PTT Annual Report: Radio Schweiz AG Legal Status and Telecommunications Law Clarifications
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Swiss Federal Council addressed concerns regarding the PTT's 1984 annual report, specifically issues related to the Radio Schweiz AG's legal status and future operations. While the report detailed significant investments in telecommunications infrastructure and personnel training, a pending legal opinion cast doubt on the current structure of Radio Schweiz AG, prompting an interdepartmental working group to find a resolution. The Federal Council indicated that progress was being made towards a consensus-based solution and that clarifications regarding telecommunications law and potential liberalization, particularly for end-user devices, were forthcoming, while emphasizing the continued necessity of a unified PTT.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 36 BV; PTT Annual Report: Radio Schweiz AG Legal Status and Telecommunications Law Clarifications: While the report detailed significant investments in telecommunications infrastructure and personnel training, a pending legal opinion cast doubt on the current structure of Radio Schweiz AG, prompting an interdepartmental working group to find a resolution. The Federal Council indicated that progress was being made towards a consensus-based solution and that clarifications regarding telecommunications law and potential liberalization, particularly for end-user devices, were forthcoming, while emphasizing the continued necessity of a unified PTT.
Schlagwörter
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited as the basis for maintaining the state monopoly of the PTT in telecommunications.
Volltext
PTT. Gestion 1984 1214 N 21 juin 1985
#ST# Siebzehnte Sitzung - Dix-septième séance Der Bericht enthält auch leise Kritik am Verwaltungsrat der
PTT. Dieser hat es empfunden, dass er im Laufe der Untersu-
chung nicht ebenfalls angehört worden war. Es fand daher
Freitag, 21. Juni 1985, Vormittag nachträglich, am 3. Oktober 1984, eine Aussprache zwi-
Vendredi 21 juin 1985, matin schen einer Delegation des Verwaltungsrates und einer sol-
8.00 Uhr chen der PTT-Sektionen der GPK und der Finanzkommis-
sion des Nationalrates statt. Dabei wurden teils Missver-
Vorsitz - Présidence: Herr Koller Arnold ständnisse behoben, teils divergierende Auffassungen offen
dargelegt. Unsererseits wurde betont, dass wir nicht gene-
rell Kritik am unternehmerischen Verhalten des Verwal-
tungsrates geübt hätten, sondern einzig im Zusammenhang
mit dem IFS-Projekt.
Präsident: Herr Widmer verlangt das Wort zur Tagesord- Der Bundesrat hat auf unseren Bericht mit Brief vom
nung. 27. Februar 1985 geantwortet und uns gleichzeitig die
gemeinsame Stellungnahme von Verwaltungsrat und Gene-
Widmer: Ich habe das Wort begehrt für eine persönliche raldirektion vom 7. Dezember 1984 zugestellt. Die Auffassun-
Erklärung, die sich auf die heutige Tagesordnung bezieht. gen dieser Instanzen und der GPK gehen zumindest teil-
Ich fühle mich verpflichtet, meiner Enttäuschung darüber weise auseinander. Die Empfehlungen der GPK werden nur
Ausdruck zu geben, dass das Gesetz zum Schutz der Fuss- in geringem Masse als empfehlenswert beurteilt. Die PTT-
und Wanderwege in dieser Session erneut von der Traktan- Sektion der GPK des Nationalrates mit den zugewandten
denliste abgesetzt wurde. Mein Unwille richtet sich nicht Orten aus der Finanzkommission und den Kommissionen
gegen den Herrn Präsidenten, denn der Ratspräsident ist für Wissenschaft und Forschung beider Räte werden im
gehalten, die Beschlüsse der Präsidentenkonferenz auszu- Herbst zusammentreten und ihrerseits Stellung zu dieser
führen. Das Gesetz war für die Herbstsession 1984 behand- Stellungnahme nehmen.
lungsreif. Die wiederholte Verschiebung bedeutet, dass das Dabei soll auch der auf September in Aussicht gestellte
Gesetz ein volles Jahr in den Schubladen liegt. Das ist aus Bericht des Bundesrates in Sachen Radio Schweiz AG
zwei Gründen unstatthaft: behandelt werden. Dieses Geschäft scheint zu einem Dauer-
1. Es gehen zurzeit jährlich gegen 1000 Kilometer FUSS- und brenner zu werden. Wir haben an dieser Stelle letztes Jahr
Wanderwege durch Umwandlung in Strassen verloren. darüber berichtet. Intensiv hat sich schon zuvor die Finanz-
delegation damit beschäftigt, wie aus ihren Berichten über
2. Mit einer gewissen Bitterkeit stelle ich fest: Das Gesetz die Jahre 1981,1982 und 1984 hervorgeht. Verschiedene der
wird vor allem deshalb nicht behandelt, weil kein grosser gestellten Fragen werden auch in der Interpellation Humbel
Verband, keine grosse Gewerkschaft, keinerlei Wirtschafts- aufgeworfen, die Anfang Juni 1985 vom Bundesrat beant-
interessen dahinterstehen. Wer profitiert von diesem wortet worden ist.
Gesetz? «Nur» das Schweizervolk, und zwar jener intelligen- Die Radio Schweiz AG, eine Aktiengesellschaft zu 95 Pro-
tere Teil des Volkes, der die Freizeit vernünftig zu nutzen zent im Besitze des Bundes, ist mehr oder weniger eine
versteht, selber für seine Gesundheit sorgt und damit dem Schwesterorganisation der PTT oder - wie man auch sagen
Staat Milliarden spart. kann - ein rechtlich eigenständiger Betrieb innerhalb der
Ich protestiere dagegen, dass die Behandlung dieses Geset- PTT.
zes immer wieder verschoben wird. Bereits in den dreissiger Jahren wurde die Existenz der
Radio Schweiz AG in Frage gestellt. Ihr wichtigster Tätig-
keitsbereich ist die Flugsicherung. Ausserdem betreibt sie
die Telekommunikation und eine Abteilung Consulting.
Nachdem in den letzten Jahren zwischen den PTT und der
Radio Schweiz AG verschiedene Entflechtungen und Aus-
#ST# 85.025 scheidungen vorgenommen worden sind, stellt sich heute
vor allem die Frage nach der Rechtsgrundlage des Unter-
PTT. Geschäftsbericht 1984 nehmens. Hierüber liegt seit Januar 1984 ein sehr umfang-
PTT. Gestion 1984 reiches Gutachten des Bundesamtes für Justiz vor. Es
kommt zum Schluss, die Flugsicherung durch eine öffent-
Bericht vom 17. April 1985 lich-rechtliche Anstalt oder durch das Bundesamt für Zivil-
Rapport du 17 avril 1985
luftfahrt betreiben zu lassen, während die Telekommunika-
tionsdienste allein den PTT obliegen sollten. Gewisse Spe-
Beschlussentwurf Seite 48 des Berichtes
zialdienste könnten der Radio Schweiz AG belassen werden.
Projet d'arrêté, page 48 du rapport
Das Gutachten stellt in seinen Schlussfolgerungen die heu-
Bezug bei der Generaldirektion PTT, Viktoriastrasse 21, Bern tige Regelung aus juristischer Sicht in wesentlichen Punk-
S'obtiennent auprès de la direction générale des PTT, ten und damit auch die weitere Existenz des Unternehmens
Viktoriastrasse 21, Berne in Frage. Es hat damit verständlicherweise bei der Radio
Beschluss des Ständerates vom 4. Juni 1985 Schweiz AG und ihren 1125 Mitarbeitern recht viel Staub
Décision du Conseil des Etats du 4 juin 1985 aufgewirbelt. Es wurde in der Folge eine interdépartemen-
tale, unter der Leitung der PTT stehende Arbeitsgruppe
eingesetzt, die dem Bundesrat einen Bericht erstatten soll.
Dieser wurde vorerst auf Ende letzten Jahres erwartet. Das
Problem habe sich jedoch als «vielschichtiger, schwieriger
Eng, Berichterstatter: Der Präsident der Sektion PTT der und zeitraubender» erwiesen, als man seinerzeit angenom-
Geschäftsprüfungskommission, Herr Kollege Felix Auer, hat men habe, hält die Generaldirektion der PTT fest. Die
mich beauftragt, Ihnen den Sektionsbericht zu erstatten. Ich Arbeitsgruppe sei heute, wurde der GPK mitgeteilt, nach
stütze mich dabei auf seinen Text; doch gestatte ich mir, in intensiven Bemühungen auf dem Weg zu einer konsensfähi-
Anbetracht der knappen Zeit und der Mentalität eines Frei- gen Lösung. Im Verlaufe dieses Jahres soll das Ergebnis
tagmorgens, verschiedene Kürzungen vorzunehmen. dieser Bemühungen dem Vorsteher des EVED zuhanden
Die Geschäftsprüfungskommission hat Ihnen vor einem des Bundesrates unterbreitet werden. Die GPK erwartet,
Jahr ihren ausführlichen Bericht über den Abbruch des dass das Problem beschleunigt einer Lösung entgegenge-
grossen Forschungsprojektes Integriertes Fernmelde- führt wird. Zwei Kapitel des PTT-Geschäftsberichtes 1984
System (IFS) unterbreitet. Er schliesst mit einer Reihe von verdienen besondere Beachtung. Der Abschnitt über die
Empfehlungen. technologische Entwicklung der Fernmeldedienste und
21.JunM985 N 1215 PTT. Geschäftsbericht 1984
jener über die Personalschulung. Die Autoren setzen als konnte, ist die Klärung der grundsätzlichen rechtlichen Fra-
Titel des ersten Themas «Die PTT im Wirkungskreis der gen, abgestützt auf das von Herrn Eng zitierte Gutachten
Elektronik». In der Tat stehen die PTT in diesem Wirkungs- des Bundesamtes für Justiz. Die Arbeiten sind im Gange.
kreis, und umgekehrt beeinflussen sie diesen selbst in Unser Departement sorgt dafür, dass sie nächstens auch
erheblichem Masse. zum Abschluss gebracht werden können. Es muss hier eine
Die Fernmeldedienste sehen sich einer gewaltigen, sich Klarstellung, insbesondere auch der Grenzen, vorgenom-
rasch entwickelnden und ständig erneuernden technischen men werden, ohne damit die wertvolle Tätigkeit der Radio
Entwicklung auf dem Gebiet der Elektronik und Informatik Schweiz AG irgendwie in Frage zu stellen. Im gleichen
gegenüber. Einige Begriffe sind uns vertraut, wie beispiels- Stadium befindet sich das im Geschäftsbericht erwähnte
weise Transistor mit Mikroprozessor, Datenspeicher, Chips, und in der Öffentlichkeit in den letzten Wochen oft disku-
Bits usw. Schwieriger wird es, wenn wir Halbleiter-, Analo- tierte Problem einer gewissen Liberalisierung im PTT-
gie- und Digitaltechnik verstehen sollten. Mit anderen Bereich, also einer Absteckung der Regalgrenzen. Auch das
Begriffen werden wir uns noch vertraut machen müssen, mit ist in Vorbereitung, und zwar auf dem Wege einer Revision
Decorder, alphanumerisch, Disketten, Modem usw. Aber des Fernmeldegesetzes, ein departementaler Entwurf liegt
auch in den Dienstleistungen der PTT sind neue Begriffe bereits vor. Wir gehen dabei von der Voraussetzung aus,
aufgetaucht: Bildtelefon, Telex als quasi Supertelex, Elec- dass das Regal erhalten werden muss, wie es in der Bundes-
tronic Mailbox, elektronisches Datenwahlsystem, das Inte- verfassung Artikel 36 statuiert ist. Aber es soll nach Sinn und
grierte Fernmeldesystem (IFS) und das ISDN (Integrated Zweck vernünftig und unter Beachtung allgemeiner ord-
Services Digital Network). Dieses vollautomatische digitale nungspolitischer Gesichtspunkte in unserem Lande abge-
dienstintegrierte Telekommunikationssystem wird über den steckt werden. Das bedeutet eine gewisse abgegrenzte Libe-
gleichen Teilnehmeranschluss eine Vielfalt von Diensten ralisierung, vor allem im Bereich der Endgeräte. Es darf aber
(Sprache, Text, Daten und Bilder) auf demselben Weg tarif- durch derartige Schritte nicht in Frage gestellt werden, dass
lich günstig anbieten. Als Vorläufer und Träger des ISDN die PTT ihren verfassungsmässigen Auftrag erfüllen, alle
werden die PTT bis 1988 das «IFS-SWISS-NET» verwirkli- Landesgegenden gleichmässig zu möglichst günstigen Tari-
chen und damit eine moderne Fernmeldeinfrastruktur fen zu bedienen. Das bedeutet auch Erhaltung der Einheit
schaffen. Die PTT werden bis dann allein in volldigitale von P und TT, also Erhaltung der Unternehmung Post,
Telekommunikationsanlagen 1,2 bis 1,3 Milliarden Franken Telefon, Telegraf. Eine Aufspaltung in die Bereiche Post
investieren. Ihr Fünfjahresfinanzplan sieht für 1986 bis 1988 einerseits, TT andererseits liegt nach meiner Auffassung
jährliche Investitionen von nicht weniger als 1,8 Milliarden überhaupt nicht im Bereiche des Machbaren, des Vernünfti-
Franken für Fernmeldeanlagen vor. Bauten sind da nicht mit gen. Hingegen werden Liberalisierungen vorgenommen.
eingerechnet. Darin eingeschlossen ist auch die vermehrte Ich bin Ihnen für die wohlwollende Aufnahme des
Benützung des Glasfaserkabels. Erfreulicherweise ver- Geschäftsberichtes dankbar.
mochte sich die schweizerische Industrie in diesem Bereich
trotz der massiven internationalen Konkurrenz gut zu Bundesbeschluss - Arrêté fédéral
behaupten, so dass voraussichtlich über 80 Prozent der Eintreten ist obligatorisch
entsprechenden Aufträge im Inland vergeben werden L'entrée en matière est acquise de plein droit
können.
Unser Land kann sich dieser Entwicklung und dieser Her- Detailberatung - Discussion par articles
ausforderung nicht verschliessen. Unsere Wirtschaft ist im
internationalen Konkurrenzkampf auf die neuen Kommuni- Titel und Ingress, Art. 1 und 2
kationsstrukturen und deren Qualität entscheidend ange- Antrag der Kommission
wiesen. Die Sicherung unserer Arbeitsplätze wird im wesent- Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
lichen Masse davon abhängen, inwieweit wir uns die
moderne Informations- und Kommunikationstechnik Titre et préambule, art. 1 et 2
zunutze machen können. Information wird immer mehr zu Proposition de la commission
einem entscheidenden Rohstoff. Sie wird die internationale
Arbeitsteilung verstärken. Dabei geht es auch um die rund Adhérer à le décision du Conseil des Etats
20 000 Arbeitsplätze in unserer privaten Fernmeldeindustrie. Angenommen - Adopté
Das zweite Kapitel des Geschäftsberichtes, das besondere
Beachtung verdient, ist jenes über die Schulung des PTT- Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Personals. Deren Bedeutung ergibt sich zum einen aus dem
eben Gesagten, zum anderen aus dem Umstand, dass die Für Annahme des Beschlussentwurfes 108 Stimmen
PTT verschiedene Berufsleute nicht einfach auf dem (Einstimmigkeit)
Arbeitsmarkt «holen» können, sondern selbst ausbilden An den Bundesrat -Au Conseil fédéral
müssen, etwa Schalterbeamte oder Telefonistinnen. Gegen
3000 Lehrlinge stehen in Ausbildung. Die jährlichen Schu-
lungskosten betragen rund 35 Millionen Franken oder 1
Prozent des Personalaufwandes. Teilnehmerlöhne sowie
Raum- und Schulungskosten mit eingerechnet machen
etwa 3 Prozent aus. Das scheint hoch, ist es jedoch nicht,
wenn mit den Schulungsausgaben anderer Dienstleistun-
gen wie Banken oder Swissair verglichen wird. Es sind
notwendige Investitionen für die Zukunft.
Die Geschäftsprüfungskommission dankt allen Verantwortli-
chen der PTT und ihren Mitarbeitern für ihren Einsatz und
beantragt Ihnen Genehmigung des Geschäftsberichtes.
Bundesrat Schlumpt: Ich bin froh, dass Nationalrat Eng
eingesprungen ist und damit möglich machte, Geschäftsbe-
richt und Rechnung PTT in dieser Session noch zu verab-
schieden. Ich möchte lediglich noch kurz zu zwei Punkten
Stellung nehmen: Zur heutigen Situation in bezug auf die
Radio Schweiz AG. Nationalrat Eng hat dargelegt: Entflech-
tungen, Abgrenzungen wurden in den letzten Jahren vorge-
nommen. Was noch nicht zum Abschluss gebracht werden
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
PTT. Geschäftsbericht 1984
PTT. Gestion 1984
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1985
Année
Anno
Band III
Volume
Volume
Session Sommersession
Session Session d'été
Sessione Sessione estiva
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 17
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 85.025
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 21.06.1985 - 08:00
Date
Data
Seite 1214-1215
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Pagina
Ref. No 20 013 472
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