Dairy Farmer Income Disparities and Decree Modifications
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThis case involves a motion to address income disparities in agriculture, specifically concerning dairy farmers. The motion proposed modifying the 1977 dairy farming decree to increase the free milk quantity, significantly raise the retention fee, and implement a tiered system based on delivered milk volume. The core of the debate centered on how to fairly distribute losses and support family farms, particularly those in mountain regions, without creating new inequalities. The court discussed the impact of these proposals on various farm types, including full-time dairy farms, mixed-production farms, and part-time operations, and considered whether the proposed changes would truly alleviate the income gap or inadvertently benefit certain groups while penalizing others. Ultimately, the motion was converted into a postulate, allowing for further examination of these complex issues within the context of revising the dairy farming decree.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 65 Abatz, Art. 5 Absatz, Art. 5a Bauern, Art. 65 Abs. 3 AVIG; Dairy Farmer Income Disparities and Decree Modifications: The motion proposed modifying the 1977 dairy farming decree to increase the free milk quantity, significantly raise the retention fee, and implement a tiered system based on delivered milk volume. The core of the debate centered on how to fairly distribute losses and support family farms, particularly those in mountain regions, without creating new inequalities. The court discussed the impact of these proposals on various farm types, including full-time dairy farms, mixed-production farms, and part-time operations, and considered whether the proposed changes would truly alleviate the income gap or inadvertently benefit certain groups while penalizing others. Ultimately, the motion was converted into a postulate, allowing for further examination of these complex issues within the context of revising the dairy farming decree.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited as the legal basis for bad weather compensation for certain agricultural workers.
Volltext
Motion Nef 502 N 13 mars 1985
gearbeitet werden, so ist der Arbeitsausfall nicht anre- M. Darbellay: Après les dernières déclarations de Monsieur
chenbar.» le président de la Confédération, que je remercie, je retire le
Diese ungleiche Behandlung sollte korrigiert werden! Für postulat.
Härtefälle sollte eine Lösung erarbeitet werden. Ich bin nicht
der Meinung, dass landwirtschaftliche Arbeiter wegen ein- Zurückgezogen - Retiré
zelnen Schlechtwettertagen Arbeitslosenversicherungsgel-
der beziehen sollten. Aber Härtefälle wie im Januar 1985, wo
während drei und mehr Wochen nicht gearbeitet werden
konnte, sollten entschädigt werden. Im anderen Fall sollten
diese Leute von der Beitragspflicht befreit werden. Wir zah- #ST# 84.319
len ja die Prämien für die Arbeitslosenversicherung genau
gleich wie diejenigen, die auf dem Bau arbeiten. Motion Nef
Einkommensdisparität in der Landwirtschaft
Disparités des revenus agricoles
Bundespräsident Purgier: Diese Debatte über das Wetter
führt uns zwingend zum angesprochenen Artikel 65 Abatz 3,
der lautet:
«Ausserdem können die Arbeitnehmer von Rebbaubetrie-
ben sowie anderer Pflanzen-, Obst- und Gemüsebau- Wortlaut der Mot/on vom 5. März 1984
betriebe, die auf Monokultur ausgerichtet sind, entschädigt
werden, wenn die normalerweise anfallenden Arbeiten Im Sinne des verfassungsmässigen Auftrages und der heuti-
wegen aussergewöhnlicher Trockenheit oder Nässe nicht gen sozialen und staatspolitischen Erfordernisse ersuchen
verrichtet werden können.» wir den Bundesrat, die Existenzbedingungen der Bauernfa-
Ich bin überzeugt, dass die von Herrn Rutishauser soeben milien so zu verbessern, dass die Einkommensdisparitäten
geschilderte Begründung zumindest die Bezeichnung innerhalb der Landwirtschaft gemildert werden. Zu diesem
«merkwürdig» verdient. Weil ich aber während meiner lan- Zwecke beauftragen wir den Bundesrat, die nötigen Vorkeh-
gen Zeit als glücklicher Anwalt die Dossiers zuerst studieren ren zu treffen, insbesondere den Milchwirtschaftsbeschluss
wollte, bevor ich ein verbindliches Urteil abgab, müsste ich 1977 so zu ändern, dass
auch in Ihrem Fall mich bereit erklären, das anzuschauen. 1. die Freimenge auf mindestens 30000 Kilo festgesetzt,
Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass die doch etwas 2. der Rückbehalt stark erhöht, und
neckische Interpretation «Trockenheit nicht gleich Kälte» 3. nach eingelieferter Milchmenge gestaffelt werden kann,
einer näheren Überprüfung nich standhalten würde. Ich
kann das aber ohne Kenntnis des Dossiers und des Falles damit die Produzenten unter Berücksichtigung sinkender
Produktionskosten bzw. progressiv steigender Verwer-
nicht verbindlich sagen.
tungskosten je eingelieferter Milchmenge in tragbarer Weise
Herr Revaclier, Ziel dieses Artikels 65 Absatz 3 ist, für ausser-
gewöhnliche Trockenheit und aussergewöhnliche Nässe an den Verlusten beteiligt werden können.
eine Hilfsmassnahme in Form einer Berechtigung auf Texte de la motion du 5 mars 1984
Schlechtwetterentschädigung zu gewähren. Es wäre miss-
Vu le mandat constitutionnel et les nécessités sociales et
bräuchlich, wenn man alles bei der Beurteilung des Falles politiques actuelles, le Conseil fédéral est prié de prendre
einbrächte, um zu sagen: Das hat auch mit aussergewöhnli- les dispositions qui s'imposent et en particulier de modifier
cher Trockenheit und aussergewöhnlicher Nässe zu tun.
l'arrêté sur l'économie laitière (AEL 1977 RS 916.350.1) afin
«Aussergewöhnlich» ist das, was Sie als Landwirte gewöhn- d'améliorer les conditions d'existence des familles pay-
lich nicht zu ertragen haben, nämlich die normalen Schwan- sannes et de réduire les disparités de revenus dans le
kungen. Die aussergewöhnliche Schlechtwetterentschädi- secteur agricole. La modification de l'arrêté susdit devra:
gung für Parlamentarier könnte auch einmal angesichts der
klimatischen Verhältnisse in diesem Saal bedacht werden. 1. porter la quantité franche à 30000 kilos au moins,
Sicher ist somit, dass es Fälle gibt - da antworte ich ganz 2. augmenter fortement la taxe conditionnelle (retenue),
verbindlich -, wo eine Bezugsberechtigung besteht. Nun 3. par ailleurs être échelonnée selon la quantité de lait
wende ich mich an den Antragsteller. Wenn Sie von diesem livrée,
«aussergewöhnlich» weggehen wollen zu einer Entschädi- de manière que les producteurs participent dans une
gung schlechthin, dann - Herr Darbellay - öffnen Sie dem mesure supportable aux pertes, compte tenu de la diminu-
Missbrauch Tür und Tor. Das wollen Sie sicher nicht. Ich war tion des frais de production et de l'accroissement des coûts
zwar fast gerührt, als ich Ihr Votum hörte. Dessen ungeach- de mise en valeur en fonction de la quantité de lait livrée.
tet konnten Sie keine klaren Kriterien einbringen dafür, was
denn nun inskünftig unter «Schlechtwetter» zu verstehen Mitunterzeichner- Cosignataires: Ammann-St. Gallen, Büh-
wäre. Aber «aussergewöhnliche Trockenheit» oder «ausser- ler-Tschappina, Bundi, Darbellay, Flubacher, Nussbaumer,
gewöhnliche Nässe» kann man umschreiben. Pini, [Schmid], Spoerry, Steinegger, Tschuppert, Wanner
Ich möchte nicht länger werden. Wir haben ein fundamenta- (12)
les Interesse daran, dass das Arbeitslosenversicherungs-
recht sauber praktiziert werden kann. Ich konnte zur Grenz- Nef: Die Einkommensdisparität in der Landwirtschaft ist ein
frage, wo die Schlechtwetterentschädigung im Bau gerecht- Problem, das nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch
fertigt sei und wo nicht mehr, vor wenigen Tagen Stellung andere Kreise unseres Landes zunehmend beschäftigt. Das
beziehen. Bitte helfen Sie mit, dass man hier nicht in einer kommt insbesondere dann immer wieder zum Ausdruck,
Weise ausweitet, die einer sorgfältigen Anwendung des wenn Preiserhöhungen im Räume stehen. Um das Problem
Gesetzes Hohn spräche. Ich meinerseits verpflichte mich in zu verstehen, möchte ich ganz kurz beleuchten, wie die
aller Form, die Fälle, die Sie mir über jetzt bestehende Preisbildung in der Landwirtschaft zustande kommt. Wir
Ausnahmesituationen nennen können, sorgfältig zu prüfen haben die Einrichtung, dass im gut produzierenden Flach-
- mit dem BIGA und seiner Abteilung Arbeitslosenversiche- land das Einkommen in der Landwirtschaft eigentlich über
rung , denn ich bin nicht der Meinung, dass dieser Artikel 65 den Ertrag der Produkte realisiert werden soll. Wir haben
Absatz 3 keinen Wert hätte, ganz im Gegenteil. Er grenzt die Mühe, dieses Ziel zu erreichen. In den produktionsschwä-
Bezugsberechtigung ein, und das empfinde ich als gerecht. cheren Gebieten, insbesondere in den Berggebieten, weiss
man, dass auf diese Art Einkommensgestaltung niemals
eine Landwirtschaft Bestand haben könnte. Wir haben des-
Präsident: Der Bundesrat beantragt Ihnen, das Postulat halb hier die Ordnung der Direktzahlungen eingeführt. Ich
abzulehnen. darf mit grosser Genugtuung feststellen, dass in den letzten
13. März 1985 N 503 Motion Nef
Jahren dieses Parlament und der Bundesrat in bezug auf die eine Massnahme der innerlandwirtschaftlichen Solidarität,
Direktzahlungen über die Flächenbeiträge zur Erhaltung der dass wir nicht von dem die Ablieferung für den Rückbehalt
Berglandwirtschaft, aber auch über die Viehhalterbeiträge, verlangen, der an sich diese minimale Menge zum Leben
ganz Enormes beschlossen und geleistet haben. Ich möchte braucht.
dies im Namen der Bergbauern einmal an dieser Stelle ganz Ich meine auch, dass es nichts Revolutionäres ist, was wir
herzlich verdanken. hier fordern; es ist keine Umkrempelung der agrarpoliti-
Die Zahlen über die Einkommen täuschen uns aber darüber schen Massnahmen, sondern, wie Herr Bundespräsident
nicht hinweg, dass trotz dieser Massnahmen eine ganz Furgler letzthin in einem Vortrag sagte, eine logische Wei-
grosse Einkommensdisparität entstanden ist und bei jeder terentwicklung bisheriger Massnahmen im Sinne - ich
Preisrunde immer grösser wird. Ich möchte Sie nicht lange möchte das betonen - des neuen agrarpolitischen Kurses,
mit Zahlen bedienen, möchte Ihnen aber doch sagen, dass der nichts anderes beinhaltet, als möglichst viele Familien-
bei einem Lohnanspruch - und das sind die neuesten betriebe, auch kleinere Familienbetriebe, zu erhalten. Ich
Ergebnisse, die wir auf dem Tisch haben-von 155 Franken glaube, wir können nicht etwas als neuen Kurs propagieren
brutto pro Arbeitstag die Bergbauern einen Rückstand von und dann bei jeder Gelegenheit nicht entsprechend han-
55 bis 58 Franken aufweisen. Ich weiss, dass man diesen deln.
Rückstand niemals aufholen kann, aber es muss doch unser Ich möchte Sie bitten, diese Motion zu überweisen, und den
Bestreben sein, diesen Rückstand immer wieder mit allen Bundesrat ersuche ich, auch in dieser Richtung tätig zu
möglichen Massnahmen zu mildern. Eine Gelegenheit dazu werden.
ist selbstverständlich die Milch, denn die Milch ist für die
Bergbauern, seit die Milchkontingentierung eingeführt
wurde, ein immer wichtigerer Ejnkommensbestandteil. Bundespräsident Furgler: Herr Nef stellt eine wichtige Frage
Die Aufzucht, die früher die Domäne des Berggebiets und im Zusammenhang mit unserer Milchpolitik zur Diskussion.
des Bergbauern war, ist gerade wegen der Milchkontingen- Sie wiesen, dass wir die generelle Preisdifferenzierung bis
tierung jetzt völlig im Eimer. Heute müssen wir Kühe in jetzt immer abgelehnt haben, dass wir an deren Stelle eine
bester Leistungsbereitschaft an die Schlachtbank führen, viel nuancenreichere, nach unserem Empfinden auch
weil wir sie sonst nicht mehr verkaufen können. Das ist der gerechtere Lösung gefunden haben, indem wir den Einzel-
Einbruch im Einkommen, der heute die Disparität innerhalb fällen u.a. mit Freimengen und anderen Massnahmen Rech-
der Landwirtschaft, gemessen am Bergbauern gegenüber nung zu tragen versuchten und vor allem die kleineren und
dem Flachlandbauern, ganz enorm erhöht hat. mittleren Betriebe stärken wollten. Es ist hier nicht der Platz
Warum nun der Vorstoss zu r jetzigen Zeit? Wir wissen, dass und auch nicht die Zeit, um die Vielzahl von Massnahmen
der Milchwirtschaftsbeschluss 1977 Ende nächsten Jahres zur Verminderung der Einkommensdisparitäten in der Land-
ausläuft. Die Vorbereitung für den Milchwirtschaftsbe- wirtschaft aufzuzählen. Ich bin Herrn Nef dankbar, dass er
schluss 1987 ist bereits im Gange. Wenn also auf diesem sehr deutlich anerkannt hat, wie das Parlament, zusammen
Gebiet wieder etwas geschehen soll, um die Disparität zu mit dem Bundesrat, durch die Flächenbeiträge, die Sömme-
verkleinern, dann muss es jetzt geschehen. Es ist aber nicht rungsbeiträge und andere Massnahmen in den letzten zwei
etwas Neues, was dieser Vorstoss bezweckt. Wir haben Jahren wesentlich dazu beigetragen hat, die bestehende
schon bisher eine Staffelung der Verlustbeiträge bei der und nicht zu bestreitende Einkommensdisparität zum Tal-
Milch gehabt. Wenn ich in meinem Vorstoss beantrage, die gebiet erträglicher zu machen. Das soll auch in Zukunft
bisherige Freimenge, also die verlustlose Ablieferung eines geschehen. Inwieweit es uns gelingt, das aufzufangen - Tal
Teils der Milch im Berggebiet und in Gebieten mit schlech- und Berg werden sich auch künftig nicht nur durch eine
ter Produktionsmöglichkeit, von 20 000 auf 30 000 Liter zu unterschiedliche Höhenlage, sondern auch durch ein unter-
erhöhen, dann deshalb, weil sich die anderen Erwerbsmög- schiedliches Einkommen auszeichnen -, kann ich nicht
lichkeiten in diesen Randgebieten wieder stark verschlech- voraussagen; aber es soll so geschehen, dass für den Berg-
tert haben^ bauern nicht nur der Eindruck, sondern die Tatsache sicher-
Was wir hier fordern, hat nichts mit der ominösen PreïsdTffe" gestellt wird, durch den Einsatz seiner eigenen Kraft, zusam-
renzierung zu tun. Die Diskussion um die Preisdifferenzie- men mit der Familie, sei es ihm möglich, so zu leben, wie
rung hat gezeigt, dass dieses Thema zu einer Zerreissprobe man in der Schweiz leben kann, wenn man sich selbst für
innerhalb der Landwirtschaft führt. Ich nehme deshalb eine Aufgabe voll und ganz zur Verfügung'stellt. Sie haben
davon Abstand. Hier geht es aber um die Massnahme der also beim Bundesrat ein offenes Ohr gefunden für alles, was
Verlustbeteiligung an der Milch. Die 30 000 Liter Freimenge, Bergbauernpolitik heisst.
die ich in der Motion verlange, sind ungefähr das Minimum, Die ganz konkrete Forderung nun, die Herr Nef hier ein-
das ein Bauer abliefern muss, damit er überhaupt leben bringt, möchte ich an und für sich nicht so eng gebunden'
kann und damit er überhaupt mit einer Familie durchkommt. zur Prüfung entgegennehmen. Ich gestehe Ihnen, dass ich
Wenn ich in Absatz 2 schreibe, der Rückbehalt sei zu erhö- gestern noch zum letzten Mal eine sehr einlässliche Bespre-
hen und nach eingelieferter Milchmenge zu staffeln, dann chung mit meinen engsten Mitarbeitern aus dem Bundes-
möchte ich damit nicht den Flachlandbauern, meinen lieben amt für Landwirtschaft hatte, nicht bezogen auf diese
Freunden, etwas auswischen, sondern ich muss einfach die Motion, sondern bezogen auf den Milchwirtschaftsbe-
Realität sehen, dass der Bundesrat wahrscheinlich nicht schluss, den wir 1987 in neuer Form zu präsentieren haben.
gewillt ist, die bis heute 49 Millionen Franken betragende Bei diesem neuen Milchwirtschaftsbeschluss stellen die drei
Summe, welche die Milchproduzenten an die Verwertungs- Fragen, die Herr Nef uns hier als Forderungen einbringt,
verluste beizutragen haben, zu vermindern oder zu strei- ohne Zweifel ein echtes Diskussionthema dar. Wie hoch soll
chen. Wenn wir unten die Freimenge etwas erhöhen wollen, die Freimenge angesetzt werden? Ohne Prophet zu sein und
müssen wir natürlich die übrigen Einlieferungen etwas staf- ohne mich festzulegen, erkläre ich hier, dass ich persönlich
feln. Ich habe dies freigelassen, weil heute bereits verschie- auch daran denke, eine Erhöhung der Freimenge vorzuneh-
dene Modelle diskutiert werden; Modelle, die eine Staffe- men. Ich möchte mich aber jetzt nicht mit einem bestimmten
lung beinhalten bei einer Menge von 70 000 bis 80 000 Liter. Quantum festnageln lassen. Es kann eventuell mehr sein als
Bei dieser Menge sollte wahrscheinlich die bisherige Rück- die hier von Ihnen erwähnten Mindestmengen; es kann mit
behaltshöhe beibehalten werden, und bei grossen Einliefe- Bezug auf den Rückbehalt etwas geschehen, aber auch mit
rungen müsste natürlich ein grösserer Rückbehalt einge- Bezug auf die Milchmengenstaffelung und deren Preisfin-
führt werden. Dies ist nach zwei Seiten gerechtfertigt: Es ist dung. Ich möchte das alles zu Ende denken, wie es sich
nach den Buchhaltungen ausgewiesen, dass grosse Milch- gehört, und Ihnen jetzt beliebt machen, die Motion in Form
lieferanten mit 100 000 und mehr Litern die Milch beträcht- des Postulates zu überweisen. Sie werden den neuen Milch-
lich billiger produzieren als Produzenten in Gebieten mit wirtschaftsbeschluss 1987 rechtzeitig vorgelegt erhalten,
schlechten Produktionsmöglichkeiten, die nur ein Minimum weil wir ihn ja mit Ihnen ausdiskutieren wollen. Ich kenne die
von 20 000 bis 40 000 Liter produzieren. Ich glaube, es ist zentrale Bedeutung der Milch; wir tragen dem Rechnung.
Motion Nef 504 13 mars 1985
Nef: Ich möchte Herrn Bundespräsident Purgier herzlich welche ein Einkommensmanko aufweisen, im Talgebiet
danken für das Verständnis, das er übrigens immer wieder nichts profitieren können.
den Bergbauern gegenüber zum Ausdruck brachte. Ich Im Berggebiet beträgt die Erhöhung der Freimenge nur
möchte auch den Umstand würdigen, dass im Schosse des 10 000 Kilo, denn sie beträgt heute schon 20 000 Kilo. Die
Bauernverbandes dieses Problem nun ebenfalls eingehend Verbesserung beträgt dementsprechend 200 Franken pro
diskutiert wird; ich selbst bin dort Mitglied einer beratenden Betrieb und Jahr oder 45 Rappen Tagesverdienstverbesse-
Kommission. Ich habe auch Vertrauen, Herr Bundespräsi- rung bei einem Manko im Jahre 1983 von 57 Franken pro
dent, dass diese Fragen wirklich so behandelt werden, wie Tag. Das ist die Freimengenerhöhung, wie sie sich praktisch
Sie uns das versprochen haben.. auswirken würde.
Ich bin einverstanden, dass die Motion in ein Postulat umge- Wenn man diesen Betrieben über den Milchpreis helfen
wandelt wird. wollte - beispielsweise im Ausmass von 10 Franken -, dann
müsste der Grundpreis auf 30 000 Kilo Milchmenge um nicht
weniger als 14 bis 15 Rappen erhöht werden. Damit ergäbe
Reichling: Ich spreche hier als Präsident des Zentralverban- sich eine Taglohnverbesserung von etwa 10 Franken von
des schweizerischer Milchproduzenten; dieser Hinweis, um den fehlenden 55 bis 60 Franken, also auch noch eine
Ihrem neuen Geschäftsreglement gerecht zu werden. bescheidene Angelegenheit.
Ich glaube, wenn wir solche Vorstösse hier zu behandeln Ich komme mit meinen Überlegungen zum Schluss, dass die
haben, müssen wir gleichwohl vom Text des Vorstosses geforderten Massnahmen im Talgebiet wegen der Bevorzu-
ausgehen. Wir können deshalb nicht zulassen, dass nur gung der Ackerbau- und Spezialbetriebe und Benachteili-
gesagt wird: Wir prüfen im Rahmen des Milchwirtschaftsbe- gung der Graswirtschaftsbetriebe die Einkommensdisparität
schlusses alle Möglichkeiten. Herr Nef hat hier sehr kon- vergrössern und nicht abbauen werden. Im Berggebiet sind
krete Anträge gestellt. Nun, im Gegensatz zu seiner Begrün- die Viehzucht- und Kälbermastbetriebe, welche überhaupt
dung hat er keine Anträge etwa zugunsten der Bergbauern keine Milch abliefern diejenige Betriebsgruppe, die das
gestellt, sondern er hat Anträge gestellt, welche die gesamte kleinste Einkommen hat. Sie sind am Schwanz der Einkom-
Milchwirtschaft des Tal- und Berggebietes betreffen, näm- mensskala. Die geforderten Massnahmen bringen diesen
lich generelle Erhöhung der Freimenge auf mindestens Betrieben überhaupt nichts, sondern vergrössern auch im
30 000 Kilo. Das betrifft im Talgebiet eine Erhöhung von Berggebiet die Differenzen, indem die Milchbetriebe dann
8000 auf 30000 Kilo und im Berggebiet von 20000 auf eben um etwa 45 Rappen begünstigt würden und die am
30 000 Kilo. Er will dann den Rückbehalt massiv erhöhen Schlechtesten gestellten nichts erhielten.
und staffeln. Rückbehaltserhöhung heisst: Milchpreis- Auch ich bitte Herrn Bundespräsident Furgler, im Zusam-
abbau. menhang mit dem neuen Milchwirtschaftsbeschluss, alle
Ich muss Ihnen beantragen, ausgehend von diesem Text, Möglichkeiten zu prüfen, um die tatsächlich vorhandenen
sowohl Motion als auch Postulat abzulehnen. Warum? Die ungerechten Einkommensunterschiede zwischen Tal- und
Höhe der Verkehrsmilchmenge ist in keiner Art und Weise Berggebiet zu prüfen und zusammen mit den landwirt-
ein Kriterium, um die Einkommenssituation eines Betriebes schaftlichen Organisationen zu diskutieren, damit wir wirk-
beurteilen zu können. Wer hat tendenziell eine kleine Ver- same, aber auch finanzierbare Lösungen finden können.
kehrsmilchablieferung und käme damit in den Genuss die- Gegen das Postulat im Sinne, wie es Herr Bundespräsident
ser erhöhten Freimenge? Es ist erstens die Grosszahl der Furgler entgegennehmen wollte - nämlich einfach über-
Nebenerwerbsbetriebe, von denen wir nicht wissen, wie haupt alles zu prüfen - kann ich nicht sein. Aber gegen den
gross der Einkommensanteil aus übrigen Wirtschaftszwei- Text von Herrn Kollega Nef muss ich mich im Interesse der
gen ist. Es ist also auch der Betrieb des Hoteliers, der Milchproduzenten mit aller Vehemenz zur Wehr setzen. Der
Betrieb des Tierarztes, irgendeines Mannes, der einen ande- vorliegende Postulatstext muss abgelehnt werden.
ren Beruf ausübt und daneben eine kleine Zahl von Kühen
hält. Dieser Betrieb bekäme ganz sicher den höchsten
Milchpreis. Es sind aber zweitens die Spezialbetriebe mit Rüttimann: Eigentlich wäre ich prima vista geneigt gewe-
Obst- und mit Rebbau, welche nebenbei Milchwirtschaft sen, dem Postulat von Herrn Nef zuzustimmen, schon aus
betreiben. Es sind tendenziell sämtliche Ackerbau betriebe, rein kollegialen Gründen. Aber nach den sachlichen Darle-
welche eine grosse offene Ackerfläche haben. Diese gungen von Herrn Reichling ist doch zu sagen, dass das
Betriebe haben tendenziell eine kleine Verkehrsmilch- Postulat offene Türen einrennt, weil der Bundesrat sich in
einlieferung, und sie würden durch die Massnahme, die dem grünen Buch, das Sie erhalten haben und über das wir
Kollege Nef hier vorschlägt, bevorzugt, dies gegenüber den noch ausgiebig zu sprechen haben werden, selber dahin-
Vollerwerbsbetrieben im absoluten Graswirtschaftsgebiet, gehend ausdrückt, dass er diese Rückbehaltsstaffelung prü-
welche nur Milch produzieren können und nur Rindvieh fen werde. Er sagt ausdrücklich, dass er gegen eine Preisdif-
verkaufen können, sei es Zuchtvieh oder Schlachtvieh. ferenzierung sei, aber die Rückbehaltsstaffelung untersu-
Diese haben keine Ausweichmöglichkeiten und müssen mit chen werde.
ihrer Familie und allfälligen Angestellten ganz von diesen Auf Seite 299 dieses Buches steht zu den Schlussfolgerun-
Einkommenszweigen leben. Das sind die von Herrn Nef gen folgendes: «Zu wenig wird sodann in der Regel
anvisierten zu benachteiligenden Betriebe. bedacht, dass auch eine Preisdifferenzierung eine Hilfe
Ich glaube, es kann nun wahrlich nicht eine agrarpolitisch nach dem Giesskannenprinzip darstellt.» Der Vorschlag Nef
sinnvolle Massnahme sein, über eine Milchpreisregelung ist natürlich ein erster Schritt in Richtung Preisdifferenzie-
spezielle Betriebe wie Obst-, Reb- und Ackerbaubetriebe zu rung. Wie Herr Reichling richtig bemerkt hat, ist es in Tat
fördern und die eigentlichen Milchviehbetriebe, welche und Wahrheit eine Preisdifferenzierung, wenn der Rückbe-
einer Familie ein Einkommen bieten, zu bestrafen. halt massiv erhöht wird.
Nun, was macht das aus? Im Talgebiet bedeutet eine Erhö- Würde beispielsweise gemäss einem Vorschlag aus bäuerli-
hung um 22 000 Kilo pro Bauernbetrieb und Jahr eine Bes- chen Kreisen für die ersten 30 000 Kilo Milch eine Zulage
serstellung um 440 Franken. Der durchschnittliche Buchhal- von 5 oder 10 Rappen je Kilo ausgerichtet, dann würden
tungsbetrieb hat 435 bis 440 Familienarbeitstage. Diese davon Ackerbauern und Betriebe mit Spezialkulturen profi-
Erhöhung der Freimenge im Talbetrieb erhöht den bäuerli- tieren, die in beschränktem Umfang noch Milch produzie-
chen Tagesverdienst um genau einen Franken. Im Jahr 1983 ren, im übrigen aber durchaus befriedigende, ja gute Ein-
war das Manko der Rindviehhaltungsbetriebe im Talgebiet kommen erzielen. In den Genuss der Zulage kämen eben-
20 Franken pro Tag. Also von diesen 20 Franken Manko falls Nebenerwerbsbetriebe, auch wenn sie sich - wie das
erhielte dieser Betrieb einen Franken Verbesserung. Wenn häufig der Fall ist- dank ihrem Einkommen aus nichtland-
er aber mehr als diese 30 000 Kilo einliefert, wird das sehr wirtschaftlicher Tätigkeit besserstellen als Bauern, die ihren
rasch durch die geforderte massive Rückbehalterhöhung Verdienst fast ausschliesslich in der Landwirtschaft finden
wieder wettgemacht, so dass tatsächlich diese Betriebe, müssen.
13. März 1985 N 505 Motion Nef
Solch unerwünschte Begleiterscheinungen sind um so stö- will, ist ein Minimum, und ich bitte vor allem meine Frak-
render, je mehr die Zulage ins Gewicht fällt. Sie durch tionskollegen, Herrn Nef zu unterstützen.
Abgrenzungen aufgrund zusätzlicher Kriterien auszuschal-
ten, ist aber kaum praktikabel. Dann sagen Bundesrat und
Biel: Es ist nicht das erste Mal, dass wir über ein Thema in
Verwaltung weiter: «Diese grundsätzlichen Aspekte sowie
dieser Richtung diskutieren. Nun haben Sie die Bedenken
die erwähnten administrativen Schwierigkeiten führen uns
von Kollege Reichling gehört. Sie stimmen natürlich, aber
zum Schluss, dass von einer generellen Preisdifferenzierung
nur zum Teil - nämlich wenn man etwas stur und dumm
nach regionalen Gesichtspunkten oder nach der abgeliefer-
durchführt. Aber es heisst ja nicht, dass man die Mass-
ten Menge abzusehen ist. Immerhin soll die Möglichkeit
nahme so durchführt, dass wir genau die Betriebe prämie-
einer gewissen Preisstaffelung bei einzelnen Produkten
offen bleiben.» ren, die wir eben nicht prämieren wollen, sondern wir kön-
nen es auch sinnvoller machen; in diesem Zusammenhang
Wir werden nächstens diesen Landwirtschaftsbericht des
bin ich für die Überweisung als Postulat. Als Postulat ist der
Bundesrates zu beraten und dann die Vor- und Nachteile
Vorstoss in dieser Richtung ausdrücklich nicht verpflich-
darzulegen haben. Ich möchte einfach ein Signal setzen.
tend.
Wenn natürlich diese Preisdifferenzierung zugunsten der
Es ist aber gut, dass Kollege Reichling darauf aufmerksam
Betriebe geht, die ein rechtes Einkommen haben, aber nach
gemacht hat, dass man natürlich solche Dinge hineininter-
den Buchhaltungsergebnissen einige Franken unter dem
pretieren könnte. Es ist durchaus möglich, dass man nur
Paritätslohn stehen, dann ist es nicht opportun, dass man
Vollerwerbsbetriebe oder bestenfalls Zuerwerbsbetriebe
diese anknabbert und ihnen Einkommen wegnimmt, um es
hineinnimmt, aber nicht Nebenerwerbsbetriebe. Das kann
auf die kleinen und Bergbetriebe umzuverteilen.
Wenn wir die Berg-, Klein- und Mittelbetriebe erhalten wol- man. Dann sieht die Sache schon etwas anders aus.
Wir haben die Grenzen erreicht. Wir haben viel zuviel Milch.
len, so ist das eine Angelegenheit der ganzen Eidgenossen-
Da liegt nichts mehr drin. Im Gegenteil, wir geben in diesem
schaft und nicht der Talbauern, in diesem Sinne haben wir
Jahr 840 Millionen für die Milchrechnung aus. Hier liegt
in diesem Saal bisher immer - ich glaube ohne Ausnahmen
nichts mehr drin, auch nicht in einer Milchpreiserhöhung.
-alle Massnahmen zugunsten des Berggebietes unterstützt.
Also müssen wir doch differenzieren und über den Rückbe-
Sie haben nie etwas anderes festgestellt. Ich glaube, dass
halt eine Lösung suchen. Mir scheint, es sei nun an der Zeit
man dafür Verständnis haben wird vom Berggebiet aus, und
- nachdem auch der Bundesrat im Landwirtschaftsbericht
ich bin der Meinung, dass in Zukunft auch an die kleinen
das angetönt hat -, dass wir aufgrund dieser Diskussion
Betriebe im Talgebiet vermehrt gedacht werden muss. Sie
ganz konkret daran gehen und zumindest das Alternative
sind bei unseren Massnahmen tatsächlich meistens leer
ausgegangen. vorlegen, damit wir eine Gelegenheit haben, zu sagen, ob
wir das wollen oder nicht. Das scheint mir wichtig.
Ich glaube also, dass wir gut daran tun, wenn wir auch das
Postulat ablehnen, wie es Herr Reichling beantragt hat. Wir Noch ein Wort zur Einkommenslage. Trotz dem Einkom-
werden ohnehin auf diese Frage zu sprechen kommen und mensrückstand ist die Einkommenslage auch im Berggebiet
werden dannzumal die Weichen stellen, was in Zukunft bei nicht so trostlos, wie es jetzt getönt hat. Auch darüber gibt
der Preisgestaltung in der Landwirtschaft zu geschehen hat. der ausgezeichnete sechste Landwirtschaftsbericht er-
schöpfend Auskunft (Seite 59). Sie müssen nicht die sehr
fragwürdige Berechnung des Tagesverdienstes nehmen,
Bäumlin: Ich möchte Ihnen dringend empfehlen, das Postu- sondern das Gesamteinkommen ansehen. Dann ßieht es
lat Nef zu unterstützen. Ich bedaure, dass Herr Nef nicht an etwas anders aus. Das muss auch einmal gesagt werden,
der Motion festgehalten hat; ich hätte auch die Unterstüt- nachdem wir allein für die Berglandwirtschaft zusätzlich
zung der Motion empfohlen. Sie liegt ganz auf der Linie und ganz gezielt einige hundert Millionen ausgeben. Mir
dessen, was auch unsere Landwirtschaftskommission be- scheint, das dürfte einmal in aller Deutlichkeit anerkannt
fürwortet. werden.
Es geht vor allem darum, die kleinen und mittleren Betriebe Wenn ich hier sehe, dass das Gesamteinkommen 56 000
im Berg- und Talgebiet zu fördern. Herr Nef verlangt eine Franken betrug, selbstverständlich inklusive Nebeneinkom-
Freimenge von mindestens 30 000 Kilo. Das entspricht men, und wenn ich dann sehe, dass im gleichen Jahr ein
einem Betrieb von schätzungsweise 8 bis 10 Kühen, die mit Arbeiterhaushalt 38 000 Franken oder ein Angestelltenhaus-
Rauhfutter und etwas Kraftfutter gehalten und nicht zu halt 52 000 Franken Einkommen hatte, dann ist das gar nicht
extremen Leistungen gebraucht werden, also einem kleine- so katastrophal. Das sind wohlverstanden Durchschnitts-
ren Betrieb. Gerade solche Betriebe sind schützenswert. Ich zahlen von Buchführungsbetrieben. Aber auch die anderen
weiss, dass die offizielle Landwirtschaftspolitik einen ganz Zahlen von Arbeitern und Angestellten sind Durchschnitts-
anderen Kurs verfolgt, den ich jedoch für fatal halte. zahlen, auch dort finden Sie eine sehr grosse Streuung. Das
Herr Reichling hat davon gesprochen, dass die Forderung müssen wir auch mitwürdigen. Wir wissen, dass ein Rück-
von Herrn Nef einem Milchpreisabbau gleichkommt. Das stand besteht, aber man soll nicht so dramatisieren und tun,
lässt sich gewiss anders regeln. Herrn Nefs Idée ist bei einer als pfiffen die Bergbauern nun aus dem letzten Loch. Das
Erhöhung des Milchpreises durchaus realisierbar. Bisher wollte ich noch beifügen.
sind Milchpreiserhöhungen vor allem jenen zugute gekom- Bitte überweisen Sie diese Motion als Postulat, damit der
men, die besonders viel Milch liefern, und die kleineren Bundesrat im Sinne, wie er es angetönt hat, verpflichtet ist,
Betriebe, die Herr Nef fördern will, merkten von den Preiser- einmal einen Schritt weiter zu gehen. Er soll nicht immer nur
höhungen nicht allzu viel. Das sollte künftig anders werdenl prüfen, sondern uns etwas vorlegen, damit wir dann selbst
Herr Reichling hat sich darüber aufgehalten, dass der entscheiden können, wenn wir auch die Konsequenzen
Antrag Nef auch Betriebe im Talgebiet bevorzugen würde, davon sehen.
die eine gemischte Produktion hervorbringen, beispiels-
weise Milch und Obst, Milch und Kartoffeln, Milch und Bühler-Tschappina: Herr Reichling hat gesagt, dass die
Zuckerrüben usw. Gerade solche Betriebe1 mit einer Umverteilung den Kleinen nichts bringe. Er hat uns vorge-
gemischten Produktion sind aber aus ökologischer Sicht rechnet, wie wenig das bringt. Das stimmt! Eine Erhöhung
sehr wertvoll. In ihnen ist eine Kreislaufwirtschaft wenig- der Freimenge bringt nicht mehr. Aber genau so wenig, wie
stens in Ansätzen noch möglich; deshalb sollte man sie sie uns bringt, nimmt sie den Grossen weg. Deshalb wäre
unterstützen. die Umverteilung in diesem kleinen Rahmen zwar nichts
Ich bitte Sie, Herrn Nef zuzustimmen. In einem Punkt würde wert als Massnahme zur Einkommensverbesserung oder
ich allerdings noch weitergehen als er: Ich würde sogar Verschlechterung auf der einen oder auf der anderen Seite,
verlangen, dass die ersten 30 000 Kilo besser bezahlt wer- aber sie hätte wenigstens eine psychologische Wirkung, die
den als die folgenden. Das wurde in der Motion aber nicht doch den Kleinen etwas bringen könnte, so meine ich we-
gefordert und steht auch nicht zur Debatte. Was Herr Nef nigstens.
64-N
Motion Berger 506 13 mars 1985
Nicht das Problem, das hier in erster Linie angesprochen studieren wir bei der Schaffung des neuen Milchwirtschafts-
wurde, sondern das Votum von Herrn Biel hat mich veran- beschlusses; das scheint mir durchaus sinnvoll.
lasst, mich zum Wort zu melden. Herr Biel vergleicht etwas, Herr Rüttimann hat zu Recht auf Seite 299 unseres sechsten
das nicht vergleichbar ist, nämlich zwei ganz unterschiedli- Landwirtschaftsberichtes verwiesen, wo wir den Rückbehalt
che Dinge. Herr Biel, Sie vergleichen das Gesamteinkom- und dessen Staffelung als eine der möglichen Massnahmen
men einer ganzen Familie mit mindestens zwei Arbeitskräf- dargestellt haben. Ich bitte alle, die es jetzt betrifft: Wenn Sie
ten - wenn Frau und Kinder mitarbeiten, sind es vielleicht die Einkommenssituationen zitieren, die wir im Bericht sorg-
sogar noch mehr- mit dem Einkommen des Arbeiters, dem fältig beschrieben haben, und neue Begehren daraus ablei-
Einkommen eines einzelnen. Wenn die Frau dieses Arbeiters ten, daran zu denken, dass doch echte Fortschritte erzielt
beispielsweise in einem Gastwirtschaftsbetrieb im Service werden konnten. Wir haben in den letzten Jahren bereits viel
aushilft, dann kommen sie vielleicht auf ein viel höheres erreicht.
Einkommen. Das haben wir aber nicht zur Kenntnis zu Der Unterschied zwischen Berg- und Taleinkommen
nehmen, weil beim Arbeiter allein der Lohn des einzelnen besteht, aber auch die Bergbauern haben mir- ich bedanke
zählt und nicht der Lohn der ganzen Familie. Deshalb ist mich da bei ihnen und weiss, dass die Anwesenden es auch
dieser Vergleich ganz falsch. Ich möchte Sie bitten, Dinge, tun - sagen müssen, dass sie ihre Positionen wesentlich
die man nicht vergleichen kann, auch nicht zu vergleichen. verbessert hätten. Mit anderen Worten: In dieser offenen
Ich möchte Sie bitten, dem Postulat zuzustimmen. Form, wie ich das Postulat interpretiere, spricht sicher
nichts dagegen, dass man es überweist.
Bundespräsident Purgier: Es ist ja selten, dass die Landwirt- Präsident: Der Motionär ist mit der Umwandlung seiner
schaft unter sich nicht einig ist, wenn es darum geht, den Motion in ein Postulat einverstanden. Herr Reichling
Bundesrat zum Nachdenken zu ermutigen. Wir wollten hier bekämpft das Postulat.
ganz deutlich zum Ausdruck bringen, dass angesichts der
Abstimmung - Vote
bestehenden Milchproduktionssituation - Herr Biel hat zu
Recht darauf hingewiesen -, angesichts auch des bevorste- Für die Überweisung als Postulat 86 Stimmen
henden neuen Milchwirtschaftsbeschlusses 87 eine sorgfäl- Dagegen 14 Stimmen
tige Lagebeurteilung unerlässlich ist. Ich habe in meinem
ersten Votum gesagt, dass ich die 31 Millionen Doppelzent-
ner nicht vergrössern kann, weil ganz einfach keine Nach-
frage besteht, dass jedes Mehr zu Zusatzkosten, teuerem
Käse-Export und anderem mehr führt. Das wollen Sie alle
auch nicht. Ich weiss, dass die Landwirtschaft und deren
Verbände die Lage geschlossen gleich beurteilen. Wir wis- #ST# 84.365
sen auch, dass wir die Kontingentierung nicht ersetzen
können. Ich habe in aller Offenheit das Plus der Kontingen- Motion Berger
tierung, wie es jeder empfindet, geschildert, aber auch dar- Milchproduzenten. Austausch von Kontingenten
auf hingewiesen, dass es zu einer gewissen Strukturverän- Producteurs de lait. Echange de contingents
derung zwischen Berg und Tal geführt hat, vor allem bei der
Aufzucht und im Fleischsektor. Angestammte Aufgaben des
Berggebietes kommen jetzt etwas zu kurz, weil im Tal im
Zusammenhang mit der Mast und Aufzucht verständlicher-
weise etwas geschehen ist. Ob das reversibel ist? Ich mache Wortlaut der Motion vom 14. März 1984
ein Fragezeichen, bin eher zurückhaltend.
Der Bundesrat wird eingeladen, auf der Grundlage von
Nun haben Sie alle selbst erlebt, dass Gruppierungen von
Artikel 5 Absatz 3 und unter Berücksichtigung von Artikel 5a
Bauern - kleinere, mittlere - sogar Partner ausserhalb der
des Milchwirtschaftsbeschlusses 1977 so rasch wie möglich
Landwirtschaft suchen, um ihre Begehren einzubringen. Ich
möchte mich zu solch gelegentlich merkwürdigen Hochzei- eine Regelung zu treffen, die es den Milchverbänden er-
laubt, ein Verfahren für den Austausch von Kontingenten
ten hier nicht äussern. Es tanzt sich sicher nicht auf jeder
unter ihren Produzenten einzuführen.
Hochzeit gut; die Musik spielt auch eine Rolle. Selbst im
Jahre der Musik wird es hier schwierig sein, zu tanzen. Texte de la motion du 14 mars 1984
Wenn man die Milchprobleme analysiert, weiss man, dass Sur la base de l'article 5, 3° alinéa, et compte tenu des
die von Herrn Nef aufgeworfenen Fragen echte Fragen sind. dispositions de l'article 5a de l'arrêté sur l'économie laitière
Wie hoch soll die Freimenge sein? Ich weiss, dass die 1977, le Conseil fédéral est invité à édicter dans le plus bref
Milchverbände selbst mit diesem Problem ringen. Wo ist der délai la réglementation permettant aux fédérations laitières
gerechte Grenzwert? Sind es die 8000, die wir jetzt haben, d'instituer une procédure d'échange de contingents entre
ist es mehr?
leurs producteurs respectifs.
Ich habe bewusst gesagt: Motion nie, Postulat ja, weil man
dann auch auf der Seite des Bundesrates frei ist. Ich kann Mitunterzeichner - Cosignataires: Blocher, Bonnard, Can-
mir eine Differenzierung zwischen Berg und Tal im Bereich daux, Coutau, Dubois, Etique, Fischer-Hägglingen, Geiss-
der Freimenge absolut denken. bühler, Graf, Hari, Houmard, Martin, Massy, Müller-Schar-
Rückbehalt: Auch das ist ein echtes Problem. Ich lasse mich nachtal, Nef, Oehen, Perey, Reichling, Revaclier, Rutishau-
aber nicht festlegen. Aber dass das Problem gleichsam in ser, Savary-Vaud, Schnyder-Berne, Thévoz, Uhlmann (24)
der Luft ist, kann nicht bestritten werden. Die von Herrn
Reichling befürchteten und von anderen wiederaufgenom- Schriftliche Begründung - Développement par écrit
menen Effekte einer falschen Politik des «arroser le terrain» Le contingentement de la production laitière est en vigueur
kann man ohne weiteres beseitigen, indem man sorgfältig depuis le 1er mai 1977. Le contingent dont dispose actuelle-
prüft, wer berechtigt sein soll und wer nicht, damit nicht die ment chaque producteur a été déterminé en tenant compte,
Falschen mehr erhalten, ohne dass man die bürokratischen en premier lieu, de la quantité de lait livrée au cours des
und administrativen Probleme unterschätzt. Ich weiss, dass années 1974/1975 et 1975/1976. Malgré certaines adapta-
Herr Reichling - und da hat er recht - immer wieder darauf tions individuelles ou générales intervenues dans l'inter-
hinweist, dass wir eine effiziente Bauernpolitik nur durch- valle, la production d'aujourd'hui est donc, en grande partie,
halten können, wenn sie nicht zu viele Vorschriften nach limitée par des données qui sont vieilles d'une dizaine
sich zieht. d'années.
Auch der dritte Punkt, dass man nach der eingelieferten En empêchant les exploitations d'évoluer comme il convien-
Menge staffeln soll, liegt in der Luft. Wie man das löst, drait au gré de la succession des générations et des circons-
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion Nef Einkommensdisparität in der Landwirtschaft
Motion Nef Disparités des revenus agricoles
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1985
Année
Anno
Band II
Volume
Volume
Session Frühjahrssession
Session Session de printemps
Sessione Sessione primaverile
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 09
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 84.319
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 13.03.1985 - 15:00
Date
Data
Seite 502-506
Page
Pagina
Ref. No 20 013 214
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