Linguistic Diversity and Territoriality in Romansh Protection
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe court addressed concerns about "Germanization" and the principle of territoriality in language use, noting that while statistical evidence did not support a widespread threat of Germanization, Romansh was an exception. The court emphasized that protecting linguistic diversity is a federal responsibility and that measures proposed, such as those in a 1982 report, were complementary to the territorial principle and not in opposition. The court also clarified that the linguistic assimilation of foreign residents falls primarily under cantonal jurisdiction, and the state should avoid extreme solutions.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 116 Absatz, Art. 116 al. 1 BV; Linguistic Diversity and Territoriality in Romansh Protection: The court emphasized that protecting linguistic diversity is a federal responsibility and that measures proposed, such as those in a 1982 report, were complementary to the territorial principle and not in opposition. The court also clarified that the linguistic assimilation of foreign residents falls primarily under cantonal jurisdiction, and the state should avoid extreme solutions.
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KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited as the basis from which the linguistic territorial principle is derived in practice and legal literature, although it guarantees the existence of national languages without specifying territorial boundaries.
Volltext
14. Dezember 1984 N 1947 Interpellation Hegg
Französischsprachige und Italienischsprachige wollen die 2. Auf den bundesrätlichen Willen, zur staatspolitisch
Drohung einer «Germanisation» am Horizont ausgemacht wesentlichen Aufgabe der Stärkung der Viersprachigkeit zu
haben, obschon, zumindest wenn man auf die jüngere Zeit stehen, weisen unter anderem auch die Regierungsrichtli-
abstellt, eine solche Gefahr statistisch nicht zu belegen ist, nien hin. Eine Auflistung verschiedener Massnahmenvor-
im Gegenteil. (Volkszählungsergebnisse 1970 und 1980, schläge, die zu einer umfassenden Politik besonders zugun-
Schweizer: Deutsch Abnahme von 74,5 auf 73,5 Prozent, sten der bedrohten Sprach- und Kulturgemeinschaften
Französisch konstant 20,1 Prozent, Italienisch Zunahme von unseres Landes ausgestaltet werden sollen, findet sich im
4,0 auf 4,5 Prozent, Rätoromanisch Abnahme von 1,0 auf 0,9 Bericht einer vom Bundesrat 1981 eingesetzten Arbeits-
Prozent. Ganze Wohnbevölkerung: Deutsch praktisch kon- gruppe, der Ende 1982 unter dem Titel «2,5sprachige
stant 64,9 und 65,0 Prozent, Französisch Zunahme von 18,1 Schweiz?» veröffentlicht wurde. Die Vorschläge, die nun im
auf 18,4 Prozent, Italienisch Abnahme von 11,9 auf 9,8 einzelnen geprüft werden, stehen nicht im Gegensatz zum
Prozent - Fremdarbeiterrückwanderung während der Sprachgebietsprinzip, sondern bilden eine notwendige
Rezession 1975/76, Rätoromanisch konstant 0,8 Prozent.) Ergänzung dazu. Der Bundesrat sieht keine Veranlassung,
Echt bedroht unter den romanischen Sprachen erscheint von dieser ganzheitlichen Politik zugunsten der Sprach- und
nur das Rätoromanische, eine gewiss bedauerliche Erschei- Kulturgemeinschaften abzuweichen.
nung. 3. Die «Vielfalt in der Einheit» ist ein oft verwendetes Bild
Gewisse Kreise im Kanton Jura und in Welschbern scheinen, über die Zusammensetzung unseres Landes, das sich nicht
wie das Beispiel Ederswiler zeigt, das Territorialprinzip nur nur auf die sprachliche Situation bezieht.
soweit beachten zu wollen, als nicht die deutsche Sprache 4. Die Frage der sprachlichen Assimilierung der ausländi-
betroffen ist. Auch die französischen Schulen in Bern, schen Wohnbevölkerung fällt, sofern hierzu der Staat über-
Dübendorf und anderswo in der deutschen Schweiz sind in haupt einen Beitrag leisten kann, in erster Linie in den
diesem Zusammenhang zu nennen. Der Fall Dübendorf ist Kompetenzbereich der Kantone. Ausserhalb der Schule sind
insofern besonders bedenklich, als das Schulprogramm die- direkte Einwirkungsmöglichkeiten kaum sinnvoll. Der Bun-
ser Schule nicht etwa die Lehrprogramme französischspra- desrat erachtet Extremlösungen auch in diesem Bereich als
chiger Kantone der Schweiz zum Vorbild nimmt, sondern ungeeignet, allfälligen Problemen zu begegnen.
über die französische Botschaft von Paris aus bestimmt
wird. Zu erwähnen wären auch Privatschulen für Englisch- Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes-
sprachige ohne genügenden Deutschunterricht bzw. Unter- rates nicht befriedigt und verlangt Diskussion.
richt in der betroffenen Landessprache.
Abstimmumg - Vote
Die Deutschschweizer, jedenfalls wenn man mit gewöhnli-
chen Angehörigen des Volks statt mit Honorationen spricht, Für den Antrag auf Diskussion 36 Stimmen
empfinden die Germanisationsvorwürfe ihrerseits - zu Dagegen 57 Stimmen
Recht, wie die Zahlen beweisen - zunehmend als ungerecht,
zumal durch die bevölkerungsmässige Überfremdung aus-
gelöste Sprachprobleme in der deutschen Schweiz schärfer
sind als in der lateinischen. Ein g rosser Teil der Einwanderer
spricht eine romanische Sprache, was das Erlernen des
Französischen erleichtert; im Tessin sprechen die meisten
Einwanderer sogar die gleiche Sprache wie die Einheimi- 84.505
schen, von mundartlichen Färbungen abgesehen.
#ST#
Interpellation Hegg
Die Deutschschweizer müssen sich hingegen ausser mit den
eine romanische Sprache sprechenden Einwanderern auch Bevölkerungswachstum und Umweltschutz
noch mit Slowenisch, Serbokroatisch, Türkisch und weite- Croissance démographique
ren Sprachen herumschlagen. Der Volksschulunterricht lei- et protection de l'environnement
det unter babylonischen Verhältnissen. In grösseren Städten
bilden sich Einwandererghettos, wo nicht mehr die örtliche
deutsche Mundart die Umgangssprache der spielenden Kin-
der auf der Strasse ist. Die allgemeine Unruhe auf diesem
Gebiet hat sich übrigens auch in anderen parlamentari- Wortlaut der Interpellation vom 19. September 1984
schen Vorstössen (parlamentarische Initiative Longet
«Sprachliche Minderheiten» und Postulat Crevoisier «Spra- Sowohl in seinen Regierungsrichtlinien als auch in seiner
chen: Territorialprinzip») bemerkbar gemacht, weshalb die Fremdarbeiterverordnung nimmt der Bundesrat zur Richt-
Darlegung des bundesrätlichen Konzepts, wie den beschrie- schnur seines Handels in seiner Ausländerpolitik- übrigens
benen Schwierigkeiten zu begegnen ist, dringlich ist. entgegen einem früher abgegebenen Versprechen auf
Abbau - die Stabilisierung des Ausländerbestandes und
nicht die Stabilisierung der Gesamtzahl der Wohnbevölke-
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates rung. Durch die Stabilisierung des Ausländerbestandes ist
vom 3. Dezember 1984 aber keine Stabilisierung der Wohnbevölkerungszahl zu
Rapport écrit du Conseil fédéral du 3 décembre 1984 erreichen, weil die Eingebürgerten immer wieder durch
1. Das sprachliche Territorialprinzip wird in der Praxis des Neueinwanderer «ersetzt» werden.
Bundesgerichts und in der rechtswissenschaftlichen Litera- Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beant-
tur aus Artikel 116 Absatz 1 BV abgeleitet. Die Verfassung worten:
garantiert zwar den Bestand der Nationalsprachen, schweigt 1. Warum trägt der Bundesrat in seiner Ausländerpolitik
sich aber in der Frage der gebietsmässigen Umschreibung ausschliesslich arbeitsmarktpolitischen Erwägungen Rech-
im einzelnen aus. Die für einen wirksamen Sprachenschutz nung und nicht auch der Erkenntnis, dass das Bevölke-
notwendigen Massnahmen zu treffen, insbesondere auch rungswachstum aus Gründen des Umweltschutzes gefähr-
die konkrete Ausgestaltung des sprachlichen Territorialprin- lich und jedenfalls unerwünscht ist?
zips, ist jedoch in erster Linie Sache der Kantone, denen die 2. Wieso zieht er in seiner Ausländerpolitik nicht die Konse-
Sprachhoheit obliegt. Die Erhaltung und der Schutz der vier quenzen aus den Schlussfolgerungen seiner eigenen Ämter,
Nationalsprachen liegen indes auch im gesamteidgenössi- insbesondere des Bundesamtes für Umweltschutz und der
schen Interesse. Der Bundesrat hat wiederholt und durch Direktion für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre
verschiedene Massnahmen bezeugt, dass auch der Bund Hilfe, wonach es einen ursächlichen Zusammenhang zwi-
seinen Beitrag an die Erhaltung der sprachlich-kulturellen schen Bevölkerungswachstum bzw. Bevölkerungsdichte
Vielfalt zu erbringen gewillt ist. und der Umweltzerstörung gibt?
Interpellation Hegg 1948 14 décembre 1984
Texte de l'interpellation du 19 septembre 1984 als Antwort auf ein Postulat Bäumlin vom 17. Dezember
Soit dans les Grandes lignes de la politique gouvernemen- 1982 hat zwar die Tendenz, sich um die heissen Fragen
tale, soit dans son ordonnance sur les travailleurs étrangers, herumzuschlängeln. Immerhin steht dort der Satz:
le Conseil fédéral adopte, pour ligne de conduite de sa «... Schliesslich geht auch Land durch Siedlungsausdeh-
politique concernant les étrangers - alors qu'il avait promis nung, Strassenbau und andere landverzehrende Entwick-
précédemment d'en réduire le nombre - la stabilisation de lungen verloren, die mit dem Wirtschafts- und Bevölke-
leur effectif et non celle de l'effectif global de la population rungswachstum einhergehen. Letzteres trifft insbesondere
résidante. Or on ne parvient pas à stabiliser le chiffre de la auch für die Schweiz zu.»
population de résidence en stabilisant l'effectif des étran- Die zweite These lautet dahin, dass für die Schweiz das
gers parce que de nouveaux immigrants remplacent sans Bevölkerungswachstum kein Geburten-, sondern ein Wan-
cesse les ressortissants étrangers naturalisés suisses de derungsproblem ist. Ich zitiere dazu zuerst ebenfalls die
fraîche date. erwähnte Zeitschrift «Entwicklung/Développement». Dort
Le Conseil fédéral est donc prié de répondre aux questions steht im Editorial:
suivantes: «Wer Bevölkerung sagt, denkt meist an Geburtenziffern.
Nun ist die Geburtenzahl zwar selbstredend eine Ursache
1. Pourquoi ne tient-il compte, dans sa politique concernant
des Bevölkerungsproblems, jedoch nicht der einzige
les étrangers, que de considérations relevant de la politique
Aspekt. Zu ihnen gesellen sich Faktoren wie die Sterblich-
de l'emploi, et non du fait que la croissance démographique
keit oder die Ab- und Zuwanderung, welche die Struktur
est dangereuse, considérée sous l'angle de la protection de
einer Bevölkerung bestimmen . . . Das zweite grosse Miss-
l'environnement, et qu'elle est indésirable en tout cas?
verständnis hängt mit dem geographischen Gesichtspunkt
2. Pourquoi, dans sa politique concernant les étrangers, ne des Problems zusammen. Spricht man von Überbevölke-
tire-t-il pas les conséquences des conclusions de ses pro- rung, richten sich die Blicke automatisch auf die südliche
pres services, l'Office fédéral de la protection de l'environne- Hemisphäre. Rwanda quillt fast über von Menschen. Bangla-
ment et la Direction de la coopération au développement et desch ebenso. Dagegen zählt Argentinien nur ungefähr
de l'aide humanitaire notamment, selon lesquels il existe un sechsmal so viele Einwohner wie die Schweiz, ist jedoch -
rapport de causalité entre la croissance démographique, flächenmässig betrachtet-siebzigmal grösser. Es gibt zwar
partant la densité de peuplement, d'une part, et les atteintes doppelt so viele Madegassen wie Schweizer, doch m i ss t die
à l'environnement, d'autre part? Oberfläche unseres Landes nicht einmal ein Vierzehntel
Mitunterzeichner - Cosignataires: Meier-Zürich, Ruf-Bern, jener grossen Insel.»
Soldini (3) Die Schweiz weist - heute wegen der Einwanderung - ein
andauerndes Bevölkerungswachstum auf. Ausnahmen bil-
den lediglich die Jahre 1975 und 1976-wegen der durch die
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Wirtschaftsrezession ausgelösten Rückwanderung auslän-
Die Interpellation gründet auf zwei Thesen. Die erste liegt discher Arbeitskräfte. Dies obschon sich die Fruchtbarkeit
darin, dass es einen ursächlichen Zusammenhang zwischen der eingeborenen Bevölkerung etwa seit 1970 unter dem
Bevölkerungsgrösse und Schwierigkeiten mit dem Umwelt- sogenannten Ersatzniveau bewegt, also einer natürlichen
schutz gibt. Diese These ist wissenschaftlich unbestritten. Bevölkerungsschrumpfung entspricht (zurzeit im Durch-
Zum Beispiel ist die Nummer 17/1984 der Zeitschrift schnitt 1,5 Kinder pro Frau, entsprechend einer Schrump-
«Entwicklung/Développement», herausgegeben von der fung von 25 Prozent in einer Generation).
Direktion für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Das Kontingent von 10000 neuen Jahresaufenthaltern im
Hilfe, aus guten Gründen mit Schwe'punkt der Bevölke- Jahr laut der letzten Fremdarbeiterverordnung entspricht
rungsfrage gewidmet. Die Schrift verdient ein allgemein einem Bevölkerungswachstum von 25 000 Einwohnern, weil
anerkennendes Zeugnis, wenn sie auch etwas zu rosig und erfahrungsgemäss jede Bewilligung im Durchschnitt einen
optimistisch ausgefallen ist und gewisse allzu unange- Familiennachzug von 1,5 Personen auslöst. Man muss dies
nehme Wahrheiten ausklammert. in Beziehung sehen zu den etwa 60 000 lebendgeborenen
Dr. A. Mohr vom Bundesamt für Umweltschutz schreibt dort Schweizern im Jahr. Dabei sind damit noch nicht einmal alle
zum Thema Bevölkerungswachstum und Umweltbelastung: Einwanderungen erfasst. Es gibt auch die Umwandlungen
«In diesem Zusammenhang ist festzustellen, dass die von Saison- in Ganzjahresaufenthaltsbewilligungen, Einhei-
Umwelt durch wachsende Bevölkerung sowohl direkt als raten von Partnern aus dem Ausland, Asylgewährungen,
auch indirekt betroffen werden kann. verkappte Einwanderung unter den Titel Grenzgänger,
- Direkt betroffen wird die Umwelt durch die steigende Schwarzeinwanderungen. Schliesslich haben die Einwan-
Bevölkerungszahl. Diese Entwicklung 1:ührt zu wachsenden derungen, die meist junge Leute betreffen, auch noch
Ansprüchen an den Siedlungs- und Erholungsraum und an zusätzliche Geburten zur Folge. Mit anderen Worten: Die
die Nahrungsmittelversorgung. Probleme können bei einer Einflüsse der Wanderungen sind für die schweizerische
stagnierenden, aber räumlich zunehmenden Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung unverhältnismässig entscheiden-
auftreten. der als die Geburtenziffer der bereits Ansässigen. Es ist
- Indirekt betroffen wird die Umwelt durch die Zunahme doch keine Politik, ständig auf Wirtschaftsrezessionen hof-
des Sozialprodukts, die mit dem Bevölkerungswachstum fen zu müssen, nur um den Übervölkerungstod abwenden
einhergeht, durch zusätzliche Produktion und zusätzlichen zu können!
Konsum.» Eine offene und klare Antwort des Bundesrates wäre insbe-
Weiter unten: «Sind Bevölkerungs-und Umweltpolitik trenn- sondere auch deshalb sehr wertvoll, weil grosse Teile der
bar? Die schweizerische Umweltpol tik zielt dahin, die Träger der öffentlichen Meinung der Schweiz sich der Ein-
umweltschädigenden Auswirkungen der wirtschaftlichen sicht, dass die Umweltschwierigkeiten teilweise durch ein-
und gesellschaftlichen Aktivitäten in Grenzen zu halten. wanderungsbedingte Übervölkerung entstehen, in erstaunli-
Gemäss seinem Zweckartikel soll das neue Umweltschutz- cher Weise hartnäckig verschliessen. Es wird schriftliches
gesetz Menschen, Tiere und Pflanzen, ihre Lebensgemein- Verfahren gewünscht.
schaften und Lebensräume gegen schädliche oder lästige
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
Einwirkungen, namentlich Luftverunre nigungen und Lärm,
vom 7. November 1984
schützen und die Fruchtbarkeit des Bodens erhalten. Im
Sinne der Vorsorge sind Einwirkungen, die schädlich oder Rapport écrit du Conseil fédéral du 7 novembre 1984
lästig werden könnten, frühzeitig zu begrenzen. Mit einem 1. Entgegen der Auffassung des Interpellanten trägt der
Gesetz, das vor allem den Schutz vor Immissionen anstrebt, Bundesrat mit seiner Ausländerpolitik nicht nur arbeits-
kann keine Bevölkerungspolitik getrieben werden.» marktlichen Gesichtspunkten Rechnung. Er berücksichtigt
Der Bericht «Globale Bevölkerungs-, Ressourcen- und vielmehr auch die menschlichen, sozialen und demographi-
Umweltprobleme und ihre Konsequenzen für die Schweiz» schen Interessen sowie die besondere Lage gewisser Kan-
14. Dezember 1984 N 1949 Interpellation Müller-Wiliberg
tone. Wie schon den vier Überfremdungsinitiativen, die zwi- Je demande donc au gouvernement de répondre aux ques-
schen 1965 und 1974 eingereicht wurden, liegt auch diesem tions suivantes:
Vorstoss die Auffassung zugrunde, dass das Ausländerpro- 1. Quelles expériences ont été faites, en Europe centrale et
blem ausschliesslich eine Frage der Zahl sei. Bundesrat und en Suisse notamment, à la suite de l'introduction de l'heure
Parlament haben sich jedoch stets gegen eine solche d'été? Quels en sont les effets au poste de travail, dans les
Betrachtungsweise ausgesprochen. Eine bloss einseitige, écoles et dans l'agriculture?
auf starre quantitative Ziele ausgerichtete Ausländerpolitik 2. L'heure d'été permet-elle des économies d'énergie; si
ist kein taugliches Mittel. Sie wäre mit der freiheitlichen oui, de quelle ampleur?
Grundhaltung der Bundesverfassung nicht vereinbar und
stünde im Widerspruch zu den elementaren Menschenrech- 3. Est-il exact que la suppression de l'heure d'été est envisa-
ten. Wir werden, wie wir in unserem Bericht über die Richtli- gée dans certains pays (RDA et autres)?
nien der Regierungspolitik 1983 bis 1987 dargelegt haben, 4. Est-il exact que, dès 1986 et sous la pression de la
an unserer Politik, den Bestand der ausländischen Wohnbe- Grande-Bretagne et de l'Irlande - qui ne passent pas à
völkerung zu stabilisieren, konsequent festhalten. l'heure d'hiver en même temps que les autres pays de la
2. Zwischen unserer Ausländerpolitik und unseren ökologi- Communauté européenne - l'heure d'été doit être prolon-
schen Zielsetzungen besteht kein Widerspruch. Die Ursa- gée, en Suisse et dans les pays voisins, jusqu'au deuxième
chen der Umweltbelastung in der Schweiz und in der Dritten dimanche d'octobre?
Welt sind nicht vergleichbar. Währenddem in unserem Land 5. Le Conseil fédéral est-il disposé à intervenir au niveau
die ökologischen Probleme auf die wachsenden Ansprüche international de manière à obtenir une réduction de la
einer relativ stabilen Bevölkerung zurückzuführen sind, gibt période durant laquelle s'applique l'heure d'été?
in gewissen Entwicklungsländern vor allem das explosions-
Mitunterzeichner - Cosignataires: Basler, Berger, Bircher,
artige Wachstum der Bevölkerung Anlass zur Sorge. Da sich
Blocher, Blunschy, Bühler-Tschappina, Bundi, Cantieni,
die Frage des Bevölkerungswachstums und der Umweltbe-
Cottet, Dünki, Eisenring, Fischer-Hägglingen, Frei-Romans-
lastung viel differenzierter stellt, geht auch die Forderung
horn, Geissbühler, Hari, Hess, Hofmann, Hösli, Iten, Jung,
des Interpellanten am Ziel vorbei.
Kühne, Maeder-Appenzell, Massy, Meyer-Bern, Müller-
Scharnachtal, Nebiker, Nef, Neuenschwander, Neukomm,
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes-
Oester, Rutishauser, Rüttimann, Sager, Schiarii, Schmidhal-
rates nicht befriedigt und verlangt Diskussion.
ter, Schnyder-Bern, Schwarz, Soldini, Spalti, Spoerry,
Abstimmung - Vote Tschuppert, Uhlmann, Villiger, Wanner, Zwygart (45)
Für den Antrag auf Diskussion 39 Stimmen Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Dagegen 60 Stimmen
Die angekündigte Verlängerung der Sommerzeit wurde von
grossen Bevölkerungskreisen negativ aufgenommen. Eine
Umstellung Ende März bedeutet für viele Schweizer Arbeits-
beginn bei Dunkelheit. Das gleiche gilt bei der zu spät
eingeführten Normalzeit Ende September oder gar erst im
Oktober. Ein zwei Wochen späterer Beginn und ein früheres
#ST# 84.531 Ende der Sommerzeit entsprächen den seinerzeitigen
Interpellation Müller-Wiliberg Erwartungen weit mehr.
Sommerzeit. Verkürzung Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
Réduction de l'heure d'été vom 21. November 1984
Rapport écrit du Conseil fédéral du 21 novembre 1984
1. In den mitteleuropäischen Staaten und in der Schweiz
sind mit der Sommerzeit überwiegend positive Erfahrungen
gemacht worden. Mittlerweile verschieben 27 europäische
Wortlaut der Interpellation vom 3. Oktober 1984 Länder im Sommerhalbjahr die Zeit um eine Stunde, und sie
Gestützt auf Absatz 3 von Artikel 2 des Zeitgesetzes vom sehen vor, diese Regelung beizubehalten. Die in Europa
21. März 1980 hat der Bundesrat beschlossen, in Überein- bestehenden drei Zeitzonen werden durch die Sommerzeit
stimmung mit den benachbarten Staaten die Sommerzeit ab nicht berührt.
1986 auszudehnen. Eingehende statistische Erhebungen über die Auswirkun-
Ich frage den Bundesrat deshalb an: gen am Arbeitsplatz und in den Schulen liegen nicht vor.
1. Welche Erfahrungen wurden im mitteleuropäischen Es ist unbestritten, dass die Sommerzeit auf die Landwirt-
Raum und der Schweiz im besonderen mit der Einführung schaft verschiedene negative Auswirkungen hat. Zwar wird
der Sommerzeit gemacht? Wie sind die Auswirkungen am der längere Abend insbesondere für die Obsternte im Herbst
Arbeitsplatz, an den Schulen und in der Landwirtschaft? begrüsst, aber die Sommerzeit erschwert die Arbeit nament-
lich in der Zeit der Heuernte. Der Bundesrat anerkennt den
2. Sind mit der Sommerzeit Einsparungen im Energiever-
Einsatz, der im Interesse der Gesamtwirtschaft geleistet
brauch möglich, wenn ja, wieviel?
wird.
3. Trifft es zu, dass in einzelnen Ländern (DDR und andere) 2. Die Auswirkungen auf den Energieverbrauch sind
die Abschaffung der Sommerzeit erwogen wird?
schlecht abzuschätzen, da nebst der Zeitverschiebung zahl-
4. Stimmt es, dass auf Druck von England und Irland, wel- reiche andere Faktoren wie Wetter, Energiepreise, in- und
che angeblich eine separate Winterzeit im EG-Raum haben, ausländische Konjunkturentwicklung, das Verbraucherver-
die Sommerzeit in der Schweiz und den benachbarten Staa- halten des einzelnen und der Wirtschaft mitbestimmend
ten ab 1986 auf den zweiten Oktobersonntag ausgedehnt sind. Die bisherigen Erfahrungen lassen für die Schweiz
werden soll? keine eindeutigen Schlüsse hinsichtlich Einsparungen zu.
5. Ist der Bundesrat bereit, international dahin zu wirken, 3. Bis zur Stunde ist nicht bekannt, dass eines der 27
dass die Dauer der Sommerzeit verkürzt wird? europäischen Länder, welche die Sommerzeit kennen,
Texte de l'interpellation du 3 octobre 1984 deren Abschaffung erwägt.
Se fondant sur l'article 2, 3e alinéa de la loi du 21 mars 1980 4. In England und Irland endet die Sommerzeit in der Regel
réglementant l'heure en Suisse (RS 941.299), le Conseil am vierten Oktobersonntag, also vier Wochen später als in
fédéral a décidé, d'entente avec les Etats voisins du nôtre, den europäischen Kontinentalstaaten. Zwecks Harmonisie-
de prolonger l'heure d'été à partir de 1986. rung der Sommerzeitdauer soll als Kompromiss im EG-
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Hegg Bevölkerungswachstum und Umweltschutz
Interpellation Hegg Croissance démographique et protection de l'environnement
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1984
Année
Anno
Band V
Volume
Volume
Session Wintersession
Session Session d'hiver
Sessione Sessione invernale
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 17
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 84.505
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 14.12.1984 - 08:00
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Seite 1947-1949
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