Parliament Approves PTT Staffing Increase Amidst Budget Debate
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe parliament debated the PTT budget, with a key issue being the allocation of new personnel positions, particularly in light of a planned reduction in working hours and the need to maintain services like newspaper delivery. Debates focused on whether increased traffic and reduced working hours necessitated additional staff, with differing opinions on the exact number of positions required and the potential for rationalization and productivity gains to compensate. Ultimately, the parliament approved an increase of 860 positions, less than the government's request of 1111, aiming to balance operational needs with financial prudence while ensuring essential services, including newspaper distribution, were maintained.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 2 Absatz, Art. 1 Sie, Art. 2 An, Art. 2 neuen, Art. 66 al. 1 LTF, Art. 64 LTF; Parliament Approves PTT Staffing Increase Amidst Budget Debate: Debates focused on whether increased traffic and reduced working hours necessitated additional staff, with differing opinions on the exact number of positions required and the potential for rationalization and productivity gains to compensate. Ultimately, the parliament approved an increase of 860 positions, less than the government's request of 1111, aiming to balance operational needs with financial prudence while ensuring essential services, including newspaper distribution, were maintained.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited as the legal basis for adjusting personnel numbers based on actual traffic volume rather than budget estimates.
Cited as the legal basis for potentially increasing average staff numbers if traffic volume and specific conditions are met.
Cited for the principle of awarding costs in appeals.
Cited for the possibility of granting legal aid.
Volltext
PTT. Budget 1985 1602 N 3 décembre 1984
bau in Oberwil BL leisten wir seit Jahren projektbezogene Vorwärtsstrategie selber betreuen. Dass der Monopolbetrieb
Beiträge. Post den gedruckten Medien faire Konkurrenzverhältnisse
Ein zusätzliches Kreditbegehren in der Grössenordnung von bietet und die Leistungen in diesem Bereich nicht abbaut -
100 000 Franken ist im Rahmen der Nachtragskredite 1984II während sie für die elektronischen Medien ausgebaut wer-
dem Parlament unterbreitet worden. In diesem Zusammen- den -, schiene mir eigentlich eine Selbstverständlichkeit.
hang dürfen die flankierenden Massnahmen im Bereich des Die Zeitungen haben auch heute noch eine überaus wich-
Tierschutzes, des Gewässerschutzes, der Lebensmittelge- tige staatspolitische Aufgabe auf allen drei Ebenen - der
setzgebung nicht übersehen werden. Mir scheint, dass auch Gemeinde-, der Kantonsebene und des Bundes - zu er-
Massnahmen in diesen wichtigen Sektoren den biologi- füllen.
schen Landbau indirekt fördern. Fazit: Es ist heute, vergli- In einem Moment, in dem wir gleichzeitig die parlamentari-
chen mit der Zeit vor wenigen Jahren, ein vernünftiges sche Initiative Presseförderung besprechen, sollten wir
Miteinander entstanden. Wir wollen aus der Sicht des EVD nicht zulassen, dass die wirksamste «Presseförderung»,
und insbesondere des Bundesamtes für Landwirtschaft die- auch nach der Meinung des Bundesrates, nämlich die
ses Miteinander fördern. rasche Zustellung zu günstigen Tarifen, abgebaut wird. In
Zur zweiten Frage: Mit der offiziellen Anerkennung des von einen solchen Widerspruch sollten wir uns nicht begeben,
Produzentenorganisationen geschaffenen Kennzeichens zumindest nicht in der gleichen Session.
befasst sich das Bundesamt für Gesundheitswesen im EDI. Man spricht übrigens immer von dem Über-200-Millionen-
Der Entwurf für eine Änderung der Lebensmittelverordnung Defizit, das die Zeitungsvertragung verursache. Diese Voll-
liegt vor und wird demnächst den interessierten Kreisen zur kostenrechnung ist jedoch umstritten, ja unzulässig. Wären
Vernehmlassung unterbreitet. Ich darf abschliessend sagen, die Zeitungen bei einem weiteren Leistungsabbau gezwun-
dass in diesem Bereich - so scheint mir- alles, Jahr für Jahr, gen, in den grösseren Ortschaften eine private Eigenvertra-
ein paar Schritte nach vorn vollzieht, und das ist gut so. gung zu errichten, so müsste eine Wegfallkostenrechnung
erstellt werden. Es würde sich dann wohl zeigen, dass eine
Eigenvertragung der Zeitungen für die PTT wie in einigen
anderen Staaten erheblich weniger Einnahmen, aber nicht
so viel weniger Kosten zur Folge hätte.
Die Sicherung der Nachvertragung ist für viele Zeitungen
84.056
von einer derartigen Bedeutung, dass wir den PTT die
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PTT. Voranschlag 1985 Pflicht auferlegen sollten, diese rasche Zustellung der Zei-
PTT. Budget 1985 tungen auch künftig zu sichern. Ich werde deshalb mit der
Mehrheit der Finanzkommission für eine Vermehrung des
Personals um 860 stimmen - in der Erwartung, dass
Fortsetzung - Suite dadurch diese Nachvertragung auf lange Zeit gesichert ist
Siehe Seite 1585 hiervor- Voir page 1585 ci-clevant und nicht jedes Jahr erneut als Druckmittel das PTT-Budget
begleitet.
Mme Chrlstlnat: Depuis plusieurs années, nous discutons
directement ou indirectement de la diminution de l'horaire
Müller-Meilen: Ich hoffe, Sie werden mir zumindest mil- de travail du personnel fédéral, mais le Parlement esquive le
dernde Umstände zubilligen, wenn ich bereits in meiner débat et manque de sincérité.
ersten Session das Wort ergreife. Ich tue es, weil es beim La semaine dernière, lors de la discussion sur l'engagement
PTT-Budget auch um die Zeitungsnachvertragung geht, um de nouveaux gardes-frontière, M. Bonnard a qualifié le
eine für die Schweizer Presse, für die ich seit 30 Jahren tätig débat de dialogue de sourds. Je suis entièrement d'accord
bin, ausserordentlich wichtige Frage. Die Tageszeitungen - avec lui, en précisant qu'il n'y a pas de pire sourd que celui
wenigstens der überwiegende Teil davon - leben nur, wenn qui ne veut pas entendre.
sie von Lesern zur Kenntnis genommen werden. Dass ihr Ce que la majorité et la minorité I de la Commission des
Inhalt beim Leser ankommt, ist Sache der Redaktionen. finances ne veulent pas dire, c'est qu'elles sont opposées
Dass ihr Produkt aber rechtzeitig zum Leser kommt, ist aux 42 heures pour le personnel fédéral, tout en faisant
heute weitgehend Sache der PTT, die im Jahr etwa 500 semblant d'y être favorables, car il leur est difficile d'être
Millionen Tages- und Lokalzeitungen verträgt. Die Zeitun- ouvertement hostiles aux revendications des postiers qui
gen sind darauf angewiesen, dass ihre in der Nacht gedruck- bénéficient d'un solide capital de sympathie dans la popula-
ten Blätter am anderen Morgen und die am frühen Morgen tion. On a alors trouvé le moyen: on refuse le projet du
gedruckten am gleichen Tag beim Abonnenten sind. Eine Conseil fédéral en ne lui donnant pas les crédits indispensa-
alte Zeitung kommt so wenig an wie der Frühstücksgipfel bles. Le procédé est réglementaire, même s'il n'est pas très
von vorgestern. élégant.
Wegen der Arbeitszeitverkürzung hat nun ja die Post ange- M. Feigenwinter a défendu une étrange thèse, lors de son
droht, dass sie die Zeitungsnachvertragung einstellen intervention de jeudi dernier; sur un ton péremptoire, il a
werde, falls ihr nicht die angeforderte Erhöhung der Stellen- déclaré que le stress n'augmentait pas aux PTT. Il admet
zahl bewilligt werde. Was hätte dies für Auswirkungen? donc - et l'aveu est intéressant - qu'il fut un temps où le
Gemäss einer von der Post selbst erstellten Tabelle würden stress sévissait. C'était le temps où de nombreux agents
für einen ins Gewicht fallenden Teil der Auflage - nicht nur qualifiés quittaient l'Entreprise des PTT pour s'en aller, soit
für einzelne Heimwehabonnenten - vor allem bei Regional- dans le secteur privé, soit dans les administrations canto-
und Kantonalzeitungen die Blätter erst einen Tag später nales, où les conditions de travail et les salaires étaient
vertragen. Es würde dies Zeitungen wie beispielsweise das meilleurs. Ceux qui sont restés ont assuré le mieux possible,
«Aargauer» und das «Badener Tagblatt», die «Bündner Zei- et dans des conditions difficiles, les prestations que M. Fei-
tung», den «Corriere del Ticino», den «Nouvelliste», die «La genwinter a longuement louées. Aujourd'hui, ce même per-
Suisse», «24 heures», die «Ostschweiz», das «Vaterland», sonnel aspire à une diminution de son horaire de travail.
das «St. Galler Tagblatt» und die «Solothurner Zeitung» M. Feigenwinter et la majorité de la commission disent qu'ils
treffen, ganz abgesehen von den 30 Regional- und Lokalzei- n'y sont pas opposés mais, comme ils ne sont pas persuadés
tungen, die am Nachmittag erscheinen und für die - wie «que le citron a été suffisamment pressé», ils empêchent la
lange wohl? - eine Sonderlösung vorgesehen ist. réalisation des 42 heures en n'accordant pas le nombre de
Dass die PTT bei den ersten Schwierigkeiten wegen der postes nécessaires.
Arbeitszeitverkürzung an den Leistungsabbau bei der Zei- Pour maintenir les mêmes prestations sans de nouvelles
tungsvertragung denken, finde ich auch deshalb besonders forces de travail, les adversaires du personnel fédéral pré-
stossend, weil sie die elektronischen Medien in dynamischer tendent qu'un facteur peut facilement faire 20 minutes de
3. Dezember 1984 N 1603 PTT. Voranschlag 1985
moins chaque jour. Ainsi donc, selon eux, les 42 heures Italie, ou à 62 ans comme en France, ou au bénéfice d'une
devraient pouvoir être mises en place sans que cela coûte combinaison d'horaire réduit à 36 heures hebdomadaires
un sou à la Confédération. S'ils sont conséquents avec eux- avec une retraite dès 55 ans comme en Autriche.
mêmes, je pense que les partisans de cette formule magique Avant de demander à un tel personnel de fournir le même
vont soutenir la requête de la Fédération des travailleurs de volume de travail en moins de temps pour faciliter la réduc-
la métallurgie et de l'horlogerie en faveur de la semaine de tion de l'horaire, je crois qu'il vaudrait la peine d'effectuer au
35 heures, puisqu'à les entendre un salarié doit certaine- moins une tournée avec ces agents. Je tiens à la disposition
ment être capable de faire en 35 heures ce qu'il fait actuelle- de M. Feigenwinter des propositions de tournées de service
ment en 40, 42 ou 44 heures. ambulant qui lui permettront de faire au moins une expé-
Ce test patronal est très original. Je me permets de signaler, rience sans doute très instructive.
à tous nos néospécialistes des conditions de travail du En conclusion, je voterai la proposition du Conseil fédéral
personnel des PTT, que les obligations des agents en géné- ainsi que l'indique le dépliant. Finalement, si l'on veut faire
ral et des facteurs en particulier sont déterminées, contrô- des économies sur le budget des PTT, il faudrait peut-être
lées, analysées et régulièrement minutées. Prétendre qu'il commencer par certaines petites choses, c'est-à-dire, Mon-
est possible au personnel d'accélérer sa cadence de travail sieur le Conseiller fédéral, par revoir la liste des personnes
pour obtenir les 42 heures avec le même effectif relève de la mises au bénéfice d'une dispense de la taxe de réception
science-fiction. radio-télévision par exemple.
Le conseil d'administration des PTT vient de décider de
supprimer la deuxième distribution de lettres, comme c'est Bundespräsident Schlumpt: Ich danke den Herren Referen-
d'ailleurs déjà le cas à Zurich, Berne et en partie à Baie. La ten für die Berichterstattung sowie der Finanzkommission
réaction des éditeurs de journaux ne s'est pas fait attendre; für die einlässliche Prüfung des Voranschlages der PTT.
ils nous demandent d'amender le projet des PTT. Ils ont Zwei Hauptfragen sind seitens der Finanzkommission und
immédiatement reçu l'appui de la majorité de la Commis- hier im Rat offen und umstritten geblieben:
sion des finances, pourtant «fonctionnairophobe», qui a
lâché du lest, c'est-à-dire accordé 860 nouveaux postes. 1. Personaletat (ordentlicher Personalzuwachs für das
Toutefois, savez-vous que même avec les 1111 postes nou- nächste Jahr und ausserordentlicher Zuwachs im Zusam-
veaux demandés par le Conseil fédéral, la deuxième tournée menhang mit der Arbeitszeitverkürzung);
reste fortement compromise, car il y a de nombreux vides à 2. die Frage der Gewinnablieferung.
combler? Malgré les difficultés économiques du moment, Zum Personaletat: Die PTT, die Unternehmensleitung und
les jeunes continuent d'essayer de trouver des places dans auch der Bundesrat haben diesen Personaletat mit den 1111
le secteur privé, où ils savent que les horaires et les salaires Zuwachsstellen, also plus 2 Prozent, nicht einfach ungefähr
sont souvent meilleurs et supérieurs à ceux que peut offrir festgelegt, sondern aufgrund von sorgfältigen Ermittlungen.
une entreprise nationalisée, telle que les PTT. Die Finanzkommission ist im Besitz der Detailberechnun-
Je fais une seule réserve en ce qui concerne les diminutions gen, welche dazu geführt haben. Bei einer veranschlagten
de prestations. En effet, je ne comprends pas pourquoi on Verkehrszunahme im Sektor Post um 2,5 und beim Fernmel-
s'obstine à traiter de la même façon les fonctionnaires dewesen um 3,8 Prozent liegt eine Stellenvermehrung von
postaux de Baie à Chiasso et de Genève à Romanshorn. A rund 2 Prozent weit unter dem, was von der Verkehrszu-
mon avis, une différenciation fédéraliste des besoins des nahme her eigentlich begründbar wäre. Das deshalb, weil
usagers de la poste devrait être retenue, que ce soit dans le andererseits Rationalisierungsmassnahmen, neue Techno-
domaine de l'ouverture des guichets ou dans celui de la logien usw. eine derartige Beschränkung möglich machen.
distribution. Il est bien entendu que la semaine de 42 heures Ein weiterer Faktor, die Arbeitszeitverkürzung: Um diese
devra être introduite dans l'ensemble du pays. ohne qualitativen Leistungsabbau zu kompensieren - und
En résumé, si vous voulez vraiment octroyer la semaine de wir werden unter keinen Umständen einen qualitativen Lei-
42 heures au personnel des PTT, il n'y a q'une solution, c'est stungsabbau vornehmen -, brauchen wir insgesamt 1320
de voter la proposition de la minorité II, c'est-à-dire celle Etatstellen mehr. In Frage steht, je nachdem, wie das Parla-
présentée par M. Salvioni, car c'est la seule qui permette, ment entscheidet, ein quantitativer Leistungsabbau. Für das
par l'engagement des 1111 postes indispensables, d'intro- nächste Jahr hoffen wir - aus den dargelegten Gründen -
duire aux PTT la semaine des 42 heures. auf 400 bewilligte Etatstellen mehr, also eine erste Tranche,
um bereits Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen zu
Mme Jaggi: Tout comme Mme Christinat, j'ai été passable- können. Wir können natürlich nicht erst am 1. Juni 1986 -
ment choquée par les déclarations faites par M. Feigenwin- wenn dann die Arbeitszeitverkürzung funktioniert - Post-
ter à la fin de nos débats de la semaine dernière. chauffeure einstellen. Diese Postchauffeure müssen schon
M. Feigenwinter a lancé une comparaison, un peu hasar- Auto fahren können und gewohnt sein, mit diesen Grossge-
deuse à mon sens, entre l'Entreprise des PTT et un citron, räten umzugehen, bevor sie den Dienst antreten. Allgemein
d'où il tirait la nécessité de presser la première, c'est-à-dire zu diesen Mehrstellen: Ob sie durch die budgetierte Ver-
de compresser davantage les effectifs du personnel. Je kehrszunahme oder durch die Arbeitszeitverkürzung
trouve cette image pour le moins osée, et le seul rapproche- bedingt sind, die PTT werden davon nur nach Massgabe des
ment possible que l'on puisse voir entre le «géant jaune» et effektiven Bedarfes Gebrauch machen.
le fruit est tout au plus la couleur. Die Einmalvertragung im ganzen Land - die wir an verschie-
Au reste, toute allusion aux personnes qui, dans les recoins denen Orten, in Agglomerationen, schon seit einigen Jahren
des PTT, conteraient des heures tranquilles, en attendant haben - bringt eine Einsparung von 600 Stellen. Das ist sehr
soit la retraite, soit la fin de la journée de travail, doit être beachtlich. Es erklärt die Differenz zur seinerzeit bei der
rejetée. Une telle insinuation, d'où résulte la proposition de Arbeitszeitverkürzung budgetierten Mehrstellenzahl, d. h.
M. Feigenwinter, tendant à demander aux fonctionnaires bei der in Diskussion gestandenen Arbeitszeitverkürzung
PTT de travailler davantage en moins de temps, est inaccep- vor zwei Jahren. Dabei gingen die PTT aber - und das
table. Elle est même proprement injurieuse pour certaines möchte ich Nationalrat Müller sagen - nie davon aus, dass
catégories de personnel. On a cité souvent le cas des chauf- die Zeitungen nicht mehr genügend ausgetragen werden
feurs, celui des facteurs. Je voudrais y ajouter l'exemple des sollen, sondern es ging generell um einen quantitativen
employés du service ambulant. C'est ceux-là qui font les Leistungsabbau, wo immer dieser mit den kleinsten Nachtei-
horaires irréguliers les plus compromettants pour la santé et len für die Bedienten verbunden ist. Es geht auch nicht
pour les nerfs, qui travaillent debout dans les trains, jour et darum, die Zeitungen unter Druck zu setzen oder überhaupt
nuit, dans des conditions particulièrement difficiles, et qui einen Druck auszuüben. Aber die Nachvertragung der Zei-
ne sont même pas au bénéfice - contrairement à ce qui se tungen - ein Anliegen, das wir aus den staatspolitischen
passe dans les pays qui nous entourent - de possibilités de Gründen, die Sie erwähnt haben, vorbehaltlos teilen -
retraite anticipée: après vingt ans de service comme en bedingt etwa 100 Etatstellen.
PTT. Budget 1985 1604 N 3 décembre 1984
Wenn wir nun nach dem Antrag der Kommissionsminderheit 33/34 Assurance du personnel
überhaupt keine Vermehrungen über diese 711 hinaus vor- et autres prestations sociales Fr. 569 545 000
nehmen könnten, müssten wir die Kompensation eben (Réduction globale de 12 millions par suite d'une diminution
anderenorts finden. Das wäre nicht im Zeitungsbereich, weil de l'effectif du personnel demandé de 251 unités)
wir aus den bekannten Gründen und dem Anliegen der
Kommission entsprechend die Nachvertragung gewährlei- Minorité I
sten wollen. Es bestehen eben nur im quantitativen Bereich (Feigenwinter, Basler, Bonnard, Flubacher, Geissbühler,
andere Möglichkeiten. Welche Möglichkeiten das sein wer- Lüchinger, Reichling, Schärli, Schwarz, Zbinden)
den, kann ich Ihnen heute nicht sagen, aber in Betracht fällt 31 Fr. 2972110000
beispielsweise die Schliessung von Schaltern am Samstag 33/34 Fr. 568 545 000
oder eine frühere Schalterschliessung, auch während den (Réduction globale de 19 millions par suite d'une diminution
Wochentagen, am Abend usw. Das bedeutet eine quanti- de l'effectif du personnel demandé de 400 unités.)
tative Verminderung des Leistungsangebotes, nicht eine
qualitative. Minorité II
Ich möchte Sie aus diesen Gründen bitten, der Kommis- (Salvioni, Eggenberg-Thoune, Fehr, Jaggi, Meizoz, Nauer,
sionsminderheit II und dem Bundesrat zuzustimmen und die Wagner)
1111 Mehrstellen zu bewilligen, mit der Zusicherung, dass Adhérer au projet du Conseil fédéral
die PTT nur soweit davon Gebrauch machen werden, als das
tatsächlich nach Massgabe der Beanspruchung nötig sein Breml, Berichterstatter: Wir stehen vor der schwierigen Auf-
wird. gabe, für eine Leistung die richtige Anzahl von Personen
Zur Frage der Gewinnablieferung: Wir haben auf Ende die- zuzuteilen. Mehr Arbeit, mehr Leute. Für dieses Parlament
ses Jahres aus diesen Äufnungen insgesamt Reserven von stimmt das allerdings nicht. Ich glaube, wir würden die
983 Millionen, also annähernd 1 Milliarde Franken, weitere immer wachsende Arbeitslast dieses Parlamentes besser
94 Millionen Franken sehen wir vor; das gäbe Ende des bewältigen können, wenn es etwas weniger Parlamentarier
Budgetjahres 1985 1 Milliarde 77 Millionen Franken. Damit gäbe, aber diese Schlussfolgerung ist nicht unbedingt auf
ist nominell - real natürlich nicht - das Reserveziel, das vor die PTT zu übertragen.
mehreren Jahre im Parlament festgelegt wurde, erreicht. Im Welches sind die Tatbestände? Bei der Postnachverteilung
Hinblick auf diese Sachlage besteht ja das Vorhaben, diese handelt es sich kurz um folgendes: Die Post will die Postzu-
Reserven weiter zu äufnen. Nachdem insbesondere auch die stellung in der ganzen Schweiz reduzieren auf eine einma-
Rechtsfrage durch Prof. Eichenberger zuverlässig abgeklärt lige tägliche Zustellung (heute wird in gewissen Regionen
wurde, möchte ich Sie bitten, dieser Ablieferung von 150 die Post noch zweimal verteilt). Wenn es dazu kommt, kann
Millionen Franken an die Bundeskasse ebenfalls zuzustim- es passieren, dass die Zeitungen nicht mehr am Tag ihres
men, d. h. also, das Budget der PTT so zu genehmigen, wie Erscheinens verteilt werden. Damit stellen wir die Zeitungen
es Ihnen der Bundesrat beantragt. nicht nur vor ein finanzielles, sondern vor ein Existenzpro-
blem. Wenn die Zeitungen dadurch an Aktualität verlieren,
Eintreten ist obligatorisch verlieren sie ihre Grundlage nicht nur aus finanziellen, son-
L'entrée en matière est acquise de plein droit dern auch aus unternehmerischen Gründen. Sie verlieren
ihren Markt. Also wird eine Nachverteilung der Zeitungen
Detailberatung - Discussion par articles verlangt. Zeitungen können mit der ersten Postverteilung
nur dann verteilt werden, wenn sie um 8 Uhr bei den Post-
Voranschlag der Erfolgsrechnung
ämtern zur Verteilung bereitliegen. Wenn wir das verlangen,
Budget du compte des résultats verlangen wir von den Zeitungen, dass sie schon am Vor-
Betriebsaufwand abend gedruckt werden; dadurch fallen sie aber aus der
Aktualität heraus. Für grosse Zeitungen und starke Verlage
3 Personalaufwand bietet sich die Möglichkeit an, eine private Verteilung zu
Antrag der Kommission organisieren. Das kostet aber in der Regel dreimal mehr als
die PTT-Zustellung. Die PTT übernehmen also eine gemein-
Mehrheit
wirtschaftliche Leistung. Wir betreiben damit Presseförde-
31 Besoldungen, Gehälter, Löhne rung, und die PTT erbringen diese Leistung. Sie können sie
undZulagen Fr. 2 978 110 000 aber nur richtig erbringen, wenn nach der morgendlichen
33/34 Personalversicherung und andere Postzustellung noch eine zweite, nur für die Zeitungen
Sozialleistungen -Fr. 569 545 000 gedachte sogenannte Nachverteilung stattfinden kann.
(Kürzung um insgesamt 12 Millionen infolge Reduktion der Zu den beantragten Personalaufstockungen: Bundesrat,
Stellenbegehren um 251 Einheiten) PTT und die Mehrheit II verlangen eine Personalaufstok-
Minderheit l kung von 1111 Stellen. Begründet wird diese Aufstockung
vorerst mit der Arbeitszeitverkürzung. Im nächsten Jahr sind
(Feigenwinter, Basler, Bonnard, Flubacher, Geissbühler, es 400 zusätzliche Stellen. (Später werden noch weitere
Lüchinger, Reichling, Schärli, Schwarz, Zbinden) folgen. Es sind im Gesamten 1300 Stellen, die über mehrere
31 Fr. 2972110000 Jahre verteilt unter der Rubrik Arbeitszeitverkürzung ver-
33/34 Fr. 568 545 000 langt werden.) Die anderen 711 werden mit Verkehrszu-
(Kürzung um insgesamt 19 Millionen infolge Reduktion der wachs begründet.
Stellenbegehren um 400 Einheiten) Die PTT sind eines der wenigen staatlichen Unternehmen,
die eine Produktivität überhaupt ausrechnen. Ob diese Pro-
Minderheit II duktivitätsausrechnung immer 100prozentig stimmt, mag
(Salvioni, Eggenberg-Thun, Fehr, Jaggi, Meizoz, Nauer, dahingestellt bleiben, aber jedenfalls rechnen sie eine Pro-
Wagner) duktivität aus und damit auch einen Produktivitätszuwachs.
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Es wird also nicht die ganze Verkehrszunahme umgerech-
net in Personalaufstockung, sondern ein gewisser Teil wird
Charges d'exploitation mit Produktivitätszuwachs abgegolten, wird also nicht
3 Charges de personnel durch Personalaufstockung kompensiert. Ein Teil - etwa
zwei Drittel - des Verkehrszuwachses erfordert aber nach
Proposition de la commission Meinung der PTT personelle Aufstockungen, und das macht
Majorité diese 711 Personen aus.
31 Traitements, salaires et Die Mehrheit der Finanzkommission ist der Ansicht, es seien
allocations Fr. 2978110000 aber nicht 1111, sondern nur 860 Personen aufzustocken,
3. Dezember 1984 N 1605 PTT. Voranschlag 1985
also weniger, als die PTT vorschlagen. Die Begründung ist cités les motifs pour lesquels cette augmentation est deman-
etwas unterschiedlich, aber im wesentlichen wird festge- dée. Malheureusement, ce document n'a pas été discuté au
stellt, dass dieser Rat und die Finanzkommission schon sein des commissions.
einmal festgehalten haben, dass die Arbeitszeitverkürzung A l'engagement de chaque nouveau fonctionnaire, on a
vollständig durch Produktivitätsgewinn kompensiert werden argué du fait qu'il était nécessaire pour telle ou telle raison;
soll, wie das bei der privaten Wirtschaft auch der Fall sei. Die on nous a rappelé qu'il y a eu une augmentation de 3,2 pour
Mehrheit der Finanzkommission ist aber der Auffassung, cent du trafic postal et qu'on attend pour 1985 une augmen-
dass diese Nachverteilung der Post durch ein entsprechen- tation de 2,5 pour cent du trafic postal et de 3,8 pour cent
des zusätzliches Personalkontingent ermöglicht werden dans le domaine des télécommunications. On nous a com-
soll. Sie beantragt Ihnen deshalb, nicht nur 711, sondern 860 muniqué qu'il y a eu 30 000 logements supplémentaires en
Personen unter der klaren Bedingung zuzugestehen, dass 1984 et qu'il y en aura 35 000 en 1985. Il faudra bien distri-
die Nachverteilung der Post in der ganzen Schweiz gewähr- buer le courrier dans ces habitations.
leistet werden soll. Die Minderheit l geht davon aus, dass nur Face à ces raisons qui, selon moi, constituent bien la preuve
die durch den Verkehrszuwachs begründeten 711 Stellen zu requise par l'article 2,2e alinéa, de cette loi, les réflexions ont
bewilligen seien und gar keine Stelle für die Arbeitszeitre- été tout aussi générales qu'auparavant. En réalité, on a
duktion oder für die Nachverteilung der Post. Das sind die vraiment l'impression qu'on veut punir le Conseil fédéral
Unterschiede. d'avoir décidé des 42 heures, car on fait opposition chaque
Die Finanzkommission, in deren Namen ich jetzt spreche, fois qu'une augmentation de personnel est demandée. On
beantragt Ihnen, 860 Stellen zu bewilligen. Die Post beschäf- l'a fait pour les gardes-frontière - heureusement le Parle-
tigt total 57 000 Mitarbeiter. Ich bitte Sie, das bei diesem ment a corrigé cette décision de la majorité de la Commis-
Glaubenskrieg, der jetzt dann ausbrechen wird, zu berück- sion des finances - et on l'a fait même ici. Dans un certain
sichtigen. Es ist ein Glaubenskrieg auf sehr hohem Niveau, sens, je suis reconnaissant à M. Bremi d'avoir fait une pro-
wie sich das für Glaubenskriege auch gehört! position de compromis sur les 860 nouveaux fonctionnaires;
Im übrigen darf ich Sie noch auf Artikel 2 Absatz 2 des j'ai la conviction que l'on pourra au moins maintenir la
Bundesbeschlusses hinweisen. Dort wird festgestellt: «Wird distribution des journaux afin d'éviter ce qui serait sans
der dem Voranschlag zugrunde gelegte Verkehrszuwachs doute un problème très sérieux dans le domaine de la
nicht erreicht, ist der durchschnittliche Personalbestand presse: beaucoup de journaux, s'ils n'étaient pas distribués
entsprechend zu senken.» Zu Ehren der Unternehmenslei- le jour même, perdraient des abonnés et seraient confrontés
tung PTT stelle ich hier fest, dass das auch im vergangenen à la nécessité d'une fermeture. Mais il serait inutile que je
Jahr so gehandhabt wurde. Der budgetierte Verkehrszu- décrive ici toutes les conséquences qui s'ensuivraient; d'au-
wachs wurde nicht erreicht; die PTT haben dementspre- tres l'ont déjà fait.
chend den Personalbestand nicht so aufgestockt, wie sie es Monsieur le conseiller fédéral a dit cependant ceci: «Nous
gemäss unserem Beschluss hätten tun können. Dieser Arti- allons porter les journaux - ce danger est donc éliminé -
kel 2 Absatz 2 ist also nicht nur eine leere Formel, sondern er mais nous nous rattraperons ailleurs.» Il a alors cité l'exem-
wird von den PTT auch angewandt. ple de la fermeture éventuelle des guichets le samedi ou
Wir beantragen Ihnen, den Personalstand um 860 zu er- plus tôt, le soir. Quelqu'un d'entre vous a-t-il déjà eu l'occa-
höhen. sion d'aller à la poste le samedi? Il a certainement vu la
multitude de gens qui attendent devant les guichets. En
M. Bonnard, rapporteur: Je me suis exprimé sur l'ensemble effet, c'est le seul jour où ceux qui travaillent peuvent aller
de ces questions dans mon rapport introductif, je n'y revien- faire leurs paiements à la poste; sinon ils le font le soir. Une
drai donc pas maintenant. Je vous rappellerai simplement telle mesure serait-elle bien raisonnable?
que quatre propositions figurent sur le dépliant, à savoir: Cette entreprise réalise des bénéfices, elle s'est fait un nom
celles du Conseil fédéral et de M. Salvioni, qui demandent en dehors même de nos frontières pour sa fiabilité et pour le
un contingent de 1111 personnes; celle de la majorité de la sérieux de ses travaux. Pour toutes ces raisons, beaucoup
commission, qui demande un contingent de 860 personnes d'étrangers viennent en Suisse, plutôt que dans d'autres
et celle de la minorité I, qui demande 711 personnes. La pays. Or, si l'on ne peut plus aller faire ses paiements le
Commisson des finances propose 860 postes parce qu'elle samedi ou le soir, on contribue à démolir cette image.
n'a pas acquis la conviction que les 1111 postes demandés Quelques banques, probablement, ouvriront leurs guichets
par le Conseil fédéral soient tous indispensables. Elle consi- le samedi pour permettre aux gens d'effectuer leurs paie-
dère d'ailleurs que les 860 postes pour que la distribution ments. Voulons-nous vraiment empêcher une entreprise de
des journaux le jour de leur impression soit assurée. travailler de façon sérieuse et efficace, de faire des béné-
fices, en réduisant l'activité qui lui procure ces bénéfices?
Präsident: Herr Feigenwinter hat den Antrag der Minder- Voulons-nous en arriver à ce qu'un jour les postes ne
heit l bereits begründet. puissent plus faire leur travail? On demandera alors une
Herr Salvioni hat das Wort zur Begründung seines Minder- privatisation de ce service dont on dira qu'il n'est plus
heitsantrages. efficace et qu'il n'est plus rentable.
Je pense que la proposition du Conseil fédéral doit être
M. Salvioni, porte-parole de la minorité II: Je plaide en acceptée car, comme M. Bremi l'a dit précédemment, les
faveur de la solution proposée par le Conseil fédéral et par la postes ont démontré qu'elles ne profitaient pas des possibi-
majorité de la Commission des finances du Conseil des lités que le Parlement leur offrait. On a donné aux PTT les
Etats visant à une augmentation des effectifs du personnel moyens d'augmenter les effectifs de son personnel. Cepen-
des PTT à 1111 unités. dant, la direction des PTT a renoncé à accepter cette aug-
Les raisons qui m'ont poussé à soutenir la proposition du mentation non justifiée au regard du volume des affaires.
Conseil fédéral sont d'ailleurs assez simples. Au sein des Pour quelle raison ne pas la croire aujourd'hui lorsqu'elle
commissions des finances des deux conseils, les adver- affirme devoir renoncer à des prestations si cette augmenta-
saires de la proposition du Conseil fédéral ont fondé leur tion de son personnel n'est pas acceptée?
décision sur des arguments assez vagues comme «Je ne Voulez-vous vraiment que les PTT diminuent leurs presta-
suis pas persuadé qu'il soit nécessaire d'augmenter le per- tions? Je ne partage pas cet avis et je soutiens que la
sonnel de 1111 unités» ou «Je ne suis pas convaincu que décision de refuser cette augmentation viole l'article 2, 2e
cette augmentation soit nécessaire». Face à ces raisons qui alinéa, de la loi sur le plafonnement. A mon avis, les PTT et le
s'appuyaient sur le but que l'on visait, on n'a pas apporté la Conseil fédéral ont prouvé que les conditions prévues sont
preuve prévue par l'article 2, 2e alinéa, de cette loi sur le ici données. Si nous refusons l'augmentation du personnel,
plafonnement du personnel que l'on continue de citer. c'est nous qui violons cet article, car il pose des devoirs au
La direction des PTT nous a fait parvenir le 10 octobre de Conseil fédéral mais aussi au Parlement; nous devons faire
cette année un rapport documenté, dans lequel sont expli- face à nos devoirs. Je vous prie donc d'accepter la proposi-
PTT. Budget 1985 1606 N 3 décembre 1984
tion de la minorité et du Conseil fédéral en augmentant de sionen beider Räte ihren Bericht über das Personalbudget
1111 unités le personnel des PTT pour l'année 1985. 1985 zugestellt. In diesem Bericht wurde eine Stellenver-
mehrung um 1111 Personen beantragt, mit drei Begründun-
Wagner: Ich möchte noch einmal auf die grundsätzlichen gen: Verkehrszuwachs bei den PTT, Arbeitszeitverkürzung
Unterschiede der Anträge der Mehrheit und der Minderheit l, und Ferienverlängerung für Jugendliche. Die Generaldirek-
vertreten durch Herrn Feigenwinter, hinweisen. tion der PTT hat aber nicht nachgewiesen, dass - wie es im
Die Mehrheit, vertreten durch Herrn Kollege Bremi, aner- Gesetz heisst- der Stellenbedarf nicht durch Massnahmen
kennt, dass durch die Arbeitszeitverkürzung 400 Stellen der Rationalisierung, durch Abbau bestehender Aufgaben
mehr benötigt werden. Hingegen kürzt Herr Bremi die von oder durch Stellenverschiebungen usw. gedeckt werden
den PTT für die Verkehrszunahme und die Ferienverlänge- kann. Dieser Nachweis ist uns nicht geleistet worden, und
rung beantragten 711 Stellen um 251. Herr Feigenwinter ist vor allem vermissen wir die gewünschte Sonderanstren-
da gegenteiliger Meinung. Er anerkennt vollinhaltlich die gung, um die Arbeitszeitverkürzung ohne Stellenvermeh-
verlangten 711 Stellen für die Verkehrszunahme, lehnt aber rung durchführen zu können.
die 400 Stellen für die Arbeitszeitverkürzung ab. Die Mehrheit der Fraktion der FdP stimmt aus diesen
Er hat diese Entscheidung am Donnerstag unter anderem Gründen der Minderheit l zu, dem Antrag von Herrn Kollege
damit begründet, es sei den Briefträgern und dem übrigen Feigenwinter. Sie begrenzt die Stellenvermehrung auf 711
Personal der PTT durchaus zuzumuten, täglich 20 Minuten Personen. In diesem Antrag ist als Bedingung eingeschlos-
länger zu arbeiten. Herr Feigenwinter hat im Namen seiner sen, dass die Nachvertragung der Tageszeitungen gewähr-
Fraktion gesprochen. Ist es wirklich die Meinung der CVP- leistet werden muss. Das ist also im Antrag der Minderheit l
Fraktion, dass die PTT-Angestellten wegen der Arbeitszeit- mitenthalten.
verkürzung pro Tag 20 Minuten länger arbeiten sollen? Die Die PTT haben heute rund 56 000 Mitarbeiter. Wir sind der
Abstimmung wird zeigen, ob die Fraktion hinter dieser Mei- Meinung, dass es bei einer so grossen Zahl von Mitarbeitern
nung steht. und angesichts der Rationalisierungen, die stattfinden und
Für die verlangte Nachvertragung der Zeitungen haben die die wir alle da und dort im PTT-Betrieb feststellen können,
PTT etwa 100 Stellen angemeldet. Also müssten es eigent- möglich sein sollte, die Arbeitszeitverkürzung ohne Stellen-
lich nicht 1111, sondern 1211 Stellen sein. Wir wissen, dass vermehrung durchzuführen.
die PTT keine Stellen auf Vorrat verlangen. Wenn der für Es kommt aber für uns von der FdP noch ein anderer Grund
1985 geplante Verkehrszuwachs nicht eintrifft, werden diese dazu. Wir stehen mitten in der fast explosionsartigen Ent-
Stellen nicht oder nicht voll beansprucht. Das war zum wicklung der elektronischen Kommunikation. Ich möchte
Beispiel im vergangenen Jahr der Fall. Da hat das Parlament Ihnen, gestützt auf Ausführungen von Herrn Generaldirektor
den PTT 257 Stellen mehr bewilligt. Die PTT haben diese Trachsel von den PTT, aufzählen, mit welchen Projekten
Stellen nicht besetzt. Für das Jahr 1985, das hat man uns sich die PTT zurzeit im Bereich dieser elektronischen Kom-
von seilen der PTT erklärt, seien in der Schweiz 34 000 munikation beschäftigen. Sie befassen sich mit dem Kon-
Haushaltungen mehr zu bedienen. Das kann unmöglich mit textdienst, mit Bürofax, Telefax III, Fax IV, mit Teletext und
dem gleichen Personalbestand bewältigt werden. Videotex, mit Telepac, Datex 300, mit der integrierten
Herr Kollega Salvioni hat den Antrag der Minderheit II Systemkommunikation, sie befassen sich mit Natel, mit den
begründet, und er hat ihn gut begründet. Es ist zwar etwas Lokalradios, mit der 4. Fernsehkette, mit dem schnurlosen
verdächtig, wenn ein Freisinniger einen Antrag vertritt, den Telefon, dem Kompaktlinienwähler, der Tontastenwahl, mit
sechs Sozialdemokraten mitunterzeichnet haben. Aber ein dem Eurosignal und dem Ortsruf B.
Sozialdemokrat ist immer bereit, einem freisinnigen Ratskol- Wir sind bei der FdP der Meinung, dass es an und für sich
legen zu folgen, wenn er eine gute Sache vertritt. Das hat richtig ist, sich mit allen diesen Dingen auseinanderzuset-
Kollege Salvioni gut gemacht, darum können wir voll hinter zen; dass man das studiert; wir sind aber gleichzeitig der
seinem Antrag stehen. Ich bin auch Mitunterzeichner dieses Meinung, dass sich die PTT bemühen sollten, möglichst
Minderheitsantrages. viele dieser neuen Projekte einer privaten Regelung zu über-
Ich möchte Sie also bitten, dem Antrag der Kommissions- lassen. Wir denken dabei nicht an die Privatisierung der
minderheit II zuzustimmen. elektronischen Kommunikation als solche. Wir denken vor
allem an die Geräte, an die Installation und an den Service;
Lüchinger: Herr Kollege Wagner, ich werde das Bild, das Sie wir denken an das, was Herr Nationalrat Bremi am Donners-
aufgrund des Votums Ihres Vorredners von unserer Partei tag mit dem Stichwort «Peripherie» umschrieben hat. Wenn
gewonnen haben, gerade wieder korrigieren. Die Finanz- die PTT im heutigen Rhythmus weiterexpandieren, so wer-
kommission Ihres Rates hat sich im August dieses Jahres den wir im Jahre 2000 einen gelben Giganten mit ungefähr
zur Arbeitszeitverkürzung geäussert. Sie hat an und für sich 80 000 Mitarbeitern haben.
zustimmend davon Kenntnis genommen, dass der Bundes- Die FdP-Fraktion möchte die heutige Personalbegrenzung
rat die Arbeitszeitverkürzung durchführen will. Sie hat sich auf zusätzliche 711 Personen für das nächste Jahr gleichzei-
aber gleichzeitig dahin ausgesprochen, dass das ohne Stel- tig als Signal dafür verstanden wissen, dass wir keinen
lenvermehrung angestrebt werden soll. Wir sind in der solchen staatlichen Mammutbetrieb wünschen und verlan-
Finanzkommission der Meinung gewesen, dass eine Son- gen, dass man an der Peripherie des elektronischen Kom-
deranstrengung unternommen werden soll, um eine Stellen- munikationswesens mehr privatisiert.
vermehrung zu vermeiden. Etwas später hat sich dann die
ständerätliche Finanzkommission ähnlich, etwas zurückhal- M. Carobbio: J'interviens brièvement au nom de mon
tender, ausgesprochen, nämlich dahin, dass eine Stellenver- groupe pour appuyer la proposition de la minorité II de la
mehrung nur auf der Grundlage des Bundesgesetzes über Commission des finances, donc la proposition du Conseil
Massnahmen zur Verbesserung des Bundeshaushaltes vom fédéral d'augmenter le personnel des PTT de 1111 unités. Je
Jahre 1983 bewilligt werden dürfe. ne veux pas répéter les arguments qui ont déjà été évoqués
Artikel 2 Absatz 2 dieses Gesetzes lautet: «Die Durch- dans le débat d'entrée en matière par M. Salvioni et qui
schnittsbestände werden jährlich im Bundesbeschluss über justifient, aussi bien en fonction des besoins des PTT que du
den Voranschlag festgelegt. Sie werden gegenüber dem point de vue de la loi sur le plafonnement du personnel,
Vorjahr gesenkt, wenn die Verhältnisse es gestatten. Sie l'acceptation de la proposition du Conseil fédéral.
können nur erhöht werden, wenn der Stellenbedarf nicht Je voudrais simplement souligner deux aspects et faire
durch Massnahmen der Rationalisierung, durch den Abbau quelques considérations sur la dernière intervention de
bestehender Aufgaben oder durch Stellenverschiebungen M. Lüchinger. Premièrement, je soulignerai - et on l'a déjà
innerhalb der Verwaltungseinheiten aller Stufen oder zwi- dit - qu'il est vraiment curieux d'utiliser la question de
schen den Departementen gedeckt werden kann.» l'augmentation des effectifs du personnel pour remettre en
Am 10. Oktober hat dann die Generaldirektion der PTT den cause la décision du Conseil fédéral de réduire l'horaire de
Geschäftsprüfungskommissionen und den Finanzkommis- travail à 42 heures et d'utiliser cette méthode, puisqu'on ne
3. Dezember 1984 N 1607 PTT. Voranschlag 1985
peut plus bloquer cette opération. Deuxièmement les PTT, jetzt ein «Glaubenskrieg» wegen dieser Stellen ausbrechen
contrairement aux Chemins de fer fédéraux réalisent cha- werde.
que année des bénéfices - et je l'ai déjà dit l'autre jour en Ich bin der Meinung, auf diese Art und Weise könne kein
intervenant sur le budget de la Confédération - qui permet- Unternehmen geführt werden. Das Gezänk um diese zusätz-
tent même de verser de l'argent aux caisses fédérales. Or, lichen Stellen ist auch für das betroffene Personal entwürdi-
cette entreprise qui réalise des bénéfices indique clairement gend. Man diskutiert hier um Stellen, als ob Roboter und
dans le rapport qui nous a été soumis, que pour faire face à nicht Menschen dahinterstünden, Roboter, bei denen man
la réduction de l'horaire de travail à 42 heures pour le auf den Knopf drücken kann, damit sie schneller oder eben
personnel, il est absolument nécessaire de procéder à l'aug- langsamer gehen.
mentation indiquée. La seule alternative est une réduction Es ist immerhin beruhigend, dass die Mitglieder der Finanz-
des prestations. Or, personne ici ne s'est déclaré favorable à kommission sich dabei auch nicht ganz wohl fühlen. Da gibt
cette mesure. Il me semblerait donc logique de donner suite es eine Minderheit, bestehend aus FdP und SVP, angeführt
à la demande des PTT, d'autant plus - je le souligne - que von einem CVP-Mann; es gibt im weiteren eine Minderheit
cette demande ne coûte pratiquement rien à la Confédéra- der SP, angeführt von einem Tessiner Freisinnigen. Dann
tion mais qu'elle est financée par les propres moyens de bleibt noch die Mehrheit, deren Kapitän ein guter Zürcher
l'entreprise. Freisinniger ist. Diese Konstellation entbehrt auch nicht
D'autre part - avant de reprendre quelques arguments de einer gewissen politischen Brisanz. Mein Basler Fraktions-
M. Lüchinger - je voudrais dire quelques mots concernant kollege bringt das Kunststück fertig, sich weiter rechts als
la position de la Commission des finances qui se tire assez ein Zürcher Freisinniger hinzustellen.
mal de cette opération. Ce n'est pas moi qui le dis, c'est Der Mehrheit möchte ich immerhin attestieren, dass sie die
M. Salvioni, et je regrette qu'il ne répète pas aujourd'hui ce Fähigkeit zum Kompromiss bewiesen hat; ich meine auch,
qu'il a écrit dans le journal de son parti. D'une part, cette dass bei dieser Mehrheit die menschlichen Werte besser
commission voudrait bloquer l'augmentation des effectifs aufgehoben sind als bei der Minderheit l. Aber der Vor-
du personnel, d'autre part, des intérêts particuliers, tels que schlag des Bundesrates und der PTT beinhalten bereits
la distribution des journaux, ne peuvent être négligés et einen Kompromiss. Die Minderheit l - Herr Basler, Herr
contraignent au moins une partie de la Commission des Feigenwinter und andere - kritisiert ja vor allem die
finances à trouver une solution de compromis consistant en Zunahme von Personal in den letzten Jahren. Die PTT-
une réduction de 251 employés de l'augmentation des effec- Betriebe sind doch ein Unternehmen des Dienstleistungs-
tifs demandés. Nous sommes confrontés à toute une série sektors, das in den letzten Jahren gewachsen ist, dessen
d'arguments qui n'ont aucune liaison avec le véritable pro- Leistungen und Verkehrsaufkommen stark zugenommen
blème qui se pose à la direction des PTT quant au maintien haben. So ist eine Leistungssteigerung von durchschnittlich
des prestations et quant aux nécessités qui découlent de 3 Prozent pro Jahr festzustellen. Von 1974 bis 1983-um ein
l'introduction de la semaine de 42 heures. A mon avis, la paar Zahlen zu nennen - konnte man einen Leistungszu-
seule attitude logique est de soutenir la proposition du wachs von 29,3 Prozent registrieren; demgegenüber hat das
Conseil fédéral. Personal nur um 9 Prozent zugenommen.
Pour finir, M. Lüchinger a confirmé que la majorité de son Die hier dargebotenen Extrapolationen bis ins Jahr 2000
groupe est favorable à la réduction des heures de travail finde ich absurd. Aber machen wir einmal den Vergleich mit
sans augmentation des effectifs. Mais alors, si nous suivons anderen Dienstleistungsunternehmen, zum Beispiel den
notre collègue, le résultat aggraverait les conditions de Banken, in bezug auf die Zunahme der Erwerbstätigen. Von
travail du personnel qui doit déjà faire de gros efforts pour 1974 bis 1983, um den gleichen Zeitraum zu wählen, wurde
garantir la qualité des prestations des PTT. M. Lüchinger a bei den Banken 30 Prozent mehr Personal angestellt. Bei
même ajouté que les PTT n'ont pas donné de preuves den Versicherungen waren es 28,6 Prozent, bei der Post -
suffisantes pour justifier l'augmentation des effectifs. Je ne wie gesagt - rund 9 Prozent. Diese Zahlen kann man im
comprends pas comment il peut tirer de telles conclusions. übrigen dem Statistischen Jahrbuch entnehmen.
J'ai lu avec attention le rapport qui nous a,été soumis, où les Was für eine Post wollen wir eigentlich? Wir wollen eine
PTT évoquent clairement les trois motifs qui justifient l'aug- Post, die immer mehr Leistungen erbringt. Diese Leistungen
mentation du personnel: croissance des prestations, aug- müssen immer besser sein, und sie müssen in der Quantität
mentation du trafic et introduction de la semaine de 42 und Qualität garantiert sein - siehe Zeitungen, wo man das
heures. La justification est évidente, elle est prouvée claire- rechtzeitige Austragen verlangt. Die PTT-Betriebe müssen
ment; elle est parfaitement conforme aux dispositions de die Bedürfnisse des Marktes, der Wirtschaft sowie der Priva-
l'article 2,2" alinéa, de la loi sur le plafonnement des effectifs ten befriedigen können, und zwar optimal.
du personnel votée ici même. Mit den personellen Vorgaben, die vor allem die Minderheit l
Quant aux arguments de M. Lüchinger concernant une nun will, ist das einfach nicht möglich. Wenn Sie kein
décision de refus de l'augmentation, simplement pour aver- Mehrpersonal zur Kompensation der Arbeitszeitverkürzung
tir la direction des PTT et pour éviter d'avoir demain 80 000 beschliessen, bleibt für das vorhandene Personal einfach
employés dans cette entreprise, il me semble qu'ils soient mehr Arbeit, damit mehr Überzeit wie auch mehr Sistierung
inacceptables et qu'ils risquent, s'ils sont pris en considéra- von Ruhe- und Feiertagen. Hier haben wir bereits einen
tion à titre de mise en garde, d'avoir des conséquences erheblichen Rückstand; gemäss 1983 waren es rund 200 000
négatives et fâcheuses tant pour l'entreprise comme telle et Tage. Diese Mehrarbeit ist nicht gratis; denn diese Rück-
par rapport aux prestations demandées par le public que stände an Ruhe- und Ferientagen müssen auch bezahlt
pour le personnel qui y travaille. C'est pour toutes ces werden. Damit wird aber die Arbeitszeitverkürzung zu einer
raisons que je vous invite à suivre la proposition du Conseil Lohnerhöhung und bestätigt die Erfahrung, dass Lohn-
fédéral et de la majorité II conduite non par un gauchiste erhöhungen einfacher zu erhalten sind als Arbeitszeitverkür-
mais par un radical, M. Salvioni. zungen.
Ich meine, dass es vor allem in der heutigen Zeit viel ver-
Seiler: Zuerst möchte ich Herrn Wagner beruhigen in bezug nünftiger wäre - wir haben immer noch über 30 000 Arbeits-
auf die Meinung unserer Fraktion. Herr Feigenwinter hat lose -, dieses Geld für Neuanstellungen auszugeben. •
hier eine schwache Mehrheit der Fraktion vertreten. Eine Ich bitte Sie daher eindringlich, im Vertrauen in die Leitung
starke Minderheit wird sich für die Mehrheit oder die Min- der PTT, aber auch in den Bundesrat, der Minderheit II
derheit II entscheiden. zuzustimmen.
Herr Bremi hat zu Anfang gesagt: «Wir stehen vor der
schwierigen Aufgabe, für eine Leistung die richtige Anzahl Stappung: Bei den PTT wurden durch Rationalisierungen
Leute festzulegen.» Ich bin der Meinung, mit dieser Aufgabe und durch Reduktion der Dienstleistungen bereits namhafte
sei das Parlament hoffnungslos überfordert. Die Überforde- Einsparungen auf dem Personalsektor gemacht. Wenn die
rung zeigt sich in der Bemerkung von Herrn Bremi, dass Steigerung an Personal gewisse Herren hier im Rat nach-
203-N
PTT. Budget 1985 1608 N 3 décembre 1984
denklich stimmt, so muss ich Sie nochmals auf die Ver- zunahm. Das zeigt doch, Herr Lüchinger, dass die PTT seit
kehrszunahme von nahezu einem Drittel in den letzten zehn eh und je bestrebt sind, rationell zu arbeiten. Manchmal geht
Jahren hinweisen. dieses Bestreben nur fast zu weit zulasten des Personals. Ihr
Bei einem Dienstleistungsbetrieb, der praktisch ununterbro- Kollege Auer wies als Berichterstatter zum PTT-Geschäfts-
chen rund um die Uhr einen Personale;nsatz verlangt, kön- bericht 1983 darauf hin, dass die PTT 1983 mit einem Anteil
nen nicht einfach Vergleiche mit der Privatwirtschaft gezo- von 1,85 Prozent aller Erwerbstätigen des Landes einen
gen werden. Ich kenne keine Branche in der Privatwirt- Anteil von 2,5 Prozent des schweizerischen Bruttosozialpro-
schaft, die derart personalintensiv ist wie die PTT. Die duktes erwirtschafteten. Auch das ein Hinweis, dass die PTT
Diensttouren müssen permanent besetzt sein. Auch Lehr- rationell zu arbeiten wissen.
töchter und Lehrlinge müssen sich am Dienst beteiligen. Deswegen sind nach meiner Meinung diese vom Bundesrat
Darum braucht es mit der Einführung der fünften Ferienwo- verlangten 1111 Stellen notwendig. Sie sind auch notwen-
che ganz einfach zusätzliches Personal. dig, weil der Bundesrat eher knapp kalkuliert hat (bei den
Auch bei den postalischen Diensten wurde rationalisiert. Ich notwendigen zusätzlichen Stellen für die fünfte Ferienwo-
darf auf die Auflagen, die seitens der Post gemacht wurden, che für Lehrlinge und Jugendliche braucht es beispiels-
hinweisen: die Briefkästen mussten an die Strasse versetzt weise mehr als die eingestellten 100 zusätzlichen Stellen).
werden; es wurden Quartierpostfachstellen eingerichtet, Es darf auch nicht übersehen werden - Herr Seiler hat
man erwartet vom Postkunden - auch von älteren Personen bereits darauf hingewiesen -, dass dem PTT-Personal noch
-, dass sie ihre Post auf der Poststelle oder der Quartierpost- rund 200 000 Tage oder ungefähr 800 Mannjahre an nicht
fachstelle abholen. Die Postkunden rnussten infolge des bezogenen Ferien, Ruhetagen und Überzeit zustehen. Auch
Personalmangels zum Teil massive Inkonvenienzen in Kauf die Frage der Nachvertragung der Zeitungen bedingt etwas
nehmen. Die Briefträger werden periodisch durch Inspekto- mehr als 100 zusätzliche Stellen. Wie ich soeben dem Votum
ren betreffs Zeitaufwand ihrer Tour kontrolliert. von Herrn Bundespräsident Schlumpf entnahm, sind diese
Herr Feigenwinter, es ist eine simple Rechnung, die Sie über 100 Stellen bei ihm gar nicht eingerechnet. Er will sie
anstellen, wenn Sie glauben, der Briefträger könne täglich - offenbar mit Einsparungen bei anderen Dienstleistungen
einfach so - 20 Minuten einsparen. Offenbar erwarten Sie der PTT kompensieren.
und gewisse andere Leute hier im Rat von den Briefträgern, Wir wollen eine leistungsfähige PTT erhalten. Die Arbeits-
dass sie in Zukunft ihre Arbeit im Laufschritt verrichten. Das zeitverkürzung soll nicht zum Anlass genommen werden,
gleiche gilt für die hier kritisierten und leider oft verzögerten Leistungen abzubauen oder zu verschlechtern. Aber ich
Expresszustellungen. Die Expressboten leisten sicher ihr kann mir Kreise vorstellen, die genau das beabsichtigen und
Möglichstes, damit die Eilsendungen zur Zeit zugestellt wer- das auch begrüssen würden. Herr Lüchinger hat sich ja in
den. Aber auch auf diesem Sektor fehlt Personal. diesem Sinne geäussert, als er hier der Privatisierung
Herr Kommissionspräsident Bremi hat sehr deutlich gesagt, gewinnträchtiger PTT-Tätigkeitsbereiche das Wort redete.
dass das Personal der PTT in bezug auf Sozialleistungen Diese Kreise und Herr Lüchinger haben ein Interesse daran,
besser gestellt sei als in privaten Unternehmungen. Das dass die PTT nicht besonders gut funktionieren. Dann hat
stimmt. Bei gleichem Lohn, aber tieferen Sozialleistungen, man ein zusätzliches Argument für die Privatisierung.
sagt Herr Bremi weiter, könne auch ein Privater konkurrie- Ich bitte Sie, dem Antrag der Minderheit II zuzustimmen,
ren. Jetzt haben wir es einmal mehr-Herr Lüchinger hat es also alle 1111 Stellen zu bewilligen und damit zu verhindern,
heute nochmals bestätigt -: wir wissen nun, um was es dass Leistungen bei den PTT abgebaut werden müssen.
diesen Herren mit dem Personalstopp geht. Es geht ihnen Herr Bundespräsident Schlumpf hat einige Beispiele
lediglich um den Profit auf Kosten der Arbeiter und Ange- erwähnt. Es wären noch andere zu erwähnen. Wichtig ist,
stellten. Mit politischem Druck zur Einhaltung des Personal- dass die Arbeitszeitverkürzung auch bei den PTT gewährt
stopps wird die anstehende Arbeit nicht erledigt, und vor werden kann; dazu braucht es in dieser Tranche 400 zusätz-
allen Dingen ist den Postkunden in keiner Weise gedient. liche Stellen.
Der Personalbestand muss den tatsächlichen Bedürfnissen
entsprechen und darf nicht politisch willkürlich festgelegt M. Candaux: Vous me permettrez certainement de m'expri-
werden. mer non seulement comme conseiller national, mais aussi
Eine Erhöhung um 1111 Stellen ist notwendig, um auch die en tant qu'ancien buraliste postal au sujet du budget de
verlangte Zustellung der Zeitungen sicherzustellen. Ich bin notre grande régie, les PTT. Bien des éléments, nous l'avons
überzeugt, dass eine Kürzung um 251 Stellen nach Antrag vu, influent sur ce budget. Il s'agit d'abord de la réduction du
der Finanzkommission, oder sogar um 400 Stellen, zwangs- temps de travail, autrement dit de la semaine de 42 heures,
läufig einen weiteren Leistungsabbau - den wir nicht wollen dès le 16' juin 1986, et de la compensation de la réduction de
- zur Folge hätte. Ich bitte Sie daher, dem Antrag des ce temps de travail, de l'augmentation des salaires due au
Bundesrates und der Minderheit II zuzustimmen. renchérissement du coût de la vie (2,5 pour cent), de l'aug-
mentation également du trafic postal dans tous les secteurs,
Renschier: Es fällt einem tatsächlich schwer zu glauben, de la distribution des journaux et colis, des imprimés
dass Herr Seiler und Herr Feigenwinter in der gleichen urgents et non urgents, du service financier à l'usage du
Fraktion sitzen. Man kann daraus den Schluss ziehen, dass public, non seulement au moyen du bulletin de versement
offenbar die christliche Toleranz sehr weit geht. ou du mandat postal - ce dernier étant en voie de disparition
Herr Feigenwinter hat am letzten Donnerstag dem PTT- - mais par le compte de chèques, le postchèque, le posto-
Personal den Dank für seine Leistungen ausgesprochen. mat, la carte de versement, les bulletins de versement ou de
Angesichts dieses eminenten Dankes wird es dann von ihm paiement avec numéro de référence, voire le mandat télé-
aber aufgefordert - gewissermassen als Abgeltung -, die graphique. A tout cela il faut ajouter les transports publics
Arbeitszeitverkürzung mit erhöhtem Arbeitsstress statt mit par cars postaux avec des lignes postales déficitaires, parce
vermehrten Stellen zu verwirklichen. Herr Feigenwinter: que desservant des régions excentriques avec peu de popu-
Gelb ist zwar die Farbe der PTT, deswegen brauchen Sie lation. Il s'agit réellement d'un service public efficace et
aber das Personal gleichwohl nicht erneut mit einer Zitrone régulier dont les PTT absorbent le déficit sans compensa-
zu vergleichen, von der man nie wisse, ob der letzte Tropfen tion de la part des communes desservies.
bereits ausgepresst worden sei. Nous savons que les taxes de ce trafic seront réadaptées dès
Herr Lüchinger fragt nach dem Beweis von seiten der PTT- l'automne 1985. Reste encore le secteur toujours plus
Generaldirektion, ob tatsächlich mehr Personal für die important des télécommunications qui annonce des béné-
Arbeitszeitverkürzung notwendig sei. Dieser Beweis ist fices importants mais aussi une baisse des tarifs sur les
bereits erbracht worden. Vorhin hat Herr Seiler darauf hin- télécommunications internationales afin de se mettre à
gewiesen, dass die PTT in den letzten zehn Jahren, von 1974 l'unisson sur le plan européen.
bis 1983, Leistungssteigerungen von fast 30 Prozent aufwie- A cette tribune, j'ai entendu la crainte exprimée au sujet du
sen, der Personalbestand aber nur um knapp 9 Prozent monopole des PTT et du bénéfice à tout prix. A ce sujet, je
3. Dezember 1984 N 1609 PTT. Voranschlag 1985
crois que l'on se fait des idées. Il est évident que pour les La situation n'est pas aussi simple que le disait jeudi dernier
secteurs avantageux, il y aurait certainement beaucoup M. Feigenwinter qui confond, me semble-t-il, un peu facile-
d'entreprises qui seraient candidates. Quant aux secteurs ment une entreprise de services comme les PTT avec une
déficitaires, en dehors des PTT, il n'y aura certainement entreprise de production où hommes et femmes sont mal-
personne, en tout cas pas au prix des tarifs actuels des PTT. heureusement de plus en plus souvent remplacés par des
Permettez-moi encore de rappeler l'effort constant et de machines hautement perfectionnées. En utilisant l'image du
longue haleine pour moderniser et rationaliser les services. citron que l'on peut presser sans fin, M. Feigenwinter a
Il y a dix ans déjà que les PTT ont décrété cette vaste témoigné d'une singulière méconnaissance de la situation
campagne subventionnée des boîtes aux lettres qui a permis aux PTT. Je ne serais pas étonné si les dirigeants et le
d'accélérer la distribution et, dans le même temps, de dimi- personnel de l'entreprise devaient considérer ses déclara-
nuer le temps du personnel distributeur, d'où économie sur tions comme une insulte à leur égard. Pour ma part, je
la main-d'œuvre. Pourtant, nous ne devons pas perdre de regrette un tel manque de compréhension des problèmes
vue l'augmentation annuelle du nombre de ménages, envi- qui se posent à cette entreprise.
ron 30 000, qu'il faut bien desservir. Pourquoi cette augmen- Un refus d'adapter les effectifs aux besoins, comme le
tation, tout simplement parce que les moyens financiers à prévoit le budget, obligerait les PTT, je le répète, à réduire
disposition des jeunes, et c'est heureux, leur permettent, leurs prestations, dont une partie sont d'ailleurs des tâches
comme l'on dit, de se mettre en ménage. en faveur de l'économie générale. Ni la population, ni les
Ayant travaillé plus de vingt-cinq ans comme petit buraliste entreprises, ni les diverses organisations économiques ne
postal, autrement dit au bas de l'échelle de la hiérarchie et sont prêtes à accepter une réduction de prestations. On a
des traitements, je tiens pourtant à rendre hommage à vu, en particulier, comment les éditeurs de journaux ont
l'esprit d'entreprise, à la précision et à la compréhension de réagi à l'intention de limiter la distribution des quotidiens ou
la direction générale et des directions d'arrondissements d'autres organes de presse.
postaux qui coordonnent l'application des instructions et Monsieur Kurt Müller, vous devriez logiquement soutenir la
règlements dans 603 offices et 3294 bureaux de poste de demande visant à augmenter de 1111 unités les effectifs,
notre pays. Je rends hommage aussi au personnel des PTT, sans quoi la question de la distribution des journaux se
mes anciens camarades, qui appliquent les décisions des posera à nouveau à plus ou moins brève échéance.
Chambres fédérales et de la direction générale, décisions Je vous invite par conséquent à accepter les augmentations
qui ne sont pas toujours à l'avantage du personnel. Je pense de personnel telles qu'elles sont proposées par le Conseil
en particulier à la vulgarisation du compte de chèques qui a fédéral dans son message. Il y va non seulement des condi-
enlevé, ce que l'on nomme dans notre jargon, le mouvement tions de travail du personnel mais aussi de l'avenir des PTT.
de fonds des bureaux, dans une certaine mesure il est vrai,
et de ce fait a diminué le nombre des «points» de trafic, base Lanz: Die von Kommissionsmehrheit und -minderheit I
du salaire des petits buralistes. Pourtant, l'application du geforderten Rationalisierungsmassnahmen können nur Lei-
système est un succès, preuve en est que le personnel PTT stungsabbau bedeuten! Die Rationalisierungsreserven bei
joue le jeu. den PTT sind längstens verbraucht. Die Arbeitszeitverkür-
Il est bon qu'à notre époque où l'on connaît une recrudes- zung von 48 auf 46 Stunden wurde seinerzeit durch Rationa-
cence des agressions, la possibilité soit offerte au public de lisierung aufgefangen, ohne das Dienstleistungsangebot
payer au moyen de titres plutôt qu'en espèces. sehr zu verschlechtern. Damals wurde ein perfektionisti-
Face à l'extension du trafic postal, des services financiers, sches Dienstleistungsangebot gegen ein gutes Dienstlei-
des télécommunications et de la deuxième distribution des stungsangebot eingetauscht. Die Arbeitszeitverkürzung von
journaux, face au sérieux des moyens comptables et de la 46 auf 44 Stunden war schon schwieriger. Dieser Rationali-
statistique, miroir permanent et presque instantané de la sierungseffekt brachte bereits einen gewissen Leistungsab-
marche de l'entreprise, nous devons donner à l'entreprise bau. Der jetzt bevorstehende Rationalisierungseffekt für das
des PTT les moyens de sa politique. C'est pourquoi je vous Auffangen der 42-Stunden-Woche muss Leistungsabbau be-
recommande de voter le budget tel que proposé par le deuten!
Conseil fédéral le 17 octobre 1984 et de su ivre la proposition Aber, meine Damen und Herren von der Mehrheit und der
de la minorité II. Minderheit l: Welche Leistungen sollen in Zukunft nicht
mehr voll erbracht werden? Das habe ich bis jetzt noch nicht
M. Clivaz: La proposition du Conseil fédéral d'augmenter gehört. Ich habe nur gehört, was ganz sicher nicht abgebaut
les effectifs du personnel des PTT de 1111 unités en 1985 est werden darf. Aber Sie wären dokumentiert genug, um auch
tout à fait justifiée. zu sagen, was denn wirklich abgebaut oder welche Dienst-
Si les PTT ne sont pas en mesure de faire face à l'accroisse- leistungszunahme nicht erbracht werden soll. Soll die Priori-
ment du trafic et d'appliquer la réduction du temps de travail tätensetzung etwa den PTT-Betrieben überlassen werden,
sans augmenter les effectifs, c'est simplement parce qu'ils um gegenüber den benachteiligten und somit unzufriede-
ont utilisé jusqu'ici au maximum les possibilités de rationali- nen Bürgern und Wählern die Hände in Unschuld waschen
sation. Il ne leur est toutefois pas possible d'employer des zu können?
robots pour distribuer le courrier ou pour servir les clients Bis jetzt wurde nur - wie erwähnt - gesagt, wo nicht abge-
aux guichets des bureaux de poste. En fait, la productivité baut werden soll. Wenn die PTT nach rein betriebswirt-
n'a cessé de croître aux PTT au cours des dernières années schaftlichen Kriterien rationalisieren würden, könnte die
et elle continuera encore à l'avenir, ce qui, du reste, a été zweite Zeitungszustellung überhaupt nicht realisiert wer-
expressément constaté dans cette salle lors de l'examen des den. Das wissen Sie genau. Oder sollen etwa Poststellen
comptes de 1983. A cette occasion, M. Auer a pu dire que la aufgehoben oder-wie vom Herrn Bundespräsidenten ange-
productivité des PTT est supérieure à la moyenne suisse. kündigt - die Postschalter früher geschlossen oder die
Comme M. Renschler l'a rappelé tout à l'heure, les PTT unadressierte Briefpost privatisiert werden? Solche Versu-
occupent 1,85 pour cent de la main-d'œuvre du pays et che wurden getätigt. Ganze Bündel lagen dann in den
réalisent 2,5 pour cent du produit intérieur brut. Entre 1974 Abfallcontainern - wobei ich nicht gesagt habe, sie seien
et 1983, les prestations des PTT ont augmenté - on l'a dort am falschen Ort gewesen. Die Fernmeldedienste haben
également déjà mentionné ici - de 29,3 pour cent et les ganz genau ausgewiesen, dass eine Verkehrszunahme von
effectifs de moins de 9 pour cent. 5,5 Prozent Teilnehmer-Anschlussbegehren von gegen
La direction de l'entreprise a donc fait preuve d'une très 80 000 für das nächste Jahr anstehen werden. Also wo und
grande retenue dans l'augmentation des effectifs. C'est was soll rationalisiert werden?
pourquoi le personnel a de plus en plus de peine à prendre Ich kann Ihnen sagen: der Leistungsabbau fällt auf diejenige
normalement ses jours de repos. On compte, à l'heure Gruppe von Mitbürgern, die die kleinste Lobby hat. Das ist
actuelle, 200 000 jours de congé ou de vacances en retard keine leere Behauptung. Ich war über 30 Jahre bei den
aux PTT. Fernmeldediensten der PTT tätig und kann Ihnen sagen, wie
PTT. Budget 1985 1610 N 3 décembre 1984
Leistungsabbau an der Front aussieht. Wenn Sie das wün- Die PTT betonen immer, dass der Personalzuwachs kleiner
schen - im privaten Gespräch hätte ich schon noch einige sei als der Verkehrszuwachs. Man kann nicht einfach
Beispiele. behaupten, wie Herr Lüchinger es getan hat, dass da ein
Bei der Frage der Privatisierung der «Peripheriegeräte», wie gelber Gigant gemästet werde. Es geht darum, dass die PTT
sie vom Herrn Kommissionspräsidenten und von Herrn genügend Personal haben, um mit der neuen Technologie
Lüchigner vorher angespielt worden ist, haben ja die PTT- Schritt zu halten. Das müssen sie können. Deswegen bin ich
Betriebe bewiesen, dass sie solche Geräte (nach der Steck- für Zustimmung zum Antrag PTT/Bundesrat und für den
dose) der Privatwirtschaft überlassen, wo es auch technisch Antrag der Minderheit Salvioni.
opportun ist. Die Beispiele von Herrn Bremi sind technisch
nicht relevant. Radio und Fernseher sind reine Empfangsge- M. Meizoz: M. Lüchinger a dit tout à l'heure que la preuve
räte. Die PTT-Betriebe senden Signale, aber sie erhalten von n'avait pas été apportée que l'on ne peut pas réduire la
diesen Geräten keine Signale. Speziell die Telefon- und durée du travail sans augmenter l'effectif du personnel. Ce
Telegrafenapparate aber sind Aggregate, die die Anlagen disant, M. Lüchinger oublie que, par rapport aux premières
der PTT sehr stark in Mitleidenschaft ziehen, wenn sie nicht demandes présentées par les PTT en 1982, leurs exigences
einwandfrei funktionieren. Darum kann man nicht die ont été sensiblement réduites, ce qui est la manifestation
Zuständigkeit für jedes «Peripheriegerät» à priori einfach d'une volonté très ferme de limiter dans toute la mesure
weitergeben. Sollten die PTT auch noch den Service, den possible l'engagement de collaborateurs supplémentaires.
Entstörungssdienst besorgen müssen, dann wirkte sich die Je voudrais souligner aussi que les PTT ne disposent pas
Privatisierung kontraproduktiv aus. Die Lagerbewirtschaf- des mêmes possibilités techniques de rationalisation que les
tung von Ersatzteilen würde noch komplizierter und kosten- CFF. Malgré cela, ils ont poussé très loin leurs efforts dans
intensiver, wenn jedes Gerät, das irgendwann auf den Markt ce sens; l'amélioration de la productivité qui en est résultée
kommt, auch angeschlossen werden darf. est considérable. Quant à l'évolution du trafic des PTT, elle
Herr Feigenwinter (Präsident: Ihre Redezeit ist abgelaufen), est en hausse régulière, ce qui n'est pas le cas des CFF.
die Zitrone ist ausgedrückt, eine total ausgedrückte Zitrone Contraindre les PTT à opérer la réduction de la durée du
in Ihrer Hand ist keine Zitrone mehr, das war einmal eine travail sans leur offrir, en contrepartie, la possibilité de
Zitrone! Wollen Sie, dass auch die PTT, die heute zuverläs- recruter les agents dont ils ont besoin pour mener à bien
sig, pünktlich arbeitet und als beste Kuh in unserem Bun- cette opération, c'est les amener à réduire les prestations en
desbetrieb dasteht, wollen Sie, dass diese einmal keine PTT faveur du public. Exception faite de la suppression de la
mehr ist oder nicht die jetzige? deuxième distribution postale, à laquelle je crois pouvoir
Wenn Sie keinen Leistungsabbau wollen, dann stimmen Sie souscrire, il ne saurait être question, à notre sens, de nous
bitte den Anträgen des Bundesrates zu. engager sur la voie d'une diminution des prestations au
service de la clientèle. Je dis donc non à toute réduction des
Keller: Ich gehöre in der Tat auch den von Herrn Salvioni prestations, comme je dis non à la privatisation de certaines
vertretenen Antragstellern an. Aber offensichtlich hat er mir, tâches, actuellement remplies par les PTT, privatisation des
als Mitglied der CVP, gar nicht zugetraut, dass ich seinen activités rentables de notre grande régie, comme d'aucuns
Antrag unterschreiben könnte. le souhaiteraient et comme une motion déposée par M.
Ich knüpfe bei unserem Artikel 2 der Stellenplafonierung an. Hunziker le proposait le 2 décembre 1980.
Dort wird festgehalten, dass eine Erhöhung des Personalbe- Les prestations des PTT doivent demeurer ce qu'elles sont,
standes nur dann erfolgen darf, wenn diese nicht durch en nombre et en qualité.
Rationalisierung usw. vermieden werden kann. Dieser Para- Je constate que plusieurs parlementaires s'opposent à la
graph entwickelt sich immer mehr zu einem helvetischen fois à la réduction des prestations et à l'augmentation des
Orakel von Delphi: Es wird zwar allgemein in Aussicht effectifs. Une telle attitude est incohérente, car la réduction
gestellt, dass diese Erhöhung erfolgen kann, aber niemand des prestations sera la conséquence inévitable d'une insuffi-
weiss, unter welchen Bedingungen das der Fall sein wird. sance d'effectif.
So entsteht nun ein Grabenkrieg; auf der einen Seite jene, J'ajouterai, enfin, que les comptes des PTT sont bénéfi-
wie die PTT oder der Bundesrat, auf der anderen Seite das ciaires. La Confédération en tire un profit non négligeable
Parlament mit seinem stets repetierten Wort «mehr rationali- puisque le budget 1985 prévoit un versement de 150 millions
sieren». Und mit Blick auf die 57000 Mitarbeiter der PTT à la caisse fédérale. L'engagement de personnel supplé-
kann man natürlich generell immer behaupten, da seien mentaire n'aura donc pas pour effet d'affaiblir la contribu-
immer noch Leute, die man einsparen könnte. Das hört im tion des PTT en faveur de la Confédération. Notre grande
Grunde genommen nie auf. Wenn der Bundesrat ein Zei- régie fédérale, entreprise prospère, occupant un personnel
chen guten Willens setzt, dann nimmt man es natürlich als hautement qualifié et animé par un esprit de service remar-
Beweis, dass er weiterhin rationalisieren kann, da es ihm ja quable, a donc les moyens financiers de supporter la
vorher auch gelungen ist. Damit steht er gewissermassen in dépense occasionnée par l'application de la décision du
einem endlosen Rationalisierungsverdacht. Conseil fédéral.
1111,860 oder 711 Stellen? - Das ist die Frage. Das Merkmal La réduction de la durée du travail est inéluctable. Le
bei den Vorschlägen für 860 oder 711 Stellen sehe ich darin, moment est venu de la rendre possible, aux PTT comme
dass wir als Parlament vermehrt in den Betrieb der PTT ailleurs, dans des conditions acceptables, aussi bien pour
hineinwirken. Wir mischen uns in diese Unternehmung ein. les usagers que pour le personnel. C'est pourquoi je vous
Die PTT haben immer betont, dass ihre Personalvermehrung invite à souscrire aux propositions du Conseil fédéral.
nur erfolgt, wenn ein absoluter Bedarf vorhanden ist. Sie
haben stets ebenso deutlich gemacht, dass ein Abstrich an Feigenwinter, Sprecher der Minderheit l: Der Saft dieser
Personal auch eine Verkürzung der Leistung bedeutet. Zitrone scheint verschiedenen Damen und Herren in diesem
Diese Warnung sollte man nicht einfach in den Wind schla- Rat sauer aufgestossen zu sein. Das ist an sich verständlich,
gen. Herr Bundespräsident Schlumpf hat es ebenfalls deut- aber es ist unverständlich, dass man mir die Schuld daran
lich gesagt: Es erfolgt eine Verminderung der Quantität der gibt. Ich habe diesen Saft nicht produziert. Ich habe nicht
Leistungen. Das ist die Frage: «Weniger Staat!» Man kann gesagt, die PTT müssten wie eine Zitrone ausgepresst wer-
es unter diesen Titel fassen - aber wer übernimmt die den. Gott sei Dank gibt es ein «Amtliches Bulletin», wo Wort
abgebaute Leistung? Beispielsweise, wenn am Samstag für Wort festgehalten wird, was man produziert hat.
vormittag die Post schliesst? Ich habe das Beispiel von einer ausgedrückten Zitrone ein-
Wer also die volle Leistung der PTT will, der muss für die mal im Zusammenhang mit der Verlängerung der Bundes-
1111 Stellen eintreten. Damit ist auch die Nachvertragung finanzordnung gebraucht. Zitat «Amtliches Bulletin»: «Das
der Zeitungen, auf die ich grossen Wert legen möchte, ist dann den Gewerkschaften in den falschen Hals gekom-
gesichert. Dann ist sie kein rhetorisches Begehren, sondern men. Ich verlange nicht, dass man die PTT ausdrückt wie
eine realistische Forderung. eine Zitrone, dass man das Personal presst. Das Beispiel von
3. Dezember 1984 N 1611 PTT. Voranschlag 1985
der Zitrone geht dahin, dass man nie sicher ist, ob aus der die Finanzkommission 100 mehr festsetzen müssen, nicht
Zitrone wirklich der letzte Tropfen ausgepresst worden ist. 150. Der Beschluss ist ein bisschen aus dem Ärmel heraus
Ebensowenig ist man sicher, dass bei den PTT oder bei improvisiert worden, weil man einfach nicht ganz hart blei-
einem anderen Unternehmen die letzte Anstrengung zur ben wollte. Die Nachvertragung findet erst im Jahre 1986
Rationalisierung, zur besseren Organisation, geleistet statt, weil dann -die Einmalzustellung zusammen mit der
wurde.» Umstellung auf 42 Stunden eingeführt wird. Ich glaube also,
Ich nehme an, dass Frau Jaggi diese Erklärung entweder es ist gerechtfertigt, konsequent zu bleiben. Es gäbe noch
nicht gehört hat, weil sie nicht im Saal anwesend war-wie viele Argumente dafür- die Zeit fehlt mir, ich wurde bereits
gegenwärtig -, oder dass sie sie in der Zeitung gelesen hat. abgeläutet -, dass es konsequent ist zu sagen: Verkehrszu-
In einer welschen Zeitung konnte ich tatsächlich lesen, ich nahme ja, mehr Personal wegen Arbeitszeitverkürzung nein,
solle gesagt haben, man müsse die PTT auspressen wie eine weil die PTT sich wirtschaftlich betätigen müssen wie jedes
Zitrone; womit wieder einmal bewiesen wäre, dass nicht andere Unternehmen von dieser Grössenordnung.
alles, was gedruckt wird, auch gesagt worden ist.
Ich brauche wahrscheinlich den Vorwurf von Herrn Clivaz Bremi, Berichterstatter: Alles, was an Gescheitem über die-
nicht hinzunehmen, dem Personal der PTT gegenüber einen ses Thema gesagt werden kann, ist jetzt gesagt. Es bleibt
«insult» gemacht, also das Personal praktisch mit Dreck mir nur noch eine kurze Zusammenfassung und eine Kor-
beworfen zu haben. Herr Verwaltungsrat Clivaz - er ist ja rektur. Die Zusammenfassung: Sie haben die PTT in einer
zugleich Mitglied des Verwaltungsrates der PTT- wird wohl ausserordentlich blumigen Art und Weise qualifiziert. Ich
nach dieser meiner Richtigstellung seinen Vorwurf zurück- fasse in einem Satz zusammen, was Sie etwa zum Ausdruck
nehmen müssen. Ich habe ausdrücklich anerkannt, dass wir gebracht haben: Die PTT seien ein bedrohlicher Gigant, der
gutes Personal in den PTT haben und auch haben wollen auch als ausgedrückte Zitrone noch immer die beste Kuh im
und dass dieses Personal auch gut gehalten sei. Aber ich Bundesstall sei. Etwa so habe ich Sie verstanden.
habe ebenso klar festgehalten, dass eine letzte Anstrengung Die Korrektur: Herr Salvioni, Sie haben darauf hingewiesen,
erwartet werden dürfte. der detaillierte Bericht über die Personalvermehrung sei in
Ich habe natürlich auch nicht gesagt, Herr Wagner, dass das der Kommission nicht diskutiert worden. Das möchte ich
Personal pro Tag 20 Minuten mehr arbeiten müsse. Das immerhin korrigieren. Dieser Bericht vom 10. Oktober 1984
Gegenteil ist ja der Fall. Was ich gefordert habe, ist lediglich, wurde nicht nur diskutiert, sondern er wurde gelesen; noch
dass das Personal diese gleiche Arbeit in 20 Minuten weni- vor der Diskussion wurde ein Ergänzungsbericht verlangt.
ger pro Tag leistet. Ich bin überzeugt, dass das im Durch- Sowohl der erste Bericht wie der Ergänzungsbericht des
schnitt machbar ist und dass die Briefträger deshalb keines- Bundesrates wurden ausführlich diskutiert. Das möchte ich
wegs - wie Herr Stappung befürchtet - ihre Arbeit im Lauf- immerhin feststellen.
schritt verrichten müssen oder an Stress sterben. Ich habe Im übrigen bitte ich Sie, dem Antrag der Finanzkommission
andere Beobachtungen gemacht. zuzustimmen. Wir wissen, dass die PTT mit diesem Budget
Herr Bremi hat es ein bisschen angetönt: Es geht hier um leben können.
einen Glaubenskrieg. Dementsprechend sind diejenigen, die
glauben, der Bundesrat habe recht, hier zahlreich nach M. Bonnard, rapporteur: Ne vous en déplaise, Monsieur
vorne gekommen. Es sind ausnahmslos die Gewerkschafts- Salvioni, la majorité affirme et maintient qu'elle n'est pas
vertreter. Es ist das gute Recht dieser Damen und Herren, convaincue que les 1111 places que vous réclamez soient
dem Bundesrat zu glauben und ihr Personal hierzu vertre- toutes nécessaires. Vous nous reprochez de ne tenir qu'un
ten. Aber es ist wahrscheinlich auch das gute Recht eines discours reposant sur des considérations générales et
Bürgers - und ich bin als Bürger hier -, seine Auffassung vagues, de ne pas avoir traité le rapport des PTT du 10 octo-
darzulegen, dass es keine Personalvermehrung braucht und bre motivant les demandes de personnel. Vos reproches
man trotzdem weniger lange arbeiten kann. sont dénués de fondement. Vous avez sans doute oublié
Wir haben nun drei Anträge. Im Grunde genommen sind qu'à la suite du rapport du 10 octobre, la Commission des
zwei dieser Anträge konsequent, nämlich derjenige des finances a demandé des renseignements complémentaires
Bundesrates, der 1111 Stellen will - man sagt, die Arbeits- aux PTT par une lettre du 23 octobre que vous avez reçue,
zeitverkürzung könne nicht ohne Personalmehraufwand comme membre de la Commission des finances. Je vous
durchgeführt werden -, und derjenige der Minderheit, die rappelle que cette lettre était motivée par le fait que le
ich anzuführen die Ehre habe, der sagt, es müsse ohne rapport du 10 octobre contenait des explications insuffi-
Personalvermehrung gehen. santes. La majorité n'a pas été convaincue par les nouvelles
Was die Finanzkommission mit knappem Mehr-10 zu 12 ist explications données par le département. Par exemple, on
das Ergebnis-festgelegt hat, nämlich 860 Stellen, ist keine s'est étonné que les PTT, qui doivent gérer un parc de
salomonische Lösung. Das ist so etwas wie ein Nachgeben. 14 946 véhicules aient besoin de 707 agents pour le faire, ce
Wenn man nämlich die Auffassung vertritt, dass es ohne qui signifie qu'un agent s'occupe de 21 véhicules dans
geht, müsste man entsprechend der Deklaration des Bun- l'année. Je doute personnellement qu'un garage privé
desrates auch sagen, das Mehrpersonal infolge Verkehrszu- puisse s'en sortir avec de tels chiffres. On s'est étonné aussi,
nahme genüge. Die Mehrheit der Finanzkommission hat qu'au niveau de la direction générale, au Département des
damit argumentiert, dass damit die Nachvertragung der télécommunications, après avoir formulé une demande de
Zeitungen gewährleistet sei. 43 agents supplémentaires, on ait réduit cette demande à
Auch Herr Müller, der heute seine Jungfernrede zu einem 16, après avoir constaté qu'on pouvait effectivement enga-
sehr beachtlichen Thema gehalten hat, hat damit argumen- ger le personnel de manière plus efficace. On peut lire aussi
tiert. Ja, die Zeitungen im Lande sind nicht diejenigen Unter- dans cette documentation, Monsieur Salvioni: «Die Grosse
nehmen, denen es am besten geht. Herr Müller hat die der jährlichen Zuwachskontingente richtet sich insbeson-
Chance, einem Unternehmen anzugehören, das es sich lei- dere nach der jeweiligen Personalbestandssituation und der
sten kann, einen Redaktor im Nationalrat zu haben. Ich Entwicklung der Austritte. Abgesehen von punktuellen Eng-
stehe einer Zeitung vor, die sich diesen Luxus nicht leisten pässen» - nous les connaissons bien, il s'agit de Zurich, de
könnte, womit ich keineswegs gesagt haben will, dass die Genève, etc. - «kann die Personalsituation bei den PTT-
Zugehörigkeit von Herrn Müller zu diesem Rat ein Luxus sei. Betrieben gegenwärtig» - le rapport est du 31 octobre - «aïs
(Heiterkeit) gut bezeichnet werden. Dank dem Rückgang der Personal-
Aber die Nachvertragung spielt nicht im Jahre 1985, sondern abgänge ist es möglich, die Aufgaben vermehrt mit eingear-
im Jahre 1986. Es ist doch absolut inkonsequent, für 1985 beitetem Personal zu bewältigen.» Enfin, je vous rappelle
150 Angestellte mehr zu verlangen, wie das die Mehrheit der M. Salvioni que, en commission, le directeur des postes, à
Finanzkommission macht, um die Nachvertragung im Jahre une question que je lui ai moi-même posée, a expressément
1986 sicherzustellen. Der Bundesrat redet von 100 Stellen admis que dans les offices de postes il était possible que des
mehr. Wenn man das Argument konsequent verfolgt, hätte horaires mieux adaptés au personnel puissent permettre
PTT. Budget 1985 1612 N 3 décembre 1984
éventuellement des gains de personnel. Après tout cela, je rascher vorangehen mit der Fernmeldetechnologie, mit dem
vous demande comment vous pouvez encore prétendre que Lokalradio, mit dem Pay-TV, mit dem Satellitenrundfunk
nous nous bornons à des considérations vagues et géné- und Videotex. Alles das, was ich gesagt habe, sind partner-
rales et comment vous pouvez prétendre que la majorité schaftliche Arbeiten der PTT; auch IFF, Videotex, Teletext,
violerait l'article 2 de la loi de 1974. Je voua demande plutôt Pay-TV, Fernmeldesatelliten haben die PTT nie allein
à vous, Monsieur Salvioni, comment vous pouvez avoir la gemacht, sondern in Partnerschaft mit privaten Unterneh-
conviction, après ce que je viens de vous dire, que les 1111 mungen. Was von den PTT an private Partner abgegeben
places sont véritablement nécessaires. werden konnte, das wurde sicher getan.
Un mot encore si vous me le permettez. Je crois qu'on peint Eine Frage, Nationalrat Feigenwinter: Sie wollen diese 400
le diable sur la muraille! Si la proposition de la majorité est Stellen, die wir für das nächste Budgetjahr vorgesehen
admise on vient nous dire que les PTT vont vaciller sur leurs haben, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereits jetzt auf
bases. Non, je crois qu'il faut être raisonnable et remettre ihre Aufgaben im Jahre 1986 vorbereiten, nicht gewähren.
l'église au milieu du village. La majorité de la commission Konsequenterweise müssten wir dann wohl nächstes Jahr
admet la suppression de la deuxième distribution postale, mit einem Antrag rechnen, auch die restlichen Kompensa-
sous réserve que les journaux soient distribués le jour de tions-Etatstellen bis auf 1320 nicht zu gewähren. Sie sagen,
leur impression. C'est la seule réduction de prestations que diese Stellen seien gar nicht nötig, die Arbeit könne intern
nous avons envisagée, et nous n'en envisageons pas d'au- verteilt werden. Wir haben aber über 200 000 Arbeitstage
tres. Voyez-vous, en définitive, entre la majorité et le Conseil «Reserve», und zwar nicht auf der Aktiv-, sondern auf der
fédéral, la différence est de 225 postes qu'il faut rapporter à Passivseite. Die schulden wir an Frei- und Ferientagen unse-
57 0000 agents, cela représente le 0,4 pour cent, c'est à dire ren Mitarbeitern, die sie bisher nicht beziehen konnten. Wir
un agent de plus ou de moins, suivant la proposition admise, müssen sie abtragen oder bezahlen. Bezahlen ist aber eine
sur 220. Il est absolument clair que 220 agents peuvent aussi schlechte Lösung. Diese Argumentation kommt mir fast vor
sans peine accomplir le même travail que 221. Je vous wie das grosse Wort: Es muss etwas geschehen, aber mir
engage à voter la majorité. darf nichts mangeln. Es geht um wichtige Leistungen einer
Unternehmung, deshalb können wir diese Probleme nicht
Bundespräsident Schlumpt: Sprechen wir nicht vom gelben so lösen.
Riesen! Wer von uns empfindet die hervorragenden Dienst- Entschuldigen Sie das offene Wort, aber ich erachte das
leistungen der PTT schon als solche eines unsympathischen nicht als «gediegene» Aufgabenteilung, die da auf uns
Wesens! Sprechen wir von dem, was die PTT für uns alle, für zukommt! Das Parlament tut Tapferes - eben PTT: «Parla-
das ganze Volk, in Tat und Wahrheit sind, von einem wirkli- ment tut Tapferes.» Es beschliesst mutig einen Stopp, bewil-
chen «golden girl». Ich bitte Sie, machen Sie nicht durch ligt keine Personalvermehrung, die Arbeitszeitreduktion soll
eine verfehlte Personalpolitik aus diesem «golden girl» intern kompensiert werden! Die Folgen davon und die dar-
einen «Kummerbuben». aus resultierende Kritik werden aber umadressiert, nämlich
Es wurde gesagt, man stehe vor einem Glaubenskrieg. Herr an alle 57 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die einen
Bremi hat hellseherische Fähigkeiten bewiesen. Es war tat- Leistungsabbau in irgendwelchen Sektoren zu vertreten
sächlich ein Glaubenskrieg, was sich hier abgespielt hat. haben werden. Im Hinblick darauf, dass es zu solcher Kritik
Dabei ist das völlig unnötig! Wir haben es hier doch mit dem kommen wird, muss ich hier mit aller Deutlichkeit sagen:
Budget zu tun. Natürlich hat ein Budget immer gewisse Wenn Sie dem Antrag der Kommissionsminderheit folgen,
Unbekannte, weil man Annahmen treffen muss; aber diese aber auch der Kommissionsmehrheit, die uns gegenüber
sollen realistisch sein. immerhin noch grosszügiger ist, wird es nicht ohne quanti-
Nationalrat Lüchinger, kein Mensch kann einen strikten tativen Leistungsabbau gehen. Die damit verbundenen
Beweis erbringen, dass er etwas braucht oder nicht. Kein Bedienungsnachteile sind schon vorprogrammiert.
Mensch kann auch sagen, dass die Frequenzzunahmen, Wir können die Postautomobile nicht rascherfahren lassen,
d. h. die Zunahmen der Nachfrage nach PTT-Leistungen, im Gegenteil, ab 1. Januar sogar noch langsamer wegen der
ganz genau soundso viele Prozente ausmachen werden. Tempolimiten! Ich kann auch nicht erwarten, dass die Post-
Nicht ein strikter Nachweis kann Sinn von Artikel 2 Absatz 2, chauffeure während ihrer Wartezeiten Telefonapparate
der hier zitiert wurde, sein, sondern nur der Nachweis einer montieren! Die 30000 neuen Wohungen, die entstanden
hohen Wahrscheinlichkeit. Es kann nicht die Aufgabe der sind, haben den genau gleichen Versorgungsanspruch wie
politischen Instanzen, insbesondere des Parlamentes, sein, die Hunderttausende von Wohnungen, die vorher schon
das wohlfundierte Wissen der Unternehmerorgane zu erset- existierten. Die dünn besiedelten Gebiete in unserem Land,
zen durch reine Ermessensentscheide. Ich will gernr einräu- die bisher noch nicht mit der UKW-Kette 3 versorgt werden,
men, dass die Anträge der Mehrheit und der Mino- c'r\s\i l sollten auch noch in diesem Jahrhundert zur dritten SRG-
wohlgemeinte Ermessensanträge sind. Aber sie sino doch Kette kommen.
mit der groben Kelle angerührt worden und vermögen einen Also, wo sollen wir einsparen?
Vergleich mit der Erfahrung von PTT-Unternehmensleitung, Ich habe keinen einzigen konkreten Vorschlag bekommen,
Generaldirektion, Verwaltungsrat, und dem Bundesrat nicht wo das möglich wäre. Es wurde nur gesagt, wo nicht. Diese
standzuhalten. Dieses Wissen kann doch nicht einfach 1111 Stellen sind ausgewiesen, sie wurden der Finanzkom-
durch solche Ermessensanträge ersetzt werden! mission - sie hat diese Unterlagen auch behandelt - detail-
Man hat von Einsparungen gesprochen, die durchaus mög- liert nachgewiesen. Ich möchte Sie doch bitten: Ersetzen Sie
lich seien; von der Zitrone, die letzten Endes zur sterilen diese sorgfältige Budgetierung nicht durch eine ermessens-
Milchkuh wird. Ich kenne mich aus; ich habe etwas Ähnli- weise Entscheidung Ihres Rates, welche in bezug auf die
ches durchgemacht. Ich habe einmal 12 Kilogramm abge- Versorgung unseres Landes durch die PTT bestimmt
nommen. Aber dann war es fertig! 100 Gramm sind dann beachtliche Nachteile haben müsste.
ausserordentlich hart abzuspecken! Eine solche Ab- Ich bitte Sie, dem Bundesrat und der Minderheit II zuzu-
speckung haben die PTT nun während bald zehn Jahren stimmen.
über sich ergehen lassen. In dieser Zitrone ist jetzt einfach
kein Tropfen mehr, der herausgedrückt werden könnte, M. Salvioni, porte-parole de la minorité II: Je maintiens que
ohne die Zitrone zu zerstören. Diese Zitrone ist unser «gol- le rapport reçu de la direction des PTT n'a pas été contesté
den girl», und das darf nicht Schaden nehmen! au sein de la commission. Les réponses aux questions
Nationalrat Lüchinger, Sie haben gesagt, man könne Ein- complémentaires qui ont été posées n'ont pas été contes-
sparungen vornehmen. Wollen wir sie einmal näher betrach- tées non plus. Le rapport complémentaire n'a pas été distri-
ten? Sparen wir im Bereich des Fernmeldewesens? Aber bué à la commission et, partant, n'a pas été discuté.
dann, Nationalrat Bremi, dürfen Sie mit Ihrer Parteimedien- Monsieur Bonnard, quelle preuve le Conseil fédéral doit-il
kommission dem Departement und dem Bundesrat nicht apporter pour démontrer qu'il peut faire le travail sans
mehr den Drohfinger zeigen und verlangen, es müsse augmenter le personnel? C'est une question à laquelle on
3. Dezember 1984 N 1613 PTT. Voranschlag 1985
ne peut pas répondre car, même s'il y avait une preuve, der Unternehmung ohne weiteres eine bescheidene Mehr-
certains diraient qu'elle n'est pas suffisante. On en arrive à leistung von 2 Millionen zugemutet werden, zumal diese ja
une guerre de religion: vous pensez qu'il est possible de einem eminenten öffentlichen Interesse entspricht.
faire tout le travail sans augmenter le personnel; moi, je Ich bitte Sie deshalb im Namen unserer Fraktion um Zustim-
crois, d'après mon expérience, qu'il faut augmenter le per- mung zum vorliegenden Antrag.
sonnel si on diminue les heures de travail sinon, on fermera
les guichets ou il n'y aura personne derrière. Or, je tiens à Bremi, Berichterstatter: Der Antrag von Herrn Ruf lag der
éviter la fermeture des guichets. Kommission nicht vor. Wir haben ihn nicht besprochen. Ich
kann nicht im Namen der Kommission sprechen.
Abstimmung - Vote Wir werden hier in dieser Session ohnehin eine Tarifdiskus-
Eventuell - A titre préliminaire sion führen, im Rahmen des SBB-Budgets. Mindestens ist
Für den Antrag der Minderheit II 79 Stimmen das anzunehmen. Die PTT sehen vor, allenfalls im Herbst
Für den Antrag der Mehrheit 96 Stimmen eine Tariferhöhung - ich glaube um 5 Prozent - vorzuneh-
men. Das hätte dann für die drei verbleibenden Monate noch
Definitiv - Définitivement einen Effekt von 2 Millionen Franken. Die SBB haben ein
Für den Antrag der Mehrheit 109 Stimmen ähnliches Anliegen und wollen das im Frühjahr realisieren.
Für den Antrag der Minderheit l 65 Stimmen Wir werden darüber in dieser Session noch sprechen.
Ich möchte Ihnen beliebt machen, dass wir nur eine Tarifdis-
Antrag Ruf-Bern kussion führen, es werden die gleichen Argumente sein bei
6 Betriebsertrag den SBB wie bei den PTT. Wenn Sie bei den SBB beschlies-
615 Reisepostverkehr Fr. 118700000 sen würden, auf eine solche Tariferhöhung zu verzichten,
werden das die PTT auch berücksichtigen müssen. Ich bin
Proposition Ruf-Berne der Meinung, wir sollten hier dem Antrag der PTT zustim-
6 Produits d'exploitation men, die Tarifdiskussion bei den SBB führen und es dann
615 Service postal des voyageurs Fr. 118700000 anschliessend den PTT und dem PTT-Verwaltungsrat über-
lassen, der SBB-Tarifdiskussion bei ihrer Tariffestsetzung
Ruf-Bern: Als Folge der beabsichtigten Tariferhöhung im Rechnung zu tragen. Das würde bedeuten, dass Sie dem
Reisepostverkehr auf Herbst 1985 sehen die PTT beim Bud- PTT-Budget in der hier vorliegenden Form zustimmen.
getposten 615 Mehreinnahmen von rund 2 Millionen Fran-
ken vor. Der Aufschlag um etwa 5 Prozent soll gemeinsam M. Bonnard, rapporteur: A la rubrique 615, page 34, M. Ruf
mit der Erhöhung der SBB-Tarife erfolgen, möglicherweise propose une réduction de 2 millions. Il s'agit d'un problème
also bereits im Frühling des nächsten Jahres. Die grundsätz- tarifaire. Comme vient de le dire le président de la commis-
liche Opposition, die gegen die SBB-Aufschläge manifest sion, nous étudierons ces tarifs à propos des CFF. Ces
geworden ist, gilt natürlich auch im vorliegenden Falle. problèmes sont liés; il est donc inopportun que l'on ait deux
Ich beantrage Ihnen deshalb im Namen unserer Fraktion débats différents à propos de ces tarifs.
eine Reduktion der Einnahmen aus dem Reisepostverkehr Je propose que l'on repousse l'examen de cette question
um jenen Betrag von ungefähr 2 Millionen, der als Ertrag jusqu'à la discussion du budget des CFF. Plus tard, s'il y a
aus den Tarifaufschlägen vorgesehen ist. lieu, une correction sera apportée au budget.
Damit ein möglichst breites Umsteigen auf den umwelt-
freundlichen öffentlichen Verkehr erreicht werden kann, Bundespräsident Schlumpt: Ich bitte Sie mit den Herren
müssen alle Anstrengungen unternommen werden, um die- Kommissionssprechern, diesen Antrag abzulehnen, und
sen in sämtlichen Bereichen, insbesondere auch in tarifli- möchte dazu zwei Bemerkungen anbringen:
cher Hinsicht, zu attraktivieren. Zu diesem umweltpolitisch Die Zuständigkeit für Tariferhöhungen kann nicht ad hoc
absolut unumgänglichen Erfordernis passen Tariferhöhun- nach oben an das Parlament transferiert werden. Ferner,
gen im öffentlichen Verkehr wie eine Faust aufs Auge. Nationalrat Ruf, würde diese Kürzung sogar dann nichts
Besonders problematisch wird es gerade bei den Autobus- bringen, wenn sie beschlossen würde. Wir hätten nämlich in
linien, die ja oft entlegene Gebiete erschliessen, allerdings einem Jahr einfach um diese 2 Millionen höhere Erträge bei
eine eher geringe Kursdichte aufweisen und damit gegen der Rechnung 1985 gegenüber dem Budget. Ich bitte Sie,
den Privatverkehr einen noch schwierigeren Stand haben den Antrag abzulehnen.
als die SBB. Die Postautotarife nun noch zu erhöhen, würde
sämtlichen Bemühungen um eine Förderung des öffentli- Abstimmung - Vote
chen Verkehrs Hohn sprechen. Angesichts dès rasant fort- Für den Antrag Ruf-Bern Minderheit
schreitenden Waldsterbens und der generell immensen Dagegen Offensichtliche Mehrheit
Umweltbelastungen durch den Privatverkehr ist eine weitere
Verschlechterung der Konkurrenzfähigkeit des öffentlichen
Verkehrs schlichtweg nicht zu verantworten. Wie will man
dem Waldsterben beikommen, wenn man nicht den klein-
sten Schritt zu tun bereit ist?
Unabhängig von den Tarifentscheidungen der SBB kann der
Rat durch Zustimmung zu unserem Antrag die PTT veranlas- Bundesbeschluss über den Finanzvorschlag der PTT-
sen, auf eine Tariferhöhung zu verzichten, und damit ein Betriebe für das Jahr 1985
kleines umweltpolitisches Zeichen setzen. Es gibt meines Arrêté fédéral concernant le budget financier de l'Entre-
Erachtens keinen Grund, die Tarife der Postautokurse den- prise des PTT pour l'année 1985
jenigen der SBB anzugleichen, selbst wenn dies der bisheri-
gen Praxis entspricht. Herr Kollege Wagner hat am vergan- Detailberatung - Discussion par articles
genen Donnerstag einlässlich darauf hingewiesen, dass die Titel - und Ingress
Reisepost gerade für entlegene Gebiete oft die einzige vom
Privatauto unabhängige Lebensader darstellt. Diese Situa- Antrag der Kommission
tion gilt es unbedingt zu berücksichtigen. Wenn man die Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Abwanderung aus Randregionen bekämpfen will, so darf
man doch den öffentlichen Verkehr nicht laufend vernach- Titre et préambule
lässigen. Proposition de la commission
Nachdem einerseits die Aufwendungen der PTT für gemein- Adhérer au projet du Conseil fédéral
wirtschaftliche Leistungen stetig im Sinken begriffen sind
und andererseits ein gutes Gesamtergebnis vorliegt, kann Angenommen - Adopté
PTT. Budget 1985 1614 3 décembre 1984
Art. 1 bewenden zu lassen. Das ist immerhin noch eine feudale
Antrag der Kommission Gewinnbeteiligung des Bundes. Noch einmal: der Trend ist
nicht ganz so glänzend; wenn Sie nicht laufend die Tarife
Mehrheit erhöhen, kommen Sie in Schwierigkeiten. Sie haben vorhin
... Unternehmungsgewinn von 255 885 000 Franken und selbst zugegeben, die Eigenkapitalausstattung sei ungenü-
. . . verwendet werden: gend, als Sie sagten, sie betrage zwar noch nicht 1 Milliarde;
- Ablieferung an die erst nominell, nächstes Jahr sei man vielleicht so weit. Aber
eidgenössische Kasse Fr. 150000000 real - es geht ja um reale Dinge - müsste es wesentlich mehr
- Einlage in die sein.
Allgemeine Finanzierungsreserve Fr. 66 000 000 Es kommt weiter hinzu, dass der Kapitalertrag der PTT-
- Einlage in die Ausgleichsreserve Fr. 39885000 Betriebe, der auf besondere Umstände zurückzuführen ist,
im grossen und ganzen etwa der Gewinnablieferung
Minderheit entspricht. Da sehen Sie auch, wie problematisch diese
(Biel, Bremi, Lüchinger, Wagner) Gewinnablieferung ist.
Fr. 100000000 Schliesslich sollten wir nicht vergessen, dass seit 1978 der
Fr. 81 000 000 Bund 1,31 Milliarden Franken kassiert hat, wesentlich mehr,
Fr. 74 885 000 als in die eigenen Reserven gesteckt worden sind. Um
letztlich bei Ihren Worten zu bleiben, Herr Bundespräsident:
Art. 1 Sie haben vom «golden girl» gesprochen - ich glaube auch
daran; aber dann dürfen Sie nicht zuviel wegnehmen, sonst
Proposition de la commission bleibt es nicht golden.
Majorité Ich bitte Sie, der Minderheit zuzustimmen; wir möchten
damit ein Zeichen setzen.
... bénéfice d'entreprise de 255 885 000 francs et...
... utilisé de la façon suivante:
Bremi, Berichterstatter: Wie Sie der Fahne entnehmen kön-
- Versement à la Caisse fédérale Fr. 150 000 000 nen, gehöre ich zu dieser Minderheit; trotzdem werde ich
- Versement à la réserve générale jetzt als Kommissionspräsident das Gegenteil darlegen.
de financement Fr. 66 000 000 Die Mehrheit der Kommission hat zum Ausdruck gebracht,
- Versement à la réserve de compensation Fr. 39 885 000 dass die kontinuierliche Reservenbildung bei den PTT in
Minorité den letzten Jahren ein Mass erreicht hat, das eine zusätzli-
che Förderung von Reserven nicht mehr erforderlich macht.
(Biel, Bremi, Lüchinger, Wagner)
Das ist das eine. Und das andere: Sie hat auch zum Aus-
Fr. 100000000 druck gebracht, dass der budgetierte Beitrag der PTT zur
Fr. 81 000 000 Bundeskasse für diese unerlässlich sei und dazu beitrage,
Fr. 74 885 000 dass sie gelegentlich ausgeglichen werden kann. Die Mehr-
heit der Kommission will aus der Sicht des Bundes auf diese
Biel, Sprecher der Minderheit: Seit vielen Jahren verfolgen 150 Millionen nicht verzichten. Selbstverständlich ist das,
wir hier eine konsequente Politik, von welcher ich auch wie beim vorangegangenen Geschäft, eine Ermessensfrage.
nicht abweiche, wenn die Zitrone scheinbar ausgepresst ist. Die deutliche Mehrheit der Kommission ist der Meinung, es
Wenn auf den ersten Blick die Finanzlage der PTT sehr gut sei, wie es die PTT vorschlagen, das richtige Ermessen, und
aussieht, dürfen Sie den Trend nicht übersehen: Erneut beantragt Ihnen Zustimmung zum Antrag von Bundesrat
nehmen die Ausgaben rascher zu als die Einnahmen, das ist und PTT.
unbestreitbar. Wir haben erneut eine Finanzierungslücke,
indem die wachsenden Investitionen durch den Cash flow M. Bonnard, rapporteur: Je ne reviendrai pas sur ce que j'ai
nicht mehr gedeckt sind. Das ist unbestreitbar. Die Investi- dit dans le cadre du rapport d'entrée en matière. Je vous
tionen nehmen gleichzeitig zwangsläufig zu, und sie neh- rappelle qu'il s'agit d'une pure question d'opportunité:
men nicht nur frankenmässig zu, sondern das Risiko der quelle est la part de ce bénéfice à verser à la caisse fédérale
Investitionen wächst mit. et quelle est celle à laisser aux PTT. C'est à vous de décider.
Ich erinnere Sie an die Diskussionen über das IFS. Das ist Je vous recommande de voter dans le sens du Conseil
zwar nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Riesenbereich der fédéral, en raison de la situation financière difficile de la
technischen Entwicklung, welchen die PTT voll erfassen Confédération. Pour ma part, je ferai comme M. Bremi, je me
und wobei sie entsprechende Risiken tragen. Auf der ande- prononcerai en faveur de la proposition de M. Biel.
ren Seite besitzen die PTT als Unternehmen auch heute
noch, wenn Sie diesen gewaltigen Investitionsbedarf anse- Bundespräsident Schlumpf: In dieser vorweihnachtlichen
hen, kein eigentliches Eigenkapital. Sie müssen unter all Stimmung ist man gelegentlich etwas poetisch angehaucht,
diesen Umständen versuchen, ihre Investitionen durch und da kam mir in den Sinn: Alle Jahre wieder, kommt der
selbsterarbeitete Mittel zu finanzieren. Genau daran hindert Walter Biel. Er ist sich selber treu, und er ist auch viel
man sie letztlich durch die Ablieferung an die eidgenössi- traditionsverhafteter, als ich eigentlich gedacht hätte. Seit
sche Staatskasse. Jahren verficht er unbeirrt den gleichen Standpunkt.
Die letzte bei den Postbetrieben durchgeführte Tariferhö- Lesen Sie das «Amtliche Bulletin» des National rates, Jahr-
hung war gerechtfertigt, weil eine kräftige Unterdeckung gang 1983. Dort sehen Sie die Stellungnahme des Bundes-
bestand, die übrigens heute noch besteht. Aber bei den rates. Aber ich möchte für diejenigen, die das «Amtliche
Fernmeldebetrieben haben wir jetzt eine Kostendeckung Bulletin» nicht zur Hand haben, noch kurz sagen, weshalb
von 118 Prozent. Es bleibt dabei: Wenn Sie zum Telefonhö- der Bundesrat diesen Antrag mit der Kommissionsmehrheit,
rer greifen und telefonieren, zahlen Sie Steuern. Man hat die insbesondere Nationalrat Bremi, ablehnen muss:
Telefontarife einzig erhöht, um der Btndeskasse weiterhin Wir sagen immer, die PTT seien eine Unternehmung und
eine Ablieferung in diesem Ausmass zu ermöglichen. müssten nach unternehmerischen Gesichtspunkten geführt
Herr Bundespräsident Schlumpf, Sie haben vorhin so schön werden. Zur Unternehmungspolitik gehört es, dass einzelne
geschildert, wie das geht beim Abspecken, und dass man Bereiche ihre Kosten voll tragen und andere nicht eine volle
auch die PTT-Betriebe schon abgespeckt habe; es gehe Kostendeckung zu erwirtschaften vermögen. Dieser interne
deshalb nicht mehr weiter. Ja, Sie waren mitbeteiligt am Ausgleich ist etwas Unternehmensspezifisches, eine Wirt-
Abspecken, aber am zwangsweisen, indem Sie mitgeholfen schaftsmethode, die wir in den meisten Unternehmungen
haben, Mittel in die Bundeskasse umzuleiten, die eigentlich haben. Genau das machen die PTT. Die PTT erbringen über
in die PTT gehen sollten. Das wollen wir nicht vergessen. 300 Millionen Franken gemeinwirtschaftliche Leistungen.
Die Minderheit schlägt Ihnen vor, es bei 100 Millionen Diese werden intern ausgeglichen durch einige Sektoren,
3. Dezember 1984 N 1615 Treibstoffzölle
bei denen etwas mehr als die Kostendeckung erwirtschaftet Al. 2
werden kann. Adhérer au projet du Conseil fédéral
Ein Zweites: Die Gewinnablieferung an und für sich steht
grundsätzlich nicht mehr in Frage. Sie wurde seinerzeit im AI. 3
Auftrag der PTT-Organe geprüft, die mit der Stellungnahme Si un accro.issement extraordinaire du trafic l'exige impé-
des bundesrätlichen Juristen nicht einverstanden waren. rieusement et que les conditions fixées à l'article 2,2 e alinéa,
Herr Prof. Eichenberger hat dann den PTT-Organen in ihrem de la loi fédérale du 4 octobre 1974 instituant des mesures
Auftrag in einem wohlfundierten Gutachten nachgewiesen, destinées à améliorer les finances fédérales soient remplies,
dass eine massvolle Ablieferung dem Willen des Verfas- une augmentation des effectifs moyens peut être demandée
sunggebers und dem Text der Bundesverfassung durchaus pour les services d'exploitation.
entspricht, und dabei bleibt es.
Zur quantitativen Frage: Ich habe Ihnen heute nachmittag Abs. 1-AI.1
schon gesagt: Wir haben Ende dieses Jahres 983 Millionen Angenommen gemäss Antrag der Mehrheit
Franken Reserven. Wir werden mit der vorgesehenen Zuwei- Adopté selon la proposition de la majorité
sung in die Reserven pro 1985 1,077 Milliarden erreichen.
Wir sind damit um etwa drei Jahre früher über der Schwelle Abs. 2,3- Al. 2, 3
von 1 Milliarde, die seinerzeit als Ziel festgelegt wurde, Angenommen - Adopté
allerdings nominell. Deshalb - da pflichte ich Herrn Biel
durchaus bei - werden wir weiterfahren in der Äufnung von Art. 3, 4
Reserven, damit sie auch real die Milliarde erreichen und Antrag der Kommission
übersteigen werden. Also werden wir weiterhin Reserven
nach Massgabe der jeweiligen Unternehmensergebnisse Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
bilden. Proposition de la commission
Ich möchte Sie bitten, dem Bundesrat und der Kommis- Adhérer au projet du Conseil fédéral
sionsmehrheit zuzustimmen und diese Ablieferung auf 150
Millionen Franken zu beziffern. Angenommen - Adopté
Abstimmung - Vote Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für den Antrag der Mehrheit 82 Stimmen Für Annahme des Beschlussentwurfes 127 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit 38 Stimmen Dagegen 8 Stimmen
Art. 2
An den Ständerat - Au Conseil des Etats
Antrag der Kommission
Abs. 1
Mehrheit
... insgesamt 57 004 Personen festgesetzt.
Minderheit l #ST# 84.020
(Feigenwinter, Basler, Bonnard, Flubacher, Geissbühler, Treibstoffzölle
Lüchinger, Reichling, Schärli, Schwarz, Zbinden) Droits d'entrée sur les carburants
. . . insgesamt 56 855 Personen ...
Minderheit II Botschaft und Beschlussentwürfe vom 13. März 1984 (BBI l, 986)
Message et projets d'arrêté du 13 mars 1984 (FF I, 993)
(Salvioni, Eggenberg-Thun, Fehr, Jaggi, Meizoz, Nauer,
Wagner) Beschlüsse des Ständerates vom 21. Juni 1984
Décisions du Conseil des Etats du 21 juin 1984
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Abs. 2
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Abs. 3 Antrag der Kommission
Sofern eine ausserordentliche Verkehrszunahme es zwin- Eintreten
gend erfordert und die Bedingungen nach Artikel 2 Absatz 2 Proposition de la commission
des Bundesgesetzes vom 4. Oktober 1974 über Massnah-
men zur Verbesserung des Bundeshaushaltes erfüllt sind, Entrer en matière
kann für die Betriebsdienste eine Erhöhung des Durch-
schnittsbestandes anbegehrt werden. Antrag Herczog
Rückweisung an den Bundesrat mit dem Auftrag, einen
Art. 2 neuen Bundesbeschluss vorzulegen, der angesichts der
Proposition de la commission bekannten Umweltschäden insbesondere folgenden Anlie-
gen Rechnung trägt:
Al. 1
1. Eindämmung des Strassenbaus:
Majorité - Verwendung der zweckgebundenen Treibstoffzollerträge
... pour 1985 à 57 004 personnes. in erster Linie für den Strassenunterhalt und -betrieb; nur
subsidiäre Verwendung für Strassenneubau und -ausbau;
Minorité I - Verhinderung der Strassenbaueuphorie im Bereich des
(Feigenwinter, Basler, Bonnard, Flubacher, Geissbühler, Hauptstrassennetzes;
Lüchinger, Reichling, Schärli, Schwarz, Zbinden) - Keine Erweiterung des Nationalstrassennetzes.
... pour 1985 à 56 855 personnes. 2. Mehr öffentliche Kontrolle:
- Eine allfällige Erweiterung des Nationalstrassennetzes ist
Minorité II
dem fakultativen Referendum zu unterstellen;
(Salvioni, Eggenberg-Thoune, Fehr, Jaggi, Meizoz, Nauer, - Wichtige verkehrspolitische Entscheide (unter anderem
Wagner) jährliche Geldverteilung, Mehrjahresbauprogramme) sollen
Adhérer au projet du Conseil fédéral durch das Parlament gefällt werden.
204-N
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
PTT. Voranschlag 1985
PTT. Budget 1985
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1984
Année
Anno
Band V
Volume
Volume
Session Wintersession
Session Session d'hiver
Sessione Sessione invernale
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 05
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 84.056
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 03.12.1984 - 14:30
Date
Data
Seite 1602-1615
Page
Pagina
Ref. No 20 012 941
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