Nuclear Plant Corrosion and Cracking Case
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertIn the Leibstadt Nuclear Power Plant, corrosion was found in the condenser tubes, leading the operator to proactively replace them with titanium due to potential long-term leakage, though a population risk was minimal because internal pressure exceeded external. In contrast, the Mühleberg Nuclear Power Plant experienced cracks in its main coolant lines caused by intercrystalline stress corrosion, a known issue for boiling water reactors. Despite this, authorities deemed the situation manageable, with repairs strengthening affected areas and safety systems in place to mitigate risks, and the plant was allowed limited operation pending full replacement of the lines.
Legislator-Regeste
KI-generiertNuclear Plant Corrosion and Cracking Case: Faut-il s'attendre à découvrir, dans d'autres centrales Jahren durchgeführten Prüfungen nicht erwartet worden.
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KI-generiertVolltext
20. Dezember 1985 N 2273 Interpellation Fetz
#ST# 85.588 Weil bei einem Weiterbetrieb längerfristig Rohrleckagen
nicht auszuschliessen waren, entschied sich der Betreiber,
Interpellation Fetz alle diese aus Messing angefertigten Rohre (total etwa.
Atomkraftwerk-Schäden 40000) vorsorglich im Jahresstillstand 1985 durch solche
Dégâts aux centrales nucléaires aus Titan zu ersetzen.
Auch bei Leckagen wäre die Bevölkerung nicht gefährdet
gewesen, weil der Druck auf der Kühlwasserseite (Innen-
seite) der Rohre im Betrieb immer höher ist als derjenige im
Kondensator, so dass kein Austritt radioaktiver Stoffe nach
aussen möglich ist. Es handelt sich somit beim KKL primär
Wortlaut der Interpellation vom 1. Oktober 1985 um ein betriebliches Problem.
Presseberichten zufolge sind sowohl im AKW Leibstadt als Die im KKW Mühleberg (KKM) beobachteten Schäden an
auch im AKW Mühleberg beträchtliche Schäden zu vermel- den beiden Hauptumwälzleitungen des Reaktors berühren
den, die nicht nur erhebliche Reparaturkosten nach sich hingegen die nukleare Sicherheit.
ziehen, sondern womöglich auch Umwelt und Bevölkerung 1. Die Schäden im KKM betreffen sehr feine Risse im Berei-
gefährden könnten. che der Schweissnähte der erwähnten, rostfreien Leitungen,
Ich frage deshalb den Bundesrat: die durch interkristalline Spannungsrisskorrosion (ISRK)
1. Muss neben Leibstadt und Mühleberg noch in anderen verursacht werden. Diese Art von Korrosion von rostfreien
AKW mit derart gravierenden Schäden gerechnet werden? Werkstoffen ist nur möglich, wenn mehrere Bedingungen
2. Seit wann wissen Experten und Bundesrat von den gleichzeitig erfüllt sind. Eine davon ist, dass das durch die
genannten Schäden? Waren sie schon vor der Atom-Initia- Leitung strömende Wasser Sauerstoff enthält, was im Berei-
tive-Abstimmung bekannt, und wurden sie der Oeffentlich- che des Reaktorsystems nur bei Siedewasserreaktoren, in
keit vorenthalten? der Schweiz also nur im KKM und KKL, der Fall ist. Aufgrund
3. MUSS mit der Gefährdung der Bevölkerung und Umwelt einer Forderung der Aufsichtsbehörde (HSK) aus dem Jahre
durch solche und zukünftige AKW-Schäden gerechnet 1977 wurde bei Leibstadt aber ein korrosionsbeständigerer
werden? Werkstoff benützt, so dass ähnliche Schäden wie in Mühle-
4. Werden die gigantischen Kostenfolgen auf den Strom- berg nicht zu erwarten sind.
preis überwälzt? Ist der Bundesrat immer noch der Meinung 2. Das mögliche Auftreten von ISRK bei Siedewasserreakto-
der A-Strom sei billig? ren ist der HSK schon seit den siebziger Jahren aufgrund
5. Ist der Bundesrat nicht auch der Meinung, dass AKW mit von Meldungen aus dem Ausland bekannt. Demzufolge wur-
solchen Schäden, wie in Leibstadt und Mühleberg aufgetre- den im KKM regelmässig ergänzende Wiederholungsprü-
ten, sofort abgestellt werden müssten? fungen der Schweissnähte der Umwälzleitungen durchge-
führt. Ueber diese Prüfungen und ihre Ergebnisse wurde
Texte de l'interpellation du 1er octobre 1985 seit 1981 in den Geschäftsberichten des Bundesrates unter
A en croire les journaux, on aurait constaté des dégâts dem Thema «Aufsicht über die Kernanlagen» regelmässig
importants aux centrales nucléaires de Leibstadt et de Müh- berichtet-.
leberg. Ceux-ci obligeraient à procéder à des réparations Erst im Verlaufe eines erweiterten Prüfungsprogrammes,
fort coûteuses; qui plus est, ils constitueraient une menace das während des Sommerstillstandes 1985 durchgeführt
pour l'environnement comme pour la population. wurde, traten an einer Anzahl Schweissnähte nicht nur
Au vu de cette situation je demande au Conseil fédéral de kleinere, sondern auch grössere Rissanzeigen zu Tage. Dies
répondre aux questions suivantes: war aufgrund der Ergebnisse der in den vorangegangenen
1. Faut-il s'attendre à découvrir, dans d'autres centrales Jahren durchgeführten Prüfungen nicht erwartet worden.
nucléaires, des dégâts aussi graves que ceux qui ont été 3. Die am meisten betroffenen Schweissnahtbereiche des
constatés à Leibstadt et à Mühleberg? KKM wurden durch Ueberschweissen verstärkt. Diese Repa-
2. Depuis quand les experts et le Conseil fédéral sont-ils au raturmethode wird in den USA in ähnlichen Fällen verbreitet
courant des dégâts en question ? En étaient-ils déjà informés angewendet, und es stehen dort etwa 15 Anlagen mit sol-
et l'ont-ils caché à la population à l'époque de la votation sur chen Reparaturen seit ein bis zwei Jahren im Betrieb. Die
l'initiative populaire «pour un avenir sans nouvelles cen- Berechnungen haben gezeigt, dass die reparierten
trales atomiques»? Schweissnähte ausreichende Festigkeitsreserven aufwei-
3. Faut-il s'attendre à ce que de tels dégâts aux centrales sen. Dies gilt auch unter Berücksichtigung eines Risswachs-
nucléaires - et d'autres à venir - mettent en danger la tums während des nächsten Betriebsjahres ebenfalls für die
population et l'environnement? anderen, nicht reparierten Schweissnahtbereiche mit Riss-
4. Les dépenses astronomiques qui s'ensuivr.ont seront-elles anzeigen. Würde während des Betriebes ein unerwartet
répercutées sur le prix de l'électricité? Le Conseil fédéral grosses Risswachstum auftreten, so zeigt die Erfahrung,
maintient-il que l'énergie atomique est bon marché? dass infolge der Zähigkeit des Werkstoffes kein plötzlicher
5. Le Conseil fédéral n'est-il pas d'avis que l'on devrait Rohrbruch zu erwarten ist, sondern zuerst ein lokaler Durch-
désaffecter immédiatement des centrales nucléaires présen- riss mit Leckage. Zu ihrer rechtzeitigen Entdeckung verfügt
tant des dégâts de l'importance de ceux qui ont été cons- das KKM über ein empfindliches Lecküberwachungssystem.
tatés à Leibstadt et à Mühleberg? Sollte aber trotzdem ein Rohrbruch eintreten, so sind die
mehrfach vorhandenen Kernnotkühlsysteme in der Lage,
Schriftliche Begründung - Développement par écrit die Folgen eines solchen, bereits bei der Projektierung
Die Urheberin verzichtet auf eine Begründung und wünscht berücksichtigten Störfalles zu beherrschen. Die Bevölke-
eine schriftliche Antwort. rung ist also nicht gefährdet.
Als zusätzliche Vorsichtsmassnahme hat die HSK ergän-
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates zende Prüfungen der betroffenen Schweissnähte am Anfang
vom 27. November 1985 des nächsten Jahres verlangt.
Rapport écrit du Conseil fédéral du 27 novembre 1985 Weil im Konzept der nuklearen Sicherheit dem einwand-
Bei den in der Interpellation erwähnten Schäden in den KKW freien Zustand der Reaktorkomponenten eine sehr hohe
Leibstadt und Mühleberg handelt es sich um Ereignisse sehr Bedeutung beigemessen wird, beurteilt der Bundesrat die
unterschiedlicher Natur. erwähnten Reparaturen nur als temporäre Massnahme. Er
Im KKW Leibstadt (KKL) wurden im Oktober 1984 an den hat daher im Zusammenhang mit der kürzlich verfügten
Rohren des Hauptkondensators Anzeichen von Korrosion Verlängerung der Betriebsbewilligung verlangt, dass die
festgestellt. Diese Korrosion ist eine Folge des Kühlturmbe- heutigen Reaktorumwälzleitungen mit dem Brennelement-
triebes, was daraus hervorgeht, dass sich die Schäden auf wechsel 1986 ausgewechselt und durch Leitungen mit
der Kühlwasserseite der Kondensatorrohre befinden. einem korrosionsbeständigeren Werkstoff ersetzt werden.
Votations finales 2274 N 20 décembre 1985
4. Zu erwartende Sachaufwendungen, beispielsweise für #ST# 84.036
Reparaturen, werden bei Kernkraftwerkgesellschaften, wie
bei ändern industriellen Unternehmungen, mit Rückstellun- Kulturinitiative
gen abgedeckt. Solche Kosten schlagen sich vollumfänglich Initiative populaire «en faveur de la culture»
in den Elektrizitätstarifen nieder. Die Ermittlung der voraus-
sichtlichen Reparaturkosten in den Werken Mühleberg und Siehe Seite 1896 hiervor- Voir page 1896 ci-devant
Leibstadt ist nicht Aufgabe der Bundesbehörden. Immerhin
Beschluss des Ständerates vom 20. Dezember 1985
ist aufgrund erster Schätzungen der Elektrizitätswerke und
Décision du Conseil des Etats du 20 décembre 1985
entsprechender ausländischer Erfahrungen zu vermuten,
dass nicht von «gigantischen Kostenfolgen» gesprochen
werden muss. Die fraglichen Reparaturkosten sind auch in Schlussabstimmung - Vote final
Beziehung zu setzen zu den beträchtlichen, gesamten
Stromgestehungskosten und zum bedeutenden Beitrag der Für Annahme des Beschlussentwurfes 137 Stimmen
beiden Kraftwerke zur schweizerischen Stromversorgung. Dagegen 20 Stimmen
Es besteht aus diesen Gründen zum heutigen Zeitpunkt kein
Anlass, die Erweiterung der schweizerischen Stromerzeu- An den Bundesrat - Au Conseil fédéral
gungsmöglichkeiten mittels Kernenergie aus wirtschaftli-
cher Sicht neu zu beurteilen.
5. Im Falle des KKL bestand zu keiner Zeit ein Grund, ein
sofortiges Abstellen in Betracht zu ziehen. Beim Auswech-
seln der Kondensatorrohre handelt es sich um eine vorsorg-
liche, vom Betreiber getroffene Massnahme primär betriebli- #ST# 85.055
cher Natur. Delegierter für das Flüchtlingswesen
Beim KKM ist der Zustand der Reaktorumwälzleitungen
aufgrund der umfangreichen, in den Jahren 1984 und 1985 Délégué pour les problèmes des réfugiés
durchgeführten Prüfungen gut bekannt. Die von der ISRK
am meisten betroffenen Schweissnahtbereiche wurden ver- Siehe Seite 2140 hiervor - Voir page 2140 ci-devant
stärkt; das Rohrsystem weist, auch unter Berücksichtigung Beschluss des Ständerates vom 18. Dezember 1985
eines weiteren Risswachstums während des nächsten Décision du Conseil des Etats du 18 décembre 1985
Betriebsjahres, im Bereiche der nicht reparierten Schweiss-
nähte ausreichende Festigkeitsreserven auf. Die zur recht-
zeitigen Feststellung von Leckagen bzw. zur Beherrschung Schlussabstimmung - Vote final
von Rohrbrüchen notwendigen Systeme sind vorhanden.
Die Situation erlaubt somit einen zeitlich beschränkten Für Annahme des Beschlussentwurfes 145 Stimmen
Betrieb und verlangt kein sofortiges Abstellen zum Schütze (Einstimmigkeit)
der Bevölkerung.
An den Ständerat - Au Conseil des Etats
Präsident: Die Interpellantin ist von der Antwort des Bun-
desrates nicht befriedigt und verlangt Diskussion.
Abstimmung - Vote
Für den Antrag auf Diskussion 38 Stimmen 85.016
Dagegen 81 Stimmen
#ST#
Auslandschweizer. Militärdienst
Präsident: Herr Herczog möchte einen Rückkommensan- Suisses domiciliés à l'étranger.
trag stellen. Service militaire
Herczog: Ich stelle einen Rückkommensantrag und bean-
trage nochmalige Abstimmung über Diskussion betreffend Siehe Seite 2213 hiervor - Voir page 2213 ci-devant
meine Interpellation Asylpolitik. Sie haben vorher zum sel- Beschluss des Ständerates vom 20. Dezember 1985
ben Thema bei Herrn Hofmann und Herrn Fischer ja Décision du Conseil des Etats du 20 décembre 1985
gestimmt. Ich akzeptiere nicht, dass hier am Freitag so
«Husch, Husch» darüber abgestimmt wird, was Sie zu den Schlussabstimmung - Vote final
einzelnen Personen oder zu den einzelnen Interpellationen
meinen. Hier wird darüber abgestimmt, ob Diskussion ver-
Für Annahme des Beschlussentwurfes 142 Stimmen
langt wird oder nicht. Es geht nicht an, dass die bürgerliche Dagegen (Einstimmigkeit)
Mehrheit in arroganter Art und Weise demonstriert, welche
Macht sie hier hat. Ich beantrage Ihnen, genauso die Diskus- An den Bundesrat - Au Conseil fédéral
sion bei meiner Interpellation durchzuführen wie bei den
Vorstössen von Herrn Hofmann und Herrn Fischer.
Präsident: Wir stimmen über den Rückkommensantrag von
Herrn Herczog ab.
Abstimmung - Vote
Für den Rückkommensantrag Herczog Mehrheit
Dagegen Minderheit
Präsident: Nun haben wir noch einmal über die Interpella-
tion Herczog zu befinden.
Abstimmung - Vote
Für den Antrag auf Diskussion 86 Stimmen
Dagegen 17 Stimmen
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Fetz Atomkraftwerk-Schäden
Interpellation Fetz Dégâts aux centrales nucléaires
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1985
Année
Anno
Band V
Volume
Volume
Session Wintersession
Session Session d'hiver
Sessione Sessione invernale
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 15
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 85.588
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 20.12.1985 - 08:00
Date
Data
Seite 2273-2274
Page
Pagina
Ref. No 20 014 002
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