Report on Environmental Damage from Pollution and Mitigation Measures
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe postulate requested a comprehensive report on environmental damage caused by pollution, detailing emissions, their evolution and sources, import/export balances, annual costs to health and infrastructure, and potential market-based solutions. The Federal Council agreed to the postulate, acknowledging the significant, though not fully quantified, damage caused by pollution to health, ecosystems, and materials, and recognizing the need for a report to inform environmental policy and the proportionality of mitigation measures.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 30 GSchG, Art. 13 GSchG, Art. 14 GSchG; Report on Environmental Damage from Pollution and Mitigation Measures: The Federal Council agreed to the postulate, acknowledging the significant, though not fully quantified, damage caused by pollution to health, ecosystems, and materials, and recognizing the need for a report to inform environmental policy and the proportionality of mitigation measures.
Schlagwörter
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited for strict observance of the duty of diligence in water protection.
Cited for strict observance of prohibitions in water protection.
Volltext
5. Oktober 1984 1415 Postulat Kopp
Hier handelt es sich um ein dringendes Anliegen, das mög- poussières, l'acide chlorhydrique, l'acide fluorhydrique, les
lichst rasch verwirklicht werden sollte. Punkt b meines phénols, etc.?
Postulates sollte daher zusammen mit Punkt a in die bevor- 2. Comment les émissions ont-elles évolué durant ces der-
stehende IV-Revision eingeflochten und nicht bis zur nièes décennies?
10. AHV-Revision aufgeschoben werden. Die Hilflosenent- 3. Quelles sont les principales sources émettrices des subs-
schädigungen sind Versicherungsentschädigungen, die tances polluantes les plus importantes?
gezielt und nicht nach dem Giesskannenprinzip ausgerich-
tet werden. Da sie auch bei Hauspflege gewährt werden, 4. Dans quelle mesure les substances polluantes mention-
sind sie besonders geeignet, diese Pflegeform zu unterstüt- nées sont-elles produites dans le pays même et dans quelle
zen und zur Entlastung der Spitäler und Heime beizutragen. mesure sont-elles «importées» (bilan brut et net des subs-
tances polluantes importées et exportées)?
Schriftliche Erklärung des Bundesrates 5. Quels sont les coûts annuels de la pollution atmosphéri-
vom 22. August 1984 que, notamment pour ce qui est:
Déclaration écrite du Conseil fédéral du 22 août 1984 - des effets sur la santé,
Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. - des dommages causés aux monuments historiques et aux
bâtiments,
Überwiesen - Transmis - des dommages causés aux matériaux (en particulier par
la corrosion) et
- des dommages causés aux forêts et à la végétation?
6. Quelle est la part des coûts qui incombe aux pouvoirs
#ST# 84.463 publics et quelle est celle qui va à la charge des particuliers?
7. Quelles mesures conformes à l'économie de marché
Postulat Kopp pense-t-il prendre afin que les coûts sociaux soient dans une
Umweltschäden. Bericht plus large mesure supportés par ceux qui en sont la cause?
Atteintes à l'environnnement. Rapport
Mitunterzeichner- Cosignataires: Allenspach, Bremi, Cou-
chepin, Dupont, Hunziker, Lüchinger, Petitpierre, Schule,
Spalti, Villiger (10)
Wortlaut des Postulates vom 19. Juni 1984
Der Bundesrat wird gebeten, dem Parlament einen umfas-
senden Bericht über die Schäden vorzulegen, die durch die
Verschmutzung der Luft, der Gewässer und des Bodens an Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Natur, Mensch, Kunstdenkmälern und Materialien verur- Dass die Umweltbelastungen und insbesondere die Luftver-
sacht werden. schmutzung zu grossen Schäden führt, kann heute nicht
Im einzelnen wird um die Beantwortung folgender Fragen mehr bestritten werden. Zahlreiche Erkrankungen, vor allem
gebeten: der Atmungsorgane, werden auf die Luftverschmutzung
1. Wie hoch sind die Emissionen der wichtigsten Schad- zurückgeführt, ein Zusammenhang zwischen dem Waldster-
stoffe wie Schwefeldioxide, Stickoxide, unverbrannte Koh- ben gilt als wissenschaftlich erwiesen. Über die Luft gelan-
lenwasserstoffe, Kohlenmonoxyde, Kohlendioxyde, Blei, gen Schadstoffe in den Boden. Stark belastete Böden haben
Kadmium, Stäube, Salzsäure, Fluorwasserstoffe, Phenole ein verlangsamtes Wachstum zur Folge und drohen im
usw.? Extremfall unfruchtbar zu werden. Häuserfassaden und
Kunstdenkmälerwerden von Säuren zerfressen, Korrosions-
2. Wie haben sich die Emissionen in den letzten Jahrzehn- schäden an Metallen nehmen laufend zu.
ten entwickelt? Trotz Erfolgen im Gewässerschutz ist der Zustand verschie-
3. Welches sind die Hauptemittenten der wichtigsten dener Seen bedenklich.
Schadstoffe? Im Vordergrund des Interessens steht zweifellos die
4. In welchem Ausmass sind die erwähnten Schadstoffe Bekämpfung der Luftverschmutzung, drohen doch hier als
«hausgemacht» und in welchem Mass «importiert»? Folge irreversible Schäden und Entwicklungen.
(Brutto-Netto-Bilanz der importierten und exportierten Die OECD hat bereits vor fünf Jahren die jährlich durch
Schadstoffe) Umweltverschmutzung verursachten Kosten auf 3 bis 5 Pro-
5. Welche Kosten entstehen jährlich durch die Luftver- zent des Bruttosozialproduktes geschätzt.
schmutzung insbesondere an Trotzdem - und obwohl die Luftverschmutzung in der
Schweiz offenbar zu einem beträchtlichen Teil hausge-
- Gesundheitsschäden
macht ist - gibt es in der Schweiz keine verlässlichen Arbei-
- Schäden an Kunstdenkmälern und Gebäuden
ten über die Höhe der Kosten, die jährlich entstehen.
- Schäden an Materialien (insbesonders Korrosion)
Auch wenn die Quantifizierung in verschiedenen Fällen
- Schäden an Wäldern und Vegetation?
schwierig und in einzelnen Fällen unmöglich ist, bedarf es
6. Welcher Kostenanteil fällt dabei auf die öffentliche Hand einer möglichst fundierten Ermittlung, nicht zuletzt um die
und welcher auf Private? Verhältnismässigkeit der Kosten einer Massnahme zur
7. Welche marktkonformen Mittel sieht der Bundesrat, um Schadensminderung bzw. Schadensverhütung zu beur-
die sozialen Kosten vermehrt zu internalisieren? teilen.
Unbestrittenermassen kann sich eine sinnvolle Umweltpoli-
Texte du postulat du 19 juin 1984 tik nicht in einer Behebung eingetretener Schäden erschöp-
Le Conseil fédéral est invité à présenter au Parlement un fen, sondern muss darauf ausgerichtet sein, Schäden gar
rapport circonstancié sur les dommages causés par la pollu- nicht erst eintreten zu lassen. Zu Recht ist im Umweltschutz-
tion de l'air, des eaux et du sol à la nature, aux personnes, gesetz neben dem Verursacherprinzip das Vorsorgeprinzip
aux monuments historiques et aux matériaux. verankert. Die entstehenden Schäden belasten unsere Wirt-
Il est prié de répondre en particulier aux questions sui- schaft direkt oder indirekt in zunehmendem Masse. Bishe-
vantes: rige, insbesondere durch die OECD durchgeführte Untersu-
1. Quel est le taux des émissions des substances polluantes chungen legen den Schluss nahe, dass die Kosten für eine
les plus importantes telles que l'anhydride sulfureux, les Schadensverhinderung erheblich unter den Kosten der
oxydes d'azote, les hydrocarbures non brûlés, les oxydes de Schadensbehebung (sofern eine solche überhaupt möglich
carbone, l'anhydride carbonique, le plomb, le cadmium, les ist) liegen.
179-N
Postulat Keller 1416 N 5 octobre 1984
Schriftliche Erklärung des Bundesrates «24 Heures» vom 2. Mai 1984 von verschiedenen waadtlän-
vom 17. September 1984 dischen und anderen Gemeinden, die diese Limiten über-
Déclaration du Conseil fédéral du 17 septembre 1984 schritten haben. Der entsprechende Artikel spricht die
Der Bundesrat ist bereit, die Punkte 5, 6 und 7 vollumfäng- düstere Möglichkeit aus: «II en ira peut-être de l'eau potable
lich und die Punkte 1, 2, 3 und 4, soweit diese durch den comme des forêts. Brusquement, nous apprendrons un jour
Bericht über das Waldsterben noch nicht erfüllt sind, entge- qu'elle regorge de nitrates et qu'elle se révèle par consé-
quent impropre à la consommation. La nouvelle nous cho-
genzunehmen.
quera, comme nous a choqués celle de l'agonie des forêts.»
Überwiesen - Transmis Gemäss Bundesamt für Gesundheitswesen (Quelle: «Die
Weltwoche» Nr. 47 vom 24. November 1983) nehmen täglich
mehr als 125000 Schweizer über Nahrungsmittel und
Getränke mehr Nitrate zu sich als die vom Weltgesundheits-
amt festgesetzte Limite, die mit 50 mg/l noch um 10 mg/l
84.490
#ST#
über der schweizerischen Toleranzgrenze liegt.
Postulat Keller Die Gefährlichkeit der Nitrate sei hier nur skizziert (Quellen:
Gewässer. Senkung des Nitratgehalts Eidgenössisches Departement des Innern, November 1979:
Nitrat im Trinkwasser, Seite 27 bis 29. «Die Weltwoche»
Eaux. Réduction de la teneur en nitrates Nr. 47, 24. November 1983. «24 Heures», 2. Mai 1984):
Nitrate sind stickstoffhaltige Salze der Salpetersäure, die
sich im Körper in Nitrit verwandeln können. Nitrit wiederum
verbindet sich mit Aminen(Eiweisssubstanzen), wobei Nitro-
samine entstehen. Nitrosamine gehören zu den aktivsten
Wortlaut des Postulates vom 22. Juni 1984 und gefährlichsten Krebserregern. Nitrite bilden aber auch
Auf den I.Januar 1986 beabsichtigt der Bundesrat, die Methämoglobin (Verbindung Nitrit/roter Blutkörper), das die
Phosphate in den Waschmitteln zu verbieten, um auf diese Fähigkeit nicht mehr hat, den Sauerstoff zu transportieren.
Weise den Phosphatgehalt in unseren Gewässern zu sen- Bei Säuglingen führt dieser Mangel zur Methämoglobinämie
ken. Da aber auch die Aufsalzung der Gewässer mit Nitraten (Blausucht).
in den letzten Jahren bedrohlich gestiegen ist, sollte er auch 2. Zu den beantragten Massnahmen: Als Güteziel bzw. als
auf diesem Gebiet wirksamere Massnahmen anordnen bzw. Grenzwert für Fliessgewässer, bei denen Trinkwassernut-
durchsetzen. zungen zu berücksichtigen sind, gibt die Verordnung über
Der Bundesrat wird deshalb ersucht: Abwasserleitungen einen Wert von 25 mg Nitrat/l an (Quel-
- das Qualitätsziel für Grundwasser eindeutig festzulegen, len: SR 814.225.21. Anhang, Parameter 35, Nitrat. Eidgenös-
indem er den erforderlichen Grenzwert anordnet; sisches Departement des Innern, November 1979: Nitrat im
- den Artikeln 13 (Sorgfaltspflicht) und 14 (Verbote) des Trinkwasser, Seite 3). Beim Grundwasser ist aber nur indi-
Gewässerschutzgesetzes (GSchG) vom S.Oktober 1971 rekt ein Qualitätsziel vorhanden: Das Grundwasser soll so
strikte Nachachtung zu verschaffen; beschaffen sein, dass möglichst keine Aufbereitung bei
- weitere Massnahmen zu ergreifen, die zur Verminderung einer allfälligen Trinkwassernutzung notwendig ist. Es geht
des Nitratgehalts in sämtlichen Gewässern (Ober-, Fliessge- also darum, dass der Bundesrat das Qualitätsziel genau
wässer, Grund- und Trinkwasser usw.) beitragen. festlegt, um klare, messbare Anforderungen zu stellen.
Im Zusammenwirken des Bundes mit den Kantonen ist
Texte du postulat du 22 juin 1984 sicherzustellen, dass den in den Artikeln 13 (Sorgfaltspflicht)
Le Conseil fédéral a prévu d'interdire les phosphates dans und 14 (Verbote) GSchG angeordneten Massnahmen strikte
les détergents à partir du 1er janvier 1986, afin de réduire la Nachachtung verschafft wird, so etwa dem Verbot des Jau-
teneur en phosphates de nos eaux. Cependant, la salinité chens auf schneebedeckten und brachliegenden Feldern.
des eaux ayant dangereusement augmenté au cours de ces Auch um die in Artikel 30 GSchG geforderten Gewässer-
dernières années du fait du déversement de nitrates, il schutzzonen scheint es nicht gut bestellt zu sein, wenn man
devrait, dans ce domaine également, édicter et faire appli- der Schlussfolgerung im erwähnten Zeitungsartikel von «24
quer des mesures efficaces. Heures» Glauben schenkt: «La majorité des communes vau-
Au vu de cette situation, le Conseil fédéral est prié: doises n'ont pas encore établi ces zones de protection
- de fixer un objectif précis pour la qualité des eaux souter- pourtant exigées par la loi fédérale (sur la protection des
raines, en prescrivant la valeur limite qui s'impose; eaux du 8 octobre 1971).»
- de veiller à ce que les articles 13 (devoir de diligence) et 14 In einem umfassenden Sinne wäre schliesslich die gegen-
(interdictions) de la loi du 8 octobre 1971 sur la protection wärtige Lage zu beurteilen und zu prüfen, ob nicht zusätzli-
des eaux soient strictement observés; che Massnahmen oder Verschärfung bestehender sich auf-
- de prendre d'autres mesures pouvant contribuer à réduire drängen. Und es stellt sich letzten Endes auch die Aufgabe,
la teneur en nitrates de toutes les eaux (eaux de surface, die Öffentlichkeit für diese Problematik vermehrt zu sensibi-
eaux courantes, eaux souterraines, eau potable, etc.). lisieren.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Humbel, Müller-Zürich, Schriftliche Erklärung des Bundesrates
Nauer, Oester, Seiler, Stamm Judith, Wick, Ziegler (8) vom 5. September 1984
Déclaration écrite du Conseil fédéral
Schriftliche Begründung - Développement par écrit du 5 septembre 1984
1. Grundsätzliches: Bereits Ende 1979 stellte das Bundes- Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen
amt für Gesundheitswesen fest, dass in zirka einem Drittel
der Grundwasservorkommen in der Schweiz die Tendenz Überwiesen - Transmis
der Aufsalzung mit Nitraten steige. Das Bundesamt für
Umweltschutz bestätigte diesen Sachverhalt (Quelle: «Die
Weltwoche» Nr. 47 vom 24. November 1983). Das Schweize-
rische Lebensmittelbuch (es ist nicht rechtsverbindlich) gibt
einen Grenzwert von 40 mg/l an. Im vergangenen Jahr wurde
in verschiedenen Gemeinden der Schweiz gemäss diesem
Grenzwert unreines Wasser festgestellt; zum Beispiel in
Müntschemier 100, in Ins 60, in Othmarsingen 50, in Köniz-
Bern 48, in Zollikofen 49 mg Nitrat/l (Quelle: «Die Weltwo-
che» Nr. 47 vom 24. November 1983). Ebenso berichtet die
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Kopp Umweltschäden. Bericht
Postulat Kopp Atteintes à l'environnnement. Rapport
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1984
Année
Anno
Band IV
Volume
Volume
Session Herbstsession
Session Session d'automne
Sessione Sessione autunnale
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 15
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 84.463
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 05.10.1984 - 08:00
Date
Data
Seite 1415-1416
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