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VPB 83-952 KI-generiert

Tritium Environmental Impact: Commission Transmits to Federal Council as Postulate

Geschäftsnummer VPB 83-952
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The commission proposed not to consider the first part of the petition regarding the discontinuation of specific motorcycle inspection methods and planned restrictions, but to transmit the second part concerning the environmental impact of tritium to the Federal Council as a postulate for research and public information. The court agreed, opting to treat the motion as a postulate, thereby acknowledging the issue but not mandating immediate action. The Federal Council's report indicated that while tritium levels have increased due to nuclear technology, current concentrations in the environment do not pose a significant risk to human or animal health, though further research on effects on living organisms may be considered if future developments warrant it.

Legislator-Regeste

KI-generiert

Tritium Environmental Impact: Commission Transmits to Federal Council as Postulate: In seiner Stellungnahme bezeichnet das Eidgenössische gische Forschung, klinische Medizin) eine wichtige Rolle.

Schlagwörter

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Umweltverträglichkeitsbericht gesundheitliche Risiken Gesundheitsbehördliche Kontrollen Umweltforschung Bewirkte Beschränkungen radioaktive Verseuchung
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Volltext

22. Juni 1984 N 971 Motion Gehen

Proposition de la commission #ST# 83.952

La Commission des pétitions et de l'examen des constitu- Motion Oehen

tions cantonales propose

a. de ne pas entrer en matière sur le point 1 de la pétition; Tritium. Umweltbelastung

b. de transmettre le point 2 de la pétition au Conseil fédéral Tritium. Nuisances

au sens du postulat susmentionné;

c. de transmettre le rapport à la Commission de gestion

pour qu'elle examine le problème soulevé par la pétition en

exerçant la haute surveillance.

Wortlaut der Motion vom 15. Dezember 1983

Zustimmung - Adhésion Mit dem Ausbau der Atomtechnologie hat sich der Gehalt

des radioaktiven Wasserstoffatoms Tritium in der Atmo-

sphäre mindestens um 106 erhöht. Die Bedeutung dieser

Tatsache für die Gesundheit unserer Umwelt ist bis heute

wenig abgeklärt, bzw. es sind die Erkenntnisse der Öffent-

#ST# 84.257 lichkeit kaum zugänglich gemacht worden.

Der Bundesrat wird aufgefordert, die notwendigen For-

Bernhard Böhi, Basel schungsaufträge zu erteilen bzw. für die Veröffentlichung

Petition gegen die Diskriminierung allfällig vorhandener Erkenntnisse besorgt zu sein.

der Motorräder durch die Behörden

Texte de la motion du 15 décembre 1983

Bernhard Böhi, Bàie Du fait du développement de la technologie nucléaire, la

Pétition contre la discrimination des motocycles teneur dans l'atmosphère en tritium, atome d'hydrogène

radioactif, a augmenté d'au moins 106. Jusqu'à présent, on

s'est peu préoccupé des effets produits par le tritium sur

notre environnement, ou du moins les résultats des

recherches dans ce domaine n'ont guère été portés à la

Herr Fischer-Hägglingen unterbreitet im Namen der Peti- connaissance du public.

tions- und Gewährleistungskommission den folgenden Le Conseil fédéral est chargé de faire effectuer les études

schriftlichen Bericht: nécessaires ou, si certaines l'ont été, de faire en sorte que

1. Am 1. Oktober 1983 reichte Bernhard Böhi eine Petition les résultats obtenus soient publiés.

ein. Die 80000 Unterzeichner fordern darin Bundesrat und

Parlament auf, « . . . zu veranlassen, dass die vom Eidgenös- Mitunterzeichner - Cosignataires: Grendelmeier, Günter,

sischen Justiz- und Polizeidepartement verfügten schikanö- Hegg, Maeder-Appenzell, Meier-Zürich, Müller-Zürich, Ruf-

sen und realitätsfremden Prüfmethoden für Motorräder auf- Bern, Soldini, Weder-Basel (9)

gehoben werden. Ausserdem sollen die für 1986 geplanten Schriftliche Begründung - Développement par écrit

weiteren Restriktionen, welche praktisch unerfüllbar sind

und ein Verbot der Motorräder zur Folge haben könnten, Seit langem spielt das radioaktive Wasserstoffisotop Tritium

überprüft werden». in der wissenschaftlichen Forschung als Markierungsele-

ment im nichtbiologischen und biologischen Bereich (biolo-

2. In seiner Stellungnahme bezeichnet das Eidgenössische gische Forschung, klinische Medizin) eine wichtige Rolle.

Justiz- und Polizeidepartement die Anliegen der Petenten Da Tritium für thermonukleare Waffen unentbehrlich ist,

als nicht gerechtfertigt. Das Departement hält unter ande- werden heute grosse Mengen auch für die sogenannte

rem fest, dass die heute geltenden Lärmvorschriften auf eine friedliche Forschung produziert. Wie bereits im Motionstext

Motion der nationalrätlichen Kommission, welche die Volks- erwähnt, hat sich der Tritiumgehalt in der Atmosphäre mit

initiative «gegen Strassenlärm» behandelte, zurückgehen. dem forcierten Ausbau der Atomtechnologie signifikant

Die seit dem 1. Oktober 1982 angewendete Lärmmessme- erhöht. Nach Meinung von Wissenschaftern sind die daraus

thode berücksichtigt die spezielle Leistungscharakteristik resultierenden Gefahren nicht abschätzbar. Man scheint bis

der Motorradmotoren viel besser als die frühere Methode heute keine Lösung zu kennen, wie die enormen Mengen

und kann deshalb nicht als «realitätsfremd» bezeichnet wer- Tritium, die in Atomkraftwerken und Wiederaufbereitungs-

den. Die heutigen Lärmvorschriften sind zwar die strengsten anlagen entstehen, vernichtet oder besser sicher aufbe-

der Welt, können aber nicht als «schikanös» angesehen wahrt werden können.

werden, da die Lärmbelästigung durch Motorräder immer Bis heute scheint es üblich zu sein, gasförmiges Tritium und

wieder zu Klagen aus der Bevölkerung Anlass gibt. Die tritiiertes Wasser aus atomtechnischen Anlagen an die

nochmals herabgesetzten Lärmgrenzwerte für 1986 hat der Umwelt abzugeben. Damit kann das Tritium in enzymatisch

Bundesrat rechtsgültig erlassen; eine Überprüfung dieser oder genetisch wichtige Substanzen eingebaut werden.

Werte für Motorräder ist nicht beabsichtigt. Damit aber besteht zweifellos die Gefahr irreparabler Schä-

Antrag der Kommission den, da durch den Zerfall (HWZ 12,3 Jahre) des Atoms die

betroffenen Moleküle ihre spezifische biochemische Aktivi-

Die Petitions- und Gewährleistungskommission beantragt, tät verlieren können. Noch schlimmer dürfte es sein, wenn

von der Petition Kenntnis zu nehmen, ihr aber keine Folge

zu geben. damit die genetische Information verändert wird.

Eine sorgfältige Erforschung des Problemkomplexes und

Proposition de la commission umfassende Würdigung des bereits vorhandenen Wissens

La Commission des pétitions et de l'examen des constitu- drängt sich auf.

tions cantonales propose de prendre acte de la pétition,

mais de ne pas lui donner suite. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates

Rapport écrit du Conseil fédéral

Zustimmung - Adhésion

1. Tritiumquellen

In der Natur kommt Tritium hauptsächlich in der Form von

tritiiertem Wasser oder.Wasserdampf vor, in weit geringeren

Mengen auch als Wasserstoffgas oder in organischen Ver-

bindungen. Bis etwa 1950, also vor den ersten Wasserstoff-

bombenversuchen in der Atmosphäre, war auf der Erde

praktisch nur natürliches Tritium vorhanden. Dieses durch

Motion Gehen 972 N 22 juin 1984

die kosmische Strahlung in den oberen Schichten der Atmo- Nations Scientific Committee on thè Effects of Atomic

sphäre erzeugte Tritium verteilt sich in der gesamten Atmo- Radiation, Ausgabe 1982).

sphäre und Hydrosphäre und gelangt über Niederschläge 3. Beurteilung

und Oberflächengewässer auch in die Ozeane. Dabei stellt a. Mensch: Da Tritium beim Zerfall nur niederenergetische

sich ein Gleichgewicht von etwa 10 pCi/Liter in den Nieder- Betastrahlung aussendet, kann es beim Menschen nur nach

schlägen und den kontinentalen Oberflächengewässern Aufnahme in den Körper (Einatmung oder Aufnahme mit der

und von ungefähr 3 pCi/Liter in der obersten Ozeanschicht Nahrung) zu einer Strahlenbelastung führen. Unsere Strah-

ein (1 pCi [pio-Curie] = 10 bis 12 Ci = 0,037 Zerfälle pro lenschutzverordnung legt für Einzelpersonen der Bevölke-

Sekunde). rung eine höchstzulässige Ganzkörperdosis von 500 mrem/

Die grösste Menge künstlichen Tritiums wurde auch durch Jahr fest.

die zahlreichen Wasserstoffbombenversuche in den fünfzi-

ger und sechziger Jahre erzeugt und in der Atmosphäre und Ein Erwachsener nimmt im Durchschnitt täglich insgesamt

Hydrosphäre verteilt: nämlich insgesamt etwa 7 Giga-Curie etwa 3 Liter Wasser auf. Selbst wenn dieses Wasser eine

(1 Giga-Curie = 109 Ci), davon etwa 80 Prozent in der Tritiumkonzentration von 7000 pCi/Liter aufweisen würde,

Nordhemisphäre. Diese massive Tritiumzufuhr führte in den die dem Jahresmittel von 1963 entspricht, würde dessen

Niederschlägen zu einer Erhöhung des Tritiumgehaltes, der Dauerkonsum nur zu einer Jahresdosis von etwa 1 mrem

1963 einen Maximalwert von etwa 7000 pCi/Liter (Jahresmit- führen, einer Dosis, die im Vergleich zur natürlichen Ganz-

telwert für die Niederschläge in Mitteleuropa) erreichte und körperbestrahlung von etwa 125 mrem/Jahr gering ist. Die

seither langsam wieder abnimmt: 1967: etwa 1000 pCi/Liter; heutigen Tritiumkonzentrationen im Regen sind um etwa

1975: etwa 650 pCi/Liter; 1980: etwa 150 pCi/Liter; 1982: einen Faktor 50 tiefer als 1963. Lokal begrenzt, in direktem

etwa 120 pCi/Liter. Bereich von zum Beispiel industriellen Tritiumquellen

besteht die Möglichkeit eines verstärkten Eintrages von Tri-

Im Maximum wurde somit eine Zunahme der Tritiumkonzen- tium in die Nahrungsketten. In solchen Einzelfällen ist eine

tration in den Niederschlägen um einen Faktor 700 beob- Abschätzung der maximal möglichen Dosis schwieriger, da

achtet (nicht wie 106, wie vom Motionär behauptet). spezifische Standortfaktoren, wie Tritiumverteilung in Luft

Bei der Uranspaltung im Kernreaktor wird ebenfalls Tritium und Boden und die Übergänge Boden-Vegetation sowie die

erzeugt und gelangt aus diesen Anlagen über Abluft und Herkunft des Trinkwassers (z. B. Grundwasser), eine Rolle

Abwasser in die Umwelt, wo es sich grossräumig verteilt. spielen.

1979 wurden von Kernreaktoren weltweit ungefähr 200 000

Trotz dieser Unsicherheiten zeigen aber zuverlässige, auf

Ci Tritium in die Abluft und etwa 100 000 Ci Tritium mit dem

umfangreichem Datenmaterial aus der Umgebung von tri-

Abwasser abgegeben. Dies sind rund 10 Prozent der natürli-

tiumverarbeitenden Betrieben in der Schweiz fussende

chen Tritiumproduktion in der Atmosphäre pro Jahr. Aus

Abschätzungen, dass die heutige Tritiumbelastung für die

den schweizerischen Kernanlagen wurden 1982 etwa 1000

Gesundheit der Schweizer auch im Bereich solcher Betriebe

Ci Tritium mit dem Abwasser abgegeben. Die Abgaben an

kein Problem darstellt. Dieser Sachverhalt wurde auch

die Abluft dürften bei etwa der Hälfte dieses Wertes liegen.

durch Tritiummessungen im Urin von Anwohnern solcher

Bei Wiederaufbereitung aller Brennelemente (heute erst in

Betriebe bestätigt.

beschränktem Umfang) könnten die Tritiumfreisetzungen

aus der Kernindustrie die natürliche Tritiumproduktion er- b. Tiere und Pflanzen: Die meisten Untersuchungen über

reichen. die Radiotoxizität des Tritiums haben primär den Schutz des

Weitere Tritiummengen werden bei industriellen Anwendun- Menschen zum Ziel. Das hat zur Folge gehabt, dass bis

gen freigesetzt, zum Beispiel bei der Herstellung von heute für viele Tiere und Pflanzen keine direkten Untersu-

Leuchtfarben, Beta-Lights, Uhren mit Leuchtziffern usw. chungen über die Einwirkungen des Tritiums durchgeführt

Dadurch können in der unmittelbaren Umgebung solcher worden sind. Es muss hier aber festgestellt werden, dass die

Betriebe, wie von der KUER schon mehrmals festgestellt bis heute vorliegenden Resultate über das Verhalten des

wurde, lokal erhöhte Tritiumkonzentrationen in Luft und Tritiums im Stoffwechsel der untersuchten Organismen

Gewässern auftreten, die aber bisher in der Schweiz noch sowie die aufgrund der biologischen und physikalischen

nie zu unzulässigen Strahlenexpositionen von Personen Daten hergeleiteten Dosisberechnungen ganz eindeutig zei-

geführt haben. In der Schweiz liegen die gegenwärtigen gen, dass aus den heutigen Tritiumkonzentrationen in der

jährlichen Abgaben aus Industriebetrieben bei je rund 1000 Natur keine Gefahr resultiert. Das gilt nach bester Erkennt-

Ci über das Abwasser und über die Abluft (also HTO, Tritium nis für Pflanzen, Tiere und Menschen. Es ist aber ebenso

in Form von Wasserdampf). Pro Jahr importiert die Schweiz offensichtlich, dass unser heutiges Wissen nicht vollkom-

etwa 100 000 Ci Tritium für industrielle Anwendungen. Ein men ist.

grosserTeil davon wird in verarbeiteter Form wieder expor- 4. Schlussfolgerungen

tiert. Über die weltweite Freisetzung aus solchen Betrieben Der Bundesrat erachtet die heute von zahlreichen Laborato-

liegen uns keine Zahlen vor. rien auf der ganzen Welt (auch vom KUER-Labor) durchge-

Aus dem weltweiten Verlauf der Tritiumaktivität in der Atmo- führten Messungen von Freisetzung, Ausbreitung und Kon-

sphäre und Hydrosphäre kann unter Zuhilfenahme von zertrationen von Tritium in der Umwelt sowie die Informa-

Modellrechnungen hergeleitet werden, dass die weltweite tion der Öffentlichkeit der Schweiz durch die jährlichen

jährliche Tritiumzufuhr in die Umwelt heute bei etwa 2 bis 3 KUER-Berichte als durchaus ausreichend. Er ist auch der

Mega-Curie (1 Mega-Curie = 106Ci) liegt, also etwa zehnmal Ansicht, dass, was die Auswirkungen auf den Menschen

mehr als aus allen Kernkraftwerken freigesetzt wird. Diese betrifft, keine zusätzlichen Forschungsaufträge zu erteilen

Zufuhr ist jedoch noch um Grössenordnungen kleiner als sind. Der Bundesrat ist aber bereit, die KUER oder andere

die durch die Wasserstoffbomben in den fünfziger und sech- geeignete Forschungsinstanzen zu beauftragen, ergän-

ziger Jahre freigesetzten Tritiummengen. zende Untersuchungen über die Auswirkungen von Tritium

Weitere mögliche Tritiumquellen sind militärische Anlagen auf die belebte Umwelt durchzuführen, wenn er dies auf-

im Ausland (z. B. zur Herstellung von Wasserstoffbomben), grund der weiteren Entwicklung der Tritiumkonzentrationen

über deren Abgaben keine Informationen vorliegen. in der Atmosphäre oder durch neuere Erkenntnisse der

2. Tritiumbelastung der Umwelt Wissenschaft als angezeigt erachtet.

Ausführliche Angaben über Tritium in der Umwelt werden in

den Berichten der Eidgenössischen Kommission zur Über- Schriftliche Erklärung des Bundesrates

wachung der Radioaktivität (KUER), die auch an die Parla- Déclaration écrite du Conseil fédéral

mentarier verteilt werden, jährlich veröffentlicht. Im Bericht Der Bundesrat beantragt, die Motion als Postulat entgegen-

«25 Jahre Radioaktivitätsüberwachung in der Schweiz» sind zunehmen.

zudem langjährige Messreihen zusammengefasst. Welt-

weite Angaben finden sich im UNSCEAR-Bericht (United Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Motion Oehen Tritium. Umweltbelastung

Motion Oehen Tritium. Nuisances

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1984

Année

Anno

Band III

Volume

Volume

Session Sommersession

Session Session d'été

Sessione Sessione estiva

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 15

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 83.952

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 22.06.1984 - 08:00

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Data

Seite 971-972

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