Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 85-518 KI-generiert

Federal Council Rejects Postulate on Gotthard and Splügen Tunnels

Geschäftsnummer VPB 85-518
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The Federal Council rejected a postulate calling for the Gotthard and Splügen tunnel projects to be brought to the same decision-making stage and for intensified negotiations with neighboring countries regarding the new Alpine rail transit. The Council argued that further studies were not opportune at that time, that international negotiations would require a broader concept for overall Alpine transit which was currently lacking in neighboring countries, and that the focus should remain on the "Bahn 2000" project. The postulate was ultimately rejected.

Legislator-Regeste

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Art. 108 Abs. 1 Bst. a OG; Federal Council Rejects Postulate on Gotthard and Splügen Tunnels: The Council argued that further studies were not opportune at that time, that international negotiations would require a broader concept for overall Alpine transit which was currently lacking in neighboring countries, and that the focus should remain on the "Bahn 2000" project. The postulate was ultimately rejected.

Schlagwörter

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Gegenvorschlag Luganer Übereinkommen Landverkehr Transeuropäische Netze untauglicher Versuch städtebauliches Problem

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Art. 108 Abs. 1 Bst. a OG
Used to declare the appeal inadmissible as it was lodged against a non-final decision.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 108 Abs. 1 Bst. a OG

Used to declare the appeal inadmissible as it was lodged against a non-final decision.

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Volltext

Postulat Weber-Arbon 2082 N 16 décembre 1985

85.518

#ST#

ten Verkehrspolitik (KVP). Bis zum Zeitpunkt, wo ein Baube-

schluss aktuell wird, können nämlich die Verhältnisse im In-

Postulat Weber-Arbon und Ausland noch wesentlich ändern. Der Bundesrat ist

Neue Eisenbahn-Alpentransversalen. deshalb der Auffassung, diese Arbeiten seien erst im Vorfeld

Weiteres Vorgehen der Ausarbeitung einer Botschaft über den Bau einer weite-

Transversales ferroviaires à travers les Alpes ren Eisenbahn-Alpentransversale durchzuführen.

Aehnliche Ueberlegungen können bezüglich der vom Postu-

lanten beantragten Verhandlungen mit den Nachbarländern

angestellt werden. Es ist unbestritten, dass - nach einem

entsprechenden Ausbau der Zufahrten - ein Teil des künfti-

Wortlaut des Postulates vom 21. Juni 1985 gen Splügenverkehrs über Lindau-Buchs SG geführt wer-

Nachdem der Bundesrat den Entscheid betreffend Linien- den könnte. Trotz schweizerischer Bemühungen ist es

wahl und Bau einer neuen Eisenbahn-Transitlinie durch die indessen bis heute nicht gelungen, eine verbindliche Festle-

Schweizer Alpen zurückgestellt hat, wird er eingeladen gung der umliegenden Länder auf die eine oder andere

a. die Entscheidungsgrundlagen für das Gotthardbasis- und Variante zu erwirken. Der ständig zunehmende Marktanteil

das Splügen-Projekt auf einen gleichen Stand zu bringen; der Strasse im Alpentransitverkehr ist nicht eine Folge feh-

b. die Verhandlungen mit den Nachbarstaaten in dieser lender Kapazität unserer Alpenbahnen. Die Verkehrs- und

Angelegenheit zu intensivieren und in absehbarer Zeit zu fiskalpolitischen Rahmenbedingungen gestatten es auslän-

konkreten Ergebnissen zu führen; dischen Strassentransportunternehmern oft, im Alpentransit

c. im Geschäftsbericht jährlich Bericht über den Fortschritt ein qualitativ hochstehendes Angebot zu geringeren Kosten

der Studien und der Verhandlungen zu erstatten. als die Bahn zu erbringen. Die Schweiz hat auf diese Daten-

konstellation keinen Einfluss. Güter, die am ausländischen

Texte du postulat du 21 juin 1985 Versandort auf Lastwagen verladen werden, sind in der

Le Conseil fédéral ayant rejeté la décision concernant le Regel auch für die Alpenbahnen verloren.

choix d'une ligne et la construction d'une nouvelle transver- Verhandlungen mit dem Ausland dürfen nicht bloss die

sale ferroviaire à travers les Alpes, il est invité Linienführung einer neuen Alpenbahn und die Behebung

a. à mettre sur le même pied les éléments permettant de von Engpässen auf deren Zufahrten zum Gegenstand

prendre des décisions relatives au projet de tunnel de base haben. Sonst könnte sehr wohl der Fall eintreten, dass von

du Saint-Gothard et à celui de la ligne du Splügen, den Schweizer Bahnen zur Verfügung gestellte zusätzliche

b. à intersifier les négociations à ce sujet avec les Etats Transportkapazität von ausländischen Verfrachtern nur

voisins et à faire en sorte qu'on parvienne à des résultats ungenügend genutzt wird, da die im Ausland geltenden

concrets dans un avenir pas trop éloigné, Rahmenbedingungen die Beförderung auf der Strasse

c. à renseigner chaque année, dans le rapport de gestion, attraktiver machen als den Transport auf unseren Alpen-

sur l'avancement des études et les progrès réalisés dans les transversalen.

négociations. Vereinbarungen mit den umliegenden Ländern sollten sich

deshalb auf ein Konzept über die Bewältigung des künftigen

Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht Transits im gesamten Alpenraum abstützen können. Hierfür

eine schriftliche Antwort fehlen zurzeit in diesen Ländern die rechtlichen und politi-

L'auteur renonce au développement et désire une réponse schen Voraussetzungen.

écrite Aufgrund der geschilderten Sachlage scheint dem Bundes-

rat ein Vorgehen gemäss lit. a und b des Postulates nicht

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates angezeigt. Damit wird auch' lit. c gegenstandslos. Der Bun-

vom 28. August 1985 desrat wird aber die Entwicklung im In- und Ausland weiter-

Rapport écrit du Conseil fédéral du 28 août 1985 hin aufmerksam verfolgen und die eidgenössischen Räte

Es trifft zu, dass der Projektierungsstand der beiden Alpen- hierüber in geeigneter Form informieren.

bahnprojekte Gotthardbasis und Splügen unterschiedlich

ist. Im Vernehmlassungsverfahren zum 1979 publizierten Schriftliche Erklärung des Bundesrates

Schlussbericht der Kontaktgruppe «Eisenbahntransitlinie Déclaration écrite du Conseil fédéral

Gotthard/Splügen» vertraten die meisten Kantone die Auf- Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.

fassung, dass die zur Verfügung stehenden Unterlagen zum

Fällen eines Grundsatzentscheides zugunsten der einen Präsident: Im schriftlichen Verfahren lehnt der Bundesrat

oder der anderen Variante trotzdem genügen. Der Bundes- sowohl die Motion Salvioni wie auch das Postulat Weber-

rat schliesst sich diesem Standpunkt an. Es ist jedoch unbe- Arbon ab.

stritten, dass die vom Postulanten geforderten Untersuchun-

gen vor einem allfälligen Baubeschluss durchzuführen sind. Salvioni: Finalmente, è il caso di dirlo, giunge in Parlamento

Sowohl die Gotthardbasislinie als auch die Splügenbahn la discussione di questa mozione e del postulato del collega

sind grundsätzlich machbar. Noch nicht im Detail abgeklärt Weber-Arbon, che sono di interesse nazionale e non solo di

sind die Möglichkeiten zur Reduktion der Umweltbeein- una parte della Svizzera, e soprattutto non solo ticinese.

trächtigungen. In der Innerschweiz haben die SBB weitere Et c'est la raison pour laquelle je m'excuse auprès des

umweltschonende Varianten geprüft. Für den Abschnitt collègues latins si je vais m'exprimer en langue allemande

Chur-Thusis sind ebenfalls entsprechende Aufträge erteilt puisque ce problème intéresse surtout la Suisse orientale et

worden; das Resultat dieser Arbeiten liegt noch nicht vor. Im la Suisse centrale, et intéresse aussi, mais un tout petit peu

Tessin ergibt sich eine gewisse Zusammenarbeit zwischen moins, les cantons romands.

Kanton und SBB im Rahmen der Raumplanung. Des weite- «Bis im Jahr 1982 war der Rat der Meinung», das ist in

ren haben die Eidgenössische Natur- und Heimatschutz- verschiedenen Dokumenten niedergelegt, «dass für den

kommission und ein privates Planungsbüro die Beeinträch- Bau einer Eisenbahn-Alpentransversale zur Vermeidung

tigung der Umwelt durch die beiden zur Diskussion stehen- einer neuen Kapazitätskrise um die Jahrhundertwende

den Alpentransversalen untersucht. Diese Studien können schon jetzt baldige Entscheide notwendig seien.» In diesem

allerdings weder als Argumente für die Gotthardbasis- noch Sinn hatte sich Herr Bundesrat Schlumpf 1981 wörtlich

als solche für die Splügenlinie herangezogen werden; die geäussert. Erst im Juli 1982 teilte Herr Bundesrat Schlumpf

Resultate sind zu wenig eindeutig. eine Aenderung des Vorgehens und der Ausführungszeiten

Die Vornahme weiterer grösserer Projektierungsarbeiten mit: keine zweistufige Prozedur, (Linienführungsentscheid

scheint dem Bundesrat zum heutigen Zeitpunkt nicht oppor- und dann Baubeschluss in zwei Phasen), sondern Linien-

tun. Dies gilt auch für die Zweckmässigkeitsprüfung im führung und Baubeschluss gleichzeitig. Die wichtige Aende-

Sinne der Botschaft über die Grundlagen einer koordinier- rung bestand aber darin, dass der Bundesrat sich vorbehielt,

16. Dezember 1985 N 2083 Postulat Weber-Arbon

die Notwendigkeit einer sofortigen Entscheidung - bis dahin ist dies auch wegen des ungenügenden Leistungsangebots

ausdrücklich angenommen - zu überprüfen. Erst im März der SBB in bezug auf Fahrzeiten und Preis. Uebrigens treten

1983, anlässlich der Präsentation der Gesamtverkehrskon- bei dem Warenverkehr der SBB seit 1963/64 regelmässig bei

zeptions-Botschaft, teilte Herr Bundesrat Schlumpf mit, der allgemeinen Konjunkturbelebungen Engpässe auf, die zu

Bundesrat hätte nunmehr seine frühere Ueberzeugung Verkehrskontingentierungen führen.

preisgegeben und die Dringlichkeit des Baues einer neuen 2. Die Leistungsqualität der Warentransporte auf der

Eisenbahn-Alpentransversale verneint. Im nachfolgenden Schiene hat sich verschlechtert, was die Folge gehabt hat,

Bericht des Bundesrates vom 7. September 1983 gab der dass der Anteil der Schiene gegenüber der Strasse von über

Bundesrat die Gründe bekannt, welche diese Umkehrung 90 auf weniger als 50 Prozent gesunken ist.

verursacht hatten. Es sind grob gefasst folgende: 3. Die heutige schlechte Rentabilität der veralteten Berg-

1. Der Gütereisenbahn-Transit durch die Schweiz hat in den strecken sollte nicht zum Schluss führen, dass man nichts

letzten 10 Jahren nicht zugenommen, was die Eigenwirt- unternimmt (oder nur kosmetische Interventionen), sondern

schaftlichkeit von 120 auf 80 Prozent reduziert hätte. 2. Die dass man ejne rationellere und konkurrenzfähige Lösung

Transitkapazität der Eisenbahnachsen durch die Alpen findet wie z.B. die NEAT, die Neue Eisenbahn-Alpentransver-

werde inklusive Frankreich und Oesterreich in der Zukunft sale.

von heute 28 auf 55 respektive 65 Millionen Tonnen erhöht,

4. Indem die verkehrspolitische Kooperation auf europäi-

in der Schweiz mit einigen Verbesserungen auf der Linie

schem Niveau zu keinem greifbaren Resultat geführt hat,

Simplon von 13 auf 26 Millionen Tonnen.

würde eine Linienwahl seitens der Schweiz die übrigen

3. Die Wachstumsaussichten würden von 7 Prozent jährlich

europäischen Länder dazu führen, ihre Linien an die in der

in den letzten 25 Jahren auf 2 Prozent in den nächsten

Schweiz geplanten anzupassen. Dies wurde übrigens auch

Jahren geschätzt.

im Bericht des Bundesrates anerkant.

4. Die Verkehrsteilung zwischen Strasse und Schiene hängt

von Preis- und Leistungsbedingungen ab. Deswegen hat 5. Heute sind, europäisch gesehen, unsere Verkehrsträger

man drei Szenarien konstruiert. Der Anteil der Schiene redu- im Schlepptau. In den neunziger Jahren werden wir zum

ziert sich um einen Drittel vom Marktanteil oder bleibt kon- Beispiel in Basel die neue IGE mit Geschwindigkeitsspitzen

stant (zweite Variante) oder steigt auf zwei Drittel (dritte von 350 km/Std. und Durchschnittsgeschwindigkeiten von

Variante). 200 km/Std. empfangen. Von Basel bis Chiasso werden die

5. Wenn die Lastwagen den kürzesten Weg wählen sollten, Passagiere (und die Güter) auf die schöne, alte, museale

würden heute 53 Prozent auf der Gotthardachse verkehren. Bahnlinie, die unsere Urgrossväter im letzten Jahrhundert

Wenn dagegen nur 2 Prozent diesen Weg wählen, dann ist gebaut haben, umsteigen und werden Chiasso mit einer

es wegen der Begrenzung des Maximalgewichtes bei 28 durchschnittlichen Reisegeschwindigkeit von höre und

Tonnen und wegen des Nachtfahrverbots. sage 60 km/Std. erreichen. Von Chiasso weg werden sie

Wenn die N 2 fertiggestellt sein wird, ist aber zu erwarten - nach Rom bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 200

und das sagt der Bundesrat -, dass die heute durch den km/Std. weiterbefördert. Das wird in den neunziger Jahren

Brenner und den Montblanc verkehrenden 28-Tonnen-Last- passieren, wenn wir nicht schnellstens etwas unternehmen,

wagen (es sind nach den Erhebungen ungefähr die Hälfte es sei denn, dass in der Zwischenzeit eine schnelle Umfah-

sämtlicher Lastwagen) die Gotthardroute wählen werden. rung via Brenner mit einem Basistunnel gebaut werde. Dann

Dies würde bedingen, dass etwa 27 Prozent der in Richtung wären wir vom Nord-Süd-Verkehr ganz abgeschnitten.

Nord-Süd verkehrenden Lastwagen die Schweiz durchque- 6. Das Personenpotential, das durch eine NEAT befördert

ren würden; wie der Bundesrat vorsieht, werden sich fast werden kann, ist auf 55 Millionen geschätzt worden. Davon

alle auf die N 2 konzentrieren. entfallen heute nur 8,5 Prozent auf die Bahn, der Rest geht

6. Die Verdoppelung der Transitkapazität der SBB im Güter- auf Autos und Flugzeuge.

verkehr - das sagt immer der Bundesrat - reicht ohne Rund 5 Millionen Wagen fahren jährlich durch den Autotun-

bedeutende Engpässe in zwei Szenarien bis ins Jahr 2020, in nel. Ein guter Anteil der Benutzer würde die Bahn verwen-

einem Szenario bis ins Jahr 2000 aus. den, wenn die Fahrleistungen bezüglich Fahrgeschwindig-

7. Bei den Strassenalpentransversalen werden Engpässe im keit kompetitiv wären. Wie der zitierte Bertschi hervorhebt,

Szenario 1 erst gegen 2020 - schätzt der Bundesrat - spielt die Reisegeschwindigkeit die grösste Rolle unter den

auftreten. «Die Schweiz kann die Situation durch den Bau Qualitätsmerkmalen der Verkehrsträger (siehe TGV Paris-

eines zweiten Autotunnels verbessern», meint der Bundes- Genf). Eine neue Eisenbahn-Alpentransversale würde die

rat in diesem Bericht. Am Gotthard wären immerhin unge- Reisezeiten zwischen 25 und 60 Prozent reduzieren.

fähr 6000 Lastwagen pro Tag zu erwarten. 7. Bertschi behauptet in seiner Studie, dass eine neue Eisen-

8. Letzte Ueberlegung: Die Uebernahme eines wesentlichen bahn-Alpentransversale ab sofort rentabel wäre. Ich will

Anteils des Güterverkehrs auf Huckepackzüge ist in der seine Ergebnisse nicht im Detail zitieren, dafür fehlt mir die

heutigen Situation aus Kapazitäts- und Rentabilitätsgründen Zeit. Ich kann hier aber andeuten, dass Bertschi die Rentabi-

nicht möglich. lität bis im Jahre 2050 auf einige 10 Milliarden für die SBB,

Soweit die Begründungen des Bundesrates, die vom Parla- auch für die internen Ertragsraten, schätzt. Er kommt zum

ment nicht näher geprüft und einfach ohne Genehmigung Schluss, dass auch mit einem dreimal so hohen Realzins-

zur Kenntnis genommen wurden. fuss die volkswirtschaftlichen Gesamtergebnisse noch posi-

Heute ist es nach meinem Dafürhalten unumgänglich, diese tiv wären, dass Baukostenüberschreitungen um bis 50 Pro-

Stellungnahme des Bundesrates grundsätzlich zu ändern. zent die Rentabilität nicht in Frage stellen würden, dass

Allgemein kann man sich dem Urteil von Bertschi anschlies- auch bei fortdauernder Nichtüberwälzbarkeit der vollen

sen, das er in seiner tiefgreifenden und ausführlichen Ana- Teuerung auf die Bahntarife die Ergebnisse noch immer

lyse formuliert hat. Die Transitpolitik der Schweiz ist zu positiv ausfielen und dass ein zeitliches Hinausschieben des

national, zu sektoriell und zu kurzfristig. Die Motive, die die Projektes dessen Rentabilität nicht verbessern würde.

Transitpolitik beeinflussen, sind entweder konjunkturelle Bundesral Schlumpf hat vorige Woche behauptet, die neue

Schwankungen der Nachfrage, regionalpolitische Probleme . Eisenbahn-Alpentransversale sei nicht vergessen. Vorher

(Gotthard oder Splügen) oder kurzsichtige Finanzierungs- müsse man die «Bahn 2000» unter Dach bringen, dann

probleme. komme die Alpentransversale. Aber Bundesrat Schlumpf

Zu den verschiedenen Argumenten des Bundesrates seien vergisst, dass nach dem Bericht 1983 der Baubeginn erst im

hier in sehr knappen Formulierungen die Ueberlegungen Jahre 2000 stattfinden würde, wobei der Bundesrat mit 20

und Feststellungen, die sich aus der Studie von Bertschi Jahren Bauzeit rechnet (fünf Jahre Politik und fünfzehn

und aus allgemeinen Ueberlegungen insbesondere hervor- Jahre Bau). Zu dieser Meinung muss ich sagen: Der Bundes-

heben, erwähnt: rat ist zu optimistisch. Die Politik würde viel mehr als fünf

1. Wenn der Gütereisenbahn-Transit durch die Schweiz in Jahre in Anspruch nehmen, und die Bauzeit wäre auch

den letzten Jahren nicht oder sehr wenig zugenommen hat, länger. Der Gotthard-Autotunnelbau hat elf Jahre benötigt

Postulat Weber-Arbon 2084 N 16 décembre 1985

bei 17 Kilometern, und bei 50 Kilometern würde es wahr- Entscheidungsgrundlagen sind, meine ich, zu schaffen,

scheinlich etwas länger dauern. bevor der Entscheid vor der Türe steht oder stehen sollte.

Ich werde auf die anderen Aspekte, besonders die wirt- Dazu kommt ein zweites. Wir müssen heute und nicht mor-

schaftlichen Aspekte für unsere elektromechanische Indu- gen oder irgendwann die Kontakte mit den interessierten

strie für den Bau von Schnellzügen - was auch sehr wichtig Nachbarländern aufnehmen. Eine Linienführung kann ja nur

ist -, nicht eingehen. Ich werde mich auf die externen in enger gegenseitiger Absprache festgelegt werden. Es ist

Wirkungen für die Oekologie, den Umweltschutz, beschrän- doch die Schweiz, unsere Regierung, unser zuständiges

ken. Departement, welche in dieser Sache die Initiative überneh-

Wenn der Bundesrat effektiv von der Kausalität zwischen men müssen. Warum denn da zuwarten? - Das ist der zweite

Waldsterben und Autoverkehr überzeugt ist und wenn diese Punkt meines Postulates. Was der Bundesrat dazu auf

Gefahr realistisch ist, dürfen wir keine einzige Minute verlie-- Seite 3 seiner Antwort gesagt hat, tönt wirklich etwas allzu

ren. Die Kosten einer Waldzerstörung sind unberechenbar. ängstlich: «Vereinbarungen mit den umliegenden Ländern

Es drängt sich auf, alles zu unternehmen, um diese Gefahr sollten sich auf ein Konzept über die Bewältigung des künfti-

mit strukturellen Investitionen zu entfernen. gen Transits im ganzen Alpenraum abstützen können. Hie-

Die Verlagerung der Transporte von der Strasse zur Schiene für» - der Bundesrat wörtlich - «fehlen zurzeit in diesen

ist eine Notwendigkeit. In einem marktwirtschaftlichen Ländern die rechtlichen und politischen Voraussetzungen.»

System kann man diese Umlagerung nur mit einer Erhö- Ja, dürfen wir es uns denn leisten, eine derartige abwar-

hung der Kompetitivität der öffentlichen Transportmittel er- tende Haltung einzunehmen? Ich treffe mich mit meinem

reichen. Vorstoss schliesslich mit dem wertvollen Programm der

Mit meiner Motion beantrage ich nicht, dass der Bundesrat Bundesratsparteien für die Förderung des öffentlichen Ver-

sich für die Gotthardlösung ausspricht, noch dass er mor- kehrs, das Sie letzte Woche auf den Tisch des Hauses gelegt

gen mit einem Baubeschluss vor das Parlament kommt. Ich bekommen haben. In Ziffer 5 können wir dort folgendes

beantrage nur, dass der Bundesrat so schnell wie möglich nachlesen: «Die Entscheidungsgrundlagen für eine neue

mit einer Linienwahl-Entscheidung vor das Parlament tritt, Alpenbahntransversale sind unter Einbezug der Ypsilon-

dies als Prämisse für einen nachfolgenden Bauentscheid, Vorschläge und unter Berücksichtigung der Ausbaumög-

der in der Form eines Postulats vom Parlament verabschie- lichkeiten der Simplonlinie aufzuarbeiten, damit der Linien-

det werden sollte. Dies entspricht genau der Entscheidung wahl-Entscheid möglichst bald gefällt werden kann.» Ich

der Regierungsparteien, die vorige Woche getroffen wurde. unterstreiche das Wort «aufarbeiten».

Deswegen bitte ich Sie, die Motion und das Postulat anzu- Ich bitte Sie ^deshalb, mein Postulat an den Bundesrat zu

nehmen. überweisen. Der Bundesrat beantragt bekanntlich Ableh-

nung dieses Postulates. Ich würde es begrüssen, wenn

Weber-Arbon: Mein Postulat beschlägt, wie der Vorstoss aufgrund dieser Entwicklung - vor allem der Gespräche in

von Herrn Kollege Salvioni, das Thema der Stellung und der den Bundesratsparteien-und in dieser vorweihnachtlichen

möglichen Initiativen der Schweiz in der internationalen Stimmung der Vertreter des Bundesrates vielleicht eine

Eisenbahnpolitik im,Bereich der Eisenbahntransversalen. etwas differenziertere Haltung einnehmen könnte.

Der Bundesrat hat uns dazu am 7. September 1983, also vor Ich möchte zum Schluss noch bemerken, wenn etwa die

mehr als zwei Jahren, einen Bericht zugestellt. Daraus ging pièce de résistance zu meinem Postulat im dritten Punkt, in

hervor, dass der Bundesrat zurzeit keinen Entscheid mit litera c, enthalten sein sollte, wo der Bundesrat eingeladen

Bezug auf die Linienführung zu treffen gedenke, von einem wird, im Geschäftsbericht jährlich Bericht zu erstatten über

Baubeschluss ganz zu schweigen. den Fortschritt der Studien und der Verhandlungen, würde

Der Bundesrat erklärte aber immerhin auf Seite 49 jenes ich nicht anstehen, auf diesen Teil zu verzichten. Es geht mir

Berichtes folgendes: «Es drängt sich auf, in der Frage des da vor allem um die beiden Anliegen, die ich Ihnen jetzt

Baus einer zusätzlichen Eisenbahn-Alpentransversale die im nochmals erläutert habe: gleiche Spiesse für beide Kon-

Vergleich zur NHT-Zweckmässigkeitsprüfung noch fehlen- zepte und Intensivierung der Verhandlungen mit den Nach-

den Untersuchungen durchzuführen und jene zu aktualisie- barstaaten. In diesem Punkt treffe ich mich ja auch mit dem

ren, die von unterschiedlichen Randbedingungen aus- Vorstoss unseres Ratskollegen Salvioni.

gehen.»

Was will ich mit meinem Postulat vom 21. Juni dieses Jah- M. Pini: Dans le cadre de notre Conception globale des

res? Es ist bloss - nebenbei bemerkt - eine Neuauflage transports, l'effort, on l'a souligné plusieurs fois, est porté

eines Vorstosses unseres früheren Ratskollegen Hans sur la réalisation d'un équilibre tendant à l'efficacité entre

Schmid, St. Gallen, vom 4. Mai 1984. les infrastructures routières et ferroviaires. Cela intéresse

Ein erstes Anliegen: Die Entscheidungsgrundlagen für ein tout particulièrement l'évolution des transports de marchan-

Gotthardbasis- und für das Splügenprojekt sollen auf den dises et des personnes, l'évolution du trafic nord-sud de

gleichen Stand gebracht werden. Der Bundesrat hat selber l'Europe à travers les Alpes. C'est dans ce cadre que la

seinerzeit zugegeben, dass ein Rückstand in dieser Bezie- motion de M.' Salvioni trouve sa motivation fondamentale.

hung für das Splügenprojekt bestehe. Wir wollen vorläufig La députation tessinoise aux Chambres fédérales que j'ai

nur, dass die Spiesse gleich lang gemacht werden. aujourd'hui l'honneur de représenter, en accord avec le

Am 4. Mai 1984 hat Herr Bundesrat Schlumpf in der Debatte Conseil d'Etat de mon canton, appuie sans réserve l'invita-

über diese'Eisenbahntransversale in unserem Rat dies auch tion que cet acte parlementaire important exprime à l'inten-

bestätigt. Er hat damals gesagt: «Die verschiedenen Grund- tion du Conseil fédéral.

lagen sind selbstverständlich aufzuarbeiten und vor allem Nous considérons cette motion comme une contribution

auf den gleichen Stand zu bringen. Die Machbarkeitsstudie, concrète de la part d'un des cantons parties à la politique

diese Verträglichkeitsstudie, wird selbstverständlich suisse du trafic ferroviaire et du trafic routier aux efforts

gemacht. Wir haben das auf Seite 49 des zitierten Berichtes déployés par l'autorité fédérale compétente pour assurer à

in einigen Sätzen dargelegt.» la Confédération, au début des années 2000, la pleine maî-

Später kam dann eine bundesrätliche Absetzbewegung. In trise du trafic intérieur et du trafic international, en tenant

der Antwort zum Postulat Schmid schon vom 26. November compte des aspects aussi prioritaires que ceux liés à la

des letzten Jahres, aber auch in der Antwort auf meinen protection de notre environnement et de ceux qui sont

Vorstoss vom 28. August erklärte der Bundesrat, die Vor- tributaires de l'interdépendance accrue des courants du

nahme weiterer grösserer Projektierungsarbeiten scheine trafic européen qui, depuis toujours, utilisent le passage

ihm im heutigen Zeitpunkt nicht opportun. Und dann weiter naturel de la Suisse à travers les Alpes. Nous croyons, dans

unten: «Der Bundesrat ist der Auffassung, diese Arbeiten l'intérêt même de notre politique globale des transports, que

seien erst im Vorfeld der Ausarbeitung einer Botschaft über l'invitation formulée par la motion présentée par M. Salvioni,

den Bau einer weiteren Eisenbahntransversale durchzu- de reprendre sans retard les enquêtes et d'entamer parallè-

führen.» lement les démarches nécessaires pour planifier en temps

16. Dezember 1985 2085 Postulat Weber-Arbon

utile le projet de construction d'une ligne ferroviaire à tra- maligen Gegebenheiten fällen müssen, um den Zeitpunkt

vers les Alpes, répond aujourd'hui à une nécessité évidente. richtig festzulegen. Es ist klar, dass es nicht möglich ist, das

Selon le rapport de l'autorité fédérale, élaboré en 1983, la Programm Bahn 2000, däsfürSBB und Privatbahnen rund 6

capacité relative au trafic ferroviaire à travers la Suisse se Milliarden Franken kostet, und die Alpentransversale, mit

prolongerait jusqu'aux environs des années 2020. La Kosten von wahrscheinlich 6 bis 8 Milliarden Franken,

demande pourrait ainsi être satisfaite, dans toutes les éven- gleichzeitig zu bauen. Das würde die Bundesfinanzen aus

tualités, jusque l'année 2000. Au-delà de cette échéance, on dem Gleichgewicht bringen. Die sachliche und die zeitliche

estime que la situation deviendrait critique même dans le Priorität - das muss ganz deutlich gesagt werden - gehört

cas où, en Europe, une politique des transports favorisant dem Konzept Bahn 2000, das allen unseren Landesteilen

les chemins de fer se réaliserait. D'autre part, on ne croit pas grössere Vorteile bringt als die Alpenbahntransversale. Es

que la fluidité souhaitée du trafic routier transalpin des bringt auch im Sinne der Förderung des öffentlichen Ver-

marchandises puisse être garantie par une répartition opti- kehrs mehr. Dieses Ausbauprogramm dürfte jedoch etwa

male entre les quatre axes principaux, c'est-à-dire le Grand- um das Jahr 2000 auslauten. Im besten Falle könnte nachher

Saint-Bernard, le Simplon, le Saint-Gothard, le San-Bernar- sozusagen nahtlos die Transversale in Angriff genommen

dino. Le trafic lourd se concentrerait plutôt sur la N 2 où il werden.

supplanterait le trafic des voitures. Cette prévision, formulée Diese Abfolge entspricht übrigens durchaus dem Programm

par le rapport susmentionné, se réalise déjà. En effet, les der Bundesratsparteien für den öffentlichen Verkehr, in dem

données actuellement relevées sur le trafic de transit le long für die Bahn 2000 rasch ein Investitionsprogramm gefordert

de l'axe autoroutier Bàie-Chiasso le prouvent largement. wurde, während für die Alpenbahntransversale die unver-

Le réseau ferroviaire transalpin dont dispose actuellement la zügliche Erstellung der Entscheidungsunterlagen für den

Suisse ne peut pas favoriser une augmentation de la Linienwahl-Entscheid gefordert wurde.

demande au titre du trafic européen des marchandises In diesem Sinne unterstütze ich die Ueberweisung des

nord-sud. En effet, ces structures, qui sont vieilles de plus Postulates Weber und des Postulats und der Motion Sal-

d'un siècle, n'ont pas le support nécessaire pour être com- vioni, die in der heutigen Fassung auf den Zweiphasen-

pétitives par rapport à la route, c'est-à-dire à la vitesse que la Entscheid für die Transversale Rücksicht nehmen.

route peut assurer aujourd'hui aux transports de marchan-

dises et même au transport des personnes. Là est en effet M. Etique: Tout en étant Romand, je me sens néanmoins

l'enjeu, et M. Schlumpf, conseiller fédéral, le sait depuis très concerné par la proposition et les projets de M. Salvioni.

longtemps. La Direction générale des Chemins de fer fédé- Si je partage son souci de voir la Suisse continuer à tenir

raux est également consciente que les chemins de fer ne une place de choix dans la carte européenne des transports

sont plus compétitifs par rapport à la route, non pas parce et à jouer un rôle de tout premier ordre dans le trafic nord-

qu'ils sont des chemins de fer, mais parce qu'ils ne peuvent sud, si je comprends aussi les préoccupations de nos com-

pas garantir une vitesse assez grande. Or, nous devons patriotes tessinois face à l'explosion du trafic lourd dans

combler cette lacune. leur région, suite à l'ouverture des tunnels routiers sous les

En effet, il est dans l'intérêt, tant des transports nationaux Alpes, si je ne puis être, en principe, opposé à la construc-

que des transports européens, de relancer les chemins de tion d'une nouvelle ligne ferroviaire à travers les Alpes, pour

fer en renouvelant l'infra-structure qui puisse, je le répète, autant qu'elle soit d'une nécessité démontrée, j'estime

les rendre compétitifs en ce qui concerne la vitesse. néanmoins qu'il faut d'abord étudier les possibilités de tirer

La motion présentée par M. Salvioni, que je vous prie d'ac- un profit maximum de notre réseau ferroviaire existant. Je

cepter dans sa nouvelle version, demande de ne pas, ulté- pense en particulier à la ligne du BLS, dont le doublement

rieurement, retarder cette relance. Il ne s'agit pas d'anticiper doit inciter les responsables de notre politique ferroviaire à

sur ce qui n'existe pas encore, mais de prévoir d'être à promouvoir un véritable deuxième axe nord-sud, ce qui

même de faire face, en temps utile, à ce qui existe déjà, implique la mise en valeur systématique des différentes

c'est-à-dire le trafic des marchandises à travers notre pays. voies d'accès au BLS, ce que j'ai d'ailleurs demandé récem-

L'année 2000 est en grande partie dépassée par nos prévi- ment par voie de postulat. Par exemple, et pour suivre les

sions théoriques de développement des trafics routier et voeux de M. Salvioni, il serait possible de soulager la ligne

ferroviaire. En effet, cette année 2000 est déjà entrée dans du Gothard d'une partie de son trafic marchandises, en

un horizon nettement perceptible. Il faut donc, dès mainte- expédiant les trains complets à partir de Baie sur Delémont,

nant, la considérer, dans notre volonté politique, en évitant Bienne, Berne, Loetschberg, Simplon, Domodossola II, ce

d'être en retard d'une idée et surtout d'une génération. qui aurait aussi pour avantage de décongestionner quelque

peu la région de Milan.

Müller-Meilen: Die Schweiz ist durch ihre geografische Lage En outre, la réalisation du tunnel sous la Manche, sur le

ein Transitland, was Vor- und Nachteile und vor allem auch principe duquel les gouvernements français et britannique

Verpflichtungen mit sich bringt. Gegenwärtig ist die Kapazi- se sont mis tout dernièrement d'accord, ne sera pas sans

tät für den internationalen Bahnverkehr ausreichend. Sie effet sur la carte des transports de l'Europe dès 1995. Le

wird es nach dem Ausbau der Lötschberg-Simplon-Linie surcroît de trafic qui en résultera ne pourra pas être entière-

und ihrer Zufahrten auch noch für längere Zeit sein. Der ment absorbé par la région parisienne avec les consé-

vollständige Ausbau dieser Bahnlinie erlaubt immerhin, quences qui en résulteront au niveau des points d'entrée de

mehr als das doppelte dessen zu transportieren, was heute ce trafic dans notre pays et cela certainement à l'avantage

auf der Schiene in der Schweiz die Alpen überquert. Aber de l'axe Loetschberg-Simplon.

der Gütertransport auf der Strasse kann künftig nicht mehr L'importante question soulevée par M. Salvioni mérite une

in dem Umfange anwachsen, wie er dies in den letzten approche plus globale, orientée d'abord par la volonté d'ex-

Jahren seit der Eröffnung des Gotthard-Strassentunnels plorer à fond toutes les possibilités qu'offre le réseau actuel,

getan hat. Zudem gilt es, längerfristig die ausreichende dont une exploitation optimum et une modernisation adé-

Bahnkapazität zu sichern, was nur durch Planungen und quate devraient permettre de faire face aux besoins pour de

Entscheidungen auf lange Frist möglich ist. Deshalb halte très longues années encore. Ce sont les raisons pour les-

ich es für richtig, die Unterlagen für den Linienwahl- quelles je fais ces réserves quant à cette proposition et que

Entscheid der Alpentransversale jetzt bereit zu stellen und je vous invite à suivre la proposition de rejet du Conseil

die nötigen internationalen Gespräche aufzunehmen, denn fédéral.

eine angemessene Ausnützung neugeschaffener Kapazitä-

ten setzt internationale Gespräche und Abmachungen Giger: Ich bitte Sie, der Motion Salvioni - respektive den

voraus. beiden Postulaten Salvioni und Weber - zuzustimmen.

Mit dem Baubeschluss sollte hingegen zugewartet werden. Bereits im Mai 1984 habe ich mich zur Alpentransversale

Man wird ihn nach der Vornahme der zeitraubenden Abklä- geäussert, und ich kann deshalb verzichten, nochmals im

rungen und nach dem Linienentscheid unter den dannzu- Detail darauf einzutreten. Es gelten noch die gleichen Argu-

Postulat Weber-Arbon 2086 N 16 décembre 1985

mente wie damals. Im Gegenteil, nach neuesten Presseinfor- den Jura einschliessen)-Lötschberg-Simplon sowie Val-

mationen regt sich im Süden und Norden einiges für eine lorbe-Genf-Simplon. An einem gezielten Ausbau dieses

baldige Linienwahl. Gegenüber früher zwingen uns auch die bestehenden Ypsilons ist die gesamte Nordwest- und West-

heutigen Umweltprobleme, öffentlichen Verkehrsfragen ver- schweiz interessiert.

mehrt Priorität einzuräumen. Der internationale Güterverkehr: 1989 wird die BLS auf

Ich weiss, dass Herr Bundesrat Schlumpf sich tapfer gegen Doppelspur ausgebaut sein, und mit Domodossola II wird

einen heutigen Linienentscheid zur Wehr setzt. Ich glaube ein neuer internationaler Güterbahnhof entstehen. Beim

jedoch, dass es heute sicher keine stichhaltigen Argumente Güterverkehr sind grosse Geschwindigkeiten nicht notwen-

mehr gibt, sich gegen eine planerische Gleichstellung der dig, da mit diesen hohen Achslasten so oder so wegen des

beiden Bahnprojekte Gotthard und Splügen auszusprechen. Unterhalts nicht schneller gefahren werden sollte. Der Gott-

Bei der Standhaftigkeit, mit welcher sich Herr Bundesrat hard und das Simplon-Ypsilon werden zu diesem Zeitpunkt

Schlumpf gegen eine heutige Linienwahl ausspricht, für den internationalen Güterverkehr eine 120prozentige

bekomme ich mitunter das Gefühl, als würde das zukünftige Kapazitätsreserve haben. Die heutige Kapazität ist nur zu 80

Trasse der Ostalpenbahn direkt an seinem Hause in Fels- Prozent ausgelastet.

berg vorbeiführen und so quasi Haus von Garten trennen. Im Personenfernverkehr (ich verweise diesbezüglich auf die

Ich bitte den Herrn Departementsvorsteher, über seinen von Ständerat Lauber und mir eingegebene Motion): Die

Schatten zu springen und den beiden Postulaten Salvioni Simplonlinie muss unbedingt für den Personenfernverkehr

und Weber zuzustimmen. Nebenbei bedeutet die planeri- auf eine schnellere Verbindung zwischen Paris-Mailand-

sche Gleichstellung auch Beschäftigung für die heute weit- Rom ausgebaut werden. Sofern man aber heute, im Gegen-

gehend abgehalfterten Nationalstrassenbauer. Ich meine satz zum Bericht des Bundesrates, einen Linienführungsent-

damit unsere Ingenieurbüros, welche Ihnen für einen sol- scheid für die Zukunft treffen will, muss in zweiter Priorität

chen Auftrag sicher dankbar wären. Ich bitte Sie, der Motion auch an einen möglichen Umbau der Verbindung Basel-

Salvioni - respektive den Postulaten Weber und Salvioni - Simplon zu einer Flachbahn gedacht werden. (Glocke des

zuzustimmen. Präsidenten). Habe ich nicht 10 Minuten Redezeit?

(Disput zwischen Präsident und Herrn Schmidhalter, weil

Schmidhalter: Die beiden Vorstösse, Motion Salvioni und letzterer glaubte, 10 Minuten und nicht 5 Minuten Redezeit

das Postulat Weber, stehen im Widerspruch zum Bericht des zu haben.)

Bundesrates über eine neue Eisenbahn-Alpentransversale,

welcher durch National- und Ständerat in zustimmendem Schmidhalter: Ich gebe mein Manuskript dem Bundesrat ab.

Sinne zur Kenntnis genommen wurde. In diesem Bericht (Heiterkeit)

steht auf Seite 49 betreffend die Weiterführung der vorberei-

tenden Arbeiten: «Da jedenfalls im gegenwärtigen Zeitpunkt M. Carobbio: Je prends brièvement la parole non en tant

kein Linienführungs-Entscheid getroffen werden soll, wer- que Tessinois, mais comme porte-parole du groupe du Parti

den die SBB noch die für die beiden Varianten Gotthard und du travail, du Parti socialiste autonome et des Organisations

Splügen verlangten Machbarkeitsuntersuchungen weiter- progressistes, pour apporter notre soutien à la motion Sal-

führen, soweit dies sinnvoll und notwendig ist.» Dieser Satz vioni et au postulat de M. Weber. Notre position est connue.

ist klar und bestätigt uns, dass der Entscheid über die neuen J'ai déjà eu l'occasion de l'exposer devant ce plénum, lors

Alpentransversalen erst später getroffen werden soll. Für die du débat sur la gestion des Chemins de fer fédéraux de

nähere Zukunft wurden aber den SBB zusätzliche Machbar- 1984. Nous sommes d'avis que la décision de principe

keitsuntersuchungen in Auftrag gegeben - aber nur für den concernant la transversale alpine ne peut plus être renvoyée

Gotthard und den Splügen! et cela indépendamment du tracé que l'on finira par choisir.

Ich habe bei der Behandlung dieses Berichts im Nationalrat La nécessité de développer une politique coordonnée des

gegen dieses Verfahren protestiert und verlangt, dass, wenn transports, qui ait comme but de favoriser l'utilisation des

schon Studien ausgeführt werden, vergleichende Untersu- moyens de transports publics impose, à mon avis, que l'on

chungen gemacht werden müssen. Mit anderen Worten: Ich considère également le problème de la liaison nord-sud.

habe unmissverständlich darauf hingewiesen, dass es Dans cette optique, la décision prise en son temps par le

neben dem Gotthard und dem Splügen auch noch den Conseil fédéral et avalisée par le Parlement, de renvoyer la

Simplon gibt! Ich zitiere aus meiner damaligen Intervention: décision concernant la transversale alpine est-nous l'avons

«Ich beantrage daher, dass die SBB betreffend die zukünfti- déjà dit - incompréhensible et inacceptable, pour trois rai-

gen Machbarkeitsstudien nicht einseitig beauftragt werden, sons principales.

sich nur auf eine mögliche Variante zwischen Gotthard und Premièrement, le projet Rail 2000, dont on va parler ces

Splügen zu konzentrieren, sondern zu gegebener Zeit, unter prochains mois, pour être efficace ne peut se passer d'abor-

Berücksichtigung aller eingetroffenen Abänderungen, die der la question de la liaison nord-sud. Les arguments émis

definitiven und notwendigen Ausbauten unseres gesamten en faveur du renvoi de la décision ne sont-à mon avis-pas

Bahnnetzes neu festzulegen.» Diesem Antrag wurde nicht convaincants. Il ne s'agit pas uniquement de la capacité de

widersprochen. Die vergleichenden Untersuchungen hat transport, Monsieur Etique, mais aussi et surtout des temps

der Bundesrat selber definiert. de parcours. Cet aspect-là ne se résout pas simplement en

Für jedes Infrastrukturprojekt von nationaler Bedeutung ist répartissant le transport sur d'autres lignes, mais en déci-

die Zweckmässigkeit überdies aufgrund von vergleichenden dant quelle ligne transversale alpine nous voulons réaliser et

Untersuchungen, insbesondere Auslastung bestehender cela, le plus rapidement possible.

Infrastrukturen und anderer Möglichkeiten, nachzuweisen. Deuxièmement, la décision s'impose également du fait que

Sofern nun das Parlament und damit der Bundesrat durch la réalisation de la transversale demande l'étude d'une solu-

diese Vorstösse gezwungen wird, seine Stellungnahme aus tion qui tienne compte de tous les aspects du problème et ils

dem Bericht vom 7. September 1983 zu ändern, entsteht sont nombreux: protection de l'environnement, intérêts

eine neue Situation. Unter diesen Umständen muss ich als socio-politiques et économiques en jeu. Au vu de tous ces

Vertreter der Westschweiz an abgegebene Versprechungen aspects, on ne peut pas continuer à en retarder l'examen.

erinnern. Diese gingen dahin, dass sich die verantwortlichen Troisièmement, la réalisation de la transversale alpine

Stellen in näherer Zukunft auf den Ausbau der bestehenden demande aussi qu'on prenne immédiatement des contacts

Nord-Süd-Verbindungen zu konzentrieren haben. Das avec les autorités des pays voisins et intéressés à une

bedeutet ganz eindeutig: Neben dem Ausbau und der Wei- transversale alpine pour définir les modalités de coordina-

terentwicklung des Gotthards, gleichgültig in welcher tion des liaisons ferroviaires, tant en ce qui concerne le

Variante, müssen auch der Ausbau und die Weiterentwick- transport des passagers que celui des marchandises.

lung des schon bestehenden Ypsilons am Simplon zu glei- En conclusion, la complexité du problème demande que

chen Teilen vorangetrieben werden. Das betrifft die Strek- l'on étudie immédiatement la question de cette transversale.

ken Basel-Bern-(ich könnte hier wie Herr Etique auch noch Il s'agit d'un choix qui s'insère parfaitement dans le pro-

16. Dezember 1985 2087 Postulat Weber-Arbon

gramme pour l'encouragement des transports publics, Herr Bundesrat Schlumpf: Mit diesem Ypsilon würde eine

décidé récemment par les quatre partis gouvernementaux. Brücke gebaut: Sie würde die Nordostschweiz und das

Je comprendrais donc mal qu'aujourd'hui, le Conseil fédéral Vorderrheintal auf der einen Seite erfassen und auf der

maintienne son refus de la motion Salvioni dans sa nouvelle anderen Seite die eine geradlinige Nord-Süd-Achse via Gott-

version ainsi que du postulat de M. Weber. Je vous invite hardroute in einem einzigen Tunnel ermöglichen. Schon

donc à appuyer ces actes parlementaires. deshalb, glaube ich, sind jetzt Entscheidungsgrundlagen

nötig. Wenn wir an eine solche Studie herantreten, vergehen

Bircher: Ich möchte Ihnen einige ökologische und verkehrs- sehr wahrscheinlich Jahre. Fachleute sprechen heute

politische Ueberlegungen zu bedenken geben, welche für davon, dass man rund fünf Jahre reine Projektierungszeit

einen Entscheid in der Frage Eisenbahn-Alpentransversale, benötige. Es kommen dann zirka doppelt so viele Jahre

also für die Motion Salvioni und für das Postulat Weber, Bauzeit. Sie sehen sofort, dass wir dann über das Jahr 2000

sprechen. hinausschauen. Ich glaube, eine Vorbereitung des Pla-

Sie wissen sehr wahrscheinlich noch aus früheren Diskus- nungsentscheides steht jetzt an.

sionen, dass der Schwerverkehr durch den heutigen Gott- Deshalb bitte ich Sie, wie die meisten der Vorredner, die

hardstrassentunnel innert der ersten fünf Jahre von 200 auf Motion Salvioni und das Postulat Weber-Arbon zu über-

1200 Lastwagen pro Werktag gestiegen ist. Sie können sich weisen.

vorstellen, dass, sollte dieser Anstieg weitergehen, ein

enormer Druck auf den Personenwagenverkehr anhält. Die Wyss: Ich könnte ähnlich wie Herr Schmidhalter verfahren,

Folge davon wird sein, dass über kurz oder lang der Ruf das heisst, auf eine ausführliche Wortmeldung verzichten

nach einer zweiten Autobahnröhre erhoben wird. Deshalb und statt dessen mein Manuskript Herrn Bundesrat

müssen wir die Frage der Eisenbahntransversale aus ver- Schlumpf geben. Er weiss bereits, was ich sagen werde; ich

kehrspolitischen und ökologischen Erwägungen etwas kenne bereits seine Antwort. Ich hoffe nur, dass mit der

dringlicher behandeln, als es der Bundesrat möglicherweise heutigen Debatte einmal mehr aufgezeigt wird, für wie drin-

immer noch tun will. gend in verschiedenen Gegenden unseres Landes die Frage

Unser Ziel wäre - da sind viele derselben Meinung -, einen der Alpentransversale angesehen wird. Ich bin nach wie vor

Teil des Transitschwerverkehrs von der Strasse auf die für eine Gotthard-Basisvariante. Ich meine, dass die Variante

Schiene zu bringen. Dies ist nur möglich, wenn wir eine gut Cavelty die zweitbeste Lösung ist. Sie wird etwas teuer sein.

ausgebaute Infrastrukturlinie im Nord-Süd-Verkehr anbieten Ich bin aber doch der Meinung, dass man unbedingt auch

können; eine Infrastrukturlinie, die schnell ist und die diese Variante prüfen müsse. Ich kenne Ihre Befürchtungen,

moderne Transitlasten übernehmen kann. Denken Sie an Herr Bundesrat Schlumpf; Sie haben sie bereits mehrfach

die neuen kombinierten Verkehre, an die Container, an die im Rate vertreten. Trotzdem versuche ich, Sie davon zu

Huckepacklasten, die nicht durch den alten hundertjährigen überzeugen, dass Sie zumindest nicht absolut gegen diese

Gotthardtunnel gefahren werden können oder dann nur mit Motion Stellung nehmen werden.

enormen technischen Problemen und Zeitverlusten. Die Verkehrsströme sind daran, sich zu ändern. Auf der

Unser Ziel muss sein, möglichst bald eine Infrastrukturlinie Nord-Süd-Achse ändern sie sich dermassen, dass auch in

anzubieten, die solche Transporte erlaubt. Deshalb sind den Nachbarstaaten die Frage neu überprüft wird. Ich weiss

meines Erachtens die Kapazitätsstudien, die der Bundesrat von Frankreich, dass der Entscheid über eine TGV-Est-Linie

und die SBB bisher durchgeführt haben, auf einer falschen in Prüfung ist. Zur Diskussion steht unter anderem, ob sie

Basis aufgebaut. Man kann mit der heutigen Kapazitäts- nach Strassburg führt. Die Franzosen würden es begrüssen,

menge schon sagen: Wir können sie noch bewältigen. Inso- wenn wir die Frage der Alpentransversale rasch prüfen. Ich

fern ist Herrn Schmidhalter zu entgegnen: Auch «seine» weiss auch von den Deutschen, insbesondere vom Land

Simplonstrecke ist keine vom Nord-Süd-Transitverkehr Baden-Württemberg, dass dort die Meinungen etwas geteilt

gewünschte Schnellverbindung. Sie wird sehr wahrschein- sind. Sie wären froh, wenn wir den Grundsatzentscheid

lich im marktmässigen Abwägen bei vielen Grosstranspor- fällen würden. Ihr Ministerpräsident, Herr Lothar Späth, will

teuren doch nicht berücksichtigt, vor allem wenn die Güter- namentlich diesen Entscheid aus verschiedenen Gründen

wie Sie richtig gesagt haben - nicht aus dem Raum Nord- im Moment nicht treffen.

westschweiz, sondern eher aus dem Grossraum München, Für mich, Herr Bundesrat Schlumpf, ist unbestritten, dass

Stuttgart und anderen Grossräumen der Bundesrepublik die Bahn 2000 erste Priorität hat. Das wäre eine Vorausset-

stammen. zung, die man hier deutlich festhalten müsste. Ich weiss,

Deshalb meine Schlussfolgerung: Die bisherigen Kapazi- dass dieses Projekt Milliarden verschlingen wird. Aber ich

tätsüberlegungen sind sehr wahrscheinlich nicht sehr trag- kann nicht verstehen, weshalb man nicht sofort beginnt, die

fähig. Wir müssen damit rechnen, dass ganz andere, neue Planung zu diesem wichtigen Grundsatzentscheid, wo diese

Kapazitäten gewonnen werden können. Transversale durchgehen soll, voranzutreiben. Ich meine,

Eine andere Ueberlegung finden Sie in der SP-Motion, wel- dass dies Jahre braucht; das ist hier auch mehrfach darge-

che unser Kollege Clivaz im Oktober 1985 eingereicht hat. Er stellt worden. Das ist der Grund, weshalb ich mich erneut

schreibt von neuen Hochgeschwindigkeitszügen für den dafür einsetze, Herr Bundesrat Schlumpf, dass mit der Pla-

Personenverkehr. Auch dafür sollte eine verbesserte Infra- nung für die Bahn 2000 mit Priorität l auch bald dieser

struktur geschaffen werden. Es ist mir eigentlich nicht ver- Grundsat2:entscheid für diese Alpentransversale getroffen

ständlich, und ich frage den Bundesrat, weshalb die Bereit- werden müsste. Anschliessend kommen dann noch genü-

schaft nicht da war, diese SP-Motion heute zu traktandieren gend Probleme des Baus und so weiter.

und gleichzeitig zu behandeln. Auch sie möchte die Ich bitte Sie also, die Motion von Herrn Salvioni und das

Entscheidwahl vorbereiten und eine baldige Bauplanung Postulat Weber-Arbon zu unterstützen.

ermöglichen.

Ich komme zum letzten Punkt. Wir haben in der Zwischen- M. Clivaz: Le cheminot que je suis a entendu avec un réel

zeit noch ein neues Element mit der parlamentarischen plaisir les professions de foi ferroviaires exposées par la

Initiative eines Ständerates (zufälligerweise ist es ein Bünd- plupart de ceux, sinon tous, qui m'ont précédé à cette

ner Ständerat), des Herrn Cavelty, erhalten, der in Form tribune. J'avais moi-même, lors de l'examen du rapport du

eines Ypsilons eine Kompromissvariante anbietet. Herr Bun- Conseil fédéral du 7 septembre 1983 sur la nouvelle ligne

desrat Schlumpf hat sich vielleicht- ich stelle die Frage oder ferroviaire à travers les Alpes, invité le gouvernement à

die Behauptung auf - bisher als Bündner doch etwas engager sans retard des pourparlers avec les pays limi-

gefürchtet, zwischen Splügen und Gotthard zu wählen, und trophes quant à l'organisation future du trafic de transit en

zwar nicht in erster Linie aus dem Grund, den Herr Giger Europe. J'avais alors insisté sur la nécessité d'encourager

erwähnt hat, weil er um seinen Garten fürchtete, sondern l'utilisation du rail et de développer le ferroutage ainsi que le

wohl eher, weil Herr Bundesrat Schlumpf fürchtete, die trafic combiné. Si l'on admet que des mesures doivent être

Gotthard-Basisroute wäre verkehrspolitisch die bessere. prises aujourd'hui pour transférer du trafic de la route vers

Postulat Weber-Arbon 2088 N 16 décembre 1985

le chemin de fer - ce qui ne saurait être contesté en l'état auf ein Konzept über die Bewältigung des künftigen Transit-

actuel des choses - on arrive logiquement à la conclusion verkehrs im gesamten Alpenraum abstützen können. Der

qu'une nouvelle ligne, dite de plaine, à travers les Alpes de Bundesrat stellt weiter fest, dass aus seiner Sicht hierzu im

notre pays est indispensable. Et ce non seulement pour heutigen Zeitpunkt die rechtlichen und politischen Voraus-

acheminer des marchandises mais aussi pour assurer le setzungen in den entsprechenden Ländern fehlen würden.

trafic voyageurs. En effet, depuis l'ouverture du tunnel rou- Aufgrund der geschilderten Sachlage scheint dem Bundes-

tier du Saint-Gothard, la position du rail est sérieusement rat ein Vorgehen gemäss Litera a und b des Postulates

affaiblie en raison de la durée du parcours beaucoup plus Weber nicht angezeigt.

longue par rapport à la route. M. Pini a dit tout à l'heure ce Persönlich ziehe ich die Schlussfolgerungen etwas anders.

qu'il fallait dire à ce sujet. Um zu Vereinbarungen zu kommen, müssen wir unsere

Il est vrai, comme l'a déclaré le Conseil fédéral, que la eigene Position zuerst festlegen. Dafür benötigen wir zuver-

capacité des lignes de transit par chemin de fer suffira lässige Unterlagen. Solche bestehen mit Vorbehalten für die

encore pendant de longues années, surtout lorsque le dou- Gotthardvariante. Für die Splügenbahn und noch vielmehr

blement de la ligne du BLS sera terminé. Selon les prévi- für die Y-Lösung besteht ein Planungsdefizit. Die Schweiz

sions, une nouvelle ligne à travers les Alpes ne sera donc liegt im Herzen Europas und hat daher in diesen Fragen

pas nécessaire avant les années 2010 environ, mais comme entsprechende Verantwortung zu übernehmen. Die grossen

il faut compter une bonne vingtaine d'années entre le wirtschaftlichen Zentren, namentlich im süddeutschen

moment où la décision de construire est prise et celui de Raum und in der Lombardei, werden für den Transitverkehr

l'ouverture au trafic d'une telle ligne, il importe de s'en auch in Zukunft besorgt sein. In diesem Lichte wohl ist das

occuper dès maintenant. C'est pourquoi les propositions Interesse lombardischer Kreise am Splügen zu verstehen.

faites par MM. Salvioni et Weber d'entamer sans retard des Eine neue Eisenbahn-Alpentransversale braucht für die Rea-

négociations avec les pays voisins me paraissent tout à fait lisierung nicht nur sehr viel Geld - wir wissen übrigens nicht

justifiées. Si nous nous abstenons de le faire, la concurrence einmal genau wieviel -, sondern auch sehr viel Zeit. Ich sehe

exercée par le Brenner à l'est et par le Mont-Cenis à l'ouest durchaus ein, dass wir nicht gleichzeitig alles tun können.

ira en s'accentuant, d'autant plus que les dirigeants des Die zeitgemässe Schienenverbindung im Mittelland, Bahn

chemins de fer autrichiens et italiens s'entendent pour cas- 2000, hat Priorität. In diesem Sinne bin ich glücklich, dass

ser les tarifs des transports de marchandises afin de transfé- der Bundesrat heute entschieden hat.

rer à tout prix le trafic de la route vers le rail. J'ai eu Die Verbindung im Mittelland sollten wir eigentlich jetzt

personnellement confirmation de ce fait lors d'un récent schon haben, aber es muss noch eine verhältnismässig

entretien avec des personnalités autrichiennes. lange Durststrecke durchgestanden werden.

Cette situation fera perdre à notre pays la place qu'il occupe Das Gleiche soll uns bei der Nord-Süd-Verbindung nicht

dans le domaine des transports européens, d'autant que le widerfahren. Schalten wir hier erst auf grün, wenn es offen-

réseau des trains à grande vitesse se développe à un rythme kundig ist, dass unsere ehemalige Paradelinie - ich meine

accéléré, comme on l'a déjà souligné ici. Nous connaissons die Gotthardstrecke - veraltet ist, kommen wir auch hier zu

les performances et le succès extraordinaire du TGV fran- spät.

çais, qui circule sur deux tronçons des lignes CFF. Le train à Aus diesem Grund möchten die Bundesratsparteien die

grande vitesse des chemins de fer allemands, ICE, arrivera à Entscheidungsgrundlagen aufarbeiten. Die Postulate gehen

Baie en 1991 au plus tard, et nos voisins du sud construisent in dieser Richtung, und ich unterstütze sie. Ich hätte auch

eux aussi des lignes pour trains à grande vitesse. Or, si de nichts dagegen, wenn Herr Salvioni seine Motion in ein

notre côté, nous nous contentons d'observer ce qui se Postulat umwandeln würde.

passe au-delà de nos frontières, nous serons un beau jour

totalement éliminés du trafic ferroviaire de transit. Un mail- Bonny: Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass es sich bei

lon manquera dans l'organisation des transports européens diesen Vorstössen nicht nur um verkehrspolitische Angele-

et la Suisse risquera de devenir le Liechtenstein ferroviaire genheiten handelt, sondern auch um Geschäfte von grosser

de l'Europe. Il ne nous restera alors que le trafic routier et staatspolitischer und nationaler Tragweite. Es ist ganz klar-

tous ses inconvénients. das hat man heute in der Debatte gespürt-, dass regionale

Il est donc urgent que la Suisse prenne l'initiative d'un Aspekte mit hineinspielen; das ist durchaus legitim. Aber mit

examen général du trafic terrestre en Europe. Tel est le sens Blick auf die nationale und internationale Bedeutung bin ich

de la motion que j'ai déposée au nom du groupe socialiste der Auffassung, dass solche regionale Aspekte zurückzuste-

lors de la dernière session. Celle-ci vise également à réaliser, hen haben. Als Berner Vertreter sollte ich hier eigentlich

dans les meilleurs délais, une nouvelle transversale alpine et eine Lanze für den Lötschberg und Simplon brechen. Aber

à améliorer l'attractivité de la ligne du Simplon. auch hier müssen wir vor allem aus einem Gesamtinteresse

Nous sommes cependant conscients du fait que la priorité des Landes operieren.

- ainsi que l'a souligné M. Wyss tout à l'heure - doit être Weshalb trete ich für die Motion Salvioni und das Postulat

donnée au projet Rail 2000, ce qui ne doit pas nous empê- Weber ein? Zuerst einmal ist der Zeitfaktor zu beachten: Der

cher cependant d'étudier simultanément la question de la Bundesrat selber hat in seinem Bericht aufgeführt, dass die

traversée des Alpes, comme le demandent du reste les partis Planungs- und Realisierungszeit ausserordentlich lang ist

gouvernementaux dans le programme en faveur des trans- (sie wird mit 20 bis 25 Jahren beziffert). Wenn wir also heute

ports publics qu'ils ont adopté le 2 décembre. die Weichen zu stellen beginnen, hat das zur Folge, dass es

L'examen des trois variantes - Gothard, Splügen et Cavelty erst noch einige Jahre des 21. Jahrhunderts braucht, bis wir

- doit donc être entrepris sans retard afin que nous soyons dieses Werk überhaupt vollendet haben.

prêts à prendre, le moment venu, une décision de principe In meinen Augen wird im Bericht des Bundesrates die

quant au tracé. J'appuie donc les démarches de MM. Sal- Attraktivität etwas unterschätzt, die ein solches Werk hätte.

vioni et Weber. Ich glaube, dass gerade das Beispiel des französischen TGV

gezeigt hat, dass - wenn einmal ein verkehrspolitisches

Kühne: Im Gegensatz zu einem meiner Vorredner kann ich Instrument erfolgreich ist-sämtliche Prognosen auf diesem

Ihnen, Herr Bundesrat, mein Manuskript nicht übergeben. Gebiet gleichsam über den Haufen geworfen werden.

Ich habe es nämlich im Zug geschrieben, und das Rollmate- Ein zweiter Aspekt, der mir in der ganzen Debatte zu kurz

rial ist noch nicht durchwegs so vorzüglich, dass Sie das gekommen zu sein scheint, ist die Position der SBB. Ich

lesen könnten, was ich im Zuge schreibe. gestatte mir, kurz Herrn Latscha, den Präsidenten der Gene-

In der Antwort des Bundesrates wird festgehalten, dass raldirektion SBB, zu zitieren: «Auch wenn ein Baubeschluss

Verhandlungen mit dem Ausland sich nicht bloss auf die für heute oder morgen noch nicht zu erwarten ist, so ist ein

Linienführung einer neuen Alpenbahntransversale und auf Grundsatzentscheid doch von ausserordentlicher Dringlich-

die Behebung von Engpässen ausrichten dürfen. Vereinba- keit» - wohlverstanden: ausserordentlicher Dringlichkeitl -,

rungen mit den umliegenden Ländern sollten sich demnach «denn nicht nur die SBB, sondern auch die Nachbarbahnen

16. Dezember 1985 N 2089 Postulat Weber-Arbon

haben laufend Investitionen zu tätigen. Sie sollten dringend schliesslich auf die Frage des Vorgehens, indem in den

wissen, auf welches Ziel sie auszurichten sind». Jahren 1981/82 bei uns und bei mir selbst die Einsicht reifte,

Und noch ein dritter Aspekt: Es ist ganz klar, und das hat die dass mit einer vorgezogenen Linienwahl - ich nehme gleich-

Debatte sehr schön gezeigt, dass es hier um ein Geschäft zeitig zu den Ausführungen von Nationalrat Müller Stellung

mit internationalem Charakter geht. Ich möchte sagen, es ist - überhaupt nichts zu gewinnen wäre.

ein internationales Geschäft par excellence. Es wurde auf Ein vorgezogener Linienwahl- oder Grundsatzentscheid

die Bedürfnisse im süddeutschen Raum sowie in der Lom- wäre rechtlich völlig nutzlos. Nehmen Sie das doch zur

bardei, einem Schwergewicht der italienischen Wirtschaft, Kenntnis! Die Form wäre ein einfacher Bundesbeschluss,

hingewiesen. Darüber hinaus müssen wir aber auch lernen - der dann Jahre später, wenn Fleisch am Knochen ist und wir

die Auseinandersetzung um die Schwerverkehrsabgabe hat den Baubeschluss vorlegen - das müssen wir für eine kon-

das gezeigt -, dass wir wohl nicht mehr autonom sind, krete Linie-, erneut in Frage gestellt werden könnte, und ich

anders als in der Antwort des Bundesrates angedeutet wage zu behaupten, auch neu in Frage gestellt würde. Wir

wurde, beispielsweise durch Wiedereinführung von Sperr- haben heute hier in verschiedenen Voten einen kleinen

zeiten für den Schwerverkehr auf der wichtigsten Nord-Süd- Vorgeschmack davon bekommen.

Achse «die Weichen» zu stellen, das heisst nach Belieben Ich nenne Herrn Schmidhalter. Ich habe Ihren Text fertig

etwas mehr oder etwas weniger Schwerverkehr durchzulas- gelesen. EEr ist übrigens gut. Er entspricht weitgehend mei-

sen. Wir müssen uns in das verkehrspolitische europäische nen Ueberlegungen. Aber selbstverständlich würde hier

Konzept integrieren. dann sozusagen ein Wunschkonzert ausgetragen, genau

Zum Schluss meiner Ausführungen - das ist für mich ein gleich, wie wenn wir vor einigen Jahren schon einen Linien-

grundsätzliches Anliegen in diesem Zusammenhang - wahl-Entscheid getroffen hätten.

möchte ich unterstreichen, dass es um etwas geht, was weit Ueberlegen wir uns doch einmal: Es wurde hier die neue

über die Verkehrspolitik hinausgeht. Wir sollten in der Variante von Ständerat Cavelty ins Spiel gebracht. Sie ist

schweizerischen Politik vermehrt langfristig disponieren. prüfenswert. Aber wo wären wir denn heute, Nationalrat

Das gilt in ganz besonderem Mass für die Verkehrspolitik. Müller, wenn wir im Jahre 1983 einen Linienwahl-Entscheid

Der alte Bismarck hat einmal gesagt: «Ein Politiker wird zum für den Splügen oder den Gotthard getroffen und seither

Staatsmann, wenn er nicht nur an seine Zeit denkt, sondern dahingehende Dispositionen getroffen hätten, aber heute

auch die Perspektiven seiner Enkel berücksichtigt.» Er hat mit der prüfenswerten Idee eines Y kämen? Dann würden

wohlgemerkt nicht von Urenkeln gesprochen, sondern von wir doch im Hinblick auf einen Baubeschluss auch diese

Enkeln. Frage wieder neu einer Prüfung unterziehen.

Ich würde Ihnen gerne, Herr Bundesrat Schlumpf, am Herr Salvioni, der Bundesrat hat nur in diesem Punkt einen

Schluss Ihrer Stellungnahme attestieren, dass Sie wirklich Gesinnungswandel-vorgenommen. Ich persönlich auch. Ein

ein Staatsmann im Sinne von Bismarck sind. Linienwahl-Entscheid allein bringt uns nichts. Wir werden

die Linienwahl zu entscheiden haben, wenn wir dem Parla-

ment den Baubeschluss unterbreiten. Genauso, wie wir bei

Bundesrat Schlumpf: Ich werde etwas hin und her gerissen Bahn 2000 heute vorgegangen sind für die Teilstrecke Bern-

- nicht in der Sache, sondern von Gefühlen: Nämlich ob ich Olten oder Mattstetten-Rothrist. Da haben wir Ihnen auch

ein Gefühl der Freude haben darf, weil ich in Argumenten, nicht einen Linienwahl-Entscheid vorgelegt: Wollen Sie die

die zum Teil alta voce vorgetragen wurden, sehr vieles von Variante Süd oder die Variante Nord? Unsere Botschaft

dem Gedankengut wiederfinde, das wir in unserem Bericht Bahn 2000, die Sie demnächst erhalten werden, wurde

1983 selbst dargelegt haben, oder ob ich mehr etwas dar- heute vom Bundesrat verabschiedet. Dort haben wir beide

über erstaunt sein soll - aber ich bin es nicht -, dass auch Varianten, Nord und Süd, mit allen wesentlichen Gesichts-

vieles vorgetragen wurde, zu dem ich und der Bundesrat punkten dargelegt und gesagt, weshalb der Bundesrat die

schon oft Stellung bezogen und mit aller Deutlichkeit Erklä- Variante Süd vorschlägt. Sie werden dann sicher auch die

rungen abgegeben haben: Es hätten keine Missverständ- Frage Nord- oder Südvariante diskutieren, aber im Zusam-

nisse über die Stellungnahmen des Bundesrates oder von menhang mit dem von uns beantragten Baubeschluss und

mir aufkommen dürfen, wie das vorhin teilweise der Fall nicht im luftleeren Raum, um dann später einmal, anlässlich

war. einer Botschaft zum Baubeschluss noch einmal da capo zu

Zuerst aber zwei persönliche Vorbemerkungen. konzertieren, mit allen Dissonanzen und Disharmonien, die

Herr Nationalrat Giger, ich nehme an, Ihre Bemerkung sei damit unweigerlich verbunden wären.

ein vorweihnachtlicher Spass gewesen. Wenn meine Stand- Nationalrat Salvioni, noch ein Punkt: Sie haben unsere

haftigkeit davon abhinge, ob ich von einem nationalen Pro- Ausführungen im Bericht 1983 zitiert und dabei übergan-

blem an Haus und Garten persönlich berührt werde oder gen, dass diese drei Szenarien, die wir als mögliche

nicht, dann gäbe es doch wohl ehrlicherweise nur eine Zukunftsperspektiven darlegten, immer abhängig gemacht

Konsequenz, nämlich zu demissionieren. Daran aber denke waren von bestimmten verkehrspolitischen Rahmenbedin-

ich nicht im entferntesten. Hingegen möchte ich Sie gerne gungen. Ob dann Szenario 1, 2 oder 3 oder irgendein

einladen, mich einmal zu besuchen. Dann werden Sie fest- Kompromiss herauskommt, hängt davon ab, welche Ver-

stellen, dass mein Haus und Garten in Felsberg und am kehrspolitik wir inzwischen in unserem Land betreiben

Heinzenberg in Flerden überhaupt nicht - weder positiv konnten. Auch dafür sind die Unterlagen in Ihrem Rate in

noch negativ- betroffen werden. Bearbeitung.

Nationalrat Bircher: Wenn Furcht vor einem Entscheid, der Ich möchte noch einmal - keineswegs das letzte Mal -

mir persönlich vielleicht nicht passen würde - das wäre wiederholen: Der Bundesrat hat nichts anderes beschlos-

dann die gegenteilige Annahme von Herrn Giger; Sie glau- sen, als dass er Ihnen zu gegebener Zeit einen Baube-

ben eher an die Gotthard-Variante -, Beweggrund meines schluss für eine Eisenbahn-Alpentransversale und einen

Handelns im Departement, im Bundesrat und auch hier Finanzierungsbeschluss unterbreiten wird. Wir haben uns in

wäre, könnte ich dazu auch sagen, dass ich sicher am diesem Bericht mit der Frage beschäftigt, ob das damals

falschen Platz wäre. Ich glaube aber, die Argumente, die zu schon hätte gemacht werden müssen, ob das dringlich sei,

dieser Stellungnahme des Bundesrates geführt haben, und haben anhand verschiedener Perspektiven der Szena-

waren damals, als wir sie hier einbrachten, so richtig, wie sie rien 1982/83 gesagt: Nein, jetzt muss noch kein Baube-

es heute noch sind. schluss vorgelegt werden. Wir wollten keinen blossen

Nationalrat Salvioni: Sie halten uns mit Recht einen Gesin- Linienwahl-Beschluss, aber zu gegebener Zeit einen Baube-

nungswandel vor. In der Tat ist er im Jahre 1981 in dieser schluss. Der Baubeschluss ist jetzt noch nicht dringlich.

Frage eingetreten. Er hat sich natürlich auch in meinen Aber wir haben mit keinem Wort gesagt, dass ein Baube-

persönlichen Voten ausgedrückt, weil ich ja die Stellung des schluss erst im Jahre 2000 zu fassen wäre. Wir haben nur

Bundesrates zu vertreten habe. Bleiben wir aber bei den gesagt: Wenn man von einem Bedarf erst im Jahre 2020

Tatsachen: Dieser Gesinnungswandel bezieht sich aus- ausginge, dann wäre der spätestmögliche Start das Jahr

Postulat Weber-Arbon 2090 N 16 décembre 1985

2000. Der Bundesrat hat nie gesagt, wir würden erst im Jahr ligungen bis gegen 20 Prozent vornehmen, sollen wir das

2000 mit einer solchen Vorlage kommen. auch machen? Sollen unsere SBB auch 20 Prozent für den

Uebrigens, zu einem anderen Votum: Wir haben nie 25 Transitverkehr reduzieren, auf dass unser Defizit insgesamt

Jahre, immer 20 Jahre gesagt. Das wurde richtig zitiert. Fünf um 100oder200 Millionen höherwerde? Ich höreschondie

Jahre für die politische Entscheidbildung und dann fünf- Stimmen, die dann sagen, das Management bei den SBB

zehn Jahre für die Bauausführung. Herr Salvioni, ich bin müsse besser werden. Diese Fragen sind nicht so einfach,

zwar kein Ingenieur, aber zwischen einem Strassentunnel wie das hier vereinzelt zum Ausdruck gebracht wurde.

und einem Eisenbahntunnel besteht natürlich nicht nur ein In den Jahren 1980-81, als wir begonnen haben, aufgrund

Unterschied in der Länge, sondern in den technischen von beigenweisen Unterlagen eine Verkehrspolitik zu erar-

Anforderungen. Einen Eisenbahntunnel baut man viel beiten, die ihren Niederschlag in der KVP, neuestens auch

rascher als einen Strassentunnel mit allen Entlüftungs- und im Projekt Bahn 2000 und in vielen anderen Vorlagen gefun-

Heizungsanlagen usw. Eine Bauzeit von 15 Jahren wurde den hat, ging es doch darum, auch eine Prioritätenordnung

immer von allen Fachleuten als realistisch bezeichnet. aufzustellen. Welches sind die Prioritäten? KVP als Grund-

Zu meinen Ausführungen namens des Bundesrates darf ich lage, Leistungsauftrag 87, Bahn 2000. Die Rahmenkredite

Ihnen eine kleine Weihnachtslektüre empfehlen: Lesen Sie für die KTU müssen ins Projekt Bahn 2000 einbezogen

doch bitte nach - eine sehr lesenswerte und vor allem wahre werden.

Lektüre- «Amtliches Bulletin» Nationalrat, 1984, Seite 582 Und nicht zu vergessen: der Ausbau der Lötschberg-Sim-

ff. und «Amtliches Bulletin» Ständerat, 1984, Seite605ff.! Da plon-Linie. Die Herren Etique und Schmidhalter haben das

sind alle Erklärungen des Bundesrates aus meinem Munde mit Recht in Erinnerung gerufen. Es sind noch keine zehn

enthalten. Jahre vergangen, seit wir in diesem Parlament beschlossen

Zur Sache im Sinne einer Zusammenfassung: Wir haben haben, diese Nord-Süd-Transversale zu verstärken, und

uns, seit wir 1980/81 die KVP-Vorlage - gestützt auf die GVK zwar zu verdreifachen, von 4 Millionen Tonnen Kapazität auf

- erarbeiteten, auf den Standpunkt gestellt, alle diese Fra- 12 Millionen zu erweitern. Das ist in vollem Gange. Wir

gen, insbesondere die Frage einer Eisenbahn-Alpentrans- haben etwa 600 Millionen Bundesfranken als Beiträge

versale, überhaupt die transitpolitischen Fragen, seien in die bereits geleistet, und jetzt sollte das plötzlich in den Gesamt-

koordinierte Verkehrspolitik zu integrieren. Wir wollten, betrachtungen keine Rolle mehr spielen? Diese Kapazitäten

dass Prioritäten gesetzt werden, einerseits nach der politi- kann man offenbar aufs Eis legen!? Nach gewissen Leuten

schen Verkraftbarkeit vieler Vorlagen, andererseits auch brauchen wir plötzlich andere Kapazitäten, wir brauchen

nach der Planungskapazität bei den SBB und anderen Bah- eine ganz andere Anlage usw. Wenn man weiterhin mit 5

nen, und drittens nach der finanziellen Kapazität. Wir haben oder 6 Millionen Tonnen jährlich durch den Lötschberg und

weiter den Standpunkt vertreten, dass auf die Entwicklung den Simplon fährt, kann man bei weitem keine Kostendek-

des Verkehrsmarktes Rücksicht genommen werden müsse; kung erwirtschaften.

denn wir bauen nicht einfach auf Vorrat neue Transitkapazi- In dieses Prioritätenpaket gehört auch die Vereinabahn. Es

täten. Demgegenüber hat es gelegentlich schon etwas ist ein relativ kleiner Posten. Und es gehört, da sind wir völlig

eigenartig getönt. Wollen Sie denn europäische Verkehrsan- gleicher Meinung, im richtigen Zeitpunkt eine neue Eisen-

teile hamstern? bahn-Alpentransversale hinein.

Sollen noch mehr Anteile ohne Kostendeckung über die Sie verlangen in Ihrer Motion, die Sie jetzt zweigeteilt haben,

Schiene durch unser Land verfrachtet werden? Haben Sie dass wir Abklärungen aufnehmen. Falsch ist das Verb «wie-

sich vergegenwärtigt, dass wir heute eine Kostendeckung deraufzunehmen»: Wir haben die Abklärungen nie abgebro-

von 80 Prozent, das heisst eine Unterdeckung von 20 Pro- chen. Lesen Sie auf Seite 49 nach. Sie verlangen im zweiten

zent haben? Es muss doch für den geschätzten Bedarf eine Punkt, dass wir Verhandlungen auf europäischer Ebene in

gewisse Sicherheit und für die Auslastung eine gewisse die Wege leiten. Indie Wege leiten können wirsie nicht, aber

Wahrscheinlichkeit bestehen, sonst wird eine derartige fortführen selbstverständlich, und das machen wir auch. Sie

Grossinvestition zur Dauerlast, zum Abenteuer. laufen seit vielen Jahren. Sie verlangen drittens den Einbau

Nationalrat Weber, zu Ihrem Postulat: Gegen die Punkte a in die schweizerischen Schnellbahnverbindungen. Das ist

und b wäre unsererseits nichts einzuwenden. Sie haben mit der Bahn 2000 bereits geschehen. Das konnten Sie bei

heute offeriert, Buchstabe c fallen zu lassen. Wir haben der Formulierung Ihrer Motion allerdings noch nicht wissen.

immer gleiche Chancen, gleich beschaffene Startlöcher für Dazu als Orientierung am Rande: Die Bahn 2000 ist nach

Gotthardbasistunnel und Splügen gefordert. Wir haben dem Baukastensystem angelegt. Da kann eine künftige

auch erklärt, dass wir bereit sind, den Rückstand - das auch Eisenbahn-Alpentransversale - ob es nun die eine oder

an die Adresse von Nationalrat Giger - in der Planung der andere Variante ist - ohne Schwierigkeiten eingepasst

Ostalpenbahn aufzuholen, weil wir wollen, dass die Chan- werden.

cen für diese beiden bisher diskutierten Varianten die glei- Zum Postulat von Nationalrat Weber: Die Frage bezüglich

chen sind. Neu hinzu käme die Frage einer Flachbahn einer vorgezogenen Linienwahl, von der Herr Giger sprach,

Simplon - das hat Herr Schmidhalter schon vor einem Jahr ist ein unglückseliger Gedanke von früher! Ich hatte ihn

hier in die Diskussion eingebracht. Und neu hinzu kommt auch gehabt. In bezug auf das Gleichziehen des Planungs-

die parlamentarische Initiative von Ständerat Cavelty, die in standes Ostalpenbahn/Gotthard haben wir keine Meinungs-

den nächsten Wochen in der ständerätlichen Kommission verschiedenheiten. Auch wir sind der Meinung, dass die

behandelt wird. Wir sind übrigens durchaus damit einver- Verhandlungen mit dem Ausland weitergeführt werden müs-

standen, dass man dieses «Ypsilon Cavelty» in die Gesamt- sen. Was ich als nicht zweckmässig erachten würde, wäre

abklärungen miteinbezieht. die Pflicht einer jährlichen Berichterstattung. Man soll nur

Dann wird verlangt, internationale Gespräche aufzunehmen. berichten, wenn man etwas zu sagen hat. Aber Sie haben

Ich weiss nicht recht, was aufzunehmen wäre. Ich habe öfter angekündigt, dass Sie diesen dritten Punkt allenfalls fallen-

darüber orientiert, dass sie in vollem Gange sind. Ich weiss lassen würden.

nicht, ob Sie andere meinen als diejenigen, die ich mit den Darf ich nun abschliessend noch, losgelöst von den einzel-

Verkehrsministern der Nachbarländer und, im Rahmen der nen Voten, einige Bemerkungen anbringen? Vorgängig

CENT, in der europäischen Verkehrsministerkonferenz möchte ich Nationalrat Salvioni zu bedenken geben: Abge-

führe. So treffe ich mich am 1. Februar wieder mit den sehen von der Frage der vorgezogenen Linienwahl bestehen

Verkehrsministern von Italien, Oesterreich und der Bundes- in bezug auf das, was zu tun ist, keine Meinungsverschie-

republik in Zürich. Traktanden sind die Eisenbahn-Alpen- denheiten mehr. Eine ganz kleine würde immerhin noch

transversale, der Nord-Süd-Transitverkehr insgesamt und, bestehen, wenn man Ihren Text minutiös nähme. Das mache

was auch nicht unbedeutend ist, die Preispolitik der betref- ich aber nicht.

fenden Bahnen. In Ihrem Text steht auch, wir sollten Verhandlungen mit dem

Es wurde gesagt, wir seien nicht mehr wettbewerbsfähig. Ja, Ausland in bezug auf die Frage einer Finanzierung auf

wenn zum Beispiel die österreichischen Bahnen Tarifverbil- europäischer Ebene führen. Dazu möchte ich mit aller Klar-

16. Dezember 1985 2091 Postulat Weber-Arbon

heit sagen: eine Finanzierung einer neuen Eisenbahn-Alpen- Milliarden Franken geht, etwa wie für die Bahn 2000. Wir

transversale auf europäischer Ebene steht nicht zur Diskus- schaffen damit eine Langzeitbelastung für unseren Haus-

sion. Ueber diese Frage entscheiden wir allein, eingepasst in halt. Wenn eine solche Grossinfrastruktur nicht ausgelastet

eine europäische Verkehrspolitik; wir lassen uns unsere wird, sind die Kapitalkosten und die fixen Kosten von unse-

Autonomie nicht durch Investitionskostenbeiträge abkau- rem Land über die SBB oder über den Bundeshaushalt zu

fen. Diesen Standpunkt vertraten wir schon immer, und er tragen.

ist übrigens seit einem Jahr auch von Oesterreich übernom- Es wurde gesagt, man müsse über die Grenzen hinaus auf

men worden. Dort hatte man fürsolche Infrastrukturbeiträge Europa blicken. Wir haben eine Aufgabe auch aus europäi-

noch eine gewisse Bereitschaft gezeigt. Natürlich könnten scher Solidarität zu erfüllen. Ich bin absolut gleicher Mei-

wir das Geld brauchen, aber einige hundert Millionen Fran- nung. Wir können nicht nur das tun, was uns und unseren

ken Investitionsbeiträge des Auslandes lösen das Problem Interessen gut tut. Wir haben aber auch über die Grenzen

nicht. Wir brauchen eine verkehrspolitische Koordination von Generationen hinauszuschauen und müssen daran den-

zwischen den Nachbarländern, damit wir nicht nur die Linie ken, was durch solche Dispositionen späteren Generationen

so wählen, wie sie international zweckmässig erscheint, an Lasten erwächst.

sondern auch den Huckepack-Verkehr und alle modernen Ich habe gesagt: Verkehrspolitik kann nur als koordinierte

Möglichkeiten der Aufgabenteilung Schiene/Strasse weiter Gesamtpolitik verstanden werden. Der Bundesrat hat ein

vorantreiben können. Dafür brauchen wir eine koordinierte Gesamtpaket geschnürt. Wir haben Prioritäten gesetzt. Das

Verkehrspolitik in ganz Europa. Für die künftige Auslastung Paket ist Ihnen zu einem guten Teil bekannt, weil es bereits

dessen, was wir neu schaffen, ist das unendlich viel wichti- in Form von Botschaften seinen Niederschlag gefunden hat.

ger als einige hundert Millionen Franken. Ihre Zielsetzun- Wir wollen auf diesem Wege weiterfahren und eine kontinu-

gen, Herr Salvioni, betreffen das, was wir ohnehin tun. Ich ierliche, zeitgerechte, auch zukunftsgläubige Verkehrspoli-

frage mich, ob wir nicht aneinander vorbeidiskutieren, auch tik realisieren.

im Blick auf die Oeffentlichkeit. Ich meine, wenn auch Sie Eines aber wollen wir nicht: Wir wollen nicht zurückfallen in

den ersten Teil in Postulatsform einbringen würden, wie Sie die Zeit der Einzelläufe, wie sie weitherum in unserem

den zweiten Teil in Postulatsform umgewandelt haben, und Lande, gerade auch im Verkehrswesen, üblich waren. Da

Nationalrat Weber Litera c fallenlässt, wäre eine unité de hatte bald jeder sein Projekt zwischen Rhein und Genfersee,

doctrine zwischen Nationalrat und Bundesrat durchaus und als Ausweg aus dieser Situation liess man alle diese

möglich, eine unité de doctrine, die für eine Verkehrspolitik Projekte und Vorhaben gründlich abklären, um nichts

einiges bedeuten würde. entscheiden zu müssen. Dieser Nachholbedarf im Bereiche

Transitverkehr im Jahre 2000 wird verkehrspolitisch von des öffentlichen Verkehrs stammt daher, dass man lange

nationaler Bedeutung bleiben, weil wir einen Anschluss an Zeit nur geplant, abgeklärt und konzipiert, aber wenig reali-

das gesamteuropäische Verkehrsnetz sicherstellen können. siert hat. Und mit einem «hors-d'oeuvre riche et varié», in

Es wird von volkswirtschaftlicher Bedeutung sein, eine das alles und jedes eingebracht wird, lösen wir keine Pro-

starke transitpolitische Stellung der Schweiz zu vertreten, bleme. Im Parlament einen Wunschkatalog zu formulieren

weil dadurch die Standortgunst unseres Landes im indu- ist eines; ein anderes aber ist, diesen zu realisieren, denn

striellen, aber auch im touristischen Sektor gesteigert wer- das stösst an Fakten, an die politische und finanzielle Reali-

den kann. Es kann drittens, richtig disponiert und abgespro- sierbarkeit.

chen mit den Nachbarländern, auch betriebswirtschaftlich Der Bundesrat hat für unsere Verkehrspolitik eine Endsta-

interessant sein für die betreibenden Bahnunternehmun- tion festgelegt. Man könnte sie etwa so definieren: Ratio-

gen, insbesondere SBB und BLS, weil der Transitverkehr nelle Bewältigung sinnvollen Verkehrs unter Respektierung

Kostenträger sein kann. Heute haben wir eine Unterdek- der prioritären Anliegen von Umwelt, Landschaft, Land und

kung. Im Rahmen einer koordinierten Verkehrspolitik kann Menschen. Der Bundesrat hat aber auch schon die Teilstrek-

der Transitverkehr aber Kostenträger sein. ken, die Bahnhöfe, die Zwischenstationen festgelegt. Eine

Nicht zu unterschätzen ist die staatspolitische Bedeutung. solche Zwischenstation wird eine Eisenbahn-Alpentransver-

Unsere Transitstellung hatte nicht nur in der Vergangenheit sale sein. Nur eine gerade Fahrt wird zu dieser Station und

eine grosse politische Bedeutung, sondern wird mit dem schliesslich zu diesem Ziel führen.

Angebot ausreichender zeitgemässer Verkehrswege auch in

Zukunft europäisch einen politischen Wert in unseren inter- Salvioni: Nur zwei, drei Worte, um den Unterschied zwi-

nationalen Beziehungen darstellen. Eine solche Transitstel- schen meiner Motion und derStellungnahmedes Bundesra-

lung Schweiz hat nicht nur für uns Bedeutung, sondern tes aufzuzeigen.

auch international. Der zentrale Nord-Süd-Korridor durch Der Bundesrat hat im Jahre 1983 im Bericht nicht nur einen

die Schweiz ist für Westeuropa distanz- und kostenmässig Gesinnungswandel in bezug auf das Vorgehen, sondern

bei weitem die günstigste Variante. Eine Diversifikation auch in bezug auf die Dringlichkeit getroffen. Er hat nämlich

(Schiene/Strasse/Wasser) und auch geografisch (Oester- gesagt, dass diese Eisenbahn-Alpentransversale nicht mehr

reich, Schweiz und allenfalls Frankreich) liegt im Interesse dieselbe Dringlichkeit habe, wie er vorher dachte; deswegen

der betreffenden Nachbarländer. Ausreichende Kapazitäts- könne er sie verschieben. Meine Motion will die Stellung-

reserven sind auch eine Sicherheit für die Marktbedienung, nahme des Bundesrates der Entscheidung des Parlamentes

die wirtschaftlichen Märkte der umliegenden Länder über- unterstellen. Die Ueberprüfung dieses Problems ist dring-

haupt. Mit einem Ausbau unserer Transitachsen erbringen lich, der Bundesrat darf sie nicht weiter hinausschieben.

wir eine Dienstleistung im eigentlichen Sinne des Wortes, Deswegen bitte ich Sie, meine Motion als Motion zu unter-

eine Dienstleistung für uns, aber auch für andere. Hier stützen.

müssen nationale und internationale Interessen im Gleich-

gewicht stehen. Da gilt das Prinzip Geben und Nehmen. Bundesrat Schlumpf: Die Akustik im Saal ist schlecht, das

Leistung und Gegenleistung müssen einigermassen äquiva- weiss ich. Ich möchte unterstreichen, dass der Bundesrat

lent sein. nichts verschoben hat. Er hat nur gesagt: Wir wollen nicht

Herr Nationalrat Clivaz, es ist nicht die Frage, ob wir zu einen vorgezogenen Linienwahl-Entscheid. Das ist keine

einem Eisenbahn-Liechtenstein Europas werden. Die Frage Verschiebung, denn wir wollen auch einen Linienwahl-

ist: Was bringt die Eisenbahn-Alpentransversale nicht nur Entscheid, aber später, nicht losgelöst, bringen!

uns, sondern insgesamt? Für eine neue Eisenbahn-Alpen-

transversale ist zu bedenken, dass es ein ausserordentliches Präsident: Herr Salvioni beantragt, seine Motion aufzuteilen

Bauwerk sein wird, ein Bauwerk von epochaler Bedeutung, und den ersten Teil, die Abklärungen betreffend Planung,

einer Bedeutung für Generationen. Wir haben allerhand als Motion und den zweiten Teil, die Abklärungen betreffend

einzubringen: Landreserven, Landschaft; Umweltbelastun- den Bau, als Postulat zu überweisen. Eine solche Aufteilung

gen müssen in Kauf genommen werden; ein grosser Finanz- ist gemäss Geschäftsreglement möglich. Der Bundesrat

aufwand. Wir wissen, dass es um Summen zwischen 5 und 8 beantragt, das Ganze als Postulat zu überweisen.

Interpellation Ruffy 2092 N 16 décembre 1985

Abstimmung - Vote Vous mettez en avant la diminution des tarifs. Certes, les

prix ont baissé, mais les prestations aussi, sans parler des

Für den Antrag Salvioni prestations accessoires telles que la restauration, qui ont

(Teil l als Motion überweisen) 107 Stimmen cessé d'être attractives à tel point que même Laurent Fabius

Für den Antrag des Bundesrates s'en est alerté.

(Ueberweisung als Postulat) 32 Stimmen Vous mettez en avant l'augmentation du nombre des nou-

velles relations diurnes entre Paris et Milan. Je puis vous

Präsident: Den zweiten Teil der Motion ist sowohl der dire qu'en raison de la rupture de charge à Lausanne cette

Motionär als auch der Bundesrat bereit, als Postulat zu amélioration n'est malheureusement qu'apparente. En effet,

überweisen. Ein anderer Antrag ist nicht gestellt. les trains qui arrivent de Milan en gare de Lausanne ont

constamment du retard, si bien que leurs passagers pour

Ueberwiesen - Transmis Paris ne peuvent avoir la correspondance prévue et doivent

prendre le TGV suivant, avec tous les inconvénients que

85.518 représentent ces deux heures d'attente. La rupture de

Postulat Weber-Arbon charge à Lausanne, avec ses fréquentes ruptures de corres-

pondance, est gravement préjudiciable au maintien de la

Präsident: Herr Weber-Arbon ist einverstanden,- auf den ligne du Simplon. Un voyageur qui en vit une fois les

Buchstaben c zu verzichten. In diesem Falle ist der Bundes- inconvénients tentera de prendre un autre cheminement ou

rat bereit, das Postulat entgegenzunehmen. un autre mode de transport.

Enfin, vous faites croire que la construction de composi-

Ueberwiesen - Transmis tions quadricourants serait une chose difficile à réaliser.

Mais, à vous entendre, nous sommes en pleine régression

technique, car nous ne serions en fait plus capables de

réaliser ce que'nous avons déjà réussi à faire il y a vingt ans

dans le cadre des lignes TEE. Vous savez très bien qu'un

84.925

#ST#

achat à l'étranger ou qu'une construction sous licence serait

Interpellation Ruffy tout à fait possible. On peut lire dans la Nouvelle Gazette de

Direkte TGV-Verbindung Paris-Mailand Zurich, du 25 mars 1985, que les constructeurs suisses tels

que la Flug- und Fahrzeugwerke AG, la Schweizerische

Liaison directe Paris-Milan par le TGV Industriegesellschaft, la Schindler Waggon Pratteln AG,

sont prêts à construire une telle composition.

Siehe Seite 760 hiervor - Voir page 760 ci-devant Pourquoi donc ne pas recourir à cette solution de la cons-

truction sous licence ? N'y a-t-il pas là un exemple remar-

quable d'investissements qui pourraient se faire dans le

cadre d'un programme de relance ? Nous pourrions amélio-

rer le confort des voitures qui ne sont pas prévues pour des

Diskussion - Discussion trajets de six à sept heures et, de plus, dans le cadre de

prestations accessoires attractives, on pourrait redonner

M. Ruffy: L'objet concernant le Gothard et la nouvelle trans- aux wagons-restaurants leur rôle divertissant et, pourquoi

versale avait trait à une réalisation à faire, le Simplon est une pas, leur réputation gastronomique.

réalisation qui se défait. Vous réfugier derrière les arguments tels que l'autonomie

Le rapport de la Commission romande pour la ligne du des CFF, comme vous venez de le faire, pour justifier des

Simplon portant sur l'exercice 1979 concluait de la manière options de haute portée politique, non seulement nous

suivante: «Paris-Milan, ce sont 821 kilomètres par Vallorbe inquiète mais nous paraît insoutenable sur le plan politique.

et le Simplon, 791 kilomètres lorsque, par la ligne nouvelle, Quant à nous, nous n'accepterons en aucun cas, au nom de

le TGV arrivera à Lausanne. Par le Saint-Gothard, il faut l'autonomie des CFF, l'abandon du Simplon comme axe

compter 898 bornes kilométriques entre la capitale française international prioritaire, comme axe économique vital pour

et la métropole lombarde, et 954 par la ligne du Mont-Cenis. la Suisse romande, comme voie d'accès permanente à nos

Le Simplon offre le meilleur profil en long. C'est aussi par sources culturelles. Le fait qu'on l'ait ignoré comme voie de

cette ligne que les Alpes sont traversées à la plus faible transit pour les trains de marchandises en page 41 du Maga-

altitude, bien qu'il faille franchir le seuil jurassien. La carte zine des CFF, consacré au Rail 2000, n'est pas pour nous

du Simplon est donc assez facile à jouer en trafic voyageurs. rassurer.

Certaines lacunes doivent toutefois être comblées et des Monsieur le Conseiller fédéral, le fait que votre réponse du

efforts doivent être entrepris pour augmenter la vitesse 27 février 1985 à mon intervention du mois de décembre

commerciale, surtout sur le parcours italien, où elle se 1984 n'est que la traduction résumée de votre lettre du

dégrade actuellement, améliorer les correspondances à 28 août 1984 adressée à M. Schmidhalter me laisse scepti-

Milan, accroître le confort des trains en particulier en offrant que quant à votre volonté de faire avancer les choses avec

des possibilités de restauration.» Ce texte était signé par un nos partenaires, alors même qu'il s'agirait de faire vite et de

certain Jean-Pascal Delamuraz. décider concrètement.

Aujourd'hui, il faut bien le constater, les mesures adéquates Le scrutin concernant le rachat des lignes privées comme

préconisées n'ont pas été prises. Le trafic diurne sur la ligne celle du Jura-Simplon souleva au siècle passé des débats

du Simplon a baissé en 1984 de 25 pour cent, alors que la acharnés. Ceux qui ont alors misé sur la Confédération

ligne concurrente Milan-Turin-Modane-Paris a connu une étaient convaincus de la mission non seulement nationale,

augmentation de 30 pour cent. mais aussi internationale des chemins de fer. Pour ne pas le

Les menaces continuent à planer sur l'avenir de l'axe du leur faire regretter aujourd'hui, Monsieur le Conseiller fédé-

Simplon dans la mesure où l'on se refuse à s'attaquer aux ral, il vous incombe d'assurer le maintien de cette mission et

caractéristiques les plus défavorables de la ligne actuelle. il vous appartient de renouer au plus vite le dialogue avec

Les arguments techniques derrière lesquels vous vous abri- nos partenaires étrangers, de relancer les négociations pour

tez dans votre réponse, Monsieur le Conseiller fédéral, résis- empêcher la détérioration de la vocation de cet axe détermi-

tent mal à un examen détaillé, et n'apportent pas les assu- nant parmi nos voies de communication. Mais, peut-être,

rances qu'une politique dynamique et offensive des trans- est-ce déjà fait et que les entretiens qui ont eu lieu hier entre

ports ferroviaires devrait offrir. M. Cossiga, président de la République italienne, et M.

Vous mettez en avant les gains de temps. Or, on a remarqué Furgler, président de la Confédération, ont permis d'aborder

que l'amélioration est relativement minime, trente minutes ce sujet!

au maximum lorsqu'il n'y a pas de retard. La réponse du Conseil fédéral, de caractère politique, doit

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Postulat Weber-Arbon Neue Eisenbahn-Alpentransversalen. Weiteres Vorgehen

Postulat Weber-Arbon Transversales ferroviaires à travers les Alpes

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1985

Année

Anno

Band V

Volume

Volume

Session Wintersession

Session Session d'hiver

Sessione Sessione invernale

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 09

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 85.518

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 16.12.1985 - 14:30

Date

Data

Seite 2082-2092

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Ref. No 20 013 937

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