Swiss Parliamentary Delegation's Report on Council of Europe Activities
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThis report details the activities of the Swiss parliamentary delegation to the Council of Europe during its 36th session. It highlights key developments in European integration, including the Luxembourg Declaration on creating a dynamic European economic space, and discusses the Council of Europe's role in various areas such as human rights, combating terrorism, employment, and environmental protection. The report also addresses the recognition of the Turkish and Greek-Cypriot delegations' mandates, the fight against drug abuse, the situation of ethnic minorities in Romania, and the cooperation between the Council of Europe and the European Community, emphasizing the need for better coordination and avoidance of overlapping efforts.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 66 al. 1 LTF, Art. 64 al. 1 LTF; Swiss Parliamentary Delegation's Report on Council of Europe Activities: It highlights key developments in European integration, including the Luxembourg Declaration on creating a dynamic European economic space, and discusses the Council of Europe's role in various areas such as human rights, combating terrorism, employment, and environmental protection. The report also addresses the recognition of the Turkish and Greek-Cypriot delegations' mandates, the fight against drug abuse, the situation of ethnic minorities in Romania, and the cooperation between the Council of Europe and the European Community, emphasizing the need for better coordination and avoidance of overlapping efforts.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited for the principle that costs follow the event.
Cited for the principle that legal aid is granted if the party cannot bear the costs and the action has a chance of success.
Volltext
10. Juni 1985 319 Delegation beim Europarat. Bericht
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Laufe der 36. Session von der Versammlung verabschiede-
Für Annahme des Beschlussentwurfes 32 Stimmen ten Geschäfte aufgelistet.
(Einstimmigkeit) Der Bundesrat legt Ihnen heute zum erstenmal - als Resultat
unserer Motion vom letzten Sommer- einen ergänzenden
An den Nationalrat - Au Conseil national Bericht über seine Tätigkeit im Europarat vor. Wir erwarten
von dieser Neuerung nicht nur eine bessere Information für
das Parlament in diesem Bereich, sondern auch einen
Anreiz für lebhaftere Diskussionen.
Wir bitten Sie, von diesem Bericht Kenntnis zu nehmen.
#ST# 85.011 2. Entwicklungen im Bereich der Europäischen Gemein-
Europarat. Bericht des Bundesrates schaft und ihre Auswirkungen auf den Europarat
Conseil de l'Europe. Rapport du Conseil fédéral In die Berichtszeit fällt als wahrscheinlich wichtigstes Ereig-
nis die am 9. April 1984 in Luxemburg von den Handelsmini-
Bericht des Bundesrates vom 4. März 1985 (BBI l, 973)
stern der EG- und EFTA-Länder-in der Form einer gemein-
Rapport du Conseil fédéral du 4 mars 1985 (FF I, 957)
samen Erklärung - bekräftigte Absicht zur Schaffung eines
dynamischen und homogenen europäischen Wirtschafts-
raumes. Das Luxemburger Treffen, das erste seiner Art, stellt
eine politische Wende dar. In der gemeinsamen Erklärung
anerkennt die Europäische Gemeinschaft zum ersten Mal
offiziell die besondere Qualität der Beziehungen zwischen
Antrag der Kommission
den beiden europäischen Wirtschaftsgruppen. Die darin
Kenntnisnahme vom Bericht gesteckten Ziele sind ambitiös und bedürfen zu ihrer Ver-
Proposition de la commission wirklichung auf beiden Seiten intensiver Kleinarbeit und
grosser Geduld.
Prendre acte du rapport Die Erklärung von Luxemburg stellt auch «Konsultationen,
Kontakte oder Informationsaustausch über Arbeitsbedin-
gungen, sozialen Schutz, Kultur, Verbraucherschutz,
Umweltschutz, Fremdenverkehr und geistiges Eigentum
unter Berücksichtigung der Arbeit in anderen internationa-
85.013 len Gremien, insbesondere dem Europarat, und unter
Berücksichtigung der jeweiligen Zuständigkeiten» in Aus-
Delegation beim Europarat. Bericht sicht. In diesen Bereichen leistet der Europarat heute schon
Délégation auprès du Conseil de l'Europe. einen massgeblichen Beitrag zur europäischen Zusammen-
Rapport arbeit. Er sollte diese Gelegenheit benützen, diesen ver-
mehrt hervorzuheben und wenn nötig zu intensivieren.
Am 8. Mai 1984, also knapp einen Monat nach dem Luxem-
burger Treffen, verabschiedete die Parlamentarische Ver-
sammlung eine Entschliessung betreffend die Tätigkeit der
EFTA. Darin gibt sie ihrer Überzeugung Ausdruck, dass
Herr Gadient unterbreitet im Namen der Schweizer Parla-
angesichts der engen Verflechtung der westeuropäischen
mentarierdelegation beim Europarat den folgenden schriftli-
Volkswirtschaften eine dauerhafte Verbesserung der Wirt-
chen Bericht (texte français voir Bulletin officiel du Conseil
schaftslage nicht mehr allein durch nationale Bemühungen
national, session d'été 1985):
erreicht werden kann, sondern dass eine vertiefte Zusam-
menarbeit zwischen den EFTA-Ländern und der Europäi-
Bericht über die 36. ordentliche Session
schen Gemeinschaft nötig ist. In der gleichen Entschlies-
der Parlamentarischen Versammlung des Europarates
sung lädt die Versammlung die EFTA als Organisation sowie
1. Einleitung die einzelnen EFTA-Länder ein, den Europarat in verstärk-
Die Schweizer Parlamentarierdelegation beim Europarat tem Masse als politisches Forum zur Förderung der Zusam-
berichtet im folgenden über ihre Tätigkeit während der menarbeit zwischen den EFTA-Ländern und der Europäi-
36. ordentlichen Session der Parlamentarischen Versamm- schen Gemeinschaft zu nutzen.
lung des Europarates, die in drei Teilsessionen (zwischen Das Ministerkomitee verabschiedete im November 1984 eine
Mai 1984 und Anfang Februar 1985) in Strassburg tagte. Die Entschliessung betreffend die Erweiterung und Vertiefung
jährlich wiederkehrende Sommersession fand in Oslo statt. des politischen Dialoges innerhalb des Ministerkomitees.
Die Schweizer Delegation setzte sich während der Berichts- Davon erwartet man eine bessere Übereinstimmung unter
zeit wie folgt zusammen: den Mitgliedstaaten betreffend internationale Fragen im all-
gemeinen und Fragen der europäischen Zusammenarbeit
Nationalrat: Butty (Vizepräsident), Cantieni, Dupont, Morf, im besonderen. Auch die Annahme von Massnahmen im
Müller-Aargau, Pini, Riesen-Fribourg, Sager; Hinblick auf die Lösung allgemeiner europäischer Probleme
Ständerat: Debétaz, Gadient (Präsident), Dreyer, Weber- sowie die Erbringung von Beiträgen zur Lösung von Proble-
Solothurn. men zwischen den Mitgliedstaaten des Europarates soll
Zu Beginn der Frühjahrssession 1984 wählte die Versamm- dadurch erleichtert werden. Im Endeffekt soll der innere
lung Ständerat Debétaz zu einem der 13 Vizepräsidenten für Zusammenhang des demokratischen Europas gefestigt und
die Dauer der 36. Session; er wurde ebenfalls Präsident der seine Stimme vermehrt überall in der Welt gehört werden.
Kommission für Wirtschafts- und Entwicklungsfragen. Diesem Ziel diente auch das Sonderministertreffen, zu dem.
Nationalrat Pini wurde Präsident der auf seine Initiative ins Aussenminister Genscher seine Kollegen als Präsident des
Leben gerufenen Unterkommission für Beschäftigungsfra- Ministerkomitees während der Wintersession 1985 der Par-
gen der Kommission für Sozial- und Gesundheitsfragen; die lamentarischen Versammlung eingeladen hatte. Die Minister
Nationalräte Butty und Dupont wurden zu Vizepräsidenten führten dabei einen informellen Gedankenaustausch über
der Reglements- bzw. der Budgetkommission ernannt. die Ost-West-Beziehungen, Lateinamerika und den Nahen
Unser Bericht würdigt einleitend die während der Berichts- Osten.
zeit eingetretenen wichtigen Entwicklungen im europäi- Im Frühjahr verabschiedete das Ministerkomitee eine
schen Integrationsbereich. Im Anhang sind die seit dem Entschliessung betreffend die Verbesserung der Beziehun-
letzten Bericht zur Unterschrift und Ratifikation neuaufge- gen zwischen dem Europarat und der Europäischen
legten europäischen Konventionen und die wichtigsten im Gemeinschaft. Ziel ist ein flexibles Informations- und Kon-
Délégation auprès du Conseil de l'Europe. Rapport 320 10 juin 1985
taktsystem zwischen Brüssel und Strassburg, um Doppel- mit grosser Mehrheit angenommene Entschliessung enthält
spurigkeiten zwischen den beiden Institutionen zu vermei- denn auch eine lange Mängelliste und die Aufforderung an
den. Dem neuen Generalsekretär des Europarates wird bei die türkische Regierung, alles zu unternehmen, um diese
der Verwirklichung dieses Zieles eine wichtige Rolle zu- Mängel so rasch wie möglich zu beheben.
kommen. Der positive Anerkennungsentscheid wurde nicht zuletzt
Anlässlich der Herbstsession 1984 hat die Parlamentarische auch im Bewusstsein getroffen, dass man im direkten
Versammlung ihrerseits die Einsetzung einer Kommission Gespräch leichter auf das dortige Geschehen Einfluss neh-
unabhängiger europäischer Persönlichkeiten - unter der men kann. Die Aussagen verschiedener türkischer Parla-
Leitung des ehemaligen italienischen Aussenministers Emi- mentarier während der Debatte, sich nicht vom Europarat
lio Colombo - beschlossen. Das Mandat dieser Kommission belehren lassen zu wollen, waren in dieser Hinsicht aber
besteht in der Aufzeigung von Perspektiven der europäi- nicht gerade ermutigend. Doch besteht nach wie vor Hoff-
schen Zusammenarbeit über die achtziger Jahre hinaus und nung auf eine Beeinflussung durch das direkte Gespräch. In
. in der Ausarbeitung praktischer Vorschläge zur Verwirkli- diesem Sinne äusserte sich auch Nationalrat Pini.
chung eines geeinten Europas. Man erwartet den Kommis-
B. Die Anerkennung der Mandate
sionsbericht auf Frühsommer 1985.
der griechisch-zypriotischen Delegation
In die Berichtszeit fiel auch der Amtsantritt des ehemaligen
spanischen Aussenministers und Abgeordneten, Marcelino Nationalrat Butty stellte im Namen der Reglementskommis-
Oreja, als neuer Generalsekretär des Europarates. In seiner sion ebenfalls erfolgreich Antrag auf Anerkennung der Man-
Antrittsrede vor der Versammlung am 3. Oktober 1984 date der griechisch-zypriotischen Vertreter. Die Sitze für die
bezeichnete er die Menschenrechte und die Demokratie als nach wie vor fehlenden Vertreter der türkisch-zypriotischen
Richtschnur für die Arbeit des Europarates. Die Europäische Gemeinschaft werden für bessere Zeiten «warmgehalten».
Menschenrechtskonvention, das Herzstück der über 100 C. Die Verteidigung der Demokratie gegen den Terrorismus
Konventionen des Europarates, dürfe nicht zum blossen
Der dem Schutz der Demokratie und der Menschenrechte
Denkmal werden. Als erste Priorität soll die Schwerfälligkeit
verpflichtete Europarat hat ein besonderes Interesse an der
des Menschenrechtsschutzsystems behoben werden. Eine
wirksamen internationalen Bekämpfung des Terrorismus.
weitere Priorität sieht er in der Intensivierung des politi-
Durch die Ausarbeitung des 1977 in Kraft getretenen euro-
schen Dialoges.
päischen Übereinkommens zur Bekämpfung des Terroris-
Er äusserte sich auch deutlich in bezug auf die oft festge-
mus gab er einen wesentlichen Anstoss zur Verbesserung
stellte Verzettelung der Kräfte des Europarates auf zuviele
der internationalen Zusammenarbeit in diesem Bereich. Lei-
Gebiete. Es müsse Ziel des Europarates sein, die ohnehin
der hat der Elan in der letzten Zeit nachgelassen, was sich
begrenzten Mittel der Organisation vor allem solchen Pro-
auch darin ausdrückt, dass von den 21 Mitgliedstaaten des
jekten zugute kommen zu lassen, die den europäischen
Europarates erst 14 dieses Übereinkommen ratifiziert
Völkern merklichen Nutzen brächten.
haben, darunter auch die Schweiz. Um aus der gegenwärti-
3. Frühjahrssession 1984 (7. bis 11. Mai 1984) gen Sackgasse herauszukommen, und damit der Europarat
Die wichtigsten Traktanden der Frühjahrssession 1984 seine Initiative in diesem wichtigen Bereich nicht verliert,
waren: empfiehlt die Versammlung dem Ministerkomitee, die Mög-
lichkeiten der Ratifikation des Europäischen Übereinkom-
- Die Lage in der Türkei; Anerkennung der Mandate der mens durch alle Mitgliedländer zu überprüfen und im Falle
türkischen Delegation; eines negativen Ergebnisses so rasch wie möglich die Aus-
- Die Anerkennung der Mandate der griechisch-zyprioti- arbeitung alternativer juristischer Lösungen zur internatio-
schen Delegation; nalen Bekämpfung des Terrorismus an die Hand zu neh-
- Die Verteidigung der Demokratie gegen den Terrorismus; men. Im Zusammenhang mit alternativen Lösungen erwartet
- Die Beschäftigungslage in Europa; die Versammlung wertvolle Impulse von der spanischen
Idee der Einberufung einer Gipfelkonferenz zum Thema
- Die erleichterte Einbürgerung von Flüchtlingen; «Internationale Zusammenarbeit gegen den Terrorismus».
- Die Zusammenarbeit zwischen den EFTA-Ländern und Sie empfiehlt deshalb den Mitgliedländern, der spanischen
der Europäischen Gemeinschaft. Einladung Folge zu leisten.
A. Die Lage in der Türkei; die Anerkennung der Mandate In die allgemeine Debatte griff auch Nationalrat Sager ein. Er
der türkischen Delegation warnte davor, im Terrorismus die einzige oder mit Abstand
wichtigste Bedrohung für die Demokratie zu sehen. Er kün-
Die Debatte über die Lage in der Türkei in der zweiten digte einen Vorstoss an, der zur Erarbeitung eines umfas-
Sessionshälfte wurde durch die zu Beginn mit 91 zu 50 senden Bedrohungsbildes führen soll.
Stimmen (bei 10 Enthaltungen) gutgeheissene Anerken-
nung der Mandate der türkischen Delegation präjudiziert. D. Die Beschäftigungslage in Europa
Logischerweise hätte dieser Entscheid am Schluss der Tür- Die Versammlung diskutierte auch über das Arbeitslosen-
kei-Debatte getroffen werden müssen. Nationalrat Butty problem in Europa und forderte die Mitgliedstaaten auf, der
stellte als Berichterstatter der Reglementskommission Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, insbesondere der Jugend-
Antrag auf Anerkennung. Er räumte ein, dass die Zusam- arbeitslosigkeit, höchste Priorität einzuräumen. Die kleine-
mensetzung des türkischen Parlamentes diskutabel sei; ren und mittleren Betriebe könnten hier dank ihrer Flexibili-
auch der Schutz der Menschen rechte werde nicht überall tät und weil sie in den meisten europäischen Volkswirtschaf-
gewährleistet. Die Demokratie werde aber schrittweise wie- ten eine dominierende Stellung einnehmen, eine wichtige
derhergestellt, was es zu ermutigen gelte. Die Gegner mach- Rolle spielen.
ten auf die nach wie vor gravierende Menschenrechtslage in Ständerat Gadient würdigte ebenfalls diese wichtige Rolle
der Türkei aufmerksam und erinnerten auch daran, dass das der kleineren und mittleren Betriebe. Er setzte sich beson-
Parlament nicht repräsentativ sei. Von den Schweizer Mit- ders auch für die in der Empfehlung enthaltene Forderung
gliedern stimmten fünf für und eines gegen die Anerken- für gezielte Umschulungs-, Weiterbildungs- und Wiederein-
nung-der Mandate, die allerdings nur für die Dauer der gliederungsmassnahmen für Arbeitslose ein. Des weiteren
36. Session gelten: Sie werden im April 1985 neu überprüft. verdiene die ebenfalls in der Empfehlung aufgeführte Forde-
Zu Beginn der eigentlichen Türkei-Debatte erklärte der rung nach besseren Kontakten zwischen Schulen und
Berichterstatter der politischen Kommission, dass die Parla- Arbeitswelt - insbesondere im Hinblick auf die Jugendar-
mentarische Versammlung trotz ihres vorangehenden Aner- beitslosigkeit - besondere Unterstützung.
kennungsentscheides keineswegs die gegenwärtige Lage in
der Türkei billige. Das Land habe zwar einige Schritte auf E. Die erleichterte Einbürgerung von Flüchtlingen
dem Weg zur Wiederherstellung demokratischer Verhält- Die Versammlung setzte sich am Schluss der Session für die
nisse zurückgelegt, sei aber vom Ziel noch weit entfernt. Die erleichterte Einbürgerung von Flüchtlingen in ihren Asyllän-
10. Juni 1985 321 Delegation beim Europarat. Bericht
dem ein und verabschiedete eine entsprechende Empfeh- - nicht als ein politisches Verbrechen angesehen werden
lung an das Ministerkomitee. Unter dem zunehmenden kann. Daher gelten in diesem Fall die Auslieferungsbestim-
Fremdenhass haben auch die Flüchtlinge zu leiden, obwohl mungen.
die in den Mitgliedländern des Europarates lebenden - unverjährbar ist,
Flüchtlinge prozentmässig nicht sehr ins Gewicht fallen. Die
- nicht unter die Amnestiegesetze fallen kann.
Skala reicht' hier von einem Minimum von 0,025 Prozent
(Türkei) bis zum Maximum von 0,61 Prozent (Schweiz). b. Die für eine Zwangsverschleppung verantwortlichen Per-
Die Versammlung empfiehlt dem Ministerkomitee, so sonen können nicht nur in dem Land, wo das Verbrechen
schnell wie möglich im Rahmen seines Arbeitsprogrammes begangen wurde, sondern in jedem anderen Land, in dem
eine Studie über die Möglichkeiten der Liberalisierung der diese Person festgenommen wurde, vor Gericht gestellt
Einbürgerungspraktiken für Flüchtlinge an die Hand zu neh- werden.
men. Die Regierungen werden aufgefordert, ihre Einbürge- 2. ihre Rechtssysteme in Übereinstimmung mit den oben
rungspraktiken schon in der Zwischenzeit elastisch zu hand- erwähnten Prinzipien zu bringen, um ihnen bindende Wir-
haben und den minderjährigen Kindern von eingebürgerten kung zu verleihen.
Flüchtlingen ebenfalls die Nationalität des Asyllandes zu Im Namen der Delegation unterstützte Ständerat Gadient
verleihen. den Entschliessungsentwurf, allerdings im Bewusstsein der
Die Schweiz kann dieser Empfehlung nicht nachkommen, Grenzen, die der Schweiz als Nichtmitglied der Vereinten
weil das Volk eine entsprechende Vorlage verworfen hat. Nationen gesetzt sind. Er erreichte noch eine Korrektur des
F. Die Zusammenarbeit zwischen den EFTA-Ländern und Entschliessungstextes im Sinne einer besseren Kennzeich-
der Europäischen Gemeinschaft nung von Verbrechen gegen die Menschheit. Im ursprüngli-
chen Text war in diesem Zusammenhang vom Verschwin-
Die wichtigsten Punkte zu diesem Thema wurden schon
den einer Person die Rede, was im Sinne der schweizeri-
unter Ziffer 2 des Berichtes aufgeführt. Im Zusammenhang
schen Gesetzgebung zu eng gefasst wäre. Unsere Recht-
mit dem von der Versammlung verabschiedeten Entschlies-
sprechung betrachtet als ein Verbrechen gegen die Mensch-
sungstext sei noch erwähnt, dass darin auf Antrag von
heit nämlich nur solche Taten, die sich gegen eine gewisse
Ständerat Debétaz auch der Aufruf an die Regierungen der
Anzahl von Personen oder eine Gruppe von Personen rich-
EFTA- und EG-Länder aufgenommen wurde, «die Möglich-
ten und in systematischer Weise durchgeführt werden.
keit der Verstärkung der Zusammenarbeit in der wissen-
schaftlichen und technischen Forschung zu prüfen». In sei- B. Bekämpfung des Drogenmissbrauchs und des Drogen-
ner Antragsbegründung betonte Ständerat Debétaz, dieser handels
Zusammenarbeit komme hinsichtlich der Zukunft des Frei- Der Drogenmissbrauch steigt in den meisten Mitgliedlän-
handels grösste Bedeutung zu, denn es gehe dabei um die dern des Europarates weiterhin an. Das heutige Durch-
Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Indu- schnittsalter der Drogenabhängigen liegt zwischen 13 und
strie. 16 Jahren und ist weiterhin im Sinken begriffen. Unter dem
Er appellierte in seinem Votum auch an die Verantwortli- Eindruck dieser Entwicklung forderte die Versammlung das
chen, ihren verbalen Verurteilungen des wachsenden Pro- Ministerkomitee in Form einer Empfehlung auf, eine
tektionismus auch Taten folgen zu lassen. Gesamtstrategie gegen den Drogenmissbrauch (nicht nur
G. Verschiedenes bezüglich der harten, sondern auch der weichen Drogen) zu
entwickeln, die neben der Bestrafung von Drogendelikten
In einer kurzen Mediendebatte wurde bedauert, dass die
auch die Vorsorge, Behandlung uund Reintegration bein-
Massenmedien der parlamentarischen Arbeit immer weni-
haltet. Ferner soll der Kampf gegen den grossangelegten
ger Aufmerksamkeit schenkten und von dieser nur ein ver-
Drogenhandel - vor allem durch eine Intensivierung der
zerrtes Bild vermittelten. Die Idee einer speziellen parlamen-
Zusammenarbeit der nationalen Behörden - verstärkt wer-
tarischen Presse wurde aber wegen den damit verbundenen
den. Nationalrat Pini wies in seinem Votum auf die beson-
Gefahren für die Pressefreiheit verworfen. Ständerat
ders exponierte Stellung der Schweiz als Durchgangsland
Gadient äusserte sich auch in diesem Sinne und wies auch
hin, weshalb sie an einer verstärkten europäischen Zusam-
auf den damals noch nicht vom Volk genehmigten neuen
menarbeit zur Bekämpfung des Drogenproblems besonders
Verfassungsartikel für Radio und Fernsehen hin. Dieser ver-
interessiert sei.
pflichtet die elektronischen Medien, die Ereignisse sachge-
recht darzustellen und die Vielfalt der Ansichten angemes- C. Die Lage der ethnischen Minderheiten in Rumänien
sen zum Ausdruck zu bringen. Die Versammlung nahm sich ebenfalls der Probleme der
ethnischen Minderheiten in Rumänien an. Rumänien wird
4. Herbstsession 1984 (26. September bis 4. Oktober 1984) im Kommissionsbericht vorgeworfen, seinen Minderheiten
Die wichtigsten Traktanden der Herbstsession 1984 waren: das Recht zu verwehren, ihre Kultur zu pflegen, ihre Religion
- Verschwundene Personen (Zwangsverschleppungen); zu praktizieren und ihre Sprache zu sprechen. Die Ver-
sammlung richtete deshalb einen Appell an die rumänische
- Bekämpfung des Drogenmissbrauchs und Drogenhan- Regierung, den Schutz und die Rechte der Minderheiten in
dels; Zukunft zu gewährleisten.
- Die Lage der ethnischen Minderheiten in Rumänien; Ein Abgeordneter versuchte die im Kommissionsbericht auf-
- Die Tätigkeiten der UNESCO; geführten Verletzungen der Rechte der ethnischen Minder-
- Die europäische Zusammenarbeit; heiten in Rumänien aufgrund eigener Reiseerfahrungen zu
widerlegen. In einer Replik bezeichnete Nationalrat Sager
- Die Rolle Europas im Nord-Süd-Dialog. den Kommissionsbericht aber als zuverlässig. Rumänien
A. Verschwundene Personen (Zwangsverschleppungen) habe auch eine gewisse Gesprächsbereitschaft betreffend
Der Bericht der juristischen Kommission über die ver- die Minderheiten signalisiert. Dieses hat sich in der Zwi-
schwundenen Personen macht darauf aufmerksam, dass schenzeit bestätigt, in dem eine Kommissionsdelegation
dieses Problem nicht nur auf Lateinamerika beschränkt ist, nach Rumänien zur Untersuchung von Minderheitsproble-
sondern es sich auch in anderen Weltgegenden stellt. Die men eingeladen wurde.
Versammlung verabschiedete eine Entschliessung, die die D. Die Tätigkeiten der UNESCO
Regierungen der Mitgliedländer auffordert,
Der UNESCO-Generaldirektor trat bei einer Debatte über die
1. im Rahmen der Vereinten Nationen die Ausarbeitung und Zusammenarbeit Europarat-UNESCO als Gastredner vor
Annahme einer Erklärung zu unterstützen, die folgende der Parlamentarischen Versammlung auf. Dasein Auftritt im
Prinzipien bekräftigt: Schatten der Krise stand, die die UNESCO gegenwärtig
a. Die Zwangsverschleppung stellt ein Verbrechen gegen erschüttert, wurde sein Exposé von Anfang an zu einer
die Menschheit dar, das leidenschaftlichen Verteidigungsrede. Anschliessend stellte
Délégation auprès du Conseil de l'Europe. Rapport 322 10 juin 1985
er sich den Fragen der Parlamentarier. Im folgenden einige druck gekommene Entschlossenheit, Europa im Nord-Süd-
Stichwörter aus diesen Fragen: Dialog eine Motor- und Koordinationsrolle zukommen zu
- Zunehmende Politisierung der UNESCO; lassen. Natürlich sei politischer Wille vonnöten, um die in
der Lissabonner Erklärung enthaltenen Prinzipien in die Tat
- Umstrittene Programme;
umzusetzen. In diesem Zusammenhang orientierte er über
- Falsch verwendete Geldmittel; die schon angelaufenen Folgemassnahmen.
- Politische Einseitigkeit;
G. Verschiedenes
- Neue Weltinformationsordnung;
Im Rahmen einer Diskussion über die Ergebnisse der Euro-
- Bürokratie päischen Sportministerkonferenz vom Frühjahr 1984 orien-
Ständerat Gadient wies in seinem Beitrag zur allgemeinen tierte Nationalrätin Morf die Versammlung im Zusammen-
Debatte darauf hin, dass die UNESCO seit ihrer Gründung hang mit der wachsenden Gewalttätigkeit auf und neben
tiefgreifende Veränderungen sowohl in bezug auf ihre den Sportplätzen über die in der Schweiz mit Erfolg ange-
Strukturen als auch auf die intellektuelle Konzeption ihrer laufene Aktion «Fairplay». Diese richtet sich an Sportler,
Rolle durchgemacht habe. Diese Entwicklung stehe im Trainer, Offizielle, Politiker, Lehrer, Schüler und Zuschauer
Zusammenhang mit dem Beitritt neuer Staaten, die andere bei Sportanlässen. Es wäre zu begrüssen, wenn im Rahmen
Auffassungen und Bestrebungen als die Gründerstaaten ins des Europarates die Zusammenarbeit im Hinblick auf die
Spiel gebracht hätten. Eine solche Entwicklung könnte sich, Erziehung zum «Fairplay» intensiviert werden könnte.
sofern sie einen wirklichen Austausch ermöglichte, positiv
auswirken. Die UNESCO sei aber in fortschreitendem Masse 5. Wintersession 1985 (28. Januar bis 1. Februar 1985)
Schauplatz ideologischer Auseinandersetzungen geworden, Die wichtigsten Traktanden der Wintersession 1985 waren:
mit der damit verbundenen Lähmung der Entscheidungsme- - Das Europäische Musikjahr 1985;
chanismen. Die Schweizer Regierung zeige Verständnis für - Die Lage in Lateinamerika;
die Haltung der USA, bedaure aber deren Austritt. Die
Schweiz werde weiterhin versuchen, als Mitglied zur Durch- - Der Tätigkeitsbericht der OECD für das Jahr 1983;
führung notwendiger Reformen bezüglich der Struktur und - Die KSZE und die Menschenrechte;
des Inhaltes der Programme beizutragen. - Massnahmen gegen die Luftverschmutzung.
E. Die europäische Zusammenarbeit A. Das Europäische Musikjahr 1985
Das Thema «Europäische Zusammenarbeit» ist ein Dauer- Das Europäische Musikjahr 1985, ein gemeinsames Projekt
brenner auf der Traktandenliste der Versammlung. Zur Dis- des Europarates, der Europäischen Gemeinschaft und der
kussion standen dieses Mal Berichte über die politischen, in den 23 Signatarstaaten der europäischen Kulturkonven-
wissenschaftlichen und kulturellen Aspekte dieser Zusam- tion gebildeten nationalen Komitees wurde mit einer von
menarbeit sowie - im Hinblick auf den bevorstehenden Arthur Grumiaux gespielten Chaconne von Johann Seba-
Beitritt Spaniens und Portugals zur Europäischen Gemein- stian Bach eröffnet.
schaft - ein Bericht über die landwirtschaftlichen Konse- Die Versammlung äusserte sich anschliessend zu dem
quenzen dieser Erweiterung. Bericht der Kommission für Kultur- und Erziehungsfragen
Nationalrätin Morf machte in der allgemeinen Debatte auf über das Europäische Musikjahr 1985. Schweizerischerseits
die immer enger werdende Zusammenarbeit zwischen der nahm National rat Cantieni, Mitglied des europäischen Orga-
Europäischen Gemeinschaft und den EFTA-Ländern im wirt- nisationskomitees, Stellung.
schaftlichen Bereich (Stichwort Luxemburger Erklärung Er erwähnte die Bedeutung der Rolle der Musik als Mittlerin
vom 9. April 1984) auf merksam. Diese finde aber ihre natürli- besseren Verständnisses unter den verschiedenen Sprach-
che Ergänzung in einer ebenso engen Zusammenarbeit regionen. So soll das Europäische Jahr der Musik zu einem
zwischen dem Europarat und der Europäischen Gemein- Jahr der Begegnung werden und den europäischen Gedan-
schaft leider nicht. Überspitzt könne man von einer «sterilen ken in der verstärkten kulturellen Präsenz in allen Mitglied-
Koexistenz» beider Organisationen sprechen. Dies sei staaten des Europarates sichtbar machen. Er rief auch dazu
bedauerlich, da man Gefahr laufe, dass in der öffentlichen auf, zwischen dem Europäischen Jahr der Musik und dem
Meinung europäische Integration heute ausschliesslich mit Internationalen Jahr der Jugend Brücken zu schlagen.
europäischer wirtschaftlicher Integration gleichgesetzt Die Versammlung richtete abschliessend an das Ministerko-
werde. Die Bedeutung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mitee die Empfehlung, die wichtigsten Ziele des Europäi-
sei bekannt. Aber es sei schade, wenn deswegen die viel schen Musikjahres als Richtlinien für zukünftige Aktionen
weniger spektakuläre, fast immer auf mittlere und langfri- sowohl in den Mitgliedstaaten wie auch unter den Auspizien
stige Wirkung ausgelegte, deswegen jedoch nicht weniger des Europarates und der Europäischen Gemeinschaft anzu-
wichtige europäische Zusammenarbeit im Rahmen des nehmen.
Europarates in den Bereichen Menschenrechte, Sozialfra- B. Die Lage in Lateinamerika
gen, Umweltschutz, Kultur, Gesundheitswesen, Kommunal-
und Regionalfragen, Rechtsharmonisierungen, nicht gebüh- Mit knappem Mehr nahm die Versammlung eine ausgewo-
rend wahrgenommen würde. gene Entschliessung über die Lage in Lateinamerika an.
Es gelte vor allem, die Beziehungen des Europarates zur Diese geht auf die Gründe für die Schwierigkeiten dieses
Europäischen Gemeinschaft nachhaltig zu verbessern, um Kontinentes ein und gibt der Überzeugung Ausdruck, dass
von der «sterilen Koexistenz» zur ergänzenden Zusammen- dauerhafte Lösungen nur in Zusammenarbeit mit den Ver-
arbeit zu gelangen. Es werde auf beiden Seiten einer nicht einigten Staaten und Europa gefunden werden können. Sie
nachlassenden Anstrengungen bedürfen, um vom Konkur- ruft die Regierungen der Mitgliedstaaten des Europarates
renzdenken, von den Doppelspurigkeiten hin zu einer wirkli- auf, die Friedensbemühungen der Contadora-Gruppe zu
chen europäischen Integration zu kommen. unterstützen und durch eine erweiterte Zusammenarbeit mit
Lateinamerika zur Überwindung der dort herrschenden
F. Die Rolle Europas im Nord-Süd-Dialog Zustände beizutragen.
Die Versammlung organisierte im Frühjahr 1984 in Lissabon Warum wurde der ausgewogene Entschliessungstext nur
eine Konferenz über die Rolle Europas in den Nord-Süd- mit knappem Mehr angenommen? Dies hängt mit dem
Beziehungen. Anlässlich der Herbstsession nahm sie nun Umstand zusammen, dass viele Versammlungsmitglieder
eine, auf das Resultat dieser Konferenz gestützte Empfeh- den dazugehörenden Bericht als unausgewogen betrachte-
lung an das Ministerkomitee an. ten. Bisher stellten Berichte und die dazugehörenden
Ständerat Debétaz ergriff in seiner Eigenschaft als Präsident Entschliessungen und Empfehlungen in der Regel ein
der federführenden Kommission für Wirtschafts- und zusammenhängendesGanzes dar; denn die Berichterstatter
Entwicklungsfragen das Wort. Er betonte die Bedeutung der bemühen sich in der Regel darum, dass sich Entschlies-
Lissabonner Konferenz und die in der Erklärung zum Aus- sungs- bzw. Empfehlungstexte und die dazugehörenden
10. Juni 1985 323 Delegation beim Europarat. Bericht
Berichte nicht widersprechen. Die Versammlung kann freiheiten. In der dazugehörenden Empfehlung werden die
Entschliessungs- und Empfehlungstexte abändern und Regierung der Mitgliedländer des Europarates aufgefordert,
stimmt auch nur über diese ab. Die dazugehörenden ihre Experten an der Ottawa-Konferenz zu beauftragen, die-
Berichte kann sie aber nicht ändern. sen Konventionsentwurf vorzulegen und sich für dessen
Nationalrat Sager drückte seine Sorge darüber aus, dass mit Annahme einzusetzen. Die Versammlung nahm die Empfeh-
dem vorliegenden Bericht Missbrauch betrieben werden lung und damit auch den Konventionsentwurf einstimmig
könnte. Deshalb machte er von einer der selten angewende- an.
ten Reglementsbestimmungen Gebrauch, wonach abwei- Der Konventionsentwurf enthält folgende Grundsätze:
chende Meinungen und sachliche Korrekturen im Bericht - Jeder Bürger eines Signatarstaates der KSZE-Schlussakte
selber als Fussnote oder als Anhang eingebracht werden hat das Recht, sich gegenüber den Behörden und Gerichten
können. Seine Ergänzungen, Korrekturen und Widerlegun- seines Landes auf die Menschenrechte zu berufen.
gen erscheinen nun im Bericht als eingerückte Spalten.
Zwei weitere Parlamentarier stützten sich ebenfalls auf die- - Jeder Bürger hat das Recht, sich über die ihm zustehen-
ses Recht ab und brachten ihre abweichende Meinung in den Menschenrechte zu informieren.
Form eines Anhanges ein. - Jeder Bürger hat das Recht, sich einzeln oder in Verbin-
dung mit anderen Personen für die Einhaltung der Men-
Nationalrat Sager ergriff dann im Plenum das Wort, um sein
Vorgehen zu erläutern, aber auch um auf Äusserungen schenrechte einzusetzen.
verschiedener vorangehender Votanten zu reagieren. Natio- - Kein Bürger darf bestraft werden, nur weil er sich auf die
nalrat Butty intervenierte ebenfalls. Er betonte die Bedeu- Menschenrechte beruft.
tung Lateinamerikas für Europa und das entsprechend not- - Alle behördlichen Massnahmen, die darauf ausgerichtet
wendige Interesse für die dortige Lageentwicklung. Jedoch sind, die Anwendung dieser Konventionsbestimmungen zu
gab er seiner Meinung Ausdruck, dass es unannehmbar sei, verhindern, sind illegal.
sich von unserer Seite her Urteile über diesen Kontinent und - Vertragsparteien setzen sich für den Schutz der Men-
seine Länder anzumassen. Der Europarat solle sich in erster schenrechte und der Grundfreiheiten in ganz Europa ein.
Linie auf die Lösung spezifisch europäischer Fragen und Zur Errichtung dieses Zieles werden sich die Vertragspar-
Probleme konzentrieren. Auch National rat Butty bemängelte teien konsultieren.
die Unausgewogenheit des Berichtes.
E. Massnahmen gegen die Luftverschmutzung
C. Der Tätigkeitsbericht der OECD für das Jahr 1983 In der Wintersession 1984 verabschiedete die Versammlung
Die OECD benützt regelmässig die Parlamentarische Ver- eine Empfehlung an das Ministerkomitee zum Thema Luft-
sammlung als Forum für die Diskussion wirtschaftlicher verschmutzung und saurer Regen. Hauptpunkt dieser Emp-
Fragen und Probleme unter der Federführung der Kommis- fehlung bildet die Aufforderung an das Ministerkomitee,
sion für Wirtschafts- und Entwicklungsfragen und in Anwe- eine Europäische Konvention zur Bekämpfung der Luftver-
senheit des OECD-Generalsekretärs und parlamentarischer schmutzung auszuarbeiten, der auch Nichtmitgliedländer
Delegationen aus aussereuropäischen Mitgliedländern. beitreten könnten und die als Kernstück die Verpflichtung
Andere Kommissionen der Versammlung werden dann auch zur Einführung bleifreien Benzins und zur Halbierung der
zu Stellungnahmen zum OECD-Tätigkeitsbericht eingela- Schwefeldioxidemissionen enthalten sollte. Diese Konven-
den. Nationalrat Pini legte einen solchen im Namen der tion ist als Ergänzung zur Konvention betreffend die weit-
Kommission für Gesundheits- und Sozialfragen vor, die räumige, grenzüberschreitende Luftverschmutzung
besonders auf die mit der Arbeitslosigkeit verbundenen gedacht, die im Rahmen der UNO-Wirtschaftskommission
sozialen Probleme einging. für Europa erarbeitet worden ist und die keine Verpflichtung
Ständerat Gadient behandelte in seinem Votum hauptsäch- zu messbaren Werten, insbesondere keine Grenzwerte für
lich das Thema «Ausweitung des Welthandels», eines der Emissionen, enthält.
Hauptziele der OECD. Er benützte die Gelegenheit der Unter dem Eindruck der sich rapide verschlechternden
Anwesenheit amerikanischer Kongressabgeordneter, um Umweltlage reichte Nationalrat Sager zu Beginn der Winter-
diese aufzufordern, alles zu tun, um die im amerikanischen session im dringlichen Verfahren einen von der Schweizer
Repräsentantenhaus noch hängige Frage der Zustimmung Delegation unterstützten Empfehlungsentwurf ein, der das
zur anlässlich der OECD-Ministerkonferenz vom Mai 1984 Ministerkomitee auffordert, der Ausarbeitung der vor einem
im Sinne einer ersten vertrauensbildenden Massnahme Jahr schon vorgeschlagenen Konvention nun absolute Prio-
beschlossenen vorzeitigen Inkraftsetzung der Zollabbau- rität einzuräumen. Die Versammlung nahm den Entwurf
tranche 1986 der Tokio-Runde auf den I.Januar 1985 zu einstimmig an.
deblockieren. Dies ist besonders wichtig, weil die Europäi- Nationalrat Sager wies in seiner Begründung auch darauf
sche Gemeinschaft ihr Mitmachen von einem positiven ame- hin, dass sich für die Kommission, die für die Beziehungen
rikanischen Entscheid abhängig macht. Er erwirkte eine mit den europäischen Nichtmitgliedländern zuständig ist, im
entsprechende allgemeine Ergänzung des Entschliessungs- Zusammenhang mit der Bewältigung europäischer Umwelt-
textes. schutzprobleme allenfalls neue interessante Aufgaben erge-
Ständerat Gadient kam auch auf die Luxemburger Erklä- ben. Ein Anknüpfungspunkt könnte die Ausarbeitung der
rung vom 9. April 1984 der Handelsminister der EFTA- und oben erwähnten Konvention bilden, die auch Nichtmitglied-
EG-Länder zu sprechen, in der die Schaffung eines dynami- ländern offenstehen würde.
schen und homogenen europäischen Wirtschaftsraumes in F. Verschiedenes
Aussicht gestellt wird. Er gab der Erwartung Ausdruck, dass
sich dieses Ziel sicher unter Berücksichtigung der OECD- Der jeweils zu Beginn einer Session vorgelegte Bericht über
und GATT-Regeln erreichen liesse. die Tätigkeit des Büros, der Ständigen Kommission und der
Kommission für die Beziehungen zu den nationalen Parla-
D. Die KSZE und die Menschenrechte menten und zur Öffentlichkeit wurde von Ständerat Debétaz
vorgelegt.
Gemäss Beschluss der KSZE-Folgekonferenz von Madrid
findet im Mai 1985 in Ottawa eine Expertenkonferenz der 6. Vorstösse und Anregungen, die in den eidgenössischen
Signatarstaaten betreffend den Schutz der Menschenrechte Räten während der Berichtszeit auf die Arbeit des Europara-
und der Grundfreiheiten statt. Ausgehend von der Tatsache, tes Bezug nahmen
dass die Menschenrechte einen wichtigen Aspekt der
Schlussakte von Helsinki (1975) darstellen, dass aber den 84.706 Einfache Anfrage Dafflon vom 21. Juni 1984. Türki-
Bürgern verschiedener Staaten das Recht abgesprochen sche Gefangene. Intervention des Bundesrates
wird, sich darauf zu beziehen, erarbeitete die juristische 84.773 Einfache Anfrage Morf vom 3. Dezember 1984. Pom-
Kommission einen Konventionsentwurf betreffend den pidou-Gruppe. Beitritt der Schweiz
Schutz und die Ausübung der Menschenrechte und Grund- 84.912 Interpellation Oestervom 12. Dezember 1984. Zerstö-
42-S
Délégation auprès du Conseil de l'Europe. Rapport 324 10 juin 1985
rung der Donau-Auen. Verletzung internationaler Konventio- des Drogenhandels, die illegalen Wanderbewegungen in
nen. (Nimmt Bezug auf das europäische Übereinkommen Europa und die Nord-Süd-Konferenz - die Rolle Europas
über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen aus als für deren Einbringung in die nationalen Parlamente
und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume vom Jahre besonders geeignet.
1979.) Wintersession 1985
85.305 Postulat Meier-Zürich vom 4. Februar 1985. Waldster- - Bericht und Empfehlung betreffend das Europäische Mu-
ben. Schweizer Delegation beim Europarat. sikjahr;
- Bericht und Empfehlung betreffend die Verschmutzung
Anhang der Meere und den Fischfang;
A. Konventionen des Europarates, die während der - Bericht und Empfehlung betreffend die Konferenz für
Berichtszeit zur Unterschrift und Ratifikation aufgelegt Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa und die Men-
wurden: schenrechte (Konventionsentwurf);
- Protokoll Nr. 7 zur Konvention zum Schutz der Menschen- - Bericht und Empfehlung betreffend die zu treffenden
rechte und Grundfreiheiten (1984). Massnahmen zur Bekämpfung der Luftverschmutzung;
- Protokoll Nr. 8 zur Konvention zum Schutz der Menschen- - Bericht und Entschliessung betreffend die Tätigkeiten der
rechte und Grundfreiheiten betreffend das Verfahren vor der OECD für das Jahr 1983.
Kommission und dem Europäischen Menschenrechtsge-
Im Anschluss an die Wintersession 1985 wählte die mit den
richtshof (1985).
Beziehungen zu den nationalen Parlamenten und zur
Die Schweiz hat das Protokoll Nr. 8 unterzeichnet. Öffentlichkeit betraute Kommission die Empfehlungen
B. Die wichtigsten Berichte, Empfehlungen und Entschlies- betreffend das Europäische Musikjahr und die Verschmut-
sungen, die von der Parlamentarischen Versammlung wäh- zung der Meere und den Fischfang aus als für deren Einbrin-
rend der 36. ordentlichen Session verabschiedet wurden. gung in die nationalen Parlamente besonders geeignet.
Frühjahrssession 1984
- Bericht und Empfehlung betreffend die Beschäftigungs- Gadient, Berichterstatter: Ich möchte beantragen, dass ich
lage in Europa; den Bericht gleichzeitig zu den Geschäften 85.011 und
- Bericht und Empfehlung betreffend die Verteidigung der 85.013 erstatten darf.
Demokratie gegen den Terrorismus; Im Namen der Schweizer Parlamentarierdelegation beim
- Bericht und Empfehlung betreffend die UNO-Seerechts- Europarat danke ich dem Bundesrat für seinen aufschluss-
konvention; reichen ersten Tätigkeitsbericht, der uns erstmals, gleichzei-
tig mit demjenigen der Schweizer Parlamentarierdelegation,
- Bericht und Empfehlung betreffend den Erwerb der
Staatsangehörigkeit des Aufnahmelandes durch Flücht- beim Europarat unterbreitet wird.
linge; Die Zukunft Europas dürfte weitgehend davon abhängen, ob
es seinen Völkern gelingen wird, Probleme, die nur mit
- Bericht und Entschliessung betreffend die Beziehungen grenzüberschreitenden Regelungen wirksam gelöst werden
der nationalen Parlamente zu den Medien; können, mit vereinter Kraft anzugehen. Zwei wichtige
- Bericht und Entschliessung betreffend die Tätigkeiten der Gebiete und Beispiele dafür sind der Umweltschutz und die
EFTA; Verkehrspolitik. Die Schweizer Parlamentarierdelegation
- Bericht und Entschliessung betreffend die Lage in der hat sich in den letzten Monaten für eine aktive Rolle des
Türkei. Europarates im Kampf gegen die grenzüberschreitende
Im Anschluss an die Frühjahrssession 1984 wählte die mit Luftverschmutzung eingesetzt. Sie hat auch einen Vorstoss
den Beziehungen zu den nationalen Parlamenten und zur mit dem Ziel unternommen, den Europarat vermehrt als
Öffentlichkeit betraute Kommission die Empfehlungen Forum für die Erarbeitung einer europäischen Verkehrspoli-
betreffend die Verteidigung der Demokratie gegen den Ter- tik zu nutzen. Die Delegation bemüht sich auch, vermehrt
rorismus, die Beschäftigungslage in Europa und die UNO- schweizerische Standpunkte in die Strassburger Debatten
Seerechtskonvention aus als besonders geeignet für deren einzubringen. Ich erinnere hier etwa an die Debatten über
Einbringung in die nationalen Parlamente. die UNESCO und über die Zwangsverschleppung. Es
geschieht dies selbstverständlich nicht im leeren Raum und
Minisession 1984 nach Gutdünken, sondern vielmehr nach sorgfältiger
- Bericht und Entschliessung betreffend die Ost-West-Be- Abstimmung mit den involvierten Bundesstellen.
ziehungen; Ich teile die Auffassung von Herrn Bundesrat Aubert, dass
- Bericht und Entschliessung betreffend die Tätigkeiten des die Kontakte zwischen dem Ministerkomitee und der Parla-
IKRK. mentarischen Versammlung noch enger werden sollen. In
Herbstsession 1984 diesem Zusammenhang würde es die Delegation begrüssen,
- Bericht und Empfehlung betreffend die Bekämpfung des vermehrt über die vom Bundesrat im Rahmen des Minister-
komitees beabsichtigte Politik im voraus informiert zu wer-
Drogenmissbrauchs und des Drogenhandels;
den. Trotz unserer Unabhängigkeit möchten wir koordiniert
- Bericht und Empfehlung betreffend die Zukunft der euro- und konzentriert vorgehen. Eines der Hauptanliegen der
päischen Zusammenarbeit; Schweizer Delegation besteht darin, mehr an Strassburger
- Bericht und Empfehlung betreffend die Nord-Süd-Konfe- Informationen in das politische Geschehen der Schweiz
renz - die Rolle Europas; einfliessen zu lassen. Dabei gilt es, zwischen der diesbezüg-
- Bericht und Empfehlung betreffend die illegalen Wander- lichen Tätigkeit der Delegation im Rahmen unseres Parla-
bewegungen in Europa; mentes und der Information der Öffentlichkeit zu unter-
- Bericht und Entschliessung betreffend verschwundene scheiden. Mit dem Ziel der Verbesserung der Information
Personen (Zwangsverschleppungen); der Öffentlichkeit über die Belange des Europarates führten
wir während der Januarsession 1985 in Strassburg eine
- Bericht und Entschliessung betreffend die Lage der Min- Orientierungstagung für 15 Bundeshausjournalisten durch.
derheiten in Rumänien; Erlauben Sie mir, dass ich noch kurz auf das Problem der
- Bericht und Entschliessung betreffend die Tätigkeiten der nicht immer einfachen Beziehung zwischen dem Europarat
UNESCO und die Zusammenarbeit mit dem Europarat. und den Europäischen Gemeinschaften eingehe: Die wei-
Im Anschluss an die Herbstsession 1984 wählte die mit den tere Entwicklung dieser Beziehungen ist für die Zukunft des
Beziehungen zu den nationalen Parlamenten und zur Europas der 21 von grosser Bedeutung. Die Schweiz ist -
Öffentlichkeit betraute Kommission die Empfehlungen wie Sie alle wissen - sehr eng mit Europa verflochten. Der
betreffend die Bekämpfung des Drogenmissbrauchs und Europarat ist einer der Hauptpfeiler der Europapolitik. Wir
10. Juni 1985 325 Delegation beim Europarat. Bericht
verfolgen die europäischen Entwicklungen und besonders Inangriffnahme der kommenden Etappe einzuschalten.
ihre möglichen Auswirkungen auf den Europarat stets mit Anlass hierzu gibt mir insbesondere die Debatte in Strass-
Interesse. Die Schweizer Delegation nimmt daher seit eini- burg, in der von einer «sterilen Koexistenz» hinsichtlich der
gen Jahren in der Einleitung ihres Tätigkeitsberichtes regel- Beziehungen zwischen dem Europarat und der EG gespro-
mässig dazu Stellung. chen wurde. Die Zusammenarbeit im wirtschaftlichen
Der Europarat hatte es in den letzten Jahren nicht immer Bereich zwischen EG und EFTA kann auch dem Europarat
leicht, sich gegenüber den Europäischen Gemeinschaften nicht gleichgültig sein. Anlässlich der Feier des 25jährigen
und ganz allgemein gegenüber der europäischen öffentli- Bestehens der EFTA in Wien wurde deutlich auf den Wende-
chen Meinung klar zu profilieren. Dies hängt nicht zuletzt punkt hingewiesen. Die neue Etappe wird schwieriger sein,
auch mit der wenig medienspektakulären Natur der europäi- schwieriger jedenfalls als die erste Etappe der Zusammenar-
schen Zusammenarbeit im Rahmen des Europarates zusam- beit, weil sehr komplexe Probleme zur Lösung anstehen. Die
men, die wohl ihren sichtbarsten Niederschlag in den bald Verwirklichung der angestrebten Ziele wird ein beträchtli-
120 europäischen Konventionen findet. ches Mass an technischer Arbeit verlangen, und darum
Dieses System der Konventionen hat einen gewichtigen herum kommt auch der Europarat nicht, wenn wir die Bezie-
Nachteil: Die Konventionen müssen von den einzelnen Mit- hungen und die Bestrebungen zur Schaffung eines homo-
gliedländern ratifiziert werden. Weil der Stand der Ratifika- genen, dynamischen europäischen Wirtschaftsraums auf
tionen nicht einheitlich ist, kommt die Zusammenarbeit eine möglichst breite Basis stellen wollen.
gewöhnlich erst mit einiger Verzögerung zum Tragen und
kann deshalb auch nur langsam in das Bewusstsein der M. Aubert, conseiller fédéral: Je ne m'exprime que sur le
Bürger der Mitgliedländer eindringen. premier objet qui vous est soumis, œuvre du Conseil fédéral.
Wir begrüssen deshalb die seit einiger Zeit laufenden Bemü- Je ne parlerai pas du rapport des parlementaires, tout en
hungen, dem Europarat vermehrt Profil zu verleihen. Ich admirant beaucoup le travail qui a été fait.
denke hier an die jüngst beschlossene Erweiterung und On vous l'a dit, il s'agit d'une «première». Nous avons
Vertiefung des politischen Dialogs im Rahmen des Minister- répondu à une motion datée du 30 avril 1984, qui demandait
komitees sowie an die angestrebte Verbesserung der Bezie- au Conseil fédéral un rapport sur les activités du Comité des
hungen zwischen dem Europarat und der Europäischen ministres et des comités d'experts. Nous l'avons fait et le
Gemeinschaft. rapport que vous avez sous les yeux est le premier du genre.
Die Parlamentarische Versammlung spielt hier ebenfalls Il est publié dans la Feuille fédérale comme un rapport
eine wichtige Rolle, denn sie ist und bleibt die treibende séparé, mais nous examinerons, à l'avenir, la possibilité de
Kraft innerhalb des Europarates. Sie hat zum Beispiel die le joindre au rapport de gestion du Conseil fédéral.
Initiative zur Bestellung einer Kommission europäischer Vous l'avez relevé très justement, Monsieur Gadient - et je
Persönlichkeiten unter der Leitung von Emilio Colombo vous remercie des propos très aimables que vous m'avez
ergriffen. Diese erhielt das Mandat für die neunziger Jahre, adressés -, le Conseil de l'Europe est à un tournant de son
praktische Vorschläge zur Verwirklichung eines geeinten existence. Il est actuellement dans une phase de renouvelle-
Europas zu entwickeln. Die Kommission hat inzwischen ihre ment, à la suite de l'élection du nouveau secrétaire général,
Arbeiten abgeschlossen, wobei ihr Bericht aber noch nicht l'Espagnol M. Oreja, qui a remplacé l'Autrichien Karasek. Le
vorliegt. Conseil fédéral se réjouit de ce renouvellement car- vous
Wenn es gelingt, eine vermehrte Konzentration auf Grund- l'avez dit, Monsieur Gadient - avec l'élargissement de la
satzfragen und Themen von europäischer Dimension zu Communauté européenne de dix à douze, celle-ci groupe
erreichen und die Bürokratisierung in Schranken zu halten, maintenant la majorité des Etats membres du Conseil de
sind wir optimistisch für die Zukunft des Europarates. Die l'Europe. Il importe donc qe nous renforcions la coopération
erwähnten Initiativen zeigen, dass er imstande ist, den heuti- enrte les vingt-et-un Etats de cette grande famille démocrati-
gen Herausforderungen zu begegnen und seinen Platz als que qu'est le Conseil de l'Europe, pour que l'écart qui existe
wichtiger Träger des europäischen Integrationsprozesses zu déjà entre les membres de la Communauté européenne et
behaupten. Dies ist angesichts der bevorstehenden Erweite- les autres membres du Conseil de l'Europe ne s'agrandisse
rung der Europäischen Gemeinschaft von zehn auf zwölf progressivement.
Mitglieder von grosser Bedeutung. Ein vitaler Europarat Dans tous les domaines qui sont de la compétence aussi
gewährleistet auch, dass sich unser Land weiterhin im Rah- bien de l'organisation de Strasbourg que de la Communauté
men des Ministerkomitees sowie in der Parlamentarischen - je ne parlerai pas ici du domaine économique et commer-
Versammlung dafür einsetzen kann, dass Probleme, die nur cial qui est traité directement entre la Communauté euro-
-wie bereits erwähnt-mit grenzüberschreitenden Regelun- péenne et l'AELE - le Conseil de l'Europe doit jouer le rôle
gen wirksam gelöst werden können, mit vereinten Kräften de pont entre les Etats membres de la Communauté euro-
angegangen werden. péenne et ceux qui sont membres du Conseil de l'Europe.
Schliesslich darf ich noch darauf hinweisen, dass unser L'Europe des droits de l'homme, de la coopération juridi-
Kollege, Ständerat Debétaz, als einer der 13 Vizepräsidenten que, de la science et de la technologie, de l'environnement,
der 36. Session des Europarates amtierte. Es liegt mir de la culture etc. ne s'arrête pas aux frontières de la Com-
sodann daran, den Mitgliedern der Schweizer Parlamenta- munauté économique européenne. Le Conseil de l'Europe
rierdelegation, dem EDA und vorab Herrn Bundesrat Aubert doit être un facteur de cohésion en Europe occidentale. Et
für die stets konstruktive Zusammenarbeit zu danken. nous pouvons saluer les deux résolutions approuvées l'une,
le 25 avril 1985, sur le «développement de la coopération
Dobler: In den Ausführungen des Kommissionspräsidenten entre le Conseil de l'Europe et la Communauté économique
und in den vorliegenden Berichten kommt zusätzlich ver- européenne» - ce qui est un premier pas - et la seconde
schiedentlich zum Ausdruck, dass sowohl im Ministerkomi- acceptée le 22 novembre 1984, sur le «renforcement du
tee als auch in der Parlamentarierversammlung eine Verbes- dialogue politique». Je me réjouis d'autant plus de l'adop-
serung der Beziehungen zwischen Europarat und EG ver- tion de ces deux résolutions qu'elles sont le produit de deux
langt wurde. Eine Spezialkommission wurde beauftragt, initiatives de la Suisse et de l'Autriche. Il s'agit maintenant
einen Bericht auf 1985 zu erstellen. Ich möchte insbeson- de mettre en œuvre la «résolution sur le développement de
dere aus der Sicht der EFTA die Notwendigkeit einer la coopération entre le Conseil de l'Europe et la Commu-
engeren Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen nauté économique européenne», en obtenant l'adhésion de
europäischen Gremien betonen. la Communauté aux conventions du Conseil de l'Europe, la
In unserer Kommission wurde zwar darauf aufmerksam mise en place de projets communs, l'extension des instru-
gemacht, dass der Europarat nicht in erster Linie als Binde- ments juridiques communautaires à l'ensemble des pays du
glied und Kontaktgremium zum europäischen Parlament Conseil de l'Europe, etc.
tätig sei. Trotzdem scheint es mir wichtig zu sein, den Il importe, par ailleurs, de développer le dialogue politique
Europarat als politisches Forum in verstärktem Mass bei der entre les vingt-et-un Etats démocratiques de ce Conseil de
Interpellation Bauer 326 10 juin 1985
l'Europe, qu'ils soient membres ou non de la Communauté efficace. La Suisse est mieux connue en Europe, grâce à
européenne. Le but doit être de renforcer la cohésion entre vous.
ces pays et, par là, d'accroître le poids de l'Europe sur la C'est la raison pour laquelle, après l'adoption de ces deux
scène mondiale. A cet égard, je crois que le Conseil de nouvelles résolutions en vue d'accélérer le dialogue politi-
l'Europe à un rôle particulièrement important à jouer. que et d'améliorer les contacts avec la Communauté écono-
Le dialogue politique ne doit pas uniquement porter sur les mique européenne, j'ai l'espoir que le Conseil de l'Europe
thèmes de politique étrangère, mais également sur les défis jouera toujours davantage et toujours mieux son rôle d'unifi-
auxquels est confronté notre continent et, de façon géné- cateur de la démocratie européenne.
rale, la société moderne. Lorsque le Comité des ministres à
adopté cette résolution sur le renforcement du dialogue Präsident: Die Kommission beantragt, von den Berichten
politique, la réflexion a commencé à se faire dans un esprit Kenntnis zu nehmen.
de collaboration entre le Comité des ministres et les parle- Wird ein anderer Antrag eingebracht? - Dies ist nicht der
mentaires, M. Gadient l'a relevé. Je crois que cette coopéra- Fall. Sie haben so beschlossen.
tion s'avère excellente.
Pour s'affirmer dans le processus de construction euro- Zustimmung - Adhésion
péenne, notamment à l'égard de l'Europe des dix et bientôt
des douze, le Conseil de l'Europe doit fixer des priorités
claires dans ses activités et ceci en fonction des moyens à
disposition. Ce qui compte, c'est l'efficacité. Pour le Conseil
fédéral, ces priorités devraient être: les droits de l'homme
(adaptation de la Commission européenne des droits de
#ST# 85.413
l'homme aux problèmes posés par les progrès de la science Interpellation Bauer
et de la technologie, accélération des travaux relatifs à une Politische Rechte der Ehefrauen
convention européenne contre la torture, révision des méca- von Schweizer Beamten im Ausland
nismes de protection de la Commission européenne des
droits de l'homme - à ce sujet, j'ai participé à la première Droits politiques des épouses
Conférence européenne ministérielle sur les droits de de fonctionnaires suisses à l'étranger
l'homme à Vienne le 19 mars 1985), à la coopération juridi-
que (lutte contre le terrorisme, contre la drogue), la culture
et l'éducation (aide à la création artistique et à la mise en
valeur du patrimoine architectural, sensibilisation des
citoyens européens à la dimension européenne de la cul- Wortlaut der Interpellation vom 21. März 1985
ture, encouragement à des aspects européens d'éducation, Die Bundesversammlung hat dem Bundesrat eine Motion
etc.), la protection de l'environnement et de la nature et la (Bauer) überwiesen, die sich mit den politischen Rechten
recherche scientifique et technique (établissement de der Ehefrauen von Schweizer Beamten im Ausland befasste
réseaux de recherche, promotion de la mobilité des cher- (Zustimmung des Nationalrates am 22. März 1979, Zustim-
cheurs). Les parlementaires suisses, qu'ils soient ou non mung des Ständerates am 26. September 1979).
membres de la délégation à Strasbourg, jouent un rôle Artikel 37 des Nationalratsreglements und Artikel 30 des
eminent - et je tiens à le dire ici publiquement - dans la Ständeratsreglements verlangen, dass der Bundesrat Motio-
formulation et la mise en œuvre de la politique suisse à nen und Postulate, die keine Frist setzen, so bald als mög-
l'égard du Conseil de l'Europe. Au moment où nous assis- lich erfüllt.
tons à sa relance, ce rôle doit et peut encore être renforcé Da seit der Überweisung der Motion durch die beiden Räte
par exemple en faisant encore mieux connaître, en Suisse, schon fast sechs Jahre vergangen sind, bitte ich den Bun-
le Conseil de l'Europe, son rôle et ses possibilités, en contri- desrat, uns mitzuteilen, wie und bis wann er die Motion zu
buant, davantage que par le passé, à faire intégrer dans erfüllen gedenkt.
notre ordre juridique les instruments adoptés à Strasbourg,
soit les recommandations, les résolutions, les conventions. Texte de l'interpellation du 21 mars 1985
Le Conseil fédéral est disposé à développer avec les parle- Le 22 mars 1979 le Conseil national et le 26 septembre 1979
mentaires les échanges de vue, les informations sur le le Conseil des Etats ont adressé au Conseil fédéral une
Conseil de l'Europe. Ainsi, le rapport qui nous occupe motion (Bauer) concernant les droits politiques des épouses
aujourd'hui témoigne précisément de ce souci. Le Conseil de fonctionnaires suisses à l'étranger.
fédéral est, d'autre part, prêt à encourager le renforcement Selon les articles 37 et 30 des règlements des deux conseils,
du dialogue entre le Comité des ministres et l'Assemblée le Conseil fédéral donne suite dès que possible aux motions
parlementaire. A cet égard, je suis d'avis que la réunion du et postulats ne fixant pas de délai.
comité mixte, qui se tiendra le 2 juillet prochain à Hambourg La motion ayant été transmise par les deux conseils il y a
et qui sera consacrée à l'avenir de la construction euro- près de 6 ans, le Conseil fédéral est prié de nous informer
péenne, revêtira un intérêt tout particulier. sur la suite qu'il entend lui donner et dans quel délai.
Vous savez l'attention que le Conseil fédéral porte au Con-
seil de l'Europe, qui est le seul forum politique européen Mme Bauer: Je voudrais rappeler que le 22 mars 1979, par
dont nous soyons membres à part entière, où nous jouis- 87 voix contre 20, le Conseil national a accepté une motion
sons du droit de vote et de celui de nous exprimer. Nous sur les droits politiques des épouses des fonctionnaires
n'avons d'ailleurs pas manqué d'exercer ces droits. D'autre suisses à l'étranger. Ainsi a-t-il renoncé à suivre le Conseil
part, nos parlementaires - qui s'expriment en leur nom fédéral qui proposait de la transformer en postulat.
personnel et non pas en celui de la Suisse, il convient de le Le 26 septembre de la même année, par 21 voix contre 9, le
rappeler- remplissent également cette tâche extrêmement Conseil des Etats l'acceptait également, suivant ainsi la
importante qui est de mieux faire connaître l'image de la proposition de son bureau et tenant compte, selon l'expres-
Suisse sur le plan européen. sion utilisée par notre ancien collègue Joseph Ulrich, de
Je tiens ici à remercier ceux d'entre vous qui font partie de la l'appui massif du Conseil national à la motion.
délégation parlementaire au Conseil de l'Europe. Vous y Je ne m'étendrai pas sur le contenu de la motion, tout au
accomplissez un travail remarquable, vous y consacrez un plus rappellerai-je brièvement que le 18r janvier 1977, soit
temps énorme, vous sacrifiez des heures de déplacement deux ans seulement avant le dépôt de la motion, entrait en
pour vous rendre à Strasbourg, vous passez des heures en vigueur la loi fédérale sur les droits politiques des Suisses à
séances de commission. J'ai connu cette vie de parlemen- l'étranger. Selon cette loi, les Suisses à l'étranger ne sont
taire suisse au Conseil de l'Europe et je peux affirmer que le pas autorisés à voter par correspondance pour éviter d'ac-
travail s'y est considérablement amélioré. Il est devenu plus corder la réciprocité aux étrangers domiciliés chez nous.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Europarat. Bericht des Bundesrates
Conseil de l'Europe. Rapport du Conseil fédéral
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1985
Année
Anno
Band III
Volume
Volume
Session Sommersession
Session Session d'été
Sessione Sessione estiva
Rat Ständerat
Conseil Conseil des Etats
Consiglio Consiglio degli Stati
Sitzung 05
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 85.011
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 10.06.1985 - 17:00
Date
Data
Seite 319-326
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Ref. No 20 013 625
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