Food Aid vs. Monetary Aid in Humanitarian Crises
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThis case concerns a proposal to send food aid rather than monetary aid to famine-stricken regions. The proponent argued that Swiss agricultural products are well-suited for aid and would reach those in need more effectively than money, paradoxically addressing both domestic overproduction and international hunger. Opponents, however, contended that this approach contradicted existing development principles by potentially disrupting local economies and creating dependency, and that existing food aid programs already aimed to source goods regionally and consider local consumption habits. The court ultimately accepted the proposal, acknowledging the ongoing humanitarian crisis and directing that the most appropriate forms of aid would be determined on a case-by-case basis.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 36 Abs. 1 BüG; Food Aid vs. Monetary Aid in Humanitarian Crises: The proponent argued that Swiss agricultural products are well-suited for aid and would reach those in need more effectively than money, paradoxically addressing both domestic overproduction and international hunger. Opponents, however, contended that this approach contradicted existing development principles by potentially disrupting local economies and creating dependency, and that existing food aid programs already aimed to source goods regionally and consider local consumption habits. The court ultimately accepted the proposal, acknowledging the ongoing humanitarian crisis and directing that the most appropriate forms of aid would be determined on a case-by-case basis.
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KI-generiertThis provision is cited as the legal basis for the annulment of the naturalization.
Volltext
3. Juni 1985 N 805 Postulat Schärli
région et nous étudions à cette fin plus spécialement un Die Nahrungsmittelhilfe der Schweiz betrug 1981 bis 1983
programme régional de santé qui nous a été soumis par une 113 Tonnen im Wert von 152,3 Millionen Franken. Davon
délégation de ministres de plusieurs pays d'Amérique cen- betrug die Lieferung von schweizerischen Milchprodukten,
trale et d'Amérique latine. Nous pensons ainsi contribuer Milchpulver und Schmelzkäse etwa 60 Prozent, Getreide
utilement non seulement à la coopération au développe- ungefähr 30 Prozent, andere Produkte - wie Weissfischkon-
ment, à la coopération régionale, en Amérique centrale, serven -10 Prozent.
mais également et surtout à la détente et à la paix entre les Diese gängige Form der Nahrungsmittelhilfe wird von ver-
pays de cette région. schiedenen Hilfswerken kritisiert. So zum Beispiel Terre des
hommes Deutschland bezüglich der Nahrungsmittelknapp-
Präsident: Sie haben zu entscheiden. Der Bundesrat ist heit in den verschiedenen Gebieten Afrikas, ich zitiere:
bereit, das Postulat im Sinne der Gewährung humanitärer «Weizen und Milchpulver sind keine afrikanischen Nah-
Hilfe entgegenzunehmen, wie er sie auch anderen Staaten rungsmittel. Langjährige Hilfen haben die Ernährungsge-
zukommen lässt. wohnheiten verändert. Statt nährstoffreicher Hirse, Sorg-
Herr Reich beantragt Ihnen, die Absätze 1 und 2 abzulehnen. hum oder Mais selbst anzubauen, sind viele Länder inzwi-
Hingegen ist er einverstanden mit der Überweisung von schen vom Import minderwertigen Weizens abhängig.»
Absatz 3. Unsere Getreidehalden, Milchseen und Fleischberge sind
kein Ausweg für Afrika, werden sie doch auch durch billige
Abs. 3-AI. 3 Futtermittel aus eben diesem Afrika erst ermöglicht.
Überwiesen - Transmis Die Annahme des Postulates würde sämtlichen entwick-
lungspolitischen Grundsätzen, die in den letzten Jahren
Abs. 1 und 2-AI. 1 et 2 entwickelt worden sind und auf immer breitere Unterstüt-
Abstimmung - Vote zung stossen, widersprechen. Die Probleme der Nahrungs-
Für die Überweisung von Absatz 1 und 2 49 Stimmen mittelhilfe generell sollen eben im Rahmen des vorhin über-
Dagegen 104 Stimmen wiesenen Postulates von der Kommission für auswärtige
Angelegenheiten überprüft werden.
Ich bitte Sie, das Postulat abzulehnen.
Müller-Scharnachtal: Ich möchte Sie bitten, das Postulat zu
#ST# 84.594 überweisen, und zwar aus folgenden Gründen. Wir haben
heute verschiedentlich Kreise gehört, die dem Bundesrat
Postulat Schärli vorwerfen, durch den Einsatz von Hilfsgütern aus dem eige-
Hungergebiete. Nahrungsmittelhilfe nen Lande würde der Sache grosser Schaden zugefügt.
Famines en Afrique. Aide alimentaire Man müsse, wenn schon, auf den Märkten des Katastro-
phengebietes selbst einheimische Produkte einkaufen und
an die notleidenen Flüchtlingszentren verteilen. Dazu ist zu
Fortsetzung - Suite sagen, dass diesem Anliegen entsprochen wird. Das ist auch
Siehe Seite 731 hiervor - Voir page 731 ci-devant der Grund, weshalb wir heute das Kommissionspostulat
überwiesen haben, aber eben: Das ist nur möglich wenn
solche Güter in entsprechenden Mengen überhaupt
beschafft werden können und zudem das Preisgefüge nicht
in Unordnung gebracht wird. Da wir es in diesen Lagern
Präsident: Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegen- praktisch durchwegs mit ausgehungerten Flüchtlingen zu
zunehmen. Es wird von Frau Gurtner bekämpft. Sie hat das tun haben, kann mit einheimischen Produkten in der Regel
Wort. das Ziel einer möglichst raschen Auffutterung und Gesun-
dung der Empfänger nicht erreicht werden. Statt einer stark
Frau Gurtner: Wir lehnen das Postulat ab. Herr Schärli kohlehydrathaltigen einseitigen Nahrung braucht es
möchte in seinem Postulat, dass soweit als möglich Nah- eiweisshaltige Produkte und Fette. Da aber Eiweiss und Fett
rungsmittel statt Geldbeträge in die Hungergebiete zu sen- in praktisch allen Katastrophenländern absolute Mangel-
den seien, weil er der Meinung ist, dass sich unsere einhei- ware darstellen - in Indien müssen sie fünf Tage lang arbei-
mischen landwirtschaftlichen Produkte im besonderen ten, um einen einzigen Liter Öl kaufen zu können -, bleibt
Mass für die Nahrungsmittelhilfe eignen und eher als Geld gar nichts anderes übrig, als die lokalen Ernährungsmög-
die wirklich notleidende Bevölkerung erreichen. Die Entge- lichkeiten durch zugeführte Produkte zu ergänzen. Dass
gennahme des Postulates durch den Bundesrat steht im Herr Schärli dabei nur bekömmliche und von den Flüchtlin-
Widerspruch zum Postulat der Kommission für auswärtige gen akzeptierte Nahrungsmittel gemeint hat und meint, ist
Angelegenheiten, das wir vorhin vor der Nicaragua-Debatte eine Selbstverständlichkeit. Erst ein körperlich wiederherge-
behandelt haben. Das Postulat der Kommission für auswär- stellter Flüchtling ist in der Lage, Hand zu einer Hilfe zur
tige Angelegenheiten beinhaltet ja gerade - ich wiederhole - Selbsthilfe zu bieten.
erstens, dass die Nahrungsmittelhilfe die Eigenproduktion Mit diesem heute beschlossenen Rahmenkredit verfolgen
in den Empfängerländern nicht beeinträchtigt; zweitens, wir dieses Ziel in vollem Masse. Tragen wir so gut als
dass sie keine dauerhafte Importabhängigkeit erzeugen soll; möglich zur Linderung unerträglicher Zustände auf dieser
drittens, dass die Nahrungsmittel wenn immer möglich im Welt bei und schöpfen wir die Möglichkeiten, die das Postu-
Empfängerland selbst oder in der Region zu beschaffen lat Schärli eröffnet, aus.
seien; und viertens, dass von der Lieferung von Nahrungs-
mitteln, die den lokalen Konsumgewohnheiten der Bevölke- Schärli: Wie wir alle wissen, gibt es Entwicklungsländer, in
rung widersprechen, abzusehen sei. Herr Schärli möchte denen tatsächlich grosse Hungersnot herrscht. Wir initiieren
das Nützliche, den Hungernden zu helfen, mit dem Ange- dort laufend langfristige Projekte zur eigenständigen Ernäh-
nehmen verbinden. Ich habe schon vorhin in der Stellung- rung der Einwohner, und trotzdem ist in den nächsten ein
nahme zum Rahmenkredit für humanitäre Hilfe, angetönt, bis fünf Jahren diese Nahrungsmittelhilfe nötig, weil die
dass die von Herrn Schärli anvisierte Verdreifachung der längerfristigen Projekte eben noch nicht greifen. Und da,
Milchpulverhilfe die Milchrechnung um volle 30 Millionen meinen wir, soll von unserem Überfluss abgegeben werden.
Franken pro Jahr aufbessern würde, weil das Milchpulver Es ist doch paradox, dass wir nicht wissen, was wir mit
der humanitären Hilfe nicht zu den tiefsten Weltmarktprei- unserer Überproduktion an Nahrungsmitteln machen sollen
sen, sondern zu weit höheren Schweizer Preisen belastet und andererseits Millionen von Menschen verhungern, nur
wird. Nahrungsmittelhilfe wird so zur Entwicklungshilfe für weil wir nicht kurzfristig mehr von dieser Überproduktion
Schweizer. abgeben. Es geht dabei nicht um das eine oder andere, es
CICR. Contribution 806 N 3 juin 1985
geht um Menschenleben. Es ist doch billig und typisch, Texte du postulat du 14 mars 1985
wenn versucht wird, hier die Wirtschaft als Profiteur hinzu- Nous prions le Conseil fédéral de présenter un rapport sur
stellen. Natürlich werden wir mit den Exporten von landwirt- ses mesures visant à favoriser l'agriculture écologique et à
schaftlichen Produkten Entlastungen tätigen. Aber dies ist mettre un frein à l'utilisation débridée des produits chimi-
doch nicht unmoralisch, wenn damit vielen Menschen, vor ques dans les pays en développement.
allem Kindern, geholfen wird und sie nicht sterben. Ist es Ce rapport devra notamment renseigner sur:
denn richtiger, Zehntausende von Zentnern Getreide zu - la coopération bilatérale au développement sous toutes
denaturieren und als Tierfutter zu verwenden, wenn ande-
ses formes,
rerseits mit diesem Getreide Millionen von Menschen geret-
tet werden könnten? - les projets multilatéraux soutenus par la Suisse et les avis
Ich bitte Sie, das Postulat zu überweisen. donnés par notre pays au sein des organismes multinatio-
naux compétents (ONU, banques régionales de développe-
M. Aubert, conseiller fédéral: Je tiens à vous rappeler qu'il ment, etc.),
ne s'agit pas d'une motion, mais d'un postulat, qui concerne - l'attitude de la Suisse à l'égard des codes de conduite des
notamment la famine en Afrique. Vous n'ignorez pas que ce organismes internationaux (FAO, UNEP, OCDE) relatifs à
continent est ravagé par la famine, par la sécheresse, par l'utilisation des pesticides, notamment en ce qui concerne
des catastrophes naturelles, et, en plus, affaibli par des l'obligation d'informer préalablement du recours à des subs-
conflits politiques. tances dangereuses et d'obtenir l'accord du pays importa-
C'est pourquoi le Conseil fédéral, suivant en cela une ligne teur,
constante, déclare accepter ce postulat, tout en vous ren- - les autres voies par lesquelles il est possible d'exercer une
dant attentifs au fait que la DDA déterminera quelles sont les influence dans ce domaine.
formes d'aide humanitaire les plus appropriées pour faire
face à la situation. En acceptant ce postulat, nous ne con- Mitunterzeichner- Cosignataires: Bäumlin, Bircher, Braun-
damnons pas la DDA à ne recourir qu'à l'aide alimentaire. Je schweig, Brélaz, Dünki, Grendelmeier, Günter, Jaeger, Mae-
tiens à rassurer sur ce point Madame Gurtner et je vous der-Appenzell, Mauch, Meyer-Bern, Oester, Rebeaud,
demande de donner la possibilité à notre direction de Robert, Rohrer, Seiler, Stamm Walter, Uchtenhagen, Weder-
coopération au développement et d'aide humanitaire, de Basel, Zwygarf (20)
procéder à un examen systématique des moyens les plus Schriftliche Erklärung des Bundesrates
appropriés pour résoudre le grave problème qui existe en
Déclaration écrite du Conseil fédéral
Afrique.
Je tiens aussi à ce qu'on sache que nous n'avons pas Der Bundesrat empfiehlt, das Postulat entgegenzunehmen.
attendu le dépôt de ce postulat pour nous préoccuper de ce
problème. Präsident: Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegen-
zunehmen.
Abstimmung - Vote
Überwiesen - Transmis
Für Überweisung des Postulats 78 Stimmen
Dagegen 6 Stimmen
#ST# 85.010
IKRK. Bundesbeitrag
CICR. Contribution
#ST# 85.387
Postulat Müller-Bachs Botschaft und Beschlussentwurf vom 27. Februar 1985 (BBI l, 983)
Message et projet d'arrêté du 27 février 1985 (FF I, 873)
Entwicklungsländer. Ökologische Landwirtschaft
Agriculture des pays en développement.
Impératifs d'ordre écologique
Antrag der Kommission
Eintreten
Wortlaut des Postulates vom 19. März 1985 Proposition de la commission
Der Bundesrat wird ersucht, einen Bericht über seine Mass- Entrer en matière
nahmen auszuarbeiten, die ökologische Landwirtschaft in
den Entwicklungsländern zu fördern und der ungezügelten Widmer, Berichterstatter: Mit dieser Vorlage wird Ihnen
Chemisierung Einhalt zu gebieten. Namentlich sind zu be- beantragt, dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes
rücksichtigen: für die Jahre 1986/87 je 40 Millionen Franken und für die
- die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit in ihren ver- Jahre 1988/89 je 45 Millionen Franken Finanzhilfe zuzuspre-
schiedenen Formen; chen. Das bedeutet eine wesentliche Erhöhung gegenüber
dem jetzigen Zustand. Bis jetzt waren es nämlich nur 20
- von Schweizer Seite geförderte multilaterale Projekte und Millionen Franken. Warum diese Erhöhung?
schweizerische Stellungnahmen in den zuständigen multila- Im Vordergrund steht ganz eindeutig die Tatsache, dass die
teralen Gremien (regionale Entwicklungsbanken, UNO- Zahl und Grosse der Aufgaben, die das Internationale Rote
System usw.); Kreuz zu bewältigen hat, zunimmt. Die Gegenwart lässt
- die schweizerische Haltung bei der Aushandlung interna- darüber gar keinen Zweifel. Es fällt schwer, mit Blick auf die
tionaler Verhaltenskodizes über die Verteilung und Verwen- Zukunft, sich günstigere Situationen vorzustellen. Oder -
dung von Pestiziden (FAO, UNEP, OECD), insbesondere anders ausgedrückt - die Hoffnung, dass die Tätigkeit des
bezüglich der Pflicht zur Vorausinformation über gefährli- Roten Kreuzes sich reduzieren könnte, ist recht gering. Nun
che Produkte und der Notwendigkeit der Zustimmung des muss man allerdings deutlich machen - und das hat die
importierenden .Landes; vorberatende Kommission beschäftigt-, dass diese Mehrlei-
- andere Kanäle und Instrumente zur Einflussnahme. stungen, die man dem Roten Kreuz zukommen lassen will,
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Schärli Hungergebiete. Nahrungsmittelhilfe
Postulat Schärli Famines en Afrique. Aide alimentaire
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1985
Année
Anno
Band III
Volume
Volume
Session Sommersession
Session Session d'été
Sessione Sessione estiva
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 01
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 84.594
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 03.06.1985 - 14:30
Date
Data
Seite 805-806
Page
Pagina
Ref. No 20 013 419
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