Sewage Sludge Application Regulations and Environmental Protection
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Swiss Federal Council acknowledges the value of sewage sludge as a fertilizer but recognizes that its application, particularly in winter, has led to violations of sewage sludge ordinances, impacting soil and water protection. The Council is actively supporting cantons in enforcing regulations and has encouraged the use of alternatives like sludge dewatering and lagoons. While acknowledging difficulties in tracking sludge distribution, the Council is promoting research and clarifying legal frameworks to improve environmental protection.
Legislator-Regeste
KI-generiertKlärschlammverordnung, Bundesgesetz vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz; Sewage Sludge Application Regulations and Environmental Protection: The Council is actively supporting cantons in enforcing regulations and has encouraged the use of alternatives like sludge dewatering and lagoons. While acknowledging difficulties in tracking sludge distribution, the Council is promoting research and clarifying legal frameworks to improve environmental protection.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited as the basis for the regulations governing the spreading of sewage sludge and the obligations of federal and cantonal authorities.
Cited as providing the legal framework for environmental protection, including aspects relevant to agricultural fertilization and soil management.
Volltext
21. Juni 1985 N 1269 Interpellation Bircher
eidgenössischen Forstgesetzgebung geprüft werden. In den - L'ordonnance donne aux cantons un certain délai, qui ne
Richtlinien der Regierungspolitik für die Legislaturperiode doit pas aller au-delà de 1990, pour l'adaptation des STEP
1983 bis 1987 hat der Bundesrat diese Revision als Geschäft existantes. Quelle est la situation dans les cantons?
zweiter Priorität eingestuft. Diese Kategorie umfasst Vorla- - Pourquoi ne multiplie-t-on pas, voire n'impose-t-on pas,
gen, welche bis zum Ende der Legislatur im Parlament des solutions simples telles que la dessiccation des boues
anhängig gemacht werden sollen. ou le lagunage?
3. Der Bundesrat ist der Ansicht, dass die Überalterung - Quelles mesures prend-on, d'une manière générale, afin
bzw. die mangelnde Verjüngung und Pflege unserer Wälder de mieux protéger contre la pollution la nature et notam-
ein ernst zu nehmendes Problem darstellt. Eine Intensivie- ment les eaux souterraines?
rung der forstlichen Aktivitäten auf allen Stufen und in allen
Bereichen ist auch unabhängig von der Schadstoffbela- Schriftliche Begründung - Développement par écrit
stung der Umwelt dringend nötig. Zudem ist die sinnvolle Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und verlangt
Holzverwertung zu fördern. Der Bundesrat hat dafür ein eine schriftliche Antwort.
entsprechendes Impulsprogramm beantragt.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- vom 15. Mai 1985
rates teilweise befriedigt. Rapport écrit du Conseil fédéral du 15 mai 1985
1. Allgemeine Bemerkungen
Der Bundesrat anerkennt den Wert des Klärschlamms als
düngstoffreiches Produkt, das - gezielt im landwirtschaftli-
chen Pflanzenbau eingesetzt - einen volkswirtschaftlichen
Wert darstellt und gleichzeitig eine ökologisch sinnvolle
Verwertung eines Abfallstoffes ermöglicht.
85.432
#ST#
Mit der Inkraftsetzung der bundesrätlichen Klärschlammver-
ordnung auf den I.Mai 1981 haben die zuständigen Bundes-
Interpellation Bircher stellen (Bundesamt für Umweltschutz und Forschungsan-
Klärschlammausbringung im Winter stalt für Agrikulturchemie und Umwelthygiene in Liebefeld)
Boues d'épuration. Epandage en hiver die mit dem Vollzug der diesbezüglichen Bestimmungen
betrauten kantonalen Gewässerschutzfachstellen technisch
und informativ unterstützt.
Leider stellt auch der Bundesrat fest, dass diese intensiven
Arbeiten nicht überall zum erwünschten Erfolg geführt
Wortlaut der Interpellation vom 22. März 1985 haben. Im vergangenen Winter sind einmal mehr Verstösse
gegen klare Bestimmungen der Klärschlammverordnung
Dem WWF kommt das Verdienst zu, mit Anzeigen gegen
vorgekommen, die den Boden- und den Gewässerschutz in
verschiedene Kläranlageinhaber sowie Klärschlammtrans-
gleicher Weise beeinträchtigt haben.
porteure auf das rechtswidrige Ausbringen von Klär-
Das Bundesamt für Umweltschutz hat sich daher mit einem
schlamm und Gülle im Winter aufmerksam gemacht zu
Kreisschreiben an die Kantone gewandt, um nochmals auf
haben. Offensichtlich nehmen kantonale und eidgenössi-
die nötigen Massnahmen hinzuweisen, deren Vollzug
sche Behörden ihre Vollzugsaufgaben nur ungenügend
gemäss Klärschlammverordnung dringend ist. Diese Mass-
wahr. Im aargauischen Reusstal wurde im Januar gleich
nahmen müssen noch vor dem kommenden Winter 1985/86
tonnenweise Klärschlamm aus zürcherischen Kläranlagen
auf gefrorene Böden beim unter Naturschutz stehenden verwirklicht werden.
Flachsee geschüttet. 2. Zu den einzelnen Fragen
Ich frage den Bundesrat: Die Klärschlammverordnung überträgt dem Bundesamt für
- Wie nehmen die eidgenössischen Behörden die Aufsicht Umweltschutz die Aufsicht über den Vollzug der Verord-
über die seit 1981 geltende Klärschlammverordnung wahr? nungsbestimmungen. Weiter kontrolliert die Forschungsan-
- Wie steht es in den Kantonen mit der Nutzung der bis stalt für Agrikulturchemie und Umwelthygiene in Liebefeld
laufend Nährstoffgehalte der Klärschlämme der meisten
1990 zur Verbesserung der gegenwärtigen Situation einge-
Kläranlagen, deren Schwermetallgehalte und die Funktions-
räumten Übergangsfrist?
tüchtigkeit der in Betrieb stehenden sanierten Hygienisie-
- Warum werden nicht einfache Alternativen, wie zum Bei- rungsanlagen.
spiel das Entwässern des Schlammes oder die Schaffung Die von der Verordnung geforderten Sanierungspläne müs-
von Bodenlagunen, propagiert oder verbindlich durchge- sen dem Bundesamt für Umweltschutz eingereicht werden.
setzt? Dieses berät die Kantone beim Erstellen dieser Pläne und
- Welche Massnahmen werden für die Zukunft ganz allge- bei der Verwirklichung der darin vorgesehenen baulichen
mein getroffen, um der Gefährdung von Natur und Grund- Massnahmen. Es hat bis heute zahlreiche Pläne bereits
wasser besser zu begegnen? genehmigt.
Das Bundesamt für Umweltschutz setzt den Kantonen bei
Texte de l'interpellation du 22 mars 1985 Überschreitung der Schwermetallgrenzwerte Bedingungen
Le WWF a le mérite d'avoir attiré l'attention sur l'épandage, für die Sanierung im Einzelfall.
illicite en hiver, de boues d'épuration et de purin, en dépo- Forschung auf dem Gebiet des Klärschlamms wird durch
sant plainte contre plusieurs détenteurs de STEP et contre bundeseigene Mittel gefördert. So werden Fragen im
des transporteurs de boues d'épuration. De toute évidence, Zusammenhang mit der Hygienisierung und der Deponie-
les autorités cantonales et fédérales ne prennent pas assez rung im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms
au sérieux leur tâche d'application de la loi. Dans la vallée «Klärschlamm» abgeklärt. Dies betrifft auch die eventuelle
argovienne de la Reuss, ce sont même des tonnes de boues Mitwirkung der Zementwerke bei der Verbrennung von Klär-
d'épuration provenant de STEP zurichoises qui ont été schlamm.
déversées sur les sols gelés des rives du Flachsee, placé Die Überwachung der düngungskonformen Verteilung des
sous la protection de la nature. • Klärschlamms auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen
Je prie le Conseil fédéral de répondre aux questions sui- muss durch die kantonale Umwelt- und Gewässerschutz-
vantes: fachstellen sichergestellt sein. Diese können sich dabei auf
- Comment les autorités fédérales contrôlent-elles l'appli- die kantonalen landwirtschaftlichen Berater abstützen. Im
cation de l'ordonnance sur les boues d'épuration, entrée en Detail erfolgt die Kontrolle mittels Abnehmerverzeichnissen,
vigueur en 1981? die auf allen Kläranlagen vorhanden sein müssen. Die Kette
Interpellation Uchtenhagen 1270 N 21 juin 1985
bis hin zum Landwirt wird mittels eines obligatorischen 3. Angesichts der zum Teil neuartigen Asylproblematik
Lieferscheines und allenfalls eines Abnehmernachweises wären die Hilfsorganisationen offensichtlich bereit, neue
(Abnehmerberechtigung mit einzelbetrieblicher Nährstoff- Wege zu beschreiten und zum Beispiel Beschäftigungs-
bilanz) geschlossen. Lieferscheine können bei der EDMZ in oder Ausbildungsprogramme zu organisieren für jene Asyl-
Bern bezogen werden. gesuchssteller, welche vorübergehend nicht in ihr Land
Schwierigkeiten gibt es vor allem in dieser buchhalterischen zurückkehren können. Ist der Bundesrat bereit, derartige
Erfassung der Klärschlammverteilung, die gemäss Kreis- Massnahmen zu fördern, insbesondere für jene Asylgesuch-
schreiben nun rasch behoben werden müssen. steller, denen keine Arbeitsbewilligung erteilt wird?
- Bereits kurz nach Inkrafttreten der Klärschlammverord- Texte de l'interpellation du 4 février 1985
nung haben zahlreiche Kläranlageverbände provisorische
Massnahmen ergriffen, um auch im Winterhalbjahr die L'escalade de la violence survenue ces derniers mois au
Beschränkungen der Verordnung beachten zu können. Ver- nord du Sri Lanka donne lieu à une situation proche de la
schiedene Kantone haben sie dabei tatkräftig unterstützt. guerre civile. Selon des avis concordants, la vie des Tamouls
Beispielhaft sei etwa der Kanton Bern genannt, der allen dont l'âge se situe entre 18 et 35 ans y est généralement
Gemeinden einen Beschluss des Regierungsrates zukom- mise en danger. Leur sécurité n'est pas davantage garantie
men liess, um technische Massnahmen durchzusetzen. Die dans le Sud. Dans ces circonstances, il ne semble pas
bis 1990 gesetzte Übergangsfrist ist nach Dringlichkeit des admissible de renvoyer les demandeurs d'asile tamouls
Einzelfalles bereits frühzeitig zu nutzen. dans leur patrie.
Le Conseil fédéral est donc prié de répondre aux questions
- Schwierigkeiten der landwirtschaftlichen Düngung als suivantes:
Gesamtes sowie die gewässerschutzrelevanten Aspekte der
Bodenbewirtschaftung sind in enger Zusammenarbeit zwi- 1. Les bases sur lesquelles il est appuyé pour prendre sa
schen den kantonalen Umweltschutz- und Landwirtschafts- décision du 1er octobre 1984, selon laquelle les Tamouls
fachstellen zu lösen. Die gesetzlichen Voraussetzungen sind pouvaient en principe être renvoyés chez eux, apparaissent
im Bundesgesetz vom T.Oktober 1983 über den Umwelt- peu dignes de foi. Que fait-il en conséquence pour fonder sa
schutz bereits gegeben; sie werden auch in der kommenden politique sur des données plus fiables?
revidierten Gewässerschutzgesetzgebung im Verhältnis zur 2. Depuis le début de l'an, les autorités de certains cantons
geltenden noch verdeutlicht. Zusätzlich enthält die im rejettent systématiquement les demandes d'asile et ont
Entwurf vorliegende Verordnung über umweltgefährdende décidé pour une période indéterminée de refuser tout per-
Stoffe entsprechende düngungsrelevante Bestimmungen. mis de travail. Le Gouvernement estime-t-il ces pratiques
Im übrigen hat der Bundesrat im 6. Landwirtschaftsbericht conciliables avec la loi sur l'asile?
und in seinem Geschäftsbericht des Jahres 1984 zu diesen 3. Vu les nouveaux problèmes qui se posent en matière
Fragen Stellung bezogen. Dies betrifft vor allem auch die d'asile, les organisations d'entraide seraient manifestement
wichtigen finanziellen Aspekte im Zusammenhang mit der prêtes à trouver des solutions inédites et à organiser par
Hofdüngerlagerung und -Verwertung. exemple des programmes de formation et d'emploi pour les
demandeurs d'asile qui ne peuvent provisoirement retour-
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- ner dans leur pays. Le Gouvernement envisage-t-il d'ap-
rates teilweise befriedigt. puyer de tels programmes, notamment pour les demandeurs
d'asile auxquels on a refusé d'octroyer un permis de travail?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann-St. Gallen,
Borei, Braunschweig, Chopard, Christinat, Deneys, Fank-
hauser, Friedli, Hubacher, Jaggi, Leuenberger-Solothurn,
#ST# 85.312 Longet, Mauch, Morf, Nauer, Neukomm, Ott, Pitteloud,
Interpellation Uchtenhagen Renschier, Riesen-Freiburg, Robbiani, Rohrer, Ruch-Zuch-
Heimschaffung von Tamilen wil, Ruffy, Weber-Arbon (25)
Retour des Tamouls dans leur pays Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
vom 25. April 1985
Rapport écrit du Conseil fédéral du 25 avril 1985
1. Dem Bundesrat standen für seinen Beschluss vom
I.Oktober 1984 verschiedene Entscheidungsgrundlagen
Wortlaut der Interpellation von 4. Februar 1985
zur Verfügung, nebst verwaltungsinternen Berichten unter
Die Eskalation der Gewalt hat in den letzten Monaten im anderen auch die Stellungnahmen des UNO-Hochkommis-
Norden Sri Lankas zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen sariats für Flüchtlinge und der schweizerischen Flüchtlings-
geführt. Nach übereinstimmenden Aussagen ist das Leben hilfswerke. Diese Quellen decken sich in den Lagebeurtei-
junger Tamilen zwischen 18 und 35 Jahren im Norden gene- lungen zum grössten Teil. Es besteht deshalb kein Anlass,
rell gefährdet. Auch im Süden ist ihre Sicherheit nicht an deren Zuverlässigkeit zu zweifeln.
gewährleistet. In dieser Situation erscheint es nicht verant- Allerdings beurteilen die Autoren dieser verschiedenen Stu-
wortbar, asylsuchende Tamilen in ihre Heimat zurückzu- dien die Frage der Zumutbarkeit der Heimschaffung von
schaffen. abgewiesenen tamilischen Asylbewerbern nach Sri Lanka
Ich bitte den Bundesrat um Beantwortung folgender unterschiedlich und gelangen demzufolge zu verschiede-
Fragen: nen Schlussfolgerungen.
1. Die Grundlagen, auf die sich der Bundesrat bei seinem Angesichts dieser komplexen Lage wird der Bundesrat auch
Entscheid vom I.Oktober 1984 stützte, wonach asyl- in Zukunft alle ihm zugänglichen Informationsquellen sorg-
suchende Tamilen grundsätzlich zurückgeschickt werden fältig ausschöpfen, um die ihm obliegenden Entscheide so
können, haben sich als wenig zuverlässig erwiesen. Es stellt breit wie nötig abzustützen.
sich daher die Frage, welche Anstrengungen der Bundesrat 2. Nach dem Asylgesetz sind die Kantone zuständig, den
jetzt unternimmt, um seinen bevorstehenden Entscheid auf Asylgesuchstellern Arbeitsbewilligungen zu erteilen. Diese
eine zuverlässigere Basis abzustützen. Kompetsnzzuweisung hat ihren Sinn darin, den Kantonen
2. Seit Beginn dieses Jahres verweigern die Behörden ein- die nötige Flexibilität zu gewähren, um den jeweiligen loka-
zelner Kantone Asylsuchenden generell und auf unbe- len Gegebenheiten Rechnung zu tragen. Damit können die
stimmte Zeit jede Arbeitsbewilligung. Wie verträgt sich diese Kantone nicht nur ihrer Pflicht zur Berücksichtigung der
Praxis nach Auffassung des Bundesrates mit der eidgenös- Priorität des einheimischen Arbeitnehmers im Einzelfall
sischen Asylgesetzgebung? nachkommen, sondern auch durch eine generell zurückhal-
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Bircher Klärschlammausbringung im Winter
Interpellation Bircher Boues d'épuration. Epandage en hiver
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1985
Année
Anno
Band III
Volume
Volume
Session Sommersession
Session Session d'été
Sessione Sessione estiva
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 17
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 85.432
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 21.06.1985 - 08:00
Date
Data
Seite 1269-1270
Page
Pagina
Ref. No 20 013 525
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