Federal Council on Tax Fairness and Truck Competitiveness
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Council addressed questions regarding tax fairness for married couples versus cohabiting partners and the competitiveness of Swiss heavy goods vehicles abroad. On the tax front, the Council maintained its stance on family taxation, noting that the Federal Court's decision did not fundamentally challenge this approach but rather highlighted the need for specific regulatory measures. Regarding heavy goods vehicles, the Council acknowledged reports of potential new burdens in Germany but stated that official confirmation was pending and that ongoing administrative discussions aimed to ensure non-discriminatory treatment aligned with international norms.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 4 de la constitution, Art. 66 al. 1 LTF, Art. 93 BGG; Federal Council on Tax Fairness and Truck Competitiveness: On the tax front, the Council maintained its stance on family taxation, noting that the Federal Court's decision did not fundamentally challenge this approach but rather highlighted the need for specific regulatory measures. Regarding heavy goods vehicles, the Council acknowledged reports of potential new burdens in Germany but stated that official confirmation was pending and that ongoing administrative discussions aimed to ensure non-discriminatory treatment aligned with international norms.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited in the question about tax inequalities between married couples and cohabiting partners.
Cited regarding the content and structure of the federal government's report on policy guidelines.
Cited for the allocation of costs if the appeal were to be dismissed.
Cited for the inadmissibility of the appeal.
Volltext
Politique gouvernementale/Plan financier 808 N 18 juin 1984
Question 31: insbesondere um die durch Verordnung zu treffende Aus-
Vannay. Ehepaare und Konkubinatspartner. führungsregelung geht.
Steuerliche Ungerechtigkeiten Ich möchte allgemein dazu im Anschluss an die Frage von
Nationalrat Aliesch festhalten, dass sich bis anhin die Ein-
Inégalités fiscales entre couples mariés et concubins
wände, die uns gegenüber im Ausland erhoben wurden, auf
Le 13 avril 1984, le Tribunal fédéral rendait un arrêt nuancé: die Nationalstrassenvignette bezogen haben. Andere Länder
il reconnaissait comme contraire au principe de l'égalité in unserer Umgebung erheben derartige Abgaben ja längst
(art. 4, 1er al., de la constitution) le fait qu'un couple marié, und in einem unvergleichlich grösseren Ausmass, mit ganz
dont les deux conjoints travaillent, paie plus d'impôts qu 'un anderen Ansätzen, strecken- und tagesbezogen, nicht als
couple vivant en union libre. Jahrespauschalen.
Je demande au Conseil fédéral, s'il est prêt, avant de connaî- Was die Bundesrepublik Deutschland betrifft, möchte ich
tre tous les considérents du Tribunal fédéral, à faire étudier mit aller Klarheit auch hier sagen - und das ist in unserem
ces importantes questions de l'égalité de l'homme et de la Lande lange Zeit gar nicht zur Kenntnis der Öffentlichkeit
femme en matière fiscale et de l'imposition séparée. gelangt -, dass die Bundesrepublik Deutschland seit etwa
Est-il disposé - dans le cadre des travaux actuellement en 20 Jahren auf allen unseren Autobussen und Autocars, die
cours sur l'harmonisation fiscale et l'impôt direct - à propo- die deutschen Strassen jeglicher Art befahren, eine Kilome-
ser les modifications nécessaires pour appliquer strictement terbezogene Abgabe von 0,7 Pfennig pro Person und Kilo-
l'article 4 de la constitution? meter erhebt. Das kann für bloss einen Tag mehr ausma-
chen für unsere Postautos oder privaten Autocars, als der
Bundesrat Stich: Die Frage der Ehegattenbesteuerung hat deutsche Autocar oder Bus, der in die Schweiz einfährt,
der Bundesrat in der Botschaft zur Steuerharmonisierung pauschal für ein oder zwei Monate zu bezahlen hat. Das
ausführlich beschrieben. Er hält daran fest, dass man bei der vorgesehene Minimum für zwei Tage für ausländische Auto-
Familienbesteuerung bleibt. Auch der von der Fragestellerin cars beträgt 30 Franken. Das erreicht unser Autocar in der
zitierte Bundesgerichtsentscheid stellt die Familienbesteue- Bundesrepublik aber schon - machen Sie die Rechnung -
rung nicht in Frage. Das Parlament wird aber Gelegenheit wenn er mit 40 Personen 100 Kilometer weit fährt.
haben, dazu Stellung zu nehmen, wenn es die Botschaft Ich möchte festhalten, dass sogennante Gegenmassnahmen
über die Steuerharmonisierung behandelt. Ausserdem wird dieser Länder, welche seit Jahren und Jahrzehnten derartige
anlässlich der Behandlung einer Motion zum selben Thema Verkehrsabgaben erheben, und zwar kilometerbezogen wie
davon die Rede sein. Frankreich, wie Italien, wie Österreich und in bezug auf
Autocars auch die Bundesrepublik, gegenüber schweizeri-
schen Benutzern dieser Strassen doch recht erstaunlich
Frage 32: wären, und dass solche Massnahmen, wenn sie getroffen
werden sollten, dem Gebot der Nichtdiskriminierung, d. h.
Aliesch. Schweizer Schwerverkehr im Ausland.
der Gleichstellung von Inländern und Ausländern, entspre-
Konkurrenzfähigkeit chen müssten, wie wir das mit unserer Vignette und Schwer-
Poids lourds suisses à l'étranger. Compétitivité verkehrsabgabe machen, ansonst sie geltende internatio-
In der BRD scheinen Bestrebungen im Gange zu sein, dem nale Ordnungen verletzen würden.
Schweizer Schwerverkehr auf den deutschen Strassen neue Bei diesem Stand der Dinge erachtet es der Bundesrat im
Belastungen aufzuerlegen. Auf den 1. Januar 1985 sollen die gegenwärtigen Zeitpunkt als nicht geboten und auch nicht
Schweizer Lastwagen in der BRD die Kraftfahrzeugsteuer zweckmässig, Vorkehren zur Wahrung der Konkurrenzfä-
entrichten müssen. Zudem soll für die Schweizer Lastwagen higkeit des schweizerischen Transportgewerbes in bezug
die Gewichtslimite von 28 Tonnen auch in der BRD gelten, auf Auslandfahrten in die Wege leiten; aber selbstverständ-
und man will die Mehrwertsteuer nicht mehr zurück- lich werden wir die weitere Entwicklung aufmerksam verfol-
erstatten. gen. Die Gespräche mit der Bundesrepublik Deutschland
Hat der Bundesrat Kenntnis von diesen Bestrebungen, und sind auf Verwaltungsebene ohnehin im Gange.
was gedenkt er allenfalls zu unternehmen, um die gefähr-
dete Konkurrenzfähigkeit des Schweizer Schwerverkehrs im
Ausland zu wahren ?
Bundespräsident Schlumpt: Unserem Departement wurde #ST# 84.001
vor einigen Tagen durch den Schweizerischen Nutzfahr-
zeugverband, die AST AG, mitgeteilt, dass in der BRD Bestre- Regierungsrichtlinien 1983 bis 1987
bungen im Sinne der Anfrage von Nationalrat Aliesch im Grandes lignes de la politique
Gange seien. Amtliche Mitteilungen dieser oder ähnlicher gouvernementale 1983 à 1987
Art sind uns bis heute nicht zugegangen.
Der Bundesrat hat natürlich die Haltung des Auslandes im 84.002
Anschluss an die Beschlussfassung der eidgenössischen
Räte über die Einführung einer Autobahnvignette und einer Legislaturfinanzplan 1985 bis 1987
Schwerverkehrsabgabe seit der Volksabstimmung von Ende Plan financier de la législature 1985 à 1987
Februar laufend verfolgt. Ich habe in diesem Zusammen-
hang auch die europäischen Verkehrsminister orientiert,
und zwar schon im März, ebenfalls die Verkehrsminister der Fortsetzung - Suite
EG-Staaten, damals unter dem Vorsitz von Herrn Dollinger Siehe Seite 766 hiervor - Voir page 766 ci-devant
und jetzt von Herrn Fitermann aus Frankreich. Ende Mai in
Oslo hatte ich Gelegenheit, die europäischen Verkehrsmini-
ster zu orientieren, insbesondere darüber, dass es sich bei
der Nationalstrassenvignette und der pauschalen Schwer-
verkehrsabgabe um eine befristete Regelung handelt, wel- M. Cevey, rapporteur: Une première remarque s'impose au
che dem staatsvertraglichen Prinzip der Nichtdiskriminie- terme de ce débat. Le cinquième rapport sur les Grandes
rung, d.h. der Gleichstellung von Inländern und Ausländern lignes de la politique gouvernementale n'a pas levé les
völlig gerecht wird, weil wir ja nicht differenzieren. Wir doutes maintes fois exprimés dans le passé quant à l'utilité
haben diese Fragen auch persönlich im Gespräch mit dem de cet échange de vues quadriennal entre les deux pouvoirs
deutschen Bundesminister für Verkehr, Herrn Dollinger, sur les questions essentielles de la législature naissante.
erörtert. Gegenwärtig sind auf Verwaltungsstufe weitere Une remarque doit être cependant formulée, sans malice
Gespräche in dieser Angelegenheit im Gange, in denen es aucune: rarement débat aura attiré autant d'orateurs à la
18.Juni 1984 N 809 Regierungsrichtlinien/Legislaturfinanzplan
tribune; le Conseil fédéral peut donc être satisfait de l'intérêt rissement des forêts, suggérait des mesures pour la plupart
qu'il a suscité par ses considérations dans les rangs parle- dans la compétence du Conseil fédéral. Dès lors que la
mentaires. forme du postulat n'existe pas dans la procédure d'examen
Les travaux de notre commission et les discussions de la des Grandes lignes, cette proposition ne pouvait être endos-
semaine dernière au plénum laissent subsister nombre de sée par notre commission. Tout aussi louable dans ses
points d'interrogation, sinon quant à l'utilité de cet exercice intentions, la motion de M. Borei relative à la recherche et au
du moins quant à son opportunité dans la forme où il a été danger des concentrations économiques n'a pu recevoir
engagé. Il convient de toute évidence d'examiner dès main- l'agrément de notre commission pour des motifs du même
tenant certaines suggestions faites en rapport ou non avec ordre que je me suis permis de vous expliquer dans mon
la motion de l'ancien conseiller aux Etats Generali et celle rapport.
de M. Bäumlin. Nous prions donc le bureau, en accord avec Enfin, le véritable programme politique développé dans sa
le Conseil fédéral, de mettre en œuvre une commission qui, motion par M. Carobbio nous est apparu nettement abusif
forte de l'expérience présente, analysera les avantages et les tant dans sa forme que quant au fond des problèmes posés
inconvénients du système et proposera d'éventuelles modi- et des solutions proposées. Nous vous en recommandons le
fications. rejet.
L'article 45bis, 1er alinéa de la loi sur les rapports entre les Sans avoir l'ambition de répondre aux quelque soixante
conseils prévoit que le rapport du Conseil fédéral, non orateurs qui se sont succédé à ce pupitre, je me permets
seulement donne un aperçu d'ensemble des tâches incom- quelques remarques. Programme «centre-gauche» pour
bant au gouvernement et renseigne sur les objectifs que M. Bonnard, le rapport du gouvernement révèle pour
celui-ci prévoit d'atteindre durant la nouvelle législature, MM. Herczog et Carobbio un effort de compression détermi-
mais qu'il range ses tâches par ordre d'importance et d'ur- nant à leurs yeux une politique étriquée dans les domaines
gence, d'après ces objectifs. Le Conseil fédéral n'a pas qui leur sont particulièrement chers, social, international,
établi, aux yeux des commissions du Conseil des Etats et du écologique, etc... mais bien entendu trop généreuse au
Conseil national, cet ordre d'importance et d'urgence, jugé chapitre des dépenses militaires. M. Robbiani, dont j'appré-
d'autant plus indispensable que la liste des soixante-sept cie par ailleurs la volonté de collaboration entre partis asso-
nouveaux objets figurant dans l'appendice I du rapport ciés au gouvernement, m'étonne à ce propos lorsqu'il
paraît dépasser nettement la capacité de digestion - si vous affirme: «Une défense nationale crédible ne s'achète pas à
me permettez cette expression physiologique - d'un Parle- coups de milliards.» Certes les milliards ne suffisent pas et la
ment de milice comme le nôtre; d'où les motions proposées volonté du peuple et de ses autorités est aussi indispensa-
par les commissions. Celle de nos collègues de la Chambre ble. Mais il n'est pas réaliste d'ignorer l'effort financier
des cantons charge simplement le Conseil fédéral de classer requis par les armements sophistiqués d'aujourd'hui et, bien
les objets prévus aux Grandes lignes 1983 à 1987 selon sûr, de demain.
ordre de priorités et d'en informer par écrit l'Assemblée M. Herczog ne craint pas la dépendance de notre pays en
fédérale. matière énergétique. C'est son affaire, il nous permettra
Notre commission a voulu aller plus loin, en suggérant que cependant d'être d'un autre avis, tant en ce qui concerne les
certains objets prévus ne soient abordés qu'au cours d'une surplus électriques, que la France par exemple pourrait un
prochaine législature. Sans vouloir revenir sur les explica- jour offrir à une Suisse en déficit du fait de son équipement
tions que nous avons fournies sur notre motion au début de insuffisant en matière nucléaire, qu'en ce qui concerne le
ce débat, j'insiste sur le caractère exemplaire et non pas gaz d'URSS, voire le pétrole du Moyen-Orient.
contraignant de la liste jointe à cette proposition. Il n'est Dans le même ordre d'idées, M. Rebeaud rejoint M. Hegg
donc pas question de contester à l'Exécutif la compétence pour déplorer la prise en compte, superficielle à ses yeux, de
de déterminer lui-même l'ordre de priorités souhaitable. la crise écologique. Il ironise sur la croissance qualitative.
Encore faut-il qu'il exerce cette compétence et que, par Nous devons lui répondre que la qualité de la vie ne passe
souci d'alléger ce panier trop riche et peut-être trop lourd, il pas par la stagnation économique. L'économie doit avoir les
puisse prévoir de ne saisir les Chambres de certains objets moyens de payer les équipements complémentaires indis-
qu'au cours d'une législature ultérieure. pensables à la lutte contre les pollutions diverses. Elle doit
C'est pourquoi nous vous recommandons très vivement, aussi pouvoir alimenter les caisses publiques appelées à
dans un premier temps, de voter la motion présentée par les faire des efforts importants dans les différents domaines de
partis gouvernementaux et soutenue par la commission du la sauvegarde de l'environnement et des sites: achat de
Conseil national unanime avec une seule abstention. Des terrains ou indemnisations pour empêcher les constructions
contacts ont été d'ores et déjà établis avec la commission du honnies, aménagements pour protéger nos eaux et traiter
Conseil des Etats et, dans un second temps, nous pourrons gadoues et eaux usées, investissements souvent considéra-
vraisemblablement faire voter dans les deux Chambres un bles pour assurer la conservation de monuments, édifices et
texte commun exprimant la volonté des uns et des autres. autres biens du patrimoine culturel.
Je vous rappelle par ailleurs que notre commission, parta- Appauvrie, la Suisse ne serait-elle pas obligée d'abord de
geant le souci de M. Nebiker d'assurer de meilleures condi- s'occuper des moyens de vivre, voire de survivre de sa
tions générales à l'économie, a adopté une motion de notre population, avant de consacrer ses francs diminués en nom-
collègue chargeant le Conseil fédéral de soumettre au Parle- bre et en valeur intrinsèque à sauver les paysages et à
ment, au cours de la présente législature, un message ayant éliminer les nuisances? A moins, bien sûr, que vous comp-
pour objet l'élimination de la taxe occulte engendrée par tiez comme d'autres sur la générosité de nos voisins fran-
l'ICHA et simultanément la compensation de toutes les çais portés à nous fournir à très bon compte l'énergie
recettes perdues de ce fait par la caisse fédérale. L'objectif nucléaire qui nous manquerait, parce que nous nous
n'est certes pas aisé et les porte-parole socialistes ne se sont serions interdit d'en produire.
pas fait faute de le souligner, en disant leurs craintes de voir M. Soldini n'est pas adversaire de l'aide publique au déve-
ainsi se creuser un trou de plus d'un milliard dans les loppement, mais il s'abrite derrière la dignité de citoyen d'un
recettes de la Confédération déjà largement insuffisantes, et pays dénué de passé colonial pour nous mettre en garde
cela sans l'assurance de moyens compensatoires. Mon contre une politique de solidarité à ses yeux excessive. Il
devoir est de souligner que, dans notre esprit, la motion m'autorisera à lui faire remarquer que l'effort de solidarité à
forme un tout et qu'il ne s'agit pas, comme le soupçonne par l'égard des deshérités de ce monde doit dépendre d'autres
exemple M. Hubacher, de n'en réaliser qu'un élément en critères, notamment de notre qualité de pays heureux et
ignorant l'objectif essentiel de l'équilibre des finances. riche dans un ensemble de nations dont la grande majorité
Je me permets de vous rappeler encore que notre commis- ont des raisons d'envier notre sort.
sion n'a pas pu suivre MM. Hubacher et Borei dans leurs Pour M. Borei, la taxe occulte n'est pas, et de loin, le seul
propositions de motion. Le premier, dans son désir, d'ail- objet prioritaire. Avons-nous prétendu autre chose? Non,
leurs largement partagé par nous-mêmes, d'enrayer le dépé- bien sûr, puisque nous avons insisté sur la nécessité pour le
Politique gouvernementale/Plan financier 810 N 18 juin 1984
Conseil fédéral de classer les objets qu'il envisage d'inscrire zeugt, dass ein bundesrätlicher Bericht, zum Beispiel als
à son programme d'activité en mettant en évidence les Folge des Postulates Belser, eine weit bessere und
priorités dans un souci de la chronologie et de l'importance erwünschtere Diskussionsgrundlage bilden könnte als die
dans ses choix. knappen Ausführungen in den Richtlinien es sein konnten
M. Schmid, toujours à propos de la motion Nebiker, me und sein wollten. Damit haben wir also keine Differenz, Herr
paraît ignorer le principal motif à l'orginede la démarche de Schule.
notre collègue adversaire de la taxe occulte: le souci d'assu- Im Kapitel 25 (Raum, Landwirtschaft und Umwelt) erfuhr der
rer à notre économie des conditions favorables pour qu'elle Bundesrat die weitaus schärfste Kritik. Man wertet die bun-
puisse garantir à notre peuple le travail dont il a besoin et à desrätlichen Aussagen in den Richtlinien als eine unzuläs-
l'Etat les moyens indispensables à l'accomplissement de ses sige Verniedlichung der Umweltschäden und im besonde-
tâches. Cette préoccupation dominante, relative à la santé ren des Waldsterbens. Als Massnahmen würden Selbstver-
financière des pouvoirs publics et à la vigueur permanente ständlichkeiten aufgezählt. Zudem würden sie zeitlich verzö-
de l'économie, doit nous guider dans notre devoir de tracer gert oder zum Teil überhaupt nicht zeitlich fixiert. Beson-
avec le Conseil fédéral les lignes directrices de notre politi- ders kritisch formulierten hier die Damen Mascarin und
que. Les gouvernements qui ont ignoré ce postulat fonda- Mauch und Herr Jaeger. Die aufgezeigten Mängel versucht
mental au cours de ces dernières années, et nous l'avons vu die Minderheitsmotion Hubacher, die Sie auf Ihrem Pult
encore hier à propos des élections européennes, récoltent vorfinden, mit ihrem Notprogramm gegen das Waldsterben
aujourd'hui incompréhension et grogne de la part de ceux zu beheben. Die Kommissionsmehrheit empfiehlt Ihnen
qui les ont installés au pouvoir. Evitons de sombrer dans jedoch, vor allem aus formellen Gründen, Ablehnung dieser
semblable situation. Motion.
Ich gestatte mir eine Gesamtbeurteilung der Diskussion. Bis
Eggenberg-Thun, Berichterstatter: Ich habe nicht die auf wenige Ausnahmen hat die Diskussion den Trend der
Absicht, die Ausführungen des Kommissionspräsidenten zu vorgelegten Regierungsrichtlinien und damit die Annahmen
übersetzen. Ich beschränke mich auf einige grundsätzliche im Legislaturfinanzplan bestätigt. Ihre Kommission hat
Feststellungen. Ihnen empfohlen, die Richtlinien wenn möglich in einer
Zuerst zur Richtlinienmotion von Herrn Carobbio. Ich wie- ganzheitlichen Betrachtung zu werten und zu würdigen. Der
derhole es nochmals: Die Absicht, mit völlig veränderten Rat hat diese Empfehlung nicht übernommen. Die 47 Einzel-
Prioritäten dem Rate eine Alternative zu den Regierungs- votanten haben die Richtlinien in ein Mosaik von Einzelhei-
richtlinien zu unterbreiten, ist rechtlich durchaus in Ord- ten aufgesplittert. Das führte zwar in den verschiedensten
nung. Die Motion wurde aber in der Kommission vor allem Bereichen zu einer zusätzlichen Akzentuierung der bundes-
deshalb einhellig abgelehnt, weil sie den Rahmen der Legis- rätlichen Absicht; aber zugleich wurden in fast allen Berei-
laturziele und die Möglichkeiten ihrer Realisierung hoff- chen weitergehende Massnahmen, vor allem auch kürzere
nungslos sprengt. Das heisst, sie enthält qualitativ politische Realisierungsfristen gefordert. So betrachtet, stellt sich die
Forderungen, die als Gesamtpaket in der Kommission keine Richtlinienmotion Ihrer Kommission praktisch quer zu der
Zustimmung finden konnten. Herr Carobbio hat auch einen gewalteten Diskussion. Aber wir sind nach wie vor der
Antrag eingereicht auf Kenntnisnahme von den Richtlinien Meinung, dass wir den Bundesrat beauftragen müssen,
in ablehnendem Sinne. Das sind unseres Erachtens Spiegel- seine Prioritäten nochmals und jetzt natürlich unter Einbe-
fechtereien. Der Antrag bringt nichts, und er ändert nichts. zug der Diskussionsergebnisse zu überprüfen. Diese Über-
Wir nehmen Kenntnis. Was an Kritik und Lob mit dieser prüfung soll nicht den bisherigen Realisierungskatalog von
Kenntnisnahme verbunden wurde, hat der Bundesrat in den 67 Objekten bestätigen, sondern soll zu einer klaren und
sieben Stunden aneinandergereihter Monologe zu hören eindeutigen Reduktion führen.
bekommen. Ich bitte Sie deshalb, den Antrag Carobbio Wir bitten Sie deshalb, der Richtlinienmotion Ihrer Kommis-
ebenfalls abzulehnen. sion mit der.Forderung nach zeitlichen Prioritäten zuzustim-
Einige Feststellungen zur Detaildiskussion: In der Aufgaben- men. Mit dem Antrag auf Zustimmung zu dieser Motion ist
teilung ist zu Recht darauf hingewiesen worden, dass im auch der Antrag gekoppelt, die ständerätliche Richtlinien-
Beziehungsfeld Bund/Kanton/Gemeinde die regionalpoliti- motion - falls sie heute zur Abstimmung kommen sollte -
schen Aspekte kultureller und wirtschaftlicher Art im Bericht abzulehnen. Am Donnerstag dieser Woche findet eine wei-
zu kurz kommen. Ich erinnere hier an die Voten der Herren tere Kommissionssitzung statt mit dem Ziele, zuhanden der
Butty, Bundi und Columberg. Wie schon in der Kommission Schlussabstimmungen beider Räte einen gemeinsamen
wurden auch hier im Sozialbereich eine ganze Reihe von Motionstext auszuarbeiten. Die Vorgespräche zwischen
Fragen aufgeworfen; im besonderen wurde die Kostenneu- Ständerat und Nationalrat haben deutlich gezeigt, dass sich
tralität der 10. AHV-Revision angezweifelt. Damit wird auch Lösungsmöglichkeiten zeigen.
die Aussagekraft des Finanzplanes in Frage gestellt. Der politische Stellenwert der Regierungsrichtlinien und des
Wir teilen die Auffassung der Redner, die unsere Asylpolitik Legislaturfinanzplanes wird weitgehend durch uns- Natio-
als Teil unseres Verhältnisses zu den übrigen Staaten wer- nal- und Ständerat - bestimmt. Man hat dem Bundesrat
ten und der Auffassung sind, dass unsere Asylpolitik grund- vorgeworfen, es werde nur und ausschliesslich der politi-
sätzlich überdacht und neu definiert werden muss. Im übri- sche Alltag «katalogisiert»; der Führungsauftrag des Bun-
gen sind die Kapitel Sozialpolitik, Bildung, Kultur, Wirt- desrates sei nicht erfüllt und es fehle der politisch so drin-
schaft, Verkehr und Energie in ähnlichem Sinne diskutiert gend nötige Weitblick und Ausblick. Im Grunde genommen
worden wie schon in den Kommissionsberatungen. handle es sich um Berichte der allzu starken Verwaltung,
Wesentlich pointierter als in der Kommission reagierte der und nicht um Berichte der Regierung!
Rat aber in zwei Kapiteln, zum ersten im Kapitel «Die Das Parlament hätte meines Erachtens die Möglichkeit
Schweiz in der Staatenwelt». Hier wurde von verschiedenen gehabt, diesen geforderten Weitblick und Ausblick in die
Votanten die klare Definition unserer Aussenpolitikvermisst. Diskussionen einzubringen. Wer den Richtlinienbericht als
Es wurde vor allem bemängelt, dass sich die Schweiz zu nutzlos und überflüssig bezeichnet - wie Herr Jaeger es
sehr auf die Rolle der Vermittlerin beschränke, statt direkt getan hat-, der hat nicht nur vergessen, dass das Parlament
an der Lösung internationaler Probleme mitzuarbeiten. Zu vor Jahren diesen Bericht gefordert hat, nein, er hat auch
meiner eigenen Überraschung sind die bundesrätlichen übersehen, dass der Bericht über die Regierungsrichtlinien
Vorgaben zur militärischen Landesverteidigung weitgehend und den Legislaturfinanzplan eigentlich eine ausgezeich-
anerkannt und übernommen worden. Als Beispiel dafür nete politische Gesprächsbasis zwischen Parlament und
möge das Votum von Herrn Schule gelten. Regierung darstellen könnte, wenn man nur die Gelegenheit
Ich persönlich glaube, dass wir uns regelmässig und grund- dazu wahrnehmen würde. Aber eben: wenn man sie wahr-
sätzlich über unsere Armee zu unterhalten hätten, über ihre nehmen würde. Ich persönlich bin trotz der 47 Votanten
Aufgaben und die zur Erfüllung dieser Aufgaben notwendi- enttäuscht und glaube, dass das Parlament hier eine echte
gen Mittel und Ausbildungsanforderungen. Ich bin über- politische Chance vertan hat.
18.Juni 1984 N 811 Regierungsrichtlinien/Legislaturfinanzplan
In der Folge fasse ich die verschiedenen Anträge Ihrer loges des Bundesrates für vier Jahre gewollt. Sie enthalten
Kommission zusammen: politische Absichtserklärungen des Bundesrates und bilden
1. Richtlinienmotion zu den gesellschaftlichen Entwicklun- eine Grundlage für die Auseinandersetzung im Parlament
gen: Sie wird zwar praktisch mit der Stellungnahme der und zwischen Parlament und Regierung. Sie können
Bundesräte in ihren Voten erfüllt sein, aber die Kommission schliesslich Anlass zu Aufträgen in Form von Richtlinienmo-
empfiehlt Annahme. tionen an den Bundesrat geben. Deshalb kann der Bundes-
2. Richtlinienmotion zu den zeitlichen Prioritäten. Empfeh- rat im Rahmen eines solchen «Œuvre» natürlich wenig
lung der Kommission: Annahme. Unvorhergesehenes bieten, kaum Überraschendes und
schon gar nicht irgend etwas Sensationelles.
3. Richtlinienmotion zur taxe occulte. Antrag der Kommis- In dieser gewollten Beschränkung passen die Regierungs-
sion: Annahme. richtlinien zweifellos in den Alltag der helvetischen Politik.
Folgende Motionen und Anträge werden von der Kommis- Das heisst aber keineswegs, dass diesem Instrument Bedeu-
sion zur Ablehnung empfohlen: tung und Nutzen mangeln würden, im Gegenteil: gerade die
1. Minderheitsmotion Hubacher: Notprogramm gegen das Alltagspolitik des helvetischen Pragmatismus macht eine
Waldsterben; Auslegeordnung, eine periodische Gesamtschau und
2. Minderheitsmotion Borei: Grundlagenforschung und Grundsatzdiskussionen zwischen Parlament und Regierung
Wirtschaftsentwicklung; nötig. Sie erfordert die Einordnung von Einzelgeschäften in
eine Gesamtschau.
3. Motion Carobbio zu den Richtlinien und zum Finanzplan; Das tut tatsächlich not; denn noch so gutgemeinte, oft
4. Antrag Carobbio: Kenntnisnahme der Berichte in ableh- tagesbezogene Einzelschritte bieten keine Gewähr dafür,
nendem Sinne. dass wir übergeordnete, längerf ristige Zielsetzungen einhal-
Abschliessend sei der Hauptantrag der Kommission nicht ten. Vieles im Leben - eben auch im politischen - ist zwar
verschwiegen: Sie empfiehlt Ihnen, nach gewalteter Diskus- wünschbar, manches ist heute auch technisch wie wirt-
sion von den Berichten über die Richtlinien der Regierungs- schaftlich machbar, nicht alles ist aber für das Gemeinwe-
politik 1983 bis 1987 und dem Legislaturfinanzplan 1985 bis sen tragbar. Prioritäten müssen gesetzt und das Schrittmass
1987 Kenntnis zu nehmen. bestimmt werden, damit die verfügbaren Mittel inventarisiert
und für das Notwendige reserviert und eingesetzt werden.
Bundespräsident Schlumpf: Weitherum war zu hören - in Es war in der Diskussion eine verbreitete Meinung, dass der
den letzten Tagen auch in diesem Saale -, dass der Bundes- Aufgabenkatalog - die 67 Prioritätsgeschäfte für die lau-
rat mit diesen Regierungsrichtlinien recht wenig Begeiste- fende Legislaturperiode - zu weit gesteckt sei und deswe-
rung auszulösen vermochte. Die Richtlinien seien wenig gen Streichungen vorgenommen werden müssten. Dieser
innovativ; sie seien vor allem auch zu wenig visionär und Aufgabenkatalog ist aber das Ergebnis einer mehrfachen
enthielten keine Aufbruchsignale. Es seien mehr oder weni- Selektion, die im Jahre 1983 stattgefunden hat. Dabei ist
ger Fortschreibungen oder-wie von den Kommissionsspre- vieles auf der Strecke geblieben. Die 67 Geschäfte, die in
chern zitiert wurde - es handle sich mehr oder weniger um diesem Katalog enthalten sind, liegen weit unter allen frühe-
eine Aufgabenkatalogisierung. Letzte Woche wurde hier ren Katalogen, bei denen man allerdings eine Unterteilung
erwähnt, wir seien alten Ritualen verfallen. In der Tat: Von in mehrere Prioritätsgruppen machte. Hier haben wir uns
solcherlei Gehalt - visionäre Vorstellungen, Aufbruchsi- auf eine, aber damit eben zahlenmässig eng begrenzte Kate-
gnale usw. - ist in diesen Richtlinien natürlich nichts enthal- gorie beschränkt. Es handelt sich dabei selbstverständlich
ten; denn die Richtlinien sind das, was uns das Geschäfts- nicht um zufällige Prioritäten, sondern um solche, die nach
verkehrsgesetz in Artikel 45bis in Auftrag gibt und was auch bestimmten Kriterien unter Abwägung der zu beurteilenden
dem politischen Willen der Räte entspricht: Sie geben näm- Gesichtspunkte festgelegt wurden. Diese Kriterien sind das
lich einen Überblick über die Gesamtheit der Regierungs- sachliche Gewicht, die Dringlichkeit der Aufträge des Ver-
aufgaben und Auskunft über die Ziele, die der Bundesrat in fassungsgebers, Koordinationsbedürfnisse (oft müssen Vor-
dieser Legislaturperiode, in diesen vier Jahren, anstrebt. lagen gebracht werden, damit andere Geschäfte wirksam
Anhand dieser Ziele sind die Aufgaben nach Bedeutung und werden können). Die finanzielle Belastung ist ein Kriterium
Dringlichkeit zu ordnen; das ist die Legalinterpretation Ihres von Belang, und schliesslich die Wahrung der Kontinuität.
Geschäftsverkehrsgesetzes für unseren Auftrag. Damit sind (Ich werde auf dieses Problem noch zurückkommen.)
diese Regierungsrichtlinien zum vorneherein kein politi- Diese Kriterien sind gleichwertig. Die Reihenfolge, in der ich
sches Programm, und sie können noch viel weniger ein sie aufzählte, spielt keine Rolle. Der Bundesrat hat nicht
Katalog von ambitiösen Wünschen oder gar epochalen Zie- katalogisiert. Er hat nicht etwa départementale Wünsche
len sein. Sie sind auch - gestatten Sie mir diese Bemerkung aufaddiert. Der Bundesrat hat dirigiert und damit eben re-
- kein Übungsfeld für Höhenflüge, Visionen oder Ideologien. giert.
Regierungsrichtlinien sind auch kein Mehrjahres-Geschäfts- Der Aufgabenkatalog zeigt den Willen des Bundesrates,
bericht. Sie sind weder ein Regierungsmemorandum noch Ihnen in diesen vier Jahren diese 67 Geschäfte vorzulegen.
ein Repetitorium für Parlamentarier. Was sich bereits ver- Am Parlament, an Ihnen und am Ständerat, ist es dann, Ihren
brieft in Händen des Parlamentes befindet, findet in den Arbeitsplan festzulegen und selbst gültig zu sagen, was Sie
Regierungsrichtlinien keine Répétition. Der Bericht ist kein behandeln wollen. Unsere Absichten, auch wenn sie in Form
Katalog anstehender Geschäfte. Dafür sind andere Unterla- von Regierungsrichtlinien verbrieft sind, sind selbstver-
gen verfügbar. Ich möchte das vor allem an die Adresse der ständlich für das Parlament in keiner Art und Weise bin-
Enttäuschten - es gab viele: Herr Jaeger, Herr Carobbio, dend.
Frau Weber-sagen, die in den Regierungsrichtlinien offen- Mit der Motion des Ständerates, gleichwohl eine Untertei-
bar ein Repetitorium sehen möchten, einen politischen Pro- lung dieser Prioritätsgeschäfte anzustreben und mehrere
blemkatalog oder gar eine Fundgrube für politische und davon auf eine nächste Legislatur zu verschieben, kann sich
gesellschaftliche News bis hin zu einer «State of thè Union»- der Bundesrat einverstanden erklären. Er kann auch eine
Botschaft. All das findet in Regierungsrichtlinien nach dem Motion, wie sie von der nationalrätlichen Kommission for-
klaren Auftrag des Gesetzes keine Grundlage. Damit ist muliert und vorgeschlagen wird, in der Meinung akzeptie-
auch gesagt, dass die Motion Carobbio weit über alles ren, wie das die Kommissionsreferenten dargelegt haben:
hinausgehen würde, was nach Geschäftsverkehrsgesetz dass es sich beim Katalog von Geschäften, die allenfalls
unser Auftrag und Ihr Diskussionsthema sein kann; es gestrichen werden könnten, um für den Bundesrat unver-
würde sich dabei - die Kommissionsreferenten haben das bindliche Vorschläge handelt. Der Bundesrat kann einen
richtig dargelegt - um einen Auftrag für ein eigentliches solchen Auftrag entgegennehmen.
Regierungsprogramm handeln. Zu den zahlreichen Einzelfragen, die gestellt wurden, im
Regierungsrichtlinien sind vom Gesetzgeber, vom Telegrammstil folgendes:
Geschäftsverkehrsgesetzaus, im Sinne eines Tätig keitskata- Die Nationalräte Ziegler und Zehnder fragten nach den
Politique gouvernementale/Plan financier 812 N 18 juin 1984
Bundesleistungen für Krankenkassen. Die Bundesbeiträge Sicht darf man sagen, dass die kurzfristigen Verschuldungs-
in diesem Bereich wurden im Jahre 1975 plafoniert, sie probleme wohl einigermassen gemeistert sind; zu lösen
bewegen sich seither in der Grössenordnung von rund 800 sind die langfristigen. Dazu gehören Anpassungen in den
Millionen Franken. Im Legislaturfinanzplan ist eine leichte Schuldnerländern selbst und längerfristige Finanzierungen.
Steigerung auf etwa 930 Millionen Franken bis 1987 vorge- Frau Mascarin, zum Waldsterben: Sie sehen in der Termino-
sehen. Herr Ziegler, Ihr Postulat für ein qualitatives Wirt- logie Waldschäden/Waldsterben eine Unterschätzung des
schaftswachstum wurde vom EVD einer Expertenkommis- Problems. Das ist eine terminologische Frage ohne mate-
sion unterbreitet, welche sich damit befasst und ihre Arbeit rielle Bedeutung. Der Bericht über die Waldschäden - oder
voraussichtlich etwa Ende 1984 abschliessen und darüber über das Waldsterben, wenn Sie das lieber so ausdrücken
Bericht erstatten wird. wollen - wird in der Herbstsession 1984 vorgelegt.
Nationalrat Butty: Über die Dezentralisation der Bundesver- Die zweite Stufe der Abgasverminderung wurde vom Bun-
waltung wird der Bundesrat noch in diesem Jahr seinen desrat festgelegt und immer für das Jahr 1986 angekündigt.
Grundsatzentscheid treffen. Wir sagen in den Regierungsrichtlinien lediglich, dass wir
Nationalrat Bundi: Die Einschränkung der Vernehmlas- uns bemühen wollen, diesen Termin vorzuverlegen, also
sungsverfahren ist nicht abhängig vom Willen des Bundes- Vorverlegungsmöglichkeiten auszuschöpfen.
rates, sondern insbesondere von der Auffassung der Kan- Frau Mauch, der Bericht «Global 2000» liegt bereits auf dem
tone, der politischen Parteien und der Verbände. Wer in Tisch des Bundesrates; er wird in nächster Zeit behandelt
welchen Fällen anzugehen ist, das ist gesetzlich geregelt. und noch in diesem Sommer veröffentlicht.
Übrigens darf man feststellen, dass seit 1970 im Durch- Nationalrat Keller: Auch mit dem AHV-Bericht stehen wir
schnitt etwa jährlich gleich viele Vernehmlassungen in die recht gut da. Er wird etwa auf Ende 1984 abgeliefert und im
Wege geleitet wurden, nämlich immer etwa 30. Interessan- Bundesrat zu Beginn des Jahres 1985 behandelt.
terweise hat die Zahl pro Jahr nicht zugenommen. Es waren Nun noch zu den AHV-Ergänzungsleistungen, zu den Über-
damals etwa 29, im vergangenen Jahr etwa 32. Der Bundes- legungen, die Nationalrat Pfund vorgetragen hat: Das Ver-
rat ist aber bereit, die von Ihnen aufgeworfene Frage mit den fassungsziel der existenzsichernden AHV-Leistungen ist
interessierten Kreisen zu besprechen und wenn möglich heute bereits bis zu etwa 90 Prozent erreicht. Eine generelle,
Entlastungen vorzunehmen. auch die restlichen 10 Prozent abdeckende Rentenerhö-
Zu Nationalrat Soldini: Die Meinungen zur Frage der konti- hung wäre gegenwärtig - mindestens aus finanziellen
nuierlichen Erhöhung des Bundesengagements in der Gründen - nicht realisierbar. Ziel der EL-Revision (Ergän-
Entwicklungshilfe waren recht gegenläufig. Die Entwick- zungsleistungserhöhung) ist es gerade, diese restlichen 10
lungshilfe folgt unserem Solidaritätsprinzip. Der Bundesrat Prozent auszugleichen, für diese 10 Prozent der Rentenfälle
will im Laufe dieser vier Jahre eine bescheidene Erhöhung Existenzsicherung zu gewähren. Der Bundesrat ist der Mei-
vornehmen. Wir werden nach vier Jahren - es wurde von nung, dass diese Lösung dem Verfassungsauftrag durchaus
verschiedenen Votanten unterstrichen - trotzdem immer entspricht, weil Artikel 11 der Übergangsbestimmungen in
noch unter dem Durchschnitt der OECD-Länder bleiben. Die der Bundesverfassung keine Befristung enthält.
Ziele und Prioritäten, die Sie zur Diskussion stellten, haben Zu den Fragen von Frau Nationalrätin Morf und Frau Natio-
wir in den Richtlinien auf Seite 40 dargelegt. Ich wiederhole nalrätin Jaggi zum Urheberrechtsgesetz: Der lange verspro-
sie: Priorität hat die Hilfe für die ärmsten Regionen, Länder chene Entwurf für eine Revision liegt vor. Darin ist auch der
und Bevölkerungsgruppen sowie die Unterstützug der Interpretenschutz berücksichtigt. Die zeitlichen Verzögerun-
Eigenanstrengungen in diesen Entwicklungsländern; das gen, insbesondere in den letzten Jahren, sind vorwiegend
Schwergewicht bilden die bilateralen Massnahmen. den komplizierten Abklärungen zuzuschreiben, welche
Nationalrat Wellauer, zum Armeeleitbild: Es ist richtig, dass durch die neuesten Entwicklungen notwendig wurden.
der im Ausbauschritt 1984 bis 1987 vorgesehene Panzerab- Alle von Frau Nationalrätin Morf angeschnittenen Anliegen
wehrhelikopter aus finanziellen Gründen in dieser Legislatur zum Pressegesetz, zum Dokumentationszentrum für Kultur-
voraussichtlich nicht mehr angeschafft werden kann. Das ist fragen und zur Sozialversicherung für Künstler waren in
eine Folge des Auseinanderklaffens von militärischen Not- unserem departementalen Katalog enthalten. All das ist im
wendigkeiten und finanziellen Möglichkeiten. Wir dürfen Bestreben, zu einem möglichst knappen Prioritätenkatalog
aber feststellen, dass die Realisierung des auf lange Zeit - eben zu diesen 67 Geschäften - zu kommen, gestrichen
angelegten Armeeleitbildes dadurch nicht in Frage gestellt worden.
ist. Es besteht kein Anlass, an der Konzeption der Armee Nationalrat Thévoz: Sie haben die Botschaft über die Über-
Abstriche zu machen, Veränderungen vorzunehmen oder prüfung des Nationalstrassennetzes (Auswertung der Vor-
auf die Indienststellung dieses Gerätes zu verzichten; es schläge der Kommission Biel) reklamiert. Ich kann Ihnen
geht lediglich um eine zeitliche Verzögerung. sagen, dass dieses Geschäft noch in diesem Jahr vom
Nationalrat Braunschweig: Der Zielkonflikt Menschen- Bundesrat behandelt und verabschiedet wird. Auch die Bot-
rechtspolitik/Exportwirtschaft, der von Ihnen geltend schaft über den Zuckerbeschluss ist für den Herbst 1984
gemacht wurde, entzieht sich der Einflussmöglichkeit des programmiert.
Bundes, weil wir keine Möglichkeit haben, in die Tätigkeit Nationalrat Weder, Sie postulierten einen Staatsvertrag ins-
der privaten Exportwirtschaft einzugreifen; aber überall wo besondere zwischen den drei Ländern Schweiz, Bundesre-
der Bundesrat Möglichkeiten zur Einflussnahme hat, ver- publik und Frankreich in bezug auf die Belastungen aus
wendet er sich für eine weitgehende Verwirklichung der Kernkraftwerken in diesem Dreiländerraum. Sie wissen,
Menschenrechte, so auch in Gesprächen mit fremden Mini- dass seit vielen Jahren regelmässige Kontakte bestehen,
sterpräsidenten. dass verschiedene Fragen auch schon auf Ministerebene
Nationalrat Bäumlin: Für das KIS besteht tatsächlich ein und durch Ministererklärungen geregelt wurden, dass die
verwaltungsinterner Vorentwurf beim EJPD; präjudiziert ist Gesamtbelastung dieses Raumes im Zusammenhang mit
bis heute noch nichts. Es wird ein Vernehmlassungsverfah- heutigen und geplanten Kernkraftwerken breits abgeklärt
ren durchgeführt. Wenn man den Vorschlägen der national- worden ist.
rätlichen Kommission für Streichungen in unserem Aufga- Nationalrat Zbinden, zur Frage eines neuen Energieverfas-
benkatalog nachkommen will, würde dieses Geschäft sungsartikels: Warten wir einmal die Volksabstimmungen
zurückgestellt; es ist dort in der letzten Priorität eingereiht. vom September 1984 ab. Wir werden nachher darüber Erör-
Nationalrat de Chastonay: Der Bundesrat hat keinen Anlass, terungen anstellen können, ob ein neuer Energieverfas-
heute von seiner Beurteilung der Verschuldungsprobleme sungsartikel notwendig, zweckmässig, geboten ist.
abzuweichen. Wir haben in unserem Land, in unserer Wirt- Zu einigen Voten in bezug auf die Wirtschaftspolitik: Natio-
schaft einen grossen Teil der negativen Wirkungen der nalrat Columberg, Sie messen - wie der Bundesrat - der
Verschuldung vieler Länder bereits verkraftet. Unser Export Regionalpolitik grosses Gewicht zu. Sie ist - das ist auch
in verschuldete Länder Südamerikas ist in den letzten zwei unsere Meinung - ein Beitrag zur Erhaltung dezentraler
Jahren bereits um 30 Prozent zurückgegangen. Aus dieser Strukturen und damit zur Erhaltung einer politischen Orga-
18.Juni1984 N 813 Regierungsrichtlinien/Legislaturfinanzplan
nisation, die dem Prinzip des Föderalismus entspricht. Es Wenn die Verkehrspolitik, wie das vereinzelt gesagt wurde,
wurde auf diesem Gebiet viel getan. Darüber rapportieren einer Schwäche bezichtigt wird, dann lasse ich diesen Vor-
wir hier natürlich nicht. Es ist einiges im Gange im Rahmen wurf im Raum stehen und stelle Ihnen einfach die Frage, wo
der beschäftigungspolitischen Massnahmen, das Sie als Prä- diese Schwäche anzusiedeln sei. Ich möchte feststellen:
sident der nationalrätlichen Kommission am besten kennen. nicht beim Bundesrat.
Zur Revision des Wasserrechtsgesetzes: Sie schreitet voran; Nun zu einer hier aufgeworfenen Frage und zum Postulat,
wir werden in nächster Zeit im Bundesrat über Teilrevision/ man müsse weitere Untersuchungen anstellen: Bahnnetz,
Totalrevision entscheiden und dann die Botschaft zuhanden Strassennetz, Verkehrsnetz, Expertisen, Gesamtpläne, Kon-
der Räte vorbereiten. zepte. In aller Offenheit: das ist nicht Verkehrspolitik, das ist
Nationalrat Rebeaud, Sie wünschen eine Interpretation des eher eine Flucht vor einer Verkehrspolitik. Die Entschei-
Begriffes des qualitativen Wachstums. Ich gebe sie Ihnen dungsgrundlagen im Verkehrsbereich sind da. Sie sind zu
von meinem politischen Verständnis aus, ich bin nicht einem guten Teil bereits in den Händen des Parlamentes,
Volkswirtschafter: ich verstehe unter dem Begriff des quali- auch für die SBB-Politik, für die Infrastrukturpolitik im Ver-
tativen Wachstums einen höchstmöglichen Nutzen bei kehr, für die Transitpolitik - meine lieben Votanten aus dem
begrenztem Aufwand, insbesondere auch an Ressourcen Tessin -, inklusive Beurteilung der verfügbaren und der in
aller Art, oder, um das etwas wissenschaftlicher auszudrük- einer absehbaren Zukunft benötigten Kapazitäten. Nicht
ken: eine optimale Kosten-Nutzen-Relation. Oder, um es weitere Unterlagen, Expertisen, Konzepte, Gesamtpläne tun
populär zu sagen: keine Verschwendung. not; not tun Entscheide, politisch gültige Entscheide. Das ist
Nationalrat Nussbaumer, Ihr Anliegen, Kurskorrekturen im Aufgabe der Politik. Wir sind doch Politiker und nicht Akten-
Agrarsektor vorzunehmen, ist in Prüfung. Im nächsten Land- sammler.
wirtschaftsbericht, der in Vorbereitung ist, wird darüber Aus Zeitgründen kann ich auf weitere Voten nicht eingehen.
Wesentliches zu sagen sein. Ich möchte Ihnen attestieren: es wurde viel Beachtenswer-
Nationalrat Borei, mit Ihrer Motion beschlagen Sie Bereiche, tes gesagt; wir haben alles aufgezeichnet, wir werden das
die nicht Gegenstand von Regierungsrichtlinien sein kön- verarbeiten, das darf ich ihnen zusichern. Ich möchte allen
nen. In Litera a ist Ihr Vorstoss eine ordentliche Motion, ein Votanten danken, auch den kritischen selbstverständlich,
verbindlicher Auftrag für bestimmte Massnahmen, nicht für insbesonders den Fraktionssprechern, die sehr viel Grund-
Richtliniengeschäfte; und in Litera b betreffen Ihre Begeh- sätzliches beigesteuert haben, das zweifellos für den Bun-
ren die eigene Handlungszuständigkeit des Bundesrates. desrat (nicht nur im Hinblick auf die Bearbeitung dieser
Der Bundesrat muss Ihre Motion deshalb ablehnen. Motionen, sondern auch für die Geschäftsbehandlung)
Aus den gleichen Gründen gelangte er übrigens auch zur nützlich sein wird. Ich danke insbesondere den Kommis-
Ablehnung der Motion von Herrn Nationalrat Hubacher (die sionsreferenten für ihre ausgezeichnete Einführung und
Herren Kommissionsreferenten haben das dargelegt); nicht auch für ihre sehr konzise Stellungnahme zu den Diskus-
etwa aus mangelnder Aktivitätsbereitschaft (wir haben das sionsvoten.
Gegenteil doch wohl bereits bewiesen. Am 12. März dieses Ich möchte feststellen, dass die Diskussion in Ihrem Rate
Jahres wurden ja wesentliche Beschlüsse auf diesem Gebiet den Zweck nach Geschäftsverkehrsgesetz durchaus
gefasst, einige stehen noch aus), sondern aus Gründen der erreicht hat. Es war eine Auseinandersetzung im Parlament
Zuständigkeitsregelung. und eine Auseinandersetzung zwischen Ihnen - dem Natio-
Und nun noch zu einigen Fragen; es waren die Herren nalrat-und dem Bundesrat. Sie brachte manche nützlichen
Kohler, Bircher, Clivaz, Pini und Salvioni, die sich mit Ver- Aussagen und Signale für die Gestaltung der Regierungstä-
kehrspolitik beschäftigten. Darf ich hier noch einmal sagen: tigkeit.
Die Regierungsrichtlinien sind kein Repetitorium, sie sind Nun ist noch dem Anliegen der Motion von Nationalrat
keine Wiederholung von bereits vielfach Gesagtem. Der Widmer nachzukommen. Sie ist zwar noch nicht überwie-
Bundesrat hat in der Verkehrspolitik in den vergangenen sen. Wir sind aber zur Annahme bereit, weil doch ein recht
Jahren - gestützt auf die GVK - eine klare Konzeption verbreiteter Wunsch nach einer entsprechenden Anreiche-
entwickelt. Er hat die Grundlagen für diesen verkehrspoliti- rung unserer (sachlichen, selbstverständlich, wie es auch
schen Weg in die Zukunft nicht nur zu Papier gebracht, wieder eidgenössischer, helvetischer Praxis entspricht) Aus-
sondern Ihnen vielfach unterbreitet. Sie befinden sich in führungen im Bericht besteht, und auch, das vor allem (ich
Ihren Händen und müssen nur zur Kenntnis genommen und bin Herrn Widmer für seinen Vorstoss, für seine interessante
- so hoffen wir - dann auch genehmigt werden. Begründung dankbar), um dem Vorwurf zu begegnen, die
Welche Grundlagen sind es? Es ist die Botschaft über die Politik des Bundesrates sei tagesbezogen, durch Zufälligkei-
koordinierte Verkehrspolitik (Kurztitel GVK). Es war der Lei- ten des Alltags bestimmt und nicht längerfristig orientiert.
stungsauftrag SBB 1982 bis 1986, vom Parlament im März Nichts wäre unrichtiger als eine derartige Annahme. Man
1982 zum Beschluss erhohen, mit einer neuen, ganz klaren kann sich fragen, ob denn der Bundesrat Vorstellungen
Konzeption für die Unternehmung SBB. Es war der Bericht habe für eine Schweiz von morgen und für eine Politik, die
über eine neue Eisenbahn-Alpentransversale - in Ihrem Rat darauf ausgerichtet sein soll, etwa im Sinne eines Leitbildes.
bereits behandelt, im Ständerat anstehend -, es ist die Ich kann Ihnen mit aller Überzeugung sagen: Jawohl, das
Botschaft über die Neugestaltung der Treibstoffzollvertei- haben wir in der Tat. Der Beweis liegt vor, er ist schon in den
lung, mit einer neuen Konzeption für die Strassenbaupolitik Richtlinien enthalten, insbesondere in den Kapiteln II und III,
der nächsten Jahre und Jahrzehnte; es ist eine Botschaft aber nicht säuberlich und kompakt dargestellt unter dem
über die Transjurane, die Erweiterung des Nationalstrassen- Titel «Die Schweiz von morgen» oder «Leitbild für die
netzes mit generellen Überlegungen in diesem Bereich; und Schweiz von morgen», sondern verteilt auf einzelne Aufga-
es ist die Botschaft über ein neues Transportgesetz, mit benbereiche.
Regelungen vor allem in bezug auf die betriebswirtschaftli- Was ich Ihnen vortragen kann, ist eine Zusammenfassung
chen Seiten des öffentlichen Verkehrs. derjenigen Elemente, die in diesem Bericht als Leitbild einer
Sie erhalten weiter - es wird Ihnen nicht erspart bleiben - Schweiz von morgen enthalten sind. Das Leitbild der
eine Vorlage für die Revision des Nationalstrassengesetzes, Schweiz von morgen ist der Spiegel der Schweiz von heute.
wie bereits zur Frage von Herrn Thévoz gesagt (Stichwort: Es ist das Bild eines freiheitlichen, humanen Sozial- und
Kommission Biel, Auswertung der Empfehlungen), und Leistungsstaates mit einer offenen, vielfältigen Gesellschaft,
dann eine Vorlage über eine NHT. abgestützt auf einen tragenden Willen zur Nation. Darin liegt
Es ist ein grosses Kompendium. Sie finden nur zwei Vorla- ein erstes, wesentliches Kennzeichen für unseren Staat
gen bei diesem Katalog, die anderen haben Sie ja bereits. Schweiz. Dieser Staat fusst nicht auf naturgegebenen, auf
Ob das zuviel oder zuwenig ist, das haben Sie zu entschei- vorbestimmten Grundlagen wie die meisten anderen Staa-
den. Der Bunderat ist der Meinung, es sei notwendig, es sei ten. Er ist getragen von einem wirklichen Willen zur Nation,
prioritär. Im Bereiche der Verkehrspolitik bedürfen wir die- der immer wieder neu geschaffen, neu gewonnen, neu ver-
ser Grundlagen. mittelt werden muss. Wesentliche Elemente im Tätigkeits-
Politique gouvernementale/Plan financier 814 N 18 juin 1984
Programm des Bundesrates sind deshalb Erziehung, Fami- werden müssen, welche Geschäfte er Ihnen in Verfolgung
lie, Schule, Bildung, Beruf, Politik, Armee. Sie finden alle einer solchen Zielsetzung unterbreiten will.
diese Instrumente in den Tätigkeitsrichtlinien des Bundes- Der Bundesrat hat diesen Katalog, ausgerichtet auf ein
rates. solches Leitbild einer Schweiz von morgen, im Bewusstsein
Entscheidend bleibt für diese Willensnation die ständige erarbeitet, dass unser Land keine Insel ist, sondern dass wir
Bereitschaft einer eindeutigen, gültigen Mehrheit zur Identi- in eine weltweite Gemeinschaft mit wachsenden Verpflich-
fikation mit der Gesellschaft und mit dem Gemeinwesen, mit tungen eingebettet sind. Die politische und wirtschaftliche
unserem Staatswesen. Ein zweites Kennzeichen des Staates Stabilität macht längst nicht mehr halt an Landesgrenzen.
Schweiz liegt in der Kleinräumigkeit, in der Begrenztheit des Wirren und soziale Not sind nicht allein die Sorge der davon
Ganzen und in der reichen Vielfalt der Glieder innerhalb unmittelbar Betroffenen. Die Versorgung mit notwendigen
dieser Gesamtheit: Vielfalt in Sprache, Kultur, im Gewachse- Gütern ist nicht autark innerhalb der eigenen Grenzen gesi-
nen und im Gestalteten über Generationen, über Jahrhun- chert. Deshalb ist Solidarität über alle Landesgrenzen hin-
derte, in Meinungsvielfalt und vielfältigen Verhaltensweisen, weg eine wesentliche Maxime für unsere Staatstätigkeiten
in gesellschaftlichen und politischen Strukturen. auch in den kommenden vier Jahren.
Auf den ersten Anhieb nicht ersichtlich ist das Verhältnis Die Wahrnehmung dieser grenzüberschreitenden Solidarität
von Kleinräumigkeit und Vielfalt zur Identifikation mit der darf und wird die nationalen Obliegenheiten nicht beein-
Nation Schweiz. Gerade diese Vielfalt in der Kleinräumigkeit trächtigen, vorrangig die Unabhängigkeit unseres Landes,
ermöglicht aber keine andere Gesellschaftsform und -orga- politisch, militärisch, wirtschaftlich; dann die Sicherung der
nisation. Eigenständigkeit und Vielfalt vermitteln Nähe, Ver- natürlichen Lebensgrundlagen (Umwelt, Landschaft, Res-
ständnis, Verbundenheit, und sie verhindern umgekehrt sourcen); die Wahrung unserer kulturellen und gesellschaft-
Anonymität, Uniformität und Abstinenz als Nachteiligstes für lichen Werte und Eigenständigkeiten; und schliesslich die
das Verhältnis zwischen Bürger und Staat: Das ist das Gewährleistung unserer nationalen Wirtschaftskraft als
Wesen der Schweiz. Über die Gruppenbildung im Rahmen Grundlage für Vollbeschäftigung, für den Sozialetat, für das
der ungeheuren Vielfalt führt die Brücke zur Identifikation Erreichte in unserem Sozial- und Leistungsstaat, und als
im Rahmen der nationalen Gesamtheit, in der Erkenntnis, Grundlage für unseren öffentlichen Haushalt.
dass nur in dieser nationalen Einheit eine Bestandesgaran- Der Bundesrat erachtet - ich habe das bereits eingangs
tie für die Vielfalt und damit für jede kleine Gruppe, für jeden gesagt - Kontinuität als Richtmass für unsere Politik, insbe-
Kreis geboten ist, auch für die eigene Gruppe, mit der ich sondere für unsere Innenpolitik der nächsten vier Jahre, weil
mich zuvorderst und am intensivsten identifiziere. So sind es er darin eine Voraussetzung für eine optimale Nutzung der
denn gerade diese Besonderheiten der Schweiz, welche die verfügbaren Kräfte und Mittel sieht und eine Grundlage für
Voraussetzungen für die Identifikation und damit die Grund- eine unerlässliche Koordination aller Staatstätigkeiten auf
lage für den Willen zur Nation bilden. allen drei Ebenen, da eben die Staatstätigkeiten in der
Diese Eidgenossenschaft fusst auf drei bekannten, unver- Eidgenossenschaft nicht einfach solche des Bundes sind,
rückbaren Säulen. Es ist der Föderalismus, das Richtmass sondern Tätigkeiten in den 3000 Gemeinden, in 26 Kantonen
für die Gestaltung unserer staatlichen Ordnung, im Sinne und auf Bundesebene. Der Bundesrat erblickt in der Konti-
einer dezentralen Machtverteilung, als Masskleid für diese nuität als Prinzip für die Gestaltung der Politik der nächsten
Vielfalt. Nur in einem föderativen Gebilde kann diese Vielfalt Jahre auch einen Beitrag für das Vertrauen des Bürgers in
gedeihen und geschützt werden. Es ist sodann die Demo- seinen Staat.
kratie - man bezeichnet das als Souveränität des Volkes -, Es ist weder Mangel an Pioniergeist, es ist schon gar nicht
die Demokratie in breitester Ausgestaltung: Direkt- und Resignation, es ist aber auch nicht Selbstgefälligkeit oder
Referendumsdemokratie auf drei Ebenen. Es ist ein «Staats- Überheblichkeit des Bundesrates, wohl aber ist es Wert-
wesen zu gesamter Hand». Jedes für das Ganze - eben die schätzung für Gegebenes und Geschaffenes, Vertrauen in
Eidgenossenschaft -, und zwar als eine echte, eine konstitu- die eigenen kulturellen, gesellschaftlichen, politischen und
tionelle Demokratie und nicht - das sind aufkommende wirtschaftlichen Kräfte, es ist der Glaube des Bundesrates
Erscheinungen, die Besorgnis erwecken - als Konvenienz- an den immer wieder sich erneuernden, auch bei neuen
demokratie, nicht als Demokratie von gewichteten Minder- Generationen zu schaffenden Willen zur Nation, zu dieser
heiten, nicht als Demokratie der Betroffenen und auch nicht Nation, die uns zum dargelegten Verständnis einer Schweiz
als pulverisierte Demokratie im Sinne einer institutionalisier- von morgen als sinnvolle Fortsetzung einer Schweiz von
ten Anarchie. Schliesslich ist es der Rechtsstaat, diese Ver- heute führen und damit eben auch zu unserer politischen
haltensordnung für jedermann, eine Handlungsmaxime, Aufgabe: Weiterbauen, nicht umbauen. Darauf sind die
aber auch eine Handlungsschranke für das Gemeinwesen. Richtlinien des Bundesrates abgestützt.
Das ist eine anspruchsvolle Staatsorganisation und Staats-
tätigkeit. Das Zusammenleben und das Zusammenwirken in Bundesrat Stich: Der Finanzplan ist an sich das Spiegelbild
einer vielfältigen Organisation verlangen Offenheit, Ver- der Richtlinien. Er stützt sich ab auf das, was der Bundesrat
ständnis, Toleranz. Sie erfordern Information, eine funda- als wichtig, als notwendig erachtet zur Verwirklichung in
mentale Voraussetzung für Verständnis; sie erfordern dieser Legislaturperiode. Das ist der Ausgabenrahmen; auf
Gesprächsbereitschaft zur Verständigung. Gestaltung und der anderen Seite sind aber auch Grenzen gesetzt bei den
Abgrenzug dieser Organisation müssen im Zuge der Einnahmen.
Entwicklung der Zeit immer wieder neu bestimmt werden Im Finanzplan ist angeführt, dass es der Bundesrat als ein
nach den gesellschaftlichen, politischen, sozialen Gegeben- wichtiges Ziel und eine wichtige Voraussetzung betrachtet,
heiten. Einerseits besteht Freiraum, individuelle Ungebun- einen ausgeglichenen Haushalt zu haben, und zwar zur
denheit, persönliche Verantwortung, Risikotragung. Ande- Sicherstellung der längerfristigen Erfüllung der Bundesauf-
rerseits gelten Einordnung, kollektive Lastentragung, gaben. Wenn man dieses Ziel erreichen will, zeigt dieser
Sicherheit, staatliche Machtbefugnis. Finanzplan, dass uns sehr, sehr enge Grenzen gesetzt sind.
Das ist das Leitbild eines freiheitlichen, humanen Sozial- Dieses Ziel lässt sich nicht erreichen durch einen einmaligen
und Leistungsstaates. Es ist aber nicht das Leitbild eines Kraftakt, sondern nur durch ein dauerndes Bestreben der
allgegenwärtigen, omnipotenten Staates, etwa nach Mass- Regierung, aber auch des Parlamentes. Sonst werden wir
gabe des Bildes von Orwell für 1984. Es ist das Leitbild des das Ziel, einen ausgeglichenen Bundeshaushalt zu errei-
notwendigen Staates, der Aufgaben wahrzunehmen hat, die chen, eben doch verfehlen.
er nur sinnvoll und gerecht bewältigen kann, Aufgaben aus Was der Finanzplan deutlich zeigt, ist der Umstand, dass
sozialen, humanitären Verpflichtungen, Aufgaben für das uns sehr enge Grenzen gesetzt sind und dass dauernd die
Gemeinwohl und das Gesamtinteresse. Gefahr besteht, dass sich die Schere zwischen Einnahmen
Die Regierungsrichtlinien legen dar, wie der Bundesrat die- und Ausgaben wieder und weiter öffnet. Das ist an sich
ses Leitbild in diesen vier Jahren verfolgen will, welche relativ leicht zu begreifen, und zwar aus verschiedenen
Aufgaben im Rahmen einer solchen Zielsetzung bewältigt Gründen: Sie wissen so gut wie ich, dass Ausgaben viel
18.Juni 1984 N 815 Regìerungsrichtlinien/Legislaturfinanzplan
leichter beschlossen sind als Einnahmen. Vor allem werden Fraktionen grundsätzlich für einen Haushaltausgleich aus-
beschlossene Ausgaben in der Regel sehr rasch wirksam, gesprochen haben. In verschiedener Hinsicht zeigte sich
während man die Einnahmen lange im voraus planen muss hinsichtlich der Realisierung einzelner Vorhaben aber Skep-
und es lange bis zu deren Realisierung dauert. Ich denke sis. Herr Stucky hat beispielsweise - in bezug auf die Kom-
hier an die Botschaft des Bundesrates aus dem Jahre 1980 pensation dieser 200 Millionen - auf die Situation bei den
über die Energiebesteuerung (Unterstellung der Energie kantonalen Finanzdirektionen hingewiesen. Er hat sehr ein-
unter die Warenumsatzsteuer), zu welcher das Parlament im gehend dargelegt, wie die ganze Geschichte gelaufen ist.
Erstrat noch nicht Stellung bezogen hat. Das zeigt gerade, Sie erinnern sich: 1980/81 stand die Tilgung des National-
dass ein Finanzplan auch unabhängig von Richtlinien ist, strassenvorschusses bevor. Man hatte die Möglichkeit,
weil die Steuerung des Bundeshaushaltes nur auf längere entweder auf den Treibstoffzuschlag (500 Millionen Fran-
Zeit möglich ist. Zudem ist zu beachten, dass die Ausgaben ken) zu verzichten oder eine neue Grundlage für eine andere
in der Regel sofort der Teuerung folgen, wogegen bei den Verwendung zu schaffen. 1981 hat das Finanzdepartement
Einnahmen mindestens 30 Prozent keineswegs auf die vorgeschlagen, man möge eine flexible Zweckbindung vor-
Teuerung reagieren, so beispielsweise die Zölle, die vom sehen, die den Rückfluss in die allgemeine Bundeskasse
Gewicht abhängig sind, und neuestens natürlich auch die erlaubt und zusätzliche Strassenausgaben nur gegen eine
direkte Bundessteuer, weil bei dieser die Teuerung zum volle Kompensation zulässt. In der Vernehmlassung ist dann
vornherein wieder ausgeglichen wird. festgehalten worden, dass man eine feste Zweckbindung
Man hat den Finanzplan als optimistisch bezeichnet. Ich möchte, und zwar von 50 Prozent beim Grundzoll. In der
betrachte ihn auch als optimistisch, und zwar einmal, weil er Botschaft von 1982 hat der Bundesrat dann beim Grundzoll
davon ausgeht, dass wir in den nächsten Jahren eine gute die Senkung von 60 auf 50 Prozent vorgeschlagen, was dem
Beschäftigungslage haben, dass in dieser Hinsicht keine Bund 100 Millionen Mehreinnahmen eingebracht hätte, dazu
zusätzlichen Aufwendungen oder Mindereinnahmen auf uns aber 400 Millionen Mehrausgaben mit der Verpflichtung der
zukommen. Optimistisch stimmt auch die Teuerungsent- Kantone, diese angemessen zu kompensieren. In der parla-
wicklung. In den nächsten Jahren rechnen wir lediglich mit mentarischen Beratung im Sommer und Herbst 1982 ist im
einer Teuerung von 2 bis 3,5 Prozent; die Teuerung spielt für Nationalrat der bundesrätliche Kompensationsvorschlag
den Bundeshaushalt eine sehr grosse Rolle. Je höher die abgelehnt worden, jedoch nicht das Kompensationsprinzip:
Teuerung, desto unausgeglichener ist der Haushalt. die Kompensation sei im Rahmen der Aufgabenteilung
Optimistisch war der Finanzplan in bezug auf die Einnah- durchzuführen. Der Ständerat hat dieser Meinung zuge-
men dank Vignette und Schwerverkehrsabgabe. Interessan- stimmt und auch eine entsprechende Motion Letsch zur
terweise hat man im Januar und Anfang Februar vor allem Kompensation abgelehnt.
diese beiden Posten im Finanzplan kritisiert und gesagt, es Anfang 1983 hat der Bundesrat in den Erläuterungen zur
sei nicht realistisch, sie hier einzusetzen; sie gehörten Volksabstimmung folgendes geschrieben: «Aus dem Zollzu-
«unter den Strich». Das Schweizervolk hat aber erfreulicher- schlag leistet der Bund in Zukunft für rund 400 Millionen
weise zugestimmt. Dafür bin ich dankbar, hilft das doch mit, Franken neue und zusätzliche Beiträge für Betrieb und
den Finanzplan zu verwirklichen, also einen ausgeglichenen Unterhalt der Nationalstrassen, an die Strassenlasten der
Haushalt anzustreben. Das Schweizervolk hat zugestimmt- Kantone, für Umweltschutzmassnahmen an Strassen und
davon bin ich überzeugt -, weil es letztlich wieder einen für weitere Aufgaben im Zusammenhang mit dem Strassen-
gesunden Haushalt haben möchte. verkehr. Von den Kantonen wird erwartet, dass sie dem
Es ist bekanntlich das dritte Mal, dass in Legislaturzielen Bund eine gleichwertige Gegenleistung erbringen.» Das
diese Zielsetzung steht. Man sagt im Volksmund: «Was sich Volk hat dann am 27. Februar 1983 dieser Vorlage zuge-
zweifelt, das drittelt sich auch.» Das heisst, man müsste also stimmt. Am 9. Mai 1983 hat eine Arbeitsgruppe Bund/Kan-
davon ausgehen, dass auch dieses Mal das Ziel nicht tone festgestellt, dass an der Kompensation festzuhalten sei,
erreicht wird. Trotzdem bin ich sicher, dass wir eine echte und zwar mit rund 300 Millionen Franken. Im Juli 1983 hat
Chance haben, den Haushalt auszugleichen. Dazu ist aber das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement im Ver-
der politische Wille notwendig. Entscheidend ist, dass vor nehmlassungsverfahren zum Treibstoffzollbeschluss eine
allem auch Sie von diesem Willen beseelt sind; von Ihnen Kompensation im Umfang von 300 Millionen Franken in
hängt es ab - die Zielsetzung ist durch den Bundesrat Aussicht gestellt. Im Oktober 1983 haben die Finanzdirekto-
gegeben -, heute und in der Zukunft Stellung zu nehmen ren diese Kompensation abgelehnt. Im November hat man
und darauf zu achten, dass der Ausgleich erfolgt. dann bei der Vorbereitung die Kompensationsforderung auf
In Ihrer Diskussion letzte Woche wurden viele neue, zusätzli- 200 Millionen Franken reduziert. Darauf verzichten konnte
che Wünsche angemeldet, Wünsche, die in Richtung Mehr- man schon nicht wegen der Auswirkung auf den Finanzplan.
ausgaben gehen. In bezug auf die Mehreinnahmen stellte Zu sagen ist vielleicht, dass 1983 bei der Vernehmlassung
ich Skepsis Ihrerseits fest. Was ich nicht zu hören bekam, zum Teibstoffzollbeschluss 16 Kantone die Kompensation
war der Wunsch nach Beseitigung oder Reduktion von abgelehnt haben; neun Kantone haben sie im Zusammen-
einzelnen Aufgaben. Natürlich haben die beiden Kommis- hang mit der Aufgabenteilung GVK gesehen, der Kanton
sionsreferenten und auch die Fraktionssprecher darauf hin- Genf hat nicht geantwortet. Befürwortet haben die Kompen-
gewiesen man möchte eine Reduktion, aber dies bei den sation: die Freisinnig-demokratische Partei, die Sozialdemo-
Ausgaben. Es hat aber niemand gesagt: Wir verzichten kratische Partei, die SVP, der SGB und verschiedene andere
freiwillig auf dieses oder jenes. Verbände. Ich darf also immerhin feststellen, dass man
Die Finanzkommission selber hätte gerne einen alternativen davon ausgehen muss, dass man seitens des Bundesrates
Finanzplan - deshalb hat sie im letzten Dezember auch eine den Kantonen hier immer klaren Wein eingeschenkt hat.
entsprechende Motion angenommen. Ein solcher Wunsch Wenn man heute die kantonalen Finanzen mit jenen des
widerspricht aber dem immer wieder ausgedrückten Bundes vergleicht, stellt man bei den Rechnungsabschlüs-
Wunsch, der Bundesrat möge seine Führungsaufgabe wahr- sen von 1983 fest, dass sie im Verhältnis zum Budget - die
nehmen. Wenn der Bundesrat eine Führungsaufgabe hat- Budgets haben ein Defizit von 1,5 Milliarden Franken vorge-
er hat sie und soll sie wahrnehmen -, dann muss er klar sehen - mit 500 Millionen Franken Defizit abgeschlossen
sagen, was er als richtig erachtet. An Ihnen, dem Parlament, haben, d. h. die Kantone haben 1983 um 1 Milliarde Franken
ist es dann, allfällige Korrekturen anzubringen! besser abgeschlossen als das Budget vorgesehen hatte.
Der Vorsteher des EFD ist als Finänzminister gewählt wor- Interessant ist dabei auch, dass es immerhin Kantone gibt,
den und nicht als «Onkel des Wunschkonzertes», der ein- die bereits Schulden zurückzahlen konnten bzw. positive
fach alle Wünsche erfüllen kann: Er kann nicht im Einzelfall Abschlüsse hatten; dazu gehören Obwalden, Nidwaiden,
von sich aus entscheiden, was er erfüllen will und was Glarus, Zug, Fribourg, Baselland, Graubünden, Aargau,
allenfalls nicht. Sie entscheiden; der Finanzminister kann Thurgau und das Wallis. Sie sehen, es gibt also sogenannte
nicht mehr erfüllen, als Sie ihm zu geben bereit sind. an sich wirtschaftlich eher schwache Kantone, die immerhin
Es hat mich gefreut, dass sich in der Diskussion sämtliche mit einem positiven Abschluss aufwarten.
104-N
Politique gouvernementale/Plan financier 816 N 18 juin 1984
Als Begründung für die Kompensation muss man aber doch keine taxe occulte, keine versteckte Investitionsbesteuerung
festhalten, dass es keine Kompensation bei den Kantonen mehr enthält, die Belastung natürlich nicht einfach wegfal-
gibt, die alle Kantone gleichmässig trifft. Wenn Sie bei den len würde, sondern sie würde erst bei den zukünftigen
Hochschulen etwas kürzen, dann sind es die Hochschulkan- neuen Investitionen wegfallen.
tone; wenn Sie bei Lawinenverbauungen kürzen, dann sind Wenn wir umgekehrt aber andere Massnahmen treffen, um
es die Bergkantone; wenn Sie bei Privatbahnen kürzen, diesen Steuerausgleich zu finden, beispielsweise eine Erhö-
dann sind es eben vor allem Privatbahnkantone usw. Aber hung der Warenumsatzsteuer, würde zweifellos das Preisni-
Sie können nie eine Massnahme treffen, die alle Kantone veau angehoben, so dass nachher die Wirtschaft durch
gleichmässig trifft. Deshalb ist es auch schwierig, hier höheren Teuerungsausgleich belastet würde. Man darf ganz
Lösungen zu finden, mit denen nur eine Mehrheit der Kan- einfach feststellen, dass man von der Beseitigung der taxe
tone einverstanden sein könnte, weil sie sich durch die occulte nicht allzu viel erwarten darf, denn letztlich wird die
vorgeschlagenen Massnahmen immer wieder ungerecht schweizerische Volkswirtschaft eben doch die heutigen
behandelt fühlen. Steuern aufbringen müssen, sofern Sie nicht bereit sind,
Über die Kompensation werden Sie ja in diesem Jahr zu irgendwo wesentliche Abstriche an der bisherigen Auf-
entscheiden haben. Wenn es nach derständerätlichen Kom- gabenerfüllung vorzunehmen. Hier muss ich sagen, dass
mission geht, dann werden wir allerdings im nächsten Jahr diese Motion vielleicht doch etwas zu einseitig ist, indem sie
weit neben dem Finanzplan sein. Im Finanzplan ist bekannt- nur gerade auf die Warenumsatzsteuer zielt. Es ist zwar
lich für das Jahr 1985 ein Defizit von 680 Millionen Franken nicht gesagt, wo die Kompensationen vorgenommen wer-
vorgesehen. Durch die bekanntgewordenen Kostenerhö- den sollen, aber im ganzen denkt man automatisch und
hungen beim Kauf des Léopards von 200 Millionen ergibt unwillkürlich an den Bericht Heimann.
sich ein Defizit von 880 Millionen Franken. Wenn diese Umgekehrt ist festzuhalten, dass nach der schweizerischen
Kompensation von 200 Millionen ebenfalls wegfällt, dann Steuergesetzgebung gerade die juristischen Personen
beträgt das Defizit 1 Milliarde und 80 Millionen Franken. gegenüber dem Ausland wesentlich tiefer besteuert werden.
Zudem hat die ständerätliche Kommission noch beschlos- Insofern hat natürlich die schweizerische Wirtschaft eben-
sen, dass wir diese Beiträge rückwirkend auszahlen müs- falls einen gewissen Vorteil.
sen. Auf diese Weise kämen noch 160 Millionen Franken Im weiteren muss man sich auch bewusst sein, dass die
dazu, so dass wir für das nächste Jahr also ein budgetiertes schweizerische Wirtschaft - davon wird heute sehr viel
Defizit von 1,3 Milliarden Franken hätten. Das bedeutet für gesprochen - Wert legt auf gute wirtschaftliche Rahmenbe-
das übernächste Jahr selbstverständlich wieder etwa 60 dingungen. Zu den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
Millionen mehr Schuldzinsen, die der Bund zu bezahlen hat, gehört zweifellos eine gewisse Preisstabilität; auf der ande-
und damit eine weitere Einschränkung. ren Seite sind dazu aber auch ein gesunder Staatshaushalt,
Nicht weniger umstritten ist die Energiesteuer bzw. die ausgeglichene Bundesfinanzen notwendig. Denn wenn die
Warenumsatzsteuer auf der Energie. Der Bundesrat hat Bundesfinanzen nicht ausgeglichen sind, wird das Defizit
diese zur Beseitigung des Defizites, zum Ausgleich des grösser, der Bund tritt auf dem Kapitalmarkt verstärkt auf
Haushaltes vorgeschlagen. Hier hat Ihre Kommission eine und letztlich haben die Wirtschaft, die einzelnen Mieter und
Motion eingereicht, welche die Beseitigung der taxe occulte die Hauseigentümer höhere Zinse zu bezahlen. Das kann
bei der Wust unter gleichzeitiger Kompensation aller Ein- auch nicht im Interesse der Wirtschaft sein.
nahmenausfälle verlangt. Bekanntlich gibt es einen Bericht Der Bundesrat ist deshalb der Meinung, die Motion zur
Heimann, der sich mit der Beseitigung der taxe occulte Beseitigung der taxe occulte sei abzulehnen; aber es ist
befasst. Die Expertengruppe hat verschiedene Vorschläge auch selbstverständlich, dass Sie einen Bericht erhalten, der
unterbreitet, und der Bundesrat wird Ihnen gelegentlich darlegt, wie das Vernehmlassungsverfahren ausgegangen
darüber, über das Vernehmlassungsverfahren und über das, ist und was der weitere Weg sein wird.
was er in Zukunft zu tun gedenkt, Bericht erstatten. Mit der Beseitigung der taxe occulte allein wird die Waren-
Zu sagen ist allerdings, dass auch die dort enthaltenen umsatzsteuer noch keine gute Steuer. Es gibt dann intern in
Vorschläge vermutlich nicht überall eitel Freude auslösen. der Schweiz noch verschiedene Wettbewerbsverzerrungen.
Ich denke hier beispielsweise an eine bescheidene Sache: Sie müssen hier vielleicht den Bericht Heimann lesen. Er
an die Unterstellung des selbst kelternden Weinbauern mit gibt auch darüber Auskunft, wo gewisse Dinge nicht so ganz
Umsätzen von über 50000 Franken; das würde jährlich 2 lupenrein sind.
Millionen Franken einbringen. Umgekehrt sollte eine gewisse Zeit verstrichen sein - wir
Ich erinnere mich noch sehr gut an die Diskussion, die wir haben 1977,1979 über eine Mehrwertsteuer abgestimmt-,
gerade in diesem Zusammenhang bei der Behandlung der bevor man sich neue Überlegungen über eine Warenum-
Mehrwertsteuer hatten; schon damals ist diese Unterstel- satzsteuer mit dem Einbezug von Dienstleistungen macht,
lung abgelehnt worden. Aber es gibt wichtigere Punkte. Ich damit man diese Fragen in aller Sorgfalt und Tiefe abklären
nehme hier die umfassende Besteuerung der durch nicht- kann. Das ist auch das erklärte Ziel des Bundesrates. Hier
steuerpflichtige Unternehmer und Betriebe der öffentlichen kann ich Sie also beruhigen: wir werden diese Arbeiten.
Hand für den eigenen Bedarf erbrachten marktfähigen Lei- Aber zuerst sollten doch die anderen Probleme des Finanz-
stungen steuerbarer Art, die einen Wert von insgesamt planes erledigt sein, damit wir auch dort wissen, ob nicht
500000 Franken pro Jahr übersteigen. Das würde 160 bis zusätzliche Einnahmen notwendig werden, weil eben ver-
170 Millionen Franken erbringen. Dieser Betrag wäre vor- schiedene andere Vorlagen nicht Ihre Gnade finden. Soviel
aussichtlich zum grössten Teil durch die öffentliche Hand zum Generellen.
aufzubringen. Sie können sich vorstellen, was die Kantone Ich habe noch eine Bemerkung zur Krankenversicherung
zu einem solchen Begehren sagen würden. anzubringen. Hier hat Herr Zehnder erklärt, der Bund hätte
Nach diesem Bericht wäre es denkbar, einen gewissen Aus- gesetzlich geschuldete Beiträge nicht bezahlt. Das ist nicht
gleich zu schaffen, aber wir hätten dann - ohne Mehrsteu- richtig. Es sind den Krankenkassen bis heute keine gesetz-
ern einzunehmen - 14700 mehr Steuerpflichtige. Das lich geschuldeten Beiträge vorenthalten worden. Der Vor-
heisst, wir müssen damit rechnen, dass wir einen bedeutend schuss des Bundes, der ursprünglich 80 Prozent betrug, ist
grösseren Erhebungs- und Kontrollaufwand hätten, um das zwar laufend abgebaut worden, aber durchaus im Rahmen
gleiche Ziel zu erreichen. der gesetzlichen Bestimmungen. Mit der Teilrevision der
Zum anderen ist aber doch festzuhalten, dass die taxe Krankenversicherung soll auf eine nachschüssige Subven-
occulte - man hat sie hier als Investitionssteuer bezeichnet - tionsabrechnung ohne Vorschusszahlungen übergegangen
nicht allein eine zusätzliche Belastung der Exportindustrie werden. Diese Absicht hat der Bundesrat bereits in der
ist. Man sagt zwar, dass die Preise durch diese versteckte Botschaft vom 19. August 1981 über die Teilrevision ange-
Steuer um etwa 2 Prozent verteuert würden. Auf der anderen kündigt; sie stellt damit keine Überraschung dar. Der Über-
Seite muss man auch sehen, dass im Moment der Umstel- gang zur nachschüssigen Zahlung bedarf aber einer gewis-
lung, wo man also ein anderes Steuersystem wählt, das sen Kontinuität, damit es nicht plötzlich Überraschungen
18.Juni 1984 N 817 Regierungsrichtlinien/Legislaturfinanzplan
gibt. Liesse man beispielsweise den Beitrag an die Kranken- Le président: Le débat est maintenant terminé. Vous avez à
kassen von 836 Millionen Franken pro Jahr unverändert, so vous prononcer sur un certain nombre de propositions et de
könnte im Jahr 1986 überhaupt kein Vorschuss mehr ausbe- motions. Tout d'abord, nous voterons sur la proposition de
zahlt werden. 1987 müsste dann der volle Anspruch für 1986 M. Carobbio qui propose de prendre acte des deux textes en
ausbezahlt werden. Deshalb sieht der Finanzplan vor: 1985 les désapprouvant. La commission et bien entendu le Con-
865 Millionen Franken, 1986 900 Millionen Franken und seil fédéral vous proposent simplement de prendre acte.
1987 930 Millionen Franken.
Noch ein Wort zu Hern Müller-Scharnachtal betreffend die Abstimmung - Vote
Sozialversicherung. Er wies darauf hin, dass nicht einmal Für den Antrag Carobbio Minderheit
die falschen Zahlen im Finanzplan enthalten seien. Dazu ist Für den Antrag der Kommission offensichtliche Mehrheit
festzuhalten, dass in den Richtlinien ganz klar die Meinung
An den Ständerat - Au Conseil des Etats
des Bundesrates festgehalten ist, die Revision der IV und der
AHV sei kostenneutral durchzuführen. Wenn etwas kosten-
Motionen - Motions
neutral durchzuführen ist, haben auch das Finanzdeparte-
ment und der Bundesrat keine Veranlassung, die Zahlen in Wortlaut siehe Seite 736 hiervor
den Finanzplan aufzunehmen, sonst wären sie selber Texte voir page 736 ci-devant
unglaubwürdig. Das ist der wesentliche Grund, weshalb»
nichts aufgeführt ist. Motion des Ständerates
In der Zwischenzeit hat sich einiges geändert. Sie haben das Regierungsrichtlinien. Prioritäten
selber angeführt. Da muss ich Ihnen aber sagen: Das ist
nicht nur in diesem Fall so. Der Finanzplan und die Richtli- Motion du Conseil des Etats
nien entsprechen einem gewissen Zeitpunkt, an dem abge- Grandes lignes de la politique gouvernementale. Priorités
schlossen wird; nachher geht es weiter. Für mich war bei-
spielsweise die grösste Überraschung die Zahlungsspitze Le président: Nous passons maintenant aux motions propo-
des Militärdepartementes, die nach der Publikation des sées par la commission. Tout d'abord, selon l'avis des rap-
Finanzplanes bekanntgegeben wurde, obwohl sie an sich porteurs, nous ne nous prononcerons pas sur la motion du
natürlich auch in den Finanzplan gehört hätte. In der Zwi- Conseil des Etats, afin de trouver une éventuelle solution de
schenzeit ist das Leben ohnehin weitergegangen. Sie haben compromis entre cette motion et celle de notre commission.
bereits in der ausserordentlichen Maisession Kredite und
Ausgaben für 150 Millionen Franken bewilligt. Diese tangie- Motion der Kommission des Nationalrates
ren den Finanzplan ebenfalls. Aber leider führen sie nur zu Regierungsrichtlinien. Zeitliche Prioritäten
einer weiteren Verstärkung der Ausgaben, nicht der Ein-
nahmen. Motion de la commission du Conseil national
Ich möchte auf die anderen Fragen, die gestellt worden sind, Grandes lignes de la politique gouvernementale.
nicht eingehen, weil Sie selber im Grundsätzlichen ja der Priorité chronologique
Auffassung sind, der Bundesrat solle sich weiter beschrän-
ken und in der kommenden Legislaturperiode nicht mehr Le président: La commission et le Conseil fédéral soutien-
tun. Ich hoffe zuversichtlich, dass Sie auch daran denken, nent cette motion. M. Herczog s'opposant à la commission,
wenn Sie Motionen und Postulate einreichen. Diese sind in le conseil passe au vote.
der Regel eher für zusätzliche Ausgaben und nicht für
Einsparungen. Abstimmung - Vote
Wenn wir aber dem prioritären Ziel, den Haushalt auszuglei- Für den Antrag der Kommission offensichtliche Mehrheit
chen, wieder etwas Spielraum zu bekommen und auch die Für den Antrag Herczog Minderheit
Aufgaben des Bundes glaubwürdig erfüllen zu können,
näherkommen wollen, dann braucht es vor allem Ihren An den Ständerat - Au Conseil des Etats
Entscheid; Sie haben in der Zukunft zu entscheiden. Die
Stunde der Wahrheit wird heute, morgen und übermorgen Motion der Kommission des Nationalrates
kommen. Heute haben Sie noch über die Teuerungszulagen Regierungsrichtlinien. Gesellschaftliche Entwicklungen
zu entscheiden; morgen über das Anschlussprogramm. Die
Motion de la commission du Conseil national
Kommission hat hier sehr gut gearbeitet. Aber in der Zwi-
schenzeit wird nun von allen Seiten Opposition gemacht; Grandes lignes de la politique gouvernementale.
denn jeder möchte gerne seinen Anteil behalten. Deshalb Développements généraux de la société
wird es an Ihnen liegen, morgen zu zeigen, wie ernst es
Ihnen ist mit dem Ausgleich des Bundeshaushaltes, und Le président: Cette motion, qui demandait au Conseil fédé-
zwar bei den Ausgaben. Denken Sie daran: Ausgaben, die ral de compléter oralement son rapport, peut être considé-
man nicht tätigt, betreffen immer irgendwen, der dieses rée comme réalisée. Je vous propose donc de la classer en
Geld erwartet oder erwartet hat. Sie werden also immer accord avec la commission et en l'absence d'autres proposi-
jemanden treffen, wo Sie auch etwas einsparen. Das bleibt tions.
ihnen nicht erspart; denn der Bund hat tatsächlich bis heute Zustimmung - Adhésion
das Geld eben nicht einfach zum Fenster hinausgeworfen,
sondern es gab immer Leute, die glaubten, sie hätten ein Motion der Kommission des Nationalrates
Anrecht darauf, und vielleicht noch mehr: sie hätten dieses
Geld tatsächlich nötig. Taxe occulte. Aufhebung und Kompensation
Deshalb verdeutliche ich noch einmal: Sie werden entschei- Motion de la commission du Conseil national
den, ob dieser Finanzplan eingehalten werden kann oder Taxe occulte. Suppression et compensation
nicht. Ich bin optimistisch, dass wir dieses Ziel erreichen. Ich
habe im Ständerat auf Wunsch der Kommission auch die Le président: La commission recommande l'acceptation de
Erklärung abgegeben, dass wir, wenn wesentliche Abwei- cette motion. Le Conseil fédéral s'y oppose. La parole
chungen zum Finanzplan entstünden, Sie jeweils im kom- n'étant pas demandée, le conseil passe au vote.
menden Budget darüber orientieren und dort auch zeigen
würden, was zu tun sei. Insofern haben Sie dann eine Abstimmung - Vote
gewisse Alternative. In Wirklichkeit gibt es eben dann einen Für den Antrag der Kommission 80 Stimmen
neuen Vorschlag für den Fall, dass Sie etwas Zusätzliches Für den Antrag des Bundesrates 55 Stimmen
beschlossen oder etwas, was vorgesehen war, abgelehnt
haben. An den Ständerat - Au Conseil des Etats
Politique gouvernementale/Plan financier 818 N 18 juin 1984
Motion der Kommissionsminderheit des Nationalrates a. Sofortprogramm zur Bekämpfung der Bodenspekula-
Notprogramm gegen das Waldsterben tion;
Hubacher, Bäumlin, Borei, Eggenberg-Thun, Robbiani, b. dringliche Massnahmen gegen die Luftverschmutzung.
Widmer)
5. Zu Ziffer 6: Energie, Verkehr und Fernmeldewesen
Motion de la minorité de la commission du Conseil na- a. Ausarbeitung eines Gesetzes über Energiesparmassnah-
tional men und die rationelle Energieverwendung sowie Verzicht
Programme d'urgence contre le dépérissement des forêts auf den Bau weiterer Kernkraftwerke;
Hubacher, Bäumlin, Borei, Eggenberg-Thoune, Robbiani, b. Finanzierung eines Programmes zur Entwicklung und
Widmer) Verbesserung des öffentlichen Verkehrs, vor allem der
Eisenbahnen, über den Treibstoffzoll.
Le président: La majorité de la commission et le Conseil 6. Zu Ziffer 3: Rechtsordnung
fédéral s'opposent à la motion de la minorité de la commis- a. Gesetzgebungsprogramm für eine rasche Verwirkli-
sion, minorité Hubacher: Programme d'urgence contre le chung der Gleichstellung von Mann und Frau;
dépérissement des forêts.
b. Verzicht auf das Kriminalpolizeiliche Informationssystem
Abstimmung - Vote (KIS).
Für den Antrag der Mehrheit 84 Stimmen 7. Zu Ziffer 2: Die Schweiz in der Staatenwelt
Für den Antrag der Minderheit 68 Stimmen a. Erhöhung der Entwicklungshilfe auf 0,38 Prozent des
Bruttosozialproduktes, wobei der direkten Zusammenarbeit
Motion der Kommissionsminderheit des Nationalrates mit den am meisten benachteiligten Ländern, Regionen und
Grundlagenforschung und Wirtschaftsentwicklung Bevölkerungsgruppen absoluter Vorrang eingeräumt wird;
(Borei, Bäumlin, Eggenberg-Thun, Hubacher, Kohler Raoul, b. Änderung des Kriegsmaterialgesetzes mit dem Ziel, die
Robbiani) Waffenausfuhr einzuschränken.
Motion de la minorité de la commission du Conseil na- 8. Zu Ziffer 25: Militärische Landesverteidigung
tional a. Verzicht auf das Programm zur Beschaffung des neuen
Recherche fondamentale et développement économique Panzers Leopard 2.
Borei, Bäumlin, Eggenberg-Thoune, Hubacher, Kohler 9. Zu Ziffer 12: Finanzhaushalt des Bundes
Raoul, Robbiani)
a. Verwirklichung der materiellen Steuerharmonisierung,
insbesondere für juristische Personen;
Le président: La majorité de la commission et le Conseil
fédéral s'opposent à cette motion. b. wirksame Massnahmen zur Bekämpfung der Steuerhin-
terziehung, einschliesslich der Anstellung zusätzlichen Per-
Abstimmung - Vote sonals bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung für
Für den Antrag der Mehrheit 71 Stimmen Steuerinspektionen;
Für den Antrag der Minderheit 55 Stimmen c. Verzicht auf den Ausgleich der zusätzlichen Ausgaben im
Strassenwesen durch die Kantone;
Motion Carobbio d. Beibehaltung des halbjährlichen Teuerungsausgleichs
Regierungsrichtlinien und Legislaturfinanzplan für das Bundespersonal.
Der Bundesrat wird beauftragt, die Leitlinien für die Amts- Motion Carobbio
dauer 1983 bis 1987 und den Legislaturfinanzplan für die
Jahre 1985 bis 1987 zu ändern und dabei die folgenden Grandes lignes de la politique gouvernementale et plan
Prioritäten und Angaben zu berücksichtigen: financier
Le Conseil fédéral est chargé de modifier les grandes
1. Zu Ziffer 42: Struktur- und Wachstumspolitik options de la législature 1983 à 1987 et le plan financier pour
a. direkte Bundeshilfe für die technologische Innovation les années 1985 à 1987 selon les priorités et les indications
zugunsten eines umweltschonenden Wirtschaftswachs- qui suivent:
tums;
1. Au chapitre 42, politique structurelle et croissance
b. Änderung des Berufsbildungsgesetzes, mit dem Ziel,
eine vielseitige Grundausbildung zu gewährleisten und die a. Aide directe de la Confédération à l'innovation technolo-
berufliche Umschulung zu fördern; gique, pour une croissance économique respectueuse de
l'environnement;
c. Einführung der 40-Stunden-Woche auf dem Gesetzge-
bungsweg. b. Modification de la loi sur la formation professionnelle en
vue de réaliser une formation de base polyvalente et déve-
2. Zu Ziffer 43: Arbeit und Bevölkerung loppement du recyclage professionnel;
a. Kündigungsschutz für Arbeitnehmer, einschliesslich c. Introduction, par voie législative, de la semaine de 40
Schutz vor Kündigung aus wirtschaftlichen Gründen; heures.
b. besondere Massnahmen für einen wirksamen Kündi- 2. Au chapitre 43, travail et population
gungsschutz im Mietwesen.
a. Protection des travailleurs contre les licenciements, y
3. Zu Ziffer 7: Soziale Sicherheit und Gesundheit compris les licenciements pour des motifs économiques;
a. Festlegung von existenzsichernden AHV/IV-Mindest- b. Mesures spéciales pour une protection efficace des loca-
renten; taires contre les résiliations.
b. Senkung des AHV-Rentenalters für Männer auf 62 Jahre, 3. Au chapitre 7, sécurité sociale et santé publique
für Frauen auf 60 Jahre;
a. Fixation de rentes AVS/AI minimales, garantissant l'exis-
c. Einführung der obligatorischen Krankenversicherung, tence;
finanziert nach dem Modell der AHV;
b. Abaissement de l'âge donnant droit aux rentes AVS à 62
d. Verwirklichung der Mutterschaftsversicherung und Ein- ans pour les hommes et 60 ans pour les femmes;
führung der Straffreiheit für die Abtreibung.
c. Introduction de l'assurance-maladie obligatoire, financée
4. Zu Ziffer 5: Raum, Landwirtschaft und Umwelt sur la base du modèle de l'AVS;
18.Juni 1984 N 819 Motion Bäumlin
d. Réalisation de l'assurance pour la protection de la mater- #ST# 84.360
nité et dépénalisation de l'avortement.
Motion Bäumlin
4. Au chapitre 5, territoire, agriculture et environnement Zielorientierte Regierungspolitik (Zuweisung)
a. Programme urgent de lutte contre la spéculation fon-
cière;
Meilleure orientation
de la politique gouvernementale (Attribution)
b. Mesures urgentes contre la pollution de l'air.
5. Au chapitre 6, énergie, transports et télécommunications
a. Adoption d'une loi sur les économies et l'utilisation
rationnelle de l'énergie et renonciation à la construction de
nouvelles centrales nucléaires; Wortlaut der Motion vom 14. März 1984
b. Financement, avec la taxe sur les carburants, d'un pro- Der Bundesrat wird beauftragt,
gramme de développement, d'amélioration des transports 1. die Regierungsrichtlinien in Zukunft vermehrt auf eine
publics, qui favorise les chemins de fer. zusammenhängende kritische Analyse der gegenwärtigen
nationalen und internationalen Verhältnisse und der mittel-
6. Au chapitre 3, ordre juridique und langfristigen Entwicklungstrends abzustützen, wobei
a. Programme de mesures législatives pour réaliser rapide- die bereits vorhandenen prognostischen Studien (GVK,
ment l'égalité des droits entre l'homme et la femme; GEK, St. Galler Entwicklungsperspektiven, «Global 2000»,
b. Renonciation au système d'information de la police cri- «Lateinamerikanisches Weltmodell» usw.) stärker heranzu-
minelle (KIS). ziehen und kritisch auszuwerten sind;
2. die massgebenden Ziele und Prioritäten der Regierungs-
7. Au chapitre 2, la Suisse dans le concert des nations politik offen und argumentativ (auch in Auseinandersetzung
a. Augmentation de l'aide au développement à 0,38 pour mit denkbaren Alternativen) zu entwickeln und zu bestim-
cent du PNB, en donnant priorité absolue à la coopération men sowie Strategien zu entwerten, die es erlauben, schwei-
directe avec les pays, les régions et les groupes de popula- zerische Politik in den Zusammenhang verbesserter ökono-
tion les plus défavorisés; mischer, sozialer und ökologischer Überlebenschancen zu
b. Révision de la loi sur l'exportation d'armes, dans un sens stellen, wobei von der bisherigen, fast ausschliesslichen
restrictif. Orientierung der Regierungsrichtlinien an der (vor allem
aussen-)wirtschaftlichen Entwicklung Abstand zu nehmen
8. Au chapitre 25, défense militaire ist und alle Möglichkeiten einer eigenständigen Politik zu
a. Renonciation au programme d'acquisition du nouveau sichten und wahrzunehmen sind, die die sozialen und die
char Léopard 2. ökologischen Bedürfnisse stärker berücksichtigen;
3. die nationalen Forschungsprogramme so auszurichten,
9. Au chapitre 12, finances de la Confédération
dass sie dem Zweck einer derart zielorientierten, zukunfts-
a. Réalisation de l'harmonisation fiscale matérielle, en parti- gerichteten Politik besser dienen;
culier pour les personnes morales;
4. die Kantone mehr und mehr in die Planung einer ziel-
b. Mesures efficaces de lutte contre la fraude fiscale, y orientierten Politik einzubeziehen.
compris l'augmentation du personnel de l'Administration
Der Bundesrat wird eingeladen, bereits im Zwischenbericht
fédérale des contributions pour les inspections fiscales;
zu den Regierungsrichtlinien 1983 bis 1987 erste Ergänzun-
c. Renonciation à la compensation des dépenses routières gen im oben gewünschten Sinne anzubringen.
supplémentaires par les cantons;
d. Maintien de la compensation semestrielle du renchéris- Texte de la motion du 14 mars 1984
sement du personnel fédéral. Le Conseil fédéral est chargé:
1. D'étayer les Grandes lignes de la politique gouvernemen-
Le président: La commission et le Conseil fédéral s'oppo- tale, davantage qu'auparavant, sur une analyse critique et
sent à la motion de M. Carobbio. cohérente de la situation nationale et internationale du
Abstimmung - Vote moment et des tendances à moyen et à long terme, les
études prospectives dont on dispose déjà (Conception glo-
Für den Antrag der Kommission 118 Stimmen
bale des transports, conception de l'énergie, perspectives
Für den Antrag Carobbio 5 Stimmen
de développement dites de Saint-Gall, «Global 2000»,
«Modèle planétaire d'Amérique latine», etc.) devant y être
Abschreibung - Classement
plus fortement intégrées et exploitées de manière critique;
Le président: Le Conseil fédéral propose le classement de 2. De développer et désigner ouvertement et franchement,
deux postulats. L'un concerne le rapport sur les Grandes avec arguments à l'appui, les principaux objectifs et prio-
lignes, c'est le postulat n° 83.310: Plan directeur de l'armée, rités (en les'confrontant également avec des solutions de
révision. L'autre a trait au rapport sur le plan financier de la rechange concevables) et de proposer en outre des straté-
législature de la Confédération pour les années 1985 à 1987; gies qui permettent d'axer la politique suisse sur l'améliora-
c'est le postulat n° 82.452: Assainissement des finances fé- tion des chances de survie, sur le plan économique, sociale
dérales. et écologique; en l'occurrence, il faudrait donc se distancer
Aucune autre proposition n'étant faite, ces deux postulats de l'orientation actuelle des Grandes lignes de la politique
sont classés. gouvernementale, qui sont presque exclusivement conçues
en fonction de l'évolution économique (économie extérieure
Zustimmung - Adhésion surtout). Il faudrait donc passer en revue et saisir toutes les
possibilités qui s'offrent à notre pays de mener en toute
indépendance une politique qui tienne plus rigoureusement
compte des besoins sociaux et écologiques;
3. D'orienter les programmes nationaux de la recherche de
telle façon qu'ils servent plus efficacement les objectifs de
cette politique mieux branchée sur l'avenir;
4. D'associer de plus en plus les cantons au processus de
planification d'une politique conçue en fonction d'objectifs
bien précis.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Legislaturfinanzplan 1985 bis 1987
Plan financier de la législature 1985 à 1987
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1984
Année
Anno
Band III
Volume
Volume
Session Sommersession
Session Session d'été
Sessione Sessione estiva
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 09
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 84.002
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 18.06.1984 - 14:30
Date
Data
Seite 808-819
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Ref. No 20 012 525
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