Conscientious Objection and Alternative Civil Service
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThis interpellation questioned the government's commitment to resolving the issue of conscientious objectors after the rejection of a civil service initiative. It probed the government's stance on establishing an alternative civil service, the inadequacy of the current "severe conscientious distress" criteria, the blurring of motives for objection (religious, ethical, social), and the best way to prove the sincerity of objections, suggesting a longer alternative service as a more convincing proof. The interpellation also sought details on how a civil service could be designed to be equivalent in demands to military service.
Legislator-Regeste
KI-generiertConscientious Objection and Alternative Civil Service: Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die UNO hat in ihrer Resolution Nr.418 vom 4. November 1977 ausdrücklich die Vergabe von Produktionslizenzen in die Waffenembargo-Bestimmungen aufgenommen. Auch die Schweiz verbot unabhängig und noch vor der UNO alle Waffenausfuhren nach Südafrika. Zudem wird im Kriegsmaterialgesetz jegliche Ausfuhr untersagt, die «zwischenstaatlichen Vereinbarungen widerspricht» (Art. 10).
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KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertVolltext
22.Juni 1984 N 1005 Interpellation Ott
#ST# 84.320 1. Après le rejet de l'initiative pour un service civil, le gou-
vernement est-il toujours disposé à entreprendre quelque
Interpellation Ott chose pour arriver rapidement à une solution acceptable
Militärdienstverweigerer aus Gewissensgründen pour tous?
Objecteurs de conscience 2. Partage-t-il toujours l'opinion, exprimée par son porte-
parole lors des débats sur le service civil au Conseil national,
à savoir que la solution doit consister à créer un service civil
de remplacement? Estime-t-il en conséquence également
que la suite à donner à la motion Segmüller, acceptée par le
Text der Interpellation vom 5. März 1984 Conseil national (demandant que les objecteurs de cons-
Sprecher des Bundesrates, der Armee und fast aller Parteien cience ne soient plus assimilés aux criminels de droit com-
haben betont, das Problem der Militärdienstverweigereraus mun quant aux peines encourues et à l'exécution de celles-
Gewissensgründen müsse nun endlich auf würdige Weise ci), ne peut tout au plus constituer qu'une solution provi-
gelöst werden. Ich frage den Bundesrat an: soire?
3. Ne pense-t-il pas également que la notion de «grave
1. Ist er nach der Verwerfung der Zivildienstinitiative nach
conflit de conscience», introduite en vertu de l'actuel droit
wie vor willens, zu einer raschen und konsensfähigen
pénal militaire et qui est encore communément admise
Lösung Schritte zu unternehmen?
aujourd'hui, est dépassée du fait qu'elle donne l'impression
2. Ist der Bundesrat nach wie vor der Auffassung, die sein que l'impératif de la conscience est une anomalie, une sorte
Sprecher anlässlich der Zivildienstdebatte im Nationalrat de maladie psychique? Ne faudrait-il pas s'efforcer d'adop-
zum Ausdruck gebracht hat: dass die Lösung in der Einrich- ter, dans la loi et dans la jurisprudence, une formation plus
tung eines zivilen Ersatzdienstes bestehen muss? Ist er objective?
demzufolge ebenfalls der Meinung, dass die Verwirklichung 4. La motion Segmüller accueillie favorablement par le
der vom Nationalrat überwiesenen Motion Segmüller Conseil fédéral parle d'«objecteurs de conscience authenti-
(«Entkriminalisierung» der Dienstverweigerer aus echten ques». Elle ne contient aucune indication quant aux motifs
Gewissensgründen beim Vollzug der Strafe) höchstens eine de nature religieuse ou morale. Le gouvernement admet-il
provisorische Lösung darstellen kann? que ce que l'on nomme des motifs de conscience, qu'ils
3. Glaubt der Bundesrat nicht auch, dass der heute auf- soient de nature religieuse, (individuelle-)éthique ou autre,
grund des geltenden Militärstrafrechtes immer noch herr- par ex. sociale (et en ce sens politique) peuvent souvent
schende Begriff der «schweren Gewissensnot» veraltet ist, s'entremêler au point de se révéler indissociables et que,
indem er den Eindruck erweckt, als sei der Imperativ des pour cette raison, il faut renoncer totalement à établir de
Gewissens eine Anomalie, eine Art seelischer Krankheit? telles distinctions dans la législation?
Müsste man sich nicht in Gesetz und Praxis um eine sachge- 5. Des entretiens permettent certes de déterminer plus ou
mässere Diktion bemühen? moins la nature des motifs de conscience, mais il paraît
4. Die Motion Segmüller, die der Bundesrat ausdrücklich difficile d'en déceler la force qui, finalement pourtant, est
begrüsst hat, spricht von «echten Militärdienstverweigerern déterminante en l'occurrence. Ne faut-il pas, pour cette
aus Gewissensgründen». Der Wortlaut enthält keinen Hin- raison, considérer quand même la preuve par l'acte, soit
weis auf «religiöse und ethische Gewissensgründe». Aner- l'accomplissement d'un service de remplacement plus long,
kennt der Bundesrat, dass sich sogenannte religiöse, soge- comme l'élément relativement le plus convaincant, sur ce
nannte (individual-)ethische und andere, zum Beispiel point décisif? Mais à présent que le peuple et les cantons
gesellschaftliche (und in diesem Sinne: politische) Gewis- ont décidé qu'il ne fallait pas s'en remettre au seul jugement
senmotive oft zum Verwechseln ähnlich sehen bzw. ineinan- de chacun pour ce qui est de la preuve, mais qu'un organe
der übergehen können und dass es darum tunlich ist, auf représentant les pouvoirs publics devait avoir son mot à
solche Unterscheidungen in der Gesetzgebung überhaupt dire, il faut se poser la question suivante: Comment sera-t-il
zu verzichten. possible, de l'avis du Conseil fédéral, de combiner l'idée de
la preuve par l'acte sous une forme crédible avec l'interven-
5. Zwar lässt sich die Art der Motivation des Gewissens tion d'une commission constituée par l'Etat?
durch Gespräche einigermassen erkunden, weniger jedoch
6. Il est incontestable qu'un service civil de remplacement
die Stärke dieser Motivation, auf die es aber letztlich
ne peut être considéré comme valable que s'il pose des
entscheidend ankommt. MUSS darum nicht doch der Tatbe-
exigences équivalant à celles du service militaire. Comment,
weis durch Leistung eines verlängerten Ersatzdienstes als
der relativ sicherste Beweis in diesem entscheidenden dans ses Grandes lignes, le service civil pourrait-il être
conçu afin que, dans tous les aspects principaux, il ne pose
Punkt angesehen werden? Nachdem nun aber Volk und
pas en moyenne d'exigences moindres que le service mili-
Stände entschieden haben, dass das Antreten des Tatbewei-
ses nicht in die alleinige Entscheidung des einzelnen gelegt taire?
werden soll, ohne die Mitsprache eines Organs der staatli- Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann-St. Gallen,
chen Gemeinschaft, stellt sich die Frage: In welcher Weise Bäumlin, Bircher, Bratschi, Braunschweig, Bundi.Chopard,
kann nach Meinung des Bundesrates der Gedanke des Deneys, Dünki, Eggenberg-Thun, Eggli-Winterthur, Euler,
Tatbeweises in würdiger Form mit der Wirkung einer vom Fankhauser, Fehr, Günter, Hubacher, Jaeger, Jaggi, Lanz,
Staat bestellten Kommission kombiniert werden? Leuenberger Ernst, Leuenberger Moritz, Maeder-Appenzell,
6. Es muss als unbestritten vorausgesetzt werden, dass ein Mauch, Meyer-Bern, Meizoz, Morf, Müller-Zürich, Nauer,
ziviler Ersatzdienst nur dann sinnvoll ist, wenn er dem Mili- Neukomm, Pitteloud, Reimann, Riesen-Freiburg, Robbiani,
tärdienst äquivalente Anforderungen stellt. Wie könnte, in Robert, Rubi, Ruch-Zuchwil, Ruffy, Schmid, Stamm Walter,
Grundzügen, ein Zivildienst nach Meinung des Bundesrates Stappung, Uchtenhagen, Vannay, Wagner, Weber Monika,
ausgestaltet sein, damit er in allen wichtigen Hinsichten im Weber-Àrbon (45)
Durchschnitt keine geringere Belastung mit sich bringt als
der Militärdienst? Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Zu Frage 2: Das Anliegen der echten Militärdienstverweige-
Texte de l'interpellation du 5 mars 1984 rer aus Gewissensgründen erschöpft sich nicht darin, nicht
Des porte-parole du Conseil fédéral, de l'armée et de pres- wie Kriminelle bestraft zu werden, wie dies die Motion Seg-
que tous les partis ont souligné que le problème des objec- müller vorsieht. Es geht ihnen vielmehr darum, überhaupt
teurs de conscience devait enfin être résolu de manière nicht schuldig gesprochen zu werden, da sie ja zur Leistung
correcte. Je pose à ce sujet les questions suivantes au eines gleichwertigen Dienstes für die Gemeinschaft bereit
Conseil fédéral: sind.
Interpellation Herczog 1006 N 22 juin 1984
Zu Frage 3: Der kategorische Imperativ des Gewissens kann #ST# 84.309
auf sehr verschiedene Art erlebt werden, nicht nur als
Interpellation Herczog
«schwere Not». Ein Mensch, der genau weiss, welchen Weg
er aufgrund seiner ethischen Maximen zu gehen hat, kann Militärtechnologie-Export nach Südafrika
diese innere Klarheit auch als Erhebung seines Selbst- Exportation de technologie militaire
gefühls, seiner persönlichen Identität, erfahren. Deswegen vers l'Afrique du Sud
ist sein Gewissensentscheid nicht etwa weniger wert! Ein
Abrücken von dem alten Begriff der «schweren Gewissens-
not» könnte auch dazu verhelfen, dass zum Beispiel einem
religiösen Dienstverweigerer nicht mehr Fragen vorgelegt
werden wie: «Haben Sie Angst, in die Hölle zu kommen?» Wortlaut der Interpellation vom 5. März 1984
Fragen, die von vielen modernen Christen als unwürdig und
verletzend empfunden werden müssen. Denn ein Christ Gemäss Ausführungen der Zeitschrift «teil» (Nr. 4/5 1984)
gründet sein ethisches Verhalten nicht auf Angst vor Höllen- hat die Oerlikon-Bührle AG in den Jahren 1980 bis 1983
strafen, sondern auf Liebe zu Gott und Respekt vor dem durch den Export von Militärtechnologie nach Südafrika
göttlichen Willen. sowohl die UNO-Embargo-Bestimmungen als auch das
Kriegsmaterialgesetz verletzt. Ich bitte in diesem Zusam-
Zu Frage 4: Ein religiöser Mensch könnte zum Beispiel menhang den Bundesrat um die Beantwortung folgender
sagen: «Ich glaube, dass Gott Frieden unter den Menschen Fragen:
und eine gewaltfreie Menschheit will. Ich will dem Willen
Gottes gehorchen, denn einige Menschen müssen in aller 1. Ist dem Bundesrat bekannt, dass gemäss südafrikani-
Konsequenz den Anfang machen.» Ein Agnostiker dagegen schem Patentjournal die Oerlikon-Bührle AG in den Jahren
könnte sagen: «Wenn ich überzeugt bin, dass nur eine 1980 bis 1983 eine ganze Anzahl von Patenten für Militär-
gewaltfreie, friedliche Gesellschaft wahrhaft human ist und technologie (unter anderem Zeitzünder, Dumdum-
dass ein solcher Zustand erreicht werden kann, wenn nur geschosse, ballistische Zusätze für Projektile) in Südafrika
alle wollten, dann ist es an mir, an meinem Ort die Konse- angemeldet hat? Wieweit ist die Schweizer Firma des
quenzen zu ziehen und einen Anfang zu machen.» Dereine gesamten Konzerns an diesen Patentanmeldungen betei-
Entscheid könnte als «religiös», der andere als «politisch» ligt? Ist der Bundesrat auch der Ansicht, dass derartige
qualifiziert werden. Dennoch haben beide Menschen in glei- Patentanmeldungen den Technologie-Exporten gleichzu-
cher Weise nach dem Prinzip des kategorischen Imperativs setzen sind?
gehandelt. Obschon der eine den Namen Gottes erwähnt, 2. Ist der Bundesrat auch der Ansicht, dass durch diese
der andere nicht, ist ihr Entscheid in seiner sittlichen Sub- Tatsachen sowohl die UNO-Résolution Nr. 418 vom
stanz derselbe oder mindestens analog zu nennen. 4. November 1977 als auch das Bundesgesetz über das
Zu Frage 5: Der Unterscheidung zwischen Art und Stärke Kriegsmaterial verletzt wurden?
der Gewissensmotivation ist in der ganzen Dienstverweige- 3. Welche Massnahmen wird der Bundesrat ergreifen, um
rerdebatte bisher wohl noch zu wenig Aufmerksamkeit die weltweiten Exporte von Militärtechnologie durch
geschenkt worden, obschon sie eigentlich durch die alte Schweizer Firmen nach Südafrika zu verhindern?
Lehre vom «irrenden Gewissen» längst vorbereitet war. Aus
diesem Grund hat man wohl auch die Idee des «Tatbewei- Texte de l'interpellation du 5 mars 1984
ses» nicht differenziert genug gewürdigt. Es liesse sich aber Si l'on ajoute foi à des déclarations publiées par tell (n"4/5
wohl ein Konzept vorstellen, welches die Entscheidung zum 1984), la SA Oerlikon-Bührle a violé en 1980 à 1983, tant les
Tatbeweis dialogisch denkt, d.h. sie im Kontext eines injonctions d'embargo de l'ONU que la loi fédérale sur le
Gespräches mit Vertretern der Gemeinschaft situiert. matériel de guerre, en exportant de la technologie militaire
Zu Frage 6: Die Motivation des Gewissens im Sinne von vers l'Afrique du Sud. A ce sujet, j'invite le Conseil fédéral à
Friede, Gewaltlosigkeit und Ehrfurcht vor dem Leben sollte répondre aux questions suivantes:
nicht durch andersartige Motivationen wie blosse Abnei- 1. Sait-il que, selon le journal sud-africain des brevets, la SA
gung gegen Disziplin und Subordination unterwandert wer- Oerlikon-Bührle a, de 1980 à 1983, annoncé eu Afrique du
den können. Dem ist bei der Konkretisierung des Zivildien- Sud quantité de brevets se rapportant à la technologie
stes Rechnung zu tragen. militaire (notamment aux fusées à temps, aux projectiles
Antwort des Bundesrates dum-dum, aux compléments balistiques pour projectiles)?
Jusqu'à quel point l'entreprise suisse englobée dans l'en-
siehe Seite 990 hiervor semble du consortium international est-elle intéressée à ces
(Interpellation 84.313 Humbel) demandes de brevets? Le gouvernement estime-t-il aussi
que de tels dépôts de brevets équivalent à des exportations
Réponse du Conseil fédéral
de technologie?
voir page 990 ci-devant
2. Est-il de l'avis qu'en raison de ces actes, tant la résolution
(Interpellation 84.313 Humbel) n°418 de l'ONU, du 4 novembre 1977, que la loi fédérale sur
Abstimmung - Vote le matériel de guerre ont été violées?
Für den Antrag auf Diskussion 58 Stimmen 3. Quelles mesures le Conseil fédéral compte-t-il prendre
Dagegen 38 Stimmen aux fins d'empêcher que des entreprises suisses ne se
livrent à de nouvelles exportations de technologie militaire à
destination de l'Afrique du Sud?
Mitunterzeichner- Cosignataires: Carobbio, Gurtner, Mas-
carin (3)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Die UNO hat in ihrer Resolution Nr.418 vom 4. November
1977 ausdrücklich die Vergabe von Produktionslizenzen in
die Waffenembargo-Bestimmungen aufgenommen. Auch
die Schweiz verbot unabhängig und noch vor der UNO alle
Waffenausfuhren nach Südafrika. Zudem wird im Kriegsma-
terialgesetz jegliche Ausfuhr untersagt, die «zwischenstaat-
lichen Vereinbarungen widerspricht» (Art. 10).
Die Zeitschrift «teil» (Nr. 4/5 1984) liefert nun Beweise dafür,
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Ott Militärdienstverweigerer aus Gewissensgründen
Interpellation Ott Objecteurs de conscience
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1984
Année
Anno
Band III
Volume
Volume
Session Sommersession
Session Session d'été
Sessione Sessione estiva
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 15
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 84.320
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 22.06.1984 - 08:00
Date
Data
Seite 1005-1006
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Pagina
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