Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 85-473 KI-generiert

Medication Safety and Efficacy Improvement

Geschäftsnummer VPB 85-473
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Council was asked to examine ways to improve the safety and efficiency of medication use by the public. This includes enhancing medical professional training, implementing necessary measures for medication safety, particularly regarding public advertising and dispensing regulations, and drawing on findings from National Research Program No. 8 concerning self-medication. Research indicates that the public uses a high volume of medications, with a significant portion being used inappropriately or by individuals for whom they are contraindicated, and with a considerable risk of drug interactions. The Council agreed to take on this postulat.

Legislator-Regeste

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Art. 108 Abs. 1 BGG; Medication Safety and Efficacy Improvement: This includes enhancing medical professional training, implementing necessary measures for medication safety, particularly regarding public advertising and dispensing regulations, and drawing on findings from National Research Program No. 8 concerning self-medication. Research indicates that the public uses a high volume of medications, with a significant portion being used inappropriately or by individuals for whom they are contraindicated, and with a considerable risk of drug interactions. The Council agreed to take on this postulat.

Schlagwörter

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Sicherheitsbedenken medizinische Feststellungen Durchführungsverordnungen Verjährung öffentliche Sicherheit Wirtschaftlichkeit von Arzneimitteln

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 108 Abs. 1 BGG

The appeal is dismissed due to the applicant's failure to provide an appeal brief within the set deadline.

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Volltext

4. Oktober 1985 N 1825 Postulat Landolt

verfolgen und dadurch Doppelspurigkeiten zu vermeiden. von Forschung und Praxis profitieren konnten. Der praxis-

So wurde in den USA - vor allem als Folge des Love-Canal- orientierten Forschung kommt die Rolle des Initiators, des

Skandals-die Dringlichkeit einer «nationalen Dioxin-Strate- Begleiters und Auswerters zu.

gie» erkannt und eine «Dioxin Management Task Force» ins 3. Praxisorientierte, interdisziplinäre Forschung, die gesell-

Leben gerufen, die nun national vorgeht und nach genau schaftliche und Naturprozesse zugleich untersucht, fehlt

festgelegter Prioritätenliste erste dringende Sanierungs- heute weitgehend. Sie findet gerade im Bereich der Wald-

massnahmen und Kontrollfunktionen angeht. schadenforschung nicht statt (z. B. NFP, 14,14+, Sanasilva).

Schriftliche Erklärung des Bundesrates Diese Forschung beschränkt sich auf die Untersuchung von

naturwissenschaftlichen Ursachen-Wirkungs-Beziehungen

vom 28. August 1985 und auf Folgeabschätzungen.

Déclaration écrite du Conseil fédéral du 28 août 1985

4. Die praxisorientierte ökologische Forschung (POEF), wie

Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. sie die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Umweltfor-

Überwiesen - Transmis schung (SAGUF) vorschlägt, will die bestehende Forschung

ergänzen. Sie ist ein geeignetes Konzept, wie der viel kriti-

sierte Graben zwischen Forschung und Praxis überwunden

werden kann. Praxisorientierte Forschung erfordert ein

neues Denken der Forscher, da sie die Lösungen nur zusam-

men mit den Betroffenen entwickeln können. Diese noch

#ST# 85.479 wenig praktizierte Forschungsmethode braucht eine kräf-

tige Initialzündung in der Form eines Nationalen For-

Postulat Mauch schungsprogrammes.

Nationales Forschungsprogramm 5. Die zu fördernden praxisorientierten ökologischen For-

«Waldsterben und gesellschaftliches Handeln* schungsprojekte im Bereich «Waldsterben und gesellschaft-

Dépérissement des forêts et comportement liches Handeln» sollen konkrete Projekte in begrenzten

social. Programme national de recherche Regionen initiieren, die in Zusammenarbeit mit den Betrof-

fenen (Gemeinden, Regionen, Kantone) durchgeführt und

ausgewertet werden. Dabei stehen Emissionsbegrenzungen

zum Beispiel im Bereich Verkehr im städtischen und ländli-

chen Raum vorerst im Vordergrund.

Wortlaut des Postulates vom 18. Juni 1985 Schriftliche Erklärung des Bundesrates

Der Bundesrat wird eingeladen zu prüfen, ob bis spätestens vom 11. September 1985

Ende 1986 ein ausserordentliches Nationales Forschungs- Déclaration écrite du Conseil fédéral du 11 septembre 1985

programm für praxisorientierte ökologische Forschungs- Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.

projekte zum Thema «Waldsterben und gesellschaftliches

Handeln» zu beschliessen sei. Dafür sollen Mittel in der Überwiesen - Transmis

Grössenordnung von 15 Millionen bereitgestellt werden.

Texte du postulat du 18 juin 1985

Le Conseil fédéral est inviterà examiner s'il serait judicieux

de lancer, au plus tard d'ici la fin 1986, un programme

national extraordinaire de recherche axé sur la pratique en

matière d'écologie, consacré au dépérissement des forêts et #ST# 85.473

au comportement social. Les crédits à débloquer pour ce Postulat Landolt

programme seraient de l'ordre le 15 millions de francs. Selbstmedikation - Automédication

Mitunterzeichner - Cosignataires: Bäumlin, Bircher, Brat-

schi, Braunschweig, Bundi, Dünki, Eggenberg-Thun, Gün-

ter, Jaeger, Lanz, Leuenberger-Solothurn, Longet, Maeder-

Appenzell, Meyer-Bern, Müller-Bachs, Oester, Reimann,

Robbiani, Robert, Rohrer, Rubi, Ruch-Zuchwil, Ruffy, Seiler,

Stappung, Weber-Arbon, Zwygart (27) Wortlaut des Postulates vom 17. Juni 1985

Schriftliche Begründung - Développement par écrit Gestützt auf Erkenntnisse aus dem Nationalen Forschungs-

programm Nummer 8 wird der Bundesrat ersucht, Möglich-

1. Die dringend anzustrebenden Emissionsreduktionen keiten zur Verbesserung der Sicherheit im Umgang der

(Luftqualität Stand 1950) können nicht nur mit einfachen Bevölkerung mit Arzneimitteln zu prüfen, die Ausbildung der

legislatorischen Massnahmen realisiert werden (tiefere Medizinalberufe entsprechend zu ergänzen und in Zusam-

Emissionsnormen bei Fahrzeugen, Temporeduktionen, menarbeit mit den kantonalen Sanitätsdirektionen dafür zu

Schwefelgehaltsreduktion in fossilen Brennstoffen usw.), es sorgen, dass namentlich im Hinblick auf die Publikumswer-

sind darüber hinaus drastische Veränderungen im privaten, bung und die Abgabeordnung für Medikamente die für eine

beruflichen und wirtschaftlichen Verhalten breiter Bevölke- grösstmögliche Arzneimittelsicherheit notwendigen Mass-

rungskreise nicht zu umgehen (z. B. Reduktion des Treib- nahmen ergriffen werden.

stoffverbrauchs, Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel,

ökologische Abfallbewirtschaftung usw.). Texte du postulat du 17 juin 1985

Diese Verhaltensänderungen müssen auch wissenschaftlich En référence à des conclusions tirées du Programme natio-

vorbereitet, initiiert, begleitet und ausgewertet werden. nal de recherche n° 8, le Conseil fédéral est invité à examiner

2. Verhaltensänderungen im privaten und gesellschaftli- les moyens d'améliorer la sécurité en ce qui concerne l'utili-

chen Bereich sind schwierig zu initiieren, wenn sie nicht sation de médicaments par la population. En outre, il est prié

durch klare ökonomische Vorteile begünstigt oder aus mili- de compléter dans ce domaine la formation dans les profes-

tärischen Gründen erzwungen werden. Verhaltensänderun- sions médicales et de prendre, en collaboration avec les

gen, die in Friedenszeiten von breiten Schichten getragen directeurs cantonaux des affaires sanitaires, les mesures qui

werden, verlangen andere Prozesse. Die wissenschaftlichen s'imposent afin d'assurer une sécurité maximale en matière

Untersuchungen von einzelnen erfolgreichen Beispielen de médication; on pense surtout à la publicité adressée au

sozialen und gesellschaftlichen Wandels zeigen, dass sie public et à la réglementation régissant la remise de médica-

meist entscheidend von einer geglückten Zusammenarbeit ments.

Postulat Günter 1826 4 octobre 1985

Mitunterzeichner - Cosignataires: Allenspach, Basler, dat der Schweizerischen Krankenkassen forderte in einer

Bonny, Bremi, Bürer-Walenstadt, Darbellay, Eggli-Winter- öffentlichen Verlautbarung unter anderem eine breite Infor-

thur, Eisenring, Hess, Hösli, Humbel, Iten, Keller, Mauch, mation und Aufklärung über die gesundheitsschädigenden

Meyer-Bern, Müller-Bachs, Müller-Meilen, Neuenschwan- Auswirkungen und die kostentreibenden Folgen von

der, Neukomm, Risi-Schwyz, Sager, Schnider-Luzern, Seg- unzweckmässigem und übermässigem Medikamentenkon-

müller, Spalti, Wick, Zehnder, Ziegler (27) sum. Der Schweizerische Apothekerverein sprach sich für

vermehrte Patientenberatung, Zurückhaltung in der Wer-

Schriftliche Begründung - Développement par écrit bung und praxisbezogene Aus- und Fortbildung aus und

befürwortete im Interesse der Volksgesundheit eine strikte

Es ist unbestritten, dass die Selbstbehandlung mit Arznei- Beschränkung der Medikamentenabgabe ausserhalb von

mitteln (sogenannte Selbstmedikation) einen wichtigen Apotheken auf Mittel und Anwendungsgebiete, bei denen

gesundheitspolitischen und-ökonomischen Faktor darstellt. erwiesenermassen kein Risikopotential besteht.

Die Selbstmedikation ist Ausdruck für eine gewisse Eigen- Das Ziel des nationalen Forschungsprogrammes Nummer 8

verantwortung des Patienten. Zudem hilft sie mit, das bestand darin, wissenschaftlich fundierte Entscheidungs-

System der ärztlichen Versorgung von BagatelItalien zu grundlagen für strukturelle und wirtschaftliche Verbesse-

entlasten, wodurch den Krankenkassen namhafte Honorar- rungen im Gesundheitswesen zu liefern. Das in seinem

und Medikamentenkosten erspart werden können. Rahmen durchgeführte Projekt Selbstmedikation hat dazu

Andererseits muss festgestellt werden, dass die Schweizer eine ganze Fülle von Erkenntnissen gebracht, wie die

Bevölkerung im internationalen Vergleich schon heute Sicherheit und die Wirtschaftlichkeit der Arzneimittelversor-

einen sehr hohen Medikamentenkonsum aufweist. Vor gung optimiert werden könnten. Es gilt nun, entsprechende

allem aber haben verschiedene in unserem Land durchge- Massnahmen zu prüfen und möglichst rasch in politisches

führte Forschungsarbeiten bestätigt, dass der Umgang der Handeln umzusetzen. Der Bund ist hier als Schirmherr der

Bevölkerung mit Arzneimitteln vielfältige Risiken in sich Nationalen Forschungsprogramme in erster Linie dazu auf-

birgt. So kommen die Autoren einer im Rahmen des Natio- gerufen, die Initiative zu ergreifen.

nalen Forschungsprogrammes Nummer 8 «Wirtschaftlich-

Schriftliche Erklärung des Bundesrates

keit und Wirksamkeit im schweizerischen Gesundheitswe-

vom 11. September 1985

sen» unter der Leitung des Instituts für Sozial- und Präven-

tivmedizin der Universität Zürich durchgeführten Repräsen- Déclaration écrite du Conseil fédéral

tativstudie zum Schluss, dass die unkritische oder gar miss- du 11 septembre 1985

bräuchliche Verwendung von Medikamenten als zentraler Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.

gesundheitspolitischer Problemkreis betrachtet werden Überwiesen - Transmis

muss. Den erst kürzlich publizierten Forschungsresultaten

dieser Selbstmedikations-Studie ist zu entnehmen, dass

jeder erwachsene Deutschschweizer innerhalb von zwei

Wochen durchschnittlich 1,4 Heilmittel einnimmt. Fast jeder

zehnte wendet dabei ein Medikament an, das für die

Behandlung seines Leidens nicht angemessen ist. Rund 5

Prozent aller Heilmittel werden von Patienten eingenom- #ST# 85.494

men, welche die betreffenden Präparate gar nicht anwenden

dürften, weil bei ihnen eine sogenannte Kontraindikation Postulat Günter

(z. B. Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Schwangerschaft Bekämpfung von AIDS

usw.) vorliegt. Mit der Möglichkeit von Wechselwirkungen Lutte contre le SIDA

zwischen Arzneimitteln ist der Studie zufolge gar bei einem

Fünftel aller Medikamente zu rechnen, wobei relativ häufig

auch rezeptfrei erhältliche Präparate beteiligt sind. Dies

birgt um so grössere Gefahren in sich, als beinahe jeder

dritte Patient neben der ärztlich verordneten Therapie auch

noch Selbstmedikation betreibt, was dem behandelnden Wortlaut des Postulates vom W.Juni 1985

Arzt in den meisten Fällen verborgen bleiben dürfte. Ein Der Bundesrat wird ersucht, von seinen Kompetenzen

weiteres Risiko liegt in der selbständigen, unkontrollierten Gebrauch zu machen und folgende Massnahmen zu ver-

Weiterverwendung von Medikamenten, die der Arzt dem fügen:

Patienten zu einem früheren Zeitpunkt verordnet hat, was 1. Obligatorium des AIDS-Bluttestes für alle Blutkonserven

bei über 30 Prozent dieser Arzneimittel der Fall ist. Was vor der Verabreichung an den Empfänger.

schliesslich den eigentlichen Arzneimittelmissbrauch 2. Die Kantone anzuhalten, bei allen Personen, welche dies

betrifft, ist gemäss der Erhebung bei vorsichtiger Schätzung wünschen, den AIDS-Test (Anti-HTLV-lll/LAV-Test) gratis

mit einer Zahl von etwa 100 000 Personen zu rechnen, die anzubieten, bzw. dort, wo das nicht möglich ist, vom Bund

Heilmittel missbräuchlich anwenden. Aufgrund dieser aus Labors zu bezeichnen, in welchen die Bevölkerung den

besorgniserregenden Befunde schlagen die Autoren der Test gratis durchführen lassen kann, wenn die Kantone

Selbstmedikations-Studie eine ganze Reihe von Interventio- nicht selbst handeln.

nen zur Hebung der Arzneimittelsicherheit vor, darunter 3. Ausscheiden eines gesonderten Budgetpostens für 1986

vermehrte Information und Aufklärung der Bevölkerung, zur Bekämpfung dieser Krankheit.

Anpassung der Ausbildung der Medizinalpersonen hinsicht-

lich der Problemsituationen in der Selbstmedikation, restrik- 4. Eine Liste der möglichen seuchenpolizeilichen Massnah-

tive Verschreibungs- bzw. Abgabepraxis von Ärzten und men zu erstellen für den Fall, dass sich die Seuchenlage

Apothekern, Zurückhaltung in der Heilmittelwerbung und weiter bedrohlich verschlechtert.

kompetenzbezogene Verkaufsrestriktionen. 5. Ein Register der AIDS-positiven und klinisch erkrankten

Verschiedene Institutionen sahen sich in den vergangenen Personen zu führen beim Bundesamt für Gesundheits-

Wochen durch die Publikation dieser Forschungsresultate wesen.

zu öffentlichen Stellungnahmen veranlasst. Die Arzneimit-

Texte du postulat du 19 juin 1985

telkommission der Schweizer Apotheker unter dem Vorsitz

von Prof. P. Speiser (Zürich) hat sich als Gremium unabhän- Le Conseil fédéral est prié de faire usage de ses compé-

giger Wissenschafter aus Medizin und Pharmazie dafür aus- tences pour ordonner les mesures suivantes:

gesprochen, dass auf allen verantwortlichen Stufen intensiv 1. Rendre obligatoire le test SIDA pour toutes les conserves

nach Mitteln und Wegen zur Verbesserung der Sicherheit de sang, avant que celles-ci ne soient données au destina-

bei der Arzneimittelanwendung gesucht wird. Das Konkor- taire.

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Postulat Landolt Selbstmedikation

Postulat Landolt Automédication

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1985

Année

Anno

Band IV

Volume

Volume

Session Herbstsession

Session Session d'automne

Sessione Sessione autunnale

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 18

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 85.473

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 04.10.1985 - 08:00

Date

Data

Seite 1825-1826

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Ref. No 20 013 774

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