Switzerland Informatics Education Mandate
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThis case addresses concerns about the widespread use of computers and the need for widespread informatics education in Switzerland. The court acknowledged that information is becoming a dominant production factor and that a lack of computer literacy could lead to irreparable disadvantages for individuals and the country's competitiveness. The government was called upon to provide a comprehensive report on the current situation and future measures concerning informatics education across all educational levels.
Legislator-Regeste
KI-generiert85.457; Switzerland Informatics Education Mandate: The court acknowledged that information is becoming a dominant production factor and that a lack of computer literacy could lead to irreparable disadvantages for individuals and the country's competitiveness. The government was called upon to provide a comprehensive report on the current situation and future measures concerning informatics education across all educational levels.
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KI-generiertThis is the number of the postulate, indicating the subject matter being addressed by the Federal Council.
Volltext
Postulat Gadient 548 26 septembre 1985
spreche nicht von Übertreibungen, ich weiss, dass solche keine Staatsgrenzen, umspannt und vernetzt die ganze Welt
Auflagen die Konkurrenzfähigkeit beeinträchtigen. Wenn und bestimmt jeden im Weltall denkbaren Erfolg. Nahezu
wir sie in der Schweiz vereinheitlichen, sollte dies inner- unbegrenzte Speicher- und Übermittlungskapazitäten
staatlich keine Nachteile bringen. Aber wir wissen, dass machen es in Verbindung mit neuen Kommunikationstech-
auch die Konkurrenz mit dem Ausland mitspielt. Deshalb nologien möglich, breitestes Wissen überall und sofort zu
pflegen wir solch intensive Kontakte gerade mit jenen Län- mobilisieren.
dern, mit denen wir am meisten in Konkurrenz stehen. Ich Man rechnet damit, dass bereits heute rund 50 Prozent der
komme nächste Woche wieder mit meinen deutschen und schweizerischen Arbeitsplätze informationsorientiert sind.
österreichischen Kollegen zusammen. Auch die Frage der Information wird zum dominanten Produktionsfaktor
Waschmittelverordnung wird Gegenstand unserer Bespre- werden.
chungen sein. Für das Bestehen unseres rohstoffarmen Landes im interna-
Zur Frage des NTA, Herr Cavelty: Ich habe den Eindruck, tionalen Wettbewerb wie auch die Chancen des einzelnen
dass dieses NTA in gewissen Kreisen zum Vorwand genom- Arbeitnehmers auf dem Arbeitsmarkt und die Integration in
men wird, um die Waschmittelverordnung an sich zu treffen. den Arbeitsprozess ist es unabdingbar, dass in der Schweiz
Es ist mir nicht ganz verständlich, wieso man immer darauf möglichst viele Leute Grundkenntnisse der Informatik
abstellen will, was ausländische Experten sagen, und unse- haben und mit dem Computer umgehen können.
ren eigenen Experten nicht glauben will. Ich versichere Der Anteil der Bevölkerung aber, der mindestens Grundla-
Ihnen, dass wir ebenso gute Experten haben und dass genkenntnisse über die Funktion und für den Gebrauch von
unsere Wissenschafter im chemischen Bereich wahrschein- Computern hat, ist gering. Diese wird jedoch immer mehr
lich den ausländischen um nichts nachstehen. zur Voraussetzung werden für persönliche, berufliche und
Es ist richtig, dass das sogenannte NTA, die Nitrolotriessig- wirtschaftliche Chancengleichheit. Die Entwicklung ist von
säure, verdächtig ist, karzinogen zu sein. Aber der Verdacht solcher Tragweite, dass Computeranalphabeten Gefahr
besteht nur, wenn sie dem menschlichen oder tierischen einer irreparablen Benachteiligung laufen.
Körper in grossen Mengen zugeführt wird. Kanada kennt Um diese zu vermeiden, genügt es keineswegs, den Informa-
seit zehn Jahren das Phosphatverbot in den Waschmitteln. tikunterricht in Berufs- und höheren Fachschulen zu intensi-
Man verwendet dort Waschmittel, die bis zu 15 Prozent NTA vieren. Solches ist nötig, aber nicht ausreichend. Zu fordern
enthalten. Und in der Schweiz sehen wir eine Toleranz- ist eine gründliche Standortbestimmung, insbesondere als
grenze von nur 5 Prozent vor. Wir stehen also im internatio- Grundlage eines koordinierten Aktionsprogrammes auf
nalen Vergleich sehr gut da. allen Bildungsstufen.
In Deutschland ist die Situation etwas anders, weil dort, wie Der Bundesrat wird eingeladen, einen umfassenden Bericht
man mir gesagt hat, die Gewässersituation anders ist, insbe- über die gegenwärtige Situation auf diesem Gebiet vorzule-
sondere im Zusammenhang mit den Schwermetallen, und gen und darin auszuführen, wie er die künftige Entwicklung
dort die Gefahr grösser ist, dass NTA-Rückstände in das in diesem Bereich beurteilt und insbesondere welche Mass-
Trinkwasser gelangen. Von einem Verbot im Staate New nahmen er als nötig erachtet und zu ergreifen gedenkt.
York ist uns nichts bekannt. Wir kennen die Studien aus den
USA. Auch daraus ergibt sich nichts anderes, als dass NTA Texte du postulat du 6 juin 1985
in geringen Mengen in den Waschmitteln für eine Krebsver- Aujourd'hui, l'ordinateur est déjà présent dans la plupart des
ursachung kaum in Frage kommen kann. Im übrigen darf secteurs de l'activité humaine. Son utilisation ne connaît pas
noch gesagt werden, dass nicht unbedingt dieses NTA als de frontières, des réseaux informatiques relient les quatre
Ersatzmittel gewählt werden muss. Es gibt auch andere coins du globe et toute conquête de l'espace serait impen-
Ersatzmittel für das Phosphat. sable sans lui. Grâce à la capacité de stockage et de trans-
Herr Cavelty, ich versichere Ihnen nochmals: wir sind stän- mission quasi illimitée de ces machines, combinées aux
dig zu Gesprächen bereit und vertiefen unsere Studien. Wir nouvelles techniques de communication, il est possible
sind zwar überzeugt, dass unsere Verordnung richtig liegt, d'obtenir partout et instantanément les informations les plus
sowohl gesundheitspolitisch wie vor allem natürlich auch diverses.
umweltschutzpolitisch. On estime qu'actuellement déjà, 50 pour cent des emplois
Wenn ich Ihnen erkläre, dass wir trotzdem zu Gesprächen en Suisse on est lien plus ou moins étroit avec l'informati-
bereit sind, heisst das natürlich nicht, dass wir die Verord- que. Celle-ci deviendra l'un des principaux facteurs de pro-
nung schon morgen wieder aufheben werden. duction.
Pour que notre pays, pauvre en matières premières, reste
Präsident: Ich frage den Postulanten an, ob er von der concurrentiel sur le plan international, il est essentiel qu'une
Antwort befriedigt ist. grande partie de la population possède les connaissances
de base en informatique et sache utiliser un ordinateur,
Cavelty: Ich danke Herrn Bundesrat Egli für diese Antwort, connaissances qui augmentent également les chances des
vor allem für die erklärte Gesprächsbereitschaft, und ziehe - demandeurs d'emploi et facilitent leur intégration dans le
wie gesagt - das Postulat in diesem Sinne zurück. monde du travail.
Cependant, le pourcentage de la population suisse ayant
Zurückgezogen - Retiré assimilé les rudiments de l'informatique et sachant se servir
d'un ordinateur est très faible. Or, de telles connaissances
deviendront de plus en plus indispensables, si l'on vise une
égalité des chances sur les plans personnel, professionnel
et économique. L'évolution dans ce domaine a une telle
85.457 portée que les «analphabètes en informatique» risquent
d'être irrémédiablement désavantagés.
#ST#
Postulat Gadient Développer l'enseignement des disciplines informatiques
Informatikausbildung. Bericht dans les écoles professionnelles et spécialisées de haut
niveau ne suffit en aucun cas à éviter les inégalités. De telles
Formation à l'informatique. Rapport mesures sont certes nécessaires, mais insuffisantes. Il faut
commencer par faire le point sur la situation actuelle afin de
rassembler les données de base qui permettront d'établir un
programme d'action coordonné, applicable à tous les éche-
lons.
Wortlaut des Postulates vom 6. Juni 1985 La Conseil fédéral est chargé de présenter un rapport
Der Computer beeinflusst bereits heute die meisten Berei- détaillé sur la situation actuelle, rapport dans lequel il expo-
che der menschlichen Gesellschaft. Sein Einsatz kennt sera son avis au sujet de l'évolution future dans ce domaine
26. September 1985 549 Postulat Gadient
et indiquera notamment quelles sont les mesures qu'il oder eben auch nicht. Der künftige Weg könnte hier darin
estime nécessaires et qu'il entend appliquer. liegen, dass dem BIGA der Auftrag erteilt wird, zusammen
mit den Berufsverbänden und den Ausbildungsträgern - wie
Mitunterzeichner - Cosignataires: Belser, Cavelty, Kniisel, kaufmännische Schulen und Gewerbeschulen - ein einheit-
Lauber, Meier Josi, Stucki (6) liches Konzept für Berufs- und Gewerbeschulen zu erarbei-
ten und gleichzeitig dafür besorgt zu sein, dass die Informa-
Gadient: Man rechnet damit, dass bereits heute rund die tikausbildung einen festen Platz im Ausbildungsprogramm
Hälfte der schweizerischen Arbeitsplätze informationsorien- erhält und das Fach Informatik ab einem noch zu bestim-
tiertist. Die Information ist zum dominanten Produktionsfak- menden Zeitpunkt allenfalls als Pflichtfach in die Lehrab-
tor geworden und wird in Zukunft noch weit vermehrt nicht schlussprüfungen integriert wird.
nur über den Volkswohlstand ganzer Nationen entscheiden, Da es zudem im Interesse aller Beteiligten - Auszubilden-
sondern ebensosehr die Chancen des einzelnen auf dem den, Wirtschafts- und Ausbildungsträgern - liegt, dass die
Arbeitsmarkt und bei der Integration in den Arbeitsprozess Absolventen einer anerkannten Lehre mit Berufsschulaus-
bestimmen. bildung über ein Grundwissen an Informatik verfügen, ist es
Der «Groupe de Talloires», der sich seit einigen Jahren mit sodann unerlässlich, dass einheitliche Lehrmittel zur Verfü-
der grossen Frage der Informationsgesellschaft befasst, gung gestellt werden und das Ausbildungspersonal für die
ging an seinem 6. Kolloquium davon aus, dass der Weg ins Lehrstoffvermittlung entsprechend geschult wird.
Informationszeitalter eine bildungspolitische Umwälzung Eine ebensolche Bedeutung hat die Informatik natürlich
von noch kaum ins Bewusstsein gedrungenem Ausmass zur auch für den akademischen Bildungsweg. Die Hochschulen
Folge hat. Es wurde von einer eigentlichen Bildungsrevolu- müssten sich letztlich auf die an der Basis, vorerst in den
tion, der Einführung der Volksschulen im letzten Jahrhun- Volks- und dann in den Mittelschulen erworbenen Informa-
dert vergleichbar, gesprochen, die der Erwachsenenbildung tikkenntnisse abstützen können.
bevorsteht, liest man im Bericht der «NZZ» vom 17. Sep- Das sind lediglich ein paar kurze Hinweise auf zentrale und
tember. zukunftsbezogene Punkte, mit denen sich der geforderte
Bezüglich Informatik und Informatikausbildung auf allen Bericht befassen sollte.
Bildungsstufen ist in unserem Lande in letzter Zeit einiges Ich bitte Sie um Überweisung des Postulates.
geschehen. Aber wir gehören im internationalen Vergleich
nicht zur Spitze. Es geht mir mit diesem Postulat vor allem Bundesrat Egli: Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entge-
darum - ich möchte dies noch verdeutlichen -, dass sich die genzunehmen.
involvierten Stellen im Bericht, ausgehend von der gegen-
wärtigen Situation, schwergewichtig mit der künftigen Überwiesen - Transmis
Entwicklung befassen.
Einige summarische Hinweise: Gemäss einer Studie des
Betriebswirtschaftlichen Institutes der ETH sind in den Schluss der Sitzung um 9.20 Uhr
nächsten 10 bis 15 Jahren über 600 000 Personen, die heute
La séance est levée à 9 h 20
im Berufsleben stehen, auf dem Gebiete der Informatik
auszubilden. Diesem enormen Ausbildungsbedarf steht nur
ein uneinheitliches und mangelhaftes Schulungsangebot
gegenüber. Es erscheint uns äusserst wichtig, dass den
heute im Berufsleben stehenden Erwerbstätigen Grundla-
genkenntnisse über die elektronische Datenverarbeitung
vermittelt werden. Es ist für die Flexibilität auf dem Arbeits-
markt für jeden einzelnen Arbeitnehmer wie auch für den
Arbeitgeber in der heutigen Zeit entscheidend, über Basis-
kenntnisse der Informatik zu verfügen. Unberechtigten Äng-
sten in bezug auf Veränderung des Arbeitsumfeldes oder
gar über das Weg rationalisieren von Arbeitsplätzen kann so
begegnet werden.
In der Ausbildung der beruflich Auszubildenden - in Gewer-
beschulen, kaufmännischen Berufsschulen - herrscht
heute, gelinde gesprochen, ein Wirrwarr; weder steht ein
einheitliches Kursprogramm zur Verfügung noch sind die
Lehrpläne der einzelnen Schulen aufeinander abgestimmt.
Versuche, bei der Lehrlingsausbildung eine klare Linie hin-
einzubringen, sind in der letzten Zeit unternommen worden.
Im speziellen sei hier auf das BIGA-Ausbildungskonzept für
Berufsschulen hingewiesen, das im Frühjahr dieses Jahres
der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Diese Bemühungen
sind anerkennenswert, bilden sie doch einen Ansatzpunkt
für verschiedene Lehranstalten in der Berufsbildung; sie
genügen jedoch nicht.
Der grösste Teil der Ausbildung auf dem Gebiet der Informa-
tik ist jedoch nach wie vor den sogenannten Endbenützern
überlassen, die die Ausbildung ihrer Mitarbeiter selber orga-
nisieren und durchführen oder durchführen lassen müssen.
Wo dies nicht geschieht, sind die Mitarbeiter, die an einer
solchen Ausbildung persönlich interessiert sind, selber
dafür verantwortlich, sich in Freizeit- bzw. Abendkursen
entsprechend ausbilden zu lassen - ein Unterfangen, das
den uneingeweihten Laien unter Umständen teuer zu stehen
kommt und oft nicht die gewünschten Resultate bringt.
In der berufsbegleitenden Ausbildung ist die Initiative haupt-
sächlich den einzelnen Ausbildungsträgern überlassen und
wird dort je nach grundsätzlicher Einstellung zur Informatik
und nach den gegebenen Möglichkeiten wahrgenommen -
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Gadient Informatikausbildung. Bericht
Postulat Gadient Formation à l'informatique. Rapport
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1985
Année
Anno
Band IV
Volume
Volume
Session Herbstsession
Session Session d'automne
Sessione Sessione autunnale
Rat Ständerat
Conseil Conseil des Etats
Consiglio Consiglio degli Stati
Sitzung 06
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 85.457
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 26.09.1985 - 08:00
Date
Data
Seite 548-549
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