Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 84-004 KI-generiert

Federal Funding of Social Work Schools: Subsidy Rate Debate

Geschäftsnummer VPB 84-004
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The parliament debated the federal funding of social work schools, specifically extending federal support and adjusting the subsidy rate. The core of the debate centered on whether to maintain the existing 35% subsidy rate or reduce it to a maximum of 30%, with some advocating for the former to ensure the schools' financial stability and continued quality of education, while others argued for the reduction to encourage cantonal responsibility and adhere to austerity measures. The parliament ultimately voted to extend the subsidy for five years, with a majority favoring the 35% rate and a minority supporting the federal council's proposal for a 30% rate, reflecting the ongoing tension between federal support and cantonal autonomy in social welfare matters.

Legislator-Regeste

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Art. 2 Absatz, Art. 2 Je, Art. 2 Abs. 3 I.Satz, Art. 19 finden, Art. 27 al. 2 En, Art. 2 al. 3; Federal Funding of Social Work Schools: Subsidy Rate Debate: The core of the debate centered on whether to maintain the existing 35% subsidy rate or reduce it to a maximum of 30%, with some advocating for the former to ensure the schools' financial stability and continued quality of education, while others argued for the reduction to encourage cantonal responsibility and adhere to austerity measures. The parliament ultimately voted to extend the subsidy for five years, with a majority favoring the 35% rate and a minority supporting the federal council's proposal for a 30% rate, reflecting the ongoing tension between federal support and cantonal autonomy in social welfare matters.

Schlagwörter

KI-generiert
Sozialarbeit Subvention Finanzautonomie Arbeitstempo parlamentarische Beratungen sozialpolitische Massnahme

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Art. 2 Absatz
(Martignoni, Allenspach, Kühne, Landolt, Schnider-Lucerne, Art. 27 Abs. 2 (neu)
Art. 2 Je
(Martignoni, Allenspach, Kühne, Landolt, Schnider-Lucerne, Art. 27 Abs. 2 (neu)
Art. 2 Abs. 3 I.Satz
Art. 2 Abs. 3 I.Satz #ST# 83.223
Art. 19 finden
Eventuell - A titre stupéfiants selon l'article 19, les dispositions pénales de la
Art. 27 al. 2 En
(Martignoni, Allenspach, Kühne, Landolt, Schnider-Lucerne, Art. 27 Abs.
Art. 2 al. 3
This article was used to determine the subsidy rate for schools of social work.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 2 al. 3

This article was used to determine the subsidy rate for schools of social work.

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Volltext

26. November 1984 N 1497 Schulen für soziale Arbeit. Unterstützung

Zeitnot herauskommen wird, sind sie dagegen nicht. Dafür #ST# 84.029

sind eine verstärkte Konzentration unserer Debatten auf das

Wesentliche und eine strenge Selbstdisziplin aller Ratsmit- EUMETSAT. Beteiligung

glieder unerlässlich. Sonst gefährden wir längerfristig auch EUMETSAT. Convention

das uns sowie unserem Volk liebe und - wie wir vor allem

aus der Kommissionsarbeit wissen - überaus wertvolle par- Botschaft und Beschlussentwurf vom 5. März 1984 (BBI l, 1257)

lamentarische Milizsystem. Message et projet d'arrêté du 5 mars 1984 (FF 1,1277)

Seien Sie beruhigt, ich werde die bekannten Ermahnungen

meiner Vorgänger hier nicht wiederholen. Aber eines

möchte ich Ihnen doch noch zu bedenken geben: Ich kann

mich des Eindruckes nicht erwehren, dass der Nationalrat Antrag der Kommission

zunehmend Gefahr läuft, sein inneres Gleichgewicht zu Eintreten und Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates

verlieren. Wer aber sein Gleichgewicht verliert, ist vorwie-

gend mit sich selber beschäftigt und verliert stark an Wir- Proposition de la commission

kung nach aussen. Die Folge ist, dass andere Staatsorgane Entrer en matière et adhérer au projet du Conseil fédéral

wie der Bundesrat und seine Verwaltung, der homogenere

Ständerat und die unsere unvollkommenen Gesetze inter- M. Couchepin présente au nom de la Commission de la

pretierenden und ergänzenden Gerichte mehr Gewicht, ja science et de la recherche le rapport écrit suivant:

Übergewicht erhalten oder gar, was noch schlimmer wäre, Dans son message du 5 mars 1984, le Conseil fédéral

ausserstaatliche Gruppierungen immer mehr Einfluss auf propose aux Chambres fédérales de l'autoriser à ratifier la

unsere staatliche Willensbildung nehmen. convention portant création d'une organisation euro-

Sie mögen mich recht verstehen. Ich rede hier keineswegs péenne EUMETSAT pour l'exploitation de satellites météo-

einem faden, eintönigen Nationalrat das Wort. Dieser Rat rologiques. La convention EUMETSAT vise à assurer la

muss das lebendige Spiegelbild unseres Volkes und damit poursuite du programme Meteosat de l'Agence spaciale

der ganzen Vielfalt der Meinungen, die es bewegen, bleiben. européenne (ESA). Ce programme auquel la Suisse partici-

Aber unserer wichtigen Aufgabe zuliebe können wir es uns pait également a été couronné de succès et s'est terminé le

nicht leisten, unsere Zeit und Energie in Scheingefechten zu 23 novembre 1983. Le 24 mai 1983, douze pays européens

verlieren und unsere Munition im Kampf um Nebenfragen zu parmi lesquels la Suisse ont signé, sous réserve de ratifica-

verpuffen oder uns gar in einen Rat von Einzelkämpfern tion, la convention EUMETSAT. Il est prévu que les satel-

aufzulösen, während andere mit Gestaltungswille und lites météorologiques mis en service pour réaliser ce nou-

Gestaltungskraft die wichtigen Fragen unseres Landes veau programme seront lancés à partir de 1987 par la fusée

entscheiden. Denn letztlich wird uns der oberste Souverän, européenne Ariane.

unser Volk, weder nach der Länge der Debatte noch nach La Commission de la science et de la recherche propose

der Zahl der Vorstösse, sondern allein danach beurteilen, ob au Conseil, à l'unanimité et sans abstention, d'autoriser le

und wie gut es gel.ungen ist, unseren Beitrag zur Lösung der Conseil fédéral à ratifier la convention EUMETSAT et d'ap-

grossen Fragen unseres Landes zu leisten. prouver l'arrêté fédéral.

Möge es uns im kommenden Jahr vergönnt sein, diese

oberste Richtschnur unseres politischen Handelns bei der Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen

alltäglichen Parlamentsarbeit nie aus den Augen zu verlie- Le conseil décide sans opposition d'entrer en matière

ren. Dann werden wir unser Ziel zum Wohle unseres Volkes

nicht verfehlen. (Beifall) Detailberatung - Discussion par articles

Titel und Ingress, Art. 1 und 2

Wahl des Vizepräsidenten für das Jahr 1984/85

Titre et préambule, art. 1 et 2

Election du vice-président pour 1984/1985

Angenommen - Adopté

Ergebnis der Wahl - Résultat du scrutin

Ausgeteilte Wahlzettel / Bulletins délivrés 179 Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble

eingelangt / rentrés 178

Für Annahme des Beschlussentwurfes 148 Stimmen

leer / blancs 13

(Einstimmigkeit)

ungültig / nuls -

gültig / valables 165 An den Ständerat - Au Conseil des Etats

absolutes Mehr / majorité absolue 83

Es wird gewählt / Est élu

Herr Martin Bundi mit 131 Stimmen

Ferner haben Stimmen erhalten / Ont obtenu des voix 84.004

#ST#

Herr Rubi 22, Verschiedene / Divers 12.

Schulen für soziale Arbeit. Unterstützung

Präsident: Ich gratuliere unserem Kollegen Martin Bundi Ecoles de service social. Aide

herzlich zu seiner glänzenden Wahl und danke ihm zum

voraus für die Unterstützung, die er mir in diesem Jahr Botschaft und Beschlussentwurf vom 25. Januar 1984 (BBI l, 349)

gewähren wird. (Beifall) Message et projet d'arrêté du 25 janvier 1984 (FF I, 357)

Antrag der Kommission

Eintreten

(Weitere Anträge siehe Detailberatung)

Proposition de la commission

Entrer en matière

(Autres propositions voir discussion par articles)

M. Darbellay, rapporteur: La Confédération soutient les

écoles de service social depuis 1952. Cette décision était, à

Ecoles de service social. Aide 1498 N 26 novembre 1984

mon avis, une reconnaissance du travail effectué par les geltende Bundesbeschluss Ende Jahr ausläuft und das

maisons d'éducation en faveur des handicapés physiques, zweite Paket- eben die Aufgabenteilung - noch nicht berei-

mentaux ou sociaux. En outre, cette décision reconnaissait nigt und demnach nicht in Kraft ist.

que ces personnes n'avaient pas'besoin seulement d'une Am Unterstützungskonzept als solches soll aus den erwähn-

prise en charge matérielle mais également d'une prise en ten Gründen nichts geändert werden. Die vorberatende

charge éducative. Leur dignité était en jeu et elles avaient Kommission hat das Geschäft an ihrer Sitzung vom 4. Juni

le droit d'être protégées dans ce domaine-là également. abschliessend behandelt und beantragt Ihnen - ohne

L'aide de la Confédération a été bénéfique puisqu'elle a Gegenstimme - Eintreten. In materieller Hinsicht kam die

permis une répartition convenable des diverses institutions Kommission mit einem Mehrheitsentscheid zu einer ande-

dans tout le pays. Elle a également permis que chaque ren Auffassung als der Bundesrat. Sie beantragt Ihnen mit 7

année plus de 200 éducateurs soient mis à disposition des zu 5 Stimmen, am bisherigen Satz von 35 Prozent festzuhal-

maisons spécialisées. Une excellente collaboration s'est ten, wobei die Einfügung des Wortes «höchstens» durch

établie entre les diverses maisons de formation grâce, diese Kommissionsmehrheit akzeptiert worden ist. Die Min-

spécialement, au Comité suisse des écoles de service so- derheit unterstützt den Antrag des Bundesrates, also 30

cial. Prozent.

L'arrêté fédéral de 1952 a été régulièrement renouvelé en Die Gesamtkommission war sich darin einig, dass die Schu-

1959,1969 et 1979. Vous constatez que ces arrêtés avaient len für soziale Arbeit zweifellos eine sehr wichtige Aufgabe

normalement une durée de vie de dix ans. En 1979, on l'a erfüllen, und dass sie im Zusammenhang mit den Jugend-

voté pour cinq ans seulement parce qu'on pensait alors problemen, den Suchterkrankungen, der Kriminalität, der

qu'en cinq ans, la répartition des tâches entre la Confédé- Arbeitslosigkeit und der zunehmenden Rentnergeneratio-

ration et les cantons serait faite et l'on prévoyait de confier nen von gesellschafts- und staatspolitischer Notwendigkeit

cette responsabilité aux cantons. sind.

Le problème est un peu semblable aujourd'hui puisqu'on Der Dienst an den Mitmenschen, die gestrauchelt sind, aus

pense toujours attribuer cette tâche aux cantons mais le dem Geleise geworfen wurden oder mit der Umwelt und den

problème se réglera seulement dans le deuxième paquet Rahmenbedingungen unserer Konsumgesellschaft nicht

de répartition des tâches, et c'est pourquoi on prévoit une mehr zu Rande kommen, verlangt bestens geschulte und

prorogation de cet arrêté de 1984 à 1989 seulement. On qualifizierte Sozialarbeiter.

pense que d'ici là, la répartition pourra avoir lieu et que ces Die Auffassungen gingen dort auseinander, wo es um die

écoles seraient prises en charge par les cantons. Frage ging, wer wieviel bezahlen solle. Die Minderheit

Le Conseil fédéral, en nous soumettant cette prorogation, glaubt hier aus Konsequenzgründen vom Grundsatz der

propose également deux modifications. Aujourd'hui, le Sparübung - also Kürzungen - nicht abweichen zu dürfen.

subventionnement de la Confédération est de 35 pour cent, Sie stellt sich auch auf den Standpunkt, es handle sich hier

ce qui représente une dépense de l'ordre de 4 millions. On wohl um eine Aufgabe, die der Unterstützung wert sei, aber

nous propose d'ajouter à ces 35 pour cent, le mot «maxi- in den Bereich der Kantone gehöre. Die Minderheit geht

mum». La Confédération participerait «au maximum» pour auch davon aus, dass die Berufsberatung in Zukunft ohne

35 cent des dépenses. On nous propose de maintenir ce Bundeshilfe auskommen müsse - das ist allerdings noch

taux jusqu'à la fin de l'année 1985 seulement. Dès le nicht beschlossen - und es daher ungerechtfertigt und

1er janvier 1986, le taux devrait être réduit à 30 pour cent, unverhältnismässig sei, nicht auch bei den Schulen für

pour la raison suivante: cette subvention, comme les Sozialarbeit den Sparhebel anzuziehen. Es wurde die Mei-

autres, est soumise aujourd'hui à la réduction linéaire de nung geäussert, dass mit dem Kürzungsantrag des Bundes-

10 pour cent. Elle n'est donc plus de 35 pour cent, mais de rates die Kantone einem gewissen Zwang unterworfen wür-

31,5 pour cent. Si nous votons l'arrêté tel que proposé par den, sich jetzt schon Gedanken darüber machen zu müssen,

le Conseil fédéral, pour 1985 nous aurons toujours ce taux wie sie künftig gemeinsam konkordatsmässig die Lasten

de 35 pour cent, mais avec la réduction de 3,5, et à partir de dieser Schulen tragen wollen.

1986 entrerait en ligne de compte une nouvelle réduction Die Mehrheit der Kommission ging von der Tatsache aus,

en diminution de 5 pour cent si l'on compare avec le dass jetzt schon als Folge der Sparbeschlüsse nur 31,5

dernier arrêté, et de 1,5 pour cent si l'on compare avec ce Prozent anstelle der seinerzeit beschlossenen 35 Prozent

qui est en application aujourd'hui. Subventionen ausgerichtet werden. Diese Sparübung habe

Nous estimons, dans le cadre de la commission, que lors- die Schulen in arge Bedrängnis gebracht; insbesondere

qu'on proroge un arrêté, il faut y apporter aussi peu de sind dadurch die Schüler mit massiv erhöhten Schulgeldern

modifications que possible. Nous sommes donc pour le belastet worden, pro Jahr bis zu 6000 Franken. Die Mehrheit

maintien du taux à 35 pour cent. Si à la fin de cette brachte auch die Kritik an, dass der Bund hier die gleiche

législature les cantons reprennent la charge, ce sera alors unzulängliche Zahlungsart eingeführt habe, die bei den

à eux de fixer les nouvelles conditions, en l'occurrence, Krankenkassen schon lange Unmut erweckt hat. Wenn der

nous ne voulons pas anticiper sur leur décision. Bund Zahlungsverpflichtungen - wie hier 35 Prozent bzw.

Nous estimons d'autre part qu'en ajoutant le mot «maxi- 31,5 Prozent - eingeht, dann ergibt das einen gewissen

mum» nous donnons plus de souplesse à l'arrêté. Nous Betrag, errechnet nach den anerkannten Betriebsaufwen-

avons déjà fait un pas sérieux dans le sens souhaité par le dungen. Und dieser ist schliesslich auch für die Zahlung

Conseil fédéral en faveur de l'équilibre de nos finances et massgebend. Die Praxis des Bundes ist aber so, dass er

nous pensons que la proposition de la commission se situe seine Zahlungen nach den Budgetbeträgen vornimmt, und

dans le juste milieu. Elle représente un compromis que nous wenn diese nicht ausreichen, bleibt er den Restbetrag ein-

vous invitons à soutenir. fach schuldig. Er begleicht die Restschuld im Folgejahr bzw.

kürzt seine Jahresbeiträge und schiebt damit eine immer

Zehnder, Berichterstatter: Mit der vorliegenden Botschaft grösser werdende Schuldenlawine vor sich her. In der Kom-

vom 25. Januar 1984 beantragt der Bundesrat, den Bundes- mission wurde unwidersprochen erwähnt, dass für einzelne

beschluss über die Unterstützung von Schulen für soziale Schulen heute Zahlungsrückstände des Bundes bis 1981

Arbeit um fünf Jahre zu verlängern, nämlich von 1985 bis vorliegen sollen. Sicher eine unschöne Situation, die, so

1989. Er beantragt zudem, den Beitragssatz von bisher 35 nebenbei gesagt, die Finanzkontrolle interessieren dürfte.

Prozent auf höchstens 30 Prozent (ab 1986) herabzusetzen. Von selten der Kommissionsmehrheit, die Ihnen beliebt

Gleichzeitig wird festgehalten, dass es sich hier um Bundes- macht, den Beitragssatz von 35 Prozent zu bewilligen,

beiträge handelt, die im Zuge der Aufgabenteilung zwischen wurde auch geltend gemacht, dass eine Arbeitsgruppe -

Bund und Kantonen mit dem zweiten Paket vollumfänglich eingesetzt von Bundesrat Hürlimann -1981 nach eingehen-

den Kantonen übertragen werden sollen. den Abklärungen zum Schlüsse gekommen ist, dass die

Es handelt sich also nach dem Sinne des Bundesrates um Bundeshilfe mindestens im geltenden Umfange von 35 Pro-

eine Übergangsregelung, die notwendig ist, da der jetzt zent zur Sicherstellung einer guten Ausbildung für eine

26. November 1984 1499 Schulen für soziale Arbeit. Unterstützung

genügende Anzahl Sozialarbeiter und Heimerzieher uner- Budgetkredites ohnedies vorgesehen. Dies lässt sich damit

lässlich sei. Der Meinungsäusserung dieser Arbeitsgruppe begründen, dass von früheren Jahren her noch gewisse

ist ein grosses Gewicht beizumessen,'sind es doch Fach- Restverpflichtungen bestehen. Ferner sind ab laufendem

leute, die das abklären mussten. Vertreten waren die Bun- Jahr, d. h. zahlbar erst 1985, drei neue Schulen zu unterstüt-

desämter für Kulturpflege, Sozialversicherung, Justiz, Bil- zen. Die Kredite reichen deshalb nach Berechnungen des

dung und Wissenschaft, das BIGA, soziale Institutionen Departementes nur aus, wenn der Beitragssatz nach Antrag

sowie Personen aus den Kreisen der Berufsbildung. des Bundesrates ab I.Januar 1986 reduziert wird. Würde

Im weiteren wurde bemerkt, dass mindestens bis zur Reali- der Antrag der Kommissionsmehrheit durchdringen, wären

sierung der Aufgabenteilung, die zwischen dem Bund und höchstwahrscheinlich Nachtragskredite notwendig.

den Kantonen materiell einen Ausgleich bringen sollte, die Zu beachten ist ferner, dass mit dieser Herabsetzung ein

Kantone durch die Kürzung der Bundesleistung veranlasst erster Schritt zu einem verstärkten Einsatz der Kantone

sind, mehr Leistungen zu erbringen. Dort, wo das nicht eingeleitet werden soll, da sich der Bund im Rahmen des

geschieht, werden weitere massive Schulgelderhöhungen zweiten Paketes «Aufgabenteilung» ganz aus dieser Sub-

unumgänglich. In diesem Falle wäre zu befürchten, dass die ventionierung zurückziehen möchte.

Zusatzausbildung zum Sozialarbeiter oder Heimerzieher Zahlenmässig würde der Antrag der Kommissionsmehrheit

mindestens erschwert, wenn nicht unerschwinglich wird. mit einem Maximalansatz von 35 Prozent 4,83 Millionen

Eine solche Entwicklung ist unerwünscht! Die Höhe der Franken Bundessubventionen bedeuten; der Antrag von

heutigen Schulgelder ist im Vergleich mit anderen Ausbil- Bundesrat und Kommissionsminderheit mit einem Maximal-

dungsstätten sowieso schon ungerechtfertigt und unver- satz von 30 Prozent hingegen 4,14 Millionen Franken. Diese

hältnismässig hoch. Beim Entscheid möge man daher Zahlen basieren auf den Voranschlägen 1983, in denen die

bedenken, dass es sich hier in der Regel um einen zweiten Subventionen für 1984 enthalten sind. Die Differenz insge-

Bildungsweg und um den Einstieg in eine sehr belastende samt beträgt also 690000 Franken. Das bedeutet eine

neue Berufstätigkeit handelt, die einigen Mut und Idealis- geringe Abweichung von meinem Vorredner, Herrn

mus verlangt und daher nicht finanziell noch belastet wer- Zehnder.

den soll. Finanziell hat der Entscheid keine nennenswerten Auswir-

Zu guter Letzt sei festgehalten, dass es sich für den Bund kungen. Mehr Bedeutung kommt ihm nach Auffassung der

um eine «Kleinigkeit» handelt, für die betroffenen Schulen Kommissionsminderheit wegen seiner Signalwirkung zu,

jedoch jeder Franken sein Gewicht hat. Wenn wir vom um die der Rat besorgt sein muss.

Budget 1984 ausgehen und annehmen, dass die 4,05 Millio- Ich ersuche Sie, zusammen mit dem Bundesrat, den Antrag

nen Franken den gekürzten Beiträgen von 31,5 Prozent der Kommissionsminderheit zu unterstützen. Sie erreichen

entsprechen, so liegt die Differenz, in Franken ausgedrückt, damit eine gewisse Plafonierung und einen gewissen

zwischen Mehrheits- und Minderheitsantrag bei 643 000 Abbau, der auch in die Wege zu leiten ist, und übertragen

Franken. Oder anders herum: Ohne Berücksichtigung von damit insbesondere auch den Kantonen, welche eigentlich

Kostensteigerungen wären 1985 bei 31,5 Prozent-also mit für diese Schulen für soziale Arbeit zuständig sind, vermehrt

den 10 Prozent Kürzung-eben die 4,05 Millionen zu zahlen; Verantwortung.

ab 1986 wären es nach Mehrheit der Kommission 4,5 Millio-

nen und nach Minderheit 3,857 Millionen Franken. Stappung: Ich spreche gleichzeitig auch im Namen der

Im Budget 1985 sehen Sie, dass 4,32 Millionen Franken sozialdemokratischen Fraktion. Wir sind für Eintreten auf

vorgesehen sind, Ich nehme an, das diene dem Ausgleich die Vorlage.

für die noch bestehenden Rückstände. In der Botschaft zur Verlängerung dieses Bundesbeschlus-

Ich wiederhole: Eintreten ist unbestritten. Im einzigen mate-ses stellt der Bundesrat richtig fest, «dass die Schulen für

riellen Punkt beantragt die Kommissionsmehrheit (7 Stim- soziale Arbeit noch heute nicht ebenso stark im kantonalen

men) 35 Prozent Beitragssatz, wobei das Wörtchen «höch- Bildungssystem verankert sind wie beispielsweise die Mittel-

stens» einbezogen ist; die Minderheit (5 Stimmen) schlägt schulen, die Berufsschulen und die Hochschulen».

Ihnen 30 Prozent vor. Die Schulen für soziale Arbeit sind zum Teil leider ganz

Ich ersuche Sie, der Kommissionsmehrheit zuzustimmen. schlecht im Bildungssystem integriert. Die Verlängerung

des Bundesbeschlusses, und zwar ohne Einschränkung, ist

Martignoni, Sprecher der Minderheit: Die SVP-Fraktion eine dringende Notwendigkeit. Von den drei neu in den

empfiehlt Ihnen einstimmig Eintreten auf die Vorlage. Es Kreis der beitragsberechtigten Schulen aufgenommenen

handelt sich hier um die Fortführung einer Aufgabe, deren Schulen gilt nur die «Interkantonale Bildungsstätte für

Grundlage bis in die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg zurück- soziale Arbeit an Alkoholgefährdeten, Zürich», als eigentli-

geht. Der Bund hat dabei, wie in vielen anderen Bereichen, che Schule für soziale Arbeit. Im Gegensatz zu ihr bilden die

innovativ und koordinierend gewirkt. Innovativ, indem der beiden anderen, d. h. der «Grundkurs Animator, Zürich»,

wachsende Bedarf an gut ausgebildeten Sozialarbeitern und «die Jugendarbeiterausbildung, Luzern», keine Sozial-

gedeckt werden konnte, und koordinierend, indem die arbeiter, sondern Leute für den speziellen Bereich der

Zusammenarbeit unter den Schulen gefördert und Mindest- Jugend- und Quartierarbeit aus.

anforderungen verlangt wurden. Es ist nach meiner Auffassung bedenklich, dass dem Bun-

Nun stellt Ihnen die Kommission einen Minderheitsantrag desrat nach der langjährigen Arbeit und dem Einsatz der

zur Diskussion. Wir möchten Ihnen von der Minderheit aus eidgenössischen Kommission für Jugendfragen keine bes-

empfehlen, dem Antrag des Bundesrates zuzustimmen. Es sere Lösung zur Förderung der Jugendarbeiterausbildung

ist dies, wie Sie eben aus den Zahlen gehört haben, kein eingefallen ist, als die dafür nötigen Mittel bei der Sozialar-

materiell stark abweichender Antrag. Wir möchten aber von beiterausbildung einzusparen! Es gibt nichts dagegen ein-

selten der Kommissionsminderheit aus dem Rate Gelegen- zuwenden, wenn der Bund im Interesse einer gesunden

heit geben, ein Zeichen zu setzen. Die Zustimmung zum Jugend auch auf diesem Kerngebiet aktiv wird. Aber das

Bundesrat - und das möchte ich gleich vorweg betonen - notwendige Geld muss zur Verfügung gestellt werden.

richtet sich in keiner Art und Weise gegen das Funktionieren Unter diesen Voraussetzungen handelt es sich im vorliegen-

und gegen die Notwendigkeit der Schulen für soziale Arbeit. den Fall also eindeutig nicht um einen Verlängerungs-,

Wir anerkennen auch von der Minderheit aus die ausseror- sondern um einen Sparbeschluss. Weil der Bund trotz der

dentlich gute und zweckmässige Tätigkeit, die von diesen gestiegenen Zahl der Anspruchsberechtigten nicht mehr

Schulen ausgeübt wird. Gegenstand der Differenz sind Pla- aufwenden will, werden einzelne Schulen für soziale Arbeit

fonierungsabsichten in der finanziellen Belastung des Bun- hart getroffen. Es wird solche geben, deren Weiterbestand

des. Die Mehrheit der Kommission wendet sich gegen diese wegen der finanziellen Situation gefährdet ist. Besonders

Plafonierung, und die Minderheit der Kommission unter- hart wird zum Beispiel die Tagesschule Luzern getroffen.

stützt, zusammen mit dem Bundesrat, eine Art Plafonierung. Der Standortkanton Luzern sei ausserstande - so heisst es

In der Finanzplanung sind Erhöhungen des betreffenden -, für diese Schule noch mehr zu leisten. Das ungedeckte

Ecoles de service social. Aide 1500 N 26 novembre 1984

Defizit dieser Schule betrug 1982 132 000 Franken. Für das Der Antrag Stappung möchte den Antrag des Bundesrates

laufende Jahr ist ein Fehlbetrag von 80 000 Franken budge- noch ein zweites Mal überbieten. Der Bundesrat will eine

tiert. Über Bettelaktionen bei Kirchen und Privaten musste obere Grenze der Subventionen festlegen und im übrigen

das Geld zusammengekratzt werden. Das ist für die reiche das Budgetrecht des Parlamentes wahren. Herr Stappung

Schweiz mehr als bedenklich. will diese obere Grenze zu einer absoluten Verpflichtung

Der finanziell starke Kanton Zug hat den Sockelbeitrag an unter Ausschaltung des Parlamentes umgestalten. Die frei-

die Schule in Luzern gestrichen und will nur noch einen Pro- sinnig-demokratische Fraktion lehnt diesen Antrag ab. Es ist

Kopf-Beitrag für die Zuger Studenten bezahlen. Wenn die in den Budgetdebatten immer wieder mit Bedauern darauf

Entwickung so weitergeht, geht die Schule in Luzern ein - hingewiesen worden, dass die meisten Bundesausgaben

und dem Bund kommt die zweifelhafte Rolle eines Totengrä- gesetzlich gebunden seien, dass also die Gestaltungsfreiheit

bers zu. des Parlamentes in finanzpolitischen Angelegenheiten

Mit einem variablen Bundesbeitrag ist den Schulen für gering sei. Wir werden diese Klage während dieser Session

soziale Arbeit nicht gedient. Daher muss im ersten Satz von in diesem Rat erneut hören. Der Antrag Stappung will die

Artikel 2 Absatz 3 das Wörtchen «höchstens» gestrichen Ausgaben gesetzlich binden: das Parlament soll dazu dann

werden. Sollte der Minderheitsantrag hier allenfalls durch- nichts mehr zu sagen haben. Auf diese Weise wird das

gehen, dann muss das Wort selbstverständlich zweimal Budgetrecht des Parlamentes immer stärker ausgehöhlt.

gestrichen werden. Nur dann, wenn die Subventionen absolute, budgetunab-

Ich bitte Sie, auch im Namen der sozialdemokratischen hängige Verpflichtungen sind, entstehen Beitragsrück-

Fraktion, diesem Antrag zuzustimmen. stände, die Herr Zehnder hier heftig kritisiert hat. Wir lehnen

aus diesen Erwägungen den Antrag von Herrn Stappung ab.

Präsident: Es folgen die Fraktionssprecher. Zusammenfassend bitten wir Sie, auf die Vorlage einzutre-

ten und in der Detailberatung den Anträgen des Bundesra-

Allenspach: Die freisinnig-demokratische Fraktion teilt die tes und der Kommissionsminderheit Martignoni zuzustim-

Auffassung des Bundesrates, dass die Sozialarbeit in unse- men, den Kommissionsmehrheitsantrag und den Antrag

rer Gesellschaft eine wichtige Aufgabe zu erfüllen hat. Die Stappung abzulehnen.

Schulen für soziale Arbeit gehören deshalb als unerlässli-

cher Teil in das schweizerische Ausbildungssystem; dabei Frau Gurtner: Ich beantrage Ihnen im Namen der POCH/

muss festgehalten werden, dass Sozialarbeit nicht nur von PSA/PdA-Fraktion, auf die Vorlage einzutreten. Seit 1952

Absolventen dieser Schulen geleistet werden kann und subventioniert der Bund die Schulen für soziale Arbeit mit

geleistet werden muss. An der Sozialarbeit haben sich viele dem Ziel, in allen Landesgegenden die Ausbildung von

Kreise zu beteiligen. Wir können uns auch der Feststellung genügend gutqualifizierten Fachkräften zum Einsatz ins

anschliessen, dass die Schulen für soziale Arbeit im allge- Sozialwesen sicherzustellen. Als Ausbildungsziel nennt die

meinen eine gute Ausbildung vermitteln. vorliegende Botschaft die Befähigung, Menschen zur Entfal-

Der Bundesrat hat die Schulen für soziale Arbeit in das tung ihrer Anlagen und Begabungen zu ermutigen und sie

zweite Massnahmenpaket der Aufgabenteilung Bund und zur Entwicklung ihrer Persönlichkeit und Gemeinschaftsfä-

Kantone eingefügt: Der Bund hat sich inskünftig nicht mehr higkeit anzuregen. Auf der Basis der grundlegenden Sozial-

mit dieser Aufgabe zu befassen; im Rahmen der Aufgaben- wissenschaften wird Psychologie, Soziologie und Pädago-

entflechtung soll dieser Bereich den Kantonen zur vollen gik zusammen mit intensiver praktischer Arbeit gelernt. Im

Verantwortung übertragen werden. Wir unterstützen diese eigentlichen Tätigkeitsfeld der Sozialarbeit sollen die Absol-

Absicht des Bundesrates. Da die Verwirklichung des zweiten venten der Kurse vor allem auf die Arbeit als Leiter in

Paketes «Aufgabenteilung» einige Zeit braucht, stimmen wir Jugend- und Freizeitzentren sowie in der Randgruppenar-

dem Vorschlag zu, noch einmal eine befristete Subventions- beit und der Erwachsenenbildung eingesetzt werden. Ich

vorlage zu beschliessen. Wir verbinden damit die Erwartung, glaube nicht, dass die Forderung nach genügend und gut-

dass nach 1989 keine weitere Verlängerung mehr notwendig ausgebildetem Personal für die Arbeit mit Jugendlichen

wird. wieder als unnötig und sinnlos betrachtet wird. Zu gut

Der Beitrag des Bundes betrug bisher 35 Prozent der Auf- dürften die lautstarken Auseinandersetzungen mit der

wendungen für die Besoldungen und die Lehrmittel, wobei Jugendbewegung Anfang der achtziger Jahre noch präsent

von diesem Satz die lineare Ausgabenkürzung von 10 Pro- sein, und zu viele Versprechungen wurden damals abgege-

zent in Abzug kam. Der Bundesrat schlägt neu einen Bei- ben, als dass man bereits heute nicht nur nichts mehr zu

tragssatz von maximal 30 Prozent vor, die lineare Beitrags- machen brauchte, sondern sogar Leistungen glaubt

kürzung wäre dann konsumiert. Die freisinnig-demokrati- abbauen zu können. Denn keines der damaligen Probleme

sche Fraktion ist der Auffassung, dass die Subventionen an wurde bis heute gelöst. Gerade die Sozialarbeit könnte aber

die Schulen für soziale Arbeit, wie andere Subventionen, brennende Jugendprobleme, zumindest in Teilbereichen,

weiterhin der allgemeinen Subventionskürzung unterliegen sehr wohl lindern.

sollen. Es wäre nicht gerechtfertigt, gerade diese Subventio- Dies nur ein Beispiel, wo Sozialarbeit sinnvoll und schliess-

nen von der Subventionskürzung auszunehmen, in einem lich - und das ist ja in diesem Rat leider immer ein Hauptar-

Bereich, der an sich sachlogisch unter die kantonale Obhut gument - auch kostensparend eingesetzt werden könnte.

gehört. Die Klagen des Kommissionssprechers, Herrn Zehn- Eigentlich ist es absurd, dass wir überhaupt über einen

der über das Schulgeld sollten meines Erachtens nicht an teilweisen oder vollständigen Rückzug des Bundes bei der

die Adresse des Bundes gerichtet, sondern den Kantonen Ausbildung von im Sozialwesen Tätigen diskutieren müs-

zugeleitet werden, weil heute schon die Kantone die Haupt- sen, kommen doch noch riesige Aufgaben auf uns zu, zu

verantwortung für diese Schulen zu tragen haben. deren Bewältigung noch bei weitem nicht genügend Perso-

Die freisinnig-demokratische Fraktion hält den vom Bundes- nal ausgebildet ist. Ich denke da zum Beispiel auch an die

rat vorgeschlagenen Weg für zweckrnässig. Er ermöglicht Betreuung von Betagten, sowohl in Altersheimen als auch in

einen besseren Übergang zur Aufgabenteilung. Die Fraktion den Quartieren oder in ländlichen Gebieten. Aber nicht nur

wird deshalb in der Detailberatung dem Antrag der Minder- das: An der Kostenexplosion im Gesundheitswesen können

heit Martignoni und damit dem Bundesrat zustimmen und wir nicht mehr länger untätig vorbeisehen. Die etablierte

den Kommissionsantrag verwerfen. Bei dieser Gelegenheit Medizin ist nicht mehr fähig, die gesundheitlichen Probleme

noch ein Wort zum Stellenwert dieser Kommissionsbe- der Bevölkerung zu bewältigen, und dies trotz dem Einsatz

schlüsse: Die Kommission zählt 19 Mitglieder. An der von enormen finanziellen Mitteln. Ein Grund liegt darin, dass

Abstimmung haben 12 Kommissionsmitglieder teilgenom- mit der technisch-chirurgischen und pharmazeutischen

men, 7 haben den Mehrheitsantrag unterstützt, 5 den Min- Behandlung von Kranken oft nur Symptome bekämpft und

derheitsantrag. Dieser Kommissionsmehrheitsantrag hat behandelt werden. Die meisten Krankheiten - Fachleute

also keineswegs eine respektable Mehrheit der Kommission sprechen von 70 Prozent - sind aber psychosomatisch

hinter sich. bedingt, d. h. Leute sind nicht krank geworden, weil sie von

26. November 1984 N 1501 Schulen für soziale Arbeit. Unterstützung

irgendeinem Virus befallen wurden, sondern die Ursachen socio-cullurels et, par voie de conséquence, aux étudianls

der Erkrankung liegen bei krankmachenden Lebensbedin- qui les fréquentent Les craintes des intéressés vonl encore

gungen, sei dies in den Familien oder sonstigen Bezie- êlre renforcées par les mesures ultérieures que le Conseil

hungsnetzen, am Arbeitsplatz oder in den Schulen. Wenn fédéral envisage de prendre dans le cadre du deuxième

gegen diese krankmachenden Ursachen im Einzelfall vorge- paquet de la réparitilion des lâches. Ces mesures viennent

gangen werden soll, braucht es dazu auch das nötige Perso- d'être portées à la connaissance du public à l'occasion de la

nal, das entsprechend ausgebildet werden muss; idealer- procédure de consultalion. Cette proposition va exaclemenl

weise in den bestehenden und in neu zu gründenden Schu- à fin conlraire du vœu que j'ai exprimé au débul de mon

len für Sozialarbeit. intervention. Il est prévu de supprimer purement et simple-

Dass sich der Bund hier nicht aus der Verantwortung schlei- ment les subventions de la Confédéralion qui se montent

chen darf, scheint mir klar. Nur der Bund kann garantieren, actuellement à 4 millions de francs.

dass in allen Kantonen und Regionen genügend Personal Je voudrais rappeler en oulre ce que M. Robert Ducrel,

für das Sozialwesen ausgebildet werden kann. Es wäre conseiller d'Elal el aujourd'hui conseiller aux Elals, écrivail

äusserst blauäugig, anzunehmen, die Kantone würden au nom du Conseil d'Elal genevois à feu Willi Rilschard,

entsprechend einspringen, wenn sich der Bund von der conseiller fédéral, le 10 août 1983: «Quant aux écoles de

Finanzierung der Schulen für soziale Arbeit zurückzieht. Die service social qui n'existent pas dans lous les canlons, il ne

ärmeren Kantone können sich solche gar nicht leisten, weil parati pas souhaitable que les subventions soient suppri-

sie mit bestehenden Aufgaben schon oft überfordert sind. mées car les cantons qui en onl la charge assument des

Aber auch in den reichen Kantonen ist die Finanzierung tâches pour la collectivité suisse». Nous partageons et sou-

keineswegs gesichert. So hat im Juni 1984 der Regierungs- tenons celle prise de posilion el c'esl la raison pour laquelle

rat des Kantons Zürich der Schule für soziale Arbeit mit ganz le groupe socialiste appuiera non seulement la proposition

massiven Subventionskürzungen von seilen des Kantons de la majorité de la commission mais aussi tous les amende-

gedroht und von ihr ein Sparbudget verlangt. Daran dürfen ments qui amélioreront le subventionnement des écoles dr

wir nicht vorbeisehen. service social.

Ich fordere Sie deshalb auf, anschliessend bei Artikel 2 Je vous invite à en faire de même et par voie de consé-

Absatz 3 dem Antrag der Kommissionsmehrheit zuzustim- quence je vous demande de repousser la proposition de la

men, damit ab 1986 von seilen des Bundes kein schleichen- minorité de la commission.

der Abbau von Subventionen eingeleilel werden kann. Der Quant aux déclaralions de M. Allenspach concernant la

Bund muss sowohl heule wie auch in Zukunft seine politi- majorité fortuite de la commission, lors de la discussion sur

sche und soziale Verantwortung wahrnehmen. Damil die celobjel, je lui ferai remarquer que ce n'est qu'une question

einzelnen Schulen mit dem nötigen Elan an die Bewälligung de respecl des décisions d'une commission parlemenlaire

ihrer schwierigen Aufgaben gehen können, muss der Bund même si elle ne plaîl pas au groupe radical en général et à

ihnen die enlsprechende finanzielle Rückendeckung und M. Allenspach en particulier.

Sicherheil geben.

Ziegler: Namens der CVP-Fraktion beantrage ich Eintreten

Mme Christinat: Si loul le monde élail valide, sans pro- und Zuslimmung zum Anlrag der Kommissionsmehrheil auf

blèmes professionnels, financiers, familiaux ou d'une loul Beibehaltung des bisherigen Beitragssalzes von 35 Prozent

autre nalure, les écoles de service social n'auraient aucune Nach Auffassung der CVP-Fraktion sollte zumindesl im jetzi-

raison d'être et, par voie de conséquence, la Confédération gen Zeitpunkl keine Kürzung vorgenommen werden, zumal

n'aurait pas besoin de les subventionner. Malheureusement, es noch sehr ungewiss ist, wie das zweite Massnahmenpa-

la réalilé esl bien différenle. Il faul loulefois rappeler que, kel für eine Neuverteilung der Aufgaben zwischen Bund und

même en période de haule conjonclure, le besoin s'élail Kantonen schlussendlich aussehen wird. Es ist auch sehr

déjà fait sentir de former des spécialistes pour aider ceux el fraglich, ob Kantone und Gemeinden willens und in der

celles qui connaissenl des difficultés. Lage sind, die beantragte Kürzung mil höheren Eigenbeilrä-

Aujourd'hui, avec l'apparilion du chômage, des licencie- gen zu kompensieren, nachdem Kantone und Gemeinden

menls el des restructurations d'entreprise, qui touchenl schon heute die Hauptlasl Iragen. Wir haben weiter zu

aussi bien les personnes d'âge moyen que les jeunes, les berücksichtigen, dass an mehreren Deutschschweizer

animaleurs socio-culturels sont devenus de plus en plus Schulen das Schulgeld generell und besonders für ausser-

nécessaires. C'est pourquoi il esl toul à fait naturel que le kanlonale Sludenten massiv angehoben werden musste -

Conseil fédéral ait décidé de continuer de subvenlionner les bis auf 6500 Franken pro Jahr. Vor allem für Erwachsene in

écoles de service social en prolongeanl de cinq ans l'arrêté Zweilausbildung bedeulel diese Schulgelderhöhung eine

venant à échéance à la fin de cette année. Cela en attendant enorme finanzielle Belastung. Ich möchte hier speziell dar-

la nouvelle répartition des tâches entre la Confédération et auf hinweisen, dass das Seraphische Liebeswerk in Solo-

les cantons qui réglera, nous l'espérons dans un sens posi- thurn als Träger einer sozialen Schule jährlich ein Defizit

tif, le problème du subventionnement de ces écoles. von nahezu einer halben Million Franken selber trägt und

Dans cette perspeclive, le Conseil fédéral propesali de main- somit an der Weiterführung des bisherigen Beitragssatzes

tenir le laux de 35 pour ceni pour l'année 1985 maisenvisa- sehr interesssiert ist

geail de la ramener à 30 pour ceni dès le 1ar janvier 1986. La Eine Senkung der Bundesleislungen isl um so weniger

majorité de la commission n'a pas été de cel avis el propose gerechlfertigt, als die Schulen für soziale Arbeit in unserer

le mainlien de la subvenlion au laux acluel de 35 pour ceni. modernen, technisierten Welt mit der drohenden Isolation

Le groupe socialiste soulienl cette proposition car il consi- und Selbstenlfremdung wichlige Aufgaben erfüllen. Die

dère que les besoins de ces écoles vont plutôt en augmen- sozialen Dienste gehören zu jenen Beschäftigungsberei-

tant chen, die trolz fortschreitender Automalion weiterbestehen

Nous avons tous reçu des .lettres d'informalion des diffé- und sogar noch eine bedeutende Ausweilung erfahren wer-

renls organismes intéressés lels que le Rassemblemenl des den. Unsere Gesellschaft braucht mehr denn je gutausgebil-

écoles suisses d'animateurs socio-culturels ou le Conseil dete Leute, die sich der Sozialarbeit widmen, die sich vor

suisse des écoles de service social. En tanl que Genevoise, allem mit alten Menschen befassen, mil Invaliden, mil jun-

j'ai pris connaissance avec intérêt de la lettre du directeur de gen Menschen, die Ral suchen, aber auch mil einer wach-

l'Inslilut d'études sociales de Genève, la plus ancienne de senden Zahl von Milbürgerinnen und Milbürgern, die in

• ces écoles. L'opinion est unanime: tous nous rendent atten- schwierigen Lebenssituationen auf Ral und Hilfe dringend

tifs aux besoins de leurs institutions el au danger d'une angewiesen sind. Die Sozialberufe zu fördern, ist nicht nur

évenluelle diminulion des subventions fédérales qui soni eine private, sondern vor allem auch eine öffentliche Auf-

indispensables à la bonne marche de leurs écoles. gabe. Im Blick auf die zunehmende Bedeutung der Sozialbe-

Une réduction de l'aide de la Confédération poserail de rufe wäre es konlraprodukliv, wenn wir hier eine Sparübung

sérieux problèmes financiers aux écoles d'animateurs durchziehen wollten. Das Generalprinzip der linearen Kür-

Ecoles de service social. Aide 1502 N 26 novembre 1984

zung sollte gerade auch in diesem Bereich nicht überspannt zige, die das tun muss. Es geht in allen neun Sozialschulen

werden. ungefähr ähnlich. Ich habe erlebt, wie hohe Baukredite

Ich bitte Sie, auf die Vorlage einzutreten, den Antrag der aufgenommen werden mussten, hohe Bankkredite. Auch

Minderheit abzulehnen und der Mehrheit zu folgen. hier - glaube ich - gäbe es sinnvollere Lösungen. Die

Schulgelder sind heute schon sehr hoch; das ist hier schon

M. Gloor: La civilisation moderne imolique une politique gesagt worden. Viele Studenten an diesen Schulen sind

sociale à la portée de tous les esprits, si je puis m'exprimer älteren Jahrgangs, sie haben bereits Familienverpflichtun-

ainsi. En effet, on ne saurait, par quelques mots, dire com- gen. Wenn diese Schulgelder noch höher werden mussten,

bien les efforts des assistantes sociales permettent de dann wäre das in vielen Fällen unzumutbar.

mener, à l'échelon des cantons et spécialement des com- Die Lage an diesen sozialen Schulen ist heute schon - mit

munes, une politique de progrès. J'en veux pour preuve, en Bundesunterstützung - sehr schwierig, sie wird katastro-

ce qui concerne mon canton, l'Ecole d'études sociales et phal werden ohne die Unterstützung des Bundes. Die Sub-

pédagogiques de Lausanne, qui est dirigée par un libéral, je ventionen des Bundes machen weniger aus als 10 Millionen

dirai même un libéral presque à gauche, c'est-à-dire mon Franken. Schauen wir uns doch das einmal im Verhältnis an.

ami Claude Pahud. Celui-ci, dans une lettre du 24 mai 1984, Wir werfen an ändern Orten unbekümmert mit Milliarden um

se faisait passablement de souci pour cette Ecole d'études uns, und hier, wo es ausserordentlich nötig wäre, einige

sociales et pédagogiques de Lausanne qu'il dirige avec Millionen weiterhin zu sprechen, wollen wir das nicht mehr

beaucoup de talent. Il écrivait: «Nous nous permettons de tun. Mit der Föderalisierung dieser Schulen werden die

vous rendre particulièrement attentifs au point 2 du texte ci- finanzschwachen Kantone ganz klar überfordert sein, aber

joint qui met en lumière les risques considérables du taux nicht nur die finanzschwachen. Auch unser Kanton Bern,

maximal. Vous comprendrez aisément que les écoles der heute in den roten Zahlen ist - er ist kein finanzschwa-

comme la nôtre ne peuvent être gérées convenablement et cher Kanton, obwohl er immer mehr zu jammern anfängt

assumer leurs engagements à l'égard de leurs étudiants et wegen seiner Finanzlage -, auch dieser Kanton wird seine

de leur personnel sans connaître le taux des subventions. Verpflichtungen der Schule gegenüber ohne Bundeslei-

L'éventualité de la mobilité du taux, et sans doute dans le stung nicht in gleichem Masse aufrechterhalten. Ich habe

sens de son abaissement, constitue à l'évidence une das schlechte Beispiel, das kürzlich hier über die Bühne

menace réelle de nature à hypothéquer de manière difficile- ging, in bester Erinnerung: Auch beim Abbau der Stipendien

ment supportable les prévisions que nous devons faire pour hat man uns gesagt, dass die Kantone diese Kosten sehr gut

une saine gestion de notre école.» übernehmen könnten und würden. Im Kanton Bern kam die

Je ne voudrais pas faire à cette tribune un festival libéral, Retourkutsche postwendend, und die Stipendien wurden

mais je tiens à citer encore l'excellente intervention de abgebaut, entgegen den Zusicherungen, die hier gegeben

l'ancien président de notre conseil. M. Gautier: «Le travail- wurden. Ich habe nun Angst, dass dies bei der Unterstüt-

leur social a un champ d'activité très vaste qui s'est forte- zung der Schulen für soziale Arbeit genau gleich passieren

ment développé et transformé au cours des dernières wird. Wer hier die Notwendigkeit dieser Ausbildung aner-

décennies, alors qu'autrefois il incombait principalement kennt - und das haben bisher alle Redner getan -, der darf

aux églises et aux institutions d'assistance privées d'aider nicht für eine Kürzung der Bundessubventionen oder sogar

les nécessiteux. L'industrialisation, l'accroissement des pro- für eine spätere Aufhebung dieser Subventionen eintreten.

blèmes sociaux créés par cette évolution et le développe- Ich möchte Sie bitten, dem Antrag Stappung zuzustimmen

ment de la politique sociale ont fait que, du moins dans oder auf jeden Fall, wenn Ihnen das nicht möglich ist, dem

certains domaines, le bénévolat ne suffisait plus à satisfaire Mehrheitsantrag der Kommission.

tous les besoins. Les progrès de la science, de l'hygiène, de

la psychologie et de la pédagogie ont également contribué à Frau Uchtenhagen: Ich bin seit vielen Jahren im Vorstand

l'essor du travail social, devenu ainsi une véritable profes- der Schule für soziale Arbeit; im Augenblick habe ich das

sion qui exige une formation sérieuse. Cette formation est Präsidium übernommen, und zwar weil wir solche Finanz-

assurée par les écoles de service socjal.» Je dois féliciter probleme haben, dass man jemand suchte, der quasi Hilfe

notre eminent ancien président d'avoir pris, en des accents leisten kann, um aus diesen Problemen herauszukommen.

tout à fait naturels et sympathiques, fait et cause pour la Die Sparübungen des Bundes, aber auch des Kantons,

profession des assistantes sociales dont la formation est de haben uns in dieser Schule so zu schaffen gemacht, dass

première importance, si l'on part de l'idée que la politique ich eine ähnliche Erfahrung gemacht habe wie Frau Robert.

sociale à l'échelon des cantons et des communes doit Der Vorstand und die Schulleitung sind praktisch voll damit

continuer dans le sens d'une amélioration de la situation de beschäftigt, Bettelbriefe zu schreiben, an die Gemeinden zu

celles et de ceux qui - parfois plus nombreux qu'on peut le gelangen, an die Kirchen zu gelangen, überall Geld zu

penser- n'ont pas eu de chance dans la. vie, contrairement à sammeln, damit wir die Schule überhaupt weiterführen kön-

nous tous dans cette salle. nen. Die Sachlogik, hat Herr Allenspach gesagt, spreche

C'est pour ces raisons et de multiples autres que je vous dafür, dass die Schulen für soziale Arbeit eine kantonale

invite à voter l'amendement présenté par M. Stappung, et Aufgabe seien. Die Sachlogik ist etwas Schönes, aber in der

bien sûr l'entrée en matière. Dans le cas où l'amendement Praxis sieht die Sache leider etwas anders aus, indem zum

de M. Stappung - ce qui serait déplorable - serait rejeté, je Beispiel die Kantone, die solche Schulen haben, nicht ohne

vous propose de vous prononcer en faveur de l'amende- weiteres bereit sind, für Ausserkantonale die Ausbildung zu

ment présenté par mon collègue Eggli-Winterthour, à savoir bezahlen. Es gibt noch kein Konkordat, und so haben wir in

le maintien de 35 pour cent. Zürich von der Regierung den Auftrag bekommen, kosten-

deckende Schulgelder für die Ausserkantonalen einzufüh-

Frau Robert: Ich möchte hier ein Wort einlegen für die ren. Das wären 15000 bis 20000 Franken. Wir haben das

Beibehaltung des bisherigen Leistungssatzes. Ich tue dies vorläufig nicht gemacht, weil wir nun auf Konkordatsebene

als langjährige Staatsvertreterin in einer Schule für soziale eine Regelung mit den umliegenden Kantonen suchen.

Arbeit. Ich habe mit grossem Erstaunen Kenntnis genom- Die Schulen für soziale Arbeit sind ja meistens Privatschu-

men davon, dass ausgerechnet unser Regierungsrat Marti- len, aber sie erfüllen eine öffentliche Aufgabe, und zwar eine

gnoni, Berner Finanzdirektor, hier den Minderheitsantrag sehr wichtige. Sie erfüllen diese in der Regel billiger, als

für eine Kürzung begründet hat. Herr Martignoni und seine wenn sie vom Kanton geführt werden mussten, weil sehr viel

Kollegen haben mich vor Jahren als Staatsvertreterin in eine Milizarbeit hineingesteckt wird. Wir sind in Zürich bald so

solche Schule gewählt. Ich habe jahrelang hautnah die müde von dieser Arbeit, dass wir nicht mehr weit davon weg

Realität miterlebt, wie diese Schulen um ihre Existenz zu sind, den Kanton zu bitten, diese Schule doch selber zu

kämpfen haben. Ich habe miterlebt, wie die Schulleitung, die führen, weil wir mit diesen ewigen Finanzproblemen nicht

weiss Gott Gescheiteres zu tun hätte, seit Jahren dem Geld zurecht kommen. Beim Antrag, die Budgetfreiheit für uns zu

nachrennen muss. Die bernische Schule ist nicht die ein- bewahren und das Wort «höchstens» zu belassen, überse-

26. November 1984 N 1503 Schulen für soziale Arbeit. Unterstützung

hen Sie, Herr Allenspach, dass diese Schulen natürlich auch darauf vorbereitet, dass diese Aufgaben künftig durch pri-

ein Budget erstellen müssen. Es ist verheerend, wenn Sie vate Mittel und durch Mittel des Kantons bestritten werden.

etwas budgetieren und dann statt 35 Prozent nurSO Prozent, Nun hat allerdings der Bund seit 1952 diese Schulen regel-

statt 30 Prozent nur 25 Prozent bekommen, d. h.-nämlich, mässig unterstützt. Ich muss Ihnen aber auch erklären, dass

dass wir tatsächlich die Löhne nicht bezahlen können, dass die verfassungsmässige Basis für diese Unterstützungstätig-

wir Kurse abbauen und andere Sparübungen durchführen keit des Bundes eher dürftig ist, und von den Verfassungs-

müssen. rechtlern wird teilweise sogar bestritten, dass der Bund die

Wir bilden zuwenig Sozialarbeiter aus, insbesondere zuwe- Kompetenz hierzu hat. Im Zuge des zweiten Paketes «Aufga-

nig Heimerzieher. Aber wir sind in Zürich zum Beispiel nicht benteilung» wird nun der Bundesrat Ihnen vorschlagen,

in der Lage, zusätzliche Kurse zu führen, weil wir schlicht diese Aufgabe den Kantonen zu übertragen. Der geltende

und einfach kein Geld haben, und das in einer Situation, wo Subventionsbeschluss läuft Ende dieses Jahres aus. Es

es viele junge Leute gibt, die als Zweitausbildung einen bedarf also einer Verlängerung, bis das zweite Paket «Auf-

solchen Beruf erlernen möchten. gabenteilung» in Kraft tritt.

Ich bitte Sie also ganz dringend, dem Mehrheitsantrag zu Der Bundesrat schliesst sich der Meinung der Kommissions-

folgen und die 35 Prozent nicht zu kürzen. Genauso wichtig minderheit an. Ich danke zwar allen Votanten, die uns mehr

finde ich aber, dass das Wort «höchstens» gestrichen wird, geben möchten. Diese Anträge sind gut gemeint; aber ich

weil es ein ungeheures Moment der Unsicherheit bringt. Die muss hier den Standpunkt der Regierung vertreten.

Schulen wissen überhaupt nicht mehr, mit was sie rechnen Es sind im wesentlichen drei Gründe, die mich veranlassen,

können. Man soll ihnen sagen, was sie zugut haben. Unter den von Herrn Martignoni vertretenen Standpunkt der Min-

Umständen, wenn das Geld nicht reicht, müssen wir eben derheit zu unterstützen.

das Angebot abbauen. 1. Einhaltung der Budgetdisziplin: Dem Bundesrat liegt

Ich bitte Sie also, der Mehrheit der Kommission zu folgen sehr daran, die Ihnen vorgelegten Budgets jeweilen auch

und den Antrag Stappung gutzuheissen. einzuhalten. Es trifft, Herr Zehnder, nicht ganz zu, dass wir

in diesem Bereiche Schulden über mehrere Jahre vor uns

Bundesrat Egli: Unsere Sozialpolitik kann sich nicht damit herschieben: Im Gegenteil, wir beantragen Ihnen mit dem

begnügen, materielle Not zu beseitigen oder ihr vorzubeu- diesjährigen Nachtragskreditbegehren II eine Summe von

gen. Viele unserer Mitbürger bedürfen auch der geistigen 705 000 Franken; damit werden wir dann alle Schulden bis

Betreuung. Ich denke dabei besonders an alle jene, welche und mit 1983 abgetragen haben. Wenn Sie diesem Antrag

aus verschiedensten Gründen an den Rand unserer Gesell- zustimmen, können wir erreichen, dass wir bei den Kanto-

schaft geraten sind oder sich in unserer Gesellschaft nicht nen und privaten Vereinigungen, die solche Schulen führen,

mehr zurechtfinden. Mit dieser Betreuung befassen sich keine Schulden mehr haben.

vorab die Sozialarbeiter, seien sie nun privat oder im Dienste

2. Sie haben der Botschaft entnommen, dass der Bundesrat

der Öffentlichkeit tätig. Man mag bedauern, dass diese

kürzlich drei weiteren Schulen die Anerkennung im Sinne

Erziehungs- und Betreuungsarbeit, welche früher im Fami-

des Bundesbeschlusses gewährt hat.

lienverband besorgt worden ist, zunehmend externalisiert

Drei neue beitragsberechtigte Schulen: Das erklärt auch,

wird. Wir haben uns aber mit dieser gesellschaftlichen

weshalb wir den Ansatz etwas herabsetzen. Alle Schulen

Entwicklung abzufinden und diese Aufgabe als Staatsauf-

sollen in den Genuss der Subvention kommen können.

gabe oder als gemischte private/staatliche Aufgabe wahrzu-

nehmen. Nur muss die Gesellschaft auch bereit sein, den 3. Im Zeitpunkt der Übergangslösung scheint es uns

Staat für die Übernahme dieser Arbeit zu honorieren und gerechtfertigt, die Subvention etwas zu kürzen. Denn damit

ihm die Mittel zur Verfügung zu stellen. Dabei ist allerdings können sich die Kantone, welche die Schulen ebenfalls

nicht zu übersehen, dass damit auch ein Solidarisierungsef- unterstützen, sowie die privaten Vereinigungen, die sie füh-

fekt verbunden ist. ren, an den neuen Zustand gewöhnen.

Die Sozialarbeit ist eine vielseitige und sehr anspruchsvolle Die Frage, ob Sie 30 oder 35 Prozent als Höchstbetrag in den

Tätigkeit. Ich glaube, es ist auch einmal am Platz, dass von Bundesbeschluss einsetzen, ist übrigens nicht von grosser

der Regierungsseite her diesen jungen Frauen und Männern praktischer Tragweite. Denn Sie werden so oder anders

der offizielle Dank ausgesprochen wird dafür, dass sie sich über das Budget zu befinden haben, und der Bundesrat wird

dieser Ausbildung unterziehen und dass sie voll Idealismus den Budgetbetrag, den Sie festsetzen, auf alle Schulen

eine Arbeit, eine Tätigkeit, einen Beruf übernehmen, der aufteilen müssen, und zwar zu einem Prozentsatz, der durch

doch bisweilen mit sehr grosser psychischer Belastung ver- den von Ihnen gesprochenen Budgetbetrag ermöglicht

bunden ist, an der diese jungen Frauen und Männer oft sehr wird.

schwer zu tragen haben. Gerade aus diesen Gründen bedarf Aus ähnlichen Gründen können wir dem Antrag Stappung

diese schwere Arbeit auch einer sorgfältigen Ausbildung nicht entsprechen. Herr Stappung, Sie müssen dem Bun-

und Vorbereitung. Wenn schon die Sozialarbeit als solche desrat diese Flexibilität belassen; Sie müssen uns die Mög-

ohne staatliche Hilfe nicht mehr auskommt, so ist auch lichkeit geben, das Budget einhalten zu können, damit wir

staatliche Hilfe erforderlich für die Ausbildung zu dieser nicht in den nächsten Jahren wiederum gezwungen sind,

Arbeit. Nachtragskredite zu stellen, um unseren Verpflichtungen

Im föderalistischen Staat stellt sich aber die Frage, wer diese nachzukommen.

Arbeit übernehmen soll, wer diese Ausbildung zu gewährlei- Ich bitte Sie, dem Antrag der Kommissionsminderheit, wie er

sten hat. Sozialarbeit ist weitgehend Fürsorge, und Fürsorge von Herrn Martignoni begründet worden ist, zu entspre-

ist in unserem Lande traditionellerweise Sache der Kantone. chen.

Damit ist der Bundesrat auch der Auffassung, dass die Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen

Unterstützung dieser Schulen wieder zur Aufgabe der Kan-

tone werden soll. Es ist nicht so, wie Sie befürchtet haben, Le Conseil décide sans opposition d'entrer en matière

Herr Stappung, dass diese Aufgabe einfach stillschweigend Detailberatung - Discussion par articles

mit dem zweiten Paket der Aufgabenverteilung an die Kan-

tone abgeschoben wird, sondern diese Frage wurde mit den Titel und Ingress, Ziff. I Ingress

Kantonen einlässlich besprochen, und die Kantone sind Antrag der Kommission

bereit, diese Arbeit zu ihrem eigenen Anliegen zu machen. Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates

Herr Stappung, ich darf Ihnen versichern, dass auch der

Kanton Luzern sich mit dieser Situation abfinden kann. Ich Titre et préambule, eh. l préambule

kann Ihnen sogar erklären, dass ich, bevor ich dieses Amt Proposition de la commission

als Bundesrat angetreten habe, Präsident des Fördervereins Adhérer au projet du Conseil fédéral

der Schule für Sozialarbeit in Luzern war und die Verhält-

nisse ziemlich genau kenne. Ich weiss, dass man sich dort Angenommen - Adopté

Initiative parlementaire (Iten) 1504 N 26 novembre 1984

Art. 2 Abs. 3 I.Satz #ST# 83.223

Antrag der Kommission

Parlamentarische Initiative

Mehrheit Drogendelikte. «Doppelte» Bestrafung (Iten)

Der Bundesbeitrag beläuft sich im Einzelfall auf höchstens Initiative parlementaire

35 Prozent. (Rest des Satzes streichen)

Trafic de stupéfiants.

Minderheit «Double» pénalisation (Iten)

(Martignoni, Allenspach, Kühne, Landoli, Schnider-Luzern,

Tschuppert) Bericht und Gegenvorschlag (Gesetzentwurf) der Petitions- und

Nach Entwurf des Bundesrates Gewährleistungskommission des Nationalrates vom 25. November 1983

(BBI 1984 II 646).

Antrag Stappung Stellungnahme des Bundesrates vom 23. Mai 1984 (BBI II 654).

Der Bundesbeitrag beläuft sich im Einzelfall auf 35 Prozent. Rapport et contre-projet de la commission des pétitions et de l'examen

(Rest des Satzes streichen) des constitutions cantonales du Conseil national, du 25 novembre 1983

(FF 198411,671).

Art. 2 al. 3 1" phrase Avis du Conseil fédéral, du 23 mai 1984 (FF II, 679).

Proposition de la commission

Majorité

La subvention fédérale s'élève, dans chaque cas, à 35 pour

cent au maximum. (Biffer le reste de la phrase)

Minorité Text der Initiative

(Martignoni, Allenspach, Kühne, Landolt, Schnider-Lucerne, Art. 27 Abs. 2 (neu)

Tschuppert) Bei unbefugter Einfuhr, Ausfuhr oder Durchfuhr von Betäu-

Selon proposition du Conseil fédéral bungsmitteln nach Artikel 19 finden die Strafbestimmungen

des Zollgesetzes und des Bundesratsbeschlusses über die

Proposition Stappung Warenumsatzsteuer keine Anwendung.

La subvention fédérale s'élève, dans chaque cas, à 35 pour Texte de l'initiative

cent. (Biffer le reste de la phrase)

Art. 27 al. 2 (nouveau)

Abstimmung - Vote En cas d'importation, d'exportation ou de transit illégaux de

Eventuell - A titre stupéfiants selon l'article 19, les dispositions pénales de la

loi sur les douanes et de l'arrêté du Conseil fédéral instituant

Für den Antrag Stappung 61 Stimmen un impôt sur le chiffre d'affaires ne sont pas applicables.

Für den Antrag der Mehrheit 90 Stimmen

Antrag des Bundesrates

Definitiv - Définitivement

Zustimmung zur Initiative

Für den Antrag der Mehrheit 73 Stimmen

Für den Antrag der Minderheit 79 Stimmen Proposition du Conseil fédéral

Adhésion à l'initiative

Art. 4 Abs. 3, Ziff. II

Antrag der Kommission Antrag der Kommission

Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Mehrheit

(Gegenvorschlag)

Art. 4 al. 3, eh. II

Art. 27 Abs. 2

Proposition de la commission

Sofern bei unbefugter Einfuhr, Ausfuhr oder Durchfuhr von

Adhérer au projet du Conseil fédéral Betäubungsmitteln eine strafrechtliche Ahndung nach Arti-

Angenommen - Adopté kel 19 erfolgt, finden die Straf bestimmungen des Zollgeset-

zes und des Bundesratsbeschlusses über die Warenumsatz-

Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble steuer keine Anwendung.

Für Annahme des Beschlussentwurfes 98 Stimmen Minderheit

Dagegen 4 Stimmen (Leuenberger Moritz, Braunschweig, Deneys, Eggly-Genf,

An den Ständerat - Au Conseil des Etats Meyer-Bern, Nauer, Perey, Vannay, Weder-Basel, Ziegler)

Zustimmung zur Initiative

Proposition de la commission

Majorité

(Contre-projet)

Art. 27 al. 2

En cas d'importation, d'exportation ou de transit illégaux de

stupéfiants, les dispositions pénales de la loi sur les

douanes et de l'arrêté fédéral instituant un impôt sur le

chiffre d'affaires ne sont pas applicables lorsqu'une pour-

suite pénale est introduite en vertu de l'article 19 de la loi sur

les stupéfiants.

Minorité

(Leuenberger Moritz, Braunschweig, Deneys, Eggly-Genève,

Meyer-Berne, Nauer, Perey, Vannay, Weder-Bâle, Ziegler)

Adhésion à l'initiative

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Schulen für soziale Arbeit. Unterstützung

Ecoles de service social. Aide

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1984

Année

Anno

Band V

Volume

Volume

Session Wintersession

Session Session d'hiver

Sessione Sessione invernale

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 01

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 84.004

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 26.11.1984 - 14:30

Date

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Seite 1497-1504

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Ref. No 20 012 925

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