Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 84-589 KI-generiert

Soil Degradation Action Motion

Geschäftsnummer VPB 84-589
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

This motion urged immediate and comprehensive action to address soil degradation, warning of a potential ecological catastrophe beyond that of forest decline. It called for an in-depth survey of Swiss soil conditions, a report detailing toxic substance levels and necessary countermeasures, and a swift legislative package to halt the "insidious poisoning" of the soil and prevent further environmental disaster. The government, acknowledging the need for soil protection, proposed transforming the motion into a postulate, indicating its agreement with the general direction but indicating it would primarily act within existing legal frameworks and delegate specific actions to cantons, while establishing a national soil monitoring network.

Legislator-Regeste

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Art. 44 USG, Art. 35 USG, Art. 33 USG; Soil Degradation Action Motion: It called for an in-depth survey of Swiss soil conditions, a report detailing toxic substance levels and necessary countermeasures, and a swift legislative package to halt the "insidious poisoning" of the soil and prevent further environmental disaster. The government, acknowledging the need for soil protection, proposed transforming the motion into a postulate, indicating its agreement with the general direction but indicating it would primarily act within existing legal frameworks and delegate specific actions to cantons, while establishing a national soil monitoring network.

Schlagwörter

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Schutz des Bodens Umweltschutz Rechtsakt Bodenverseuchung E-Government Gesetzlicher Schutz

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 33 USG

The court cited this article as the basis for establishing guidelines for assessing soil contamination by harmful and persistent substances.

Art. 35 USG

The court cited this article regarding the responsibilities of the cantons in conducting their own investigations when soil fertility is endangered or impaired.

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Volltext

Motion Puf-Berne 718 N 22 mars 1985

Zurzeit werden von einer verwaltungsinternen Arbeits- Texte de la motion du 6 décembre 1985

gruppe Vorabklärungen im Hinblick auf die Forstgesetzrevi- D'après des rapports alarmants présentés par d'éminents

sion getroffen. savants, le dépérissement des forêts ouvre la voie à une

Schriftliche Erklärung des Bundesrates catastrophe écologique encore plus lourde de consé-

quences, à savoir le dépérissement du sol. En effet, cela fait

Déclaration écrite du Conseil fédéral des dizaines d'années que des quantités croissantes de

Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- substances toxiques (surtout des métaux lourds) présentes

wandeln. dans les pluies acides, les engrais chimiques, les gaz

d'échappement, les détritus, les boues de décantation et les

Tschuppert: Als Mitglied der Kommission Gesundheit und eaux usées, s'infiltrent dans les sols, notamment dans ceux

Umwelt, die die ausserordentliche Waldsession vorberaten des pays industrialisés. Cette évolution désastreuse menace

hat, hatte ich Gelegenheit, den Text meiner in der Herbstses- l'existence et la fertilité des sols, et par là même la base de

sion eingereichten Motion vollumfänglich nochmals in die notre alimentation. Il convient donc de ne pas agir comme

Kommissionsmotion Waldwirtschaft einzubringen. on l'a fait dans le cas du dépérissement des forêts, lequel

In Anbetracht der rapiden Verschlechterung des Gesund- s'aggrave à vue d'œil, et de faire montre de plus de célérité

heitszustandes unserer Wälder verlangte mein Vorstoss die et de détermination.

unverzügliche Revision des eidgenössischen Forstpolizei- Le Conseil fédéral est chargé:

gesetzes. Der Vorstoss der Kommission ist bekanntlich

inzwischen in beiden Räten als Motion überwiesen worden. 1. De faire procéder sans délai à une enquête approfondie

Die Revision muss nun aus dem zweiten Paket der Aufga- sur l'état des sols en Suisse (en particulier sur celui des

benneuverteilung herausgelöst und beschleunigt vorange- surfaces cultivables), comme cela a été le cas pour le dépé-

trieben werden. Der Auftrag ist somit erteilt. Ich kann mich rissement des forêts avec le projet Sanasilva;

daher mit dem Vorschlag des Bundesrates einverstanden 2. De présenter au Parlament un rapport:

erklären, so ganz nach dem Motto: Doppelt genäht hält - sur les résultats de l'enquête,

besser! - sur la quantité des diverses substances toxiques qui sont

présentes dans les sols (provoquant ainsi leur dépérisse-

Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat ment),

- sur les mesures nécessaires pour écarter cette menace

ainsi que les actions déjà entreprises dans ce domaine.

3. De soumettre le plus rapidement possible au Parlement

un train de mesures à voter, pu alors lui laisser choisir lui-

même ce qu'il convient de faire pour mettre un terme à

84.589

#ST#

l'empoisonnement insidieux de nos sols et, si possible,

empêcher la catastrophe écologique qui nous menace.

Motion Ruf-Bern

Bodensterben. Massnahmen Mitunterzeichner/Cosignataires: Hegg, Meier-Zürich,

Gehen, Soldini (4)

Dépérissement du sol. Mesures à prendre

Schriftliche Begründung - Développement par écrit

Die sich mehrenden und alarmierenden Berichte anerkann-

ter Wissenschafter, beispielsweise des Bodenkunde-Profes-

sors Hans Sticher (ETH Zürich) oder von Gerhardt Preu-

Wortlaut der Motion vom 6. Dezember 1984 schen, langjähriger Direktor des Max-Planck-lnstitutes für

Gemäss alarmierenden Berichten anerkannter Wissenschaf- Landarbeit und Landtechnik in der Bundesrepublik

ter bahnt sich nach dem Waldsterben eine noch folgen- Deutschland, lassen keine Zweifel offen, dass der westlichen

schwerere weitere Umweltkatastrophe an: das Bodenster- Zivilisation nach dem Waldsterben eine noch folgenschwe-

ben. Seit Jahrzehnten gelangen durch sauren Regen, Agro- rere weitere Umweltkatastrophe droht - das Absterben der

chemikalien, Abgase, Abfälle, Klärschlamm sowie über Böden und Äcker. Als Folge einer jahrzehntelangen bedenk-

Abwässer zunehmende Mengen zahlreicher Umweltgifte lichen Entwicklung sind unsere Böden - Grundlage der

(namentlich Schwermetalle) in die Böden vor allem der Nahrungsmittelproduktion - heute in ihrer Fruchtbarkeit

industrialisierten Länder. Als Folge dieser fatalen Entwick- und Lebensfähigkeit existentiell bedroht.

lung sind die Böden und Äcker - und damit auch die Allzulange ist man davon ausgegangen, dass die Erde als

Ernährungsgrundlagen - heute in ihrer Lebensfähigkeit und Deponie für Industriegifte, Haushaltchemikalien, Rück-

Fruchtbarkeit existentiell bedroht. Es gilt deshalb schneller stände von Pflanzenschutzmitteln und Düngern geeignet

und entschlossener zu handeln, als dies beim rasant fort- sei, für zahlreiche hochgiftige Substanzen also, die durch

schreitenden Waldsterben der Fall war und ist. sauren Regen, Agrochemikalien, Abgase, Abfälle, Klär-

Der Bundesrat wird beauftragt: schlamm sowie über Abwässer in die Böden gelangen. Der

1. Umgehend eine umfassende Bestandesaufnahme des Eintrag von Umweltgiften in die Erde wird bedenklicher-

Zustandes der Schweizer Böden (insbesondere der land- weise immer grösser, wodurch die Böden und Äcker ihre

wirtschaftlich nutzbaren Kulturflächen) - analog der Sana- biologische und physikalische Funktionsfähigkeit zuse-

silva-Studie über das Waldsterben - ausarbeiten zu lassen; hends verlieren. Eine «schleichende Vergiftung» macht sich

bemerkbar, weil die grossen Mengen an Giften nicht mehr

2. Dem Parlament einen Bericht zu unterbreiten über neutralisiert und abgebaut werden können. Bodenmikroor-

- die Ergebnisse der Untersuchung; ganismen werden schwerstens geschädigt oder sogar ganz

- die quantitative Belastung der Böden durch die verschie- zerstört. Die zunehmend sauren Regenwasser übersäuern

denen Umweltgifte (als Ursache des Bodensterbens); die Böden, so dass deren Pufferungsfähigkeit verlorengeht.

- die erforderlichen Gegenmassnahmen zur Abwendung Dies bedeutet nicht nur eine Behinderung des Pflanzen-

der drohenden Entwicklung sowie bereits unternommene wachstums, sondern eine Lösung von Pflanzennährstoffen

diesbezügliche Schritte; und Schwermetallen in das Bodenwasser, so dass diese

3. Dem Parlament möglichst rasch einen umfassenden Stoffe ausgewaschen oder von den Pflanzen stärker aufge-

Massnahmenkatalog zur Beschlussfassung zu unterbreiten nommen werden. Die Bodenfruchtbarkeit nimmt dadurch

bzw. selbst die erforderlichen Entscheide zu fällen, um der ab, und die Nahrungspflanzen werden mit giftigen Rück-

schleichenden Vergiftung unserer Böden Einhalt zu gebie- ständen belastet. Auf diese Weise gelangen unter anderem

ten und die drohende ökologische Katastrophe wenn mög- Nitrate oder die hochgiftigen Schwermetalle Quecksilber

lich abzuwenden. und Cadmium in Überkonzentration in die Nahrungsmittel,

22. März 1985 N 719 Motion Ruf-Bern

was schon allein unter dem Gesichtspunkt der Volksge- bauen sich nicht ab, werden dem Boden von den Pflanzen

sundheit als höchst bedenklich beurteilt werden muss. nicht im Ausmass des Eintrags entzogen und reichern sich

Angeheizt wird dieser Prozess durch das immer umfang- somit langfristig an.

reichere Eindringen von Schwermetallen aus Industrie und Besonders bodengefährdend sind ebenfalls die nur schwer

Haushalten. abbaubaren chlorierten zyklischen Kohlenwasserstoffver-

Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft und der Tech- bindungen (beispielsweise PCBs). Die nötigen Grundlagen

nik ist ein mit Schwermetallen verseuchter Boden - im für baldige Entscheide werden zu einem Teil im Rahmen des

Gegensatz zu Luft und Wasser - nicht zu reinigen. Die Nationalen Forschungsprogramms über biogene Roh- und

entstehenden Schäden sind, wie zu befürchten ist, irrepara- Abfallstoffe erarbeitet, so dass in Zukunft Richtwerte für

bel. Unsere Ernährungsgrundlage wird somit zwangsläufig weitere Schadstoffe des Bodens eingeführt werden können.

in erheblichem Masse gefährdet, was im Hinblick auf die 2. Landesweites Beobachtungsnetz (NABO) zur Ermittlung

Landesversorgung unabsehbare Folgen nach sich zieht, der aktuellen Bodenbelastung (Art. 44 USG): Der Entwurf

insbesondere in Verbindung mit der Tatsache, dass die laut zur Verordnung über Schadstoffgehalte des Bodens sieht

Ernährungsplan 80 erforderlichen minimalen Fruchtfolge- eine langfristige gesamtschweizerische Beobachtung aus-

flächen bereits heute- aufgrund der andauernden Verbeto- gewählter und repräsentativer Bodenstandorte vor. Die For-

nierung von Kulturland - offensichtlich nicht mehr vorhan- schungsanstalt für Agrikulturchemie und Umwelthygiene in

den sind. Liebefeld (FAC) baut gegenwärtig in Zusammenarbeit mit

Sterbende Wälder und die sich daraus ergebenden fatalen dem Bundesamt für Umweltschutz (BUS) ein nationales

Folgen wurden allzu lange nicht ernst genug genommen. Beobachtungsnetz auf. Weitere interessierte Bundesstellen

Noch heute zögern die verantwortlichen politischen Instan- sind ebenfalls beteiligt (Bundesamt für Forstwesen, eidge-

zen in unverständlicher und unverantwortlicher Weise, die nössische landwirtschaftliche Forschungsanstalten, Anstalt

erforderlichen Sofortmassnahmen zur Reinhaltung der Luft für das forstliche Versuchswesen in Birmensdorf, Institut für

zu treffen. Derselbe Fehler darf sich im Falle des Bodenster- Waldbau der ETH Zürich). Es sollen in Zusammenarbeit mit

bens nicht wiederholen! Es liegt in unserem existentiellen den Kantonen etwa 100 Bodenstandorte der Schweiz für

Interesse, alle denkbaren Massnahmen zu treffen, um die eine langfristige Beobachtung bezeichnet werden. Dieses

noch vorhandene Bodenfruchtbarkeit zu erhalten. Eine Netz dient der langjährigen Überwachung der allgemeinen

möglichst rasch ausgearbeitete umfassende Bestandesauf- Bodenbelastung durch Schadstoffe und soll speziell die

nahme des Zustandes der Schweizer Böden - analog der Kenntnisse über das Langzeitverhalten der besonders

Sanasilva-Studie über das Waldsterben - sowie ein dringli- bedenklichen Schwermetalle in den Böden verbessern.

ches Massnahmenpaket zur Rettung der Böden bedeuten Überdies sollen die Auswirkungen von Massnahmen, die

eine absolute Notwendigkeit, wenn auch nur eine minimale von den Kantonen gestützt auf die Luftreinhaltevorschriften

Chance bestehen soll, eine drohende ökologische Katastro- und jene zur Beschränkung umweltgefährdender Stoffe

phe noch abzuwenden, die jene des Waldsterbens bei wei- getroffen werden, ermittelt werden. Erste Ergebnisse über

tem übertrifft! diese Untersuchungen, die vorläufig die Schwermetallbela-

stung erfassen, sind frühestens 1987/88 zu erwarten.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates Der Bund übernimmt den Betrieb des NABO-Netzes, um

vom 27. Februar 1985 dadurch den Kantonen allgemeingültige Beurteilungs-

Rapport écrit du Conseil fédéral du 27 février 1985 grundlagen für detailliertere eigene Beobachtungen, Über-

Allgemeines wachungen und gezielte Ursachenbehebungen im Falle

Der Bundesrat anerkennt die Notwendigkeit wirksamer festgestellter Belastungen zu liefern. Gleichzeitig soll sicher-

Massnahmen zum Schutz des Bodens vor Vergiftung. Mit gestellt werden, dass neu auftretende Bodenbelastungen,

den qualitativen Bodenschutzvorschriften im Bundesgesetz beispielsweise durch bisher nicht beobachtete Schadstoff-

vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz (Art. 33 bis 35 gruppen, aber auch eine generelle Verschlechterung der

USG) soll die Bodenfruchtbarkeit - soweit sie durch Schad- Situation bei den Schwermetallen lokal oder regional früh-

stoffe bedroht ist - geschützt werden. Unter Bodenfrucht- zeitig erkannt werden.

barkeit wird vor allem die Entwicklung und das Fortbeste- Aufgaben der Kantone (Art. 35 USG)

hen natürlicher Pflanzengesellschaften und des landwirt- Es muss davon ausgegangen werden, dass das NABO-Netz

schaftlichen Pflanzenbaues sowie das Abbauvermögen der über diffuse Belastungen der Schweizer Böden nur gene-

Böden für natürliches organisches Material und für synthe- relle Erkenntnisse vermittelt. Es muss den Kantonen über-

tisch hergestellte Hilfsstoffe (Pestizide) verstanden. lassen bleiben, in Gebieten, wo die Bodenfruchtbarkeit

Massnahmen zum Schutz der Bodenfruchtbarkeit müssen gefährdet oder beeinträchtigt ist, eigene Untersuchungen

vor allem in den Bereichen Luftreinhaltung, umweltgefähr- vorzunehmen. Die Kantone können dabei auf die fachliche

dende Stoffe und Abfälle getroffen werden. Der Bundesrat Unterstützung des Bundes abstellen, sofern diesem die nöti-

kann zudem Richtwerte für die Beurteilung der Belastung gen Mittel zur Verfügung gestellt werden.

des Bodens mit schädlichen und nicht oder nur schwer Information der Öffentlichkeit und bundesrätliche Absichten

abbaubaren Stoffen festlegen.

Der Bundesrat wird in seinem jährlichen Geschäftsbericht

Bereits heute wird der Boden durch allgemeine Düngeemp-

über die Entwicklung der Bodenbelastung und die ergriffe-

fehlungen der eidgenössischen landwirtschaftlichen For-

nen Massnahmen Auskunft geben. Das BUS beabsichtigt

schungsanstalten (1972 ff.) und die bundesrätliche Klär-

überdies, in regelmässigen Zeitabständen von etwa 5 bis 8

schlammverordnung vom April 1981 gegen Schwermetall-

Jahren einen Lagebericht über die Ergebnisse aus dem

belastungen und Nährstoffüberdüngungen teilweise ge-

NABO-Programm und über allfällige kantonale Untersu-

schützt. In den Entwürfen zu den Verordnungen über die

chungen zu veröffentlichen. Diese Berichte sollen umfas-

Luftreinhaltung, über umweltgefährdende Stoffe sowie über

send sein und auch kritische Fälle darstellen. Für allfällige

Schadstoffgehalte des Bodens schlägt das Eidgenössische

Massnahmen bei den Verursachern der Beeinträchtigung

Departement des Innern weitere Massnahmen vor, welche

der Bodenfruchtbarkeit sind allerdings die "Kantone zu-

der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit dienen.

ständig.

Aufgaben des Bundes Sofern die in den erwähnten Verordnungsentwürfen enthal-

1. Richtwerte (Art. 33 USG): Der Bundesrat kann für die tenen bodenrelevanten Bestimmungen in Kraft gesetzt wer-

Beurteilung der Belastung des Bodens mit schädlichen und den - das Ergebnis der Vernehmlassung dazu steht noch

nicht oder nur schwer abbaubaren Stoffen Richtwerte festle- aus-, werden die erforderlichen Vorkehrungen im Sinne der

gen. Ein Entwurf zur Verordnung über Schadstoffgehalte Motion möglich werden. Der Bundesrat, der dem Boden-

des Bodens durchläuft zurzeit ein Vernehmlassungsverfah- schutz eine hohe Priorität einräumt, hat die feste Absicht,

ren. Von besonderer Bedeutung sind dabei Richtwerte für eine rasche und umfassend wirkende Ausgestaltung der

Belastungen der Böden mit Schwermetallen. Diese Stoffe qualitativen Bodenschutzbestimmungen zu verwirklichen.

Motion Couchepin 720 22 mars 1985

Fachliche Kontakte, auch mit dem Ausland, zu diesem Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates

Thema finden periodisch statt. vom 27. Februar 1985

Gewässer- und Umweltschutzgesetz ermächtigen den Bun- Rapport écrit du Conseil fédéral du 27 février 1985

desrat bereits heute, die nötigen Massnahmen zu treffen. Finanzielle Mittel des Bundes zur Bekämpfung des Tabak-

Die Motion betrifft somit den delegierten Rechtsetzungs- missbrauchs können mangels einer gesetzlichen Grundlage

bereich des Bundesrates. Dieser kann den Vorstoss daher nicht zur Verfügung gestellt werden. Mit einem Präventivge-

nur als Postulat entgegennehmen. setz war vorgesehen, dazu die notwendigen gesetzlichen

Schriftliche Erklärung des Bundesrates Grundlagen zu schaffen. Aufgrund des Vernehmlassungser-

Déclaration écrite du Conseil fédéral gebnisses zum Bericht über die Vorarbeiten zur Schaffung

eines Bundegesetzes über Krankheitsvorbeugung (Präven-

Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- tivbericht) hat der Bundesrat auf die Ausarbeitung eines

wandeln. Präventivgesetzes verzichtet. 24 von 26 Kantonen lehnten

Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat ein solches Gesetz auf Bundesebene ab.

Der Bundesrat hat jedoch das Departement des Innern

beauftragt, die Möglichkeiten zur Schaffung eines schweize-

rischen Präventivfonds und dessen finanzielle Äufnung

abzuklären. Sofern dieser Fonds zustande kommt, könnten

84.565 Massnahmen zur Verhütung und Verringerung des Tabak-

konsums aus diesem Fonds finanziert werden.

#ST#

Motion Ammann-St. Gallen Ferner können, sofern Volk und Stände im Juni 1985 der

Tabakmissbrauch neuen Verteilung des Reinertrages der Eidgenössischen

Alkoholverwaltung zustimmen, die Kantone ab 1986 für die

Motion Ammann-Saint-Gall Bekämpfung des Tabakmissbrauchs aus ihrem Reinertrags-

Abus du tabac anteil gewisse Mittel abzweigen. Der zur Abstimmung gelan-

gende Artikel 32bis der Bundesverfassung sieht vor, dass

die Kantone den ihnen zustehenden 10prozentigen Anteil

am Reinertrag der Eidgenössischen Alkoholverwaltung für

die Bekämpfung des Alkoholismus, des Suchtmittel-, Betäu-

Wortlaut der Motion vom 5. Oktober 1984 bungsmittel- und Medikamentenmissbrauchs in ihren Ursa-

Der Bundesrat wird beauftragt, zur Bekämpfung des Tabak- chen und Wirkungen verwenden.

missbrauchs finanzielle Mittel in angemessener Höhe zur Schriftliche Erklärung des Bundesrates

Verfügung zu stellen.

Déclaration écrite du Conseil fédéral

Texte de la motion du 5 octobre 1984 Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu-

Le Conseil fédéral est chargé d'allouer des moyens finan- wandeln.

ciers d'un montant adéquat afin de lutter contre l'abus du

tabac. Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat

Mitunterzeichner - Cosignataires: Biel, Bircher, Blunschy,

Borei, Bratschi, Braunschweig, Brélaz, Bundi, Candaux,

Carobbio, Christinat, Clivaz, Cotti, Gianfranco, Darbellay,

Deneys, Dünki, Eng, Eppenberger-Nesslau, Fankhauser, #ST# 84.576

Früh, Gloor, Grassi, Grendelmeier, Günter, Gurtner, Hegg,

Herczog, Jaeger, Keller, Kühne, Landolt, Lanz, Leuenberger- Motion Couchepin

Solothurn, Leuenberger Moritz, Longet, Maeder-Appenzell, Bevölkerungspolitik - Politique démographique

Mascarin, Mauch, Meizoz, Meyer-Bern, Morf, Müller-Aargau,

Müller-Zürich, Nauer, Nef, Neukomm, Oehen, Oester, Ott,

Petitpierre, Pitteloud, Rebeaud, Robbiani, Robert, Ruch-

Zuchwil, Ruffy, Seiler, Stamm Judith, Stamm Walter, Uch-

tenhagen, Vannay, Wagner, Weber Monika, Wick, Widmer, Wortlaut der Motion vom 27. November 1984

Zwingli, Zwygart (67) Der Bundesrat wird beauftragt:

Schriftliche Begründung - Développement par écrit 1. eine ständige Kommission für Démographie zu bestellen,

Der Bundesrat hat im Jahre 1979 bei der Ablehnung der die den Auftrag erhält, die Bevölkerungsentwicklung in

Guttempler-Initiative auf die Bedeutung der Bekämpfung unserem Land zu verfolgen, die Öffentlichkeit über die Fol-

des Tabakmissbrauchs hingewiesen und ein Gesetz zur gen der Bevölkerungsentwicklung zu informieren und abzu-

Vorbeugung durch Gesundheitserziehung vorgeschlagen. klären, ob die für die Zukunft unseres Landes negativen

1983 ist der Drogenbericht erschienen, der erneut die Tendenzen der Bevölkerungsentwicklung durch Massnah-

Schädlichkeit des Rauchens unterstreicht. Trotzdem wurde men beeinflusst werden können;

bis heute wenig unternommen. Die finanziellen Mittel sind 2. dem Parlament Bericht darüber zu erstatten, wie er die

sehr beschränkt, obwohl die volkswirtschaftlichen Schäden Bevölkerungsentwicklung beurteilt.

des Tabakkonsums in unserem Land rund 850 Millionen

Franken jährlich betragen. Die Tabakindustrie wendet ihrer- Texte de la motion du 27 novembre 1984

seitsjährlich rund 80 Millionen Franken für die Werbung auf. Le Conseil fédéral est chargé:

Der Bund nimmt im Jahr rund 800 Millionen Franken durch 1. De créer une commission permanente de la démographie

Tabaksteuer und -zoll ein. Damit hat er auch die Aufgabe, chargée de suivre l'évolution démographique dans notre

wirksame Massnahmen zur Förderung des Nichtrauchens pays, d'informer l'opinion publique sur les conséquences de

zu treffen. Beispielsweise stehen der Ursachenbekämpfung révolution démographique, d'examiner si des mesures peu-

des Alkoholismus jährlich rund 5,5 Millionen Franken zur vent influencer les tendances négatives pour l'avenir du

Verfügung. In ähnlicher Grössenordnung sollten finanzielle pays de l'évolution démographique;

Mittel zur Ursachenbekämpfung des Tabakmissbrauchs 2. De faire rapport au Parlement sur son appréciation de

bereitgestellt werden. Damit sollten längerfristig gesund- révolution démograhique de notre pays.

heitserzieherische Programme unterstützt und spezialisierte

Fach- und Dokumentationsstellen, Statistik und Evaluation Mitunterzeichner- Cosignataires: Bonnard, Bonny, Bremi,

finanziert werden. Cevey, de Chastonay, Christinat, Clivaz, Cotti Flavio, Cotti

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Motion Ruf-Bern Bodensterben. Massnahmen

Motion Ruf-Bern Dépérissement du sol. Mesures à prendre

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1985

Année

Anno

Band II

Volume

Volume

Session Frühjahrssession

Session Session de printemps

Sessione Sessione primaverile

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 17

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 84.589

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 22.03.1985 - 08:00

Date

Data

Seite 718-720

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Ref. No 20 013 254

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