Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 85-457 KI-generiert

Switzerland Informatics Education Mandate

Geschäftsnummer VPB 85-457
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

This case addresses concerns about the widespread use of computers and the need for widespread informatics education in Switzerland. The court acknowledged that information is becoming a dominant production factor and that a lack of computer literacy could lead to irreparable disadvantages for individuals and the country's competitiveness. The government was called upon to provide a comprehensive report on the current situation and future measures concerning informatics education across all educational levels.

Legislator-Regeste

KI-generiert

85.457; Switzerland Informatics Education Mandate: The court acknowledged that information is becoming a dominant production factor and that a lack of computer literacy could lead to irreparable disadvantages for individuals and the country's competitiveness. The government was called upon to provide a comprehensive report on the current situation and future measures concerning informatics education across all educational levels.

Schlagwörter

KI-generiert
Bildungsbedarf E-Government Digitale Kompetenz Hochschulbildung Informationspolitik Allgemeine Bildung und lebenslanges Lernen
KI-generiert

Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
85.457

This is the number of the postulate, indicating the subject matter being addressed by the Federal Council.

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Volltext

Postulat Gadient 548 26 septembre 1985

spreche nicht von Übertreibungen, ich weiss, dass solche keine Staatsgrenzen, umspannt und vernetzt die ganze Welt

Auflagen die Konkurrenzfähigkeit beeinträchtigen. Wenn und bestimmt jeden im Weltall denkbaren Erfolg. Nahezu

wir sie in der Schweiz vereinheitlichen, sollte dies inner- unbegrenzte Speicher- und Übermittlungskapazitäten

staatlich keine Nachteile bringen. Aber wir wissen, dass machen es in Verbindung mit neuen Kommunikationstech-

auch die Konkurrenz mit dem Ausland mitspielt. Deshalb nologien möglich, breitestes Wissen überall und sofort zu

pflegen wir solch intensive Kontakte gerade mit jenen Län- mobilisieren.

dern, mit denen wir am meisten in Konkurrenz stehen. Ich Man rechnet damit, dass bereits heute rund 50 Prozent der

komme nächste Woche wieder mit meinen deutschen und schweizerischen Arbeitsplätze informationsorientiert sind.

österreichischen Kollegen zusammen. Auch die Frage der Information wird zum dominanten Produktionsfaktor

Waschmittelverordnung wird Gegenstand unserer Bespre- werden.

chungen sein. Für das Bestehen unseres rohstoffarmen Landes im interna-

Zur Frage des NTA, Herr Cavelty: Ich habe den Eindruck, tionalen Wettbewerb wie auch die Chancen des einzelnen

dass dieses NTA in gewissen Kreisen zum Vorwand genom- Arbeitnehmers auf dem Arbeitsmarkt und die Integration in

men wird, um die Waschmittelverordnung an sich zu treffen. den Arbeitsprozess ist es unabdingbar, dass in der Schweiz

Es ist mir nicht ganz verständlich, wieso man immer darauf möglichst viele Leute Grundkenntnisse der Informatik

abstellen will, was ausländische Experten sagen, und unse- haben und mit dem Computer umgehen können.

ren eigenen Experten nicht glauben will. Ich versichere Der Anteil der Bevölkerung aber, der mindestens Grundla-

Ihnen, dass wir ebenso gute Experten haben und dass genkenntnisse über die Funktion und für den Gebrauch von

unsere Wissenschafter im chemischen Bereich wahrschein- Computern hat, ist gering. Diese wird jedoch immer mehr

lich den ausländischen um nichts nachstehen. zur Voraussetzung werden für persönliche, berufliche und

Es ist richtig, dass das sogenannte NTA, die Nitrolotriessig- wirtschaftliche Chancengleichheit. Die Entwicklung ist von

säure, verdächtig ist, karzinogen zu sein. Aber der Verdacht solcher Tragweite, dass Computeranalphabeten Gefahr

besteht nur, wenn sie dem menschlichen oder tierischen einer irreparablen Benachteiligung laufen.

Körper in grossen Mengen zugeführt wird. Kanada kennt Um diese zu vermeiden, genügt es keineswegs, den Informa-

seit zehn Jahren das Phosphatverbot in den Waschmitteln. tikunterricht in Berufs- und höheren Fachschulen zu intensi-

Man verwendet dort Waschmittel, die bis zu 15 Prozent NTA vieren. Solches ist nötig, aber nicht ausreichend. Zu fordern

enthalten. Und in der Schweiz sehen wir eine Toleranz- ist eine gründliche Standortbestimmung, insbesondere als

grenze von nur 5 Prozent vor. Wir stehen also im internatio- Grundlage eines koordinierten Aktionsprogrammes auf

nalen Vergleich sehr gut da. allen Bildungsstufen.

In Deutschland ist die Situation etwas anders, weil dort, wie Der Bundesrat wird eingeladen, einen umfassenden Bericht

man mir gesagt hat, die Gewässersituation anders ist, insbe- über die gegenwärtige Situation auf diesem Gebiet vorzule-

sondere im Zusammenhang mit den Schwermetallen, und gen und darin auszuführen, wie er die künftige Entwicklung

dort die Gefahr grösser ist, dass NTA-Rückstände in das in diesem Bereich beurteilt und insbesondere welche Mass-

Trinkwasser gelangen. Von einem Verbot im Staate New nahmen er als nötig erachtet und zu ergreifen gedenkt.

York ist uns nichts bekannt. Wir kennen die Studien aus den

USA. Auch daraus ergibt sich nichts anderes, als dass NTA Texte du postulat du 6 juin 1985

in geringen Mengen in den Waschmitteln für eine Krebsver- Aujourd'hui, l'ordinateur est déjà présent dans la plupart des

ursachung kaum in Frage kommen kann. Im übrigen darf secteurs de l'activité humaine. Son utilisation ne connaît pas

noch gesagt werden, dass nicht unbedingt dieses NTA als de frontières, des réseaux informatiques relient les quatre

Ersatzmittel gewählt werden muss. Es gibt auch andere coins du globe et toute conquête de l'espace serait impen-

Ersatzmittel für das Phosphat. sable sans lui. Grâce à la capacité de stockage et de trans-

Herr Cavelty, ich versichere Ihnen nochmals: wir sind stän- mission quasi illimitée de ces machines, combinées aux

dig zu Gesprächen bereit und vertiefen unsere Studien. Wir nouvelles techniques de communication, il est possible

sind zwar überzeugt, dass unsere Verordnung richtig liegt, d'obtenir partout et instantanément les informations les plus

sowohl gesundheitspolitisch wie vor allem natürlich auch diverses.

umweltschutzpolitisch. On estime qu'actuellement déjà, 50 pour cent des emplois

Wenn ich Ihnen erkläre, dass wir trotzdem zu Gesprächen en Suisse on est lien plus ou moins étroit avec l'informati-

bereit sind, heisst das natürlich nicht, dass wir die Verord- que. Celle-ci deviendra l'un des principaux facteurs de pro-

nung schon morgen wieder aufheben werden. duction.

Pour que notre pays, pauvre en matières premières, reste

Präsident: Ich frage den Postulanten an, ob er von der concurrentiel sur le plan international, il est essentiel qu'une

Antwort befriedigt ist. grande partie de la population possède les connaissances

de base en informatique et sache utiliser un ordinateur,

Cavelty: Ich danke Herrn Bundesrat Egli für diese Antwort, connaissances qui augmentent également les chances des

vor allem für die erklärte Gesprächsbereitschaft, und ziehe - demandeurs d'emploi et facilitent leur intégration dans le

wie gesagt - das Postulat in diesem Sinne zurück. monde du travail.

Cependant, le pourcentage de la population suisse ayant

Zurückgezogen - Retiré assimilé les rudiments de l'informatique et sachant se servir

d'un ordinateur est très faible. Or, de telles connaissances

deviendront de plus en plus indispensables, si l'on vise une

égalité des chances sur les plans personnel, professionnel

et économique. L'évolution dans ce domaine a une telle

85.457 portée que les «analphabètes en informatique» risquent

d'être irrémédiablement désavantagés.

#ST#

Postulat Gadient Développer l'enseignement des disciplines informatiques

Informatikausbildung. Bericht dans les écoles professionnelles et spécialisées de haut

niveau ne suffit en aucun cas à éviter les inégalités. De telles

Formation à l'informatique. Rapport mesures sont certes nécessaires, mais insuffisantes. Il faut

commencer par faire le point sur la situation actuelle afin de

rassembler les données de base qui permettront d'établir un

programme d'action coordonné, applicable à tous les éche-

lons.

Wortlaut des Postulates vom 6. Juni 1985 La Conseil fédéral est chargé de présenter un rapport

Der Computer beeinflusst bereits heute die meisten Berei- détaillé sur la situation actuelle, rapport dans lequel il expo-

che der menschlichen Gesellschaft. Sein Einsatz kennt sera son avis au sujet de l'évolution future dans ce domaine

26. September 1985 549 Postulat Gadient

et indiquera notamment quelles sont les mesures qu'il oder eben auch nicht. Der künftige Weg könnte hier darin

estime nécessaires et qu'il entend appliquer. liegen, dass dem BIGA der Auftrag erteilt wird, zusammen

mit den Berufsverbänden und den Ausbildungsträgern - wie

Mitunterzeichner - Cosignataires: Belser, Cavelty, Kniisel, kaufmännische Schulen und Gewerbeschulen - ein einheit-

Lauber, Meier Josi, Stucki (6) liches Konzept für Berufs- und Gewerbeschulen zu erarbei-

ten und gleichzeitig dafür besorgt zu sein, dass die Informa-

Gadient: Man rechnet damit, dass bereits heute rund die tikausbildung einen festen Platz im Ausbildungsprogramm

Hälfte der schweizerischen Arbeitsplätze informationsorien- erhält und das Fach Informatik ab einem noch zu bestim-

tiertist. Die Information ist zum dominanten Produktionsfak- menden Zeitpunkt allenfalls als Pflichtfach in die Lehrab-

tor geworden und wird in Zukunft noch weit vermehrt nicht schlussprüfungen integriert wird.

nur über den Volkswohlstand ganzer Nationen entscheiden, Da es zudem im Interesse aller Beteiligten - Auszubilden-

sondern ebensosehr die Chancen des einzelnen auf dem den, Wirtschafts- und Ausbildungsträgern - liegt, dass die

Arbeitsmarkt und bei der Integration in den Arbeitsprozess Absolventen einer anerkannten Lehre mit Berufsschulaus-

bestimmen. bildung über ein Grundwissen an Informatik verfügen, ist es

Der «Groupe de Talloires», der sich seit einigen Jahren mit sodann unerlässlich, dass einheitliche Lehrmittel zur Verfü-

der grossen Frage der Informationsgesellschaft befasst, gung gestellt werden und das Ausbildungspersonal für die

ging an seinem 6. Kolloquium davon aus, dass der Weg ins Lehrstoffvermittlung entsprechend geschult wird.

Informationszeitalter eine bildungspolitische Umwälzung Eine ebensolche Bedeutung hat die Informatik natürlich

von noch kaum ins Bewusstsein gedrungenem Ausmass zur auch für den akademischen Bildungsweg. Die Hochschulen

Folge hat. Es wurde von einer eigentlichen Bildungsrevolu- müssten sich letztlich auf die an der Basis, vorerst in den

tion, der Einführung der Volksschulen im letzten Jahrhun- Volks- und dann in den Mittelschulen erworbenen Informa-

dert vergleichbar, gesprochen, die der Erwachsenenbildung tikkenntnisse abstützen können.

bevorsteht, liest man im Bericht der «NZZ» vom 17. Sep- Das sind lediglich ein paar kurze Hinweise auf zentrale und

tember. zukunftsbezogene Punkte, mit denen sich der geforderte

Bezüglich Informatik und Informatikausbildung auf allen Bericht befassen sollte.

Bildungsstufen ist in unserem Lande in letzter Zeit einiges Ich bitte Sie um Überweisung des Postulates.

geschehen. Aber wir gehören im internationalen Vergleich

nicht zur Spitze. Es geht mir mit diesem Postulat vor allem Bundesrat Egli: Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entge-

darum - ich möchte dies noch verdeutlichen -, dass sich die genzunehmen.

involvierten Stellen im Bericht, ausgehend von der gegen-

wärtigen Situation, schwergewichtig mit der künftigen Überwiesen - Transmis

Entwicklung befassen.

Einige summarische Hinweise: Gemäss einer Studie des

Betriebswirtschaftlichen Institutes der ETH sind in den Schluss der Sitzung um 9.20 Uhr

nächsten 10 bis 15 Jahren über 600 000 Personen, die heute

La séance est levée à 9 h 20

im Berufsleben stehen, auf dem Gebiete der Informatik

auszubilden. Diesem enormen Ausbildungsbedarf steht nur

ein uneinheitliches und mangelhaftes Schulungsangebot

gegenüber. Es erscheint uns äusserst wichtig, dass den

heute im Berufsleben stehenden Erwerbstätigen Grundla-

genkenntnisse über die elektronische Datenverarbeitung

vermittelt werden. Es ist für die Flexibilität auf dem Arbeits-

markt für jeden einzelnen Arbeitnehmer wie auch für den

Arbeitgeber in der heutigen Zeit entscheidend, über Basis-

kenntnisse der Informatik zu verfügen. Unberechtigten Äng-

sten in bezug auf Veränderung des Arbeitsumfeldes oder

gar über das Weg rationalisieren von Arbeitsplätzen kann so

begegnet werden.

In der Ausbildung der beruflich Auszubildenden - in Gewer-

beschulen, kaufmännischen Berufsschulen - herrscht

heute, gelinde gesprochen, ein Wirrwarr; weder steht ein

einheitliches Kursprogramm zur Verfügung noch sind die

Lehrpläne der einzelnen Schulen aufeinander abgestimmt.

Versuche, bei der Lehrlingsausbildung eine klare Linie hin-

einzubringen, sind in der letzten Zeit unternommen worden.

Im speziellen sei hier auf das BIGA-Ausbildungskonzept für

Berufsschulen hingewiesen, das im Frühjahr dieses Jahres

der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Diese Bemühungen

sind anerkennenswert, bilden sie doch einen Ansatzpunkt

für verschiedene Lehranstalten in der Berufsbildung; sie

genügen jedoch nicht.

Der grösste Teil der Ausbildung auf dem Gebiet der Informa-

tik ist jedoch nach wie vor den sogenannten Endbenützern

überlassen, die die Ausbildung ihrer Mitarbeiter selber orga-

nisieren und durchführen oder durchführen lassen müssen.

Wo dies nicht geschieht, sind die Mitarbeiter, die an einer

solchen Ausbildung persönlich interessiert sind, selber

dafür verantwortlich, sich in Freizeit- bzw. Abendkursen

entsprechend ausbilden zu lassen - ein Unterfangen, das

den uneingeweihten Laien unter Umständen teuer zu stehen

kommt und oft nicht die gewünschten Resultate bringt.

In der berufsbegleitenden Ausbildung ist die Initiative haupt-

sächlich den einzelnen Ausbildungsträgern überlassen und

wird dort je nach grundsätzlicher Einstellung zur Informatik

und nach den gegebenen Möglichkeiten wahrgenommen -

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Postulat Gadient Informatikausbildung. Bericht

Postulat Gadient Formation à l'informatique. Rapport

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1985

Année

Anno

Band IV

Volume

Volume

Session Herbstsession

Session Session d'automne

Sessione Sessione autunnale

Rat Ständerat

Conseil Conseil des Etats

Consiglio Consiglio degli Stati

Sitzung 06

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 85.457

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 26.09.1985 - 08:00

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Seite 548-549

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Ref. No 20 013 870

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