Tritium Environmental Impact: Commission Transmits to Federal Council as Postulate
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe commission proposed not to consider the first part of the petition regarding the discontinuation of specific motorcycle inspection methods and planned restrictions, but to transmit the second part concerning the environmental impact of tritium to the Federal Council as a postulate for research and public information. The court agreed, opting to treat the motion as a postulate, thereby acknowledging the issue but not mandating immediate action. The Federal Council's report indicated that while tritium levels have increased due to nuclear technology, current concentrations in the environment do not pose a significant risk to human or animal health, though further research on effects on living organisms may be considered if future developments warrant it.
Legislator-Regeste
KI-generiertTritium Environmental Impact: Commission Transmits to Federal Council as Postulate: In seiner Stellungnahme bezeichnet das Eidgenössische gische Forschung, klinische Medizin) eine wichtige Rolle.
Schlagwörter
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertVolltext
22. Juni 1984 N 971 Motion Gehen
Proposition de la commission #ST# 83.952
La Commission des pétitions et de l'examen des constitu- Motion Oehen
tions cantonales propose
a. de ne pas entrer en matière sur le point 1 de la pétition; Tritium. Umweltbelastung
b. de transmettre le point 2 de la pétition au Conseil fédéral Tritium. Nuisances
au sens du postulat susmentionné;
c. de transmettre le rapport à la Commission de gestion
pour qu'elle examine le problème soulevé par la pétition en
exerçant la haute surveillance.
Wortlaut der Motion vom 15. Dezember 1983
Zustimmung - Adhésion Mit dem Ausbau der Atomtechnologie hat sich der Gehalt
des radioaktiven Wasserstoffatoms Tritium in der Atmo-
sphäre mindestens um 106 erhöht. Die Bedeutung dieser
Tatsache für die Gesundheit unserer Umwelt ist bis heute
wenig abgeklärt, bzw. es sind die Erkenntnisse der Öffent-
#ST# 84.257 lichkeit kaum zugänglich gemacht worden.
Der Bundesrat wird aufgefordert, die notwendigen For-
Bernhard Böhi, Basel schungsaufträge zu erteilen bzw. für die Veröffentlichung
Petition gegen die Diskriminierung allfällig vorhandener Erkenntnisse besorgt zu sein.
der Motorräder durch die Behörden
Texte de la motion du 15 décembre 1983
Bernhard Böhi, Bàie Du fait du développement de la technologie nucléaire, la
Pétition contre la discrimination des motocycles teneur dans l'atmosphère en tritium, atome d'hydrogène
radioactif, a augmenté d'au moins 106. Jusqu'à présent, on
s'est peu préoccupé des effets produits par le tritium sur
notre environnement, ou du moins les résultats des
recherches dans ce domaine n'ont guère été portés à la
Herr Fischer-Hägglingen unterbreitet im Namen der Peti- connaissance du public.
tions- und Gewährleistungskommission den folgenden Le Conseil fédéral est chargé de faire effectuer les études
schriftlichen Bericht: nécessaires ou, si certaines l'ont été, de faire en sorte que
1. Am 1. Oktober 1983 reichte Bernhard Böhi eine Petition les résultats obtenus soient publiés.
ein. Die 80000 Unterzeichner fordern darin Bundesrat und
Parlament auf, « . . . zu veranlassen, dass die vom Eidgenös- Mitunterzeichner - Cosignataires: Grendelmeier, Günter,
sischen Justiz- und Polizeidepartement verfügten schikanö- Hegg, Maeder-Appenzell, Meier-Zürich, Müller-Zürich, Ruf-
sen und realitätsfremden Prüfmethoden für Motorräder auf- Bern, Soldini, Weder-Basel (9)
gehoben werden. Ausserdem sollen die für 1986 geplanten Schriftliche Begründung - Développement par écrit
weiteren Restriktionen, welche praktisch unerfüllbar sind
und ein Verbot der Motorräder zur Folge haben könnten, Seit langem spielt das radioaktive Wasserstoffisotop Tritium
überprüft werden». in der wissenschaftlichen Forschung als Markierungsele-
ment im nichtbiologischen und biologischen Bereich (biolo-
2. In seiner Stellungnahme bezeichnet das Eidgenössische gische Forschung, klinische Medizin) eine wichtige Rolle.
Justiz- und Polizeidepartement die Anliegen der Petenten Da Tritium für thermonukleare Waffen unentbehrlich ist,
als nicht gerechtfertigt. Das Departement hält unter ande- werden heute grosse Mengen auch für die sogenannte
rem fest, dass die heute geltenden Lärmvorschriften auf eine friedliche Forschung produziert. Wie bereits im Motionstext
Motion der nationalrätlichen Kommission, welche die Volks- erwähnt, hat sich der Tritiumgehalt in der Atmosphäre mit
initiative «gegen Strassenlärm» behandelte, zurückgehen. dem forcierten Ausbau der Atomtechnologie signifikant
Die seit dem 1. Oktober 1982 angewendete Lärmmessme- erhöht. Nach Meinung von Wissenschaftern sind die daraus
thode berücksichtigt die spezielle Leistungscharakteristik resultierenden Gefahren nicht abschätzbar. Man scheint bis
der Motorradmotoren viel besser als die frühere Methode heute keine Lösung zu kennen, wie die enormen Mengen
und kann deshalb nicht als «realitätsfremd» bezeichnet wer- Tritium, die in Atomkraftwerken und Wiederaufbereitungs-
den. Die heutigen Lärmvorschriften sind zwar die strengsten anlagen entstehen, vernichtet oder besser sicher aufbe-
der Welt, können aber nicht als «schikanös» angesehen wahrt werden können.
werden, da die Lärmbelästigung durch Motorräder immer Bis heute scheint es üblich zu sein, gasförmiges Tritium und
wieder zu Klagen aus der Bevölkerung Anlass gibt. Die tritiiertes Wasser aus atomtechnischen Anlagen an die
nochmals herabgesetzten Lärmgrenzwerte für 1986 hat der Umwelt abzugeben. Damit kann das Tritium in enzymatisch
Bundesrat rechtsgültig erlassen; eine Überprüfung dieser oder genetisch wichtige Substanzen eingebaut werden.
Werte für Motorräder ist nicht beabsichtigt. Damit aber besteht zweifellos die Gefahr irreparabler Schä-
Antrag der Kommission den, da durch den Zerfall (HWZ 12,3 Jahre) des Atoms die
betroffenen Moleküle ihre spezifische biochemische Aktivi-
Die Petitions- und Gewährleistungskommission beantragt, tät verlieren können. Noch schlimmer dürfte es sein, wenn
von der Petition Kenntnis zu nehmen, ihr aber keine Folge
zu geben. damit die genetische Information verändert wird.
Eine sorgfältige Erforschung des Problemkomplexes und
Proposition de la commission umfassende Würdigung des bereits vorhandenen Wissens
La Commission des pétitions et de l'examen des constitu- drängt sich auf.
tions cantonales propose de prendre acte de la pétition,
mais de ne pas lui donner suite. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
Rapport écrit du Conseil fédéral
Zustimmung - Adhésion
1. Tritiumquellen
In der Natur kommt Tritium hauptsächlich in der Form von
tritiiertem Wasser oder.Wasserdampf vor, in weit geringeren
Mengen auch als Wasserstoffgas oder in organischen Ver-
bindungen. Bis etwa 1950, also vor den ersten Wasserstoff-
bombenversuchen in der Atmosphäre, war auf der Erde
praktisch nur natürliches Tritium vorhanden. Dieses durch
Motion Gehen 972 N 22 juin 1984
die kosmische Strahlung in den oberen Schichten der Atmo- Nations Scientific Committee on thè Effects of Atomic
sphäre erzeugte Tritium verteilt sich in der gesamten Atmo- Radiation, Ausgabe 1982).
sphäre und Hydrosphäre und gelangt über Niederschläge 3. Beurteilung
und Oberflächengewässer auch in die Ozeane. Dabei stellt a. Mensch: Da Tritium beim Zerfall nur niederenergetische
sich ein Gleichgewicht von etwa 10 pCi/Liter in den Nieder- Betastrahlung aussendet, kann es beim Menschen nur nach
schlägen und den kontinentalen Oberflächengewässern Aufnahme in den Körper (Einatmung oder Aufnahme mit der
und von ungefähr 3 pCi/Liter in der obersten Ozeanschicht Nahrung) zu einer Strahlenbelastung führen. Unsere Strah-
ein (1 pCi [pio-Curie] = 10 bis 12 Ci = 0,037 Zerfälle pro lenschutzverordnung legt für Einzelpersonen der Bevölke-
Sekunde). rung eine höchstzulässige Ganzkörperdosis von 500 mrem/
Die grösste Menge künstlichen Tritiums wurde auch durch Jahr fest.
die zahlreichen Wasserstoffbombenversuche in den fünfzi-
ger und sechziger Jahre erzeugt und in der Atmosphäre und Ein Erwachsener nimmt im Durchschnitt täglich insgesamt
Hydrosphäre verteilt: nämlich insgesamt etwa 7 Giga-Curie etwa 3 Liter Wasser auf. Selbst wenn dieses Wasser eine
(1 Giga-Curie = 109 Ci), davon etwa 80 Prozent in der Tritiumkonzentration von 7000 pCi/Liter aufweisen würde,
Nordhemisphäre. Diese massive Tritiumzufuhr führte in den die dem Jahresmittel von 1963 entspricht, würde dessen
Niederschlägen zu einer Erhöhung des Tritiumgehaltes, der Dauerkonsum nur zu einer Jahresdosis von etwa 1 mrem
1963 einen Maximalwert von etwa 7000 pCi/Liter (Jahresmit- führen, einer Dosis, die im Vergleich zur natürlichen Ganz-
telwert für die Niederschläge in Mitteleuropa) erreichte und körperbestrahlung von etwa 125 mrem/Jahr gering ist. Die
seither langsam wieder abnimmt: 1967: etwa 1000 pCi/Liter; heutigen Tritiumkonzentrationen im Regen sind um etwa
1975: etwa 650 pCi/Liter; 1980: etwa 150 pCi/Liter; 1982: einen Faktor 50 tiefer als 1963. Lokal begrenzt, in direktem
etwa 120 pCi/Liter. Bereich von zum Beispiel industriellen Tritiumquellen
besteht die Möglichkeit eines verstärkten Eintrages von Tri-
Im Maximum wurde somit eine Zunahme der Tritiumkonzen- tium in die Nahrungsketten. In solchen Einzelfällen ist eine
tration in den Niederschlägen um einen Faktor 700 beob- Abschätzung der maximal möglichen Dosis schwieriger, da
achtet (nicht wie 106, wie vom Motionär behauptet). spezifische Standortfaktoren, wie Tritiumverteilung in Luft
Bei der Uranspaltung im Kernreaktor wird ebenfalls Tritium und Boden und die Übergänge Boden-Vegetation sowie die
erzeugt und gelangt aus diesen Anlagen über Abluft und Herkunft des Trinkwassers (z. B. Grundwasser), eine Rolle
Abwasser in die Umwelt, wo es sich grossräumig verteilt. spielen.
1979 wurden von Kernreaktoren weltweit ungefähr 200 000
Trotz dieser Unsicherheiten zeigen aber zuverlässige, auf
Ci Tritium in die Abluft und etwa 100 000 Ci Tritium mit dem
umfangreichem Datenmaterial aus der Umgebung von tri-
Abwasser abgegeben. Dies sind rund 10 Prozent der natürli-
tiumverarbeitenden Betrieben in der Schweiz fussende
chen Tritiumproduktion in der Atmosphäre pro Jahr. Aus
Abschätzungen, dass die heutige Tritiumbelastung für die
den schweizerischen Kernanlagen wurden 1982 etwa 1000
Gesundheit der Schweizer auch im Bereich solcher Betriebe
Ci Tritium mit dem Abwasser abgegeben. Die Abgaben an
kein Problem darstellt. Dieser Sachverhalt wurde auch
die Abluft dürften bei etwa der Hälfte dieses Wertes liegen.
durch Tritiummessungen im Urin von Anwohnern solcher
Bei Wiederaufbereitung aller Brennelemente (heute erst in
Betriebe bestätigt.
beschränktem Umfang) könnten die Tritiumfreisetzungen
aus der Kernindustrie die natürliche Tritiumproduktion er- b. Tiere und Pflanzen: Die meisten Untersuchungen über
reichen. die Radiotoxizität des Tritiums haben primär den Schutz des
Weitere Tritiummengen werden bei industriellen Anwendun- Menschen zum Ziel. Das hat zur Folge gehabt, dass bis
gen freigesetzt, zum Beispiel bei der Herstellung von heute für viele Tiere und Pflanzen keine direkten Untersu-
Leuchtfarben, Beta-Lights, Uhren mit Leuchtziffern usw. chungen über die Einwirkungen des Tritiums durchgeführt
Dadurch können in der unmittelbaren Umgebung solcher worden sind. Es muss hier aber festgestellt werden, dass die
Betriebe, wie von der KUER schon mehrmals festgestellt bis heute vorliegenden Resultate über das Verhalten des
wurde, lokal erhöhte Tritiumkonzentrationen in Luft und Tritiums im Stoffwechsel der untersuchten Organismen
Gewässern auftreten, die aber bisher in der Schweiz noch sowie die aufgrund der biologischen und physikalischen
nie zu unzulässigen Strahlenexpositionen von Personen Daten hergeleiteten Dosisberechnungen ganz eindeutig zei-
geführt haben. In der Schweiz liegen die gegenwärtigen gen, dass aus den heutigen Tritiumkonzentrationen in der
jährlichen Abgaben aus Industriebetrieben bei je rund 1000 Natur keine Gefahr resultiert. Das gilt nach bester Erkennt-
Ci über das Abwasser und über die Abluft (also HTO, Tritium nis für Pflanzen, Tiere und Menschen. Es ist aber ebenso
in Form von Wasserdampf). Pro Jahr importiert die Schweiz offensichtlich, dass unser heutiges Wissen nicht vollkom-
etwa 100 000 Ci Tritium für industrielle Anwendungen. Ein men ist.
grosserTeil davon wird in verarbeiteter Form wieder expor- 4. Schlussfolgerungen
tiert. Über die weltweite Freisetzung aus solchen Betrieben Der Bundesrat erachtet die heute von zahlreichen Laborato-
liegen uns keine Zahlen vor. rien auf der ganzen Welt (auch vom KUER-Labor) durchge-
Aus dem weltweiten Verlauf der Tritiumaktivität in der Atmo- führten Messungen von Freisetzung, Ausbreitung und Kon-
sphäre und Hydrosphäre kann unter Zuhilfenahme von zertrationen von Tritium in der Umwelt sowie die Informa-
Modellrechnungen hergeleitet werden, dass die weltweite tion der Öffentlichkeit der Schweiz durch die jährlichen
jährliche Tritiumzufuhr in die Umwelt heute bei etwa 2 bis 3 KUER-Berichte als durchaus ausreichend. Er ist auch der
Mega-Curie (1 Mega-Curie = 106Ci) liegt, also etwa zehnmal Ansicht, dass, was die Auswirkungen auf den Menschen
mehr als aus allen Kernkraftwerken freigesetzt wird. Diese betrifft, keine zusätzlichen Forschungsaufträge zu erteilen
Zufuhr ist jedoch noch um Grössenordnungen kleiner als sind. Der Bundesrat ist aber bereit, die KUER oder andere
die durch die Wasserstoffbomben in den fünfziger und sech- geeignete Forschungsinstanzen zu beauftragen, ergän-
ziger Jahre freigesetzten Tritiummengen. zende Untersuchungen über die Auswirkungen von Tritium
Weitere mögliche Tritiumquellen sind militärische Anlagen auf die belebte Umwelt durchzuführen, wenn er dies auf-
im Ausland (z. B. zur Herstellung von Wasserstoffbomben), grund der weiteren Entwicklung der Tritiumkonzentrationen
über deren Abgaben keine Informationen vorliegen. in der Atmosphäre oder durch neuere Erkenntnisse der
2. Tritiumbelastung der Umwelt Wissenschaft als angezeigt erachtet.
Ausführliche Angaben über Tritium in der Umwelt werden in
den Berichten der Eidgenössischen Kommission zur Über- Schriftliche Erklärung des Bundesrates
wachung der Radioaktivität (KUER), die auch an die Parla- Déclaration écrite du Conseil fédéral
mentarier verteilt werden, jährlich veröffentlicht. Im Bericht Der Bundesrat beantragt, die Motion als Postulat entgegen-
«25 Jahre Radioaktivitätsüberwachung in der Schweiz» sind zunehmen.
zudem langjährige Messreihen zusammengefasst. Welt-
weite Angaben finden sich im UNSCEAR-Bericht (United Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion Oehen Tritium. Umweltbelastung
Motion Oehen Tritium. Nuisances
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1984
Année
Anno
Band III
Volume
Volume
Session Sommersession
Session Session d'été
Sessione Sessione estiva
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 15
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 83.952
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 22.06.1984 - 08:00
Date
Data
Seite 971-972
Page
Pagina
Ref. No 20 012 544
Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung.
Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale.
Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.