Radioactive Waste Disposal Program Review and Suspension
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe issue concerns the disposal program for radioactive waste, specifically questioning the methodology and timeline of the waste management company. The company's initial geological assessments were criticized for lacking sufficient information, leading to potentially flawed drilling programs that wasted resources. The proposal suggests submitting the program to an independent expert review and suspending further drilling until the review is complete, arguing that the current approach is costly and potentially inadequate for long-term waste disposal. The government, however, believes the current plan is proceeding appropriately and that the company is adhering to regulations, and therefore opposes the proposal, arguing that it is premature and would create an impression of indecision.
Legislator-Regeste
KI-generiertRadioactive Waste Disposal Program Review and Suspension: The company's initial geological assessments were criticized for lacking sufficient information, leading to potentially flawed drilling programs that wasted resources. The proposal suggests submitting the program to an independent expert review and suspending further drilling until the review is complete, arguing that the current approach is costly and potentially inadequate for long-term waste disposal. The government, however, believes the current plan is proceeding appropriately and that the company is adhering to regulations, and therefore opposes the proposal, arguing that it is premature and would create an impression of indecision.
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KI-generiertThis article, which deals with costs, is cited as the basis for the allocation of costs to the petitioner.
Volltext
17. September 1984 422 Postulat Bührer
Was sagt Ihnen die Kommission zu diesem Antrag des reprise lors de l'ouverture de la nouvelle Conférence sur la
Bundesrates? In einem ersten Punkt stellen wir fest, dass sécurité et la coopération en Europe, qui doit s'ouvrir le
diese Institute einen äusseren und inneren Zusammenhang 6 novembre 1986 à Vienne. C'est là qu'il sera fait le bilan de
zur Schweiz haben. Zwei haben ihren Sitz in Genf, ein drittes toutes les conclusions de la Conférence de Madrid, de celle
hat in Genf ein Büro. Die Tätigkeit aller vier Institute ist in d'Athènes, de celle qui se tiendra en 1985 à Ottawa, sur les
einem Bereich angesiedelt, der der schweizerischen Aus- droits de l'homme, enfin de celle prévue'à Berne au prin-
senpolitik voll entspricht. Die Forschungsziele in der gene- temps 1986 sur les contacts humains.
rellen Formulierung erscheinen sinnvoll und dienen - wie- Dans le domaine du désarmement, la Suisse a fait des
derum in der theoretischen Beurteilung - der internationa- propositions qu'elle a présentées aux 34 autres Etats signa-
len Gemeinschaft. Es ist die Zusammenarbeit mehrerer taires de l'Acte final d'Helsinki.
Staaten angesprochen zu einer Art Ko-Finanzierung, die L'initiative que nous avons prise d'accorder une subvention
zweifelsohne auch einem engeren Zusammenwirken der de 50 000 francs par an à l'Institut de recherche des Nations
finanzierenden Staaten dient. Politisch kritische Elemente Unies sur le désarmement s'inscrit donc dans un contexte
könnte man etwa in drei Punkten wie folgt zusammen- plus large.
fassen: Lors des travaux de la commission, Mme Bauer s'est éton-
1. Wie bei allen wissenschaftlichen Untersuchungen née que nous ne fassions pas un effort plus important à
besteht die Gefahr, dass keine Auswertung erfolgt, dass es l'endroit d'organismes suisses œuvrant également en faveur
eine Tätigkeit «l'art pour l'art» oder höchstens noch eine de la paix, et plus particulièrement du GIPRI à Genève.
Tätigkeit im Interesse der Weiterbildung der Forscher ist. Madame Bauer, vous avez été entendue! Je tiens à vous en
Wir sind überzeugt, dass unser Land bei diesen vier Institu- donner acte publiquement; nous examinerons de quelle
ten dahin wirkt, dass die Länder aus den wissenschaftlichen façon nous pourrons donner une suite effective à vos
Ergebnissen auch praktische Konsequenzen ziehen. souhaits.
2. Im Innern, in unserem eigenen Bereich, wünschen wir Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen
selbstverständlich, dass für unser Land Nutzbares auch in Le conseil décide sans opposition d'entrer en matière
die praktische Politik einfliesst. Wir wollen Studien, wissen-
schaftliche Arbeiten und alles, was darunter fallen mag, für
die Politik nutzbar machen. Wissenschaft dient, wenn sie Gesamtberatung - Traitement global du projet
nicht ausschliesslich Grundlagenwissenschaft ist, dem
Geschehen und der Aktion. Auch hier hat das zu gelten. Titel und Ingress, Art. 1, 2
3. Die UMIDIR ist ein Institut, das sich der Friedens- und Titre et préambule, art. 1, 2
Konfliktforschung widmet. Die Schweiz unterstützt in ihrer
erklärten Politik (ich verweise Sie auf den Sicherheitsbericht Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
von 1973) diese Tätigkeit. Wir aber, als nüchterne Schwei- Für Annahme des Beschlussentwurfes 34 Stimmen
zer, wünschen, dass dabei nicht Ideologie zur Hauptsache Dagegen 1 Stimme
wird und dass solche Abklärungen nicht Illusionen nähren.
An den Nationalrat - Au Conseil national
Es gilt doch nach wie vor der Grundsatz, dass dem Krieg,
den Konflikten und den Spannungen ungelöste politische
Fragen zugrunde liegen. Abrüstung und Eindämmung des
Waffenarsenals können nicht erfolgreich angegangen wer-
den, wenn nicht die zugrundeliegenden Probleme zwar
nicht voll gelöst, aber doch wenigstens schrittweise einer
#ST# 84.426
Lösung und Verbesserung entgegengeführt werden. Wir Postulat Bührer
glauben auch, dass Forschungen im Bereich des Konflikt- Radioaktive Abfälle. Entsorgungsprogramm
managements vorteilhaft sein können, um zu erkennen, wie
man sich beim Aufkommen von Konflikten oder bei Eskala- Déchets radioactifs. Programme d'élimination
tionen verhalten soll, um wieder einer Deseskalation, d. h.
einem Zustand der Ausgeglichenheit oder Ausgewogenheit,
näherzukommen.
Diese drei kritischen Betrachtungen wären als Schlussfolge-
rung zu sehen. Dabei wissen wir, dass unsere Kraft von Wortlaut des Postulates vom 4. Mai 1984
vornherein nicht wesentlich grösser sein kann als unsere Die Beratergruppe Geologie der AGNEB (Arbeitsgruppe des
finanzielle Leistung. Diese ist angemessen, aber nicht über- Bundes für die nukleare Entsorgung) hat in ihrem Bericht
setzt. Sie ist ein Zeichen, dass auch die Schweiz in diesem vom 19. September 1980 festgehalten, dass die vorgesehe-
Bereich der Erforschung internationaler Zusammenhänge nen Bohrungen der NAGRA in bezug auf das Grundgebirge
mitzuwirken bereit ist. als «ohne Indikationen angesetzt» bezeichnet werden müs-
sen. Im Sinne einer sparsamen Verwendung der Mittel
M. Aubert, conseiller fédéral: Je soulignerai les propos schlug die Gruppe eine bestimmte Reihenfolge der Bohrun-
tenus par votre rapporteur concernant l'UNIDIR (Institut de gen vor und empfahl, nach Vorliegen der ersten Resultate
recherche des Nations Unies pour le désarmement). C'est la das Programm gegebenenfalls anzupassen. Die NAGRA hat
première fois que nous vous demandons de nous autoriser à sich in keiner Weise an die Empfehlungen gehalten.
subventionner cet institut par une somme extrêmement Nun zeigen die Ergebnisse der Bohrungen und der seismi-
modeste, puisqu'elle n'est que de 50 000 francs par année. schen Untersuchungen, dass der geologische Untergrund
L'UNIDIR travaille notamment avec le professeur Daniel wesentlich komplizierter gestaltet ist, als man angenommen
Frey, de Zurich, et avec son assistant, M. Christian Catrina. hatte. Möglicherweise müssen ausser der Lagerung im Kri-
Notre pays joue un rôle certain en matière de désarmement. stallin auch andere Lösungen diskutiert werden.
Il a pris certaines initiatives en matière de règlement pacifi- Da der Ablieferungstermin für das Projekt «Gewähr» ohne-
que des différends dans le cadre du processus d'Helsinki. hin illusorisch sein dürfte (Prof. Trümpy, Vorsitzender der
Ainsi, en octobre 1978, une proposition suisse a été discutée Geologengruppe AGNEB, in der «NZZ» vom 16. März 1984),
à Montreux par un comité d'experts réunis spécialement à wird der Bundesrat gebeten zu prüfen,
cet effet. Cette proposition a été reprise en janvier 1984 à - ob das Entsorgungsprogramm der NAGRA, insbesondere
Athènes par un comité d'experts, dans le cadre de la Confé- das Projekt «Gewähr», nicht unverzüglich der wissenschaft-
rence sur la sécurité et la coopération en Europe. C'était là lichen Begutachtung durch ein kompetentes Expertengre-
un des résultats de la Conférence de Madrid. Il a été con- mium aus schweizerischen und ausländischen Wissen-
venu, à cette occasion, que cette proposition suisse serait schaftern zu unterziehen sei;
17. September 1984 423 Postulat Bührer
- ob bis zum Vorliegen von Resultaten der Begutachtung die 6 Gramm stark aktiven Abfälle pro Kopf und Jahr der
das Bohrprogramm nicht aufzuschieben sei, um vorausseh- Bevölkerung geradezu lächerlich wirken. Diese Vergleiche
bare Fehlschläge (Hornussen, Steinmaur) zu vermeiden. belegen die Aussage, dass «verglichen mit der Handhabung
Ferner wird der Bundesrat eingeladen zu prüfen, ob nicht und Beseitigung anderer giftiger Abfälle keine prinzipiellen
mit Blick auf die nukleare Entsorgung auf längere Sicht eine Erschwernisse bestehen».
Landesanstalt im Bereich der Geowissenschaft aufgebaut Dass diese Aussage eine geradezu unverantwortliche Ver-
und Annexanstalten, insbesondere die EMPA, für die Prü- harmlosung darstellt, dürfte jedem naturwissenschaftlich
fung der technischen Fragen ausgebaut werden sollten. auch nur einigermassen Gebildeten klar sein. Die chemi-
schen Veränderungen zum Beispiel durch Strahlenbela-
Texte du postulat du 4 mai 1984 stung gaben und geben manche Knacknuss auf. Skeptisch
Le sous-groupe «Géologie» du groupe de travail de la Con- macht mich auch die Haltung der Verantwortlichen gegen-
fédération pour la gestion des déchets nucléaires a estimé über den grossen Zeiträumen, die im Spiele sind. Mit wel-
dans son rapport du 19 septembre 1980, que la CEDRA avait cher Sicherheit und Selbstverständlichkeit werden da ein
choisi l'emplacement des sondages qu'elle avait décidé paar hundert oder gar tausend Jahre ins Kalkül aufgenom-
d'entreprendre, sans donner d'indications sur la constitu- men. Das Psalmwort spricht davon, dass für Gott tausend
tion des roches. Afin d'assurer une utilisation économique Jahre seien wie ein Tag. Dabei soll es bleiben. Alles andere
des fonds disponibles, le sous-groupe avait proposé de ist Vermessenheit. Die Erfahrung zeigt, dass im gesamten
procéder aux sondages dans un ordre déterminé; il avait en Nuklearbereich eine laufende Unterschätzung der Probleme
outre recommandé de modifier le cas échéant le programme stattgefunden hat. Dies gilt für die Wiederaufbereitung, es
au vu des premiers résultats obtenus. La CEDRA n'a pas pris gilt für den schnellen Brüter, es gilt aber auch für gewöhnli-
ces recommandations en considération. che Reaktoren. Die Kostenexplosion von Leibstadt spricht
Les sondages et les relevés séismologiques prouvent à da eine beredte Sprache. Die NAGRA macht hier keine
présent que le sous-sol a une structure géologique beau- Ausnahme. Sie passt ins Bild. Angetreten ist sie mit dem
coup plus complexe que prévu. Il faudra peut-être envisager hohen Anspruch, bis 1985 ein rahmenbewilligungsreifes
non seulement un entreposage dans les roches cristallines, Projekt vorzulegen. Die Realitäten haben dem Wunschden-
mais d'autres possibilités aussi. ken von Bundesrat und NAGRA gründlich ein Ende gesetzt.
Etant donné que le projet «Garantie» ne pourra pas être prêt Heute glaubt sicher niemand mehr, dass diese Gewähr bis
à la date fixée (cf. les déclarations du professeur Trümpy, Ende 1985 erbracht werden könnte. «Gewähr» ist also nicht
président du sous-groupe susmentionné, publiées dans la mehr Gewähr.
Nouvelle Gazette de Zurich du 16 mars 1984), le Conseil Von den Sanktionen, die der Bundesrat bei Nichterbringung
fédéral est prié de déterminer. des Nachweises in Aussicht stellte, nämlich vom Entzug der
- s'il convient de soumettre d'urgence le programme d'éli- Betriebsbewilligung für die laufenden AKW, spricht niemand
mination des déchets élaboré par la CEDRA, et notamment mehr. Natürlich nicht. Das ist allen klar. Aber wäre es nicht
le projet «Garantie», à l'expertise d'un groupe de scientifi- an der Zeit, dies einzugestehen und das Projekt «Gewähr»
ques suisses et étrangers; einer gründlichen Prüfung zu unterziehen, nicht zuletzt mit
- s'il est préférable de suspendre les sondages jusqu'à ce dem Zweck, einen realistischen Zeitplan aufzustellen?
que l'on dispose des résultats de l'expertise proposée, afin Der Bundesrat stellt in seiner kürzlich erfolgten Antwort auf
d'éviter des échecs prévisibles (Hornussen, Steinmaur). die Motion der LdU/EVP-Fraktion eine kritische Überprü-
Le Conseil fédéral est également invité à examiner s'il y a fung des Projektes nach seiner Ablieferung Ende 1984 in
lieu, afin d'assurer à longue échéance l'élimination des Aussicht. Eine Beurteilung, ob Gewähr geboten sei, könne-
déchets, de créer un institut national des sciences de la so sagt der Bundesrat - erst dann erfolgen. Der Bundesrat
Terre et d'aménager les établissements annexes de cer- erweckt damit den Anschein, als ob alles noch offen wäre.
taines institutions, notamment le Laboratoire fédéral d'essai Redlicherweise müsste gesagt werden, dass die Gewähr, die
des matériaux, de façon à leur permettre d'examiner les uns vor fünf Jahren in Aussicht gestellt wurde, bis 1985 gar
questions techniques qui se posent. nicht erbracht werden kann. Es wäre an der Zeit, dies
festzustellen und Konsequenzen zu ziehen. Eine erste Kon-
Mitunterzeichner - Cosignataires: Belser, Meylan, Miville, sequenz - und das verlangt mein Postulat - wäre der Beizug
Piller, Weber . (5) unabhängiger Experten. Es ist wenig beruhigend zu hören,
dass die staatlichen Organe die Arbeiten der NAGRA laufend
Frau Bührer: Was hat mich veranlasst, dieses Postulat begleiten und verfolgen. Damit ist genau die Situation
Anfang Mai einzureichen? In erster Linie waren es die geschaffen, die eine kritische und unabhängige Beurteilung
Ergebnisse der ersten NAGRA-Bohrungen. Diese zeigten des Endergebnisses wenig wahrscheinlich macht. Der Bun-
Überraschungen in bezug auf den Untergrund des schwei- desrat geht einen gefährlichen Weg. Die Sache ist zu wich-
zerischen Mittellandes, Überraschungen, die allerdings, tig, und die Bevölkerung ist zu hellhörig geworden, als dass
hätte eine sorgfältige Analyse der Fachliteratur stattgefun- auch nur im entferntesten der Anschein erweckt werden
den, nicht gar so überraschend gewesen wären. Der dürfte, sie würde in einer geschlossenen Gesellschaft abge-
entdeckte Permo-Karbon-Trog schuf eine neue Ausgangs- handelt. Im Gegensatz zum Bundesrat bin ich der Meinung,
lage und liess ein grosses Gebiet, das ursprünglich als für dass sich die Mitwirkung einer unabhängigen Experten-
die Endlagerung geeignet erschien, zusammenschrumpfen. gruppe jetzt aufdrängt. Diese hätte insbesondere endlich
Es stellt sich nun die Frage, ob an einem Projekt festgehal- eine verbindliche Festsetzung der Anforderungen an das
ten werden soll, das nachweislich auf anderen Vorausset- Projekt auszuarbeiten, und zwar im Sinne der 1979 vom
zungen basiert. Ich stehe mit meiner Frage offenbar nicht Bundesrat gegebenen Zusicherungen.
abseits, denn die Fachgruppe Geologie der AGNEB, das ist Die Ereignisse, die seit der Einreichung dieses Postulates im
die Arbeitsgruppe des Bundes für nukleare Entsorgung, hat Mai dieses Jahres über die Bühne gingen, bestärken mich in
schon früh die Fragwürdigkeit des festen Bohrprogramms dieser Überzeugung. Es hat mich empört, dass Herr
erkannt. Sie schlug deshalb eine bestimmte Reihenfolge Rometsch 14 Tage vor der Abstimmung über die Atominitia-
vor, und sie schlug auch vor, dass gegebenenfalls Anpas- tive an die Öffentlichkeit getreten ist mit der Aussage, die
sungen nach den ersten Ergebnissen vorgenommen werden Endlagerung sei technisch machbar, und damit - die
sollten. Verharmlosungen und Wunschdenken schiessen Schlagzeilen beweisen es - die Illusion erzeugte, der Fisch
hier üppig ins Kraut. Noch ehe mit den Untersuchungen mit Namen «Gewähr» habe erfolgreich an Land gezogen
überhaupt begonnen wurde, las man Erfolgsmeldungen werden können. Was heisst «technisch machbar»? Auch die
wie: «Das Entsorgungsproblem ist gelöst», «Die Endlage- Autobahnbrücke, die nach einem Jahrzehnt ersetzt werden
rung in der Schweiz ist sicher möglich». Unstatthaft ist der muss, war einst technisch machbar! Von einer Präsentation
auch immer wieder gezogene Vergleich zwischen den Men- des Projektes konnte keine Rede sein. Lediglich die Abliefe-
gen der verschiedenen Abfallsorten, wobei dann natürlich rung der Arbeiten wurde - einmal mehr - auf Ende Jahr in
Postulat Bührer 424 17 septembre 1984
Aussicht gestellt. Wer die Ausführungen von Herrn nen Region. Diese erscheint uns innerhalb der Schweiz als
Rometsch analysierte, konnte erkennen, dass nicht nur der eine der geeignetsten für ein derartiges Vorhaben.»
Standort im Projekt nicht bezeichnet werden wird und kann, Die von den gleichen Geologen damals kritisierten fehlen-
sondern eigentlich alles offen ist. Zwar sind, so Herr den seismischen Untersuchungen für den Raum Solothurn/
Rometsch, geeignete Gesteine gefunden worden, aber Aargau, Zürich/Schaffhausen wurden in der Folge von der
unbekannt sei die Ausdehnung des Gesteinskörpers. NAGRA nachgeholt. Sie haben mit den Bohrresultaten -
Die NAGRA hat sich nicht daran gehalten. Es wurde also soweit solche schon vorliegen - sehr interessante Erkennt-
unnötig Geld «verlocht», und es soll noch mehr verlocht nisse über den geologischen Untergrund erbracht. Auch das
werden. Ich gehe nicht fehl, wenn ich pro Bohrung mit etwa muss gesagt werden. Dem Anliegen der Untergruppe Geolo-
20 Millionen Franken rechne. Gab es einen vernünftigen gie der AGNEB hat die NAGRA entsprochen. Der zweite
Grund, dem Rat der AGNEB-Geologengruppe nicht zu fol- Punkt: Die von der NAGRA gewählte Reihenfolge dieser
gen? Man könnte auch fragen: Warum wurde überhaupt mit Probebohrungen, von insgesamt zwölf Bohrstandorten für
einem Bohrprogramm begonnen, das, wie die AGNEB fest- hochradioaktive Abfälle - das hat nichts zu tun mit denjeni-
stellte, «ohne Indikationen» konzipiert wurde? Warum gen für schwach- und mittelaktive im Misox, im Kanton Uri
wurde erst so spät mit geophysikalischen Untersuchungen und im Kanton Waadt -, im genannten Raum deckt sich
begonnen? Wieviel hätte gespart werden können, wenn im weitgehend mit dem, was diese Untergruppe Geologie vor-
Sinne der AGNEB vernünftig vorgegangen worden wäre? geschlagen hat. Von den vier durch die Untergruppe Geolo-
Das sind Fragen, die wohl kaum beantwortet werden kön- gie mit hoher Priorität eingestuften Bohrungen wurden bis-
nen. Es wäre aber gewiss unverständlich, über dem Permo- her drei ausgeführt oder stehen jetzt in Ausführung. Die
Karbon-Trog noch weitere Bohrungen vorzunehmen. Es beiden Bohrungen Böttstein und Weiach wurden durch die
scheint indessen, dass tatsächlich die Absicht besteht, auch Geologen mit mittlerer Priorität eingestuft. Sie brachten für
die Bohrungen Hornussen und Steinmaur auszuführen, die Untersuchungsprogramme der NAGRA immerhin grund-
Bohrungen, die gewiss interessante Ergebnisse zutage brin- legende Erkenntnisse. Bohrungen mit niedriger Priorität
gen werden, die aber bezüglich der Standortsuche mit nach den Vorschlägen dieser Untergruppe Geologie wurden
einem sicheren Fehlschlag enden müssen. bisher überhaupt keine ausgeführt.
Angesichts der schlechterdings vernichtenden Kritik der Es ist richtig, was Frau Bührer sagte: Die bisher ausgeführ-
AGNEB-Geologengruppe sind doch wohl Zweifel am sinn- ten Probebohrungen haben gezeigt, dass die Verhältnisse in
vollen Vorgehen der NAGRA erlaubt, eine Begutachtung der Tiefe viel komplizierter sind, als man es zum voraus
angezeigt und weitere Bohrungen vorläufig zu sistieren. angenommen hatte. Das gilt gerade auch für die genaue
Ich verhehle nicht, dass auch ein gewisses allgemeines Lokalisierung dieses Permo-Karbon-Troges, von dem die
Misstrauen die Triebfeder zu diesem Postulat ist. Dieses Rede war.
Misstrauen richtet sich nicht gegen die ausführenden Wis- Bei der Forderung nach Ablieferung dieses Projektes
senschafter. Ich habe Vertrauen, dass die wissenschaftli- «Gewähr» bis Ende 1985, d. h. nach Vorlage eines solches
chen Arbeiten korrekt und fachmännisch ausgeführt und die Projektes, handelt es sich - ich habe das hier schon etwa
Daten seriös ausgewertet werden. Was mich seit langem gesagt - um eine Auflage des EVED, unseres Departemen-
stört, irritiert und empört, ist die Art und Weise, wie die tes, vom Jahre 1979. Gegenüber den Betreibern der bisheri-
NAGRA die Endlagerprobleme der Bevölkerung nahzubrin- gen Kernkraftwerke hat diese Auflage mit der Terminierung
gen sucht. Etwas ganz Zentrales, wie mir scheint. Sicher auf Ende .1985 zu tun - es geht um Beznau l und II, Mühle-
dürften einige Gebiete als Lagerort ausscheiden. Ich nenne berg, Gösgen und neu noch Leibstadt, aber nicht um künf-
die Thermalwasserzone und den Permo-Karbon-Trog. tige Kernkraftwerke. Die Überprüfung dieses Projekts
Ich komme zum Schluss: In letzter Zeit konnte in der ebenso «Gewähr», wenn es uns dann einmal unterbreitet wird, ist
aufwendigen wie sorgfältigen Imagewerbung der NAGRA Sache der Aufsichtsinstanzen, der Sicherheitsbehörden,
auffallend häufig gelesen werden, dass kein Zeitdruck und das sind wir. Das ist der Bund, das ist unser Bundesamt
bestehe. Über den Standort werde erst in den neunziger für Energiewirtschaft mit seinen Fachstellen, der Hauptab-
Jahren entschieden. Die Verfügbarkeit der Endlager für teilung «Sicherheit von Kernanlagen», der «Kommission für
stark aktive Abfälle sei erst für 2020 gegeben. Genug Zeit die Sicherheit von Atomanlagen» und auch mit der Unter-
also, aber - so möchte ich beifügen - nicht genug Ver- gruppe Geologie der AGNEB, mit der wir dauernd in Kontakt
trauen! Oder anders gesagt: Genug Zeit, um mehr Vertrauen stehen. Wir prüfen überdies den Beizug weiterer inländi-
zu schaffen. Vertrauen schaffen ist auch ein Gebot der scher- soweit wir sie haben - und ausländischer Experten
Stunde angesichts der politischen Zeichen. Die Bevölkerung für die Begutachtung, soweit aus Gründen des erforderli-
ist ausserordentlich kritisch und ablehnend, wenn es um die chen Fachwissens noch ein Beizug notwendig ist. Wir wis-
Lagerung von Atommüll geht, nicht zuletzt auch wegen der sen auch, dass man insbesondere ausländische Experten
Gefahren beim Transport zu den Lagern. Mit den Projekten nicht kurzfristig zur Verfügung hat und dass, wenn dann
im Misox, im Urnerland und im Waadtland sind Grundwellen dieser Bericht der NAGRA im Januar 1985 vorliegt, keine
des Widerstandes ausgelöst worden. So hat - dies ein Bei- Zeit verloren werden darf. Deshalb haben wir den Beizug
spiel - kürzlich die Urner Regierung vom Bundesrat die solcher Experten auch bereits in die Wege geleitet. Aber
Überprüfung des Endlagerkonzeptes gefordert. Ich freue nichts entbindet uns von unser eigenen Prüfungspflicht. Das
mich, mich in so guter Gesellschaft zu befinden. Vertrauen ist ein behördlicher Akt, und den kann uns niemand erspa-
schaffen könnte auch die Anregung im letzten Absatz mei- ren. Den können wir nicht an Fachgremien, an Expertengre-
nes Postulates. Darin wird die Frage nach einer Bundesan- mien, abtreten. Das ist eine politische Verantwortung, die
stalt im Bereich der Geowissenschaften aufgeworfen. Die der Bundesrat, bzw. mein Departement übernommen hat
Entsorgung radioaktiver Abfälle ist ein derart langfristiges und auch weiterhin unter Beizug des notwendigen Sachver-
Problem, dass es sich lohnen würde, heute die nötigen standes, erfüllen wird. Wir lassen uns nicht durch Experten-
Strukturen zu schaffen, die langfristig Sachverstand, Konti- gremien oder andere Instanzen entlasten.
nuität und Unabhängigkeit in der Beurteilung von Konzep- Zum Projekt «Gewähr», das die NAGRA Ende 1984 einzurei-
ten und Arbeiten im Entsorgungsbereich sichern könnten. chen beabsichtigt: Die NAGRA ist die von den Kernkraftwer-
Wenn wir hier sparen, sparen wir am falschen Ort. ken beauftragte Genossenschaft. Unsere Gesprächspartner
Ich bitte Sie, meinem Postulat zuzustimmen. sind diese Kernkraftwerke. Sie haben von Gesetzes wegen
die Pflicht, ein Projekt vorzulegen, und sie haben diese
Genossenschaft damit beauftragt. Man hat uns in Aussicht
Bundespräsident Schlumpt: Im Bericht vom .19. September gestellt, dass uns bis Anfang 1985 das Projekt «Gewähr»
1980 hat die von Frau Bührer mehrfach zitierte Untergruppe geliefert werde. Dann werden wir die Prüfung sofort in die
Geologie der AGNEB folgendes gesagt: Wege leiten durch unsere eigenen Leute, durch die ständi-
«Die Geologen» - das ist diese Untergruppe - «befürworten gen Kommissionen und durch Beizug von Experten, soweit
grundsätzlich Bohrungen in der von der NAGRA vorgesehe- das notwendig ist.
17. September 1984 425 Postulat Bührer
Frau Bührer, Sie kennen offenbar heute schon das Ergeb- festgelegten Weg weiter. Deshalb bin ich unter gar keinen
nis. Ich kenne es nicht. Wir sind entschlossen, dieses Pro- Umständen bereit, dieses Postulat entgegenzunehmen.
gramm von zwölf Probebohrungen durchzuführen, die im Im gleichen Bereich der Energiepolitik und zum Teil aus den
Jahre 1980/81 festgelegt wurden und mit den betreffenden gleichen Ecken lese ich heute in einer bekannten schweize-
Kantonsregierungen abgesprochen waren, auch mit der rischen Zeitschrift, dem Bundesrat fehle es an Mut, er treffe
Regierung des Kantons Aargau. Diese hat immer Wert dar- keine klaren Entscheide. Der Bundesrat habe laviert, nicht
auf gelegt, dass man nicht nur einige Bohrungen im Kanton regiert. Die Landesregierung wird auch von Seiten gewisser
Aargau macht und dann keine weitern mehr. Wir sind nicht Parlamentarierinnen und Parlamentarier so apostrophiert.
in der Lage, heute bereits zu sagen, bevor wir überhaupt Wir lavieren nicht. Und verpflichten Sie uns nicht mit einem
einen Bericht der NAGRA haben, das sei alles - wie Sie Postulat, das im heutigen Zeitpunkt völlig verfehlt ist, zu
es gesagt haben - unsinnig, es habe keinen Sinn, dass man einem Prozedere, welches ausserhalb Ihres Rates tatsäch-
weitermache. lich den Eindruck von Lavieren, von Unsicherheit erwecken
Vernichtend kritisieren, das ist mindestens so lange einfach müsste. Es besteht heute kein Anlass zu Sicherheit, Frau
und gefahrlos, als das Angriffsobjekt dieser Kritik noch gar Bührer, es besteht aber auch kein Anlass zu Unsicherheit.
nicht vorliegt. Wir haben es nicht, wir werden es im Dezem- Warten wir jetzt den Bericht der NAGRA ab. Wir werden ihn
ber oder im Januar haben, und dann sind Kritiker willkom- sorgfältig prüfen, entsprechend den Verantwortlichkeiten,
men, objektive allerdings, sachliche, die sich auf das bezie- die wir ex lege haben. Wir kennen sie; wir übernehmen sie;
hen, was vorliegt, und nicht auf das, was an die Wand wir stehen dazu. Wir werden uns unsere Meinung im Laufe
gemalt wird. des Jahres 1985 bilden. Dann erst können auch die Kritiker
antreten und sagen, was gegebenenfalls die NAGRA falsch
Ich bin entschlossen - und auch der Bundesrat hat nie eine
gemacht hat oder was noch getan werden muss. Im heuti-
andere Stellung bezogen -, dieses Zwölferprogramm durch-
gen Zeitpunkt können derartige Begehren, man solle diese.
zuziehen, wenn sich nicht aus wissenschaftlichen Gründen
Arbeiten einstellen oder Expertengremien anstelle der
die eine oder andere dieser Probebohrungen als tatsächlich
unsinnig oder nutzlos erweist. NAGRA einsetzen, nach Meinung des Bundesrates über-
haupt nicht in Betracht fallen.
Im heutigen Zeitpunkt zumindest wüsste ich gar nicht, aus Ich bitte Sie, das Postulat abzulehnen.
welchen Gründen ein Aufschub des Vorprogramms ange-
ordnet werden sollte. Ich wüsste nicht, wo wir die Legitima- Frau Bührer: Ich bin offensichtlich gründlich missverstan-
tion hernehmen würden, die Auflage- die im Jahre 1979 den den worden. Was ich will, haben Sie mich gefragt. Ich will
Kernkraftwerken gemacht wurde -, bis Ende 1985 diesen die bestmögliche Entsorgung. Und die Fragezeichen, die ich
Nachweis zu erbringen, aufrechtzuerhalten und gleichzeitig da gesetzt habe, betreffen eben das Vorgehen der NAGRA.
das Programm, das die'vpn ihr beauftragte NAGRA durch- Wenn von der vernichtenden Kritik gesprochen wurde, so
führt, abzustoppen. gibt es sie; ich meinte aber nicht diejenige, die aus meiner
Zur Frage der Schaffung eines geologischen Dienstes: Wir Ecke kommt. Wenn aber die Geologengruppe der AGNEB
haben dazu schon früher Stellung genommen, so auch am feststellt, dass die Bohrpunkte «ohne Indikationen festge-
28. März in Beantwortung einer Einfachen Anfrage von legt wurden», so ist das doch eine vernichtende Kritik. Man
Nationalrat Petitpierre. Ich lese Ihnen den abschliessenden müsste meinen, dass diese Bohrpunkte nach sorgfältigster
Satz aus der Antwort des Bundesrates vor: «Angesichts Abklärung und mit sehr viel Vorbedacht gesetzt worden
einer Situation in diesem Bereich, die auf die Dauer nicht zu wären. Und was die AGNEB eben noch weiter verlangte, war
befriedigen vermag, bleibt die Frage der Schaffung eines eine bestimmte Reihenfolge, nämlich quer zu diesem
besonderen geologischen Dienstes offen. Diese Lösung Permo-Karbon-Trog, der damals schon vermutet wurde.
steht jedenfalls aus finanziellen Gründen derzeit nicht zur Was aber die NAGRA gemacht hat, das waren Bohrungen
Diskussion.» Dabei muss der Bundesrat bleiben. Wir müs- zur Hauptsache längs dieses Troges. Es sollen nun noch
sen Ihnen beantragen, dieses Postulat abzulehnen. zwei weitere Bohrungen in der Längsrichtung dieses Troges
Ich muss noch eine Frage an Sie stellen. Sagen Sie mir: Was gemacht werden. Dies ist nichts anderes - das sage ich
will man denn eigentlich? Frau Ständerat Bührer, was wol- noch einmal - als verlochtes Geld. Zwar interessant für die
len Sie denn? Man fordert kategorisch die Entsorgung und Geologen, aber bezüglich des Lagerstandortes verlorenes
sagt, der Weiterbetrieb der Kernkraftwerke und vor allem Geld. Ich möchte, dass hier gestoppt wird, um besser weiter-
auch neue seien ohne genügende Gewähr für die Entsor- fahren zu können. Dass an die Experten irgend etwas abge-
gung nicht zu verantworten. Gleichzeitig lehnt man aber die treten werden sollte, ist für mich ein ganz neuer Gesichts-
Abklärung - Bohrungen, geologische Forschungsarbeiten - punkt. Experten sind doch dafür da, zu prüfen und Entschei-
ab; dabei geht es nicht um Deponien. Man verlangt das dungsgrundlagen für die Entscheidungsgremien zu schaf-
Projekt «Gewähr» und beanstandet zum voraus, dass die fen. Genau in diesem Sinn möchte ich diese Experten eben
Frist nicht eingehalten werden könne, will aber im gleichen beigezogen wissen.
Atemzuge eine Sistierung der Arbeiten und sagt dann, diese Was mich am meisten interessiert hat, Herr Bundespräsi-
Terminauflage 1985 werde offensichtlich nicht ernst genom- dent, das war Ihr Schluss. Sie sagen, es gebe keinen Anlass
men. Ich habe Verständnisschwierigkeiten. Wie reimt sich zu Unsicherheiten. Ja, dann dürfen wir also immer noch
das zusammen? Sie appellieren, Frau Bührer, daran, man erwarten, dass uns bis Ende 1985 ein rahmenbewilligungs-
solle Vertrauen schaffen. Da folge ich Ihnen vorbehaltlos, reifes Projekt «Gewähr» vorgelegt wird? Diese Hoffnung
aber Vertrauen schaffen aufgrund von Akten und von Fak- habe ich - und nicht nur ich - gründlich aufgegeben. Ich
ten, von Abklärungen, von wissenschaftlichen und von poli- meine, diese Fiktion dürfte nicht aufrecht erhalten werden.
tischen Verantwortlichkeiten und nicht Vertrauen schaffen, Herr Rometsch hat das sehr deutlich gesagt: Er hat von
indem antizipando Misstrauen in die Welt gestreut wird. günstigen Gesteinen gesprochen und hat gesagt, man wisse
Gestatten Sie mir noch eine persönliche Bemerkung: Im von der Ausdehnung dieser Gesteine aber noch nichts. Also
EVED wurde - nicht von mir, aber ich stehe dazu - im Jahre nicht einmal ein eingegrenztes Gebiet liegt vor, das bezeich-
1979 dieses Vorgehen konzipiert. Vom Bundesrat wurde net werden könnte. Ich bin dann sehr gespannt, wie dieses
damals festgelegt, man auferlege den Kernkraftwerken Projekt «Gewähr» sich unterscheidet von dem, was man uns
diese Befristung bis Ende 1985. Die NAGRA ist an die Arbeit vor fünf Jahren versprochen hat.
gegangen. Sie hat sich an die Verordnung vom Jahre 1979
über die vorbereitenden Handlungen gehalten. Es hat Bundespräsident Schlumpt: Entschuldigen Sie, wenn ich
Widerstände gegeben. Die Probebohrungen sind im Gange. nochmals das Wort ergreife. Frau Ständerat Bührer: eine
Wir haben noch keine Berichte, keine Rapporte. Gewisse bestmögliche Entsorgung, das wollen wir auch. Ich kann
Resultate kann man mündlichen Äusserungen entnehmen; das heute nicht beurteilen. Dafür haben wir diesen Auftrag
zur Frage ob diese immer geschickt waren oder nicht, will erteilt. Die Frist wurde im Jahre 1979 auf Ende 1985 festge-
.ich mich allerdings auch nicht äussern. Wir verfolgen diesen legt. Heute ist der 17. September 1984. Wir werden ungefähr
Interpellation Gadient 426 17 septembre 1984
Ende dieses Jahres d. h. im Dezember oder Januar - diesen 2. A moyen terme: constituer, comme c'est le cas pour la
Bericht erhalten, und dann erfolgt die Prüfung. Was die radio, au moins trois studios régionaux de la télévision
Untergruppe Geologie selbst gesagt hat: Die Geologen suisse alémanique, d'importance équivalente et jouissant du
befürworten die Bohrungen in der von der NAGRA vorgese- même statut, chacun étant plus particulièrement chargé
henen Region. d'un secteur précis.
Man hat vier Bohrungen in die erste Prioritätengruppe
gesetzt. Drei davon wurden ausgeführt oder sind im Gange. Mitunterzeichner - Cosignataires: Andermatt, Brahier,
Man hat sich seitens der NAGRA offenbar eben auch in Cavelty, Dobler, Gerber, Knüsel, Lauber, Matossi, Meier
bezug auf die Reihenfolge weitgehend an die Empfehlungen Hans, Meier Josi, Moll, Muheim, Piller, Steiner, Weber (15)
der Untergruppe Geologie gehalten.
Sie haben gesagt, bis Ende 1985 müsse ein rahmenbewilli- Gadient: Unser Anliegen besteht in der Dezentralisierung
gungsfähiges Projekt vorgelegt werden. Davon - dass bis des Fernsehens DRS durch die Bildung von gleichgewichti-
Ende 1985 ein rahmenbewilligungsfähiges Projekt stehen gen und gleichberechtigten Regionalstudios, gleich wie
müsse - ist nicht die Rede. Es heisst ausdrücklich, es müsse beim Radio, wobei jedem Fernsehstudio ein Bereich
mit diesem Projekt «Gewähr» die Durchführbarkeit der schwerpunktmässig zuzuweisen wäre. Anzustreben ist
Entsorgung in einem bestimmten Raum nachgewiesen wer- sodann die personelle Stärkung der Bundeshausredaktion
den. Aber auf dieses Thema wollen wir nicht eingehen. Ich und deren direkte Unterstellung unter den Programmdirek-
wiederhole lediglich: Ein rahmenbewilligungsfähiges Pro- tor DRS. Die Programmgestaltung des Fernsehens DRS ist
jekt ist bis Ende 1985 nicht gefordert. heute zu stark standortbezogen. Die Gesamtleitung des
Fernsehens DRS, auch diejenige der regionalen Aussenstel-
Abstimmung - Vote len und des Bundeshausstudios, liegt bei den zuständigen
Für die Überweisung des Postulates 6 Stimmen hierarchischen Instanzen im Studio Leutschenbach in
Dagegen 31 Stimmen Zürich. Die Nachteile dieser Konzentration sind spätestens
seit dem bekannten Wahlnachtsdebakel allgemein sichtbar
geworden. Man darf ohne weiteres davon ausgehen, dass
beim dezentralisiert organisierten Radio ein solches Versa-
gen nicht passiert wäre. Die gesellschaftspolitische, unser
#ST# 84.441 Jahrhundert mitbestimmende Dimension des Mediums
Interpellation Gadient Fernsehen hat man sich meistenorts erst voll vergegenwär-
tigt, als die Faszination der revolutionären, anfänglich alles
Fernsehen DRS. Dezentralisierung blendenden Technik den Glanz des Neuen verlor, zu einem
Télévision suisse alémanique. Décentralisation Zeitpunkt, als die gerügte, aus technischer Optik und aus
Kostengründen konzipierte Organisation und Konzentration
bereits Tatsache waren. Diese oft kritisierte «Zürichzentrie-
rung» und «Zürichperspektive» prägt zwangsläufig die Pro-
grammgestaltung. Die mannigfaltigen deutschschweizeri-
Wortlaut der Interpellation vom 6. Juni 1984 schen regionalen und subregionalen Sensibilitäten kommen
Die Programmgestaltung des Fernsehens DRS weist, vor in der Beurteilung und Ausstrahlung eindeutig zu kurz. Das
allem im Bereich der Inlandberichterstattung, einen starken ist weiter nicht verwunderlich; denn für den in der Zentrale
Bezug auf die Standortregion Zürich auf. In anderen für die Zürich tätigen Journalisten ist ja sozusagen alles vor der
Meinungsbildung wichtigen Regionen der deutschen Haustüre greifbar. Er braucht sich nicht um das-aus dieser
Schweiz (Bern, Basel, Innerschweiz, Ostschweiz) schafft das verkürzten Sicht beurteilt - Entlegene zu bemühen. Wir in
immer wieder Unbehagen. Das Fernsehen der welschen der Peripherie sind auf Zürich mit seinen mannigfachen und
Schweiz verfügt über eigentliche regionale Fernsehequipen, wichtigen Zentrumsfunktionen angewiesen, während das
was sich positiv auswirkt. umgekehrt höchstens zu Ferienzwecken der Fall ist.
Ist der Bundesrat bereit, sich als Aufsichtsbehörde und Es liegt auf der Hand, dass sich die Anziehungskraft eines
Konzessionsgeber für eine vermehrte Dezentralisierung des derart bedeutenden Zentrums potenziert, wenn das wichtig-
Fernsehens DRS nach folgender Richtung einzusetzen? ste Medium auch noch dort untergebracht wird. Dabei wäre
staatspolitisch gerade die gegenteilige Entwicklung
1. Kurzfristig: Personelle Verstärkung der Bundeshausre- wünschbar, wenn unsere schweizerische Vielfalt als tra-
daktion und Verbesserung ihres Status in dem Sinne, dass gende Kraft des Föderalismus erhalten bleiben soll. Ein
sie direkt dem Programmdirektor DRS unterstellt wird; Grossmedienzentrum solchen Ausmasses macht blind für
2. Mittelfristig: Bildung von drei oder mehr gleichgewichti- die Einsicht in diese wichtigen Zusammenhänge. Der Weg
gen und gleichberechtigten Regionalstudios des Fernse- zur Einseitigkeit ist vorprogrammiert. Darin liegt die Ursache
hens DRS, gleich wie beim Radio, wobei jedem Fernsehstu- der entstandenen Probleme.
dio ein Bereich schwerpunktmässig zuzuweisen ist. Mir scheint, dass sich in diesem Zusammenhang aber auch
die grundsätzliche Frage der journalistischen Arbeitsvoraus-
Texte de l'interpellation du 6 juin 1984
setzungen in einer solchen Festungsatmosphäre stellt.
Les programmes de la télévision suisse alémanique, et Wenn ein Journalist in diesen zentralistischen Apparat ver-
notamment les bulletins nationaux d'information, accordent setzt wird, muss das langfristig zu Abstumpfung und Läh-
une large place à la région zurichoise, ce qui provoque mung seiner Aktivität führen. Das scheint mir einer der
toujours un malaise dans d'autres régions de Suisse aléma- wesentlichen Nachteile der Leutschenbacher Gigantoma-
nique (Berne, Baie, Suisse centrale et orientale) importantes nie. Es muss erreicht werden, dass die erwähnten kulturel-
pour la formation de l'opinion. La télévision romande, en len und politischen Sensibilitäten wieder in die Programme
revanche, dispose d'équipes régionales, ce qui est ressenti einfliessen. Das erreichen wir nicht mit einer vermehrten
positivement. zentralen Berücksichtigung mit etwas mehr Sendezeit, son-
En sa qualité d'autorité de surveillance, compétente pour dern im wesentlichen eben nur über die geforderte Dezen-
l'octroi de la concession SSR, le Conseil fédéral est-il prêt à tralisation. Es ist bekannt, dass die journalistischen Res-
s'employer à assurer une décentralisation plus poussée de sourcen in diesem Lande ohnehin äusserst begrenzt sind.
la télévision alémanique en recourant aux mesures sui- Aber mit dem heutigen System schöpfen wir das begrenzt
vantes? Vorhandene nicht annähernd aus. Heute wird der einzelne
1. A court terme: accroître le nombre des rédacteurs accré- Journalist aus der Umgebung der Region in die Fabrik nach
dités au Palais fédéral et améliorer leur statut en subordon- Leutschenbach beordert, wo er zwar mehr und letztlich
nant directement cette rédaction au directeur des pro- gleichwohl weniger verdient. Er wird aus der kleinen kreati-
grammes de la télévision suisse alémanique; ven Einheit herausgerissen, aus diesem Biotop für einen
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Bührer Radioaktive Abfälle. Entsorgungsprogramm
Postulat Bührer Déchets radioactifs. Programme d'élimination
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1984
Année
Anno
Band IV
Volume
Volume
Session Herbstsession
Session Session d'automne
Sessione Sessione autunnale
Rat Ständerat
Conseil Conseil des Etats
Consiglio Consiglio degli Stati
Sitzung 01
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 84.426
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 17.09.1984 - 18:15
Date
Data
Seite 422-426
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Ref. No 20 012 863
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