Government Opposes External Analysis of Federal Administration, Cites Internal Improvement Project
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe motion requested a comprehensive analysis of the federal administration by external experts to improve efficiency, flexibility, and citizen proximity, arguing that existing structures hindered effective task completion. The government, however, proposed transforming the motion into a postulate, highlighting its own ongoing efficiency improvement project ("EFFI") and arguing that external analysis would be redundant and could conflict with internal efforts, while also noting that internal staff were best positioned to identify areas for improvement.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 66 al. 1 LTF; Government Opposes External Analysis of Federal Administration, Cites Internal Improvement Project: The government, however, proposed transforming the motion into a postulate, highlighting its own ongoing efficiency improvement project ("EFFI") and arguing that external analysis would be redundant and could conflict with internal efforts, while also noting that internal staff were best positioned to identify areas for improvement.
Schlagwörter
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited in the dispositive for allocating court costs.
Volltext
11. März 1985 N 393 Motion Ogi
Weil zugegebenermassen zwei doch sehr unterschiedliche Arbeitsgeräten noch nicht vertraut sind, durch entspre-
Stossrichtungen bestehen, würde ich in diesem Fall vor- chende Instruktionen beim Überwinden allfälliger Schwel-
schlagen, dass der Bund sein Layout ein bisschen ändert, lenängste behilflich zu sein, sowie denjenigen, welche trotz-
damit klar ist, wer was sagt. dem weiterhin lieber mit veralteten Geräten hantieren
mögen, einen solchen Apparat zusätzlich an einem geeigne-
Bundesrat Schlumpt: Wir wollen das prüfen. Auf diese ten Standort aufzustellen ?
Distanz, Herr Nationalrat Günter, könnte ich eine Differenz
ohnehin nicht ausmachen. In der Politik darf man ja nicht Bundeskanzler Buser: Die Kopiergeräte in den Vorzimmern,
allzu «weitsichtig» sein. die sich bekanntlich nur während der Sessionen dort befin-
den, werden jeweils für diese relativ kurze Zeit gemietet.
Daraus erklärt sich, dass gelegentlich mit einem anderen
Modell Vorlieb genommen werden muss. Diese Apparate
Frage 12: bilden aber, wie Sie wissen, nur einen Teil der Geräte, die
Humbel. SBB-Haltestelle in Spreitenbach dem Parlament zur Verfügung stehen. Anspruchsvolle
Station CFF de Spreitenbach Kopierarbeiten können namentlich beim Generalsekretariat
der Bundesversammlung jederzeit ausgeführt werden, und
Die SBB haben sich 1971 zur Schaffung einer SBB-Halte-
ab Ende März steht auch im Dokumentationsdienst ein
stelle in Spreitenbach schriftlich verpflichtet. Die Vereinba-
ultramoderner Apparat mit allen Schikanen zur Verfügung,
rung wurde auch vom Kanton Aargau und von der
nötigenfalls unter Zugabe jener Instruktionen, die im zwei-
Gemeinde Spreitenbach gegengezeichnet. Das Baulandsoll
ten Teil der Anfrage zur Überwindung allfälliger Schwellen-
im Bereich des Rangierbahnhofs bereits ausgeschieden ängste gewünscht worden sind.
sein. Das Versprechen der SBB wurde 1976 in einer nach-
träglichen Vereinbarung bekräftigt. Behörden und Bevölke-
Rut-Bern: Es mag nach einer Marginalie aussehen - den-
rung von Spreitenbach sind enttäuscht, dass bis heute noch
noch geht es hier um die grundsätzliche Frage, ob man
nichts gegangen ist. Welches sind die Gründe dieser gros-
bereit ist, dem Parlament optimale Arbeitsinstrumente zur
sen Verzögerung? Wie sieht der weitere Terminplan aus? Verfügung zu stellen.
Wann wird die SBB-Haltestelle in Spreitenbach realisiert?
Ich stelle deshalb die folgende Zusatzfrage: Weshalb ist es
nicht möglich, wenn schon beim Dokumentationsdienst ein
Bundesrat Schlumpt: Die SBB haben in einem Beschwerde-
modernes Gerät aufgestellt wird, dies auch in den Wandel-
verfahren gegen die Plangenehmigungsverfügung in bezug
hallen des Nationalratssaales zu tun? Gegebenenfalls
auf diesen Rangierbahnhof Limmattal in Spreitenbach
könnte man ja einen modernen und einen herkömmlichen
gegenüber dem Bundesamt für Verkehr, das für solche
Apparat aufstellen, damit für niemanden Schwellenängste
Verfahren zuständig ist, erklärt, dass sie eine Haltestelle in
Spreitenbach schaffen werden, wenn die Verkehrsbedürf- bestehen müssen, die offenbar dazu geführt haben, dass die
neuzeitlichen Gerätetypen der Sondersession wieder ver-
nisse das erfordern und wenn das im Rahmen der betriebli-
schwunden sind.
chen Notwendigkeiten gerechtfertigt ist. Die betriebliche
Möglichkeit und die betrieblichen Erfordernisse machen
Bundeskanzler Buser: Die Apparate, die hier stehen, sind
heute, nach dem Bau der Heitersberglinie, der Einführung
des Taktfahrplanes und Ausschöpfungen von betrieblichen meist einfache Apparate, die ohne Hilfe bedient werden
können. Die komplizierten Apparate stehen beim Dokumen-
Reserven und Rationalisierungsmöglichkeiten den Bau
tationsdienst und beim Generalsekretariat der Bundesver-
einer zweiten Doppelspur bis über Dietikon hinaus not-
sammlung, wo jemand helfen kann.
wendig.
Der Bau dieser Doppelspur ist in Planung und für den
längerfristigen Netzausbau vorgesehen, aber wir haben
noch keinen Terminplan. Über die Verkehrsbedürfnisse kön-
nen gegebenenfalls und zu gegebener Zeit die Resultate
einer laufenden Untersuchung von Prof. Brandii Aufschluss #ST# 84.412
geben.
Von der Gemeinde Spreitenbach wurde die Haltestelle bis Motion Ogi
heute nicht angefordert. Wir glauben also, dass die SBB da Reorganisation der Bundesverwaltung
nicht im Verzug sind. Réorganisation de l'administration fédérale
Frage 13:
Ruf-Bern. Parlament. Kopiergeräte Wortlaut der Motion vom 2. Mai 1984
Photocopieuses à la disposition des parlementaires Immer wieder zeigt es sich, dass die Bundesverwaltung
dringende Aufgaben nicht oder nur mangelhaft lösen kann,
Zum Segen unserer parlamentarischen Arbeit und zur weil beim Einsatz des Personals zu wenig Flexibilität vor-
Abdeckung eines offenkundigen Bedürfnisses sind in der handen ist. Beispiele sind etwa die Asylpolitik, der Umwelt-
Sondersession vom Februar '1985 leistungsfähige neue schutz oder der. Einsatz von Instruktionspersonal in den
Fotokopiergeräte in den beiden Vorzimmern des National- Rekrutenschulen. Nicht zuletzt aus diesem Grunde entsteht
ratssaales aufgestellt worden. Aus schwer verständlichen auch ein Unbehagen gegen unseren Staat, das jedoch
Gründen sind diese nun wieder durch alte Modelle mit eigentlich ein irregeleitetes Unbehagen gegen die Bürokra-
langsamer, überholter Technik und mangelhafter Kopier- tie darstellt. Der Beamte erhält aufgrund von Rahmenbedin-
qualität ersetzt worden. gungen, die er nicht beeinflussen kann, in der Öffentlichkeit
1. Ist die Bundeskanzlei bereit, den Parlamentariern und den ein schlechtes Image.
Fraktionssekretariaten permanent Kopiergeräte zur Verfü- Der Personalstopp war als Notlösung sicher richtig, aber er
gung zu stellen, welche ein Höchstmass an Kopierqualität, ist ein grobes Instrument, mit dem die hängigen Probleme
Durchlaufgeschwindigkeit und Bedienungskomfort bieten nicht mit der nötigen Effizienz angegangen werden können.
(z. B. stufenlose Verkleinerung, doppelseitige Bedruckung Um wieder eine bürgernahe und ihren Aufgaben gewach-
usw.) ? sene Verwaltung zu erhalten, ist eine eigentliche Entbüro-
2. Ist die Bundeskanzlei gegebenenfalls gewillt, denjenigen kratisierung notwendig, mit anderen Worten, die Bundesver-
Kolleginnen und Kollegen, welche mit diesen unverzichtbar waltung muss im Sinne eines modernen Dienstleistungsbe-
gewordenen, zuverlässigen und hochleistungsfähigen triebes neu strukturiert werden.
50-N
Motion Ogi 394 11 mars 1985
Der Bundesrat wird deshalb aufgefordert, bei einer oder (ein erstes Mal) zu durchbrechen, sollte dies nach unserer
mehreren spezialisierten Firmen für Unternehmensberatung Ansicht viel mehr zum Anlass genommen werden, Organisa-
eine gründliche Analyse der gesamten Verwaltung in Auf- tions- und Personalstrukturen der Bundesverwaltung nach
trag zu geben. Diese muss auf die Kriterien wie bestmögli- den Grundsätzen eines modernen und auf Leistungsfähig-
che Effizienz, Flexibilität und Bürgernähe der Verwaltung keit ausgerichteten Dienstleistungsbetriebes zu überprüfen.
ausgerichtet sein und präzise Massnahmen und Vorschläge Anlass für Exekutive und Parlament, sich zunehmend und in
enthalten. Der Zusammenarbeit mit den Personalverbänden grundsätzlicher Art und Weise mit Personalproblemen im
ist dabei Beachtung zu schenken. Bereich der Bundesverwaltung zu befassen, bieten unter
anderem:
Texte de la motion du 2 mai 1984 - die Neuverteilung der Aufgaben zwischen Bund und Kan-
On constate souvent que l'administration fédérale n'exécute tonen, die zu einer zahlenmässig noch nicht-feststellbaren
pas adéquatement, voire pas du tout, des tâches urgentes, Entlastung des Bundes im Personalsektor führen wird;
en raison de son manque de souplesse dans sa gestion du - das Bundesgesetz über Massnahmen zur Verbesserung
personnel. Exemples: le traitement des demandes d'asile, la des Bundeshaushaltes vom 24. Juni 1983, worin festgehal-
protection de l'environnement, la nomination d'instructeurs ten wird, dass die Personalbestände in der Bundesverwal-
dans les écoles de recrues. Ce manque de souplesse est une tung nur erhöht werden dürfen, wenn der Stellenbedarf
cause, et non des moindres, du malaise qu'éprouvent cer- nicht durch Massnahmen der Rationalisierung, den Abbau
tains milieux à l'égard de l'Etat fédéral. En fait, ils se trom- bestehender Aufgaben oder Stellenverschiebungen inner-
pent de cible, car ce n'est pas l'Etat qui est en cause, mais la halb der Verwaltungseinheit aller Stufen oder zwischen den
bureaucratie. Résultat: les fonctionnaires ont mauvaise Departementen gedeckt werden kann;
presse alors qu'ils sont tributaires de contingences sur - die Privatisierung staatlicher Tätigkeiten, über deren
lesquelles ils n'ont aucune influence. Möglichkeiten der Bundesrat einen Bericht in Aussicht
Certes, le blocage du personnel en tant que solution d'ur- gestellt hat;
gence était justifié, mais il ne constitue qu'une mesure très
générale qui ne permet pas à elle seule de résoudre les - die Dezentralisierung der Bundesverwaltung, d. h. die
problèmes de l'heure avec l'efficience indispensable. Ce Verlegung von Dienststellen und Arbeitsplätzen des Bundes
qu'il faut, c'est une administration à la fois proche des in wirtschaftlich und bevölkerungsmässig benachteiligte
citoyens et à la hauteur de ses tâches. Pour cela, elle doit Regionen, wie sie in verschiedenen parlamentarischen Vor-
être «débureaucratisée» et gérée comme une entreprise stössen verlangt wird.
moderne de prestation de services. Im Interesse einer optimalen Realisierung der erwähnten
Le Conseil fédéral est invité en conséquence à charger un Punkte und deren Koordination drängt sich eine sorgfältige,
ou plusieurs bureaux-conseils spécialisés dans la gestion und vertiefte Analyse von Tätigkeit und Struktur der Bundes-
d'entreprises d'effectuer une analyse approfondie de l'admi- verwaltung durch externe Experten auf, ähnlich wie dies
nistration fédérale dans son ensemble. Cette analyse devra beispielsweise bei den SBB geschehen ist.
appliquer des critères précis (efficacité optimale, souplesse,
proximité du citoyen) et déboucher sur des propositions de Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
mesures concrètes. Une telle opération devra bien entendu vom 18. Juni 1984
se faire avec la collaboration des associations du personnel.
Rapport écrit du Conseil fédéral du 18 juin 1984
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aliesch, Aubry, Basler, Der Motionär übersieht einerseits die dauernden Rationali-
Berger, Blocher, Bonnard, Bonny, Brélaz, Bremi, Bühler- sierungsbemühungen des Bundesrates und der Verwaltung,
Tschappina, Candaux, Cevey, Cincera, Cotti Flavio, Cotti andererseits die Rahmenbedingungen der öffentlichen
Gianfranco, Darbellay, Dubois, Dünki, Eggly-Genf, Eisen- Hand, die oft die Wahl der wirtschaftlichsten Lösung aus-
ring, Eng, Eppenberger-Nesslau, Fischer-Hägglingen, Fi- schliessen oder zumindest sehr erschweren.
scher-Sursee, Frei-Romanshorn, Früh, Gehler, Geissbühler, Der Bundesrat weist im folgenden, ohne vollständig zu sein,
Giudici, Grendelmeier, Mari, Hösli, Hunziker, Iten, Jaeger, auf verschiedene Massnahmen und Sachverhalte hin, die
Jearineret, Jung, Kohler Raoul, Koller Arnold, Landoli, bei einer Diskussion über die vom Motionär verlangte Neu-
Loretan, Maeder-Appenzell, Martin, Massy, Mühlemann, strukturierung der Bundesverwaltung im Sinne eines
Müller-Scharnachtal, Müller-Wiliberg, Nebiker, Neuen- modernen Dienstleistungsbetriebes zu berücksichtigen
schwander, Oehler, Oester, Perey, Pfund, Reich, Reichling, sind.
Risi-Schwyz, Rubi, Ruch-Zuchwil, Ruf-Bern, Rutishauser, 1. Die Bundesausgaben und -aufgaben wurden von der
Sager, Salvioni, Savary-Waadt, Schärli, Schmidhalter, Kommission Keller überprüft (Bericht Dezember 1971).
Schnider-Luzern, Schule, Spalti, Spoerry, Steinegger, Thé-
voz, Tschuppert, Uhlmann, Wanner, Weder-Basel, Wyss, 2. Im Jahre 1983 wurde im Auftrage des Bundesrates unter
Zwygart. (77) der Leitung der Generalsekretäre eine Aufgabenüberprü-
fung in der zivilen Bundesverwaltung durchgeführt. Die
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Ergebnisse dieser Aktion sind im Bericht an die Geschäfts-
prüfungskommissionen vom 12. März 1984 zusammenge-
Treten in der Bundesverwaltung, wie zurzeit im EJPD, fasst.
wegen einer Häufung von Asylgesuchen, vorübergehend
personelle Engpässe auf, so sollten diese weniger durch 3. Das Bundesamt für Organisation, das die Zweckmässig-
Bewilligung zusätzlicher Etatstellen und Hilfskräfte als, wie keit und Wirtschaftlichkeit der Bundesverwaltung zu fördern
in der Privatwirtschaft üblich, so weit wie möglich durch hat, wurde durch Verschiebung von Stellen aus anderen
inner- und interdepartementalen Personalaustausch im Ämtern schrittweise ausgebaut. Es führt unter anderem
Sinne zeitlich befristeter Noteinsätze behoben werden. Die Organisationsüberprüfungen durch, befasst sich mit dem
offensichtliche Unfähigkeit des Bundesrates und der Bun- Einsatz der EDV, der Textverarbeitungsgeräte sowie anderer
desverwaltung, das Problem auf diese an sich naheliegende moderner Sachmittel und berät die Ämter bei ihren Rationa-
Weise zu lösen, ist ein klarer Beweis für die mangelnde lisierungsbemühungen.
Flexibilität der bestehenden Strukturen in bezug auf Organi- 4. Die Ämter führen selbstverständlich auch aus eigener
sation und Personal. Initiative Rationalisierungsmassnahmen durch. Ihre soge-
Was sich am geschilderten Einzelfall - im Vollzugsnotstand nannten Organisationsmitarbeiter melden dem Bundesamt
unserer rechtlichen Grundlagen in der Asylpolitik - zum für Organisation jährlich rund 300 Verbessernngsmass-
staatspolitischen Problem auswachsen kann, rechtfertigt nahmen.
darum eine grundsätzliche Überprüfung. 5. Das EMD verfügt seit 1971 über eine Arbeitsgruppe Mili-
Während die Bundesverwaltung im Asylproblem den will- tärausgaben, die sich laufend für eine Förderung der Spar-
kommenen Anlass sieht, den unbequemen Personalstopp samkeit und Wirtschaftlichkeit im EMD einsetzt.
11. März 1985 N 395 Motion Ogi
6. Während der nun zehn Jahre Personalplafonierung hatte sind nur mit höherer Effizienz und Rationalisierungsmass-
die Verwaltung laufend neue Aufgaben zu übernehmen, ein nahmen nicht zu beheben. Auch wenn die Mitarbeiter in
steigendes Arbeitsvolumen sowie in vielen Bereichen eine einem anderen, personell gut dotierten Bundesamt ihre
zunehmende Komplexität der Aufgaben zu bewältigen. Arbeit in 5 Prozent weniger Zeit erledigen, ist das zwar
Diese Leistung war nur dank einer Effizienzsteigerung um begrüssenswert, aber die Probleme löst das bei weitem
schätzungsweise 10 Prozent sowie zahlreicher Stellenver- nicht.
schiebungen möglich. Die heutige Strukturierung und Organisation der Bundes-
7. Der Bundesrat will die Arbeitszeitverkürzung ohne verwaltung erschwert und verhindert, dass Personalressour-
zusätzliches Personal im Verwaltungsbereich einführen. cen kurz- und mittelfristig mit der notwendigen Flexibilität
Dadurch entsteht ein weiterer Rationalisierungsdruck, d. h. dort eingesetzt werden, wo es die Priorität der Aufgaben
die Effizienz muss - allein rechnerisch gesehen - um etwa verlangt. Der Bundesrat setzt zwar in seiner Regierungstä-
4,5 Prozent gesteigert werden. tigkeit im Auftrag und in Zusammenarbeit mit dem Parla-
ment die notwendigen Prioritäten für die Inangriffnahme
8. Im Rahmen der Erstellung des Voranschlages werden die
von Problemen; aber es fehlen ihm oftmals die Mittel und
Aufgaben der Verwaltung ebenfalls immer wieder auf deren Instrumente zu einer adäquaten Durchsetzung und Erledi-
Notwendigkeit und Reduktionsmöglichkeit überprüft. gung. Im heiklen kollegialen Kräftespiel zwischen sieben
9. Die Verwaltung hat verschiedentlich auch externe Unter- Departementsvorstehern gehört es kaum zum guten Ton,
nehmensberater beigezogen. Dies hat sich, insbesondere sich gegenseitig die kostbaren Etatstellen streitig zu
infolge fehlender Verwaltungskenntnisse, nicht in allen Fäl-machen. Vielmehr wendet man sich mit wachsender
len bewährt. Der Einsatz externer Berater kommt am ehe- Geschlossenheit gegen das als lästig empfundene Korsett
sten dort in Frage, wo wohldefinierte Problemstellungen des Personalstopps.
vorliegen oder das notwendige SpezialWissen fehlt. Das Parlament hat den Personalstopp Vorjahren aus staats-
Die vorstehenden Darlegungen zeigen, dass sich Bundesrat und finanzpolitischen Motiven beschlossen und unterdes-
und Verwaltung dauernd für eine Verbesserung der Zweck- sen mehrfach bestätigt. Ich schliesse nicht aus, dass dieser
mässigkeit und Wirtschaftlichkeit einsetzen. Trotz diesen absolute Personalstopp mittelfristig grundsätzlich überprüft
intensiven Bemühungen will der Bundesrat eine weitere werden könnte und überprüft werden muss. Aber vorher
besondere Sparanstrengung durchführen. Das Finanzde- muss diesem Haus der Beweis erbracht werden, dass man
partement hat das Projekt EFFI (Effizienzsteigerung in der wirklich alle Reserven und Möglichkeiten ausgeschöpft hat.
Bundesverwaltung) vorbereitet, das der Bundesrat dem- Und zwar sowohl die Reserven, die in der Rationalisierung
nächst verabschieden wird. Die vom Motionär geforderte und Effizienzsteigerung liegen, wie auch jene, die mit der
Analyse der gesamten Bundesverwaltung durch externe Überprüfung der Abläufe und eingesetzten Mittel sowie mit
Unternehmensberaterwürde mit diesem Rationalisierungs- einer höheren Flexibilität beim Personaleinsatz gewonnen
projekt des Bundesrates kollidieren und auch zu Doppel- werden könnten.
spurigkeiten mit der Tätigkeit des Bundesamtes für Organi- Ein solcher Beweis kann aber nicht von jemandem kommen,
sation führen. Der Bundesrat behält sich vor, im Rahmen der pro domo spricht, also weder vom Bundesamt für Orga-
des EFFI für besondere Untersuchungen externe Berater nisation noch vom Bundesrat. Der Zahnarzt zieht ja seine
beizuziehen. Zähne auch nicht selbst. Er kann auch nicht von einer aus
Abschliessend sei noch darauf hingewiesen, dass auch die Milizparlamentariern zusammengesetzten Geschäftsprü-
Geschäftsprüfungskommissionen, die Finanzkommissionen fungskommission erbracht werden. Gerade deshalb erhof-
und die Finanzdelegation durch ihre Aufsichtstätigkeit lau- fen wir schlüssige Hinweise vom Einsatz und der fachlichen
fend auf die Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit der Verwal- Unterstützung aussenstehender Experten, die mit der Ver-
tung einwirken. Wenn sie in ihren Berichten Einzelfälle waltung zusammenarbeiten würden.
beanstanden, weisen sie doch regelmässig darauf hin, dass Sie gehen darum mit mir sicher einig: Vorschläge für eine
die Verwaltung im allgemeinen gut und wirtschaftlich ar- Freisetzung zusätzlicher Reserven und für verbesserte Flexi-
beitet. bilität müssen von aussen kommen. Deshalb verlange ich in
meiner Motion, dass der Bundesrat eine gründliche Analyse
Schriftliche Erklärung des Bundesrates der gesamten Verwaltung in Auftrag geben soll. Diese Ana-
Déclaration écrite du Conseil fédéral lyse soll auf Kriterien wie bestmögliche Effizienz, Flexibilität
Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- und Bürgernähe der Verwaltung ausgerichtet sein und prä-
wandeln. zise Massnahmen und Vorschläge enthalten. Der Zusam-
menarbeit mit den Personalverbänden muss dabei Beach-
Ogi: Es geht um die Reorganisation der Bundesverwaltung. tung geschenkt werden.
Ich kann mich mit dem Antrag des Bundesrates, meine Bevor wir die Frage beantworten können, ob mangelndes
Motion in ein Postulat umzuwandeln, nicht einverstanden Personal oder mangelnde Organisation für Schwachstellen
erklären. Der Bundesrat oder die mit der Ausarbeitung der verantwortlich sind, müssen wir es überprüfen lassen. Wir
schriftlichen Antwort betraute Stelle haben offensichtlich müssen wissen, wie die Schwachstellen behoben werden
Stossrichtung und Zielsetzung meiner Motion nicht zur können und ob eine Reorganisation der Bundesverwaltung
Kenntnis genommen oder nehmen wollen. Die schriftliche möglich ist. Bei dieser Reorganisation geht es nicht um die
Antwort geht nicht auf den Inhalt meiner Motion ein. Verschiebung von Ämtern oder die Neuzuteilung von Kom-
Ich möchte Ihnen darlegen, wieso die Antwort des Bundes- petenzen, sondern nur um Überprüfung der Strukturen in
rates mich und die Mitunterzeichner - es sind 77 - nicht der Verwaltungstätigkeit, um Überprüfung der bürokrati-
befriedigt. Aufgrund verschiedener Beobachtungen vertre- schen Verfahrensabläufe, des Einsatzes und der Auslastung
ten wir die Auffassung, dass die Bundesverwaltung zuneh- der personellen Ressourcen. Die Bundesverwaltung sollte
mend dringende Aufgaben nicht oder nur noch mangelhaft nach unserer Meinung im Sinne eines modernen Dienstlei-
lösen kann. Das kann zwei Ursachen haben. Der Bundesrat stungsbetriebes neu strukturiert werden.
verweist regelmässig auf die Probleme mit dem Personal- Mit einer Analyse würden auch verbindliche Anhaltspunkte
stopp. Wir aber meinen, die Verwaltung hat vorab Probleme, dafür geliefert, ob und wie lange der gültige Personalstopp,
weil sie nicht mehr zeitgemäss strukturiert und organisiert der ein sehr undifferenziertes Instrument ist, noch aufrecht-
ist. Im Vordergrund steht die mangelnde Flexibilität beim erhalten werden kann und soll. Auch die Frage der Stellen-
inner- und interdepartementalen Einsatz des Personals. verschiebung innerhalb der Departemente oder zwischen
Diese führt zu Engpässen, die sich momentan insbesondere ihnen könnte geklärt werden. Es geht also nicht darum, den
im Bereich des Umweljschutzes, der Asylpolitik und der Leistungsdruck auf die Bundesbeamten zu erhöhen, son-
Medienpolitik gravierend auswirken. Personelle Engpässe dern ihnen ein neues organisatorisches Umfeld zu schaffen,
bei der Behandlung der Asylbegehren, der Untersuchung in welchem sie ihre Leistungsfähigkeit besser entfalten kön-
der Waldschäden, der Kontrolle der Rundfunkverordnung nen. Nicht Druck schaffen, sondern entlasten, ist die Zielset-
Motion Ogi 396 11 mars 1985
zung! Mein Vorstoss richtet sich in keiner Weise gegen das zwischen Bund und Kantonen bewiesen, dass es grundle-
Personal und dessen Verbände, im Gegenteil. Bundesrat gende Probleme staatlichen Funktionierens mit grundsätzli-
und Verwaltung beziehen nun aber zum vornherein eine chen Lösungen angehen will. Bei der Überprüfung und
Abwehrhaltung, zu Unrecht, wie ich meine. Zwar gibt es allfälligen Reorganisation der Bundesverwaltung geht es um
auch in der Verwaltung Ansätze für Kosten/Nutzen-Uberle- das grundsätzliche Funktionieren der bereits erwähnten
gungen, gibt es EFFI, gibt es das Konzept GRAL, gibt es Schnittstelle zwischen Parlament, Bundesrat und Bürger.
Optimierungsstudien, gibt es eine BWI-Untersuchung usw. Können wir diese Schnittstelle verbessern? Ich meine ja.
Ich hoffe, die linke Hand wisse noch, was die rechte tut. Ich Lassen wir das deshalb überprüfen. Wagen wir auch hier
habe kaum Hoffnung, dass die Verwaltung selbst - trotz all einen grundsätzlichen Schritt.
den hurtig eingeleiteten Massnahmen - in Kenntnis ihrer Ich bitte Sie darum, meinem Vorstoss in der verbindlichen
Schwachstellen dafür sorgen wird, Leerläufe sowie übertrie- Form einer Motion zuzustimmen.
bene oder gar überflüssig gewordene Dienstleistungen zu
beseitigen. Im Gegenteil: indem sie täglich den Beweis
erbringt, dass es anders nicht mehr geht, kann sie eines Spalti: Ich glaube, man muss die Motion Ogi in einem
Tages die Aufhebung des Personalstopps erhoffen. Wenn Gesamtzusammenhang sehen. Es besteht ein weitverbreite-
man wirklich unvoreingenommene Vorschläge hören und tes Unbehagen im Parlament, in der Öffentlichkeit und
Remedur schaffen will, wird man um den Beizug aussenste- selbst bei vielen Mitarbeitern der Bundesverwaltung bezüg-
hender Fachleute und die Anwendung wirksamer Überprü- lich bürokratischer Erscheinungen in unserer Verwaltung
fungsmethoden kaum herumkommen. wie überholte oder schwerfällige Arbeitsabläufe, Doppel-
Der Bundesrat verweist in seiner Antwort auf verschiedene spurigkeiten und zum Teil verfehlter Perfektion. Das Unbe-
Anläufe der Bundesverwaltung zur Rationalisierung und hagen wird verstärkt durch das dringende Bedürfnis, die
Effizienzsteigerung, er spricht von EFFI und weiteren Mass- Verwaltungskosten besser unter Kontrolle zu halten, was
nahmen. Weiter sagt er, dass die von uns geforderte Analyse denn auch zu verschiedenen parlamentarischen Vorstössen
der gesamten Bundesverwaltung mit dem Rationalisie- und zu entsprechenden Voten im Rat sowie zu konkreten
rungsprojekt des Bundesrates kollidieren würde. Es geht Vorschlägen in der Presse über erfolgversprechende Mass-
mir nicht darum, die Rationalisierungsbemühungen des nahmen zur Rationalisierung und Kostensenkung in der
Bundesrates und der Verwaltung in Zweifel zu ziehen, im Bundesverwaltung geführt hat. Dabei wird keineswegs ver-
Gegenteil. Das ständige Bemühen um eine wirtschaftliche kannt, dass in den letzten Jahren Anstrengungen zur Ratio-
und zweckmässige Erledigung der Verwaltungsaufgaben nalisierung unternommen worden sind und dass die staatli-
gehört zum Dauerauftrag einer Regierung. Ich freue mich che Verwaltung mit Bezug auf Doppelspurigkeiten, unnö-
als erster darüber, wenn das Projekt EFFI die erwarteten tige Tätigkeiten, Leerläufe usw. beileibe nicht alleine
Einsparungen von etwa 5 Prozent erbringen wird. Aber dasteht. Wenn man wirklich gezielt und mit dem Willen zum
diese 5 Prozent- der Bundesrat deutet das in seiner Antwort Abbau der genannten Mängel und zu Kosteneinsparungen
auch an - werden bereits zu einem Grossteil durch die vorgehen will, dann braucht es eine Methode, die substan-
Arbeitszeitverkürzungen wieder aufgefressen. tielle Erfolge verspricht und die auch erprobt ist. Dabei
Die 77 Mitunterzeichner meiner Motion und ich geben sich werden keineswegs Methoden befürwortet, die unkorrekt
auch aus einem anderen Grund nicht damit zufrieden. Der oder mit unverantwortbaren Härten für die Mitarbeiter ver-
Blickwinkel des Bundesrates ist im vorliegenden Fall unzu- bunden sind.
reichend. Während wir eine Überprüfung unter einer ganz- Das vom Bundesamt für Organisation entwickelte und vom
heitlichen Perspektive verlangen, bastelt die Verwaltung an Bundesrat beschlossene EFFI erfüllt die Anforderungen an
Verbesserungen in einzelnen Details herum, ohne die Struk- ein erfolgversprechendes Rationalisierungsprogramm
tur überhaupt in Frage zu stellen. Wie ich bereits dargelegt nicht. Herr Bundesrat Stich hat im Juli 1984 der Presse
habe, ist die Effizienzsteigerung eines der Unterziele, wel- erklärt: «Der Bundesrat hat bereits ein Programm zur Effi-
ches die Analyse und die Vorschläge durch die aussenste- zienzsteigerung in der Bundesverwaltung verabschiedet.
henden Experten ergeben soll. Das Projekt des Bundesam- Einige Politiker haben das Programm kritisiert, ohne es
tes für Organisation beschränkt sich auf diese Effizienzstei- überhaupt zu kennen.»
gerung. Effizienzsteigerung allein bringt uns aber dort nicht Ich glaube, Herr Bundesrat Stich, es gibt in diesem Saal
weiter, wo der Bundesrat richtigerweise Prioritäten setzt, wo genügend Parlamentarier aus verschiedenen Fraktionen,
aber, wie in der Asylpolitik und beim Umweltschutz, perso- die sich in Fragen der Rationalisierung wahrscheinlich min-
nelle Engpässe bestehen. Die übergeordneten Ziele, wie sie destens so gut auskennen wie der Bundesrat. Gerade wer
meine Motion verfolgt, werden also durch das Projekt EFFI sich auskennt und ein wirklich erfolgversprechendes Ratio-
der Bundesverwaltung nicht abgedeckt. nalisierungsprogramm befürwortet, kann das EFFI-Pro-
Ich fasse zusammen: Die Aufgabenerfüllung der Bundesver- gramm nicht als genügende Massnahme betrachten. Ich
waltung krankt in einzelnen Bereichen an Schwachstellen nenne aus Zeitgründen nur die wichtigsten Gründe: Einmal
und an personellen Engpässen. Es kann sein, dass der besteht das EFFI im wesentlichen aus einem unsystemati-
Personalstopp gelockert werden muss. Es kann aber auch schen Brainstorming, also einem Zusammentragen von
sein, dass die personellen Engpässe sich mit organisatori- Ideen auf mehreren Stufen der Verwaltungshierarchie. Diese
schen Massnahmen und grösserer Flexibilität beheben las- Zusammentragung von Ideen erfolgt ohne Erfassung des
sen. Das ist der erste Grund für die Abklärung. Ist-Zustandes, was anerkanntermassen eine Voraussetzung
Weil interne Stellen, welche gleichzeitig ein eigenes Ratio- für ein erfolgreiches Programm ist, weil sonst die Transpa-
nalisierungsprojekt betreuen, von einer gewissen Betriebs- renz über die heutige Leistungserbringung fehlt und die
blindheit nicht freigesprochen werden können, muss eine Ideen wenig Realitätsbezug haben.
Abklärung durch eine unabhängige Stelle erfolgen. Das ist Zweitens: Alle Ideen, die in einem Bereich zusammengetra-
der Grund für den Beizug externer Fachexperten, die mit der gen werden, sollen gemäss den Vorgaben dazu dienen, 3
Verwaltung zusammenarbeiten müssen. Prozent der Stellen, 5 Prozent der Arbeitsstunden und 5
Schliesslich geht es nicht um blosse Effizienzsteigerung in Prozent der Sachkosten bis 1987 einzusparen. Diese Zielvor-
den Abläufen, nicht darum, ob mit Detailkorrekturen margi- gabe ist eindeutig zu tief und im Endeffekt nicht geeignet,
nale Verbesserungen erzielt werden können. Eine Analyse wirklich einen Abbau der verschiedenen Mängel und
der Bundesverwaltung kann auch zeigen, wie die Verwal- Kosteneinsparungen zu erzielen. Drittens: Ein möglicher
tung als Schnittstelle zwischen Parlament, Regierung und Erfolg im Rahmen der an sich schon zu tiefen Zielvorgaben
Bürger besser funktionieren kann und wie gleichzeitig der hängt vollständig vom guten Willen und vom Durchset-
einzelne Beamte seine Leistungen besser entfalten könnte. zungsvermögen der betreffenden Ämter ab, da beim EFFI-
Das ist der dritte Grund für den Antrag. Er erscheint mir der Programm eine straffe zentrale Kontrolle fehlt. Wohl erfüllt
wichtigste zu sein, weil er langfristige Ziele anpeilt. das Bundesamt für Organisation gewisse Koordinations-
Dieses Parlament hat mit der Neuverteilung der Aufgaben funktionen, aber nur im methodischen Teil. Die Realisierung
11. März 1985 N 397 Motion Ogi
der an sich schon bescheidenen Untersuchungsergebnisse und ist daher mit privaten Dienstleistungsbetrieben nicht
ist deshalb in Frage gestellt. oder nur schlecht vergleichbar.
Nun wird ja zurzeit im Eidgenössischen Militärdepartement Es gilt ehrlich zu sein. Vorstösse wie die Motion Ogi sind
in zwei Bereichen, nämlich im Stab der Gruppe für Ausbil- nichts anderes als eine Flucht nach vorn. Ich danke Herrn
dung und bei den Waffen- und Schiessplätzen, eine Ogi, dass er zugegeben hat, dass das Personalstoppkorsett
Gemeinkosten-Wertanalyse durchgeführt. Sie verläuft zu eng geworden ist. Durch den verfehlten Personalstopp
durchaus erfolgversprechend und wird, sofern dann der sind heute eine ganze Reihe von Bundesämtern nicht mehr
Wille zur Realisierung vorhanden ist, auch substantielle in der Lage, die ihnen übertragenen Aufgaben innert nützli-
Resultate zeitigen. Und wieso? Erstens einmal handelt es cher Frist zu erfüllen. Anstatt die dringend notwendigen
sich bei dieser Untersuchungsmethode um eine systemati- Stellen durch eine Lockerung des Personalstopps zu bewilli-
sche Untersuchung, die sich mit einer sauberen Ist- gen, glaubt man, auf dem Wege von Effizienzüberprüfun-
Zustands-Aufnahme befasst. gen, Optimierungsstudien oder-wie im vorliegenden Fall-
Zweitens kommt es zu einer Steigerung des Kostenbewusst- durch eine Reorganisation der Bundesverwaltung Stellen
seins, weil jede erbrachte Leistung systematisch bezüglich freispielen zu können. Ohne weiteren Leistungsabbau wird
Notwendigkeit und Nutzen hinterfragt wird und Massstäbe dies sicher im erhofften Ausmass nicht möglich sein.
angewendet werden, die bereits erprobt sind. Bei der allgemeinen Bundesverwaltung läuft zurzeit das
Drittens zeigt die Erfahrung in diesen beiden Bereichen des Projekt EFFI. In Teilbereichen der allgemeinen Bundesver-
EMD schon heute, dass die grosse Mehrheit der Kader waltung sind private Unternehmensberater an der Arbeit.
durchaus bereit ist, zur Effizienzsteigerung beizutragen, und MC Kinsey führt im Bereich Waffen und Schiessplätze das
dass sich die Gemeinkosten-Wertanalyse im öffentlichen Projekt GRAL, eine Gemeinkosten-Wertanalyse, durch. Herr
Bereich genau so gut anwenden lässt wie in der Privatwirt- Spalti, sind nach dem Projekt GRAL, nach der Vorgabe eine
schaft. Schliesslich liegen die Rationalisierungsmöglichkei- sogenannte Denkhürde, nach Ihrer Auffassung Einsparun-
ten nach den gemachten Erfahrungen durchaus im Rahmen gen von 40 Prozent realistisch? Hayek ist im Schulratsbe-
der Privatwirtschaft, auch wenn in der Folge bei der Reali- reich mit einer Optimierungsstudie beauftragt, und die
sierung wegen der zum Teil unterschiedlichen Rahmenbe- Fides-Treuhand arbeitet im Bereich Wissenschaft und Bil-
dingungen gewisse Abstriche gemacht werden müssen. Es dung. Herr Ogi, Sie rennen mit Ihrem Vorstoss, mindestens
zeigt sich bei der Gemeinkosten-Wertanalyse in diesen teilweise, offene Türen ein. Ich möchte hier unterstreichen,
Bereichen des EMD schon heute, dass diese Methode mit dass mit der Zielvorgabe des EFFI bereits einiges vorprojek-
wirklichen Einsparungen verbunden ist und zu einer geziel- tiert ist. 5 Prozent an Zeit sollen eingespart werden, 3 Pro-
teren, auf das Wesentliche konzentrierten Leistungserbrin- zent an Stellen - das wären mindestens 1000 Stellen inner-
gung führt. halb der allgemeinen Bundesverwaltung - und 5 Prozent an
Das EFFI-Programm steht in seiner Wirksamkeit weit hinter Sachmitteln. Wie wollen Sie rationalisieren, automatisieren,
der Gemeinkosten-Wertanalyse oder einer ähnlich effizien- wenn Sie auch die Sachmittel zusätzlich beschneiden? Es
ten Methode - der Name tut hier nichts zur Sache - zurück. wäre falsch, wenn nun das EFFI-Projekt gut angelaufen ist,
Das EFFI wird keine substantiellen Resultate mit Bezug auf mitten im Rennen das Pferd zu wechseln und den EFFI-
die Behebung der vielen vorhandenen Mängel und mit Bereich auf eine private Unternehmungsfirma zu über-
Bezug auf substantielle Kosteneinsparungen bringen. Wir tragen.
werden es zwar erleben, daran zweifle ich nicht, dass nach Ich bitte Sie, die Motion Ogi abzulehnen.
dem Abschluss des Programmes, voraussichtlich gegen
Ende des Jahres, uns positive Meldungen zufliegen werden, Mühlemann: Wer mit der Bundesverwaltung in Kontakt tritt,
und man wird uns sicher auch erklären, es sei nicht zumut- begegnet Stärken und Schwächen, Licht und Schatten.
bar, nach der EFFI-Übung in absehbarer Zeit in der Verwal- Zweifellos hat Herr Nationalrat Ogi recht, wenn er in diesem
tung eine neue, diesen Namen wirklich verdienende Kosten/ Zusammenhang die dunklen Winkel auszuleuchten ver-
Nutzen-Analyse durchzuführen. Gerade weil wir aber einen sucht, die hier vorhanden sind.
wirklichen, ins Gewicht fallenden Abbau von Leerläufen, Herr Nationalrat Stappung, es geht uns nicht darum, ein
Doppelspurigkeiten, Bürokratie wollen und auch die Kosten- Unbehagen gegen den Staat zu manifestieren; wir haben
entwicklung besser unter Kontrolle bringen müssen, ist es das nicht. Es geht uns auch nicht darum zu sagen, dass wir
nötig, jenen Vorstössen zuzustimmen, welche den Bundes- gegen die Beamten sind. Aber wir, Vertreter aller Parteien
rat, der- mit Verlaub gesagt- meines Erachtens in diesem und das Volk, haben ein Unbehagen gegen die Bürokratie
Bereich bis heute seine Führungsaufgabe nicht wahrge- und gegen den bürokratischen Staat.
nommen hat, veranlassen, wirklich effiziente Rationalisie- In diesem Zusammenhang ist auch der Personalstopp ein
rungsuntersuchungen und -bestrebungen an die Hand zu durchaus taugliches Mittel, um eine schrankenlos
nehmen. wuchernde Verwaltung im Zaume zu halten. Es braucht
In diesem Sinne sollte eben auch die Motion Ogi als Motion dabei Beamte, Angestellte, die in der Lage sind, die beweg-
und nicht als Postulat überwiesen werden. lich genug sind, um im Rahmen dieses Perspnalstoppkor-
settes zu rotieren. Deshalb lohnt es sich, die Verwaltung
Stappung: Nach meiner Auffassung ist es für alle Bundes- etwas genauer anzuschauen.
ämter wichtig, dass sie ihre Aufgabe und deren Erledigung Wenn Sie die Führungsabläufe verfolgen, dann können Sie
im Sinne des Gesetzgebers und im Interesse der Öffentlich- feststellen, dass wir aussergewöhnlich minutiös Entschei-
keit zuverlässig erfüllen. Parallel dazu muss die wirtschaftli- dungsvorbereitungen treffen. Dieser demokratische Staat
che Amtsführung ebenfalls laufend überwacht und den ver- geht bis ins Letzte an Sorgfalt bei der Vorbereitung eines
änderten Verhältnissen allenfalls angepasst werden. Die Entschlusses. Es fehlt aber umgekehrt in gewissen Phasen
Effizienzüberprüfung ist seit Jahren eine Daueraufgabe, der des Ablaufes an anderem. Ich denke etwa an die Informa-
weitgehend nachgelebt wird. Wenn Herr Ogi in seinem Vor- tion. Die Informationsbeschaffung, Verbreitung und Bewer-
stoss von einem Unbehagen gegen den Staat, von einem tung ist in vielem verbesserungsfähig. Vieles, was wir an
irregeleiteten Unbehagen gegen die Bürokratie, von einem Nachrichten dem Volk oder dem Parlament weitergeben,
schlechten Image der Beamten spricht, so stellt sich die sollte rechtzeitig erfolgen, sollte auch so erfolgen, dass es
Frage, wer für diese Situation dgrt, wo sie allenfalls besteht, nicht getrübt wird durch Indiskretionen. Es ist unerträglich,
tatsächlich verantwortlich ist. Sie können es heute formulie- dass diese Lecks in gewissen Departementen nicht
ren wie Sie wollen, ich behaupte, dass nicht die Beamten geschlossen sind und nicht geschlossen werden können.
und die Angestellten für das ihnen zu Unrecht nachgesagte Im Bereich der Kontrolle möchte ich darauf hinweisen, dass
schlechte Image verantwortlich sind. Man kann nicht syste- Aufwand und Ertrag durchaus in ein besseres Verhältnis
matisch, wie das gewisse Kreise seit einigen Jahren tun, den kommen könnten. Man muss sich überlegen, wenn man
Staat und sein Personal verteufeln, ohne Schaden anzurich- irgendeine papierene Vorschrift erlässt, was diese schliess-
ten. Die Verwaltung hat einen politischen Auftrag zu erfüllen lich bewirkt. Wenn Sie an die unzähligen Réglemente den-
Motion Ogi 398 11 mars 1985
ken, die etwa im Bereiche des Militärs herausgegeben wer- klar betonen, der finanziellen Not gehorchend und viel weni-
den, dann müssen wir uns fragen, ob das noch eine effi- ger dem eigenen Triebe, denn die anfänglichen Widerstände
ziente und schlagkräftige Armee ist, die eines Tages im waren sehr stark - hat sich 1982 entschlossen, über die
Felde antreten müsste. Verwaltung des Kantons eine Gemeinkosten-Wertanalyse
Wenn ich an den Bereich der führungstechnischen Hilfsmit- machen zu lassen, gerade von der Firma, HerrStappung, die
tel denke, dann ist unverkennbar, dass hier moderne Geräte sie hier erwähnt haben, nämlich von der Firma McKinsey.
angeschafft und auch bedient werden. Die Papiermühlen Wir hatten vor der Übung einige Zweifel, denn wir waren
mindestens laufen tadellos. Ich bin aber nicht sicher, ob nach meiner Kenntnis auch der erste Kanton in diesem
man im Bereiche der elektronischen Hilfsmittel ebenso vor- Lande, der eine solche Übung unternommen hat. Wir wuss-
sorglich vorgeht. Wer teilnimmt am modernen Versuch mit ten also nicht, wie weit die Techniken der Gemeinkosten-
Videotex, wartet ungeduldig darauf, bis auch die Bundesver- Wertanalyse, die eigentlich eher für private Betriebe gedacht
waltung eines Tages eine Datenbank anbietet, die uns aktu- waren, sich eignen würden für einen öffentlichen Betrieb,
elle politische Nachrichten vermitteln kann. und wir hatten auch manch anderes Problem vor uns, weil
Ich darf auch darauf hinweisen, dass etwa die modernen wir hier tatsächlich total innovativ handelten.
Methoden des Krisenmanagements in unsere Bundesver- Ich möchte Ihnen die Resultate dieser Untersuchung mittei-
waltung stärkeren Eingang finden dürften. Wir brauchen len mit der Bemerkung, dass sie sich auf etwa zwei Drittel
keine Krisenstäbe. Der Bundesrat muss selber in der Lage der ganzen Verwaltung erstreckte. Einige Teile der Verwal-
sein, Krisenlagen zu meistern. Wenn Sie an die Frage der tung könnten schon ihrem Zweck wegen nicht der Analyse
Tamilen, an die Frage des Waldsterbens oder auch an die unterzogen werden. Ich denke zum Beispiel an die Justiz,
jetzt aktuelle Frage der Schwerverkehrsabgaben zurückden- die wir zum grossen Teil beiseite gelassen haben, und ich
ken, dann ist es unzweifelhaft so, dass der Bundesrat früher denke an einzelne Institute, die wir vergessen haben, unge-
in der Lage hätte sein müssen, einen Krisenmanager inner- fähr zwei Drittel der Verwaltung, ungefähr 2200 Personen,
halb seines Gremiums zu bestimmen und mit den nötigen wurden von der Operation berührt.
Kompetenzen auszurüsten. In dieser Beziehung könnten wir Wir machten die zwei folgenden, äusserst interessanten
Verbesserungen erzielen. Erfahrungen:
Im führungspsychologischen Bereich ist unverkennbar, Zur ersten: Die Gemeinkosten-Wertanalyse ist methodisch
dass aussergewöhnlich viele Beamte sorgfältig ihre Arbeit derart konzipiert, dass die Denkanstösse, die von beauftrag-
erledigen und freundlich mit den Vertretern des Parlamen- ten externen Spezialisten gemacht werden, von der Verwal-
tes und des Volkes umgehen. Aber es gibt eben auch andere tung aufgenommen und von ihr auch bearbeitet werden.
Repräsentanten der Verwaltung, die uns nachdenklich stim- Dementsprechend wurde die ganze Verwaltung - insbeson-
men. Wir kennen die «schneckige» Art der Abwicklung. Wir dere die Stäbe- in diese Idee miteinbezogen. Nach anfängli-
wissen, wievielmal Dienst nach Vorschrift gemacht wird, wie chen Schwierigkeiten haben alle, besonders die Stäbe, zwar
oft juristische Spitzfindigkeiten vorgeschoben werden, um nicht immer mit Begeisterung, aber doch mit grossem Inter-
ein Sachgeschäft zu vertrödeln. In dieser Hinsicht ist durch- esse mitgemacht.
aus eine Beschleunigung des berühmten Berner Tempos Die zweite Erfahrung wurde hier bereits deutlich unterstri-
möglich und erwünscht. chen. Die Tatsache, dass nicht die Verwaltung federführend
Ich darf auch darauf hinweisen, dass eine gewisse Bürger- war, sondern externe Experten, erhöht die Glaubwürdigkeit
ferne der Verwaltung unverkennbar ist. Die Bürger sind der Analyse. Ob dies richtig ist oder nicht, kann ich nicht
nicht irgendwelche Vertreter in diesem Lande, sondern das sagen. Eines steht fest: Der einzelne Beamte lässt eher
Volk ist die oberste Behörde und hat darum Anrecht auf eine externe Spezialisten über ihn und seine Tätigkeit urteilen
richtige und psychologisch subtile Behandlung. als eigene - und seien es auch bestausgewiesene -
Wenn ich das alles zusammenzähle, Stärken und Schwä- Kollegen.
chen addiere und subtrahiere, bleibt ein Manko, das die Schlussresultat: Ich habe heute morgen mit der Personal-
Motion Ogi abdecken will. Ich unterstütze diese Motion. Ich verwaltung meines Kantons gesprochen, denn ich habe die
bin nicht sicher, ob ein Experte von aussen, irgendein sie- Resultate am Schluss dieser zweijährigen Übung nicht mehr
benmalgescheiter Guru, tatsächlich die Lösung des Pro- persönlich verfolgen können. Es hat sich im Personalbe-
blems bringen wird. Ich zweifle aber nicht, dass Experten, stand eine Verbesserung um 8 bis 10 Prozent ergeben,
die von aussen kommen und nicht Propheten in diesem wohlverstanden ohne eine Entlassung und ohne die Lei-
Hause sind, Denkanstösse vermitteln können. stungsfähigkeit der Verwaltung irgendwie zu beeinträchti-
Wenn Sie aber tatsächlich eine Verbesserung erzielen wol- gen oder zu schmälern.
len, dann müssen Sie der Motion Bonny zustimmen und Wir haben also erstens eine nützliche Übung durchgeführt,
eine systematische und obligatorische Kaderschulung in der die durchaus erfolgreich war -. dies obschon inzwischen
Verwaltung einführen. Diese Ausbildung muss darauf aus- gewisse Schwierigkeiten entstanden sind. Zweitens, wenn
gerichtet sein, einen Kadernachwuchs heranzuziehen, der man einmal aus Erfahrung sprechen kann, ist man in der
allmählich auf die Herausforderungen unserer Zeit ausge- Lage, diese Übung auch anderen zu empfehlen.
richtet wird und darauf antworten kann. Es geht aber auch
darum, in der Fortbildung alle Beamten bis zur Pensions-
grenze fortlaufend mit den Anforderungen unserer Zeit zu Blocher: Wir haben uns hier schon öfters über das EMD
konfrontieren. Es besteht kein Zweifel, die technische unterhalten, zuletzt über einen Bericht der Geschäftsprü-
Entwicklung wird rasanter voranschreiten, und die kom- fungskommission, und wir haben hier festgestellt, dass in
plexen Zusammenhänge werden noch zunehmen. Wir diesem Bereich etwas geschehen sollte.
haben nur mit einem gutausgebildeten Kader auch in der Ich gebe Herrn Stappung recht, dass man eine staatliche
Verwaltung eine Chance, dies zu meistern. Verwaltung nicht in jeder Beziehung mit der Privatwirtschaft
Ich bitte Sie dringend, beide Motionen zu akzeptieren und vergleichen kann. Aber in einem kann man sie vergleichen:
sie nicht als Postulate zu überweisen. An beiden Orten wird mittels Arbeit eine Leistung vollbracht
bzw. irgendein Ziel erreicht oder nicht erreicht. Und an
Cotti Flavio: Wenn ich in Unterstützung der Motion Ogi beiden Orten kann mit einem grösseren oder mit einem
interveniere, so nicht etwa, um weitere Argumentationen zu kleineren Aufwand dieses Ziel erreicht werden. Es ist richtig,
bringen. Wir haben das Für und das Dagegen gehört. Viel- dass die Privatwirtschaft unter Konkurrenzbedingungen
mehr braucht man auch nicht zu hören. Aber eine Erfah- arbeitet und auch unter finanziellem Druck steht. Es ist kein
rung, die ich selber vor drei Jahren, als ich noch im Regie- Zufall, dass diese Analysen dort in den Rezessionsjahren
rungsrat meines Kantons war, gemacht habe, möchte ich entwickelt und erstmals angewendet wurden. Dieser Druck
Ihrer Kenntnis nicht vorenthalten; denn diese Erfahrung war fehlt - mindestens in dieser Schärfe - in der Verwaltung.
für uns alle nicht nur nützlich, sondern auch lehrreich. Gerade deshalb sollten wir hier den gleichen Weg be-
Der Regierungsrat des Kantons Tessin - ich möchte ganz schreiten.
11. März 1985 N 399 Motion Bonny
Sehr oft hat man vor solchen Analysen Angst und glaubt, keiten. Ich möchte hier jetzt nicht speziell an das Beamten-
das helsse, es käme da irgendein Auswärtiger, schlage sich gesetz erinnern, sondern daran, dass man in der Verwaltung
in der Verwaltung herum und plädiere dann für Massenent- nicht einfach sagen kann: «Das ist überflüssig, darauf ver-
lassungen. Dieser Eindruck ist leider entstanden durch nicht zichten wir jetzt!» Das ist nicht denkbar, weil Gesetze und
sehr seriöse Büros, die solche Analysen machen und sich Verordnungen befolgt werden müssen. Deshalb hat man
relativ gerne profilieren. Bei guten Büros ist Diskretion ober- diese Möglichkeit nicht.
stes Gebot. Wir brauchen dazu nicht «supergescheite» Der Bundesrat ist der Auffassung, dass man nun zuerst
Leute, sondern solche, die Erfahrung darin haben, mit den einmal abwarten soll, was diese Übung EFFI bringt, ob man
Mitarbeitern zusammen den besten und den einfachsten die Ziele tatsächlich erreicht.
Weg zu finden, um ein Ziel zu erreichen. Das ist nämlich der Ich möchte Sie daran erinnern - Herr Spalti hat zwar gesagt,
Zweck. Wo es richtig gemacht worden ist, haben die Mitar- es sei nichts oder nicht viel zu erreichen; ich bin kein
beiter selbst mit einer begleitenden Fachperson von aussen Hellseher, ich weiss es nicht -, dass aus der Rechnung des
die neuen Wege gefunden. letzten Jahres, aus den Zahlen, die wir an die Presse gege-
Die Resultate sind, dass wir weniger Arbeit bzw. weniger ben haben, immerhin hervorgeht, dass die Verwaltungsaus-
Aufwand brauchen, um das gleiche Ziel zu erreichen. Wir gaben (Aufwendungen für Verwaltung und Behörden) 30
haben die Leistungsfähigkeit gefördert. Wir haben weniger Millionen tiefer sind als budgetiert. Ich will damit nicht
Leerläufe und damit auch zufriedenere Mitarbeiter. Es gibt sagen, das sei auf EFFI zurückzuführen. Aber immerhin hört
in der Verwaltung zuviel Sand im Getriebe; der muss und man heute in der Verwaltung ab und zu doch die Frage: Wie
kann beseitigt werden. Im wesentlichen konnten übrigens verhält sich das mit EFFI? Das heisst, man stellt sich die
diese Übungen zur Effizienzsteigerung ohne Entlassungen Frage, ob eine Arbeit sinnvoll ist oder nicht.
durchgeführt werden. Fünf bis sieben Prozent weniger Per- Sollte sich zeigen, dass wir im Verlaufe dieser EFFI-Übung
sonal ist ein Ziel, das unter Berücksichtigung der jährlichen zusätzliche Experten benötigen, so ist der Bundesrat grund-
Fluktuation problemlos zu erreichen ist. sätzlich bereit, solche beizuziehen. Ich kann Ihnen auch
Beim EMD geht es auch darum, zu schauen, ob sämtliche versichern, dass - wenn wir mit dieser Übung keinen Erfolg
Funktionen, die das EMD hat, überhaupt vom EMD ausge- haben oder wenn er in einzelnen Bereichen nicht genügend
führt werden müssen. Unser Ziel sollte wieder sein: Eine ist - der Weg durchaus offen ist für das, was die Motion Ogi
schlagkräftige Armee, um das Land zu verteidigen, und ein verlangt. Aber zuerst sollte man feststellen, welchen Erfolg
EMD, um der Armee die notwendigen Dienstleistungen zu die Übung EFFI bringt.
bieten - und nicht umgekehrt. Wir brauchen wieder mehr Nachher kann man immer noch die Konsequenzen ziehen.
Armee und weniger EMD, um unser eigentliches Ziel mit Sie selber leisten einen Beitrag zur Effizienzsteigerung der
wenig Kosten und möglichst wenig übertriebenem Aufwand Verwaltung, wenn Sie hier nun dem Antrag des Bundesrates
zu erreichen. Das Geld, das wir einsparen, brauchen wir, um Folge leisten und diese Motion in ein Postulat umwandeln.
unser Land zu verteidigen und nicht für die Bürokratie. Damit sparen Sie in der Verwaltung Geld, und zudem sparen
Mitarbeiter wollen die Bürokratie auch nicht. Keiner ist Sie auch Sitzungsgelder.
glücklich, wenn er in diesem bürokratischen Gebilde arbei- Ich bitte Sie also, in bezug auf die Effiziensteigerung mit
ten muss, ohne ein richtiges Ziel zu sehen bzw. zu erreichen. gutem Beispiel voranzugehen und die Motion in ein Postulat
Darum sollten wir diesem Versuch zustimmen, eine Analyse umzuwandeln.
durchführen und in aller Stille, mit aller Diskretion die Auf-
gaben besser verteilen. Das nützt uns allen. Präsident: Herr Ogi möchte an der Form der Motion festhal-
Wir bitten Sie, dieser Motion zuzustimmen. ten. Der Bundesrat beantragt Ihnen Umwandlung der
Motion in ein Postulat.
Bundesrat Stich: Ich kann Herrn Ogi versichern, dass wir
seine Motion gründlich studiert haben. Wenn wir trotzdem Abstimmung - Vote
dazu gekommen sind, Ihnen zu empfehlen, sie in ein Postu- Für die Überweisung als Motion 111 Stimmen
lat umzuwandeln, so deshalb, weil wir die Übung EFFI Für die Überweisung als Postulat 44 Stimmen
eingeleitet hatten, bevor Herr Ogi seine Motion einreichte.
Zwei Dinge gleichzeitig zu tun, ist denkbar schlecht. Eine An den Ständerat - Au Conseil des Etats
Übung, die man bereits vorbereitet hat und die vor der
Einführung steht, einfach auf die Seite zu schieben, ist nicht
sehr sinnvoll, besonders wenn es darum geht, die Mitarbei-
ter in der Bundesverwaltung zu motivieren, effizienter zu
sein. #ST# 84.422
Ich will hier nicht das eine System gegen das andere aus- Motion Bonny
spielen. Auch wenn man externe Experten beizieht, sind Allgemeine Bundesverwaltung. Kaderschulung
diese darauf angewiesen, dass ihnen interne Leute sagen,
welches die Aufgaben, die Abläufe sind, damit sie dann aus Administration générale de la Confédération.
dieser Kenntnis heraus ihre Vorschläge unterbreiten Formation des cadres
können.
Wir sind davon ausgegangen, dass unsere Beamten die
Verwaltung sehr gut kennen, dass sie auch sehr gut sehen,
wo es allenfalls Leerläufe gibt, wo man etwas verbessern
könnte, und deshalb scheint es dem Bundesrat richtig, Wortlaut der Motion vom 4. Mai 1984
wenn man zuerst einmal unseren Beamten die Möglichkeit Die Anforderungen an die Kader in Wirtschaft und Verwal-
gibt, die Arbeit selber bestmöglichst zu organisieren. Ich tung sind in unserer Zeit raschen technologischen, wirt-
glaube, dieses Vertrauen dürfen wir haben. schaftlichen und gesellschaftlichen Wandels stark gestie-
Sie kennen die Zielsetzungen, sie sind verschiedentlich gen. Ein weiterer Grund hierfür liegt in der zunehmenden
erwähnt worden: Sie wissen, dass wir die Arbeitszeitverkür- Komplexität der Verhältnisse und in den zahlreichen Ziel-
zung in der Zehtralverwaltung ohne zusätzliches Personal konflikten. Der Beamtenstopp bringt zweifellos für die Kader
durchführen wollen. Das kommt einer Einsparung von rund der Verwaltung eine zusätzliche Belastung.
5 Prozent gleich. Hinzu kommt die Zielsetzung, dass man 3 Um diesen Anforderungen gewachsen zu sein, ist eine
Prozent der Stellen einsparen möchte. Wenn Sie diese Ziel- gründliche und zeitgemässe Aus- und Fortbildung der Kader
setzungen sehen, dann müssen Sie vermutlich doch auch in der Führungstechnik (z. B. rasche und saubere Entschei-
sagen, dass sie nicht weit von privatwirtschaftlichen Zielset- dungsabläufe, Rationalisierungsmethoden, Personalaus-
zungen entfernt sind. Aber in einem öffentlichen Betrieb, in wahl, moderne technische Hilfsmittel), aber auch in anderen
der Verwaltung, hat man auch nicht die gleichen Möglich- Bereichen, die für das richtige Führungsverhalten und die
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion Ogi Reorganisation der Bundesverwaltung
Motion Ogi Réorganisation de l'administration fédérale
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1985
Année
Anno
Band II
Volume
Volume
Session Frühjahrssession
Session Session de printemps
Sessione Sessione primaverile
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 06
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 84.412
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 11.03.1985 - 14:30
Date
Data
Seite 393-399
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