Postulates on AIDS Prevention and Army Transport Reorganization
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThis document contains two postulates from 1985. The first, Postulat Günter, addresses the fight against AIDS, proposing mandatory blood testing for all blood transfusions, free AIDS testing for the public, a dedicated budget for AIDS prevention, a list of potential epidemic control measures, and a registry of AIDS cases. The second, Postulat Müller-Bachs, calls for the reorganization of the army's transport troops, focusing on improving horse training and care, expanding and maintaining pack trails, and increasing the number of suitable horses for military service.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 66 al. 1 LTF; Postulates on AIDS Prevention and Army Transport Reorganization: The first, Postulat Günter, addresses the fight against AIDS, proposing mandatory blood testing for all blood transfusions, free AIDS testing for the public, a dedicated budget for AIDS prevention, a list of potential epidemic control measures, and a registry of AIDS cases. The second, Postulat Müller-Bachs, calls for the reorganization of the army's transport troops, focusing on improving horse training and care, expanding and maintaining pack trails, and increasing the number of suitable horses for military service.
Schlagwörter
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited for the imposition of court costs.
Volltext
Postulat Günter 1826 4 octobre 1985
Mitunterzeichner - Cosignataires: Allenspach, Basler, dat der Schweizerischen Krankenkassen forderte in einer
Bonny, Bremi, Bürer-Walenstadt, Darbellay, Eggli-Winter- öffentlichen Verlautbarung unter anderem eine breite Infor-
thur, Eisenring, Hess, Hösli, Humbel, Iten, Keller, Mauch, mation und Aufklärung über die gesundheitsschädigenden
Meyer-Bern, Müller-Bachs, Müller-Meilen, Neuenschwan- Auswirkungen und die kostentreibenden Folgen von
der, Neukomm, Risi-Schwyz, Sager, Schnider-Luzern, Seg- unzweckmässigem und übermässigem Medikamentenkon-
müller, Spalti, Wick, Zehnder, Ziegler (27) sum. Der Schweizerische Apothekerverein sprach sich für
vermehrte Patientenberatung, Zurückhaltung in der Wer-
Schriftliche Begründung - Développement par écrit bung und praxisbezogene Aus- und Fortbildung aus und
befürwortete im Interesse der Volksgesundheit eine strikte
Es ist unbestritten, dass die Selbstbehandlung mit Arznei- Beschränkung der Medikamentenabgabe ausserhalb von
mitteln (sogenannte Selbstmedikation) einen wichtigen Apotheken auf Mittel und Anwendungsgebiete, bei denen
gesundheitspolitischen und-ökonomischen Faktor darstellt. erwiesenermassen kein Risikopotential besteht.
Die Selbstmedikation ist Ausdruck für eine gewisse Eigen- Das Ziel des nationalen Forschungsprogrammes Nummer 8
verantwortung des Patienten. Zudem hilft sie mit, das bestand darin, wissenschaftlich fundierte Entscheidungs-
System der ärztlichen Versorgung von BagatelItalien zu grundlagen für strukturelle und wirtschaftliche Verbesse-
entlasten, wodurch den Krankenkassen namhafte Honorar- rungen im Gesundheitswesen zu liefern. Das in seinem
und Medikamentenkosten erspart werden können. Rahmen durchgeführte Projekt Selbstmedikation hat dazu
Andererseits muss festgestellt werden, dass die Schweizer eine ganze Fülle von Erkenntnissen gebracht, wie die
Bevölkerung im internationalen Vergleich schon heute Sicherheit und die Wirtschaftlichkeit der Arzneimittelversor-
einen sehr hohen Medikamentenkonsum aufweist. Vor gung optimiert werden könnten. Es gilt nun, entsprechende
allem aber haben verschiedene in unserem Land durchge- Massnahmen zu prüfen und möglichst rasch in politisches
führte Forschungsarbeiten bestätigt, dass der Umgang der Handeln umzusetzen. Der Bund ist hier als Schirmherr der
Bevölkerung mit Arzneimitteln vielfältige Risiken in sich Nationalen Forschungsprogramme in erster Linie dazu auf-
birgt. So kommen die Autoren einer im Rahmen des Natio- gerufen, die Initiative zu ergreifen.
nalen Forschungsprogrammes Nummer 8 «Wirtschaftlich-
Schriftliche Erklärung des Bundesrates
keit und Wirksamkeit im schweizerischen Gesundheitswe-
vom 11. September 1985
sen» unter der Leitung des Instituts für Sozial- und Präven-
tivmedizin der Universität Zürich durchgeführten Repräsen- Déclaration écrite du Conseil fédéral
tativstudie zum Schluss, dass die unkritische oder gar miss- du 11 septembre 1985
bräuchliche Verwendung von Medikamenten als zentraler Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
gesundheitspolitischer Problemkreis betrachtet werden Überwiesen - Transmis
muss. Den erst kürzlich publizierten Forschungsresultaten
dieser Selbstmedikations-Studie ist zu entnehmen, dass
jeder erwachsene Deutschschweizer innerhalb von zwei
Wochen durchschnittlich 1,4 Heilmittel einnimmt. Fast jeder
zehnte wendet dabei ein Medikament an, das für die
Behandlung seines Leidens nicht angemessen ist. Rund 5
Prozent aller Heilmittel werden von Patienten eingenom- #ST# 85.494
men, welche die betreffenden Präparate gar nicht anwenden
dürften, weil bei ihnen eine sogenannte Kontraindikation Postulat Günter
(z. B. Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Schwangerschaft Bekämpfung von AIDS
usw.) vorliegt. Mit der Möglichkeit von Wechselwirkungen Lutte contre le SIDA
zwischen Arzneimitteln ist der Studie zufolge gar bei einem
Fünftel aller Medikamente zu rechnen, wobei relativ häufig
auch rezeptfrei erhältliche Präparate beteiligt sind. Dies
birgt um so grössere Gefahren in sich, als beinahe jeder
dritte Patient neben der ärztlich verordneten Therapie auch
noch Selbstmedikation betreibt, was dem behandelnden Wortlaut des Postulates vom W.Juni 1985
Arzt in den meisten Fällen verborgen bleiben dürfte. Ein Der Bundesrat wird ersucht, von seinen Kompetenzen
weiteres Risiko liegt in der selbständigen, unkontrollierten Gebrauch zu machen und folgende Massnahmen zu ver-
Weiterverwendung von Medikamenten, die der Arzt dem fügen:
Patienten zu einem früheren Zeitpunkt verordnet hat, was 1. Obligatorium des AIDS-Bluttestes für alle Blutkonserven
bei über 30 Prozent dieser Arzneimittel der Fall ist. Was vor der Verabreichung an den Empfänger.
schliesslich den eigentlichen Arzneimittelmissbrauch 2. Die Kantone anzuhalten, bei allen Personen, welche dies
betrifft, ist gemäss der Erhebung bei vorsichtiger Schätzung wünschen, den AIDS-Test (Anti-HTLV-lll/LAV-Test) gratis
mit einer Zahl von etwa 100 000 Personen zu rechnen, die anzubieten, bzw. dort, wo das nicht möglich ist, vom Bund
Heilmittel missbräuchlich anwenden. Aufgrund dieser aus Labors zu bezeichnen, in welchen die Bevölkerung den
besorgniserregenden Befunde schlagen die Autoren der Test gratis durchführen lassen kann, wenn die Kantone
Selbstmedikations-Studie eine ganze Reihe von Interventio- nicht selbst handeln.
nen zur Hebung der Arzneimittelsicherheit vor, darunter 3. Ausscheiden eines gesonderten Budgetpostens für 1986
vermehrte Information und Aufklärung der Bevölkerung, zur Bekämpfung dieser Krankheit.
Anpassung der Ausbildung der Medizinalpersonen hinsicht-
lich der Problemsituationen in der Selbstmedikation, restrik- 4. Eine Liste der möglichen seuchenpolizeilichen Massnah-
tive Verschreibungs- bzw. Abgabepraxis von Ärzten und men zu erstellen für den Fall, dass sich die Seuchenlage
Apothekern, Zurückhaltung in der Heilmittelwerbung und weiter bedrohlich verschlechtert.
kompetenzbezogene Verkaufsrestriktionen. 5. Ein Register der AIDS-positiven und klinisch erkrankten
Verschiedene Institutionen sahen sich in den vergangenen Personen zu führen beim Bundesamt für Gesundheits-
Wochen durch die Publikation dieser Forschungsresultate wesen.
zu öffentlichen Stellungnahmen veranlasst. Die Arzneimit-
Texte du postulat du 19 juin 1985
telkommission der Schweizer Apotheker unter dem Vorsitz
von Prof. P. Speiser (Zürich) hat sich als Gremium unabhän- Le Conseil fédéral est prié de faire usage de ses compé-
giger Wissenschafter aus Medizin und Pharmazie dafür aus- tences pour ordonner les mesures suivantes:
gesprochen, dass auf allen verantwortlichen Stufen intensiv 1. Rendre obligatoire le test SIDA pour toutes les conserves
nach Mitteln und Wegen zur Verbesserung der Sicherheit de sang, avant que celles-ci ne soient données au destina-
bei der Arzneimittelanwendung gesucht wird. Das Konkor- taire.
4. Oktober 1985 1827 Postulat Günter
2. Inviter les cantons à proposer à toutes les personnes qui kartei, beschwichtigen lassen. Gerade im Hinblick auf eine
le désirent de se soumettre gratuitement au test SIDA (Anti- hoffentlich bald mögliche Impfung oder kausale Behand-
HTLV-lll/LAV-Test); là où cela n'est pas possible, la Confédé- lung, aber auch zur Kontrolle der allgemeinen Seuchenlage
ration désignera des laboratoires où la population pourra se und zur Eindämmung von ungewollter Weiterverbreitung ist
soumettre gratuitement au test, si les cantons n'agissent pas eine genaue Kenntnis der Fälle von AIDS für die Behörden
de leur propre chef. bald einmal eine absolute Notwendigkeit, um sinngemäss
3. Prévoir au budget 1986 un poste séparé pour la lutte handeln zu können.
contre cette maladie.
4. Etablir une liste des mesures de police possibles pour Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
lutter contre les maladies contagieuses, pour le cas où cette vom 28. August 1985
maladie continuerait à se propager dangereusement. Rapport écrit du Conseil fédéral du 28 août 1985
5. Tenir à l'Office fédéral de la santé publique un registre 1. Das Schweizerische Rote Kreuz wird für die ihm ange-
des personnes dont l'examen SIDA a été positif et qui sont schlossenen Blutspendedienste auf I.November 1985 ein
cliniquement malades. Obligatorium für das HTLV-lll/LAV-Screening einführen. Der
Bundesrat prüft ein allgemeingültiges Obligatorium.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Eppenberger-Nesslau, 2. Es ist heute möglich, auf individual-medizinische
Grendelmeier, Jaeger, Maeder-Appenzell, Müller-Bachs, Entscheidung hin einen HTLV-lll/LAV-Test durchführen zu
Weber Monika, Wick, Zwygart (8) lassen. Eine solche Untersuchung wird auf Anordnung des
Arztes gemacht. Für Personen, die befürchten, mit dem
Virus in Kontakt gekommen zu sein, besteht die Möglichkeit,
Schriftliche Begründung - Développement par écrit gegen einen Unkostenbeitrag von 30 Franken bei den medi-
Zu 1. Auch wenn zurzeit die Infektion via Bluttransfusion zinischen Beratungsstellen einen solchen Test durchführen
noch einen kleinen Prozentsatz darstellt, ist das Obligato- zu lassen.
rium dennoch unumgänglich, weil es nicht tragbar ist, dass 3. Das Bundesamt für Gesundheitswesen hat im ordentli-
eine Krankheit mit ausserordentlich schwerer Prognose auf chen Budget für 1986 bereits einen speziellen Kredit zur
Patienten übertragen wird, wenn sich dies mit vertretbarem Bekämpfung der AIDS-Krankheit eingesetzt in der Überzeu-
Aufwand verhindern lässt. gung, dass finanzielle Mittel schon heute zur Verfügung
Zu 2. Falls die Forderung von Punkt 1 erfüllt wird, muss der gestellt werden müssen und nicht erst dann, wenn sich die
Test für alle «die es wissen wollen» ohne Barrieren leicht Situation verschlimmert hat.
und auch ohne Kosten verfügbar sein. Anderenfalls würden 4. Die wichtigsten Übertragungswege des Virus sind
gerade Leute, die von sich selbst (eventuell mit Grund) bekannt, und Bekämpfungsmassnahmen sind vor allem da
befürchten, angesteckt zu sein, gezwungen, sich zum Blut- gezielt einzusetzen. Die Übertragung durch sexuelle Kon-
spenden zu melden, um das Resultat rasch, kompetent und takte ist vermutlich die wichtigste Übertragungsart. Das
gratis zu erfahren. Da zwischen Ansteckung und Beginn der Bundesamt für Gesundheitswesen und die eidgenössische
positiven Reaktion des Testes ein Zeitraum von noch nicht Fachkommission für AIDS-Fragen erarbeiten in Zusammen-
genau bekannter Länge liegt, darf dies im Interesse der arbeit mit der Organisation AIDS-Hilfe Schweiz einen Mass-
Blutempfänger auf keinen Fall geschehen. Die logische nahmenkatalog, welcher auch diese Aspekte gebührend
Lösung besteht daher darin, allen Bevölkerungskreisen den berücksichtigt.
Test anzubieten.
5. Ein Namenregister von AIDS-Kranken und seropositiven
Zu 3. Die Schweiz mit ihrer weit fortgeschrittenen und hoch- Personen ist kontraproduktiv. Erstens steht zurzeit keine
entwickelten Wissenschaft und pharmazeutischen Industrie Behandlungsmethode zur Verfügung, die ein behördliches
muss sich unbedingt mit vermehrten Mitteln am koordinier- personenbezogenes Eingreifen rechtfertigen würde. Zwei-
ten internationalen Kampf gegen die unheimliche neue tens würde eine obligatorische Registrierung jegliche
Krankheit beteiligen. Der Bund muss daher erheblich grös- Bekämpfung der Krankheit mit epidemiologischen Metho-
sere finanzielle Mittel als bisher in diesem Bereich bereitstel- den verunmöglichen, die Personen der Risikogruppen
len und ausgeben. Im Vordergrund steht sicher die Suche zwangsläufig in die Anonymität drängen und jegliche Ko-
nach einem wirksamen Virostatikum zur direkten Hilfe an operation mit ihnen verhindern.
bereits erkrankte und angesteckte Personen sowie die
Entwicklung einer Schutzimpfung.
Zu 4. Fast alle denkbaren seuchenpolizeilichen Massnah- Schriftliche Erklärung des Bundesrates
men haben schwerwiegende Konsequenzen im persönli- Déclaration écrite du Conseil fédéral
chen und sozialen Bereich der Betroffenen, sind zum Teil Der Bundesrat ist bereit, Ziffer 1 bis 4 des Postulates anzu-
direkt ungerecht, weil mit ihnen das Recht des Individuums nehmen; er beantragt jedoch, Ziffer 5 abzulehnen.
zum Schütze der Gesellschaft überaus stark eingeengt wer-
den kann. Es ist daher wichtig, dass die politische Seite
dieser Massnahmen jetzt rasch diskutiert wird, wo noch eine Günter: Mein Postulat besteht aus fünf Punkten. Vier davon
Diskussion ohne allzu grossen Druck der Ereignisse erfol- nimmt der Bundesrat an. Es geht bei diesen akzeptierten
gen kann. Angesichts der logarithmischen Zunahme der Vorschlägen erstens um die Testung aller Blutkonserven auf
Erkrankungsfälle könnte der Druck bald dermassen zuneh- AIDS. Zweitens geht es darum, den Test kostengünstig bei
men, dass eine sachliche Diskussion nur noch schwer mög- Leuten durchzuführen, die sich ihm freiwillig unterziehen.
lich ist. Drittens die Schaffung eines speziellen Budgetpostens zur
Zu 5. Über kurz oder lang muss eine genaue Kontrolle des Bekämpfung dieser Krankheit und viertens die politischen
Verlaufs aller Fälle und ihres Umfeldes gesamtschweize- Massnahmen, die zur Prophylaxe nötig sind, aufzulisten. Der
risch gemeinsam geführt werden. Diese Liste darf keines- Bundesrat hat den fünften Vorschlag, nämlich die Registrie-
falls zu einem Spezialregister für einzelne gesellschaftliche rung der erkrankten bzw. testpositiven Patienten, nicht
Minderheiten werden. Es ist daher wichtig, dass sie nur entgegengenommen. Ich ziehe diesen Punkt aus zwei
unter dem Aspekt AIDS geführt wird und nur hierzu zur Gründen zurück: Er ist zwar medizinisch richtig, aber im
Verfügung steht. Es muss absolute Gewähr bestehen, dass Moment politisch nicht durchsetzbar, weil die betroffenen
sie nicht anderweitig und nach speziellen Gruppen aufge- Randgruppen ein Register als Diskriminierung empfinden
schlüsselt verwendet wird. Nachdem die Krankheit zuneh- würden und daher bekämpfen. Der Effekt wäre als Folge
mend wahllos Menschen aller Gesellschaftsschichten und davon leider gegenteilig zum gewünschten. Der zweite
beiderlei Geschlechts befällt, sollte sich die Angst, es Grund ist: Unser Ratskollege Meyer-Bern, Gesundheitsdi-
entwickle sich daraus ein Schwulenregister oder eine Fixer- rektor des Kantons Bern, hat soeben einen Vorstoss einge-
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Postulat Müller-Bachs 1828 N 4 octobre 1985
geben, indem diese Registrierung nochmals vorgeschlagen der Halteprämie gehalten werden. Die Ausbildung und das
wird. Wir können daher die Diskussion über die Registrie- Training aller von der Pferdestellung erfassten Trainpferde
rung anlässlich der Behandlung seines Vorstosses führen. wären eine vordringliche Aufgabe der Traintruppen in den
Wiederholungskursen. Das könnte verwirklicht werden,
Überwiesen gemäss Antrag des Bundesrates indem jeder Trainsoldat zwei Pferde betreut, ein dienstge-
Transmis selon la proposition du Conseil fédéral wohntes Lieferanten- oder Trainbundespferd und einen
«Trainneuling». Jedes Pferd, für das eine Halteprämie
bezahlt wird, müsste unentgeltlich für einen Wiederholungs-
kurs zur Verfügung gestellt werden. Dabei könnten einer-
seits die tauglichen Pferde an den Traindienst gewöhnt und
#ST# 85.375 die untauglichen ausgemustert werden.
Postulat Müller-Bachs Alle von der Pferdestellung erfassten Trainpferde müssten
den Trainkolonnen fest zugeteilt werden. Sie müssten regel-
Trainwesen. Reorganisation mässig bei ihrem Halter durch den Kolonnenkommandan-
Troupes de train. Réorganisation ten, seine Stellvertreter oder die Truppenpferdärzte inspi-
ziert werden. Auch dabei würde man unangenehme Überra-
schungen erleben. Ich habe schon Ställe voll Lieferanten-
pferde gesehen, die seit Wochen nicht mehr ins Freie
gebracht worden waren.
Wortlaut des Postulates vom 13. März 1985 Jedes diensttaugliche Pferd müsste, wie früher die «Eidge-
Der Bundesrat wird ersucht, das Trainwesen unserer Armee nossen», ein Dienstbüchlein, d. h. ein Pferdebüchlein, erhal-
auf seine Tauglichkeit überprüfen zu lassen und nötigenfalls ten, das neben den bisherigen Verbaleintragungen Auskunft
Korrekturmassnahmen zu treffen. gibt über seine Eignung in den Wiederholungskursen, über
seinen Einsatz beim Halter und das Ergebnis der Inspek-
Texte du postulat du 13 mars 1985 tionen.
Le Conseil fédéral est invité à faire contrôler l'efficacité des 2. Ausbau und Pflege der Saumwege: Bei der heutigen
troupes du train de notre armée et à prendre au besoin des Organisation des Trainwesens ändert das Einsatzgebiet der
mesures correctrices. Traineinheiten von Jahr zu Jahr. Selten kann das WK-Pro-
Mitunterzeichner- Cosignataires: Bäumlin, Brélaz, Bundi, gramm den Anforderungen an die Ausbildung und einem
sinnvollen Einsatz des Trains gerecht werden. Die Trainkom-
Cincera, Dünki, Eisenring, Frei-Romanshorn, Longet, Morf,
mandanten suchen Beschäftigung für ihre Truppe bei
Oester, Rebeaud, Renschler, Robert, Spalti, Wanner, Wel-
lauer, Zwingli (17) Gemeindebehörden und Alpkorporationen, was sicher zu
begrüssen wäre, wenn derweil eine vordringliche Aufgabe,
Schriftliche Begründung - Développement par écrit nämlich der Ausbau und die Pflege des Saumwegnetzes
Unter dem Aspekt der Landesverteidigung ist unser Gelände unter taktischen Gesichtspunkten, nicht vernachlässigt
charakterisiert durch motorfahrzeuggängige Achsen (Mittel- würde. Bis zum Überdruss werden Biwaks gebaut oder
land, Alpentäler) und bergiges oder hügeliges Umgelände. infanteristische Übungen mitgemacht, wobei die Pferde ste-
Die Ausnützung dieser Gegebenheiten, wie zum Beispiel hen und stehen. Während der Manöver, die meist und ver-
Umgehung und Angriff in die Flanke einer eingedrungenen nünftigerweise den Ansprüchen der motortransportierten
Armee sowie Störung ihrer rückwärtigen Verbindung, und mechanisierten Truppen angepasst sind, werden die
gehört zu den wesentlichen Elementen unserer militäri- Pferde bald irgendwo versteckt, bald über zu grosse Strek-
schen Landesverteidigung. Strassen sind verletztlich oder ken verschoben oder verladen, ohne einem Einsatz zuge-
im bergigen Gelände für Umgehungen gar nicht vorhanden, führt zu werden. Meist bedeutet der Train eine Hypothek für
so dass einem von Motor, Treibstoff, Witterung und Strasse den Truppenkommandanten. Für den Train selbst geht
unabhängigen Transportsystem, wie es mit der Traintruppe dabei wertvolle Zeit und auch die Motivation verloren. Der
gegeben ist, besondere Bedeutung zukommt. Seine Funk- Train müsste territorial eingeteilt und eingesetzt werden.
tionstüchtigkeit muss in Friedenszeiten durch eine Reihe Trainkader und -Soldaten müssten ihr umschriebenes Ein-
von Massnahmen sichergestellt werden. satzgebiet genauestens kennen und für ihre speziellen Auf-
gaben einrichten: Ausbau und Pflege des Saumwegnetzes,
1. Training der Pferde: Der Soll-Bestand an Trainpferden Bau von permanenten, unauffälligen und im Hinblick auf
beträgt 6220 (Kontrollbestand 7153). Durch die Pferdestel- den Einsatz günstig gelegenen Stallungen. Das WK-Pro-
lung (Vorbereitung für die Requirierung) sind 8833 Pferde gramm müsste so angelegt werden, dass den Kampftrup-
erfasst. Auf vier Pferde des Kontrollbestandes kommt somit pen, die Pferde benötigen, ad hoc im jeweiligen Territorial-
bloss ein Ersatzpferd. Damit wird die Bedeutung jedes ein- bereich diensttuende Trainzüge oder -kolonnen unterstellt
zelnen Trainpferdes für die Aufrechterhaltung der Trans- werden können.
portkapazität offensichtlich. In Schulen und Kursen werden
nur Pferde von kommerziellen Pferdelieferanten (554 3. Verbesserung des Bestandes an traindiensttauglichen
Pferde), Trainbundespferde (im Besitz von Trainsoldaten Pferden: Mit dem fast vollständigen Verschwinden der
223 Pferde) und noch etwa 140 der übrigen diensttauglichen Arbeitspferde in der Landwirtschaft ging auch die Basis für
Pferde eingesetzt. Die anderen 7700, also sieben von acht die Requirierung von Trainpferden verloren. In jüngster Zeit
Pferden, leisten nie Militärdienst. bricht eindrücklich die Erkenntnis durch, dass der Trend zu
Unsere Trainsoldaten und -kader wären erstaunt, wenn sie immer schwereren Maschinen und möglichst rationellen
im Falle einer Mobilmachung anstelle der militärdienstge- Monokulturen verhängnisvoll ist. Nicht bloss aus militäri-
wohnten Lieferantenpferde und «Bünde» eine Schar dieser schem, sondern vor allem auch aus ökonomischem und
Freizeitpferde vor sich sehen würden, die wir mit der Pferde- ökologischem Interesse müssen wir das Pferd wieder in der
stellung erfassen müssen, um 'wenigstens den heutigen Landwirtschaft einführen. Es gibt einen grossen Katalog von
Soll-Bestand und ein Minimum an Ersatzpferden zusam- Arbeiten und Transporten in der Land-, Alp- und Forstwirt-
menzubringen. Unter den Haflingern sind zwei Kategorien schaft, die vorteilhafterweise mit Pferden durchgeführt wer-
als Dienstpferde besonders fragwürdig: sehr fette, tonnen- den. Aus der Sicht der Trainpferdebeschaffung bzw. im
förmige, mit Senkrücken, Hängebauch und ohne Widerrist, Interesse der Landesverteidigung wäre es angezeigt, die
dann der moderne, leichte, feine Reittyp, den man sich nicht Halteprämien für diensttaugliche landwirtschaftliche
mit einem Bastsattel und zwei Kochkisten beladen vorstellen Arbeitspferde und für professionell eingesetzte Saumpferde
kann. Manche können einzeln gar nicht vorgetrabt werden, zu verdoppeln. Ausserdem sollte den Landwirten die
weil sie an ihrem Stallgenossen kleben. Auch unter den Beschaffung militärdiensttauglicher Pferde erleichtert
Freibergern gibt es viele, die nur aus Nostalgie und wegen werden.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Günter Bekämpfung von AIDS
Postulat Günter Lutte contre le SIDA
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1985
Année
Anno
Band IV
Volume
Volume
Session Herbstsession
Session Session d'automne
Sessione Sessione autunnale
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 18
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 85.494
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 04.10.1985 - 08:00
Date
Data
Seite 1826-1828
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