiz, darf seine Auslandbeziehungen nicht pri-

daran ein Interesse haben. Von den rund 120 Konventionen mär auf materielle Vorteile ausrichten, es sei denn, man

haben wir bisher nur 50 ratifiziert, wir müssen aber solche wolle sich wissentlich Neid und Kritik der Welt zuziehen.

Konventionen noch vermehrt ratifizieren. Wichtigste Kon- Jenes Kapitel, das uns nach menschlicher Voraussicht in

vention, wichtigstes Werk des Europarates ist für uns die den nächsten Jahren am meisten Kopfzerbrechen machen

Ratifikation der Sozialcharta. wird, ist unsere Beziehung zur Europäischen Gemeinschaft.

Ferner gilt es, unser Nahverhältnis zur EG weiter zu entwik- Da sich hierüber, so hoffe ich wenigstens, noch andere

keln, beispielsweise durch die Verbesserung der Ursprungs- Redner äussern werden, kann ich mich kurz fassen.

regeln, durch ein Verbot mengenmässiger Ausfuhrbe- Der Mythos der Neutralität, der heute nachmittag schon

schränkung und durch die Einführung einer Schiedsge- mehrfach erwähnt wurde und bei der Uno-Abstimmung

richtsbarkeit in Freihandelsfragen. Triumphe gefeiert hat, wird sich in unseren Beziehungen zur

Ich komme zum Schluss. Auch wenn wir bedauern, dass wir EG einige Abstriche gefallen lassen müssen. Unsere Bezie-

die Uno als zusätzliches aussenpolitisches Forum nicht zur hungen zur EG werden uns ein hohes Mass von Phantasie

Verfügung haben, glauben wir doch, einen weiten Spiel- und Klugheit - kurz: von aktiver Aussenpolitik - abfordern.

raum für eine aktive Aussenpolitik zu haben. Wir brauchen Dazu eine eher persönliche Bemerkung: Mir scheint es für

nur Willen, Mut und Beharrlichkeit dazu. ein geschicktes Lavieren mit der EG wesentlich, dass wir

uns möglichst viel Manövrierfähigkeit und -möglichkeiten

Widmer: Unbewusst, oft sogar bewusst schwebt dem offenhalten. Mit anderen Worten: dass wir uns nicht nur auf

Schweizer ein Idealbild unserer Aussenpolitik vor, das sich die in nächster Zeit akut werdenden Beziehungen zu Europa

auf eine prägnante Kurzformel bringen lässt: Die beste Aus- konzentrieren, sondern uns ebenso aufmerksam andere

senpolitik ist, keine Aussenpolitik treiben zu müssen. So Wege, andere Türen offenhalten. Ein Beispiel: Ich halte den

extrem war das in unserem Land natürlich nicht immer der pazifischen Raum als einen für die Schweiz sehr wichtigen.

Fall. Noch das neunzehnte Jahrhundert zeichnete sich Es ist kein Zufall, dass sich heute die schweizerische Wirt-

durch eine muntere, unternehmungslustige Aussenpolitik schaft in hohem Masse in jenem Teil der Welt engagiert. Ich

aus. habe seinerzeit versucht, die aussenpolitische Kommission

Die grosse Wende kam in den dreissiger Jahren unseres dazu zu überreden, sich mit den Problemen des pazifischen

Jahrhunderts. Die zwiespältigen Erfahrungen mit dem Völ- Raums zu beschäftigen - leider war ich da absolut erfolglos.

kerbund und die lähmende Bedrohung während des Zwei- Ein weiteres wesentliches Stichwort: Ich war bei der Lektüre

ten Weltkrieges lösten auf dem Gebiet der Aussenpolitik der Interpellationsantwort einigermassen verblüfft, dass das

einen Rückzug ins Reduit-Denken aus. Damit nicht genug: Wort «Kultur» kein einziges Mal im Text vorkommt. Das

Die Entstehung neuer, riesiger Supermächte liess die scheint mir deshalb bedauerlich, weil die Kultur im weite-

Schweiz in ihrer relativen Grosse zusammenschmelzen. Es sten Sinn des Wortes ohne Zweifel eine der Möglichkeiten

ist deshalb durchaus verständlich, dass die grosse Mehrheit ist, mit denen ein kleines Land seine Präsenz in einer gros-

unserer Landsleute von einer Aussenpolitik in erster Linie sen Welt aufzeigen kann. Wir haben kaum Machtmittel, mit

erwartet, sie habe uns aus den Händeln der Welt herauszu- welchen wir anderen Staaten gegenüber Pressionen aus-

halten. Eigenaktivitäten will man eigentlich nur auf dem üben können. Wir sind ein Kleinstaat, jedoch ein kulturell

Gebiet der Aussenwirtschaft - zugunsten der Exportförde- hochinteressantes Phänomen in dieser Welt. Das gibt uns

rung, zur Sicherung der Arbeitsplätze. Argumente, mit denen wir ausserhalb der Schweiz erfolg-

Dieses eindeutige Verhalten des Schweizer Souveräns muss reich auftreten können. Dazu erlaube ich mir ein konkretes

sich zwangsläufig auf das Verhalten dieses Parlaments aus- Beispiel von einem anderen Land zu nennen. Dort hat man

wirken. Jeder Parlamentarier weiss, dass er seine Wieder- diese Situation erfasst. Ich war letztes Jahr zufällig in New

wahl gefährdet, wenn er öffentlich eine aktivere Aussenpoli- York, als dort die Liechtensteiner ihre Ausstellung «Kunst-

tik fordert. Umgekehrt erwirbt man Popularität, wenn man schätze aus Liechtenstein» eröffneten. Das war ein grösser

warnend den Drohfinger hebt und mahnend ausruft: Erfolg. Nachher hat man gesagt - zu Recht -, das sei im

«Machet den Zaun nicht zu weit!» Angesichts dieser absolut wesentlichen eine Werbeaktion für die Bank von Liechten-

klaren Ausgangslage ist es überraschend und spricht sehr stein gewesen. Was am Schluss als Resultat herausge-

für die Qualität dieses Parlaments, dass die Zahl derer, die schaut hat, darüber möchte ich nicht diskutieren. Aber die

sich mit aussenpolitischen Rückzugsparolen populär zu Grundtatsache war unbestreitbar: Ein kleines Land trat auf

machen versuchen, bescheiden ist. positive Art und Weise in Erscheinung und öffnete sich

Freilich ist auch die Zahl jener, welche sich für eine aktive damit neue Türen. Darum muss man die Frage stellen: Wie

Aussenpolitik einsetzen, kaum grösser. Eine solche Haltung ist es möglich, dass das Wort «Kultur» in dieser Interpella-

ist ein Luxus, den sich nur Parlamentarier leisten können, tionsantwort überhaupt nicht vorkommt? Die Antwort wird

die in ihrem Wahlkreis über eine unangefochtene Stellung vermutlich lauten: Die Kultur wird vom Departement des

verfügen oder schon so von Altersweisheit durchtränkt sind, Innern betreut.

dass sie von keinen politischen Ambitionen mehr geplagt Und das führt mich zum nächsten Stichwort, nämlich zur

werden. Zudem ruft das Parlament Aussenminister, die sich Koordination innerhalb der Bundesverwaltung in bezug auf

zu aktiv gebärden, unsanft zur Räson. Da die meisten Bun- die aussenpolitischen Belange.

desräte dazu neigen, mit schönen Stimmenzahlen wiederge- Es ist ziemlich wahrscheinlich und wird sich im Laufe der

wählt werden zu wollen, sind jeder aktiveren Aussenpolitik nächsten Jahre verdeutlichen, dass wir kaum mehr Themen

sehr enge Grenzen gesetzt. von einiger Bedeutung in unserem Lande behandeln kön-

Vor diesem allgemeinen Hintergrund ist auch die vorlie- nen, die nicht irgendwiedie Aussenpolitik berühren. Denken

gende Antwort des Bundesrats auf die Interpellation der Sie an die Umtriebe, die wir mit den Schwerverkehrssteuern

Kommission für auswärtige Angelegenheiten zu sehen und bekamen. Wir sind uns wahrscheinlich einig, dass die Pro-

zu bewerten. Gerade aus der geschilderten Perspektive bleme des Umweltschutzes nur noch grenzüberschreitend

muss das Urteil über die Antwort positiv lauten. Gewiss ist bewältigt werden können. Sie haben gestern abend stun-

die Antwort des Bundesrats keine tollkühne; sie ist aber denlang über das Thema «Schweizerhalle» diskutiert, in

doch einigermassen mutig und ausgewogen. dem Sie mit aller Schärfe sehen, wie die Schweiz mit der

Politique étrangère. Interventions personnelles 1942 N 16 décembre 1986

übrigen Welt verknüpft ist, auch wenn sie die Absicht dazu klaren Entscheid des Schweizervolkes durchaus Verständ-

gar nicht hatte. Hier ergibt sich eine neue Aufgabe für den nis hat.

Bundesrat. Vermutlich wird es so sein, dass man jede eini- Es wäre nun eine Fehlinterpretation, dieses Nein als ein

germassen wichtige innenpolitische Frage einer Art Umwelt- Zeichen zum aussenpolitischen Rückzug oder gar zu einem

verträglichkeitsprüfung zu unterziehen hat, wobei das Wort weitabgewandten Isolationismus zu werten. Die Schweiz ist

Umwelt nicht nur im ökologischen Sinn, sondern im Sinn zwar nicht Bestandteil der politischen Uno, aber Bestandteil

der aussenpolitischen Beziehungen zu verstehen ist. Es ist der Welt. Daher ist sie aufgerufen, im Sinne unserer ausson-

ein gefährlicher Irrtum, wenn die vier Regierungsparteien politischen Maximen Neutralität, Solidarität und Disponibili-

immer wieder glauben, dass das Departement für auswär- tät weiterhin durch ihre Präsenz gegen aussen dafür zu

tige Angelegenheiten ein unwichtiges Departement sei. Ich sorgen, dass unsere Freiheit und Unabhängigkeit behauptet

will es Ihnen ersparen, Zitate über diesen Irrglauben vorzu- und schweizerische Interessen auch im internationalen Rah-

tragen. Es geht mir nicht darum, hier Kritik zu üben, sondern men wahrgenommen werden. Die Maximen der Solidarität

ich komme damit zu meiner abschliessenden und sehr dezi- und der Disponibilität zeigen gleichzeitig auf, dass unsere

dierten Ueberzeugung: Die Bedeutung der aussenpoliti- Aussenpolitik auch ein Beitrag zur Erhaltung dos Friedens

schen Beziehungen für unsere schweizerische Existenz und zur Milderung der wirtschaftlichen und sozialen Not in

wird heute unterschätzt. Das Departement für auswärtige der Welt sein soll. Nicht alleiniges, aber wichtigstes Instru-

Angelegenheiten kann schon morgen das wichtigste Depar- ment unserer Aussenpolitik bleibt unsere dauernde und

tement in unserer Bundesverwaltung sein. Niemand kann bewaffnete Neutralität.

voraussagen, welche Ereignisse uns die Zukunft bringen Die Neutralität dient nicht nur der Wahrung unserer Interes-

wird. Das Entscheidende an der ganzen Debatte scheint mir sen. Eine konsequente Neutralitätspolitik macht unser Land

zu sein, dass wir uns auf eine Zukunft, in der die aussenpoli- für die anderen Staaten berechenbar, indem sie gleichsam

tischen Beziehungen ein entscheidendes Gewicht bekom- ein Territorium der Stabilität und hervorragende Vorausset-

men, rechtzeitig vorbereiten. zungen für die Erbringung von guten Diensten schafft.

Hinsichtlich Neutralität hat der 16. März 1986 Zeichen

gesetzt. Das Schweizervolk erwartet in seiner grossen Mehr-

Bonny: Die heutige Debatte wird von der FdP-Fraktion als heit, dass dieser Status unter keinen Umständen verwässert,

eine willkommene Gelegenheit wahrgenommen, um losge- sondern konsequent und kraftvoll und nicht etwa im Sinne

löst von den Emotionen des Urnengangs vom 16. März 1986 einer Gesinnungsneutralität vertreten wird.

einige grundsätzliche Ueberlegungen zu unserer Aussenpo- Hierzu ein gutes und ein weniger gutes Beispiel der letzten

litik anzustellen. Monate. Die dezidierte Haltung, welche unsere Delegation

Zuerst will ich mich kurz zu zwei behördlichen Kommenta- anlässlich der Stockholmer KVAE-Konferenz durch die

ren äussern, die unmittelbar nach dem Uno-Entscheid zu Anbringung eines Vorbehaltes hinsichtlich der Mobilma-

hören waren. Ich tue das, weil ich festgestellt habe, dass in chungsaktivitäten an den Tag gelegt hat, verdient ausdrück-

den bisherigen Voten - mit Ausnahme desjenigen von Herrn liche Anerkennung. Wenn uns dabei einige Grossmächte

Renschier - die Kommentierung des Uno-Entscheides rela- und gar Nachbarstaaten schlechte Zensuren erteilten, darf

tiv kurz erfolgte. uns das nicht sonderlich beeindrucken, ging es doch hier

Von behördlicher Seite hiess es damals: um unsere Milizarmee, die eine unabdingbare Vorausset-

1. Der Entscheid beweise, dass sich das Schweizervolk zu zung unserer bewaffneten Neutralität ist.

wenig für Aussenpolitik interessiere. Demgegenüber setzen wir, was die Teilnahme der Schweiz

2. Der Uno-Entscheid hätte an unserer Aussenpolitik nichts als Beobachter an der tumultuösen Gipfelkonferenz der

geändert. blockfreien Staaten anfangs September in Harare betrifft,

Wir erachten beide Thesen als unrichtig. Die Uno-Abstim- ein grosses Fragezeichen. Der Spektakel dieser Konferenz

mung, zweifellos ein aussenpolitischer Entscheid par excel- wurde nicht zuletzt durch höchst umstrittene Staatschefs

lence, kannte die seit Jahren grösste Stimmbeteiligung. und Leader von Befreiungsbewegungen - wie Fidel Castro

Dem Entscheid war eine intensive Kampagne mit vielen gut aus Kuba, Ghadhafi aus Lybien, Khomeiny aus Iran und

besuchten Veranstaltungen vorausgegangen, in denen sich Arafat von der PLO - geprägt.

das Schweizervolk engagiert mit Aussenpolitik auseinander- Eines der wichtigsten Resultate dieses aussenpolitischen

gesetzt hat. Happenings bestand nach Aussagen unserer Delegation in

Es ist oberflächlich, zu sagen, der Uno-Entscheid habe an der Wahl des Vorsitzenden und des Tagungsortes für den

unserer Aussenpolitik nichts geändert, nur weil wir auch vor kommenden Gipfel von 1989! Wir sind der Auffassung, dass

dem Entscheid nicht der politischen Uno als Mitglied ange- die Schweiz an einer solchen Uebung, zudem noch mit einer

hört haben. Tatsache ist vielmehr, dass der Bundesrat in den hochkarätigen Delegation von drei Botschaftern und einem

letzten 20 Jahren mit mehr oder weniger grosser Intensität Minister, wenig bis nichts zu suchen hat. Wenn wir das hier

den Beitritt der Schweiz zur Uno angestrebt hat. Diese im Zusammenhang mit der Neutralität erwähnen, dann des-

Marschrichtung wurde zu einer Komponente unserer Aus- halb, weil auf diese Weise die Neutralität abgewertet, wenn

senpolitik. Damit war auch ein weiteres Phänomen verbun- nicht sogar - denken wir an einen Mann wie Ghaddafi =

den: Offiziell blieb zwar unsere Neutralitätspolitik integrie- pervertiert wird.

render Bestandteil unserer Aussenpolitik. Dem aufmerksa- Das Universalitätsprinzip gebietet, dass die Schweiz auch

men Beobachter konnte aber nicht entgehen, dass sie in künftig in dieser interdependenten Welt in multilateralen

den letzten Jahren etwas in den Hintergrund gedrängt Organisationen mitwirkt.

wurde. Variationen vordem 16. März zum Thema Neutralität An diese sind hohe Anforderungen zu stellen. Tendenzen

- da war von dynamischer, kasueller, ja gar von rollender zur missbräuchlichen Verpolitisierung von Spezialorganisa-

Neutralität die Rede-zeigten dies deutlich. Die unmittelbare tionen sowie zur Verschwendung und Zweckentfromdung

Aussage des Verdikts des 16. März 1986 - diese Aussage der Mittel ist mit Entschiedenheit entgegenzutreten.

vermissen wir leider in der bundesrätlichen Antwort - Bei Anwendung dieser beiden Kriterien muss der Zustand

besteht darin, dass mit bemerkenswerter Geschlossenheit der Unesco nach wie vor als sehr kritisch bewertet werden.

und mit massiven Mehrheiten Volk und Stände dem Uno- An die angekündigte Ersetzung des Generalsekretärs

Beitritt unmissverständlich Einhalt geboten haben. Bundes- M'bow - eine entscheidende Voraussetzung für die Gesun-

rat und Parlament haben sich bei der Führung unserer dung der Unesco (wir wissen uns in diesem Punkte mit dem

Aussenpolitik an diesen vom Souverän gesetzten Markstein Bundesrat absolut einig) - glauben wir erst dann, wenn sie

zu halten. tatsächlich stattgefunden haben wird. Die heutigen Miss-

Im übrigen hat sich gezeigt, dass die Befürchtung, die stände in der Unesco können jedenfalls mit Blick auf die

Schweiz würde sich bei einem Nein vor den Augen der Welt sehr wichtige Aufgabe, welche sie eigentlich zu erfüllen

unmöglich machen, in keiner Weise zutrifft. Kontakte in aller hätte, auf die Dauer nicht akzeptiert werden. Hier noch eine

Welt zeigen, dass man für den zwar eigenwilligen, aber Klammerbemerkung: Es wird im Volk auch kaum verstan-

16. Dezember 1986 N 1943 Aussenpolitik. Persönliche Vorstösse

den, dass wir in letzter Zeit durch freiwillige Zusatzspenden dem politischen Willen unseres Volkes kaum in Einklang

an Uno-Spezialorganisationen über unsere normalen und stehen dürfte.

durchaus selbstverständlichen Mitgliederbeiträge hinaus Ein wichtiger Bestandteil unserer Aussenpolitik bleibt die

brillieren. Man hat den Eindruck, dass wir ein schlechtes humanitäre Hilfe. Die Unterstützung des IKRK ist eine tradi-

Gewissen - das wir gar nicht haben - beschwichtigen tionelle und historische Aufgabe unseres Landes, deren

möchten. Stellenwert nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

Es ist nicht nur wünschbar, sondern sogar notwendig, dass Die kürzliche internationale Rotkreuzkonferenz hat aller-

wir in bestimmten internationalen Bereichen noch aktiver dings drastisch gezeigt, welche Gefahren der Verpolitisie-

werden. Wir denken insbesondere an eine intensivere, inter- rung auch dieser Organisation drohen. Gleichzeitig traten

nationale Zusammenarbeit zum Schütze der Umwelt, an bei dieser Gelegenheit auch auf schweizerischer Seite

eine koordinierte Bekämpfung des Terrorismus, an wirksa- gewisse Koordinationsmängel und Vorbereitungsschwä-

mere Massnahmen gegen den internationalen Drogenhan- chen zutage. Wir dürfen erwarten, dass aus diesem negati-

del und an die grenzüberschreitenden Notfallvorkehren bei ven Beispiel auch die nötigen Lehren gezogen werden.

der friedlichen Nutzung der Atomenergie. Die Entwicklungszusammenarbeit schliesslich ist Ausdruck

Wir haben hier mehrfach von Aktivität gesprochen. Wir unserer Solidarität gegenüber dem Elend in der Dritten Welt.

meinen damit nicht etwa Aktivismus-ich richte mich hieran Wir bekennen uns ausdrücklich auch in einem verstärkten

Herrn Widmer-, da der Aktivitätsgrad nichts über die Quali- Masse zu ihr. Wir möchten aber nicht verhehlen, dass in

tät einer Aussenpolitik aussagt. Gerade punkto bundesrätli- letzter Zeit die Entwicklung in diesem Bereich nicht unpro-

che Reisen (wir negieren diese durchaus nicht) ist man hin blematisch ist. Für unser Land sollten nicht ideologische

und wieder versucht zu sagen: Weniger wäre mehr! Streitereien und Parteinahmen im Vordergrund stehen; die

Wir sind froh, dass schweizerische gute Dienste nach wie Gefahr, dass durch schlechte Beispiele letzten Endes der

vor gefragt sind. Daran hat erfreulicherweise auch der Uno- Grundgedanke der Entwicklungshilfe Schaden nehmen

Entscheid nichts geändert. Im Bereich der internationalen könnte, ist nämlich nicht von der Hand zu weisen.

Rüstungskontrolle ist aber darauf zu achten, dass sich unser Weil die Mittel beschränkt sind und das Elend in der Dritten

Land nicht mit politisch oder technisch riskanten Ueberwa- Welt gross ist, drängt sich gebieterisch auf, dass wir unsere

chungs- und Schiedsrichterfunktionen übernimmt. Die Hilfe in jenen armen Ländern entfalten, in denen die Tätig-

Erfahrungen mit den Initiativen bezüglich dem Inspektions- keit unserer Helfer nicht durch eine Unzahl von politischen

flugzeug und der Satellitenüberwachung lassen eine Hypotheken gehemmt wird - eben dort, wo wirklich effizient

gewisse Zurückhaltung als geboten erscheinen. gearbeitet werden kann.

Gute Dienste sollen und dürfen nicht aus Prestigeüberle- Auch nach dem negativen Uno-Entscheid kommt der

gungen erfolgen. Die Schweiz hat es auch nicht nötig, in schweizerischen Aussenpolitik grosse Bedeutung zu. Ich

einen diesbezüglichen Wettbewerb mit anderen neutralen würde meinen, dass entscheidend sein wird, ob es uns

Staaten zu treten. Das Universalitätsprinzip schliesst nicht gelingt, die neutrale Schweiz in ihrer demokratischen Eigen-

aus, dass wir in unserer Aussenpolitik einen klaren Schwer- ständigkeit in der Welt überzeugend zur Darstellung zu

punkt in den Beziehungen zu den westeuropäischen Staa- bringen. Wenn diese Voraussetzungen beachtet werden,

ten und vor allem zu unseren Nachbarn setzen. Von beson- wird unsere Aussenpolitik wieder auf vermehrten Rückhalt

derer Bedeutung werden in den nächsten Jahren unsere im Volke zählen dürfen. Eine schweizerische Aussenpolitik

Beziehungen zur Europäischen Gemeinschaft sein. Aber ohne Volk gibt es nicht!

auch gegenüber der EG ist zu betonen, dass die Souveräni-

tät, die Neutralität und unsere Referendumsdemokratie - M. Eggly-Genève: Le groupe libéral tient à remercier le

gegenüber der EG besonders wichtig - Eckpfeiler unserer Conseil fédéral pour sa réponse à l'interpellation de la

Aussenpolitik sind. Das soll nicht verhindern, dass wir alle Commission des affaires étrangères. Celle-ci se justifiait

zur Verfügung stehenden Mittel systematisch nutzen, um pleinement pour plusieurs raisons. Tout d'abord, comme

wirkungsvoll am wirtschaftlichen Aufbau Europas zu partizi- l'avait relevé le chef du Département des affaires étrangères,

pieren. juste après le scrutin sur l'ONU, avant ce vote la Suisse

Wir unterstützen auch ausdrücklich die Bemühungen zu n'était pas membre de l'ONU, depuis ce vote la Suisse aura

einer intensiveren europäischen wissenschaftlichen und refusé d'être membre de l'ONU. Ce n'est pas tout à fait la

technologischen Zusammenarbeit. Seien wir uns aber même chose. Cela ferme certaines possibilités d'action, de

gleichzeitig bewusst, dass die Bäume der EG nicht in den présence, d'influence et de défense de nos intérêts. Il s'agit

Himmel wachsen werden. Ich teile wiederum die Auffassung donc d'utiliser à fond les possibilités que nous avons, les

von Herrn Widmer, dass wir gerade mit Bezug auf die EG canaux qui s'offrent à nous et de tirer, si c'est possible, des

eine gewisse Manövrierfreiheit behalten müssen. In diesem arguments, des avantages de notre situation spéciale.

Zusammenhang stelle ich mir ernsthaft die Frage, ob es C'est bien ainsi que l'on peut interpréter la volonté de la

wirklich der Weisheit letzter Schluss war, dass Staatssekre- majorité rejetante. Il faut donc être d'autant plus clair dans

tär Blankart einige Wochen nach seinem Amtsantritt in l'expression de notre politique de neutralité, vis-à-vis de

Luzern am letzten Wochenende zu dieser Problematik l'extérieur et vis-à-vis de l'opinion intérieure, car le scrutin

bereits recht pointiert Stellung bezogen hat. sur l'ONU a démontré que, s'il y avait consensus sur l'atta-

Wir unterstützen auch die Fortentwicklung des Völkerrech- chement à la politique de neutralité, il n'y avait pas forcé-

tes; insbesondere geht es um die stärkere Durchsetzung der ment consensus sur les conséquences à en tirer. Cela, on

Menschen rechte und der Grundfreiheiten, zum Beispiel der l'avait peut-être un peu oublié à Berne.

Gedanken-, Gewissens-, Religions-, Rede- und Pressefrei- Certes, la conduite de la politique étrangère appartient au

heit. Deutliche Skepsis melden wir aber dort an, wo es Conseil fédéral, mais elle ne peut être bien conduite - le

darum geht, durch Ratifikation von internationalen Rechts- Conseil fédéral l'admet lui-même - que si sa continuité, son

vereinbarungen, die oft durch Partikularinteressen einzelner évolution, en regard des difficultés qu'elle rencontre, sont

Staaten geprägt sind, schweizerisches Landesrecht abzuän- parfaitement comprises et approuvées. Le relais pour cette

dern und gleichzeitig unser ordentliches Gesetzgebungsver- communication est nécessairement le Parlement.

fahren zu umgehen. Verschiedene Vorkommnisse der letz- Il faudrait qu'il y ait davantage de débats de politique étran-

ten Jahre zeigen, dass hier in Zukunft ein strengerer Mass- gère dans cet hémicycle. Trop d'entre nous ont tendance à

stab angelegt werden muss. Wir sollten auch endlich den ne voir dans ce domaine que luxe de l'esprit, discours et

Mut haben, die sich nun über zehn Jahre erstreckende und action un peu vide. Il faut que ce Parlement déjà prenne

bald einmal peinlich werdende Uebung mit der Europäi- l'habitude de suivre la politique étrangère suisse dans sa

schen Sozialcharta, in Uebereinstimmung mit dem globalité. Des rapports comme cette réponse-ci devraient

Entscheid des Plenums des Ständerates, zu beenden; einer devenir périodiques et réguliers. C'est ainsi et ainsi seule-

Sozialcharta, die in verschiedenen Punkten - ich denke ment que la politique étrangère retrouvera l'intérêt, le sou-

insbesondere an das Streikrecht der Beamten - wohl mit tien dont elle a besoin. Je dis bien dans sa globalité, et je

Politique étrangère. Interventions personnelles 1944 N 16 décembre 1986

rejoins ici les préoccupations exprimées par M. Hubacher. simple d'en tirer les conséquences. Prenons l'aide au déve-

Les éléments de politique étrangère sont de plus en plus loppement: le Conseil des Etats a discuté du Nicaragua, a

divers, compliqués, étroitement imbriqués les uns dans les propos duquel M. Carobbio a eu un peu le «culot» do diro

autres, complémentaires. Cependant, ce n'est que grâce à qu'on pouvait parler de prétendues atteintes aux droits do

des rapports comme celui-ci que le parlementaire moyen l'homme. Monsieur Carobbio, si j'ose me permettre un

pourra être à jour-si vous me permettez cette expression - conseil, soyez prudent dans ce genre de déclarations, vous

et, à plus forte raison, le citoyen moyen. avez déjà dû regretter des déclarations que vous avez faites

Ce sera donc la première conclusion du groupe libéral, à propos de certains pays. Il vaudrait mieux que, dans

Monsieur le Conseiller fédéral, exercice à répéter. D'ailleurs, quelques années, vous n'ayez pas à dire: je n'en savais rien.

obliger le Conseil fédéral à cet exercice, ne serait-ce pas Il y a beaucoup de gens qui savent qu'il y a d'affreuses

obliger le gouvernement lui-même à 'mieux coordonner les atteintes aux droits de l'homme au Nicaragua, comme en

éléments de sa politique étrangère? Il n'est pas sûr que le Afrique du Sud, au Chili, en URSS et dans d'autres pays.

collège gouvernemental en prenne toujours le temps et la Cela dit, le groupe libéral pense que le Conseil fédéral a

peine. J'en veux un exemple: cette vignette autoroutière, et raison de ne pas vouloir interrompre l'aide au développe-

surtout cette taxe poids lourds. Le Conseil fédéral avait-il ment au Nicaragua. Néanmoins, il est clair qu'au-delà d'une

bien apprécié la contradiction avec ses déclarations sur les certaine limite notre présence peut être utilisée par un

efforts à poursuivre pour s'harmoniser avec l'Europe? régime totalitaire. Notre présence doit être universelle, on

Puisque nous en sommes à l'Europe, arrêtons-nous un raison de la politique de neutralité, mais celle-ci implique

moment. La réponse du Conseil fédéral relève très bien aussi que nous ne soyons pas «récupérés».

l'importance de l'évolution de nos relations avec la Commu- Un autre point pour renouer avec le début de cette interven-

nauté élargie. Nous avons eu, ici même, un court débat sur tion. Les libéraux ne sont pas de ceux qui ont exprimé

ce sujet, à propos d'une motion de M. Butty. M. Furgler nous systématiquement leur scepticisme lors de vos voyages. Ce

a assurés que le Conseil fédéral exploiterait au maximum les scepticisme traduit d'ailleurs souvent un recul fâcheux et

possibilités de notre accord actuel avec la CEE, afin de qui ne veut pas s'avouer à l'endroit de toute politique étran-

participer au processus d'harmonisation européenne, d'in- gère autre que strictement économique. Les libéraux sont

fluencer le cours des choses vers un grand marché euro- pour que l'on ne renonce pas au multilatéralisme. Ils savent

péen homogène, mais aussi ouvert à l'évolution de l'autre qu'il y a actuellement un risque considérable à cet égard.

Europe, celle de l'Est, une Europe sachant se sortir si Nous ne suivons donc pas certaines accusations portées

possible des rigidités bureaucratiques, sachant respirer un contre notre politique étrangère, par exemple par M. Blo-

air vivifiant de libéralisme économique. cher et certains de ses amis.

Les canaux de la collaboration européenne ne sont pas tous Cela étant, avec M. Bonny, nous aimerions bien tout do

étatiques. Nous en sommes bien conscients. Néanmoins, même que l'on soit prudent lorsque l'on participe aux confé-

Monsieur le Conseiller fédéral, je répète, à l'occasion de la rences des non-alignés où beaucoup de pays n'ont vraiment

présente discussion, l'inquiétude exprimée par les libéraux rien de non-aligné.

lors d'un récent congrès. Malgré tous les efforts de nos Toutefois, nous croyons que chaque démarche de la Suisse,

diplomates, ne risquons-nous pas de subir l'évolution du chaque voyage doit répondre à des objectifs clairement

Marché commun, de devoir nous adapter en quelque sorte expliqués. Surtout ne pas donner l'impression do bouger

après coup, ou encore, si vous voulez, comment éviter le pour bouger, d'agir pour agir. L'image suisse à cultiver n'est

dilemme, être absorbé avec des risques pour notre neutra- guère celle du lévrier bondissant et zigzaguant. On attend à

lité ou être un jour dangereusement isolé? Ne faut-il pas, l'étranger le pas prudent mais décidé du montagnard.

tout en exploitant l'accord actuel, en utilisant naturellement C'est ce qui inspire confiance également chez nous. Il y a là

l'AELE, songer peut-être à un nouvel accord avec le Marché quelque chose peut-être d'un peu artificiel dans le style -

commun? Nous n'en sommes pas sûrs. Une troisième voie convenons-en - mais le style n'est pas indifférent non plus

serait-elle nécessaire, cela vaut la peine d'en discuter, entre pour la crédibilité d'une politique; je dis cela à tout hasard,

l'intégration et l'accord de libre échange? En tout cas, ne Monsieur le Conseiller fédéral.

faudrait-il pas, dès maintenant, sonder de manière appro- Un dernier mot. La réponse du Conseil fédéral souffre, à

fondie et suivie les rangs des pays de la Communauté et les notre sens, d'une lacune dans l'évocation de la dimension

milieux de Bruxelles? de la solidarité. On y parle d'aide au développement et

Nous répétons, Monsieur le Conseiller fédéral, cette interro- d'aide humanitaire. On n'insiste pas du tout - je ne sais

gation devant vous, car nous sommes persuadés que le même pas si c'est mentionné - sur le rôle particulier et

Conseil fédéral devra y réfléchir plus intensément, que le primordial de la Suisse dans le soutien au CICR. Or, tout de

Parlement devra en discuter et que le peuple sera peut-être même s'il est une constante, c'est bien celle-là, reconnaissa-

amené à comprendre ou à approuver les concessions éven- ble et reconnue tout aussi bien à l'étranger qu'en Suisse.

tuelles que cela pourrait supposer, sans pourtant renoncer à Dans ce monde où régnent tant de violence et de mépris do

l'essentiel qu'impliquent notre neutralité, notre démocratie droits, ne croyez-vous pas que cet engagement de la Suisse

directe, notre fédéralisme. méritait d'être souligné?

Il n'est pas question pour nous, nous le savons bien, de Il faut bien, à ce propos, évoquer la récente Conférence

laisser prévoir un automatisme d'absorption par le Marché internationale de la Croix-Rouge qui s'est tenue à Genève en

commun. Nous voyons bien tous les avantages de la voca- octobre dernier. Elle a certes obtenu des résultats. Mais

tion d'universalité de la Suisse dans le commerce internatio- l'expulsion de la conférence de la délégation gouvernemen-

nal. Nous comprenons bien que son rôle de place financière tale d'Afrique du Sud n'a-t-il pas été aussi un échec do cet

est lié à cette vocation. Nous savons bien qu'au sein du aspect de la politique étrangère suisse, support traditionnel

Marché commun les petits pays sont souvent à la remorque de l'universalité de la Croix-Rouge. Je ne m'arrêterai pas

des grands et que, selon les termes d'un diplomate belge davantage sur cet incident, car le groupe libéral a déposé

vidant son coeur, il est peut-être plus facile d'être Suisse à une interpellation sur ce sujet.

l'extérieur de la CEE que Belge à l'intérieur. De plus, les Il y aurait d'autres points à discuter, Monsieur lo Conseiller

véritables solutions, par exemple dans le domaine agricole, fédéral, que ce soit sur la sécurité en Europe, le désarme-

ne se négocieront-elles pas dans des cercles plus larges, au ment, domaine où les efforts de notre diplomatie sont à

GATT notamment. saluer, que ce soit sur les négociations du GATT, sur l'endet-

Néanmoins, le dynamisme integrationniste et supranational tement du tiers monde, ses risques, les solutions à envisa-

de la Communauté existe. Nous aimerions faire le point là- ger, sur la situation problématique - c'est un aspect plus

dessus, quitte à participer à un consensus national pour particulier - de notre système de garantie des risques à

renoncer à certains avantages et accepter certains inconvé- l'exportation, système d'assurance qui ne fonctionne plus

nients de notre situation particulière. Neutralité, disions- très bien et qui commence à ressembler aux subventions à

nous, Monsieur le Conseiller fédéral, ce n'est pas toujours l'exportation que nous dénonçons chez nos voisins. Et puis,

16. Dezember 1986 N 1945 Aussenpolitik. Persönliche Vorstösse

il y a les menaces militaires mais aussi le terrorisme. Il est une table internationale parce que l'un des convives nous

heureux que, jusqu'ici, nous ayons toujours pu faire libérer déplaît. La Suisse reconnaît les Etats et non les régimes.

les otages suisses sans avoir à donner des gages impor- Participer ne signifie pas souscrire à des textes ou à des

tants, comme d'autres pays sont obligés de le faire. Il faut décisions et déclarations contraires à nos intérêts. Dans le

aussi parler des risques accrus de l'informations, des consé- cadre des non-alignés, c'est surtout s'informer. Nous n'y

quences de Tchernobyl ou de l'incident de Schweizerhalle, sommes d'ailleurs qu'observateurs.

de la collaboration en matière de protection de l'environne- Je voudrais surtout attirer votre attention sur la question des

ment. Et, que penser d'autres menaces venues de l'inté- voyages tellement contestée. En cette fin de vingtième siè-

grisme musulman. Je pense que la réponse du Conseil cle, il est difficile de concevoir une politique étrangère sans

fédéral ne va pas au fond des choses lorsqu'il nie à ce contacts directs des responsables de notre Etat. Tous les

propos que les tensions et les dimensions d'affrontements chefs d'Etat ou de gouvernement voyagent et se rencontrent

culturels puissent être jugées en espace de civilisation. Je très fréquemment. Toujours plus de questions doivent être

crois, Monsieur le Conseiller fédéral, que d'une manière réglées sur le plan international et le sont souvent au plus

générale, on aurait pu, dans la réponse gouvernementale, haut niveau, soit ministériel. Il est difficile d'imaginer que

aller plus au fond des choses sur le diagnostic des tensions tous les contacts se passent en Suisse. On ne peut toujours

qui agitent le monde. Nous pensons quant à nous que notre demander aux autres de venir nous voir, sans jamais leur

solidité, notre propre enracinement, notre engagement rendre visite, d'autant plus que la politique étrangère

décidé derrière des valeurs de civilisation reconnaissables devient de plus en plus multilatérale. Il est important aussi

seront également déterminantes pour notre destin. Oui, le d'apprendre à connaître d'autres pays, de voir comment on

monde est trouble, le monde est compliqué, parsemé de vit et comment on travaille ailleurs dans le monde. Nous le

foyers pouvant à tout moment produire des explosions. savons nous aussi, parlementaires, qui consacrons à des

Raison de plus pour que la Suisse ait une politique étran- contacts internationaux, nous qui sommes présents au

gère-je le répète-claire, reconnaissable, continue, démo- Conseil de l'Europe et à l'Union interparlementaire, nous

cratiquement soutenue. C'est là un facteur d'identité, de qui, régulièrement, allons à l'étranger, que ce soit pour nos

cohésion nationale essentielle et je suis d'accord avec affaires ou pour accomplir notre travail de parlementaire!

M. Widmer pour dire que dans les prochaines années, la La Suisse est un pays que l'on connaît presque partout dans

politique étrangère pourrait être la chose la plus importante le monde. C'est un pays dont le succès économique, la

que nous ayons à faire dans le domaine politique. De tout stabilité politique et sociale fascinent, certainement plus

cela, Monsieur le Conseiller fédéral, il faudrait prendre l'ha- d'ailleurs que notre neutralité, à laquelle, certes, je reste

bitude de parler périodiquement. Je n'ai fait qu'évoquer attaché. Cependant, je dis à ceux qui rélèvent au rang de

certains sujets, c'est pourquoi nous insistons sur notre dogme et qui, en même temps, veulent soutenir une politi-

souhait de voir se reproduire régulièrement l'exercice d'au- que plus intensive d'intégration en direction de la Commu-

jourd'hui et nous remercions le Conseil fédéral de sa ré- nauté économique européenne, que c'est «ou bien» «ou

ponse. bien», que ce ne sera pas possible d'élever au rang de

dogme notre politique extérieure de neutralité et en même

M. Dupont: Je n'aborderai pas l'ensemble des domaines de temps de vouloir s'intégrer plus profondément. Pour ce

la politique étrangère de la Suisse. Je n'en ai ni le temps ni faire, il faudrait vraiment être funambule.

l'envie, car le rapport que nous a fourni le chef du départe- En réalité, notre politique, sur le fond, n'a guère changé

ment est particulièrement complet. dans la dernière décennie. Elle reste identique et constante.

D'entrée de cause, je dirai que la politique étrangère est La Suisse a de bonnes relations avec tous les pays du

aujourd'hui importante, comme elle l'a toujours été, et qu'il monde. C'est assez unique et nous le devons à tous les

n'y a pas à attendre demain pour qu'elle devienne une partie points soulignés par les intervenants, comme aussi à notre

significative de la politique nationale suisse. Aujourd'hui, diplomatie. Parce que nous ne le faisons jamais ou pas

pratiquement, tous les départements et tous les conseillers assez souvent, je voudrais, pour l'avoir expérimenté et

fédéraux ont des activités de politique étrangère, ont des observé dans toute une série de démarches et de missions

contacts avec l'étranger, dans les organisations internatio- sur le plan international, souligner la qualité du personnel

nales ou bilatéralement. Nous savons que le Conseil fédéral diplomatique, de l'ensemble des fonctionnaires de ce dépar-

s'efforce de coordonner ces activités. Il en discute dans ses tement, qu'il soit dans les ambassades, les consulats ou

séances hebdomadaires. Souvent, un représentant du dans des services de l'administration fédérale. La capacité

Département des affaires étrangères ou en tout cas un de ces fonctionnaires de s'entremettre, de servir, d'être

représentant de l'ambassade est membre de la délégation. disponible correspond véritablement à la disponibilité de

Malgré tout, notre politique étrangère apparaît et reste aux notre pays, qui n'est réelle que si elle est pratiquée par des

yeux de notre peuple une politique éclatée. La fonction de Suisses, par des fonctionnaires ou par des personnalités

coordination du Département des affaires étrangères devrait suisses. C'est par eux que la permanence de la présence

donc être renforcée. Il faut qu'il y ait dans ce département suisse à l'étranger est assurée, voire garantie.

des fonctionnaires connaissant suffisamment bien les dos- Je souhaite que, par son attitude généreuse, ouverte, pacifi-

siers techniques afin de pouvoir jouer un rôle actif dans des que, notre petit pays reste un Etat crédible sur l'ensemble du

négociations menées par d'autres départements. Ces fonc- monde, car, aujourd'hui encore, la Suisse est très crédible

tionnaires doivent être en mesure d'assurer une véritable pour l'ensemble de la planète.

coordination des offices et des départements qui font la

politique étrangère de notre pays. Il faut que les décisions Diinki: Ich danke dem Bundesrat für seine allgemein gehal-

prises, par exemple par l'Office de la police, l'Office de la tenen Antworten auf meine Interpellationsfragen. Die geäus-

protection de l'environnement, l'Office de l'aviation civile, serte Absichtserklärung, in Zukunft eine aktivere Aussenpo-

mais plus, l'harmonisation des politiques d'asile sur le plan litik zu betreiben, ist sehr erfreulich. Wir zweifeln auch nicht

européen ou encore l'Office des affaires économiques exté- daran. Wir zweifeln vor allem nicht am guten Willen der

rieures, tiennent compte des impératifs de notre politique Landesbehörde. Am Schluss der Interpellationsantwort

étrangère et de la volonté du Conseil fédéral et du Parlement schreibt der Bundesrat: «Im Grunde genommen gibt es

d'avoir une politique étrangère cohérente. Il y va de la keinen Ersatz für die seinerzeit angestrebte Möglichkeit,

sécurité de notre pays et de son indépendance. C'est aussi durch einen Beitritt zur Uno schweizerische Interessen bes-

la meilleure réponse aux interrogations du peuple suisse sur ser vertreten zu können.» Ein Uno-Beitritt kommt nun aber

cette politique. nicht. Das ist eine Tatsache. Unmöglichem nachzutrauern,

Je rappelle aussi à ceux qui élèvent des restrictions à notre bringt nichts; das sollte auch der Bundesrat wissen.

participation à certaines conférences, celle des non-alignés Ich hätte erwartet, dass der Bundesrat jetzt eine Alternative

en particulier, qu'on ne peut prêcher l'universalité de notre zum Uno-Beitritt aufzeigt oder ausarbeitet. Der Uno-Beitritt

politique extérieure et en même temps refuser de s'asseoir à muss vergessen werden. Die Aussenpolitik muss ohne diese

Politique étrangère. Interventions personnelles 1946 N 16 décembre 1986

Möglichkeit weitergeführt werden. Sie ist zu aktivieren. Mir abhängig vom Ausland. Unsere Grenzen dürfen nicht mehr

fehlen konkrete Angaben, wie sich der Bundesrat das Wie, nur historisch verstanden werden. Ganz im Gegenteil,

Wo und Wann vorstellt. Die Aussenpolitik muss meiner unsere Grenzen sind unendlich durchlässig geworden, sie

Meinung nach innenpolitisch verständlicher gemacht wer- existieren oft nur noch auf der Landkarte. Herr Widmor hat

den. Das ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Sie ist didaktisch das in seinem Votum auch angetönt. Ausgerechnet in die-

nicht leicht zu lösen. Dem Bürger im eigenen Land müssen sem Jahr, in welchem wir den Beitritt zur Uno wuchtig

die Zusammenhänge zwischen dem Schicksal der Welt und abgelehnt haben, wurde uns die Grenzenlosigkeit auch

dem Schicksal der Schweiz besser erklärt werden. Es müs- unseres Landes mehrfach und in drastischer Weise vor

sen ihm die Wechselwirkungen aufgezeigt werden; es muss Augen geführt.

klar werden, dass die weltweiten Probleme mit unserem Tschernobyl hat uns erschreckt, nicht nur durch die Reak-

Wohlergehen eng zusammenhängen und dass internatio- torkatastrophe im fernen Russland. Wir selber waren -

nale Probleme Rückwirkungen auf unser Land haben. 1500 km davon entfernt-davon betroffen durch die weiträu-

Die vorhandenen Zielvorstellungen des Bundesrates müs- mige Luftverfrachtung, die keine noch so neutrale Grenze

sen in ein fassbares Konzept eingebettet werden. Eine Lehre respektiert. Dann die Marcos-Gelder, die auf Schweizer Ban-

kann aus dem Uno-Beitrittsdebakel gezogen werden, näm- ken lagern sollen. Kürzlich die Involvierung der Schweizer

lich dass die globalen Weltprobleme besser als bis anhin Banken in die Affäre zwischen den USA und Iran mit ihren

beleuchtet und die Rückwirkungen auf die Situation der Waffenlieferungen. Auch hier waren die Schweizer Grenzen

Schweiz dem gewöhnlichen Bürger verständlich gemacht nicht mehr so geschlossen, ganz im Gegenteil, sie waren

werden müssen. weit offen und haben die Schweiz in die Schlagzeilen, d. h.

Nach unserer Meinung hat der Bundesrat noch nicht ganz in die negativen Schlagzeilen der Weltpresse, gebracht.

begriffen, dass man mit dem Bürgerauch überaussenpoliti- Zum Schluss-wir haben gestern darüber diskutiert-haben

sche Fragen sprechen muss. Seine Aussenpolitik ist für den wir erfahren, dass auch ein Fluss, ein toter Fluss, uns zeigen

Bürger zu abstrakt oder zu akademisch. Der Bundesrat kann, wie sehr wir mit ein paar Ländern Europas verbunden

muss seine aktive Aussenpolitik im Inland besser verkaufen. sind. Auch das hat uns Schelte eingebracht: ausgerechnet

In aussenpolitischen Belangen ist er ein schlechter Verkäu- das Musterland, das sich aus allem raushalten will oder

fer. Das hat die Uno-Abstimmung bewiesen. dann nur immer profitieren möchte.

Uns fehlt ein leicht verständliches Konzept, das Klarheit Es wäre also höchste Zeit, dass wir von uns aus der Welt

verschafft, etwas Handfestes, mit dem der Bürger etwas darlegen würden, dass es durchaus auch Positives über

anfangen kann. Der Bundesrat und die Verwaltung wissen, unser Land zu berichten gäbe. Den Anfang aber müssen wir

was sie wollen, sie nehmen sich aber zu wenig Mühe, es an hier drinnen machen, und zwar indem Aussenpolitik auch

den Mann oder die Frau zu bringen. Ich unterbreite ihnen bei uns zu einem Thema wird. Das braucht jedoch eine

deshalb einen Vorschlag. Er geht in ähnlicher Richtung wie wesentlich verbesserte Informationspolitik.

derjenige von Herrn Sager. Ich bin von der Antwort des Bundesrates auf meine diesbe-

Die Aussenpolitik und die internationale Solidarität des Bun- zügliche Motion nicht sehr oder wenigstens nur teilweise

des sollte in einer Broschüre verständlich und einfach auf- befriedigt. So möchte ich erstens noch konkreter wissen,

geschrieben werden. Dieses Büchlein sollte so gestaltet welche der Mittel, die er hier in seiner Antwort angibt, er

werden wie zum Beispiel ein Abstimmungsbüchlein. Es konkret zur Verbesserung der Information einzusetzen

sollte die Zusammenhänge besser erklären. gedenkt. Zweitens: Reicht es, wie er hier schreibt, dass wir

Wenn der Bürger die Aussenpolitik besser versteht, wird er die Aussenpolitik praktisch den Aussenwirtschaftspolitikern

sie auch besser mittragen. Hier hapert es, das hat die Uno- überlassen? Und wenn ja, zementieren wir dann nicht genau

Abstimmung eindeutig gezeigt. Hier muss gründliche Auf- das Bild vom Ausland, das es zu korrigieren gälte, nämlich

klärungsarbeit betrieben werden. Ueberall versuchen die ein Ausland, das in erster Linie unserem Eigennutz zu die-

Landesregierung und die Departemente ihre Standpunkte in nen hat?

Schriften und Erklärungen an den Bürger heranzutragen,

nur in der Aussenpolitik fehlt dies. Es muss etwas getan Lüchinger: Ich äussere mich zur Antwort des Bundesrates

werden, der Nachholbedarf ist gross. auf meine Interpellation, mit welcher ich mich für eine

Ich bitte den Bundesrat, meine Empfehlung zu prüfen und Verstärkung der Flüchtlingsaussenpolitik eingesetzt habe.

rasch zu realisieren. In diesem Sinne bin ich von der Antwort Es geht hier um ein Beispiel für eine mögliche Aktivierung

des Bundesrates nur teilweise befriedigt. unserer Aussenpolitik auf einem Gebiete, welches das Volk

brennend interessiert. Es gibt also da eine Möglichkeit, dio

Frau Grendelmeier: Ich sehe unser wuchtiges Nein zur Uno Aussenpolitik dem Volk näher zu bringen.

nicht so optimistisch, wie das Herr Fischer am Anfang dieser Ich bedanke mich für die Antwort des Bundesrates; sie ist

Debatte getan hat, das heisst, dass blosses Nein zu dieser sachlich, sie ist verständlich; aber ich empfinde sie als

Weltorganisation gleichzeitig bedeuten soll, dass wir auf lauwarm. Man tut mit Umsicht, was man tun muss, und man

andere Weise gewillt seien, aktiv an den (Geschehnissen tut auch jedes Jahr ein wenig mehr, man rafft sich aber nicht

dieser Welt und auch ausserhalb unserer eigenen Grenzen zu wegleitenden und weitreichenden Initiativen auf, die man

teilzunehmen. Ich fürchte viel eher, Herr Widmer hatte recht, dann mit Hartnäckigkeit weiterverfolgt. Hartnäckigkeit ist ja

als er sagte: Für viele Schweizer ist die beste Aussenpolitik ein wesentliches Element der Politik.

keine Aussenpolitik. Ich denke zuerst an die naheliegende Aufgabe einer besse-

Ich glaube auch, dass das politisch aktivste Volk der Welt ren Zusammenarbeit der europäischen Staaten auf dem

eine seltsame Scheu hat, zur Kenntnis zu nehmen, dass wir Gebiete der Asylpolitik. Es ist doch immer noch so, dass

halt eben ein Teil dieser Welt sind. So aktiv wir am innenpoli- jeder europäische Staat seine eigene Asylpolitik macht,

tischen Geschehen teilnehmen, so passiv, ja praktisch inexi- seine eigene Gesetzgebung entwirft, immer mit dem Ziel, die

stent ist unser Interesse an aussenpolitischen Zusammen- unechten Wirtschaftsflüchtlinge von den eigenen Grenzen

hängen, mit Ausnahme selbstverständlich der aussenwirt- wegzuhalten. Und jede neue Verschärfung einer nationalen

schaftspolitischen Aktivitäten. Gesetzgebung lenkt den Asylantenstrom vom eigenen

Ein Hauptgrund dafür dürfte unsere Neutralität sein, das Lande weg zu den Nachbarländern.

heisst die Zelebrierung unserer Neutralität, die immer wie- Wenn wir in den ersten Monaten dieses Jahres weniger

der als Alibi hinhalten muss, und die Tatsache, dass wir seit Asylbewerbungen hatten, so hat das meines Erachtens mit

praktisch anderthalb Jahrhunderten keinen Krieg mehr hat- unserer Asylgesetzrevision zu tun; und wenn nun in den

ten, dass wir ganz einfach etwas verwöhnt sind, dass wir letzten Monaten die Asylantenzahl plötzlich wieder steil

uns, solange es uns gut geht, nicht gern um den Rest dieser angestiegen ist, so dürfte das u. a. damit zusammenhängen,

Welt kümmern. dass das Tor Berlin, durch das Flüchtlinge über die DDR in

Das scheint mir gefährlich zu sein. Wir sind nun einmal grosser Zahl in die BRD eingereist sind, verschlossen wurde.

keine friedliche Insel; wir sind durch und durch vernetzt und Dazu kamen Asylgesetzrevisionen in Dänemark, aber auch

16. Dezember 1986 1947 Aussenpolitik. Persönliche Vorstösse

in der Bundesrepublik Deutschland, wo man die Bestim- sche Konsequenz der bisherigen Aussenpolitik» bezeichnet

mungen erneut verschärft hat. Eine europäische Koordina- hat- habe keine Konsequenzen auf die künftige Aussenpoli-

tion der Asylpolitik ist also notwendig. Eine solche Zusam- tik. Man kann nicht eine logische Konsequenz ablehnen und

menarbeit müsste sich auch auf die Einflussnahme auf die dann behaupten, es bleibe danach - nach der Abstimmung

Herkunftsländer der Asylbewerber ausdehnen, auf die Tür- - trotzdem alles beim alten.

kei zum Beispiel, auf Sri Lanka, Zaire usw. Es geht darum, Wie interpretiere ich das Nein zum Uno-Beitritt? Vorsichti-

eine hoffnungslose Wanderbewegung zu unterbinden, die ja gerweise darf man wohl sagen, es sei ein qualifiziertes

schliesslich für die unechten Flüchtlinge immer wieder im Bekenntnis zu unserer Neutralität. Es bedeutet ein Unbeha-

Herkunftsland endet. Das kann man durch Information, gen gegenüber dem finanziellen Gebaren und der Wirksam-

durch Zusammenarbeit mit den Behörden in den Herkunfts- keit auf dem internationalen Parkett - vor allem in grossen

ländern, aber auch durch eine Verbesserung der Lebensbe- Gremien und Konferenzen - und ein ausgesprochenes Miss-

dingungen in der Heimat der Flüchtlinge erreichen. Auch trauen gegenüber einem aufwendigen internationalen Kon-

eine Zusammenarbeit auf dem Gebiete der Rückkehrhilfe ferenztourismus und gegenüber einem allzu grossen inter-

wäre möglich. nationalen Rummel.

Ich habe mich in meiner Interpellation auch zur Frage der Ein Bekenntnis zur aktiven Aussenpolitik mit Wörtern wie

Bedeutung der Entwicklungshilfe im Zusammenhang mit Neutralität, Disponibilität, Universalität und Solidarität sagt

der Milderung der Flüchtlingsnot geäussert. Der Bundesrat einfach zu wenig aus.

nimmt dazu sehr zurückhaltend Stellung. Er glaubt, dass da Zur Neutralität: Die Uno-Abstimmung hat die Neutralität

nur eine beschränkte Möglichkeit besteht, die Flüchtlings- aufgewertet als ein wichtiges sicherheitspolitisches Instru-

not zu vermindern. Das Hochkommissariat für die Flücht- ment unseres Landes.

linge in Genf sieht das etwas anders. In einem Teilbericht Zur Disponibilität: Disponibel heisst für unser kleines Land:

des Hochkommissariats vom August dieses Jahres zum Wir haben uns zur Verfügung zu halten. Wenn man uns ruft,

Budget 1987 findet sich ein ganzes Kapitel über die Zielset- sind wir da. Wir drängen uns nicht auf. Wir sind ein Klein-

zung, wie man die Entwicklungshilfe in den Dienst der staat. Stil und Ausmass des aussenpolitischen Engage-

Milderung der Flüchtlingsnot stellen kann. Ich habe wäh- ments haben sich nach unserem neutralen Kleinstaat zu

rend der Herbst-Session mit zwei freisinnigen Kollegen das richten.

Hochkommissariat für Flüchtlinge in Genf besucht und im Zur Universalität: Für unseren Kleinstaat heisst dies mit allen

Gespräch mit einem leitenden Mitarbeiter den Eindruck Staaten freundschaftliche Beziehungen pflegen und diese

erhalten, dass das Hochkommissariat selber in solchen Fra- ernstnehmen.

gen sehr stark auf Initiativen und Impulse seiner Mitglied- Es ist nicht so, dass das Volk die Aussenpolitik nicht verstan-

staaten angewiesen ist. Die Schweiz hat zur Zeit die Ehre, den hätte, aber das Volk hat eine andere Meinung. Wir

den sehr tüchtigen Hochkommissar für Flüchtlinge zu stel- müssen keine Broschüren drucken, dieses Papier wird

len. Das sollte uns nach meiner Meinung zu einer Sonderan- kaum gelesen, sondern wir müssen dem Gehalt des Volks-

strengung auf dem Gebiete der Flüchtlingsaussenpolitik willens Nachachtung verschaffen.

führen. Wir haben uns zu fragen, ob wir überall dabei sein müssen.

Ich sehe diese Anstrengung auch mit Blick auf unsere Wir waren 1950 in 29 internationalen Organisationen, 1970

Innenpolitik als ein wünschbares Ziel. Wir streiten uns ja zur in 56 und heute in 74!

Zeit über Verfahrensfragen unseres Asylgesetzes, und es Die Geheimdiplomatie und die zwischenstaatlichen Bezie-

kommt immer wieder zu heissen Auseinandersetzungen hungen haben auf dieser Welt in keiner Art und Weise

über die Heimschaffung abgewiesener Asylbewerber. Wir ausgespielt. Sie sind oft wirksamer als grosse, internationale

wollen diese Auseinandersetzungen in keiner Weise ver- Konferenzen.

drängen; diese müssen in unserm Lande ausgetragen wer- Zu meiner Interpellation: Die Antwort, Herr Bundesrat

den. Aber wir sollten über eine aktivere Flüchtlingsaussen- Aubert, ist mir etwas zu formalistisch, zu formaljuristisch,

politik versuchen, in den Herkunftsstaaten der Flüchtlinge ausgefallen. Natürlich werden Sie sich formell an den Volks-

und in den grossen heimatnahen Aufnahmestaaten - den- entscheid halten. Die Frage ist, ob Sie sich auch dem Sinn

ken Sie an Pakistan und andere Staaten in Asien bzw. in und der Substanz nach daran halten.

Afrika- eine von unserem ganzen Volk getragene grössere Sie beantworten die Frage nach unerwünschten Einflüssen

Hilfeleistung zu erbringen und darin Gemeinsamkeit anzu- auf die schweizerische Gesetzgebung und dem Unterlaufen

streben. unseres demokratischen, föderalistischen Gesetzgebungs-

Herr Bundesrat Aubert, Sie haben sich in den letzten Jahren verfahrens damit, dass das Gesetzgebungsverfahren richtig

immer wieder für die Menschenrechte eingesetzt. Sie waren und formal in Ordnung sei. Das bestreite ich nicht. Aber

das Hauptziel Ihrer Aussenpolitik. Ich möchte Sie auffor- unser heute geltendes Verfahren bleibt ein Problem. Wir

dern, Ihr nächstes Amtsjahr-es ist vielleicht Ih r letztes, aber müssen auch sehen, welche Staaten was alles unterschrei-

es ist erst noch Ihr Präsidialjahr - für den Aufbau einer ben und welche Staaten was überhaupt einhalten. Einhalten

schweizerischen Flüchtlingsaussenpolitik zu verwenden, und Unterschreiben ist nicht das gleiche!

die diesen Namen verdient. In der Hoffnung auf eine solche Ich bin dagegen, Herr Bundesrat, mit Ihrer Antwort einver-

Aktivierung unserer Flüchtlingsaussenpolitik, und weil ich standen, dass der Bundesrat die pragmatische Zusammen-

ein höflicher Mensch bin, erkläre ich mich von der Antwort arbeit mit dem IWF und der Weltbank fortsetzen will, heute

des Bundesrates befriedigt. also keinen Beitritt erwägt.

Zum Schluss. Gefährlich ist in der Aussenpolitik nicht der

Blocher: Die Verwerfung der Uno-Vorlage bedeute «keine Idealismus; aber der naive Idealismus ist sehr gefährlich.

Stellungnahme gegen die bisherige Aussenpolitik«: Das war Aussenpolitik heisst für alle Staaten dieser Welt immer auch

die Erklärung des Bundesrates am Abend nach der Uno- Interessenpolitik, Interessenwahrung. Grossstaaten sind

Abstimmung. Herr Staatssekretär Brunner hat in einem hier wesentlich stärker als wir. Die Staatengemeinschaft ist

Referat vom 28. Mai 1986 erklärt, das Volk wolle eine aktive nicht ein idealistischer Klub, der miteinander etwas zelebrie-

Aussenpolitik. Er bezog sich dabei auf eine Umfrage der vox ren will, nur um die Welt zu verbessern, sondern hier wird

populi. Dort sei zum Ausdruck gekommen, dass das Volk harte Interessenpolitik betrieben. Das darf auch so sein.

eine aktive Aussenpolitik wolle. Gefährlich ist es aber, wenn man das vergisst! Der naive

Ich habe mir diese Umfrage angeschaut. Dem Volk wurden Idealismus, ein Sektierertum, das uns zu jedem Preis verkau-

zwei Fragen gestellt: Wollen Sie eine aktive oder eine isola- fen will - Frau Grendelmeier sagt, die Grenzen seien nur

tionistische Aussenpolitik? Da muss einer schon ziemlich noch auf der Landkarte und sonst sei alles miteinander

dumm sein, wenn er die zweite Frage mit Ja beantwortet hat. vermischt und verschwommen-, verneint die Persönlichkeit

Nur sagt «eine aktive Aussenpolitik» natürlich nichts aus. Es eines Staates. Und: Zur Persönlichkeit seines Staates zu

erstaunt mich, dass immer wieder erklärt wird, der verwor- stehen, heisst nicht, Egoist zu sein, sondern das heisst, ein

fene Uno-Beitritt - den man vor der Abstimmung als «logi- Selbstwertgefühl zu haben und mit den anderen Staaten auf

Politique étrangère. Interventions personnelles 1948 N 16 décembre 1986

der gleichen Grundlage zu verkehren, aber auch anzuerKen- rispetto a quel terzo, di cui noi facciamo parte, del mondo

nen, dass unser Staat Eigenheiten hat, wie das jeder andere che mangia per tre.

Staat auch für sich in Anspruch nimmt. Onorevoli colleghi, solo sotto questo aspetto è necessario

ridare alla politica estera un senso preciso nell'aggancio

con altri Paesi d'Europa, in vista di definire meglio i destini

M. Pini: II neo-eletto Consigliere federale Arnold Koller, di questa politica in funzione comune. Non possiamo ossero

qualche ora dopo la sua brillante elezione, dichiarava alla cavalieri solitarii non possiamo vivere unicamente aprendo

televisione della Svizzera italiana che «la più grande sfida e chiudendo la porta quando ci interessa. Questa politica

della Svizzera, a medio e a lungo termine, è il suo confronto estera impegna il paese alla continuità nella solidarietà,

attivo con l'Europa, con i problemi dell'evoluzione europea senza tanti idealismi, al realismo dell'internazionale neces-

e con il mondo.», lo ritengo oggi, nel quadro di questo sità dei rapporti ad ogni livello e sotto ogni aspetto, nella

interessante dibattito di politica estera, che questa dichiara- politica dei contatti bilaterali come in quelli ancora più vasti

zione non solo qualifica intelligentemente - ed è anche un dei rapporti multilaterali.

conforto per chi l'ha eletto - il nuovo Consigliere federale,

ma essa dovrebbe essere il filo conduttore del nostro impe-

gno, della nostra ragione in politica estera. Dobbiamo evi- M. Soldini: Le 16 mars 1986, lors d'un scrutin qualifié d'his-

tare due grandi pericoli: quello della marginalizzazione del torique, les citoyennes et les citoyens suisses, appuyés par

Paese da una parte e quello, peggiore, di rifiutare settorial- l'unanimité des cantons, ont, à trois contre un, refusé l'adhé-

mente l'impegno della universalità dei nostri contatti e la sion de notre pays à l'organisation politique des Nations

dimostrazione politica della solidarietà nella nostra parteci- Unies. Avec une participation inhabituellement élevée do

pazione internazionale. 50,7 pour cent, le corps électoral helvétique s'est ainsi nette-

Onorevoli colleghi, ho ascoltato alcuni interventi che ritor- ment prononcé contre une proposition longuement concoc-

nano ancora sulla fatidica data del 16 marzo di quest'anno. tée par le Conseil fédéral et la majorité des Chambres.

Ci si chiede se effettivamente questa data ha significato una Ce verdict populaire, étonnamment catégorique ot sans

risposta globalmente negativa nei confronti della nostra appel, aurait dû conduire notre gouvernement, et notam-

politica estera come noi la viviamo, oppure se ha significato ment le chef du Département des affaires étrangères, a uno

unicamente un no nei confronti di un istrumento di politica appréciation plus nuancée de ses engagements comme do

estera, nel caso specifico l'ONU. son action dans les différents secteurs qui constituent In

10 ritengo che dovremmo finalmente dimenticare e mettere politique extérieure de notre pays. Tel ne semble pourtant

da parte questo riferimento perché comincia a diventare un pas avoir été le cas puisqu'au soir de la votation M. Pierre

complesso nel quadro delle nostre discussioni. Il popolo Aubert n'a pas hésité à affirmer qu'une décision aussi tran-

svizzero ha risposto no a un istrumento della politica estera chée ne constituait en aucune manière un désaveu de la

e a mio modo di vedere non ha risposto no alla politica politique étrangère de la Confédération menée par ses pré-

estera proprio perché, oggi come oggi, non so se esso sia in décesseurs et lui-même depuis la fin de la seconde guerre

grado di dare in merito una risposta responsabile e soprat- mondiale.

tutto conoscitiva. Abbiamo lasciato questo paese, a livello Une telle déclaration, en un tel moment, aurait eu de quoi

dell'opinione pubblica, troppo distante dal discorso della surprendre si l'on ne s'était souvenu que, lors de son acces-

politica estera e cominciamo solamente oggi, a poco a sion au Conseil fédéral, M. Aubert avait annoncé que le

poco, a ricuperare l'interesse anche popolare sui problemi problème de l'adhésion de la Suisse à l'ONU constituerait

esteri. Per fortuna, onorevoli colleghi! Ma al momento in cui désormais la pierre angulaire de notre politique extérieure.

11 popolo svizzero è stato chiamato a votare si o no all'ONU, On comprend alors mieux aujourd'hui que le responsable

questo popolo i diversi problemi che abbiamo dibattuto in de nos affaires étrangères ne puisse se départir d'une atti-

questi ultimi anni non era nella possibilità di conoscerli tude qui fut aussi celle de ses prédécesseurs, MM. Spühlor

perché molti partiti, non ultimo il mio, hanno preferito priori- et Graber, puisque depuis plus de vingt ans la conduite des

tariamente altri discorsi al discorso della politica estera. E affaires dans ce domaine a été laissée à des magistrats

allora ben venga oggi, anche se criticamente, il discorso, socialistes, forcément influencés par l'idéologie internatio-

aperto, non solo a livello parlamentare, che coinvolga naliste et tiers mondiste de leur parti.

questa opinione pubblica nello sviluppo delle nostre ragioni Cette vision messianique ne semble pourtant guère parta-

in politica estera. gée par la grande majorité du peuple suisse. Aussi avons-

Onorevoli colleghi, io ho ascoltato in modo particolare nous accueilli avec faveur l'intervention de notre Commis-

l'onorevole Lüchinger, poc'anzi, a parlare di un aspetto della sion des affaires étrangères désirant donner au Conseil

nostra politica estera che è quello dell'atteggiamento della fédéral l'occasion, beaucoup trop rare, d'expliquer sa politi-

Svizzera nei confronti dei rifugiati. Non è vero che si è fatto que extérieure, de permettre au Parlement d'en débattre et

nulla per creare un coordinamento di questo grave pro- de répondre aux questions qui lui seront posées.

blema che non interessa solamente la Svizzera ma interessa Voici quelques-unes de mes demandes d'éclaircissements,

tutta l'Europa. Proprio dalla Svizzera e per iniziativa della au sujet du Nicaragua, tout d'abord. Cette année Maurice

delegazione svizzera, un anno or sono, a livello del Consi- Demierre, de «Frères sans frontières», et Yvan Leyvraz, do

glio dell'Europa, è stato creato un organismo permanente l'Oeuvre suisse d'entraide ouvrière, ont été tués par les

per il coordinamento delle problematiche dei rifugiati, e in contre-révolutionnaires antisandinistes, les «Contras». Le

particolare delle migrazioni economiche. Ma c'è un fatto: è fait que le second de ces coopérants ait été armé, qu'il

che la Svizzera non si serve molto di questo organismo. La bénéficiait d'une autorisation de port d'arme délivrée par les

Svizzera è campione di una politica solitària a livello di autorités sandinistes et qu'il participait à une patrouille en

problematica dei rifugiati. Ritengo che, anche sotto questo compagnie de soldats nicaraguayens, d'un déserteur de

aspetto, noi dobbiamo vieppiù agganciare il nostro discorso l'armée française et d'un autre coopérant allemand dans la

politico, a livello della problematica dei rifugiati, con altri zone des combats, me semble incompatible avec la notion

paesi che subiscono le stesse situazioni, che sono anche de neutralité telle que la conçoit le Conseil fédéral.

loro costretti a equilibrare e a dosare severamente la pre- Quelle est, Monsieur le Conseiller fédéral, la politique suivie

senza di rifugiati. Non possiamo, tuttavia, essere unica- dans ce pays sur le plan de l'aide technique et humanitaire,

mente contenti di aver vuotato il paese di quanto eventual- comme c'est le cas d'ailleurs avec des données inversos

mente e quantitativamente ci disturba. Dobbiamo anche dans le pays voisin du Salvador? Que devons-nous penser

preoccuparci dove va a rifinire quanto noi rinviamo fuori dai aussi de la campagne menée dans et hors de ce Parlement

nostri confini, per non trovarci domani confrontati a un altro contre certains de nos collègues qui se sont permis d'aller

problema, magari ancora più grave di quello di oggi, e cioè au Nicaragua et d'en rapporter des impressions différentes

un ritorno di una migrazione economica che potenzialmente de celles des brigadistes engagés politiquement aux côtés

rappresenta quei due terzi del mondo che non mangia des militaires gouvernementaux? Ce genre de terrorisme

16. Dezember 1986 N 1949 Aussenpolitik. Persönliche Vorstösse

intellectuel est-il conforme à la tradition démocratique de Welt, z. B. in Südafrika und Chile, verfechten können, son-

notre Parlement fédéral? dern dass wir überall für sie eintreten müssen, wo immersie

D'autre part, dans sa réponse écrite à l'interpellation de la verletzt werden.

Commission des affaires étrangères, le Conseil fédéral se dit 2. Wir sollten bei den sich bietenden Gelegenheiten häufiger

convaincu que la lutte contre le terrorisme international die internationalen Verflechtungen sichtbar machen, denen

nécessite de toute urgence des mesures concertées et effi- sich unser Land nicht hat entziehen können und denen es

caces. Je voudrais savoir si la récente participation de la sich je länger, desto weniger wird entziehen können.

Suisse au sommet des pays prétendument «non alignés» de Tschernobyl und der Brandfall eines Lagerhauses der San-

Harare, au Zimbabwe, faisait partie de ces mesures antiter- doz in Basel haben dies erneut in einem Teilgebiet drastisch

roristes, alors que les principaux acteurs de cette masca- vor Augen geführt.

rade, présidée par M. Mugabe, n'ont fait que soutenir ceux 3. Eine Konsequenz der Einsicht in die internationale Inter-

qui, dans le monde de violence que nous connaissons, dependenz müsste zweifellos eine Verstärkung der Solidar-

cherchent à déstabiliser les démocraties pacifiques et les ität mit der übrigen Welt, vor allem mit den Schwachen und

régimes de liberté. Armen dieser Welt, sein, ohne dass wir aber auch in der

Comme l'écrivait Jacques Soustelle dans le Figaro du Entwicklungshilfe meinen, wir müssten ihnen unsere Mei-

13 septembre dernier, l'Occident comprendra-t-il enfin nung und Vorstellungen aufzwingen und sie nach unserer

qu'on ne peut pas se défendre contre une offensive plané- Façon glücklich machen.

taire en la tolérant ici ou là; qu'on ne peut pas rejeter le 4. Ein wichtiger Punkt scheint mir ein kontinuierliches

terrorisme à Paris et l'admettre ailleurs; que si le terrorisme Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern über Fragen

est indivisible, la résistance au terrorisme doit l'être égale- der Aussenpolitik zu sein, ein offenes Gespräch ohne jede

ment. Alors, Monsieur le Conseiller fédéral, je me permets parlamentarische Selbstgerechtigkeit, ein Suchen nach

de vous demander «Qu'allions-nous faire dans cette galère, Lösungen, ein Gespräch, das aber nicht erst in Erscheinung

en compagnie des dictateurs libyen, cubain ou éthiopien?» tritt wie die Feuerwehr, wenn das Haus brennt, sondern das

Enfin, pour terminer cette brève intervention, je vous serais permanent geführt wird.

obligé de me préciser quels ont été les résultats concrets 5. Zuletzt möchte ich die Verbesserung des Informations-

des démarches que vous avez effectuées auprès des gouver- flusses zwischen Departement und Parlament einerseits und

nements français, algérien et belge, afin de rendre justice à Departement und Oeffentlichkeit andererseits anführen. Es

nos compatriotes rentrés il y a plus de vingt ans au pays ist dies wohl eine unerlässliche Voraussetzung, um mehr

après avoir été spoliés dans leurs biens et trompés dans Verständnis und mehr Vertrauen zu schaffen. Jeglicher

leurs espoirs de dédommagement à leur retour en Suisse. Hochmut, wie er in einzelnen Kreisen der Befürworter nach

Les nombreuses interventions parlementaires et les pro- der Uno-Abstimmung sichtbar wurde, ist nicht nur kontra-

messes faites lors des derniers congrès des Suisses à produktiv, sondern undemokratisch und deshalb verwer-

l'étranger resteront-elles définitivement lettre morte? Je me flich. Wir können auch die Aussenpolitik nur mit dem Volk,

refuse à croire qu'un pays qui s'attache obstinément à aber nicht gegen das Volk führen.

développer sous les formes les plus diverses l'aide aux

populations du tiers monde - 280 millions pour l'IDA, par Mme Pitteloud: II faut malheureusement constater que ne

exemple - ne puisse apporter le moindre réconfort à ses règne pas dans ce Conseil l'idée que la politique étrangère

propres ressortissants tombés dans le malheur lors des ne peut plus de nos jours se limiter au domaine traditionnel

événements tragiques d'Algérie et du Congo. J'attends avec de la défense des intérêts commerciaux ou diplomatiques

intérêt et confiance la réponse que vous donnerez à cette nationaux, que ce n'est plus suffisant, bien que se dégage

question qui me tient tout spécialement à coeur. quand même le fait que les problèmes importants qui nous

touchent sont devenus universels. C'est regrettable car cela

Müller-Meilen: Die Uno-Abstimmung hat da und dort ein devrait nous obliger à remettre en question le cas particulier

aussenpolitisches Trauma hinterlassen, ich glaube zu de la Suisse, ce cas particulier auquel tant s'accrochent. Il

Unrecht. Der Nein-Entscheid von Volk und Ständen gegen n'est plus suffisant de brandir les principes de neutralité,

einen Beitritt ist voll zu akzeptieren und zu respektieren. Ein solidarité, disponibilité qu'on nous répète et de s'en tenir à

Beitritt kommt für lange Zeit nicht in Frage. Der Entscheid une position de pays «au-dessus de la mêlée», une position

sollte aber auch nicht überinterpretiert werden. Es war keine égocentrique s'il en est. Je dirai que, quand ces principes

Absage an die bisherigen Grundsätze der Aussenpolitik. Es sont traduits par le Conseil fédéral dans le concret, cela

war auch keine Absage an eine aktive Aussenpolitik in den donne une série de postulats que, pour ma part, je trouve

bisherigen Bahnen inkl. der guten Dienste, wie die VOX- trop souvent contradictoires. Cela dessine en fait l'image

Analyse gezeigt hat. Es ist kein Bekenntnis zu einem Rück- d'une politique économique extérieure qui est surtout orien-

zug in ein schweizerisches Schneckenhaus; wir sind längst tée vers des profits à moyen et à court terme et une politique

wirtschaftlich, verkehrsmässig, touristisch und kulturell der- étrangère qui confond souvent la neutralité avec le refus de

art stark mit der übrigen Welt verbunden und werden auch toute responsabilité internationale. D'autre part, je ne suis

von den politischen Entscheiden der übrigen Welt mitbetrof- pas tout à fait sûre que notre population ne s'aperçoit pas de

fen, dass eine solche Haltung unmöglich erscheint. Ich halte cette contradiction et qu'elle se contentera toujours de ce

deshalb die Antwort des Bundesrates auf die Interpellation discours de principe. Les bruits de l'extérieur finissent par

der Kommission für auswärtige Angelegenheiten des Natio- atteindre l'intérieur des cocons les plus solides, surtout s'ils

nalrates in der Grundlinie für richtig. sont suffisamment forts, et il n'est pas certain que l'on se

Ich möchte mich im folgenden vor allem der Frage zuwen- contente indéfiniment de réponses de principe. Je pense

den: Was können wir tun, um die aussenpolitische Diskre- qu'on est en droit d'attendre que la Suisse ne joue pas, dans

panz zwischen Volk und Behörden, zwischen Volk und tous ces problèmes, les Ponce Piiate, et que l'on recon-

eidgenössischem Parlament, die sich bei der Uno-Abstim- naisse qu'une certaine schizophrénie entre les discours et

mung aufgetan hat, zu verringern? Ich möchte dazu fünf les actes se traduit, qu'on le veuille ou non, par des diffi-

Punkte anführen: cultés toujours croissantes ces dernières années et que,

1. Der wichtigste Punkt scheint mir, dass unsere Aussenpoli- pour tenter de les résoudre, il ne faudrait plus cultiver

tik und unsere Aussenpolitiker in ihrer Haltung und in ihren l'égoïsme national qui a été je crois cultivé en partie aussi

Aeusserungen glaubwürdig sein müssen. Das heisst nicht par les autorités ces années passées. Bien sûr, il ne s'agit

zuletzt, dass wir keine opportunistische Aussenpolitik pas non plus, dans un élan d'altruisme exagéré, de ne pas

betreiben, sondern auf der Grundlage unserer Grundsätze défendre nos intérêts, mais il faut quand même se rendre

der Neutralität, Solidarität und Disponibilität eine kompe- compte qu'aujourd'hui essayer de définir ces intérêts, ce

tente, konsequente und universale Aussenpolitik führen. devrait aussi tenter de faire en sorte qu'ils soient concilia-

Das heisst, dass wir die Grundsätze des Völkerrechts, der bles avec les intérêts de survie de l'humanité et donc de la

Freiheit und Menschenwürde nicht nur in einem Teil der nôtre, à terme. Finalement, je me demande, malgré les

Politique étrangère. Interventions personnelles 1950 N 16 décembre 1986

beaux principes, de quelle solidarité nous faisons preuve, Den Willen verschiedener Nationen, an den KVAE-Verhand-

par exemple, dans la recherche de solution aux problèmes lungen von Stockholm und Wien so rasch wie möglich in dio

globaux, comme le dit le Conseil fédéral, quand nous déci- zweite Phase einzutreten, die sich mit der eigentlichen Abrü-

dons unilatéralement la fermeture de nos frontières, en stung zu befassen hätte, bezeichnet der Bundesrat in seiner

marge de cette concertation européenne que nous récla- Antwort auf die Interpellation Braunschweig als euphorisch,

mons par ailleurs. und indirekt taxiert er auch den Glauben an die Fortführung

Le Haut-Commissaire aux réfugiés nous l'a rappelé: on peut der Projekte von Reykjavik ebenso. Nun, gerade Euphorie

vouloir tordre le cou à la réalité, cela ne règle rien, il est faux erwartet niemand von einer schweizerischen Delegation,

de penser qu'avec un peu d'aide humanitaire on se débar- aber man sollte von ihr auch nicht das Gegenteil erwarten

rassera des résultats d'une politique qu'on soutient par müssen. Bei der stetigen und kategorischen Berufung unse-

ailleurs. Et puisqu'on parle de concertation européenne, je rer Vertreter auf Vorbedingungen, die zuerst erfüllt werden

dirai que, dans le rapport du Conseil fédéral, cette coopéra- müssten, wird die Schweiz zu einem immobilisierendon

tion européenne ou cette intégration, je la ressens malheu- Faktor, unflexibel und fern von jeder Dynamik.

reusement toujours plutôt vue comme une intégration éco- Es fragt sich darum, ob die Richtlinien des Bundesrates für

nomique avant tout et ne nous engageant pas à nous die schweizerische Position an den Konferenzen für Vertrau-

encombrer en fait de l'intégration politique qui est inévitable ens- und sicherheitsbildende Massnahmen und Abrüstung

et qui est contenue dans cette évolution. On voit par exem- in Europa vom Jahre 1984 nicht zu eng und starr gefasst

ple des membres de ce conseil postuler une poursuite, un sind. Mit dem Grundsatz, dass solche Massnahmen ganz

renforcement de la participation aux travaux du Conseil de Europa zu umfassen haben, militärisch bedeutsam, politisch

l'Europe, et parallèlement refuser de ratifier la Charte verbindlich und von angemessenen Formen der Verifikation

sociale européenne. Cela ne me paraît pas très conséquent. begleitet sein müssen, kann man durchwegs einig gehen.

Nous devons dire et faire savoir qu'il sera toujours plus Dass man aber Massnahmen im Bereich der Rüstungskon-

difficile à la Suisse de profiter économiquement de l'interdé- trolle und Abrüstung ablehnt und kritisiert, indem man sich

pendance mondiale, de profiter de sa troisième place de allein auf die Grundsätze unserer schweizerischen Sicher-

puissance financière, en tête du peloton pour les exporta- heitspolitik beruft, muss als zu enge Perspektive beurteilt

tions en direction des pays du tiers monde. Le Conseil werden. Ein solcher Blickwinkel, der derart unsere eigenen

fédéral le relève, cette puissance économique nous confère militärpolitischen Interessen in den Vordergrund rückt, wird

une responsabilité particulière, surtout dans nos relations der Schweiz im Rahmen der N-t N-Staatengruppe kaum

avec le tiers monde. Je regrette dès lors que dans son erlauben, eine mutige oder gar kühne Initiative zu starten.

rapport il préconise, pour ces pays, une intégration accrue à Ja, die schweizerische Position dürfte wegen einer so star-

un système commercial mondial qui les a amenés à une ren Haltung vielmehr Gefahr laufen, zunehmend in grössere

situation que l'on décrit par ailleurs fort justement comme Isolation zu geraten. Was not tut, damit wir an besagten

prolongeant les injustices menant au désespoir et à l'extré- Konferenzen tatsächlich ernst genommen werden, ist, dass

misme. Ces pays réclament un Nouvel ordre économique wir auch Vorschläge mit klaren Inhalten einbringen, das

mondial, et que cela nous plaise ou non, nous ne pourrons heisst, etwas dynamischer operieren können.

pas nous boucher les oreilles indéfiniment, parce que celui Das bedeutet einerseits mehr qualifizierte Mitarbeiter im

qui veut tenter d'instaurer une paix durable sait parfaitement EDA und andererseits die Erarbeitung von Grundlagenstu-

que l'idée d'un changement fondamental des structures dien. Dazu äusserte sich Herr Gasteyger im obgenannten

économiques, sociales et politiques ne peut pas être définiti- Werk denn auch wie folgt: «Die Zahl der Experten im

vement écartée. Bereich" Sicherheits-Rüstungskontrollpolitik sowie in ver-

Dans ses relations avec les pays du tiers monde, la Suisse wandten Gebieten ist entweder beschämend gering (und die

devrait tendre, avec d'autres pays européens, à la réalisation vorhandenen Experten sind deswegen entsprechend über-

d'une position autonome de l'Europe, ce serait la seule lastet), oder das Rotationssystem diplomatischer Praxis

possibilité de désamorcer quelque peu le mécanisme führt immer wieder zu einer anderweitigen Verwendung

conflictuel qui résulte du modèle Est-Ouest. La Suisse dieser Experten.» Er fährt an anderer Stelle fort: «Eng mit

devrait reconnaître que la politique menée jusqu'à présent, diesen finanziellen und personellen Grenzen hängt auch

au travers des institutions de Bretton Woods et plus particu- das Fehlen von Grundlagenstudien zu sicherheits- und

lièrement du FMI, va à rencontre de toute notre politique de rüstungskontrollpolitischen Fragen zusammen. Im Unter-

développement, elle entraîne pour ces pays des consé- schied zu vielen Ländern verfügen weder das EDA noch das

quences catastrophiques, que nous-mêmes n'accepterions EMD über einen »Planungsstab« oder über eine Denker-

jamais, et que ces conséquences sont, à terme, explosives gruppe, welche die Mittel für solche Grundlagenstudien

pour l'ensemble de la communauté internationale. hätten.»

Pour conclure, je dirai qu'au fond, tendre à supprimer les Hier bestehen offenbar beträchtliche Lücken. Aus diesen

contradictions qui existent entre le discours sur la politique Gründen dürfte es angezeigt sein, dass das EDA Initiativen

étrangère et notre politique extérieure, faire preuve d'un ergreift und Vorschläge unterbreitet, um die personelle und

sens des responsabilités plus approprié, ce devrait être les finanzielle Situation zu verbessern, damit ein neues Konzept

objectifs d'une politique qui vise réellement à la solidarité für die schweizerische Position bei Rüstungskontroll- und

entre les peuples et au respect et au renforcement des droits Abrüstungsverhandlungen an internationalen Konferenzen

de l'homme. erarbeitet werden kann.

Es ist mir deshalb ein Anliegen, dass Herr Bundesrat Aubert

Bundi: Ich möchte nur einen Aspekt im Rahmen unserer heute zu diesem Problemkreis Stellung nimmt.

Aussenpolitik berühren, nämlich die Position der Schweiz

an den KSZE-Nachfolgekonferenzen respektive KVAE-Kon- M. Berger: Le 16 mars dernier, le peuple suisse a pris une

ferenzen. In einer jüngst erschienen Abhandlung mit dem détermination claire en matière de politique étrangère, en

Titel «Schweiz und Rüstungskontrolle» fordern die beiden refusant massivement notre entrée à l'Organisation des

Verfasser, Prof. Kurt Gasteyger und René Hauck, längerfri- Nations Unies. Nous ne pouvons pas l'ignorer.

stig neue Kriterien und Schwerpunkte für eine schweizeri- Ce refus, non seulement doit être analysé, mais il appartient

sche Beteiligung an Abrüstungskonferenzen und Verifika- aussi au Parlement de s'exprimer clairement sur l'orienta-

tionsaufgaben, und sie sagen in diesem Zusammenhang: tion qu'il entend donner à l'avenir à notre politique étran-

«Die Schweiz hat dort, wo sie aktiv wurde, fast immer nur gère. La solution de facilité résiderait dans une simple

reagiert und selten die Initiative ergriffen.» In diesen Worten réponse de confirmation en matière politique menée jus-

widerspiegelt sich weitgehend die Philosophie der offiziel- qu'ici, mais ce serait ignorer le verdict de mars dernier. Dans

len Schweiz an den bisherigen KVAE-Verhandlungen: Dort, cet esprit, nous soutenons l'interpellation de notre commis-

wo es um mögliche Durchbrüche auf dem Gebiet der Abrü- sion et nous participons au débat qui se déroule présente-

stung geht, eher bremsend als fördernd tätig zu werden. ment.

16. Dezember 1986 N 1951 Aussenpolitik. Persönliche Vorstösse

Dans ses grands principes, notre politique étrangère a rem- noch nicht genau wissen, ob es Unsolidarität oder eine

pli la mission que le peuple attendait d'elle. Cependant, besonders originelle und auch egoistische Interpretation

l'opinion qui s'est dégagée des débats de mars dernier et les unserer Neutralität ist.

impératifs nouveaux qui se posent à notre politique étran- Bei meiner Aufzählung der positiven Punkte überwiegt die

gère méritent toute notre réflexion et notre attention. kulturelle Dimension, sowohl der Kulturexport als auch der

De cette détermination, je relève trois points qui méritent Kulturaustausch, was ja nicht ganz dasselbe ist. Da habe ich

analyse: Premièrement, conserver intact le principe de notre mich, wie ja auch mein Kollege Sigi Widmer das vorher

neutralité active. Deuxièmement, limiter notre engagement festgestellt hat, gefragt, warum Kultur mit keinem Wort in

rigoureusement dans le cadre et les limites que nous accor- diesem Bericht über die Stellung der Schweiz in der Welt

dent les dispositions constitutionnelles à ce sujet. erwähnt wird. Gleichzeitig frage ich mich: Weshalb wird

Troisièmement, et sans remettre en cause ces deux pre- Kultur in bezug auf das Ausland eigentlich nur von der

miers principes, il est également hautement souhaitable schweizerischen Kulturstiftung Pro Helvetia wirklich ernst-

que, dans le domaine réservé par notre statut de neutralité, genommen? Warum wird sie vom EDA, das ja auch zustän-

notre engagement soit des plus actifs, à l'avenir également. dig wäre, als quantité négligeable behandelt? Oder ist dem

Il nous appartient donc de garder toute indépendance à vielleicht nicht so, Herr Bundesrat?

l'égard de l'extérieur, si nous voulons remplir mieux encore Das EDA beschäftigt weltweit nicht mehr als sechs bis acht

la mission privilégiée qui nous est accordée. Les attributions Kulturattaches. In Gegenüberstellung zu den Wirtschaftsat-

et les mandats de la Commission des affaires étrangères taches und zu den Militärattaches ist das ein krasses Miss-

répondent aujourd'hui encore de l'objectif fixé par le règle- verhältnis. Ich möchte den Bundesrat dringend darauf hin-

ment de notre conseil. Dans ce domaine, il me semble que weisen, dass er, wenn ihm die Stellung der Schweiz wirklich

nous pouvons apporter toutes informations en temps voulu, so am Herzen liegt, gut daran täte, mehr Botschaften mit

tant aux médias qu'à ce conseil. eigentlichen Kulturattaches auszustatten. Pro Helvetia ver-

De plus, notre peuple n'a jamais remis en question et en diente es nämlich, vom EDA besser unterstützt zu werden.

cause l'action menée dans le monde en faveur d'une aide Pro Helvetia hat vom Parlament den Auftrag übernommen,

active à l'endroit de la souffrance, de la faim, de l'aide en cas beim Kulturaustausch mit dem Ausland in erster Linie

de catastrophes, de l'aide technique, etc. Notre contribution unsere Nachbarländer zu berücksichtigen und in weiter

en toutes circonstances par notre disponibilité d'Etat neutre entfernten Breiten Schwerpunktländer zu bestimmen. Für

devrait permettre de remplir des missions d'arbitrage et des Kulturpräsenz überall in der Welt haben wir ja bekanntlich

rapports entre parties adverses, à l'avenir encore. kein Geld. Das kann sich die Bundesrepublik Deutschland

Le besoin de resserrer les relations avec nos proches voisins leisten, die weltweit achtzig Goethe-Institute betreibt.

demeure prioritaire, en favorisant notamment l'édification Pro Helvetia ist diesem Auftrag des Parlamentes in den

d'une Europe unifiée et solide. Un tel engagement demeure letzten Jahren getreulich nachgekommen. In Frankreich mit

fondamental pour l'équilibre de notre planète, mais aussi dem Centre Culturel Suisse in Paris, das nach einigen Kin-

pour notre petit Etat, que ce soit dans le domaine de derkrankheiten sehr positive Auswirkungen hat und es vie-

l'économie, de l'industrie ou de l'agriculture, que ce soit len Künstlern aus der welschen, aber auch aus der deut-

aussi dans celui de nos relations sociales. M. Soldini a fait schen Schweiz ermöglicht, in Frankreich zur Kenntnis

état d'un cas, tout à l'heure, il y en a d'autres qui reviendront genommen zu werden. Für die Bundesrepublik Deutschland

certainement à notre réflexion, dans le cadre des problèmes hat Pro Helvetia ein anderes Modell geschaffen, weil dort ja

qui seront soulevés par la dixième révision de l'AVS. kein kulturelles Zentrum wie Paris besteht. Man hat in den

Face aux échanges également multiples qui se présentent et Städten des Rheins Kulturereignisse unter dem Titel «Szene

aux distances qui se raccourcissent, notre pays ne pourra Schweiz» aufgezogen. Sie hatten soviel Erfolg, dass die

pas demeurer sage tout seul au sein de notre Europe. Le «Szene Schweiz» jedes Jahr weitergeführt wird. Ich habe

refus de notre peuple d'entrer dans les Nations Unies peut leider nicht genug Redezeit, um den Kulturaustausch mit

être expliqué par deux raisons: par crainte, à notre avis Oesterreich und Italien zu erwähnen. Wichtig ist: In der

justifiée, que le sens et l'esprit de notre statut de neutralité Bundesrepublik Deutschland war es ein Botschaftsrat, der

soit progressivement bafoué et que nous ne soyons plus à mit Begeisterung geholfen hat, die «Szene Schweiz» aufzu-

même de remplir les missions privilégiées qui nous sont bauen. Genau dieser Attaché wird jetzt in der üblichen

accordées, voire reconnues. Rotation des diplomatischen Dienstes nach Warschau

Si notre peuple n'entend nullement que notre action de geschickt. Ich frage mich: Warum verheizt man solche

politique étrangère se disperse, il n'entend pas non plus Leute, die bewiesen haben, dass sie kulturpolitisch im diplo-

qu'elle se complaise dans l'acquis. Nous sommes un petit matischen Dienst enorm viel leisten können? Warum hat

Etat auquel il est réservé une mission importante et précise. man ihn nicht zum Beispiel in die USA geschickt, wo kultu-

Toute la gestion des problèmes du monde nous intéresse. relle Präsenz für unsere Kulturschaffenden besonders wich-

Cependant, notre participation active doit se limiterau cadre tig wäre?

fixé par notre statut de neutralité. Les actions définies et Auf meine Frage sagte mir das EDA kühl: Wir wollen keine

engagées peuvent ainsi, sans restriction, recevoir notre Spezialisten, wir wollen Generalisten. Man muss da ebenso

appui. Pour le reste, nous nous limiterons au statut d'obser- kühl zurückfragen: Wie steht es denn mit den Wirtschaftsat-

vateur. taches oder mit den Militärattaches? Sind das keine Spezia-

Est-ce l'attitude que l'on attend de notre pays? Je vous listen? Ich finde, der Bundesrat müsste sich in dieser Bezie-

laisse la réponse. Pour ma part, c'est l'orientation que la hung, nämlich in bezug auf die kulturelle Stellung der

majorité de notre peuple attend de notre politique étrangère. Schweiz in der Welt, bemühen, bessere Lösungen zu finden.

Der Zustand heute ist in dieser Beziehung absolut unbefrie-

Frau Morf: Die Stellung der Schweiz wird bestimmt durch digend.

das, was bei uns gerade aktuell geschieht, aber auch durch

das, was dauert und im Ausland positiv oder negativ über Mühlemann: Aufgrund des Uno-Entscheides vom 16. März

längere Zeit zur Kenntnis genommen wird. besteht keine Ursache, in larmoyantes Klagen auszubrechen

Das aktuell Negativste ist zur Zeit sicher die Vergiftung des oder in grossen Siegesjubel. Das Schweizervolk hat sich klar

Rheins durch die Schweizer Chemie. Als aktuell Positivstes und dezidiert entschieden. Man weiss in diesem Lande, was

werden wahrscheinlich im Ausland unsere Skifahrer, Künst- integrale Neutralität heisst. Man ist ebenso misstrauisch

ler, Filmer, Architekten und Autoren wahrgenommen. Die gegenüber einäugiger Diplomatie, wie sie in der Uno betrie-

Dauerbrenner hingegen, die unser Image im Positiven ben wird. Die bewährte Formel der bewaffneten Neutralität

bestimmen, sind natürlich immer noch die Uhren und die und Solidarität hat ihre Bestätigung erfahren.

Berge. Im Negativen ist es unsere Einigelung der übrigen Wir haben allen Grund, an unserer Armee festzuhalten und

Welt gegenüber, wenn es um anderes als um Kommerzielles Anschläge wie das Rüstungsreferendum und gar die

geht, eine Einigelung, von der manche Ausländer immer Abschaffungsinitiative klar abzulehnen. Der Bundesrat und

Politique étrangère. Interventions personnelles 1952 N 16 décembre 1986

mit ihm das Parlament tun gut daran, sich nicht in fremde besser zu «managen». Ich denke vor allem an die Koordina-

Händel zu mischen und dort eindeutig neutral zu bleiben, tion. Wenn unser Aussenminister und eine hochkarätige

wo der Bundesrat aufgefordert wird, lauthals Protest zu Delegation des Parlamentes und Chefbeamte der eidgenös-

erheben. Wir werden mit dem Begriff der Solidarität etwas sischen Verwaltung fast gleichzeigit in Moskau und Umge-

mehr Mühe haben, denn ob wir wollen oder nicht, unser bung weilen und sie eigentlich nichts voneinander wissen,

Volk und unser Land wird in eine globale Oeffnung einge- ist es dringend notwendig, dass hier eine stärkere Koordina-

spannt sein. Die Globalisation ist ein gefährliches Zauber- tion einsetzt.

wort der Zukunft. Wir leben in einem Zeitalter der technolo- Ich glaube auch, Bürgernähe ist in der Aussenpolitik nöti-

gischen Erfindungen, die keine politischen Landesgrenzen ger, wie es Herr Kollege Müller-Meilen gesagt hat. Die Vor-

kennen. Die Glasfaserautobahnen, die Europa durchziehen, fassung sagt im Artikel 102 klar, dass der Bundesrat für don

bedürfen auch im Bereich unseres Landes des Anschlusses. courant normal der Aussenpolitik zuständig sei. Wenn wir

Die Katastrophe am Rhein hat uns gezeigt, dass Umwelt- hingegen Artikel 85 nehmen, stellen wir fest, dass Neutrali-

schäden entstehen können, die wir nur im internationalen tätspolitik in die Zuständigkeit des Parlamentes fällt. Hier

Verbund verhüten und bewältigen können. werden die Juristen wahrscheinlich nie einig werden, wer

Wer im Bereich der Finanzwelt die jüngste Entwicklung kompetent ist. Dieser Zustand zwingt uns zum permanenten

aufmerksam verfolgt hat, kann unschwer erkennen, dass die Dialog; er zwingt uns als Parlamentarier dazu, vermehrte

Finanzplätze New York, London, Japan auch für die eidge- Informationsmöglichkeiten wahrzunehmen und auch das

nössischen Bankiers einen Aufbruch zu neuen Ufern bedeu- Mitspracherecht zu fordern; denn Aussenpolitik muss letzt-

ten. Ob wir hier die Grenzen immer genau erkennnen, kön- lich Politik sein, die durch das Volk getragen ist, und das

nen wir heute noch nicht sagen. Aber mit Sicherheit werden können nur wir, die Volksvertreter, tun.

wir in diesem Bereich unsere Aussenpolitik aktivieren und

verbessern müssen.

Ich denke weiter an die Gebiete der Sicherheitspolitik, der Ott: Die ausführliche Antwort des Bundesrates auf die Inter-

Entwicklungshilfe und der karitativen Unterstützung. Im pellation der aussenpolitischen Kommission ist für mich in

Bereiche der Sicherheitspolitik werden wir weiterhin ihren Grundzügen zufriedenstellend. Im einzelnen hätte

Schutz- und Beobachtungsmandate ausüben müssen. Es man sich wohl etwas mehr Entschiedenheit wünschen kön-

wird aber gefährlich sein, wenn wir uns auf dem Parkett der nen. Zu begrüssen ist aber vor allem die klare Absage des

grossen Konferenzen allzu weit vorwagen. Die Idee des Bundesrates an eine extensive Interpretation des negativen

Beobachterflugzeugs war wohl sehr originell, aber es stellt Uno-Entscheides vom 16. März. Die Fragestellung und das

sich doch die Frage, ob wir hier mit unserer aussenpoliti- Nein des Volkes galten ausschliesslich dem Vollbeitritt zur

schen Phantasie nicht allzu weit gegangen sind. Uno und sonst nichts. Zu Recht betont der Bundesrat, wenn

Die Entwicklungshilfe unseres Landes zeichnet sich durch uns dieses Instrument unserer Aussenpolitik bis auf weiteres

ihre hervorragende Qualität aus. Ich frage mich allerdings, versagt bleibe, so erhöhe dies die Bedeutung derjenigen

ob sie flexibel genug ist, um alle Möglichkeiten auszunüt- Instrumente, über die wir bereits verfügen.

zen, die dieses hervorragende Instrument bietet. Herr Kol- Der Begriff einer aktiven Aussenpolitik der Schweiz ist ja seit

lege Lüchinger hat darauf hingewiesen, dass etwa die Kop- längerer Zeit kontrovers. Manche reden abschätzig von akti-

pelung mit der Flüchtlingshilfe verstärkt werden müsse. Ich vistischer Aussenpolitik. Der Begriff bedarf einer Erklärung:

darf den Bundesrat daran erinnern, dass meine Motion Aktive Aussenpolitik bedeutet in unserem Fall zwei Dinge:

wegen einer Rückführung der Tamilen nach Indien noch erstens, dass wir nicht bloss reaktive Aussenpolitik machen,

offensteht. das heisst, immer nur dann aussenpolitisch tätig werden,

Im Bereiche der karitativen Hilfe haben wir bei der Rotkreuz- wenn uns gar nichts mehr anderes übrig bleibt, und zwei-

konferenz in Genf einen Rückschlag erfahren. Glücklicher- tens, dass wir im internationalen Austausch und Kräftespiel

weise können unsere Delegierten wieder nach Südafrika nicht ausschliesslich nur helvetische Interessen im engeren

zurückkehren. Es ist dringend notwendig, dass dieses wich- Sinn vertreten.

tige Instrument auch tatsächlich eingesetzt werden kann. Nach dieser Begriffsklärung will ich mich auf ein einzelnes

Um in diesen Bereichen tätig zu werden, brauchen wir Thema konzentrieren: auf die guten Dienste des neutralen

Instrumente: Wir brauchen gut ausgebildete aussenpoliti- Staates Schweiz. Dies dürfte ein unkontroverser Boden sein,

sche Kaderleute. Es ist notwendig, dass das Anforderungs- denn die Befürworter wie vor allem auch die Gegner eines

profil des Diplomaten durch Anforderungen im Bereiche der Vollbeitritts der Schweiz zur Uno haben sich im Vorfeld der

Oekonomie oder der Kultur ergänzt wird. Ich bin mit Kollege Abstimmung ausdrücklich dazu bekannt. So dürfte die Ideo

Widmer der Meinung, dass unsere kulturelle Präsenz im der guten Dienste auch tauglich sein als Leitplanke für eine

Ausland ungenügend ist. Dafür bedarf es aber gut ausgebil- schweizerische Aussenpolitik der Zukunft.

deter Ambassadoren. Es braucht dazu auch ein Stützpunkt- Was sind gute Dienste? Sicher können sie nicht allein darin

system, das besser ist als das heutige. Unsere Ausland- bestehen, dass man stillsitzt und wartet, bis es Krieg gibt,

schweizer Schulen sind in'den klassischen Auswanderungs- und dann noch einmal stillsitzt und wartet, bis man von der

ländern im Mittelmeer und in Südamerika angesiedelt. Der einen Kriegspartei aufgefordert wird, ihre diplomatischen

pazifische Raum wird der Raum der Zukunft sein. Wir tun Interessen bei der anderen Kriegspartei zu vertreten. Das

gut daran, unsere Auslandschweizer Schulen auch dort zu genügt nicht.

installieren und zu verbessern, damit wir nicht nur Kultur, Ich habe in diesem Jahr an drei Orten von der derzeitigen

sondern auch Politik markieren können. schweizerischen Politik der guten Dienste eine gewisse

Ich bin im übrigen der Auffassung, dass wir gewisse interna- Anschauung gewinnen können: einmal in Buenos Aires, wo

tionale Organisationen brauchen werden. Dazu gehören die unsere schweizerische Botschaft besonders aktiv ist und

Unesco und das Rote Kreuz. Wir müssen Entpolitisierungs- sich über ihr formelles Mandat hinaus mit Geschick und

versuche unternehmen. Ich bin mit Herrn Sonny der Mei- Diskretion darum bemüht, den notwendigen Dialog zwi-

nung, dass wir noch nicht sicher sind, ob die Unesco mit schen Grossbritannien und Argentinien über die Zukunft der

einem anderen Steuermann einen besseren Kurs steuern Falkland-lnseln offenzuhalten bzw. zu fördern, sodann bei

wird. Wir könnten durchaus an eine Suspendierung unserer der neutralen Ueberwachungskommission in Korea und

Mitgliedschaft denken, bis dieses Schiff wieder flott schliesslich und vor allem bei der KVAE in Stockholm, wo

gemacht ist. schweizerische Koordinatoren zwei von fünf Arbeitsgruppen

Im Bereiche der Rotkreuzkonferenz haben wir allen Grund, präsidierten, darunter diejenige über Verifikation, und wo

dafür zu sorgen, dass in Zukunft die Delegationen nicht auf dem Gebiet der Verifikation denn auch ein Durchbruch

mehr aus politischen und aus karitativen Elementen beste- erzielt werden konnte, auch wenn der schweizerische Vor-

hen, sondern dass eine Delegation eine Sprache spricht. In schlag mit dem neutralen Ueberwachungsflugzeug nicht in

Zukunft können nur so entpolitisierte Konferenzen stattfin- dieser Form angenommen wurde. Uebrigens müssten sich

den. Es wird auch notwendig sein, unsere Aussenpolitik die Herren Bonny und Mühlemann vielleicht über die Details

16. Dezember 1986 1953 Aussenpolitik. Persönliche Vorstösse

dieser Sache noch ins Bild setzen; sie sind nicht ganz seiner Antwort im dritten Abschnitt es so nebenbei tut, vom

informiert. Eintreten für den Schutz und die Förderung der Menschen-

Hier im multilateralen Rahmen wirkte die Schweiz nicht rechte zu sprechen, hart und pointiert, so wird die Philoso-

aufgrund eines direkten diplomatischen Mandates. Sondern phie verständlich. Ein Staat darf sich nicht nur aus sich

aufgrund ihrer aktiv praktizierten Disponibilität, Zuverlässig- selber verstehen, sondern hat seine Existenzberechtigung

keit und Konstanz wurde sie mit diesen beiden schwierig- auch nach aussen zu beweisen. Oder in aller Härte: Ueber

sten Koordinationsaufgaben betraut. Es gibt in diesem Stile jedem staatlichen Gesetz, über jedem staatlichen Egoismus

immer wieder Vermittlungsaufgaben, die man vor den stehen die immerwährenden und unveränderlichen Men-

Augen der Weltöffentlichkeit nur dem neutralen Staat anver- schenrechte. Seit dem Zweiten Weltkrieg, seit der Barbarei

trauen wird. des sogenannten nazistischen Rechtes, seit dem Nürnber-

Hier muss sich unser Land bereithalten. Das ist der Dienst, ger Prozess wurde weltweit festgehalten, dass die Berufung

den wir der Welt von heute leisten können, ein Dienst im auf unmenschliche nationale Gesetze, die den Menschen-

Interesse des Friedens und der internationalen Zusammen- rechten widersprechen, keine Entschuldigung vor der Wel-

arbeit und Verständigung. Wir dürfen die Aufgaben nicht töffentlichkeit sein kann. Kurz: Information über schweizeri-

selber suchen, doch müssen wir durch unser internationales sche Aussenpolitik heisst Berufung auf die Menschenrechte

Verhalten klarmachen, dass wir nicht nur verbal willens, und damit Erklärung und Information über dieses überstaat-

sondern auch faktisch in der Lage sind, sie auszuführen. In liche Recht in Schule, Erwachsenenbildung, aber auch in

diesem Sinne sind zum Beispiel auch die mit dem neuen jeder offiziellen Erklärung oder Rechtfertigung des Departe-

Budget beschlossenen Bestrebungen des Bundes, Experten mentes.

für Abrüstungs- und sicherheitspolitische Fragen auszubil- Solange in der Bevölkerung immer noch Kopfschütteln

den und praxisbezogene Konfliktforschung zu fördern und entsteht, wenn der Menschenrechts-Gerichtshof in Strass-

zu koordinieren, sehr zu begrüssen. burg die Schweiz rüffelt oder gar Remedur verlangt, ist

Hier ist ein erster Schritt in der Richtung des seit Jahren unsere Information über Aussenpolitik unzulänglich respek-

vertretenen Ziels eines schweizerischen Friedensfor- tive überhaupt nicht angekommen. Die Menschenrecht-

schungsinstituts unternommen worden, und zwar ein skonvention, von den Mitgliedländern akzeptiert, justiziabel,

Schritt, der für die praktische schweizerische Friedenspoli- ist die Grundlage unserer Innen- und Aussenpolitik in Eu-

tik, über die wir demnächst einen zusammenfassenden ropa.

Bericht erhalten sollen, mehr einträgt, als rein akademische Und.so komme ich noch zu einer Kritikan den Schlussfolge-

Forschung dies zu tun vermöchte. Ich sage: das ist ein rungen des Bundesrates. Ich zitiere den Schlussatz des

erster, wertvoller Schritt. Bundesrates, der schon Kollege Dünki angeführt hatte: «Im

Abschliessend betone ich, dass die Aussenpolitik eines Grunde genommen gibt es keinen Ersatz für die seinerzeit

Kleinstaates heute multilateral ausgerichtet sein muss. Nur angestebte Möglichkeit, durch einen Beitritt zur Uno

im multilateralen Rahmen wird sich der Kleine und Mittlere schweizerische Interessen besser vertreten zu können.»

noch Gehör verschaffen können. Denn nur hier zählt morali- 1. Eine schweizerische Aussenpolitik hat nicht vor allem und

sche Zuverlässigkeit und Glaubwürdigkeit - möge sie uns nur schweizerische Interessen zu vertreten. Es gibt noch

nach «Tschernobâle» bald wieder hergestellt werden - noch übergeordnete Prinzipien, die ebenfalls oder vor allem eine

so viel wie grosse militärische oder ökonomische Macht, aktive Aussenpolitik prägen sollen.

über die der Kleine nicht verfügt. 2. Die Uebereinstimmung der von uns anerkannten Europäi-

schen Menschenrechtskonvention mit der Menschenrecht-

Müller-Aargau: Zur Interpellation Dünki werde ich einige serklärung der Uno ist zwar nicht total, weil auch Sozial-

Bemerkungen zum Thema «Information über die Aussenpo- rechte darin enthalten sind, aber wir können durchaus auch

litik» anbringen. über Europa hinaus aktive Aussenpolitik betreiben, indem

Herr Kollega Dünki sucht fieberhaft nach Alternativen zur wir die Uno-Menschenrechtserklärung freiwillig der Euro-

Uno-Politik, sei es aus der wirklichen Ueberzeugung heraus, päischen Menschenrechtskonvention beifügen.

dass ausserhalb der Uno mehr aussenpolitisches Heil zu 3. Damit schaffen wir den bestmöglichen Ersatz für unsere

finden sei, oder aber aus dem schlechten Gewissen heraus, aussenpolitische Philosophie, die uns auch bei einer Politik

an der Beerdigung der Uno-Vorlage mitgewirkt zu haben. in der Uno wegleitend gewesen wäre.

Sei dem wie es wolle! Damit komme ich zum Schluss, dass eine Informationskam-

Die Information über die schweizerische Aussenpolitik liegt pagne über Aussenpolitik praktisch identisch ist mit einer

tatsächlich im argen. Es liegt weniger an der Quantität als an intensiven Propagierung und Interpretation der Menschen-

der Qualität der Information und der Form der Informations- rechte. Alles andere ergibt sich fast von selbst.

politik. Gerade weil die aktive Aussenpolitik in der Schweiz

wenig Tradition hat oder aber die Vorstellungen der Bürger M. Cotti Gianfranco: II Consiglio federale, presentando il

sich zum Teil an überlebten Bildern orientieren, hat der rapporto in discussione, apre un dibattito che non può

Bund die Pflicht, seine Tätigkeit immer wieder zu erklären. concludersi né oggi, né in questa sede. Deve per contro

Im ersten Abschnitt der Antwort des Bundesrates wird von approfondire i problemi e coinvolgere non soltanto gli

Intensivierung der Information und der Information von ambienti politici, ma l'intera cittadinanza. La cesura che

möglichst breiten Schichten unserer Bevölkerung gespro- esiste attualmente fra gli addetti ai lavori, governo, parla-

chen. Die Botschaft hör' ich wohl, Herr Bundesrat! Im mento, diplomazia, da una parte, e il popolo sovrano a

Zusammenhang mit der Uno-Kampagne, noch häufiger aber decidere di passi sostanziali nella politica estera dall'altro,

bei Veranstaltungen zum Thema «Europapolitik» oder non può che portare a una perdita di credibilità della Sviz-

«Asylpolitik» stelle ich immer wieder fest, dass weniger zera sul piano internazionale e a grossi guasti nei nostri

Fragen zu den institutionellen Gefässen und der Tätigkeit rapporti politici, culturali, economici, coll'estero, con i paesi

der Beauftragten gestellt werden als nach der Philosophie a noi vicini e con quelli che, pure essendo geograficamente

unserer Aussenpolitik. Welche Antwort geben wir auf die lontani, costituiscono nondimeno una comunità di destini

Frage: Woher stammt die juristische oder moralische con il nostro Paese. Il 16 marzo scorso-votazionesull'ONU

Pflicht, Asylgesuchsteller einzulassen und eventuell Asyl zu - è ormai lontano nel tempo. Resta tuttavia una sconfitta per

gewähren? Sie können historisch argumentieren und von i responsabili della gestione politica del Paese. Prima

der Asyltradition und von Henri Dunant berichten. Das wird ancora che di una sconfitta, è bene parlare di insegnamento.

abprallen. Tempi passati! Governare al riparo delle critiche, o peggio ancora, nell'in-

Sie können die gegenwärtigen Staatsmaximen bemühen, differenza generale del Paese, non è pagante. Il Consiglio

wie das heute schon mehrmals getan worden ist, und die federale fa tesoro di questo insegnamento. Ne è segno

Begriffe Neutralität, Solidarität, Universalität, Disponibilität evidente il rapporto su cui si sta discutendo. Il Parlamento

ausdeutschen. Nach wenigen Sätzen wird Ihnen niemand dovrà fare altrettanto, sollecitato anche dall'interrogazione

mehr zuhören. Beginnen Sie aber, wie der Bundesrat in Grassi. Si sa che la maggioranza degli Svizzeri non ha

Politique étrangère. Interventions personnelles 1954 N 16 décembre 1986

ancora preso coscienza della dipendenza della Svizzera im Zollabbau oder im Abbau von Mengenbeschränkungen.

dagli altri Paesi d'Europa e del mondo e dell'interdipen- Die EFTA-Staaten sind sozusagen zu Nachreitern geworden.

denza di tutti i Paesi del pianeta. Occorre informare regolar- Wir haben gar keine andere Wahl, als uns immer wieder

mente e ininterrottamente esporre i problemi, far passare un anzupassen und immer wieder zu versuchen, noch einiger-

messaggio. Ma siamo in grado di farlo? Il corpo diplomatico massen im Gespräch zu bleiben.

è sicuramente eccellente e preparato nel campo delle rela- In Brüssel ist eine Art Regierung am Werk, die immerhin

zioni con gli altri Popoli, specializzato nelle materie oggetto über ein Budget von 70 Milliarden Franken verfügt, eine

di discussione internazionale, pronto a confrontarsi con le Regierung, die nur zum Teil noch EFTA-freundlich ist. Zwar

realtà economiche, politiche e sociali dei nostri interlocu- gibt es eine Reihe von Kleinstaaten - auch die Bundesrepu-

tori. Ma dopo aver preso coscienza della necessità di susci- blik gehört zu dieser Gruppe -, die uns immer wieder zum

tare interesse e sensibilità internazionale all'interno, è anche engeren Kontakt ermuntern, aber kürzlich hat ein Sprecher

preparato a spiegarsi verso i cittadini, a parlare un linguag- der EG deutlich gesagt, es gebe auch Mitgliedstaaten in der

gio svizzero, se occorre dialettale, pur di farsi capire? E le EG, die von den EFTA-Staaten als von Trittbrettfahrern sprä-

attuali infrastrutture sono sufficienti per assicurare questa chen und in deren Gegenwart man das Wort «Konsultatio-

riproiezione della politica estera verso l'interno? A questi nen» kaum noch gebrauchen dürfe.

quesiti occorre dare una risposta, se non immediata, perlo- Natürlich ist unsere Aussenpolitik universal angelegt, natür-

meno sollecita. Attorno a noi i Paesi della CEE mostrano di lich legen wir weiterhin grossen Wert auf die Multilateralität.

aver rotto gli indugi verso una internazionalizzazione dei Herr Widmer hat heute darauf hingewiesen, dass der pazifi-

mercati. L'economia svizzera sente il bisogno di iniziative sche Raum verheissungsvoll sei. Aber das ändert nichts

politiche. Si sa che il nostro benessere è connesso alle daran, dass die Beziehungen zur EG ganz entscheidend

nostre conquiste sociali, che il nostro benessere è legato sind und ganz entscheidend bleiben. Und da stellt sich die

all'esportazione. Ed è il momento di agire, di prendere Frage, was wir eigentlich da noch machen können. Es wird

iniziative, di smettere la politica della reattività per timore di davon gesprochen, den Europarat aufzuwerten; es wird

dissensi interni. Non è però solo per mantenere il benessere davon gesprochen, irgendwelche neue, gesamteuropäische

materiale che l'azione, questa azione, si impone. Essa si Lösungen anzustreben. Aber machen wir uns keine Illusio-

impone anche e soprattutto, forse cominciando dagli aspetti nen: Die EG ist heute dermassen in einer Position der

economici, nei rapporti con i nostri vicini. Questa politica è Stärke, dass es schwerhalten wird, hier neue Ansätze zu

necessaria anche per dare il nostro contributo alla pace finden. Es bleibt also im Grunde nichts anderes übrig, als

mondiale. Interessante, a questo proposito, un'osservazione das zu bewahren, was wir einwerfen können, nämlich

del segretario di Stato Blankart, che ha parlato sabato unsere wirtschaftliche Stärke und die Tatsache, dass die EG-

scorso ad una manifestazione dell'Unione Europea di Sviz- Staaten mehr in unser Land exportieren, als wir in die EG-

zera e che citerò a mo' di conclusione: «La communauté, en Staaten exportieren. Es bleibt uns auch nichts anderes

passant par l'intégration mutuelle des économies concer- übrig, als die Möglichkeiten des Informations- und Mei-

nées, a exclu une fois pour toutes les confrontations mili- nungsaustausches jeweils möglichst frühzeitig, vollständig

taires entre les Etats membres.» Con questa considerazione, und auf breitester Front wahrzunehmen. Wenn der Bundes-

con questo incoraggiamento, io do la mia approvazione al rat in diesem Bereich nun Expertengremien zur Beurteilung

rapporto auspicando che il discorso sì continui e si appro- der künftigen Rolle der EFTA usw. eingesetzt hat, so hat er

fondisca e che sia un discorso, ripeto, più aperto verso i sicherlich gut daran getan. Erwürdeauch gut daran tun, das

cittadini. Parlament in nächster Zeit über diese Zusammenhänge ein-

mal eingehender zu informieren, denn sie sind - man muss

Reich: Der Entscheid des 16. März kann sicherlich nicht das mit allem Nachdruck unterstreichen -von existontieller

bedeuten, dass unsere Aussenpolitik ihre Weichen anders Bedeutung, vor allem auch für die wirtschaftliche Zukunft

stellen muss. Der Bericht des Bundesrates ist in diesem der Schweiz.

Zusammenhang richtigerweise völlig undramatisch, und

auch diese Debatte bewegt sich in ruhigen Gewässern. Steffen: Eingangs sei festgehalten, dass die von der Kom-

Der eigentlich dramatische Akzent im Bericht des Bundesra- mission für auswärtige Angelegenheiten wohl bewusst pro-

tes gehört denn auch in einen anderen Zusammenhang, vozierte Stellungnahme des Bundesrates zur Frage der Stel-

nicht in den mit der Uno. Er betrifft unsere Beziehungen zur lung der Schweiz in der Welt eine brauchbare Grundlage für

EG. Der Bundesrat selbst hat es so formuliert, dass wir die Diskussion der Aussenpolitik der Eidgenossenschaft

zunehmend Probleme hätten und dass die EFTA-Staaten darstellt. Welche Tendenzen werden nach unserer Meinung

Gefahr liefen, ins Abseits zu geraten. Das ist nur zu wahr. sichtbar? Nachdem der Souverän den Beitritt der Schweiz

Zwar hat sich seit 1972, seit dem Abschluss des Freihandels- zur Uno massiv verworfen hat, darf angenommen werden,

abkommens, formal nichts geändert, auch die sogenannte dass das Volk kein weitergehendes Engagement, sondern

Entwicklungsklausel ist weiterhin intakt, aber faktisch Zurückhaltung in der Aussenpolitik wünscht. Aussenpoliti-

haben sich die Gewichte doch sehr massiv verschoben. Aus sche Kommission und Bundesrat, deren Mitglieder füglich

dem Europa der Sechs ist inzwischen ein Europa der Zwölf als Internationalisten bezeichnet werden dürfen, streben

geworden, mit einem westeuropäischen Bevölkerungsanteil stärkere Bindungen an internationale Organisationen an.

von 91 Prozent. Trotz Uno-Entscheid soll die Eidgenossenschaft in einem

Wir lassen uns nur zu leicht täuschen durch die inneren Slalom um die Pfähle des Widerstandes in Volk und Parla-

Schwierigkeiten dieser EG, durch die Spannungen, durch ment ans Ziel einer Eingliederung ins Gerüst des internatio-

die dramatischen Berichte im Zusammenhang mit Budget- nalen Systems geführt werden.

debatten usw. Das ändert nichts an der Tatsache, dass diese Der Bundesrat nennt in der Stellungnahme einzelne Betäti-

EG rasch fortschreitet, zu dem, was sie 1992 sein will, gungsfelder: präsent sein in der Uno nach Massgabe unse-

nämlich ein echter Binnenmarkt. Unsere Unterhändler rer Möglichkeiten; im Rahmen der KSZE an der Verbesse-

machen die Beobachtung, dass die EG heute im handels- rung des politischen Klimas in Europa mitarbeiten; Verstär-

und wirtschaftspolitischen Bereich ein Selbstvertrauen, ein kung der Arbeit im Rahmen des Europarates; Weiterführung

Selbstbewusstsein entwickle ähnlich dem von Japan oder der Zusammenarbeit von Bundesrat und Nationalbank mit

den USA. Für uns Schweizer ist das unter verschiedensten den Institutionen von Bretton Woods- also Weltbank, Wäh-

Titeln bedeutsam. Einerseits liefern wir 73 Prozent unserer rungsfonds, Allgemeine Kreditvereinbarungen und Zehner-

Exporte in diesen Raum, andererseits können wir uns den klub, um nur einige zu nennen. Von Herrn Staatssekretär

Rechtsetzungsentwicklungen und weiteren Dingen, die in Franz Blankart wurde-wie schon von Herrn Bonny erwähnt

der EG passieren, nicht entziehen, aber gleichzeitig hat sich - am vergangenen Samstag vor der Europa-Union Schweiz

das Gewicht der EFTA entsprechend verringert. Die alte erklärt, er befürworte eine offene, autonomiebewusste

Vorreiterrolle, von der man im Zusammenhang mit der EFTA Zusammenarbeit mit der Europäischen Gemeinschaft mit

jeweils gesprochen hat, ist weg. Wir sind nicht mehr führend dem Ziel - hören Sie gut zu! -, beitrittsfähig zu bleiben, um

16. Dezember 1986 1955 Aussenpolitik. Persönliche Vorstösse

den Beitritt zu vermeiden (so gelesen in der «NZZ» von le plan économique. Il faut ensuite inscrire notre action

gestern). Die Aktivitäten sind also vielfältig. Wenn sie sich in économique globale dans un certain nombre de codes, de

der Bandbreite der Aussenpolitik vor der Uno-Abstimmung règles d'éthique. Ensuite, on pourra peut-être passer à une

bewegen, können sich auch Ratsmitglieder der Nationalen définition un peu moins livresque, un peu plus concrète de

Aktion knurrend damit abfinden. Wenn sich aber Kommis- la neutralité. La neutralité ce n'est pas observer, bien à l'abri

sion und Bundesrat die fragwürdige Haltung der weiteren derrière un rideau, ce qui se passe. C'est un engagement

Oeffnung der Schweiz trotz Uno-Abstimmungsresultat zu cohérent et durable aux côtés de ceux qui luttent dans le

eigen machen, können wir nicht mehr mithalten. Wir sind monde pour le respect des droits élémentaires de l'homme,

mit Herrn Kollega Müller der Auffassung, dass eine Aussen- pour le respect du droit des peuples à disposer d'eux-

politik, die nicht von der Mehrheit des Volkes unterstützt mêmes, pour ceux qui, dans le monde, essaient au prix de

wird, eine schlechte Aussenpolitik ist. Wenn die aussenpoli- leur sang, souvent, de desserrer l'étreinte des deux blocs et

tische Elite in diesem Lande vorzugsweise in den Wolken pour ceux qui se battent pour une répartition plus juste des

agiert, darf sie nicht erstaunt sein, dass das Volk dieser richesses. C'est cela que je voudrais voir au centre de notre

Aussenpolitik kritisch, wenn nicht sogar ablehnend gegen- politique étrangère. Cette solidarité là nous est imposée par

übersteht. Das Volk ist - mit Ausnahme des Mittels des une éthique élémentaire, mais elle constitue aussi - et il faut

beschränkten Staatsvertragsreferendums - völlig von den le faire comprendre - la seule manière possible de conce-

aussenpolitischen Entscheiden ausgeschlossen. Es kann voir notre avenir sur cette planète.

also nur applaudieren, resignieren oder schimpfen. Vouloir par une politique étrangère qui se limiterait à des

Die Parlamentarier der Nationalen Aktion nehmen diese considérations humanitaires camoufler ou, dans le meilleur

Ueberlegungen zur Stellung der Schweiz in der Welt zur des cas, réparer, les dommages d'un mal-développement

Kenntnis und bitten um Beantwortung folgender zwei économique que par ailleurs nous soutenons, nous paraît

Fragen: tout à fait inopérant, voire hypocrite. Ce que nous voulons,

1. Welche innenpolitischen Auswirkungen für die Schweiz c'est une politique étrangère à la mesure de notre influence

sind aus der anvisierten Oeffnung gegenüber der Europäi- économique sur et dans le monde et qui oriente cette

schen Gemeinschaft zu erwarten? influence dans le bon sens. Cela veut dire aussi, concrète-

2. Welche politischen Vorteile erhofft sich der Bundesrat ment, une coordination entre la volonté politique qui se

aus unserer Präsenz als Gast an den Konferenzen der soge- manifeste au niveau du Département des affaires étrangères

nannten Blockfreien? et la puissance économique, telle qu'elle se matérialise par

Einige Schlussbemerkungen zum Problem «Aussenpolitik l'influence de notre pays dans le monde. Nous voulons une

ohne Volk». Herr Kollege Widmer erwähnte in seinem histo- Suisse qui parle d'une seule voix, qui serait celle de l'huma-

rischen Abriss die geläufige Aussage, die beste Aussenpoli- nisme vécu et partagé et nous constatons, comme cela a été

tik sei, keine Aussenpolitik treiben zu müssen, und der dit hier, au sujet du débat sur la chimie, que là aussi, vivre

Schweizer habe sich in den dreissiger und vierziger Jahren mieux, c'est vivre une définition moins matérielle de la

ins aussenpolitische Réduit zurückgezogen. Warum wohl? richesse, et devenir plus solidaires à tous les niveaux.

Ich habe mir ein paar Gedanken darüber gemacht. Damals

stellten Volk und Behörden vermutlich fest, dass erstens in

der Aussenpolitik Treu und Glauben kaum Beachtung fin- Bäumlin: Zunächst möchte ich ausdrücklich betonen, dass

den und zweitens die Schweizer schwache Aussenpolitiker ich den Bericht über weite Partien zustimmend zur Kenntnis

sind, weil sie im allgemeinen das Prinzip Treu und Glauben nehmen kann. Ich habe aber einige kritische Bemerkungen

auch in der Aussenpolitik anwenden möchten. «Gute» Aus- anzubringen und konzentriere mich aus zeitlichen Gründen

senpolitiker sind jene, die alles Mögliche unterzeichnen, nun eben auf diese.

anerkennen und ratifizieren, aber dann nur das halten, was Es ist im Bericht von unserer Verbundenheit mit dem Völker-

der Politik ihres eigenen Landes dient. Unterschätzen Sie recht die Rede, im Anschluss daran auch von den Men-

auch heute das feine Sensorium unseres Volkes in diesem schenrechten. Es heisst, die Menschenrechtspolitik sei zum

Bereich nicht. Deshalb: weniger spektakuläre Aussenpolitik festen Bestandteil unserer Aussenpolitik geworden. Ich

dient unserem Land vermutlich mehr. stelle diese Aussage nicht in Zweifel, wünschte mir in bezug

auf Völkerrecht und Menschenrechte jedoch eine konse-

M. Longet Nous cultivons en Suisse, et le résultat de la quentere, eindeutigere Ausrichtung unserer Aussenpolitik.

votation sur l'ONU l'a montré avec force, une attitude double Einerseits darf ich mich zum Beispiel für die gute Arbeit im

à l'égard de l'étranger: sur le plan politique et sur le plan Rahmen der KSZE bedanken. Der Einsatz, den das Departe-

humain, une attitude de spectateur, de méfiance, voire d'iso- ment Aubert hier leistet, verdient unseren Respekt. Auf der

lement, de repli: on veut s'en mêler le moins possible; sur le anderen Seite ist unsere Aussenpolitik nicht frei von einer

plan des rapports économiques, par contre, on a une atti- gewissen Einäugigkeit. Zurückhaltender gesagt: sie erweckt

tude d'ouverture, une volonté d'être présent sur tous les zumindest den Anschein der Einseitigkeit. Der Zustand

fronts. Mais qui dit attitude double dit, en même temps, unserer Weltgesellschaft ist unter anderem dadurch

risque de double morale. Comment expliquer autrement que geprägt, dass sich die beiden Supermächte einfach über

certains de nos concitoyens réagissent comme ils le font à la geltendes Recht hinwegsetzen, sobald dieses ihren Macht-

venue d'immigrés et de réfugiés alors qu'en même temps ils ansprüchen in die Quere kommt.

applaudissent à l'arrivée de tout étranger dès lors qu'il a de Afghanistan und Nicaragua sind dafür besonders eindrückli-

l'argent à dépenser ou à placer: touriste, banquier ou ren- che Beispiele. Erschreckend ist dabei, dass sich beide

tier. Effectivement, sans l'étranger nous ne serions rien et je Supermächte analoger Argumentation bedienen, um ihren

crois qu'il ne faut pas manquer de souligner ce constat et Interventionen eine Scheinrechtfertigung zu verleihen - so

d'en tirer les conséquences, toutes les conséquences. etwa, indem sie Gründe der jeweiligen nationalen Sicherheit

Le risque de double morale, c'est aussi le risque de double geltend machen. Um allfälligen Unterstellungen das gute

conscience, un peu „schizophrénique, de mentalité qui ne Gewissen zu nehmen, noch soviel: ich nehme keine Identifi-

s'intéresse à l'étranger que dans la mesure où l'on peut en kation zwischen USA und Sowjetunion vor. Die USA sind

tirer un avantage. Il s'agit d'une mentalité unilatérale, qui eine Demokratie, freilich eine etwas lädierte; die Sowjet-

refuse ses responsabilités, qui refuse d'être dérangée, voire union ist keine Demokratie.

de réfléchir à ses propres contradictions. Hélas, il faut le Ich stelle aber eine Analogie her in bezug auf den imperialen

dire, cette attitude arrange bien certains. Anspruch, auf die analoge Missachtung von Völkerrecht

Corriger cette attitude est pour nous une priorité essentielle und des Selbstbestimmungsrechts der Völker. Die beiden

et, pour le faire, il faut deux mouvements. Tout d'abord, il Supermächte stimmen auch darin überein, dass sie ihren

faut étendre au domaine politique et de la conscience qu'on rücksichtslosen imperialen Anspruch als internationale

a dans le public suisse des problèmes internationaux, la Pflicht oder Sendung maskieren, als brüderliche Hilfe beim

notion de l'interdépendance qui est admise et pratiquée sur Aufbau des Sozialismus oder als weltweiten Auftrag der

Politique étrangère. Interventions personnelles 1956 N 16 décembre 1986

Verteidigung der Demokratie und des Selbstbestimmungs- Unterdrückung, Ausbeutung, Ungerechtigkeit, Unfreiheit,

rechts, jedoch im Zeichen der pax americana. und als Folge davon ergibt sich Terrorismus. Das sind Men-

Was die amerikanische Position betrifft, kann man auch sie schen, die offenbar nicht mehr ein und aus wissen und

bändefüllend belegen. In dieser Situation hängt die Glaub- Opfer der eigenen Aggressionen werden; zuerst als Men-

würdigkeit der Politik des neutralen Kleinstaates Schweiz schen, die gewalttätig werden, später werden andere wieder

davon ab, dass sie wirklich mit gleichen Ellen misst und sich Opfer von deren aktiver Gewaltausübung. Wenn sich unser

gegenüber der einen Supermacht genau so eindeutig aus- Land mit Terrorismus befasst, sollten wir auch den Mut, die

spricht wie gegenüber der ändern. Das ist bisher nicht Phantasie und die Kraft haben, nach dem Ursprung zu

ausreichend geschehen. Während die Worte an die Adresse fragen. Aussenpolitik hat eben auch ihren Preis.

Moskaus - zu Recht - klar sind, ist die Sprache gegenüber 2. Ein Wort zu den Menschenrechten. Da stellt sich auch die

Washington viel milder. Frage nach den Menschenrechten und den Grundrechten

Letzten Sommer hat der Internationale Gerichtshof die Inter- im eigenen Lande. Zeitweise wurde heute nachmittag sehr

vention der USA in Nicaragua als klar völkerrechtswidrig selbstgefällig diskutiert. Auffassungen, wie sie von Herrn

verurteilt, nach einem sorgfältig durchgeführten Verfahren, Bonny vertreten worden sind, sind für mich nicht mehr

in dem die Argumente der USA - trotz deren Rückzug aus tragbar; so selbstgerecht dürfen und können wir in dieser

dem Prozess - umsichtig gewürdigt und eben dann auch Zeit nicht mehr sein. Wir müssen auch einmal fragen, wie es

widerlegt worden sind. Warum wird dieses Urteil bei uns eigentlich mit dem Datenschutz bei uns steht; wir lesen

kaum zur Kenntnis genommen, weder von den Medien noch doch täglich in den Zeitungen, dass schweizerische Poli-

durch den Bundesrat? Vielleicht täusche ich mich. Vielleicht zeiinstanzen zu Mitteln greifen, die wir in den letzten Jahren

hat der Bundesrat das Haager-Urteil durch Spezialisten in der Schweiz nicht für möglich gehalten haben.

einer Analyse unterziehen lassen und dann auf die ihm Der Einsatz von Spitzeln, das Telefonabhören, Wanzen und

geeignet scheinende Weise bei der USA-Regierung irgend- wie diese Dinge alle heissen! Wenn wir von Menschenrech-

wie interveniert. Ich weiss es nicht. Sollte das zutreffen, wäre ten reden - und ich bin der Meinung, wir müssen das tun -,

ein klärendes Wort unseres Aussenministers höchst er- müssen wir einen besonders strengen Massstab an uns

wünscht. selber legen. Zu den Menschenrechten gehören auch die

Auf alle Fälle steht fest, der Kleinstaat Schweiz, der auf dem Sozialrechte. Ich finde es beschämend, dass wir dieses

internationalen Parkett kein Machtpotential einsetzen kann, Problem nicht lösen können, dass wir uns einer Charta nicht

hat ein höchstes Interesse an der Respektierung des Völker- anschliessen können, zu der zahlreiche westeuropäische

rechts. Wo, wann und durch wen immer das Völkerrecht Staaten seit Jahren und Jahrzehnten ja gesagt haben. Wir

missachtet wird, darüber ist von unserer Regierung eine manövrieren uns selber in eine Isolation hinein.

eindeutige und in allen Fällen gleich bestimmte Sprache zu Ganz offen und ehrlich: Meine grosse Enttäuschung von

erwarten. heute nachmittag war das Votum des Herrn Bonny. Ich

Eine weitere Bemerkung: Unsere Menschenrechtspolitik erinnere mich an die Kommissionsberatungen, an das, was

würde noch glaubwürdiger, wenn man sie besser in die er hier im Nationalrat gesagt hat, an Podiumsgesprächen,

Entwicklungs- und Aussenwirtschaftspolitik integrierte. die wir öffentlich vor dem 16. März geführt haben. Immer,

Widersprüche in unserer Aussenpolitik ergeben sich immer Herr Bonny, haben Sie gesagt: Nach dem 16. März werden

wieder daraus, dass diese schliesslich einseitig unter dem wir zusammensitzen und eine neue Gestalt der Aussenpoli-

Primat der Aussenwirtschaftspolitik steht. Dabei folgt man tik finden. Wie sieht nun heute diese neue Gestalt aus?

der Ideologie des freien Weltmarktes nachgerade wie einer Zurückhaltung bei den guten Diensten, Zurückhaltung bei

Religion. Dabei wird schlicht übersehen, wie die mehr und den Abrüstungsgesprächen, Zurückhaltung bei der Unesco,

mehr totale und nicht selten erzwungene Weltmarktintegra- Zurückhaltung bei der EG, Nein zur Sozialcharta. Haben Sie

tion oft den Zustand der Menschenrechte verschlechtert, das gehört? Zurückhaltung als Grundhaltung, Zurückhal-

indem Bevölkerungen ihrer Identität beraubt werden, indem tung als Ideologie, das ist die Aussenpolitik, wie sie uns

die vielgepriesene Modernisierung oft nur mit einer Diktatur präsentiert worden ist! Ich bedaure, dass die ganze freisin-

durchgesetzt werden kann, indem die Möglichkeit von nige Fraktion nicht mehr zu einer Neugestaltung unserer

Bevölkerungsmehrheiten, ihre Grundbedürfnisse zu befrie- Aussenpolitik beizutragen hat. Zurückhaltung erst recht

digen, verschlechtert wird - etwa durch die Politik des IWF. gegenüber den blockfreien Staaten. Da haben Sie sich zu

Ich möchte nicht falsch verstanden werden. Meine Kritik Bemerkungen verstiegen, Herr Bonny. Sie haben vom Spek-

kommt überhaupt nicht einem Totalverriss unserer Men- takel der Blockfreien gesprochen, von Happening. Da

schenrechtspolitik gleich. Ich verweise einfach auf Unzu- kommt eine Ueberheblichkeit zum Ausdruck, die im letzton

länglichkeiten, Widersprüche, Inkonsequenzen, in der Hoff- Jahrhundert schon falsch war.

nung, es gelinge schliesslich doch, diese besser zu bereini- Ich erinnere mich: 1955 kam die erste Konferenz dieser

gen. Dass das nicht allein vom Bundesrat abhängt, ist mir blockfreien Staaten zusammen. Schon damals hat man im

freilich klar. Hier täte sich ein weites Feld auf, das ich jetzt schweizerischen Bürgertum so gesprochen. Man hat sich

aus verschiedenen Gründen nicht begehen kann. dreissig Jahre lang über diese Länder lustig gemacht, die

sich immerhin auch um einen Weg bemüht haben. Wir

Braunschweig: Ich würde allen Leserinnen und Lesern des sollten uns wirklich nicht zu gut vorkommen, um dort wenig-

bundesrätlichen Berichtes vorschlagen, ihn nicht von vorn stens als Beobachter dabei zu sein. Vielleicht könnten wir

nach hinten, sondern von hinten nach vorn zu lesen. Wenn gerade dort von unseren Neutralitätserfahrungen etwas wei-

man dort zu lesen beginnt, dann wird er gleich von Anfang tergeben, aber nicht mit dieser Herren-Mentalität, wie Sie sie

an sehr interessant, denn dort sind die Probleme, die auch heute sowohl innerschweizerisch wie auch aussenpolitisch

unsere Bevölkerung interessieren, dort ist die Rede von den demonstriert haben.

Flüchtlingen, vom Terrorismus, dort ist von Umweltschutz Ich sage es nochmals: Aussenpolitik ist auch ein Wagnis,

die Rede. Am Anfang sind die Grundzüge enthalten, die Aussenpolitik verlangt einen Preis, Aussenpolitik kostet

nicht neu sind, von denen haben wir schon oft gehört, die etwas, vielleicht ist das der Grund, weshalb wir heute soviel

wurden auch heute nachmittag häufig repetiert. von Zurückhaltung gehört haben.

Ich möchte zwei Punkte herausgreifen und dann noch ein

grundsätzliches Wort als Antwort auf die Debatte hinzu- M. Aubert, conseiller fédéral: Votre Commission des affaires

fügen. étrangères nous a interpellés, nous vous avons répondu par

I.Wenn von Flüchtlings- und von Terrorismusproblemen écrit. Certains d'entre vous ont bien voulu reconnaître que

die Rede ist, fehlt mir eine Frage, die Frage nach den cette réponse était équilibrée, je les en remercie.

Ursachen. Auf Seite 15 ist davon die Rede, dass der Terroris- Je ne vais pas répéter ce que nous vous avons écrit et jo

mus die Quelle von inneren und internationalen Spannun- n'aimerais pas reprendre tous les points du très riche débat

gen sei. Von mir aus gesehen ist es umgekehrt. In den qui vient de s'engager cet après-midi, semble-t-il, pour la

weitaus meisten Fällen bestehen Spannungen, bestehen première fois dans l'histoire de la Confédération helvétique,

16. Dezember 1986 N 1957 Aussenpolitik. Persönliche Vorstösse

sur la politique étrangère. Ce qui a été dit, aujourd'hui, péenne. La question des relations des pays de l'AELE, dont

confirme, en principe, ce que nous vous avons écrit et, nous sommes membre, et en particulier de la Suisse avec les

comme déjà dit, je n'aimerais pas que nous nous répétions. Communautés européennes a gagné indiscutablement en

Depuis neuf mois que le peuple et les cantons ont dit un actualité ces derniers temps, depuis l'élargissement à douze

«non» franc et massif à l'adhésion de la Suisse à l'Organisa- de la Communauté économique européenne qui, mainte-

tion des Nations Unies, le Conseil fédéral a eu le temps de nant, a la majorité au sein du Conseil de l'Europe et de ses

méditer, de faire le point sur les principaux aspects de notre 21 Etats démocratiques, mais aussi en raison des évolutions

politique étrangère. La première constatation que nous pou- importantes dans le processus de l'intégration européenne

vons faire - et votre débat l'a prouvé - c'est que la grande qui marqueront également nos relations avec l'espace éco-

majorité d'entre vous partage l'opinion du Conseil fédéral, à nomique européen.

savoir que la place de la Suisse dans le monde, ses relations J'aimerais rappeler le «livre blanc» qui concerne l'achève-

avec les autres pays, ainsi que les grandes lignes de sa ment du marché intérieur et le fait que les pays membres de

politique étrangère n'ont pas été modifiées par le vote du la Communauté économique européenne ont signé l'«Acte

16 mars 1986. unique européen». Les Etats membres de la CEE ont sou-

Le maintien de notre indépendance et de notre souveraineté ligné leur volonté politique de réaliser d'ici à 1992 le Marché

repose plus que jamais sur notre neutralité permanente et commun, c'est-à-dire la libre circulation des marchandises,

armée. Personne n'en disconvient et personne n'en voudrait des personnes, des services et des capitaux. Simultané-

changer, Dieu merci! Mais elle implique aussi la poursuite ment, une base juridique a été créée pour formuler les

d'une politique étrangère active, ouverte aux problèmes des politiques communautaires dans de nouveaux domaines,

autres-de très nombreux orateurs parmi vous l'ont relevé- tels que la recherche, le développement ou la protection de

une politique de disponibilité et de solidarité. l'environnement. Enfin la coopération, en politique exté-

Le vote du 16 mars 1986 ne signifie pas et n'a pas signifié un rieure, des pays des Communautés européennes a fait, pour

repli sur nous-mêmes. Même les adversaires les plus la première fois, l'objet d'un accord formel.

acharnés à l'adhésion aux Nations Unies ne l'ont jamais J'aimerais que vous sachiez que nous ne sommes pas restés

demandé. M. Bonny lui-même, le 17 mars 1986, demandait inactifs. Nos efforts en vue de participer à une politique

une politique de neutralité plus active. Nos partenaires à européenne dynamique ont tout de même abouti à des

l'étranger l'ont d'ailleurs fort bien compris. Le 16 mars - résultats encourageants. Avec plus de cent arrangements

nous devons le dire - nous nous sommes privés d'un instru- bilatéraux et accords de tout genre, la Suisse possède un

ment de politique étrangère, mais nous n'avons pas décidé des réseaux d'accords avec la CEE le plus vaste de tous les

pour autant de changer de politique. Nous devrons donc Etats non-membres de la Communauté européenne. Dans

continuer d'être présents et actifs sur d'autres fronts. Nous plusieurs cas, la Suisse a fait oeuvre de pionnier. En tant que

devrons profiter des possibilités de contact que nous offrent non-membre, nous avons été le premier pays à conclure

les organisations internationales, notamment le Mouvement l'accord EURONETet l'accord-cadredu 8 janvier 1986 su r la

des non-alignés, auquel je reviendrai tout à l'heure, ainsi coopération scientifique et technique. La très forte imbrica-

que les organisations internationales dont nous sommes tion de notre pays dans la Communauté européenne est

membre. Nous y discutons, nous y réglons nombre de ainsi assortie d'un réseau contractuel, encore susceptible

questions importantes pour l'avenir de notre pays, mais de s'étendre et qui dépasse depuis longtemps le seul

dans ces organisations, nous avons aussi, mes collègues du domaine de la politique commerciale. Sans en être membre,

Conseil fédéral et moi-même, l'occasion de contacts bilaté- la Suisse restera, pour la Communauté, un partenaire inté-

raux qui sont irremplaçables, avec nos homologues d'autres ressant en raison de notre économie hautement perfor-

pays. mante et de notre volonté de coopérer.

Nos missions à l'étranger, nos ambassades, nos consulats Vous le savez, jusqu'ici, le Conseil fédéral n'a pas voulu

ont bien sûr un rôle important à jouer pour aider nos aliéner notre souveraineté là où d'autres pays acceptent de

entreprises et tous ceux de nos concitoyens qui font appel à se plier aux décisions communes. Avec l'agrandissement de

leurs services, mais ils sont appelés aussi à renforcer nos la Communauté économique européenne à douze parte-

contacts avec le gouvernement et l'administration des pays naires, de plus en plus les décisions qui seront prises le

hôtes. seront à la majorité. Or nous tenons, nous Suisses, jusqu'à

Nous devrons enfin profiter du passage dans notre pays de présent, à préserver l'autonomie de nos communes et de

nombreux ministres et chefs d'Etat, notamment à Genève, nos cantons, que beaucoup nous envient. Nous tenons à

où nous avons la possibilité de rencontrer de nombreuses préserver nos institutions et notre démocratie directe. Nous

personnalités politiques étrangères, pour renforcer nos avons une politique agricole, une politique d'immigration,

contacts, parce que nous en avons besoin. Dix-huit minis- une politique de santé, une politique des transports, une

tres des affaires étrangères se sont déjà annoncés pour politique de protection d'environnement, une politique fis-

l'année prochaine, sachant que je n'aurai pas la possibilité cale, nous avons une conception du rôle de l'Etat qui se

de me rendre, sur le plan bilatéral, à l'étranger, ainsi que concilie - avouez-le - très mal avec les exigences de l'inté-

deux chefs d'Etat. gration européenne. Nous ne pourrions pas, dans les cir-

Cet effort supplémentaire pour nouer des contacts avec constances actuelles en tous les cas, adhérer aux Commu-

l'étranger, pour présenter notre pays et défendre ses points nautés européennes, sans accepter de changements pro-

de vue, pour rappeler notre rôle mais aussi nos intérêts, fonds de nos institutions. Il faut que nous le sachions.

vous y contribuez également, vous, les parlementaires. Vous Nous avons évoqué les problèmes que pose le renforcement

êtes présents et actifs au Conseil de l'Europe, à l'Union de l'intégration européenne. Face à ce défi, nous devons

interparlementaire, vous avez de très nombreux contacts essayer de trouver des solutions originales, puisque nous ne

avec l'étranger, soit comme parlementaire, soit à titre privé pouvons ni nous fondre dans la Communauté économique

ou professionnel, et ces contacts sont, eux aussi, importants européenne, ni nous laisser marginaliser, comme certains

pour notre pays. l'ont dit, et avec une certaine crainte. Je les en remercie.

Dans sa réponse à votre interpellation, le Conseil fédéral n'a Nous partageons aussi cette crainte.

pas seulement voulu confirmer sa volonté de maintenir sa Solutions originales, cela signifie donc, face à une Europe

politique d'ouverture et de contacts avec l'extérieur, il a tenu scientifique et technologique à géométrie variable, avoir une

aussi à rappeler quels étaient les grands axes de sa politique participation active à un certain nombre de projets de

étrangère. Je n'y reviendrai pas. recherches - surtout au projet Eurêka -, cela signifie tenter

J'aimerais cependant répondre à un certain nombre de de trouver, avec d'autres, comment mieux utiliser le Conseil

questions qui ont été posées et à un certain nombre de de l'Europe qui reste tout de même le forum politique dont

remarques qui ont été faites. Un point qui a préoccupé nous sommes membre à part entière et qui réunit les vingt et

nombre d'entre vous, je pense à M. Eggly, à M. Reich et à une démocraties de l'Europe occidentale, notamment pour

d'autres encore, est le problème de l'intégration euro- poursuivre des efforts d'harmonisation du droit. Nous avons

Politique étrangère. Interventions personnelles 1958 N 16 décembre 1986

l'habitude de coopérer de façon pragmatique avec l'Europe, Confédération. Nous n'aurions pas, nous, laissé dos gens

de trouver des solutions à nos problèmes communs et aller dans des zones de conflits, dans des ondroits dange-

l'accord de libre-échange de 1972, que le peuple et les reux. Je voudrais que vous sachiez qu'avant de prendre la

cantons ont voté, cet accord avec «clause évolutive» reste- décision de maintenir notre aide au Nicaragua en faveur des

je crois - le meilleur exemple de pragmatisme et il est aussi plus défavorisés nous avons, nous, le Conseil fédéral,

la preuve que cette coopération peut être efficace. Je vous envoyé une délégation d'experts, dirigée par le Professeur

rappelle ce que j'ai dit tout à l'heure, à savoir que plus d'une Forster, qui s'est rendue sur place du 30 juin au 20 juillet,

centaine d'accords bilatéraux ont été conclus entre la pour établir un rapport de 35 pages, où chacun dos projets,

Suisse et la Communauté européenne. Dans ces conditions, qu'ils soient co-financés, qu'ils soient dirigés directement

nous n'avons pas d'autre choix que de coopérer avec une par la Confédération, ou simplement par des organisations

institution qui pourrait un jour devenir une nation et une caritatives privées suisses, a fait l'objet d'un examen

puissance à part entière et qui pourrait être notre seul voisin. détaillé; explication du projet, finalité, nombre de personnes

Il est bien évident que, dans les années à venir, l'Europe engagées, dangers qu'il pouvait encourir. On y trouve en

communautaire, l'Europe des douze, si elle allait encore en particulier des recommandations faites par cette commis-

s'élargissant - on en parle déjà - nous poserait un défi et sion d'experts. En l'occurrence, nous avons pris toutes nos

obligerait notre pays à se livrer à une réflexion approfondie. précautions et nous avons décidé de la nécessité do mainte-

J'aimerais que vous sachiez que le Conseil fédéral est cons- nir notre aide humanitaire au Nicaragua.

cient de ce problème et que les départements concernés - J'ajouterai que d'autres pays et d'autres collectivités ont été

pratiquement tous - suivent avec attention l'évolution euro- placés face au même problème. Et j'en veux pour preuve: la

péenne. Le Conseil fédéral aura l'occasion, lors de la pro- CEE, la Norvège, l'Espagne, la Suède, l'Autriche, les Pays-

chaine session, en réponse au postulat de M. Hubacher, de Bas, et de nombreuses organisations multilatérales, ont tous

s'exprimer encore à ce propos. maintenu leur aide au Nicaragua. Vous connaissez la déci-

Il se pose également un problème de désarmement euro- sion de la Cour internationale de justice de La Haye du

péen. Certains d'entre vous l'ont évoqué. Ce problème, au 27 juin 1986, qui a condamné les violations du droit interna-

lendemain de Reykjavik, se présente sous un jour nouveau. tional et les atteintes à la souveraineté du Nicaragua.

Pour nous, il est essentiel qu'au moment où l'on envisage Quelqu'un d'entre vous a posé la question de savoir pour-

sérieusement un début de dénucléarisation de l'Europe, quoi feu Ivan Leyvraz était armé. Nous avons, quant à nous,

celle-là s'accompagne de l'équilibre des armements conven- interdit à tous nos coopérants le port d'une armo quelcon-

tionnels, de l'élimination des armes chimiques et de la que. S'ils estiment que, dans une région, leur vie est mena-

destruction des stocks d'armes chimiques existantes - il en cée, ils doivent renoncer à s'y rendre; c'est un ordre que

existe malheureusement. Enfin et surtout, l'ensemble de ces nous leur avons donné - et nous le contrôlons. Il est vrai que

dispositions doit être soumis à des procédures de vérifica- M. Leyvraz avait un permis de port d'arme et qu'il possédait

tions crédibles. J'ai été un peu surpris, pour ne pas dire une arme. Or, vous savez que ce ne sont pas les autorités

peiné, de voir qu'il y avait eu des critiques exprimées, ici ou suisses qui lui ont délivré ce permis. Il faut dire - et ses amis

là, à propos de ce satellite d'observation, de l'avion neutre nous l'ont confirmé-qu'il craignait d'être fait prisonnier par

de vérification que nous avions proposé. On a dit: c'est un les «Contras» et d'être torturé. Il avait ainsi, avec cette arme,

échec de la Suisse; l'Union soviétique a refusé cette propo- un moyen de se supprimer.

sition. J'aimerais ici remettre un peu l'église au milieu du L'accroissement du nombre des réfugiés est la consé-

village et surtout vous rappeler qu'il n'y a jamais eu de quence des conflits qui régnent dans de nombreux pays -

proposition suisse de satellite d'observation. Ce que notre nous n'avons peut-être pas été assez explicite dans notre

Département des affaires étrangères a simplement dit, c'est réponse écrite - mais aussi du non-respect des droits de

que ce problème était étudié - et c'est vrai - au niveau d'un l'homme. Bien que la plupart des réfugiés restent en général

groupe interdépartemental, comme il l'est aussi dans d'au- dans des pays voisins du leur, nous avons été directement

tres pays neutres, afin de déterminer - si un jour on nous touchés, ces dernières années, par leur afflux. Mais nous

demandait - s'il était réalisable, tant sur le plan technique poursuivons nos efforts pour aider en priorité les réfugiés,

que financier. sur place, pour faciliter leur intégration dans des pays

En ce qui concerne l'avion neutre de vérification, je voudrais proches du leur, et pour faciliter leur retour dans leur pays

quand même rappeler, pour remettre les choses à leur d'origine-dans la mesure du possible, quand ils ne risquent

place, qu'il s'est agi, à la Conférence de Stockholm, d'une rien. Nous y avons consacré 36 millions de francs en 1984,

demande adressée aux quatre pays neutres par la Républi- 45 millions de francs en 1985 et nous ferons davantage

que fédérale d'Allemagne qui, pour sortir de l'impasse dans encore cette année. Par ailleurs, nous poursuivons nos

laquelle on se trouvait concernant la vérification, avait ima- efforts, notamment au plan bilatéral, pour faciliter le retour

giné que l'on confie aux pays neutres le soin de mettre à des réfugiés dans leur patrie, chaque fois que la situation

disposition des avions destinés à des tâches de vérification. politique en matière des droits de l'homme le permettra.

L'Union soviétique a refusé. Les pays neutres ont tenu bon. M. Mühlemann et plusieurs d'entre vous ont parlé de la

Mais c'est du côté des Etats-Unis d'Amérique que l'on a 25e Conférence de la Croix-Rouge à Genève. J'ai lu des

cédé, sans doute dans le souci de permettre un sommet articles - qui m'ont un peu étonné - qui considéraient cette

Reagan-Gorbatchev couronné de succès; on sait ce qu'il en 25e conférence comme un échec.

est advenu! Nous continuons à penser que le système de Permettez-moi de vous dire que cette conférence a été un

vérification élaboré à Stockholm est loin d'être idéal et succès malgré la politisation très regrettable de ses débats,

manque de crédibilité. C'est pour cela que l'idée des avions notamment au cours des deux premiers jours . Il faut savoir

neutres reste à l'ordre du jour pour la Conférence de Vienne que ce n'est pas la Croix-Rouge d'Afrique du Sud qui a été

et là certainement, je pense, cette affaire sera reprise, d'une exclue des débats, ce n'est que la délégation gouvernemen-

façon ou d'une autre. tale de l'Afrique du Sud. Vous savez qu'à ces conférences de

Monsieur Bundi, nous voulons renforcer nos efforts en la Croix-Rouge participent d'une part les sociétés nationales

matière de désarmement. Comme je l'ai dit, nous avons créé de Croix-Rouge ou du Croissant rouge - il y en a 143 - le

un groupement interdépartemental chargé de réfléchir et de Comité international de la Croix-Rouge, le CICR, la Ligue

planifier notre politique de désarmement. Nous avons aussi des sociétés de la Croix-Rouge et du Croissant rouge, et

décidé de mieux former nos collaborateurs, et deux d'entre d'autre part les représentants gouvernementaux des 166

eux participent actuellement à un séminaire dirigé par le Etats signataires des conventions de Genève. C'est donc la

professeur Gasteyger sur les problèmes stratégiques de délégation gouvernementale de l'Afrique du Sud qui a été

désarmement et de vérification. «suspendue», et non pas «exclue», pendant la durée de ces

Est-il opportun - certains d'entre vous ont posé la question - débats. La Croix-Rouge d'Afrique du Sud est restée et a

de poursuivre notre aide au Nicaragua? Il y a eu deux morts, participé à tous les débats jusqu'à la fin.

que nous déplorons, qui n'étaient pas des agents de la Si je me permets de vous dire que cette conférence a,

16. Dezember 1986 N 1959 Aussenpolitik. Persönliche Vorstösse

malgré tout, été un succès c'est parce que tous les objets combien, en matière culturelle, vous qui êtes tout aussi

qui étaient à l'ordre du jour- et en particulier les nouveaux fermement attachés que moi-même au fédéralisme, il est

statuts du mouvement de la Croix-Rouge et du Croissant- difficile de discuter de culture internationalement. Nous

Rouge - y ont été agréés et adoptés par acclamations. Le sommes, je crois, le seul pays qui peut prétendre avoir une

nouveau règlement de la conférence a été approuvé par culture, à ne pas avoir conclu d'accord culturel avec un pays

consensus, le rapport d'activité du Comité international de étranger. Nous n'en avons pas la possibilité, nous n'en

la Croix-Rouge et une résolution sur les problèmes relatifs aurions pas le droit vis-à-vis des cantons, des communes,

au respect du droit international humanitaire dans les diffé- qui s'arrogent le monopole de la culture. Je me demande

rents conflits actuels ont été adoptés par consensus, à comment certains cantons accepteraient certains accords

l'unanimité. Une résolution a également été adoptée par culturels que nous pourrions signer avec l'étranger. C'est

consensus, encourageant les pays qui ne l'ont pas encore une difficulté, mais dans toute la mesure du possible, nous

fait à ratifier les protocoles additionnels des conventions de tenterons d'améliorer encore, par l'intermédiaire, peut-être,

Genève. Dix-sept Etats ont fait une déclaration solennelle de «Pro Helvetia» que vous présidez avec tant de distinction,

lors de cette conférence s'engageant à ratifier sans délai ces Monsieur Widmer, de renforcer notre présence culturelle à

protocoles. Et toujours par consensus, cette conférence a l'étranger.

adopté 29 autres résolutions concernant la torture, la pro- La nécessité de respecter et de faire respecter les droits de

tection de la population civile, en particulier des enfants, l'homme, partout dans le monde, est devenue un élément

dans les conflits armés, les réfugiés, la diffusion et l'appro- essentiel, non seulement de la conscience des peuples,

fondissement du droit humanitaire et des activités opéra- mais aussi de notre politique étrangère. Les droits de

tionnelles de la Croix-Rouge. Enfin, la date de la 26e confé- l'homme jouent un rôle essentiel, sur le plan européen, qu'il

rence, qui se tiendra en Colombie, a été fixée non pas en s'agisse du Conseil de l'Europe ou de la Conférence sur la

1989, comme quelqu'un l'a dit tout à l'heure, par erreur, sécurité et la coopération en Europe, la CSCE, en particulier

mais en 1990. sa troisième corbeille. Les Etats de l'Est européen ont une

Je crois que les résultats obtenus par cette 25e conférence philosophie différente de la nôtre mais, dans le cadre de

de la Croix-Rouge sont importants. Malheureusement il y a cette conférence, nous avons la possibilité d'engager un

eu cette politisation mais nous ne connaissons pas d'organi- dialogue et surtout de soumettre des cas concrets. Je vous

sation, d'association, qui ne se politise pas. Regardez les avais déjà cité plus de trois cents cas que nous avons pu

sports, les Jeux olympiques, les matches internationaux, résoudre avec un pays de l'Est. Mais j'aimerais aussi men-

dans n'importe quel sport, tout se politise! C'est très regret- tionner ici le cas Martchenko, où notre chef de délégation à

table. Vienne, vendredi dernier, 12 décembre, n'a pas mâché ses

Je reviens ici sur notre présence, qui a été critiquée, au mots, tout en reconnaissant que, sur le plan bilatéral, toutes

Sommet des non-alignés de Harare. Je répondrai ici à les affaires de type humanitaire que nous avons eues avec

MM. Bonny, Eggly, Soldini, Steffen, et d'autres encore qui l'Union soviétique ont trouvé une issue heureuse. Et même,

sont intervenus. Notre politique, vous l'admettez, est une je suis heureux de pouvoir vous le dire, parce que cela a été

politique qui repose sur la neutralité, la solidarité, l'universa- pour moi une grande joie et une grande émotion, le père du

lité, trois principes qui se complètent. En vertu du principe fameux pianiste et artiste Ashkenazi a été autorisé à se

de l'universalité, nous entretenons des relations avec tous rendre en Suisse. C'était le quatrième des quatre cas que

les Etats dans le monde, et si tel n'était pas le cas, je crois j'avais soumis au ministre des affaires étrangères, M. Che-

que notre statut de neutralité ne serait plus crédible. C'est vardnadze, au début du mois de septembre. Il est résolu et je

depuis 1976 que la Suisse jouit du statut, non pas d'observa- tiens ici à en remercier les autorités soviétiques.

teur, comme on l'a dit à tort, mais simplement d'«invité». MM. Dupont et Widmer, vous soulevez le problème de la

Nous ne sommes que des invités au sein de ce mouvement coordination de notre politique étrangère. Or, vous le savez,

des non-alignés, nous n'avons ni droit de parole ni droit de il n'y a pas de semaine que le Conseil fédéral ne s'occupe de

décision, mais nous avons ainsi la possibilité de participer à nombreux sujets de politique étrangère: approbation de

tous les Sommets, ce que nous avons fait. C'est ainsi que le conventions internationales, instructions qui sont données à

Zimbabwe avait invité notre pays à se faire représenter au des délégations suisses à l'étranger, rapports sur des

Sommet de Harare. Notre délégation était conduite par voyages ou des rencontres, ouvertures de crédits, d'aide

l'ambassadeur Franz Muheim, et je dois dire que les trois publique au développement. Le Département des affaires

autres pays européens neutres - la Finlande, la Suède et étrangères est, par ailleurs, présent et actif sur de très

l'Autriche- ainsi que d'autres pays occidentaux ont égale- nombreux fronts.

ment été invités. Cela dit, je prends note de votre désir de voir se renforcer la

Pour nous qui - faut-il l'ajouter ici? - ne sommes pas coordination de notre politique étrangère et de voir notre

membre de l'Organisation des Nations Unies, c'est là la département jouer un rôle plus actif dans certains secteurs.

possibilité de rencontrer des représentants gouvernemen- Nous savons, Monsieur Renschler, que de plus en plus, nos

taux de pays que nous n'aurions jamais l'occasion de ren- décisions de politique intérieure ont aussi des répercus-

contrer autrement. Le fait que nous acceptions ces invita- sions de politique étrangère. Et nous savons que ce qui se

tions nous vaut un «good will» politique dans ces pays-là passe au dehors a des répercussions à l'intérieur de notre

dont il faut savoir apprécier le prix. Je vous citerai en pays. C'est pourquoi, nos politiques intérieures et exté-

particulier, à titre d'exemple, l'accueil qui m'a été réservé, en rieures doivent être coordonnées, cela dans l'intérêt bien

avril 1986, en Inde et au Pakistan. L'Inde est un des pays compris de notre pays.

promoteurs du mouvement du non-alignement. Nous nous Je crois, pour conclure, qu'un effort sans précédent a été

rendons à ces réunions pour dialoguer. Nous avons des fait dans le domaine de l'information de l'opinion publique

possibilités de contacts bilatéraux avec des pays tels que en vue du 16 mars 1986. Tous les membres du Conseil

ces géants que deviendra l'Inde, pour ne prendre que ce fédéral, vous-mêmes, vos Commissions des affaires étran-

seul exemple. Le Conseil fédéral a décidé de continuer à gères élargies pour la circonstance, les congrès des quatre

accepter les invitations des non-alignés. partis nationaux en ont parlé. De nombreux fonctionnaires,

Monsieur Widmer, Madame Morf, Monsieur Mühlemann, que je tiens encore a remercier, et plusieurs parmi vous ont

vous avez raison de souligner que, sur le plan culturel, nous pris leur bâton de pèlerin et sont allés parler de l'adhésion

devrions être mieux représentés à l'extérieur. Je vous de la Suisse à l'ONU. Et pourtant, cette information n'a pas

signale que nous avons 14 personnes, 8 conseillers cultu- suffi à faire comprendre au peuple suisse pourquoi le

rels, 6 collaborateurs, attachés culturels, dans nos missions Conseil fédéral, les Chambres fédérales, vous, conseillers

à l'étranger, et dans chacune de nos ambassades l'ambassa- nationaux, le Conseil des Etats, ainsi que trois congrès

deur et ses collaborateurs consacrent une partie de leur nationaux de partis gouvernementaux ont voté en faveur de

temps à assurer la présence culturelle de la Suisse et à l'adhésion de la Suisse à l'Organisation des Nations Unies. Il

appuyer les initiatives des artistes de notre pays. Vous savez faut donc en conclure que la politique étrangère reste

Politique étrangère. Interventions personnelles 1960 N 16 décembre 1986

encore une affaire de spécialistes. Mais nous partageons étrangères, et qui s'adresse à l'ensemble du Conseil fédéral,

votre avis: il faudra que nous puissions avoir davantage de n'a pas trouvé de réponse satisfaisante. Pour la réussite de

débats de politique étrangère ici, dans cette enceinte. Il notre politique sur les problèmes d'avenir, j'espère qu'une

faudra poursuivre nos efforts pour faire mieux comprendre meilleure cooordination d'ensemble sera examinée par lo

à chacun l'importance de l'enjeu et je m'y engage. Conseil fédéral.

Monsieur Grassi, voici la réponse orale du Conseil fédéral à

l'interpellation que vous aviez déposée avant le vote à l'ONU Le président: M. Dupont est partiellement satisfait, l'inter-

du 16 mars 1986: pellation est liquidée.

«II est effectivement indispensable que la politique étran-

gère ait le soutien le plus large possible. Cela suppose un 55.969

effort d'information important du Conseil fédéral et de l'ad- Interpellation Grassi

ministration sur leurs activités en matière de politique étran-

gère. Le Parlement a également un rôle à jouer dans ce M. Grassi: Je vous remercie de votre réponse. Je ne suis que

domaine, notamment grâce à ses Commissions des affaires partiellement satisfait. J'aurais aimé savoir du Conseil fédé-

étrangères où peuvent être également abordés un certain ral s'il a la volonté de créer des bases conceptuelles claires

nombre de problèmes qui doivent, conformément aux et précises sur l'organisation et la coopération dans le

usages diplomatiques, rester confidentiels. Le Conseil fédé- travail d'information, des bases qui tiennent compte tant do

ral a l'intention de renforcer sa politique d'information et il a la discrétion diplomatique que de la transparence démocra-

chargé les départements et services concernés d'étudier les tique, en somme une information crédible et convaincante

moyens d'améliorer l'information et les connaissances de la par sa qualité et par son attrait.

population en matière de politique extérieure. Mais c'est Nous devons travailler ce point. Nous avons des problèmes

avant tout par l'intermédiaire des médias que notre opinion importants à traiter avec la population et celle-ci devrait être

publique continuera d'être informée des activités de politi- informée, elle devrait être avec nous pour résoudre cos

que étrangère et surtout des principaux problèmes interna- problèmes.

tionaux qui concernent notre pays. Pour mieux comprendre

les exigences de notre politique étrangère, il est, en effet, Le président: L'interpellateur est partiellement satisfait.

surtout important de bien connaître la situation et les pro- L'interpellation est liquidée.

blèmes tels qu'ils se posent dans les autres pays et de mieux

comprendre la mentalité, mais aussi les besoins et les exi- 06.350

gences de nos principaux partenaires. La presse, la radio, la Motion Grendelmeier

télévision font, en ce domaine, un travail utile. Le Conseil

fédéral est convaincu que nos concitoyens prennent pro- Le président: Le Conseil fédéral propose de transformer la

gressivement conscience de l'interdépendance des Etats et motion en postulat. Mme Grendelmeier accepte. Le postulat

des économies qui nous oblige à avoir une politique étran- est-il combattu par un membre de ce conseil? Tel n'est pas

gère plus active, à nous ouvrir davantage sur l'extérieur». le cas. Il est adopté.

Il y a longtemps que nous savons que nous devons coopérer

au plan économique, commercial et monétaire. C'est vrai Ueberwiesen aïs Postulat - Transmis comme postulat

aussi dans d'autres domaines. Nous ne pouvons plus

résoudre seuls nos problèmes d'environnement. La pollu- 86.360

tion ne connaît plus de frontières et il ne sert à rien d'être Interpellation Dünki

sage tout seul. La catastrophe de Tchernobyl et l'incendie

de Baie, dont vous avez beaucoup parlé hier encore, le Dünki: Ich habe bereits in meinem Referat gesagt, dass ich

prouvent. Les conflits locaux ne s'arrêtent plus aux frontiè- nur teilweise befriedigt bin.

res, le terrorisme qui touche de plein fouet certains de nos

voisins - hier encore - le démontre. Le président: M. Dünki est partiellement satisfait.

Je conclurai en disant que le vote du 16 mars aura permis

d'engager dans notre pays un très vaste débat sur la politi- 06.367

que étrangère, sur la neutralité, sur la solidarité. Ce débat Interpellation Lüchinger

doit absolument se poursuivre si l'on veut que toutes les

Suissesses et que tous les Suisses prennent mieux cons- Lüchinger: Ich habe mich aus Hoffnung und aus Höflichkeit

cience non seulement des particularités de notre pays, de von der Interpellationsantwort des Bundesrates als befrie-

son identité, de tout ce que fait la Suisse, mais aussi de la digt erklärt. Aber von Ihrer heutigen Erklärung, lieber Herr

place de notre pays dans le monde, de son rôle et de ce que Bundesrat Aubert, bin ich nicht befriedigt. Ich habe irgend-

nous devons faire pour avoir demain une Suisse plus forte, wie das Gefühl - ich hatte es schon einmal in einer national-

une Suisse qui ait toujours la place qui lui revient dans le rätlichen Kommission -, dass Sie die Flüchtlings-Aussenpo-

monde. (Applaudissements) litik nicht interessiert, was ich bedaure.

86.374 Le président: M. Lüchinger est partiellement satisfait do la

Interpellation der Kommission für auswärtige Angelegenhei- réponse. L'interpellation est liquidée.

ten des Nationalrates

Interpellation de la Commission des affaires étrangères du 56.367

Conseil national Interpellation Blocher

Le président: M. Dupont, président de la Commission des Le président: M. Blocher est invité à dire s'il est satisfait do

affaires étrangères, est invité à dire s'il est satisfait de la la réponse. M. Blocher, d'une voix forte, nous déclare qu'il

réponse. est partiellement satisfait, je l'en remercie. L'interpellation

M. Dupont a la parole pour une brève déclaration. est liquidée.

M. Dupont, rapporteur: Je vous remercie, Monsieur le chef

du Département des affaires étrangères, de nous avoir Schluss der Sitzung um 19.50 Uhr

donné une réponse d'ensemble de qualité sur les problèmes La séance est levée à 19 h 50

posés par notre politique étrangère.

Je ne suis que partiellement satisfait parce que la question

de la coordination, qui a fait l'objet de mon intervention tout

à l'heure et d'un débat au sein de la Commission des affaires

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Interpellation Grassi Aussenpolitik. Beteiligung der Bevölkerung

Interpellation Grassi Politique étrangère. Sensibilisation de l'opinion publique

Interpellanza Grassi Politica estera. Sensibilità del'opinione pubblica

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1986

Année

Anno

Band V

Volume

Volume

Session Wintersession

Session Session d'hiver

Sessione Sessione invernale

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 10

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 85.969

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 16.12.1986 - 16:00

Date

Data

Seite 1936-1960

Page

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Ref. No 20 015 006

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