Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 84-374 KI-generiert

Federal Administration Personnel and Cost-Saving Measures

Geschäftsnummer VPB 84-374
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

This interpellation concerns the Federal Administration's personnel levels and cost-saving measures, specifically questioning whether new positions should be approved before all rationalization and internal transfer options are exhausted. The government argued that its ongoing "Effi" project, a comprehensive efficiency improvement initiative, sufficiently addresses these concerns, and that implementing additional cost-reduction methods like Gemeinkosten-Wertanalysen (GWA) simultaneously would be impractical, although it did not rule out external consultants or future GWA implementation if warranted by the Effi project's results.

Legislator-Regeste

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Art. 2 Absatz; Federal Administration Personnel and Cost-Saving Measures: The government argued that its ongoing "Effi" project, a comprehensive efficiency improvement initiative, sufficiently addresses these concerns, and that implementing additional cost-reduction methods like Gemeinkosten-Wertanalysen (GWA) simultaneously would be impractical, although it did not rule out external consultants or future GWA implementation if warranted by the Effi project's results.

Schlagwörter

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Herabsetzung der Verfahrenskosten Personalverwaltung Verwaltungskosten E-Government Zentralverwaltung Ordnungsgemäße Verwaltung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert
Art. 2 Absatz
Selon l'article 2, 2° alinéa de la loi fédérale instituant des sollte ja mit Steuergeldern ebenso sorgfältig umgegangen
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 2 Abs. 2 des Bundesgesetzes über Massnahmen zur Verbesserung des Bundeshaushaltes vom 24. Juni 1983

This provision states that personnel in the federal administration can only be increased if the need cannot be met through rationalization, reduction of existing tasks, or internal staff transfers. The interpellation argues that this condition is not met and seeks to address the need for more systematic cost-benefit analyses to meet this requirement.

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Volltext

Interpellation Letsch 218 4 juin 1984

84.374

#ST#

Letsch: Anlass zu meiner Interpellation gaben die Diskussio-

nen während und nach der Wintersession 1983, als es

Interpellation Letsch darum ging, ob mit dem Voranschlag 1984 der Personalbe-

Bundesverwaltung und Bundesbetriebe. stand der Bundesverwaltung erhöht werden soll. Das Parla-

Gemeinkosten-Wertanalysen ment hat bekanntlich den Anträgen des Bundesrates teil-

weise und befristet entsprochen. Der Bundesrat fand sich

Interpellation Letsch

mit diesem Entscheid nicht ab. Er versucht nun, mit den

Administration fédérale et entreprises de la Nachträgen zum Voranschlag seinen Willen durchzusetzen.

Confédération. Analyses des frais directs Es liegt mir fern zu bestreiten, dass in der Bundesverwaltung

Engpässe bestehen, dass da und dort sogar ein dringender

Bedarf nach neuen Stellen nachgewiesen werden kann.

Darum geht es aber nicht. Die entscheidende, leider aber

völlig vernachlässigte Prags muss vielmehr lauten, ob die

Wortlaut der Interpellation vom 15. März 1984 Voraussetzungen, wie sie das Bundesgesetz vom 24. Juni

Nach Artikel 2 Absatz 2 des Bundesgesetzes über Massnah- 1983 für die Lockerung der Stellenplafonierung vorschreibt,

men zur Verbesserung des Bundeshaushaltes vom 24. Juni erfüllt sind oder nicht. Artikel 2 Absatz 2 dieses Gesetzes

1983 dürfen die Personalbestände in der Bundesverwaltung sagt nämlich unmissverständlich und vorbehaltlos, dass die

nur erhöht werden, «wenn der Stellenbedarf nicht durch Personalbestände nur erhöht werden dürfen, «wenn der

Massnahmen der Rationalisierung, durch den Abbau beste- Stellenbedarf nicht durch Massnahmen der Rationalisie-

hender Aufgaben oder durch Stellenverschiebungen inner- rung, durch den Abbau bestehender Aufgaben oder durch

halb der Verwaltungseinheiten aller Stufen oder zwischen Stellenverschiebungen innerhalb der Verwaltungseinheiten

den Departementen gedeckt werden kann». Es ist also aller Stufen oder zwischen den Departementen gedeckt

offensichtlich der W He des Gesetzgebers, dass alle Mög- werden kann». Soweit das Bundesgesetz.

lichkeiten der Rationalisierung und des bundesinternen Per- Gegenstand meiner Interpellation ist deshalb einerseits die

sonalaustausches auszunützen sind, bevor neue Stellen Frage, was diesbezüglich bisher vorgekehrt wurde, und

bewilligt werden dürfen. Verschiedene Anzeichen deuten anderseits die Frage, ob nicht zusätzliche Anstrengungen

darauf hin, dass es an diesen Voraussetzungen noch fehlt. nötig seien bzw. welche Massnahmen der Bundesrat in

Der Bundesrat wird deshalb eingeladen, zu folgenden Fra- Aussicht nimmt.

gen Stellung zu nehmen: Persönlich bin ich aus drei Gründen überzeugt, dass neue

Aktionen nötig sind. Der erste Grund: Die Erfahrung lehrt-

1. Welche Aktionen wurden schon eingeleitet oder durch-

und zwar in der Staatsverwaltung und in privaten Unterneh-

geführt, und allenfalls mit welchem Erfolg, um den genann-

mungen gleichermassen -, dass der administrative Bereich

ten Voraussetzungen des Gesetzes gerecht zu werden?

für Leerläufe besonders anfällig ist. Es sind denn auch

2. Hält es der Bundesrat nicht für angezeigt, die Anstren- gerade gut geführte Betriebe in der Industrie und im Dienst-

gungen noch zu verstärken und insbesondere auch durch leistungssektor (Banken, Versicherungen), welche der

systematische Gemeinkosten-Wertanalysen, wie sie in priva- Entwicklung der sogenannten Gemeinkosten mehr und

ten Unternehmungen mehr und mehr erfolgreich durchge- mehr Aufmerksamkeit schenken. Der härtere Wettbewerb

führt werden, alles daran zu setzen, um ohne Schaffung zwingt sie, rechtzeitig alles daran zu setzen, um Leistungen,

zusätzlicher Stellen neue, wichtige Aufgaben zu bewäl- die zur Erreichung der Unternehmensziele nicht unbedingt

tigen? nötig sind, ferner unrationelle Verfahren und Arbeitsabläufe,

3. Wäre es nicht an der Zeit, insbesondere die im EMD aber auch zu hohe Perfektion auszuschalten. Private

bereits vorbereitete Aktion sofort anlaufen zu lassen, um Betriebe tun das, um zu überleben.

ohne Verzug Erfahrungen mit dieser modernen Methode zur Für die öffentliche Verwaltung ist das Überleben kein Pro-

Senkung der Verwahungskosten zu sammeln? blem. Kostenbewusstes Denken, Kosten-Nutzen-Überlegun-

gen und höchste Wirtschaftlichkeit gehören aber mit zu den

Texte de l'interpellation du 15 mars 1984 wichtigsten Führungsaufgaben auch im Staat. Schliesslich

Selon l'article 2, 2° alinéa de la loi fédérale instituant des sollte ja mit Steuergeldern ebenso sorgfältig umgegangen

mesures destinées à améliorer les finances fédérales (modi- werden wie mit den Mitteln, über die ein privates Unterneh-

fication du 24 juin 1983/RO 1983 1382), les effectifs du men verfügt.

personnel de l'administration fédérale ne peuvent être aug- Der zweite Grund: Verschiedene Anzeichen deuten darauf

mentés «que si les besoins de personnel supplémentaire ne hin, dass diese Führungsaufgabe im Bund noch nicht so

peuvent être satisfaits par des mesures de rationalisation, wahrgenommen wird, wie es nötig und möglich wäre. Es

par la réduction des tâches existantes ou par des mutations bestehen nach wie vor Rationalisierungsreserven. Dieser

à l'intérieur des unités administratives à tous les échelons Eindruck hat sich in Gesprächen der Sektion 1 unserer

ou entre les départements». La volonté évidente du législa- Finanzkommission mit den zuständigen Chefbeamten des

teur est donc que soient épuisées toutes les possibilités de Personalamtes und des Bundesamtes für Organisation vom

rationalisation et de mutation au sein de l'administration 25. Mai dieses Jahres erhärtet. Es zeigte sich, dass sich diese

avant que soient approuvés de nouveaux postes. Divers Amtsstellen verdienstvoll und redlich um höhere Wirtschaft-

indices montrent que cette condition n'est pas encore rem- lichkeit sowie um eine wirkungsvollere Stellenbewirtschaf-

plie. Le Conseil fécéral est donc prié de répondre aux tung bemühen, dass sie aber nicht überall auf das notwen-

questions suivantes: dige Verständnis stossen. Es werde eher pragmatisch aus

1. Quelles démarches a-t-il entreprises pour satisfaire aux dem Wissen heraus entschieden, wo Stellen verschoben

exigences précitées? Quels en ont été les résultats? werden könnten. Es werde gemarktet, und Stellenbewirt-

schaftungsmassnahmen seien nicht erwünscht, so hörten

2. N'estime-t-il pas indiqué d'accroître ses efforts et en wir.

particulier de faire exécuter des analyses systématiques du Der dritte Grund: Der an die Geschäftsprüfungskommisio-

rapport coût/utilité, comme le font avec succès un nombre nen der eidgenössischen Räte gerichtete Bericht des Bun-

croissant d'entreprises privées, afin de tout mettre en œuvre desrates vom 12. März dieses Jahres über die Aufgaben-

pour maîtriser les tâches importantes sans créer de nou- überprüfung in der Bundesverwaltung zeigt, dass auch aus

veaux emplois? der Sicht des Bundesrates in den letzten Jahren zwar eini-

3. Le moment n'est-il pas venu de mettre immédiatement en ges geschah, was ich voll anerkennen möchte, dass im

application tout particulièrement l'opération préparée par le übrigen aber, und auch das ist verdienstvoll, noch vieles

DMF, afin de réunir à bref délai des expériences avec cette überprüft werden müsse und auch überprüft werde.

méthode moderne d'abaissement des frais d'administra- Gerade im Hinblick auf diese Pendenzen gestatte ich mir

tion? deshalb, die Aufmerksamkeit des Bundesrates auf jene

4. Juni 1984 219 Interpellation Letsch

Methode der Gemeinkostensenkung zu richten, welche bis- der Ausgaben der Bundesverwaltung. Ich erinnere Sie in

her die besten Erfolge brachte. Ich meine die Gemein- diesem Zusammenhang an die Expertenkommission Stok-

kosten-Wertanalyse, die sogenannte GWA. Deren Ziel ker und an den Bericht Keller; beide sind in der gleichen

besteht weder in der Kostensenkung um jeden Preis noch Richtung gegangen. Ich darf aber auch darauf hinweisen,

darin, alle bestehenden Leistungen beizubehalten und sie dass die Verwaltung nun immerhin seit zehn Jahren den

einfach rationeller zu erbringen. Vielmehr sollen nach Personalstopp kennt, und in diesen letzten zehn Jahren

durchgeführter GWA nur noch die zur Auftragserfüllung doch verschiedene neue Aufgaben auf die Verwaltung zuge-

unerlässlichen Leistungen erbracht werden, und zwar so kommen sind. Diese Aufgaben mussten erfüllt werden; es

gut wie nötig und so kostengünstig wie möglich. war also nötig, dass man gewisse Rationalisierungsmass-

Die GWA ist erfreulicherweise auch in der Bundesverwal- nahmen getroffen hat. Das zeigt übrigens auch der Bericht,

tung nicht unbekannt. In einem vom Eidgenössischen Mili- der vom Bundesrat in bezug auf die Aufgabenüberprüfung

tärdepartement organisierten Seminar auf der Lüdernalp im im letzten Jahr, nämlich am 12. Januar 1983, in Auftrag

Jahre 1982 wurden Wissenschafter, Praktiker aus Industrie gegeben worden ist, indem man die Verwaltung an sich

und Dienstleistungsbetrieben sowie Personalvertreter ange- ersucht hat, einmal zu zeigen, wo und welche Aufgaben

hört und Diskussionen geführt. Die Ergebnisse waren ermu- eventuell fallengelassen werden könnten. Dieser Bericht ist

tigend. Seit mehr als einem halben Jahr liegt nun ein fertiges an die Geschäftsprüfungskommissionen beider Räte gegan-

Projekt - es nennt sich Helios - in der Schublade des gen, und es ist nun sicher auch Sache dieser Kommissio-

Departementsvorstehers. Es könnte sofort zur Durchfüh- nen, dazu Stellung zu nehmen, diesen Bericht zu würdigen

rung freigegeben werden. Leider hat schon der frühere Chef und auch zu zeigen und zu sagen, ob sie damit einverstan-

des Militärdepartementes gezögert, und sein Nachfolger den sind, ob sie die Vorschläge dieser Arbeitsgruppe eben-

klemmt weiter. Inzwischen wurde dieses Zögern durch die falls akzeptieren. Der Bundesrat seinerseits hat den Auftrag

Geschäftsprüfungskommission des Nationalrates sogar an die Departemente und an die Verwaltung erteilt, die

sanktioniert. In ihrem Bericht vom 15. Mai über die Inspek- vorgesehenen Rationalisierungsmassnahmen durchzuset-

tion der Stellenbewirtschaftung im EMD erklärt sich die zen. So gesehen ist das, was nun kommt, das Effi-Projekt,

Kommission befriedigt, weil sich das Departement nun dem eine Fortsetzung.

sogenannten Effi-Projekt anschliessen will, welches von der Man muss aber vielleicht in dieser Hinsicht auch noch

Zentralstelle für Organisationsfragen für die ganze Bundes- bedenken, dass der Bundesrat beschlossen hat, die Arbeits-

verwaltung vorbereitet wird. In der Presse ist dieser Schwen- zeitverkürzung um zwei Stunden im Jahre 1986 durchzufüh-

ker sogar positiv vermerkt worden. «Das EMD-Sonderzüg- ren, und er hat keine Personalbegehren gestellt für die

lein wird abgehängt», hiess es. Zentralverwaltung. Wenn Sie also davon ausgehen, dass

Ich halte den Verzicht auf die Durchführung einer GWA im zwei Stunden pro Mitarbeiter eingespart werden sollten,

Militärdepartement und in der Bundesverwaltung überhaupt dann müsste an und für sich der Personalbestand rein

für höchst bedauerlich. Wer glaubt, das Effi-Projekt sei eine rechnungsmässig um etwa 4,8 Prozent erhöht werden.

Alternative, versteht entweder nichts von den Methoden zur Wenn der Bundesrat auf ein solches Begehren verzichtet,

Gemeinkostensenkung, oder er scheut sich vor der wir- dann heisst das für die ganze Verwaltung, insbesondere

kungsvollsten Methode. Helios und Effi schliessen sich näm- aber für den Bundesrat, dass Rationalisierungsmassnah-

lich nicht aus; sie könnten sich ergänzen. Die GWA ist eine men wirklich durchgeführt werden müssen. Natürlich ist

systematische Leistungsanalyse, eine Einmalaktion, die auch das Bundesamt für Organisation in verschiedener Hin-

innert relativ kurzer Zeit durchgezogen und abgeschlossen sicht involviert. Ich denke an die modernen Arbeitsformen,

wird. Zielvorgaben wirken als Promotor für konkrete Vor- an EDV, an Textverarbeitung. Es ist notwendig, wenn solche

schläge, die bezüglich ihrer Realisierbarkeit bewertet wer- neuen Mittel eingesetzt werden, dass dieses Amt im Einzel-

den. Die Erfahrung zeigt, dass sich im Endeffekt Einsparun- fall untersucht, ob nicht Personal eingespart werden kann.

gen zwischen 10 und 30 Prozent erzielen lassen. Die ganze So gesehen darf man also sagen, dass der Bundesrat alles

Aktion soll und kann nach fünf bis zehn Jahren wiederholt tut, um zu einer möglichst effizienten Verwaltung zu kom-

werden. Demgegenüber ist das Projekt Effi im Grunde men bzw. die Verwaltung möglichst effizient zu erhalten.

nichts anderes als eine erweiterte und etwas systemati- Der Bundesrat ist aber mit Ihnen der Meinung, dass es

schere Form des betrieblichen Vorschlagswesens, also eine deshalb eine Daueraufgabe ist, ein Mehreres zu tun. Darum

Daueraufgabe, aber ohne rasche, umfassende und maxi- wird er das Projekt Effi in den nächsten Wochen verabschie-

male Wirkungen. Es eignet sich als eine die GWA ergän- den und in Auftrag geben.

zende Massnahme. Hier geht es vor allem darum, das, was in bezug auf die

Abschliessend und zusammenfassend möchte ich den Bun- Aufgabenüberprüfung gemacht worden ist, dann auch ein-

desrat dringend bitten, in der Bundesverwaltung und in den mal durchzusetzen und die nötigen Kapazitäten in bezug auf

Bundesbetrieben ohne Verzug Gemeinkosten-Wertanalysen die Arbeitszeitverkürzung freizubekommen.

anzuordnen. Es ist richtig, dass im Militärdepartement die Meinung, eine

Die am 2. Mai dieses Jahres im Nationalrat eingereichte Gemeinkosten-Wertanalyse durchzuführen, bestanden hat.

Motion Ogi stösst - so hoffe ich - in dieselbe Richtung; An sich hätten wir von der Kapazität, die das Bundesamt für

doch wird erst die Begründung zeigen, was Herr Ogi wirk- Organisation hat, nichts dagegen gehabt, wenn ein solcher

lich will. Bevor nicht mit Hilfe von Gemeinkosten-Wertanaly- Entscheid gefasst worden wäre. Aber auf der anderen Seite

sen - ich möchte sagen - chirurgische Eingriffe vorgenom- muss man auch sehen, dass es zweifellos richtig ist, dass die

men und messbare Erfolge nachgewiesen werden, sind die ganze Verwaltung gleich behandelt wird, also überall das

Voraussetzungen für die Bewilligung neuer Stellen gemäss gleiche Verfahren angewendet wird. Deshalb sind wir an

Artikel 2 des Bundesgesetzes vom 24. Juni 1983 nicht erfüllt. sich froh, dass man sich dazu entschieden hat. Sicher läuft

Bundesrat und Parlament hätten deshalb allen Grund, rasch eine Gemeinkostenanalyse dem Effi nicht zuwider; es

zu handeln. Mit Jammern über Engpässe lösen wir die könnte eine Ergänzung sein. Auf der anderen Seite muss

Probleme ebensowenig wie mit der laufenden Aufstockung man doch auch sehen, dass in der Verwaltung in den letzten

des Personalbestandes. Natürlich ist die GWA kein Allheil- zehn Jahren eben doch sehr viel gegangen ist und dass man

mittel; sie ist aber das wirkungsvollste Mittel. Eine Chance nicht gleichzeitig verschiedene Methoden zur Anwendung

besteht allerdings nur dann, wenn der Bundesrat als ober- bringen soll.

stes Führungsorgan der Verwaltung sich voll dahintersteht Aus diesem Grund ist der Bundesrat der Meinung, dass man

und sich mit diesem Projekt voll identifiziert. das Projekt Effi durchführt, wobei es aber durchaus denkbar

Ich hoffe deshalb auf eine positive Antwort des Bundesrates. ist, dass der Bundesrat im Einzelfall - wie das bis heute auch

schon geschehen ist - externe Berater beizieht. Aber er

Bundesrat Stich: Der Bundesrat selber betrachtet die Effi- möchte davon absehen, neben dem Effi einfach grundsätz-

zienzsteigerung der Verwaltung seit Jahrzehnten als not- lich zu beschliessen, dass eine Gemeinkostenanalyse durch-

wendig und als eine Daueraufgabe; ebenso die Überprüfung geführt wird.

Interpellation Letsch 220 4 juin 1984

Letsch: Ich kenne die aufgeschlossene Haltung von Herrn Betriebsabläufen festhält. Betriebsblindheit ist nun einmal

Bundesrat Stich all diesen Problemen gegenüber und danke eine weitverbreitete Krankheit. Ab und zu wird mir bewusst,

ihm dafür. Von der Antwort des Bundesrates, die er zu Frage dass ich auch manchmal schon darunter leide.

1 gegeben hat, kann ich mich als befriedigt erklären. Hinge- Herr Letsch hält das EMD, den ältesten und personalinten-

gen vermögen mich die Ausführungen zu den Fragen 2 und sivsten Betrieb der Bundesverwaltung, für einen Versuch als

3 nicht zu befriedigen. besonders geeignet. Meine Erfahrungen als Angehöriger

Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir in einer Diskussion unseres Milizheeres zeigen mir auch, dass zumindest in

noch kurz Gelegenheit zu einer Stellungnahme geben einigen Bereichen des EMD eine Aufgabenüberprüfung, die

würden. über das Projekt Effi hinausgeht, nicht schaden kann.

Zwei Vorbehalte möchte ich aber dazu anbringen: Aufgrund

Le président: M. Letsch demande l'ouverture de la discus- der Reorganisationsbemühungen in der • Gruppe für

sion sur son interpellation. Un ou des membres de cette Rüstungsdienste sind meine Erwartungen vielleicht nicht so

assemblée s'opposent-ils à cette demande? hoch wie die von Herrn Letsch. Auf jeden Fall sollte eine

Aucune opposition ne se manifestant, j'ouvre la discussion Überprüfung sich nicht darin erschöpfen, dass als erstes die

sur l'interpellation de M. Letsch. Zahl der Direktoren oder Chefbeamten ansteigt und auf

anderen Stufen die Einsparungen dann getragen werden

Letsch: Ich danke Ihnen. Ich will mich auf drei Bemerkun- müssen. Eine Überprüfung kann von mir aus rigoros durch-

gen beschränken. geführt werden. Eine allfällige Verwirklichung der Resultate

1. Es ist unbestritten - ich habe das ja bereits deutlich hat aber in engster und grosszügiger Zusammenarbeit mit

gesagt -, dass in den letzten Jahren bemerkenswerte den Betroffenen zu geschehen. Wir stehen da im Bund -

Anstrengungen zur Rationalisierung unternommen worden Gott sei Dank, möchte ich sagen - nicht unter dem gleichen

sind. Alle Beteiligten verdienen dafür Dank und Anerken- Druck, wie er ab und zu an anderen Orten herrscht. Auch bei

nung. Die Tatsache aber, dass mit dem Projekt Effi eine gewissen Abstrichen an überlebten Aufgaben wird der Ruf

neue Aktion eingeleitet wird, lässt gleichzeitig erkennen, des EMD nach mehr Personal für Ausbildung und Material-

dass selbst der Bundesrat nach noch wirkungsvolleren unterhalt bei der Ablösung des alten Kriegsgerätes durch

Möglichkeiten, insbesondere auch für die Stellenbewirt- neues noch lange nicht verstummen.

schaftung, sucht. Auch das ist verdienstvoll. In diesem Sinne würde ich es begrüssen, wenn einmal über

das Effi hinaus mindestens Teile des EMD etwas eingehen-

2. Wenn mich die Antwort zu den Fragen 2 und 3 nicht zu

der unter die Lupe genommen würden im Sinne eines viel-

befriedigen vermag, so liegt der Grund ganz einfach darin,

leicht begrenzten Versuches, den man aufgrund der Resul-

dass der Bundesrat sich weiterhin ausschliesslich - wenn

tate dann eventuell weiterontwickeln kann.

ich das recht verstanden habe-an herkömmliche Methoden

klammert und sich nicht entschliessen kann, der zurzeit klar

bewährtesten Methode, eben der GWA, eine Chance auch in Bundesrat Stich: Ich habe Ihnen bereits einleitend darge-

der Bundesverwaltung einzuräumen. Es ist nicht einzuse- legt, dass der Bundesrat die Meinung vertritt, dass nun

hen, weshalb das, was sich in mittleren und grossen Unter- zuallererst das Effi durchgeführt werden soll. Wir sehen

nehmungen der prvaten Wirtschaft bewährt hat, in der dafür- für die Analyse, für das Aufzeigen allfälliger Rationa-

lisierungsmassnahmen - einen Zeitrahmen von etwa einem

Bundesverwaltung nicht ebenso bewähren soll. Ich weiss

auch, dass in Kreisen des mittleren und oberen Kaders des Jahr vor. Das ist sicher nicht allzuviel, wenn man die Grosse

Militärdepartementes grosse Enttäuschung über den Null- der Bundesverwaltung zur Kapazität des Bundesamtes für

Organisation in Beziehung setzt. Meines Erachtens sollte

entscheid des Departementsvorstehers herrscht. Im Semi-

man nun trotz allem zuerst einmal abwarten, was diese

nar auf der Lüdernalp haben in einer Abstimmung alle

internen Massnahmen erbringen. Es ist aber sicher richtig,

Teilnehmer zum Ausdruck gebracht, dass die Durchführung

dass man die Möglichkeit nicht ausschliesst, in Einzelfällen

einer GWA im EMD sinnvoll wäre. Diese Beamten sind

überzeugt, ein solches Projekt erfolgreich durchziehen zu fremde Berater beizuziehen. Aber wir möchten nicht zum

vornherein für das Militärdepartement eine Ausnahme

können. Sie würden damit sich selber den grössten Dienst

machen, sondern wir möchten im wesentlichen zuerst ein-

erweisen und gleichzeitig den Beweis antreten, dass die

mal das Effi durchführen und im Rahmen dieser Überprü-

Verwaltung über eire beachtliche Innovationskraft verfügt.

fung dann entscheiden, ob sich weitere Massnahmen auf-

Ich empfinde es als schade, dass der Bundesrat privaten

drängen. Dieses Recht behält sich der Bundesrat selbstver-

Unternehmungen Innovationsträgheit vorwirft, im eigenen

Bereich aber sich eher wenig innovativ zeigt. ständlich vor.

3. Ich wende mich nicht gegen das Projekt Effi, aber ich

wende mich dagegen, dass man glaubt, mit diesem Effi

werde das Helios hinfällig. Die GWA ist heute die härteste, Schluss der Sitzung um 19. W Uhr

aber auch die erfolgversprechendste Methode. La séance est levée à 19 h 10

Ich wäre deshalb Herrn Bundesrat Stich schon dankbar,

wenn er seinen Einfluss geltend machen würde, dass der

Bundesrat mindestens dort, wo ein fertiges Projekt vorliegt,

dieses sofort freigibt.

Belser: Gemeinkosten-Wertanalysen scheinen das Zauber-

wort der achtziger Jahre zu werden. Kaum ein grösseres

Unternehmen, das etwas auf sich hält, verzichtet heute

darauf, seine Aktivitäten nach einer GWA oder etwas Ähnli-

chem zu überprüfen.

Wir haben in der Region Basel solche Analysen und ihre

Folgen erlebt. Das führte zu Schlagzeilen, und Herrn Letsch

ist dies bestens bekannt.

Betroffene sind eben immer Menschen, und manchmal

springt man mit den Menschen unsorgfältiger um als mit

den Maschinen.

Dennoch möchte ich eine systematische Überprüfung eines

Unternehmens oder einer Verwaltung nicht rundweg ableh-

nen. Mit der Grosse und dem Alter einer Institution nimmt

die Gefahr zu, dass man an überholten Tätigkeiten oder

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Interpellation Letsch Bundesverwaltung und Bundesbetriebe. Gemeinkosten-Wertanalysen

Interpellation Letsch Administration fédérale et entreprises de la Confédération. Analyses

des frais directs

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1984

Année

Anno

Band III

Volume

Volume

Session Sommersession

Session Session d'été

Sessione Sessione estiva

Rat Ständerat

Conseil Conseil des Etats

Consiglio Consiglio degli Stati

Sitzung 01

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 84.374

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 04.06.1984 - 18:15

Date

Data

Seite 218-220

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